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Stora Enso und Northvolt wollen Akkus-Zellen mit Anoden auf Lignin-Basis aus skandinavischen Bäumen entwickeln. Foto: Stora Enso via Cision

Skandinavier wollen Holz-Akku bauen

Northvolt und Stora Enso möchten Hartkohle aus Lignin soll Graphit ersetzen Helsinki/Stockholm, 15. August 2022. Zwei skandinavische Unternehmen arbeiten gemeinsam an einem Holzakku aus nordischen Bäumen. Freilich soll nicht der ganze Energiespeicher aus Holz bestehen, vielmehr das Anodenmaterial. Dafür wollen die Projektpartner Northvolt und Stora Enso Hartkohle auf Ligninbasis anstelle von – ebenfalls kohlenstoff-basiertem – Graphit einsetzen. Das Lignin dafür wiederum möchten sie „aus aus nachwachsendem Holz aus den nordischen Wäldern“ gewinnen, wie der finnisch-schwedische Forstunternehmen „Stora Enso“ mitteilte.

Besteck, Schalen, Flaschen und andere Haushaltsdinge aus Kunststoff haben heute keinen so großen Fan-Club mehr wie in den 1960er Jahren - besonders, wenn sie aus Erdöl oder anderen fossilen Ablagerungen hergestellt sind. Foto: Heiko Weckbrodt

Markt für Bio-Kunststoffe legt bis 2033 um 10 % pro Jahr zu

IDTechex: Druck durch Umweltgesetze und Verbraucher wächst, ölbasierte Plaste zu ersetzen Cambridge, 14. August 2022. Weil die globale Kunststoff-Nachfrage trotz aller Mülldiskussionen weiter stark steigt, Regierungen weltweit aber ihre Umweltgesetze verschärfen und auch das Verbraucherinteresse an ökologischen Lösungen wächst, ist in den nächsten Jahren mit einem kräftigen Wachstum von Bio-Kunststoffherstellern zu rechnen. Das hat das Marktforschungsunternehmen „IDTechex“ aus dem britischen Cambridge prognostiziert.

Ein Zusatzgeschoss aus Holz bei Lepski in Dresden-Reick. Solche Aufstockungen aus Holz sind - soweit die jeweilige Bauordnung das zulässt - oft leichter und statisch unproblematisch realisieren als aus Stein. Foto: SMR

Mehr Holzhäuser für Sachsen

Alter Werkstoff gewinnt in Industrie und auf dem Bau wieder an Bedeutung Dresden, 13. August 2022. Holz gewinnt nicht nur für den Fahrzeug-Leichtbau, Fabrikrollregale und andere Industriezwecke wieder an Bedeutung, sondern auch im Hausbau. „Holz als leichter Werkstoff ist besonders gut geeignet für Erweiterungen auf bestehenden Gebäuden“, heißt es dazu vom sächsischen Regionalministerium (SMR). „Aufstockungen sind ganz besonders in Ballungsgebieten gefragt, um Wohnraum durch Nachverdichtung zu schaffen. In Bürogebäuden schafft eine Aufstockung Platz für neue Arbeitsräume.“ Daher fördere auch die sächsische Regierung diesen Trend, betonte Thomas Schmidt (CDU): „Durch die jüngste Novellierung der sächsischen Bauordnung haben wir Erleichterungen für den modernen Holzbau geschaffen.“

Ein Traum vieler Ingenieure: Winzige Energieernter, die genug Strom liefern, um mobile Geräte, Sensoren und Elektronik ganz ohne Batterien und Stromkabel mit unerschöpflicher Energie aus ihrer Umgebung zu versorgen. Montage: Heiko Weckbrodt, Fotos: Heiko Weckbrodt , Felix Mittermeier (Pixabay)

