Alle Artikel in: Bücherkiste

Katharina Salomo und Autor Jens-Uwe Sommerschuh in der Indie-Buchhandlung "Shakespeares Enkel" in Dresden-Pieschen. Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsens Kleinverlage bauen eigene Vertriebskanäle aus

Dresdner Indie-Allianz „Shakespeares Enkel“ um Katharina Salomo wächst Dresden, 20. Februar 2019. Rund 50 Kleinverlage aus Sachsen und anderen teilen Deutschlands wollen sich von großen Vertriebsketten und Konzernen wie Amazon unabhängiger machen. Sie bauen daher eigene Vertriebskanäle für ihre Bücher auf und aus. Dafür wollen sie die Aktivitäten der genossenschaftlichen Buchhandlung „Shakespeares Enkel“, die 33 von ihnen im August 2018 gegründet hatten, ausweiten. Das hat die Dresdner Verlegerin Katharina Salomo angekündigt, die zu den Initiatorinnen des Projektes gehört.

Zeit der Angst von Christoffer Carlsson. Cover: Randomhouse, Bertelsmann

Krimi „Zeit der Angst“: Tote Huren und brutale Polizisten

Der Schwede Christoffer Carlsson hat das letzte Puzzle seines zerrütteten Ermittlers Leo Junker veröffentlicht Im schwedischen Krimi „Zeit der Angst“ taucht beim Stockholmer Kripo-Ermittler Leo Junker ein Geist aus seiner Vergangenheit auf: Sein krimineller Jugendfreund Grim bittet ihn, einen fünf Jahre alten Fall noch einmal aufzurollen – den ungeklärten Mord an der Hure Angelica Reyes. Seine Recherchen stürzen Junker in einer Labyrinth der Zweifel: Er rätselt nicht nur an den Grims Interesse an diesem alten Fall, sondern schließlich auch an der Integrität der ganzen Polizei. Dabei spielen Spitzel, Passfälscher, vermeintliche Terroristen und Polizisten mit zuviel Machtanmaßung wichtige Rollen.

Die Dresdner Tanzsinfoniker 1955 im Dresdner Schillergarten. Foto: Richard Peter jun. SLUB, Deutsche Fotothek, Titelabbildung aus: S. Bretschneider: Tanzmusik in der DDR

Buch „Tanzmusik in der DDR“: Warum die Kulturfunktionäre in Dresden zunächst scheiterten

Kulturwissenschaftler Bretschneider beleuchtet in seinem Buch, wie sozialistische Kulturpolitik funktionierte – oder eben auch nicht Für die kommunistischen Kulturpolitiker waren Jazz und ähnliche westliche Tanzmusik-Stile, die in der deutschen Nachkriegsjugend in Ost wie West zu populär waren, ein einziger Graus. „Die politischen Hintergründe sind klar“, ereiferte sich beispielsweise DDR-Musikjournalist Reginald Rudorf in der Zeitschrift „Musik und Gesellschaft“ im Jahr 1954 über die Jazzer: „Der sich entwickelnde amerikanische Faschismus will die einfachen Menschen durch chaotische Machwerke für die Verwirklichung seiner Weltherrschaftspläne reif machen.“ Überschrieben hatte er seine Kampfschrift übrigens mit dem Titel „Die Tanzmusik muss neue Wege gehen.“ Tatsächlich aber brauchten die kommunistischen Kulturpolitiker nach dem Zweiten Weltkrieg noch mindestens 20 Jahre, bis sie ihre „neuen Wege“ schrittweise durchgesetzt und eine „eigene“, eine „sozialistische“ Tanzmusik-Tradition in der DDR etabliert hatten.

Petra Sprenger zeigt in der Dresdner Indie-Buchhandlung "Shakespeares Enkel" ihre "Opernmouth"-Bücher - hier mit den Comic-artigen Kurzlibretti zur "Zauberflöte" und "Rigoletto". Foto: Heiko Weckbrodt

Voll der Spoiler: Maus verrät, wie die Opern enden

Dresdner Grafikerin Sprenger erzählt in ihren „Opernmouth“-Büchlein die Handlung von Musikwerken einfach nach Dresden, 15. Januar 2019. Der Opernlaie mit wenig perfektem musikalischen Gehör kennt das Problem nur zu gut: Der Handlung zu folgen ist schwer, wenn man rein gar nichts von dem verstehet, was da gesungen wird – sei es nun, weil es italienisch dargeboten wird, oder das gedruckte Libretto zu langweilig geschrieben war. Abhilfe verspricht da Petra Sprenger mit ihrem kleinen Dresdner Verlag „Opernmouth“: „Meine Bücher beschreiben die Geschichte in der Oper auf besondere Weise“, sagt sie.

