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Künstliche Intelligenz (KI) gilt inzwischen als zentrale Schlüsseltechnologie des Digital-Zeitalters. Die Deutschen sehen die KI-technologie aber eher skeptisch und risikobehaftet. Foto: Geralt. Pixabay, CC0-Lizenz

TÜV will obligate Prüfung für riskante KIs

Umfrage: 85 % der Deutschen wollen Kennzeichnungspflicht für KI-Systeme Berlin, 27. Januar 2020. Damit „Künstliche Intelligenzen“ (KI) keinen Unsinn verzapfen und dabei Menschenleben gefährden, hat der Verband der „Technischen Überwachungsvereine“ (TÜV) eine Pflichtüberprüfung für riskante KI-Systeme gefordert. Dieser KI-TÜV soll vor allem für Systeme obligat sein, in denen ein hohes oder sehr hohes Risiko besteht, Menschen zu schädigen. Das betreffe beispielsweise automatisierte Fahrzeuge, KI-gesteuerte Maschinen oder die medizinische Diagnostik.

Feuer. Foto: Heiko Weckbrodt

Chip-Navi im flammenden Inferno

Eine raffinierte Ortungstechnik von Metirionic Dresden soll künftig bei Hausbränden Leben retten Dresden, 18. Februar 2020. Digitale Technologien aus Dresden sollen künftig bei Hausbränden Menschenleben retten: Ein amerikanischer Feuerwehrausrüster will ab diesem Jahr viele Schutzanzüge und Geräte, mit denen sich Feuerwehrmänner und -frauen in brennende Gebäude wagen, mit Ortungstechniken aus Sachsen ausstatten. Dadurch können dann von Qualm und Flammen eingeschlossene Menschen schneller und präziser gefunden werden als bisher. Entwickelt hat diese Methodik das Dresdner Unternehmen „Metirionic“.

Da kam es auf jede Speicherzelle an, die sich mit dem "Poke"-Befehl direkt beschreiben ließ: Der Heimcomputer "Z 9001" von Robotron musste in Kleincomputer KC85/1 umbenannt werden, da das Gerät recht rasch wieder aus dem Handel verschwand und nur noch an "gesellschaftliche Bedarfsträger" berkauft wurde. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

„Für mich war der Computer eine erstaunliche Zauberkiste“

Das Buch „Computer in der DDR“ von René Meyer liefert einen profunden Abriss über die ostdeutsche Rechentechnik und ihre Hypes. In den 1980er Jahren erfasste ein nahezu pandemischer Virus große Teile der ostdeutschen Jugend – ein eher gutartiger indes: Immer mehr Menschen in der DDR wollten auch wie die deutschen auf der anderen Seite der Grenze jene wundersamen Maschinen haben, die man Heimcomputer nannte. Und nachdem die ersten Westgeräte per Intershop und A&V-Laden in das Land einsickerten und schließlich auch Robotron Dresden und der VEB Mikroelektronik „Wilhelm Pieck“ Mühlhausen eigene „Kleinstcomputer“ entwickelt hatten, gab es kein Halten mehr: Große Teile des DDR-Volkes verwandelten sich in Computer-Nerds… Wie das kam und was dahinter steckte, hat der Leipziger Autor René Meyer in „Computer in der DDR“ zusammengetragen. Erhältlich ist dieses sehr informative und gut recherchiere Buch gegen eine Versandpauschale, aber ansonsten gratis bei der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.

Die Chemnitzer Forscher arbeiten an einem humanoiden Schreitroboter. Fotzo: Jacob Müller für die TU Chemnitz

Professorin will 1. sächsischen Schreitroboter bauen

Forscherin der TU Chemnitz möchte Grundstein für eine Roboterindustrie im Freistaat legen Chemnitz, 13. Februar 2020. Ingenieurinnen und Ingenieure der TU Chemnitz wollen den ersten sächsischen Laufroboter konstruieren – und eine breite Robotikindustrie im Freistaat begründen. „Wir wollen einen eigenen sächsischen Roboter-Hersteller etablierten“, kündigte Professorin Ulrike Thomas an – sie ist die Inhaberin des Lehrstuhls für Robotik und Mensch-Technik-Interaktion an der TU Chemnitz. „Der Grundstein ist schon gelegt.“