Chips versorgen sich selbst mit Strom

Globalfoundries und Fraunhofer Dresden betten Energiesammler in Schaltkreise ein Dresden, 12. August 2022. Tomatenbeete voller Feuchtigkeitssensoren, Weinberge mit Wachstumsüberwachungs-Elektronik oder intelligenter Staub, der in unbewohnten Gegenden erste WLAN-Netze aufbaut – künftig wird es vermutlich viele praktische Einsatzszenarien geben, in denen Sensoren und Computerchips ganz ohne Batterien und Stromanschlüsse auskommen müssen. Per Energieernte („Energy Harvesting“) sollen sie sich selbst mit Strom versorgen. Dresdner Ingenieure von Fraunhofer-Photinikinstitiut IPMS und Globalfoundries haben nun pyroelektrische Energiesammler erfolgreich in Schaltkreise integriert. Dabei wandeln die Chips Temperaturschwankungen in Strom um. Das geht aus einer Präsentation von Dr. Max Lederer vom Fraunhofer-Centrum für nanoelektronische Technologien (CNT) Dresden hervor.

Silke Fähnemann (vorn) und Manja Kubeil vom Institut für Radiopharmazie experimentieren an der internen Strahlentherapie gegen Krebs. Abb.: Frank Bierstedt, HZDR

Radiopharma-Branche in Sachsen wächst

Starke Nachfrage für strahlende Präparate im Kampf gegen Krebs aus dem „Radiopharmaceutical Valley Saxony“ Dresden, 12. August 2022. Nach außen punktet Sachsen gerne mit seiner starken Mikroelektronik-Industrie, die gemeinsam mit weiteren Hochtechnologie-Branchen zu einem „Silicon Saxony“ gewachsen ist. Neben Computer-Chips liefert die sächsische Wirtschaft allerdings auch weltweit medizinische Nischenprodukte aus, die weniger bekannt sind. Dazu gehören sogenannte Radiopharmaka, also schwach radioaktive Präparate für bildgebenden Verfahren in der Medizin und für den Kampf gegen Krebs. Experten wie Professor Prof. Jörg Steinbach vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) sprechen angesichts der Vielzahl hochspezialisierter und teils international führender Unternehmen und Forschungseinrichtungen in diesem Sektor gerne auch von einem „Radiopharmaceutical Valley Saxony“, das sich im Dreieck zwischen Dresden, Radeberg und Rossendorf formt.

Mehr Jobs in deutscher Spieleindustrie

Game-Verband: 11.242 Menschen entwickeln und publizieren in der Bundesrepublik digitale Spiele Berlin, 11. August 2022. Die deutsche Digitalspiele-Industrie wächst: Im Kernsegment von Spiele-Entwicklung und Vertrieb (Developer und Publisher) haben die Beschäftigtenzahlen in diesem Jahr um drei Prozent auf 11.242 Menschen zugelegt. Die Zahl der Spiele-Unternehmen ist bis zum Sommer 2022 um fünf Prozent auf 786 Firmen gewachsen. Das hat der „Verband der deutschen Games-Branche“ (Game) heute in Berlin mitgeteilt.

Die Nachfrage nach dRAM-Speichern schwankt sehr stark. Diese Vlotilität hat schon manchem Unternehmen das Genick gebrochen. Foto: Heiko Weckbrodt

Überraschende Sommer-Delle im Chipmarkt

IC Insights: Eigentlich ist der Juni seit Dekaden ein umsatzstarker Monat für die Mikroelektronik Scottsdale, 11. August 2022. Trotz der anhaltend großen Chip-Nachfrage aus dem Automobilbau und anderen Sektoren hat der Halbleitermarkt im Juni plötzlich einen Durchhänger gezeigt – vor allem durch schrumpfende Speicherchip-Verkäufe. Das hat das US-Marktforschungsunternehmen „IC Insights“ aus Scottsdale berichtet.

Prof. Axel Lubk. Foto: IFW Dresden

Lubk baut neues Leibniz-Labor in Dresden auf

Elektronenoptik-Experte arbeitet an 3D-Elektronenmikroskopen der nächsten Generation Dresden, 10. August 2022. Immer tiefere dreidimensionale Einblicke in die Welt der Atome und ihrer Feldeffekte wünschen sich Physiker ebenso wie Mediziner, Chemiker und Werkstoff-Designer. Um dies zu ermöglichen, entwickelt Professor Axel Lubk in Dresden an Optiken für Elektronenmikroskope der nächsten Generation. Weil das auch wirtschaftlich von großer Bedeutung ist, finanziert der Heidelberger Mikroskopkomponenten-Hersteller „Ceos“ aus Heidelberg eine neue Stiftungsprofessur für Elektronenoptik an der TU Dresden. Die hat Lubk am 1. August 2022 übernommen. Parallel dazu baut er nun im Leibniz-Institut für Festkörper und Werkstoffforschung (IFW) Dresden ein Labor für hochauflösende Transmissionselektronenmikroskopie der nächsten Generation auf. Das hat das IFW heute mitgeteilt.