Der Rauchsalon 1. Klasse auf der "Kaiser Wilhelm der Große" (1897). Abb.: Library of Congress LC-DIG-ppmsca-02202, Repro aus: "Eine Klasse für sich", Sandstein-Verlag Dresden 2018

Dresdner Jugendstil-Luxus für imperiale Ozeanriesen

Buch „Eine andere Klasse“ erzählt von der „Reinheit der Form“ an Bord einstiger Riesendampfer Dresden, 17. Januar 2019. Sie waren der Stolz der imperialen Industrienationen: Mächtige Ozeanriesen durchpflügten Anfang des 20. Jahrhunderts die Weltmeere, gemacht aus Stahl, gefüllt mit Pomp und Technik. Seit die „Kaiser Wilhelm der Große“ im Jahr 1898 den Nordatlantik in fünf Tagen und 20 Stunden durchschifft hatte, befand sich die Siegertrophäe für die schnellste Atlantikquerung, das „Blaue Band“, fast eine Dekade lang in deutscher Hand – sehr zum Ärger der Briten. „Es stand mehr auf dem Spiel als ein Titel“, schätzt Anna Ferrari vom „Victoria & Albert“-Museum London ein. „Denn die großen Luxusliner waren Sinnbilder des Nationalstolzes und wurden als Repräsentanten des jeweiligen Landes wahrgenommen.“

Grafik: Dresdner Buchverlag / Jörg Hausmann

Dresdner Autor Hetze für Phantastik-Preis Seraph nominiert

Phantastische Akademie gibt Preisträger zur Leipziger Buchmesse bekannt Dresden/Mannheim, 10. Januar 2019. Die „Phantastische Akademie“ aus Mannheim hat heute 26 Kandidaten für den „Seraph 2019“, einen deutschen Literaturpreis für Phantastik, bekannt gegeben. Die Jury habe diesmal „sehr vielfältige Einsendungen“ mit „starken Titeln“ zu sichten gehabt, teilte Oliver Graute, der Vorsitzende der Phantastischen Akademie, mit. Die Preisträger will die Akademie am 21. März 2019 auf der „Fantasy-Leseinsel“ während der Leipziger Buchmesse 2019 bekannt geben.

Die Ausleihe klassischer Bücher ist in den Städtischen Bibliotheken rückläufig - die eBook-Ausleihe dagegen boomt. Foto: Heiko Weckbrodt

Buchkauf aus der Mode

Nur noch jeder zweite Haushalt kauft Bücher Wiesbaden, 11. Dezember 2018. Bücher zu kaufen liegt im „Land der Dichter und Denker“ nicht mehr im Trend: Nur noch etwa jeder zweite deutsche Haushalt (54 Prozent) hat im Jahr 2017 gedruckte oder digitale Bücher gekauft. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag diese Quote noch bei 65 Prozent. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitgeteilt.

Hannelore Hoffmann aus Dresden pflückt sich eine „Schillerlocke“ vom Strauch neben dem Schillerdenkmal am Dresdner Albertplatz. Foto: Jürgen Münster

Schillerlocken zu Friedrichs Geburtstag

Dresdner Verleger Freiberg will 2019 weitere Lesungen an Dichterdenkmalen organisieren Dresden, 13. November 2018. Mit einer Gedenkfeier am Schiller-Denkmal auf dem Dresdner Albertplatz hat der Verlag „Edition Freiberg“ aus Dresden an den Friedrich Schiller erinnert. Denn der Geburtstag des deutschen Literaten jährt sich zum 259. Mal: Der Dichter wurde am 10. November 1759 in Marbach geboren.

Der Hundertjaehrige der zurueckkam um die Welt zu retten von Jonas Jonasson. Cover: Randomhouse, Bertelsmann

Hundertjähriger (+1) rettet erneut die Welt

Neue, haarsträubende Abenteuer des schwedischen Chaos-Seniors Allan Karlsson Der Hundertjährige ist zurück – ist aber nun 101 Jahre alt, was ihn nicht daran hindert, sich mit Donald Trump anzulegen, mit Angela Merkel um Uran zu feilschen, die Menschheit vor einem atombombenversessenen Diktator und unfähigen schwedischen Neonazis zu bewahren. Kurz gesagt: Mit dem Roman „Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten“ hat der schwedische Autor Jonas Jonasson neue, ebenso aberwitzige wie kurzweilige Abenteuer seines Chaos-Seniors Allan Karlsson vorgestellt.

Die Ausleihe klassischer Bücher ist in den Städtischen Bibliotheken rückläufig - die eBook-Ausleihe dagegen boomt. Foto: Heiko Weckbrodt

Indie-Verleger treffen Autoren in Dresden

Edition Freiberg organisiert Treffen Dresden, 5. Oktober 2018. Zu einem literarischen Treffen lädt der sächsische Indie-Verlag „Edition Freiberg“ am 6. und 7. Oktober Autoren und Verleger nach Dresden ein. Die Organisatoren und Verleger Heinz und Gerlinde Freitag erwarten mindestens 45 Autorinnen und Autoren. „Zwei Drittel der Teilnehmer kommen aus Sachsen oder Dresden“, kündigten sie an. Weitere Autoren und Verleger kommen beispielsweise aus Thüringen, Niedersachsen, Meck-Pomm, NRW, Bayern und Wien.

