Alle Artikel in: Automobilindustrie

Eine Auswahl elektronischer Bauelemente von Bosch für den Einsatz in den Autoindustrie. Foto: Heiko Weckbrodt

Autokonzerne sollten Überkapazitäten in Chipfabriken mitfinanzieren

Denkfabriken: Halbleiter-Engpässe lassen sich langfristig durch mehr Resilienz, zusätzliche Chipfabriken jenseits von Asien und neue Wertschöpfungsmodelle lindern Berlin/Zürich/Dresden, 20. November 2021. Krisen wie der aktuelle Chipmangel in vielen Industriezweigen lassen sich auch künftig kaum völlig vermeiden – aber durchaus mindern. Das hat die Berliner Denkfabrik „Stiftung Neue Verantwortung“ (SNV) eingeschätzt. Das sieht die Züricher Denkfabrik „Diplomatic Council“ (DC) ähnlich und fordert von der Wirtschaft, resilientere und stärker digitalisierte Wertschöpfungsketten aufzubauen, die sie unabhängiger von einzelnen Lieferquellen machen.

Blick in die hochautomatisierte Karosserieteile-Fabrik von Meleghy in Reinsdorf. Foto: Heiko Weckbrodt

Automobil-Zulieferer in Sachsen forcieren Roboter-Einsatz

Regionale Netzwerke: Unternehmen wie Meleghy und AKE kooperieren beim Automatisierungskurs Reinsdorf, 12. November 2021. Roboter gehören in den großen Fabriken von VW, BMW und Porsche in Zwickau, Leipzig und Dresden längst zum omnipräsenten Alltagsbild. Doch selbst kleinere Unternehmen in Sachsen setzen mittlerweile massiv auf den Einsatz von Robotern, um wettbewerbsfähiger zu werden. Dabei nutzen sie oft genug auch regionale Automatisierungsnetzwerke. Ein Beispiel dafür ist die neue Fabrik von „Meleghy Automotive“ nahe Zwickau. Die hat der Partner AKE Systemtechnik aus Reinsdorf mit 80 Robotern ausgestattet, die nonstop Karosseriebauteile für die neuen ID-Elektroautos von Volkswagen in Sachsen herstellen.

VW setzt auch in seiner Manufaktur in Dresden immer mehr Roboter ein. Foto: Heiko Weckbrodt

5G-Inseln lotsen Transportroboter durch Elektroauto-Fabrik von VW in Dresden

TU arbeitet an vernetzten Lösungen für Volkswagen-Gruppe und den Mittelstand Dresden/Wolfsburg, 20. Oktober 2021. Volkswagen testet in Dresden und Wolfsburg die weitere Automatisierung der Fahrzeug-Produktion mit werksinternen Mobilfunknetzen der 5. Generation (5G). Im Fokus stehen dabei Versuche, fahrerlose Transportsysteme (FTS) mit 5G zu steuern und zu vernetzen. Außerdem wollen die VW-Ingenieure per 5G-Funk mobilen Leichtbau-Robotern mehr Intelligenz zu verleihen, indem sie Rechenkraft jederzeit aus einer nahen Rechnerwolke („Edge Cloud“) saugen können. Das geht aus Mitteilungen von VW hervor.

Gerd Teepe. Foto: Heiko Weckbrodt

Halbleiter-Engpass und Tesla-Schock bergen Chancen für Mikroelektronik in Sachsen

Mikroelektronik-Experte Gerd Teepe warnt vor drohenden chronischen Wettbewerbnachteilen für deutsche Industrie Dresden, 14. Oktober 2021. Deutschland muss unbedingt seine Mikroelektronik-Kapazitäten ausbauen und technologisch verbessern – andernfalls drohen vielen Leitindustrien in Zukunft chronische Wettbewerbsnachteile im Vergleich zur Konkurrenz in Asien und den USA. Das hat der Halbleiter-Experte Gerd Teepe in Dresden gefordert. „Keiner kann wollen, dass die deutsche Automobilindustrie und andere Branche in Zukunft die Chips der Spitzenklasse nur noch mit ein bis zwei Jahren Verzögerung bekommen.“

Zwei Experten stehen vor einer Laserbogen-Anlage mit einer Kohlenstoff-Quelle (ganz links im Bild) und begutachten kohlenstoff-beschichtete Bauteile. Foto: Jürgen Jeibmann für das Fraunhofer IWS Dresden