Diese künstlerische Visualisierung zeigt die europäische Raumsonde "Jupiter Icy Moons Explorer" (Juice), die sich 2022 dem Riesenplaneten Jupiter und seinen Monden nähert. Ins Innere des Gasriesen können die Sonden aber nicht hineinsehen. Die Astrophysiker gehen davon aus, dass darin heiße dichte Materie herrscht, deren Eigengesetze womöglich Quantencomputer ergründen können. Visualisierung: ESA/ATG medialab, Nasa/JPL, J. Nichols

Mit Quantencomputern in Riesenplaneten hineinhorchen

Superrechner-Experten aus Rossendorf simulieren mit exotischen Systemen das Innere von Jupiter & Co. Dresden, 12. Februar 2020. Mit Hilfe von Teleskopen und Raumsonden hat die Menschheit bisher nur ein paar oberflächliche Blicke auf Jupiter und Saturn werfen können. Weniger noch wissen die Wissenschaftler über das Innere dieser Riesenplaneten. Sie ahnen nur, dass Jupiter & Co. – aber auch die mit ihnen verwandten braunen Zwergsterne draußen im All – ein ganz eigenes Physiksüppchen kochen: „Warme dichte Materie“ nennen die Physiker diesen bisher kaum erforschten Aggregatzustand irgendwo zwischen superheißem Plasma und festen oder flüssigen Stoffen. Bekannt ist nur, dass diese Materie etwa 10 000 bis 100 000 Grad heiß ist und in ihr Quanteneffekte, elektromagnetische und elektrische Kräfte wild durcheinander tanzen. Mit Hilfe von Quantencomputer-Technologien wollen nun Experten vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) genau da hineinhorchen, wo wahrscheinlich nie ein Mensch lebend hingelangen wird.

Auszug aus: Oblomok imperii (VT: Der Mann, der das Gedächtnis verlor) von 1929. Szenenfoto: Absolut Medien

„Der neue Mensch“ in sowjetischen Filmen

Doppel-DVD zeigt die Ikonografie der Modernität in Spiel-, Dok- und Trickfilmen der frühen Stalin-Ära Ein Mann zieht aus einer Bruchbude in ein neues Hochhaus. Anfangs fühlt er sich darin gar nicht wohl: Er kann nicht einschlafen. Bis er erkennt, dass es ein Fehler war, den alten Krempel aus der alten Wohnung mitzunehmen – der hindert ihn daran, im neuen Heim auch innerlich anzukommen. „Man muss in einem neuen Haus zu leben wissen“, schreibt er am Schluss des Puppentrickfilms „Beherrscher des Alltags“. Dass dies als Metapher für die Metamorphose des Russen zum neuen Menschen, des Sowjetbürgers gemeint ist, wird spätestens klar, wenn man die Entstehungszeit kennt: Gedreht wurde dieser teils surrealistisch anmutende Trickfilm in der stalinistischen Sowjetunion des Jahres 1932. Zu finden ist er in der Edition „Der neue Mensch“. Die versammelt insgesamt acht Filme der frühen Sowjetunion zwischen 1924 1932 auf zwei DVDs, die inzwischen fürs Heimkino erschienen sind.

Wer die Datenbrille aufsetzt, kann sowohl seine reale Umgebung wie auch computergenerierte Welten sehen. Foto: Fraunhofer FEP Dresden

IDTechEx: Virtuelle Welten werden bis 2030 zum Multimilliarden-Markt

Bisher läuft das Geschäft mit Datenbrillen, VR- und AR-Technik eher enttäuschend – doch das ändert sich bald, meinen die Analysten Cambridge, 10. Februar 2020. Bis jetzt haben Datenbrillen und andere Produkte für „Virtuelle Realitäten“ (VR), „Augmentierte Realitäten“ (AR) oder „Mixed Reality“ (MR) bei weitem nicht die in sie gesteckten Erwartungen erfüllt. Das britische Marktforschungsunternehmen „IDTechEx“ aus Cambridge geht in einer neuen Analyse „Augmented, Mixed and Virtual Reality 2020-2030“ aber von deutlich steigenden Umsätzen aus. Bis 2030 wird der Markt für VR- und AR-Produkten demnach weltweit auf rund 30 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro) wachsen.