Barbara Miklaw (Mirabilis Verlag), Sigrid Kraft und Tobias Fahnauer (Fahnauer-Verlag), Petra Sprenger (Opernmouth), Jens Korch (Edition Wannenbuch), Frank Elstner (Palisander-Verlag), Natascha Sturm (Neissufer-Verlag) und Katharina Salomo (Dresdner Buchverlag/Salomo Publishing) zeigen in der neuen Buchhandlung "Shakespeares Enkel" an der Weimarischen Straße in Dresden ihre Werke. Foto: Heiko Weckbrodt

Deutsche Indie-Verlage gründen genossenschaftlichen Buchladen in Dresden

Badewannen-Bücher, Oper-Kurzerklärer und andere bibliophile Perlen sollen nicht länger neben Bestsellern untergehen Dresden, 23. August 2018. 33 unabhängige Verlage aus Sachsen und ganz Deutschland testen in Dresden neue genossenschaftliche Absatzwege für ihr Bücher. Vier von ihnen haben mit „Shakespeares Enkel“ eine gemeinsame Verlags-Buchhandlung gegründet, die fortan alle zusammen betreiben sowie mit ihren Büchern und Veranstaltungen bestücken wollen. „Damit verwirklichen wir einen lang gehegten Traum zahlreicher Verleger“, sagte Mit-Gründerin Katharina Salomo, die den Dresdner Buchverlag leitet.

Die Ausleihe klassischer Bücher ist in den Städtischen Bibliotheken rückläufig - die eBook-Ausleihe dagegen boomt. Foto: Heiko Weckbrodt

Slub Dresden will Fachaufsicht für Sachsens Bibliotheken übernehmen

Wissenschaftsministerin ist dafür Dresden, 17. August 2018. Um die vielen traditionsreichen öffentlichen Klein-Bibliotheken in Sachsen für die Zukunft fit zu machen und so ihr Überleben zu sichern, sollte deren fachliche Förderung der Sächsischen Landes- und Uni-Bibliothek Slub in Dresden übertragen werden. Das hat der neue Slub-Generaldirektor Achim Bonte vorgeschlagen. „Damit würde diesen Bibliotheken die umfangreiche fachliche Expertise der Slub wie etwa unsere Kenntnisse und Erfahrungen bei der Digitalisierung, bei Marketing, Drittmittelakquise, Veranstaltungsarbeit und Lobby-Arbeit zur Verfügung stehen“, betonte er. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) begrüßte den Vorstoß: „Ich befürworte den Vorschlag“, teilte sie mit. „Slub-Direktor Achim Bonte hat damit eine Idee aufgegriffen, die bei uns im Wissenschafts- und Kunstministerium bereits vor einiger Zeit entstanden ist.“

Dr. Achim Bonte. Foto: Ramona Ahlers-Bergner für die SLUB Dresden

Das Buch ist kein Fetisch

Der neue Generaldirektor Achim Bonte will die digitale Transformation der Uni-Bibliolothek SLUB in Dresden vorantreiben Dresden, 6. August 2018. Achim Bonte ist der neue Generaldirektor der Sächsischen Landes- und Uni-Bibliothek SLUB in Dresden. Oiger-Reporter Heiko Weckbrodt hat den 54-jährigen Germanisten und Historiker befragt, wohin er die Bibliothek steuern will, wie es mit den 3D-Druckern weitergeht und ob er im Digitalzeitalter die Papierbücher wegwerfen will. Wenn ich daran denke, wie klassisch-beschaulich es in der Landesbibliothek an der Marienallee vor 30 Jahren zuging, hat sich die SLUB seitdem stark verwandelt. Wo steht die Bibliothek in diesem Transformationsprozess jetzt und wo geht’s hin? Bonte: Die Kernaufgabe ist gleich geblieben: Wir vermitteln und erweitern Informationen und Wissen. Das hat die Bibliothek in der Papier-Ära mit Büchern gemacht. Dazu haben wir inzwischen neue Säulen aufgebaut: Wir digitalisieren die Alt-Bestände, lizenzieren elektronische Zeitschriften und bieten Zugang zu Datenbanken. Inzwischen sind wir in einer neuen Phase angelangt: Wir sind Dienstleister für den gesamten Forschungskreislauf geworden.

Dr. Achim Bonte. Foto: Ramona Ahlers-Bergner für die SLUB Dresden

Bonte ist neuer Chef der SLUB Dresden

Historiker tritt Nachfolge von Bürger an Dresden, 1. August 2018. Der 54-jährige Germanist und Historiker Dr. Achim Bonte ist seit dem 1. August 2018 der neue Generaldirektor der Sächsischen Landes- und Uni-Bibliothek SLUB in Dresden. Das teilte heute die SLUB mit. Der bisherige Vize tritt damit die Nachfolge Thomas Bürger an, der nach 15 Jahren Dienst an und in der Bibliothek in seinen Ruhestand antritt.