Suprageschmierter Motor der Zukunft verpulvert weniger Energie

Fraunhofer Dresden arbeitet an Maschinen, die kaum noch Energie durch Reibung und Abwärme vergeuden Dresden, 12. Oktober 2021. Damit Elektrofahrräder künftig mit einer Akkuladung weiter kommen als bisher und Industriemaschinen nicht mehr so viel Strom in Form von Reibung und Abwärme vergeuden, arbeitet das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) Dresden gemeinsam mit Industrie- und Forschungspartnern an nahezu reibungsfreien Motoren und Getrieben. Im Zuge der Verbundprojekte „Prometheus“ und „Chephren“ wollen die Forscher durch extrem harte Kohlenstoffbeschichtungen, die sie mit neuartigen Super-Schmierstoffen kombinieren, die Energie- und Ökobilanz von Autos und anderen Maschinen deutlich verbessern.

Die VW-Manufaktur Dresden hat nach Zwickau nun auch die ID3-Produktion begonnen und dafür die E-Golf-Fertigung eingestellt. Hier ist ein ID3 im Lichtdom bei der Lack-Qualitätskontrolle zu sehen. Foto: Oliver Killig für Volkswagen Sachsen

VW gewinnt mit ID3-Stromer aus Sachsen viele Neukunden

Vorstand: „Das Auto ist ein absoluter Volltreffer“ Zwickau/Wolfsburg, 6. Oktober 2021. Volkswagen gewinnt mit dem neuen Stromer ID3 aus Zwickau und Dresden überdurchschnittlich viele neue Kunden. Das hat die Konzernleitung heute mitgeteilt. Demnach haben seit der Markteinführung rund 144.000 Interessenten einen ID3 bestellt, rund 70.000 davon waren Neukunden. Der Stromer der neuen Generation war zudem im August das bestverkaufte Elektroauto in Europa.

Ein Ari 458 mit Solarzellen am Aufbau. Foto: Ari Motors

Mehr Reichweite durch Solarmodule am Ari-Kleintransporter aus Sachsen

Unternehmen aus Borna stellt Prototypen auf Intersolar vor Borna/München/Prag, 6. Oktober 2021. Das sächsische Unternehmen „Ari Motors“ hat einen neuen Elektro-Kleintransporter vorgestellt, der seine Reichweite dank eingebauter Solarzellen um bis zu 48 Kilometer verlängern kann. Der Hersteller aus Borna hat den „ARI 458 Koffer“ – „Ari“ steht für die japanische „Ameise“ – laut eigenen Angaben nun als Prototypen fertiggestellt und will ihn auf Europas größter Solarmesse „Intersolar“ in München vorstellen.

Ein Bosch-Mitarbeiter mustert einen Siliziumkarbid-Wafer. Foto: Martin Stollberg für Bosch

VW erwägt eigene Halbleiter-Sparte, will aber keine Chipfabrik bauen

„Geht um Design von Hochleistungsprozessoren für die Autoindustrie“ Wolfsburg/Dresden, 5. Oktober 2021. Angesichts des anhaltenden Chipmangels in der Autoindustrie erwägt Volkswagen, eine eigene Halbleitersparte aufzubauen. Das hat ein Konzernsprecher auf Oiger-Anfrage bestätigt. „Der Volkswagen Konzern verfolgt momentan auch Überlegungen, in die Entwicklung eigener Chips einzusteigen“, erklärte er. „Um bei den hohen Anforderungen im Auto die optimale Leistung zu erzielen, müssten Software und Hardware aus einem Guss kommen.

Blick auf einen Roboter-Greifarm im Meleghy-Werk Reinsdorf. Foto: Heiko Weckbrodt

Meleghy baut in Bernsbach neues Presswerk für Autoteile

Zulieferer will 20 Millionen Euro investieren Bernsbach, 20. September 2021. Der deutsche Automobilzulieferer „Meleghy“ will sein altes Karosserieteile-Werk im sächsischen Bernsbach nahe Aue für 20 Millionen Euro zu einem hochmodernen Presswerk für Fahrzeug-Komponenten umgestalten. Das hat Thomas Werle, der bei Meleghy geschäftsführender Gesellschafter und Technikchef ist, auf Oiger-Anfrage mitgeteilt. „Wir wollen das Bernsbacher Werk umbauen und dort 100 Arbeitsplätze schaffen“, kündigte er an.