Seit sie 16 ist, arbeitet Elsbeth im VEB Obertrikotagenbetrieb und kümmert sich dort um die Qualitätskontrolle - bis die Wende kommt und der Betrieb untergeht. Szenenfoto aus: „Der Wittstock-Zyklus“

„Der Wittstock-Zyklus“: Was vom Mädchen-VEB übrig blieb

Langzeit-Dokumentation über Textilarbeiterinnen in der DDR auf DVD erschienen Wittstock im Jahr 1974: Eine neue Textilfabrik wächst aus dem brandenburgischen Boden und gibt über 3000 Menschen Arbeit. Viele von ihnen sind junge Frauen aus den Dörfern ringsum. Im funkelnagelneuen VEB Obertrikotagenbetrieb „Ernst Lück“ tragen sie mehr Verantwortung und haben besser bezahlte Arbeit als viele Männer aus der Gegend. Wittstock 23 Jahre später: Das Werk ist dicht, die Frauen hangeln sich von Umschulung zu Umschulung, leben von der Stütze oder Gelegenheitsjobs. Dieses Provinzkapitel ostdeutscher Alltagsgeschichte hat der ehemalige Maschinenschlosser aus Dresden und spätere Regisseur Volker Koepp in einer schwarz-weißen Langzeitdokumentation eingefangen. Sein „Wittstock-Zyklus 1975-1997“ ist inzwischen als Doppel-DVD fürs Heimkino erschienen.

Die Archivaufnahme der Nasa von 2017 zeigt den Tropensturm "Gaemi", der nahe Hue auf Vietnam trifft. Das Land gehört zu den Staaten in der Welt, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Bessere Prognosen über den Weg solcher Stürme würden den Menschen dort schon sehr helfen. Die Forscher am neuen Casus-Institut in Görlitz wollen auch solche komplexen Wetter- und Klimaphänomene untersuchen. Foto: Nasa Goddard

Casus macht die Welt einfacher

Rossendorfer bauen in Görlitz ein neues Institut auf, das die Gesetze im scheinbaren Chaos von Weltklima und Großstadtverkehr finden soll. Dresden/Görlitz, 6. Februar 2020. Das Klima, der Verkehr in einer Großstadt und das Leben auf unserem Planeten haben eines gemeinsam: Sie sind derart komplex, dass kaum vorauszusagen ist, wie sie sich verhalten und verändern werden, je weiter man in die Zukunft schaut. Zuverlässige Langzeit-Prognosen scheitern oft daran, dass in diesen Systemen Tausende, manchmal sogar Millionen Faktoren, Kräfte und schlicht auch Zufälle zusammenwirken. “Wollen Komplexität verstehen lernen“ Dennoch haben Wissenschaftler aus Sachen den Ehrgeiz, auch solche komplexen Systeme in Computersimulationen zu erfassen, um sie besser zu verstehen. Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) baut deshalb zusammen mit Partnerinstituten nun in Görlitz ein Theorieinstitut auf, das sich mit eben diesen Problemen beschäftigt: „Wir wollen Komplexität verstehen lernen“, erklärte Dr. Michael Bussmann, der Leiter dieses neuen „Center for Advanced Systems Understanding“ (Casus). „Wir wollen diese komplexen Systeme modellieren, reduzieren, um letztlich auch Voraussagen zu ermöglichen.“

Die Stella-Programmierer wollen mit ihrem G2-Programm Excel beerben. Foto: Anja Schneider/StellaDie Stella-Programmierer wollen mit ihrem G2-Programm Excel beerben. Foto: Anja Schneider/Stella

Digitale Beschaffung

Stella Dresden will mit neuer Software für Betriebe den Maschinenkauf vereinfachen Dresden, 5. Februar 2020. Damit Projektleiter in der Industrie schneller genau die Maschine finden, die das Unternehmen gerade braucht, hat die Dresdner Software-Firma „Stella“ ein Computerprogramm entwickelt, das diese Beschaffungsprozesse digitalisiert. Die Software namens „G2 TypeTec“ soll den zuständigen Ingenieuren die zeitaufwendige Mühe ersparen, für jeden Maschinenkauf Hunderte Seiten mit Datenbeschreibungen und Datenblättern durchzuforsten, bis sie den richtigen Anbieter gefunden haben.

