Alle Artikel in: Digitalisierung

Die Piraten wollen die Rathaus-Daten befreien. Foto: Hans-Gerd Bosse/LHD, Montage: Heiko Weckbrodt

19 Millionen Euro für digitales Stadtleben der Zukunft

TU und Stadt Dresden wollen zeigen, wie digitale Mitbestimmung und Entbürokratisierung funktionieren können Dresden, 19. Mai 2022. Um das Leben in der Stadt attraktiver zu machen, Menschen unmittelbarer an kommunalen Entscheidungen zu beteiligen und Bürokratie abzubauen, investieren die Stadt und die TU Dresden sowie das Bundesbauministerium bis Ende 2026 rund 19 Millionen Euro in neue „Smart City“-Vorhaben in Dresden. Das haben Kommune und Uni heute mitgeteilt.

In diesem bearbeiten Bild zeigt der deutsche Landmaschinen-Hersteller Claass, wie "Precision Farming" alias Präzisionsackerbau funktionieren kann: Die virtuelle Kartierung hilft dem Bauern, Fruchtbarkeitsunterschiede auf seinem Acker durch zentrimeter-genaues Düngen und Bestellen auszugleichen. Foto: Claass

Drohne überwacht das Feld, KI füttert die Kühe

Immer mehr Bauern setzen auf Digitaltechnologien Berlin, 12. Mai 2022. Beim Stichwort „Digitalisierung“ denken viele zuerst an Online-Handel, Industrieautomatisierung oder den Bankensektor. Tatsächlich aber sind auch in der Landwirtschaft moderne Digitaltechnologien weit verbreitet: Jeder fünfte Bauer lässt seine Felder beispielsweise von Drohnen abfliegen, jeder siebte Landwirt setzt schon Künstliche Intelligenzen (KI) oder verwandte Datenanalysetechniken ein. Computergestütztes Herden-Management, intelligente Fütterungssysteme und GPS-gesteuerte Landmaschinen sind bereits im breiten Einsatz. Das haben Umfragen unter 500 Landwirten im Auftrag des deutschen Digitalwirtschaftsverbandes „Bitkom“ ergeben.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (Mitte) liebäugelt womöglich mit dem Gedanken, selbst loszubaggern. Der Telekom-Konzernbevollmächtigte für Ostdeutschland, Axel Wenzke (links) und Dresdens Finanzbürgermeister Peter Lames (rechts) zeigen derweil die Glasfaserkabel. Foto: Heiko Weckbrodt

Telekom startet Glasfaserausbau in Dresden

Konzern investiert über 100 Millionen Euro und will 30.000 Haushalte pro Jahr verglasfasern Cotta/Gruna, 6. Mai 2022. Die Deutsche Telekom investiert in den kommenden Jahren einen „dreistelligen Millionenbetrag“, um Dresden zu verglasfasern. Rund 15.000 Dresdner Haushalte will der Telekommunikations-Konzern noch in diesem Jahr mit den schnellen Internetanschlüssen verkabeln, danach sollen jährlich etwa 30.000 weitere Haushalte in der sächsischen Landeshauptstadt folgen. Das geht aus einer Ankündigung des Konzernbevollmächtigten Axel Wenzke. Eine genaue Summe wollte er nicht nennen, so dass sich nur sagen lässt: mindestens 100 Millionen Euro, wahrscheinlich aber deutlich mehr. Mit Glasfaser-Anschlüssen sind prinzipiell Datenübertragungen mit Gigabit-Tempo möglich.