Porsche spendiert der TU Dresden einen schnellen Elektro-Taycan. Foto: Porsche AG / TUD

Porsche übergibt Dresdner Forschern neuen Elektro-Sportwagen

TU-Mechatroniker wollen Schnelllade-Systeme und Lademanagement verbessern Dresden, 17. September 2021. Ein Job in der universitären Fahrzeugforschung kann gelegentlich angenehme Nebeneffekte mit sich bringen: Die Mechatroniker vom Institut für Automobiltechnik Dresden (IAD) können fortan mit einem nagelneuen Elektro-Porsche durch die Stadt fahren – natürlich nur zu Forschungszwecken. Denn damit Porschefahrer ihre Elektro-Sportwagen künftig schneller und effizienter aufladen können, wollen der Fahrzeughersteller und die TU Dresden ihre Forschungskooperation nun auszubauen. Dafür hat Oliver Seifert, der bei Porsche die Elektrik-Entwicklung leitet, heute dem Institut für Automobiltechnik Dresden (IAD) einen elektrischen Porsche Taycan, ein Schnellladesystem sowie ein Test-Cockpit übergeben.

Senec übergibt vor der VW-Manufaktur Dresden 50 Elektroautos vom Typ ID3. Foto: Senec

Größte Elektroauto-Auslieferung in Dresden

Energiespeicher-Hersteller Senec aus Leipzig rüstet Partner mit ID3-Stromern aus Dresden/Leipzig, 8 September 2021. Der Energiespeicher-Hersteller „Senec“ aus Leipzig hat in Dresden 50 Elektroautos des Typs VW ID3 an die Installateure seine Partnerfirmen übergeben. Das hat das Unternehmen heute mitgeteilt. Es habe sich um die „bislang größte Fahrzeugübergabe“ in der gläsernen VW-Manufaktur Dresden gehandelt.

Eine Auswahl elektronischer Bauelemente von Bosch für den Einsatz in den Autoindustrie. Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo: Nachschubprobleme für deutsche Industrie verschärfen sich

69 Prozent der Industriefirmen beklagen Materialmangel München, 8. September 2021. Die deutsche Industrie hat wachsende Probleme, sich mit genügend Computer-Chips, Holz, Stahl und anderen Bauteilen und Rohstoffen einzudecken, um die anziehende Auftragslage abzudecken. „Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich weiter verschärft“, berichtet das Wirtschaftsforschungsinstitut „Ifo“ aus München.

So etwa sieht der Prototyp des Wasserstoff-Motors von innen aus. Visualisierung: WTZ Roßlau

Wasserstoff-Motor als Brücke zum abgasfreien Laster?

Studie: H2-Motor ist zwar nicht schadstofffrei, aber ökologischer als der Diesel und billiger als die Brennstoffzelle Zwickau/Leipzig, 7. September 2021. Der Dieselmotor ist zwar weiterhin das „effektivste Transportmittel in einem Gesamtsystem Erzeugung, Transport und Lkw“. Angesichts umweltpolitischer Vorgaben und immer schärferer Abgas-Grenzen wären der ostdeutsche Fahrzeugbau und die Logistikbranche gut beraten, beizeiten praxistaugliche Alternativantriebe auf Basis von Wasserstoff (H2) zu entwickeln. Das geht aus einer Studie „Wasserstoff als Kraftstoff im 40t-Lkw“ hervor, die Prof. Joachim Böhme von der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) nun für den Automobilindustrie-Verband „Automotive-Cluster Ostdeutschland“ (ACOD) in Leipzig erstellt hat. Darin empfiehlt Böhme ausdrücklich, nicht nur an Brennstoffzellen-Antrieben zu arbeiten, sondern auch an Wasserstoff-Verbrennungsmotoren.

Volkswagen hat einen ersten ID-Store in seiner gläsernen Manufaktur in Dresden eröffnet - und steigt damit in den Direktvertrieb à la Apple oder Tesla ein. Foto: Oliver Killig für Volkswagen Sachsen

Ostdeutschland ist elektromobiler Taktgeber der Autoindustrie geworden

Autohersteller, Zulieferer und Logistiker treffen sich zum ACOD-Konkress in Dresden Dresden/Leipzig, 30. August 2021. Mittel- und Ostdeutschland haben sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr zu einem Zentrum und Taktgeber für die Transformation der deutschen Autoindustrie hing zur Elektromobilität entwickelt. Das hat der Verein „Automotive Cluster Ostdeutschland“ (ACOD) im Vorfeld des ACOD-Kongresses 2021 gemeinsam mit dem „Mitteldeutschen Logistikforum“ am 1. September 2021 in Dresden eingeschätzt.