Die 300-mm-Scheiben, die Infineon für seine neuen Leistungs-Halbleiter verwendet, sind so dünn, dass sie biegsam werden. Foto: Infineon

Dresden sieht Potenzial in Leistungselektronik

Rolle des Standortes als Lieferant von Leistungselektronik wird in Zukunft wachsen, meinen Branchenvertreter. Dresden, 4. Februar 2020. Die Technologiestadt Dresden wird künftig wahrscheinlich auch international eine stärkere Rolle in der Leistungs-Halbleitertechnik spielen. Das haben Nanoelektronik-Professor Thomas Mikolajick vom „Namlab“ der TU, der Dresdner Infineon-Sprecher Christoph Schumacher und weitere Branchenvertreter eingeschätzt. Denn mehrere Unternehmen und Institute entwickeln und produzieren in und um Dresden bereits spezielle Computerchips, die besonders starke Ströme und hohe Spannungen vertragen – wichtig beispielsweise für Solarkraftwerke, Elektroautos, Schnelllade-Säulen, U-Bahnen und Konsumelektronik.

Wie stark verändert Künstliche Intelligenz unseren Planeten?. Foto: geralt, Pixabay.com, Lizenz: CC0

Sachsen steckt zu wenig Ressourcen in die KI-Aufholjagd

EAS-Studie: Freistaat hat sich ehrgezige Ziele gesteckt, aber es gibt noch zu wenig Fachkräfte, KI-Testfelder und Forschungskraft Dresden, 3. Februar 2020. Die Landesregierung will Sachsen zwar bis 2025 zu einem führenden deutschen Forschungs- und Innovationsstandort für „Künstliche Intelligenz“ (KI) machen. Doch in der Praxis fehlen dafür noch viele wichtige Bausteine. Das geht aus einer Studie des Fraunhofer-Teilinstituts für „Entwicklung Adaptiver Systeme“ (EAS) aus Dresden mit dem Titel „Künstliche Intelligenz – Kompetenzen und Innovationspotenziale in Sachsen“ hervor.

So etwa kann ein "Digitaler Zwilling" für ein Flugzeug im Supercomputer aussehen. Abb.: DLR, CC3-Lizenz

Flugzeugforscher starten Petaflop-Supercomputer in Dresden

DLR will mit Cara virtuelle Zertifizierungen und Erstflüge für neue Jets möglich machen. Dresden, 31. Januar 2020. Um neue Flugzeuge vor dem ersten echten Start vorab in der virtuellen Realität auszutesten, setzen Luftfahrtingenieure auf moderne Supercomputer. Solch einen aufgerüsteten Hochleistungsrechner will das „Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt“ (DLR) am Mittwoch in Dresden offiziell in Betrieb nehmen. Den „Computer for Advanced Research in Aerospace“ (Cara) haben die Wissenschaftler und Techniker gleich neben dem Supercomputer der TU Dresden aufgebaut. Um den laufenden Betrieb des Rechenknechtes kümmert sich daher das „Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen“ (ZIH) der Dresdner Uni gleich mit.

Für Feuerwehrleute im Einsatz wollen die Ingenieure der Hochschule für Technik und Wirtschaft neue Schutzkleidung und Helme entwickeln, mit denen die Kameraden efahren erahnen und auch in verrauchten Gebäuden den Überblick behalten können. Foto: Peter Sebb für die HTW Dresden

Digitaler sechster Sinn für die Cyber-Feuerwehr

HTW Dresden entwickelt Schutzkleidung, mit der Einsatzkräfte die Gefahr erfühlen können. Dresden, 31. Januar 2020. Damit sich Retter besser in brennenden Häusern orientieren können, arbeiten Ingenieure der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden gemeinsam mit Partnern an einer digital aufgewerteten Feuerwehr-Ausrüstung. Das hat das federführende Forschungsinstitut für intelligente technische Systeme (FITS) an der HTW mitgeteilt.