Programmieren über den Dächern von Dresden: In der ehemaligen Maschinenfabrik "Universelle Werke" haben sich die kollaborativen Kreativen für einen "Thin[gk]athon" breit gemacht. Foto: Smart Systems Hub

Roboter und Cloud überwachen „Made in Germany“-Niveau im Karosseriebau

HTW-Team löst Zeiss-Herausforderung aus dem Automobilbau beim Denkmarathon des Smart Systems Hub Dresden Dresden, 5. Mai 2022. Bei einem viertägigen Denk- und Entwicklungsmarathon in den Universellen Werken Dresden haben 25 Programmierer, Elektronikspezialisten und andere Tüftler neue Lösungen gefunden, um die bei diesen Qualitätskontrollen eingesetzten Methoden und generierten Datenströme nachhaltiger, effizienter und auch branchenübergreifend zu nutzen. Organisator dieses „Thin[gk]athons“ war der Smart Systems Hub Dresden. Die konkrete Herausforderung samt Preisgeldern hatte diesmal die Zeiss Digital Innovation (ZDI) ausgelobt.

"Non-Fungible Tokens" (NFTs) sind digitale Kunstwerke oder andere Artefakte, die durch ihre Einbindung in geblockte Ketten (Blockchains) zu verkaufbaren Unikaten gemacht worden sind. Grafik: Heiko Weckbrodt, Foto (bearbeitet, gekachelt): Repro der Mona Lisa von Leonardo da Vinci, in: Wikipedia, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mona_Lisa,_by_Leonardo_da_Vinci,_from_C2RMF_retouched.jpg, Lizenz: Public Domain, https://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/deed.de

Zwei Drittel haben noch nie von NFTs gehört

Geblockte Ketten sollen digitale Artefakte einzigartig machen – doch an den allermeisten Deutschen geht dieser Trend völlig vorbei Berlin, 3. Mai 2022. Was in der Krypto-Szene als ganz großer Hype gilt, geht an der großen Bevölkerungsmehrheit vollkommen vorbei: Zwei Drittel der Deutschen haben noch nie von „Non-Fungible Tokens“ (kurz: NFTs, deutsch etwa: nicht ersetzbare Elemente) gehört. Und nur fünf Prozent trauen sich zu, diesen noch jungen Digitalkunst-Trend jemandem zu erklären. Das hat eine Umfrage von „Bitkom Research“ aus Berlin unter 1003 Deutschen ergeben.

Christoph Trischler und Alexander Kunsnezoff vom Schülerrechenzentrum Dresden präsentieren ihren "Giesomaten" im Dresdner Infineon-Entwicklungszentrum Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Dresdner Schüler digitalisieren den „Grünen Daumen“

Mit ihrem „Giesomat“ wollen Christoph und Alex die Zimmerpflanzen automatisiert vor dem trockenen Tod bewahren Dresden, 13. April 2022. Manche päppeln auch den zartesten Keim zu einer prachtvollen Zimmerpflanze auf – und anderen vertrocknet selbst der robusteste Fikus. Falls Sie zu letzterer Spezies gehören: Christoph Trischler und Alexander Kunsnezoff vom Schülerrechenzentrum Dresden haben mit Infineon-Hilfe eine Lösung für Menschen ohne „Grünen Daumen“ gefunden: Die 17 und 18 Jahre jungen Tüftler haben einen „Giesomat“ entwickelt, der automatisch anzeigt, wenn die geliebte Zimmerpflanze oder der Büro-Gummibaum zu vertrocknen droht oder auch chronisch überwässert wird. Eine automatische Gießmaschine ist zwar noch nicht integriert – aber das kann ja noch werden.

Digitale Zwillinge von Bahnbrücken können künftig anzeigen, ob das Bauwerk in der realen Welt gewartet oder repariert werden muss. Visualisierung: Uni Hannover

Digitale Zwillinge sollen Bahnbrücken in Schuss halten

TU Dresden und weitere Partner haben System entwickelt, um Gesundheit von Eisenbahnbrücken zu überwachen und in Modellen zu spiegeln Dresden/Hannover, 12. April 2022. Digitale Zwillinge sollen künftig dabei helfen, Schäden und Gefahren an Eisenbahnbrücken rechtzeitig zu erkennen. Dies könnte dabei helfen, solche Bauwerke vorausschauend zu warten („Predictive Maintenance“) , vermag unter Umständen auch Katastrophen wie den Einsturz der Autobahnbrücke in Genua 2020 zu verhindern. Im Zuge des Projektes „Digitale Instandhaltung von Eisenbahnbrücken“ (Dimarb) haben Bauingenieure und Bahnexperten aus Hannover, Dresden und Aachen nun ein System entwickelt, um die Brückengesundheit durch Sensoren zu überwachen und jede Änderung in einem digitalen Zwilling des Bauwerks abzubilden.

Als weltweit erstem Unternehmen ist es laut eigenen Angaben der Dresdner Firma "Stamos + Braun Prothesenwerk" gelungen, hochtemperaturvernetzende medizinische Silikone mit einem 3D-Drucker zu verarbeiten. Damit fertigen die Handwerker besonders leichte und täuschend echt wirkende Prothesen für Hände, Füße und dergleichen mehr. Foto: Stamos + Braun

Handprothesen aus dem 3D-Drucker

Handwerker tauschen in Wackerbarth ihre Erfahrungen mit der Digitalisierung aus Radebeul/Dresden, 11. April 2022. Wie weit moderne digitale Technologien und traditionelles Handwerk verschmelzen können, beweist Christoph Braun und Alex Stamos tagtäglich in ihrem Orthopädietechnik-Unternehmen „Stamos + Braun“ in Dresden-Johannstadt: Mit 3D-Druckern und digitalen Vermessungsmethoden erzeugen sie hier Prothesen von Fingern, ganzen Händen, Füßen und Beinen, die täuscht echt wirken.

Die Griechen erwärmen sich weit weniger fürs Internet als andere Europäer. Grafik: Destatis

Jeder 20. Deutsche ist ein „Offliner“

6 % waren noch nie im Internet Wiesbaden, 5. April 2022. Von wegen ein Leben ohne Internet ist im Digitalzeitalter kaum noch möglich: Offliner sind zwar eine kleine Minderheit in Deutschland, aber es gibt sie tatsächlich. Immerhin sechs Prozent aller Deutschen zwischen 16 und 74 Jahren – und dies entspricht 3,8 Millionen Menschen – waren tatsächlich noch nie im Internet. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitgeteilt und sich dabei auf seine Mikrozensus-Umfragen gestützt.

Sensoren und KIs sollen durch "Vorausschauende Wartung" dafür sorgen, dass Straßenbahnen in Sachsen künftig seltener ausfallen und Wartungskosten sparen. Foto: DVB

Industrie 4.0 für Sachsens Straßenbahnen

Vorausschauende Überwachung durch Sensoren soll Ausfallquote und Kosten der Verkehrsbetriebe senken Dresden/Leipzig, 30. März 2022. Moderne „Industrie 4.0“-Technologien sollen in Dresden und Leipzig künftig dafür sorgen, dass die Straßenbahnen seltener ausfallen, drohende Gleisschäden prophylaktisch behoben werden können und die Wartungskosten für die Verkehrsbetriebe spürbar sinken. Das geht aus einer Ankündigung der Technischen Universität Dresden (TUD) hervor.

Ausschnitt aus den digitalen Kulturquelllen für "Coding da Vinci". Bildschirmfoto (hw) von codingdavinci.de/de/daten/

Da Vinci hebt das digitale Kulturerbe

Bibliothek Slub Dresden richtet Kultur-Hackathon aus Dresden, 17. März 2022. Unter dem Motto „Coding da Vinci“ richtet die Sächsische Landes- und Unibibliothek (Slub) in Dresden einen virtuellen Kultur-Hackathon aus. Vom 19. März bis 30. April 2022 sind Programmierer, Künstler und andere Kreative im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien aufgerufen, aus frei zugänglichem digitalisierten Kulturgütern beispielsweise Apps, Spiele, Virtuelle Ausstellungen oder ähnliche Digitalprojekte zu entwickeln. Die Idee der Organisatoren: Da Vinci soll mit „innovativen Anwendungen das kreative Potenzial in unserem digitalen Kulturerbe“ für eine breitere Öffentlichkeit und speziell auch für die sogenannten „digitalen Nomaden“ erschließen.

Die Kombination zum Tresor würde auch keiner anderen zeigen. Doch bem Online-Banking lassen sich viele Deutsche über die Schulter schauen. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Dresdner Informatiker bauen Datentreuhandstelle für Sachsen auf

TU will mit dem Projekt „DDtrust“ das datenschutz-konforme Datenteilen fördern Dresden, 16. März 2022. Die TU Dresden konzipiert derzeit eine „Datentreuhandstelle“ für den Wissenschafts- und Wirtschaftsraum Sachsen und wird diese Institution anschließend auch aufbauen. Das hat die auf Supercomputertechnologien spezialisierte Gauß-Allianz in Berlin angekündigt.

Die Visualisierung zeigt, wie sich Siemens ein 5G-Campusnetz in der Industrie vorstellt. Grafik: Siemens

5G-Campusnetze weisen Weg zu neuen Geschäftsmodellen und Hyperautomatisierung

Marktforscher prognostizieren Milliarden-Umsätze im industriellen Internet der Dinge Dresden, 3. März 2022. Als Antwort auf Corona-Krise, gestörte Lieferketten und De-Globalisierungstendenzen rechnen viele Marktanalysten in nächster Zeit mit einem starken Automatisierungsschub in den klassischen Industrieländern. Das Marktforschungsunternehmen „Gartner“ aus den USA spricht gar von „Hyperautomatisierung“ als einem Top-Trend für das Jahr 2022. Da in vielen Branchen aber die Automatisierungspotenziale mit klassischer Robotik ausgereizt sind, rücken nun andere Schlüssel zu mehr Produktivität in den Fokus – darunter die 5G-Campusnetze.

Die Baustelle der Zukunft könnte ein komplexes Zusammenspiel von teilautonom arbeitenden Baumaschinen, Drohnen, Material-Ortungsystemen sowie moderner Simulations- und Planungsssoftware sein. Visualisierung: Bauen 4.0

Baustelle der Zukunft: Drohnenschwärme, 5G-Netze und Roboterbagger

Unis Dresden und München zeigen in Hoyerswerda das „Bauen 4.0“ Hoyerswerda/Dresden/München, 17. Februar 2022. Wie die Baustelle der Zukunft aussieht, wollen Experten aus Sachsen, Brandenburg, Bayern und anderen Ländern Ende September 2022 am praktischen Beispiel auf einer realen Kanalbau-Baustelle in Hoyerswerda vorführen. Das haben die beteiligten Entwicklungs-Konsortien „Bauen 4.0“ und „5G Lab Germany Forschungsfeld Lausitz“ sowie der „Verband der Deutschen Maschinen- und Anlagenbauer“ (VDMA) angekündigt.

In den physischen Ladengeschäften von Amazon gibt es bereits keine Kassen mehr - die eingekaufte Ware wird automatisch erfasst und beim Rausgehen abgerechnet. Foto: Amazon

Supermarkt der Zukunft hat rund um die Uhr auf und ist vollautomatisiert

Was in Deutschland noch Wunsch und Prognose bleibt, ist in Asien und Amerika teils schon Realität Berlin, 16. Februar 2022. Der Supermarkt der nahen Zukunft ist vollautomatisiert, hat rund um die Uhr geöffnet und keine klassischen Kassen mehr: Der Kunde zahlt automatisch beim Herausgehen per Smartphone. Davon ist jeder zweite Händler und Internernutzer in Deutschland überzeugt. Das geht aus Umfragen von „Bitkom Research“ hervor.