Die meisten Deutschen sind für ein Informatik-Pflichtfach an den Schulen. Grafik: Eco

Mehrheit für Informatik als Pflichtfach

Eco-Verband: Müssen Schülern frühzeitig Grundlagen der Digitalisierung vermitteln Köln/Berlin/Dresden, 10. August 2022. Drei Viertel der Deutschen wollen Informatik als Pflichtfach in Deutschland. Das hat eine Umfrage des Verbandes der Internetwirtschaft „Eco“ und des Meinungsforschungsunternehmens „Civey“ ergeben. „Zudem soll auch der Umgang mit digitalen Medien sowie Grundbegriffe der Digitalisierung und des Datenschutzes fester Bestandteil des Curriculums werden“, informierte Eco in Köln über weitere Befunde der Erhebung.

Der Umstieg auf immer größere Chipscheiben von 150 über 200 bis 300 mm hatte der Chipindustrie in der Vergangenheit zwar Produktivitässchübe verpasst - doch der nächste Sprung auf 450 mm (hier nicht im Bild) lässt weiter auf sich warten. Foto: Globalfoundries, Montage (Visualisierung Größenvergleich): hw

Ex-Forschungschef: TSMC torpedierte Umstieg auf 450-mm-Wafer

Taiwanesen hatten laut Chiang Shang-Yi Angst, von Intel und Samsung an die Wand gespielt zu werden San Francisco/Taipeh/Dresden, 9. August 2022. Vor rund zehn Jahren planten die Großen der Halbleiterbranche einen Quantensprung: Sie wollten Teile ihrer Chipproduktion von 300 auf 450 Millimeter große Siliziumscheiben (Wafer) umstellen und damit anderthalb bis doppelt so viele Schaltkreise pro Fertigungsdurchgang herstellen. Intel, TSMC, Samsung, IBM und Globalfoundries gründeten eigens dafür ein „Global 450mm Consortium“ (G450C). Auch in Dresden und an anderen Mikroelektronik-Standorten diskutierten die Branchenvertreter über eine eigene europäische 450-mm-Entwicklung. Doch dann schliefen all diese Projekte ein und der Umstieg war gestorben. Das lag nicht allein an den hohen Entwicklungskosten für neue Chipfertigungsanlagen, Transportsysteme und Prozesse, sondern auch am gegenseitigen Umlauern der Großen der Branche. Das hat zumindest Chiang Shang-Yi, der frühere Forschungsdirektor des weltweit größten Chip-Auftragsfertigers TSMC, in einem Interview im kalifornischen „Computer History Museum“ (CHM) behauptet. Eine offizielle Stellungnahme von TSMC steht noch aus.

Das Werk von Müllermlich/ Sachsenmilch in Leppersdorf bei Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Molkerei Leppersdorf gewinnt mehr Wasser zurück

Sachsenmilch neue Membranfiltration für Abwasser gestartet Leppersdorf, 8. August 2022. Um ihren Wasserverbrauch zu senken, hat Sachsenmilch in der Molkerei Leppersdorf eine neue Aufbereitungsanlage installiert. Durch diese Membranfiltration-Stufe bereitet das Milch-Werk laut Unternehmens-Angaben nun weit mehr Abwässer in höherer  Klär-Qualität auf als bisher und spart pro Jahr nun in Summe etwa drei Milliarden Liter Frischwasser ein.

Blockchain-Technologien beruhen auf miteinander verknüpften, verschlüsselten Datengliedern. Grafik. Heiko Weckbrodt

Mittweida richtet Blockchain-Herbstschule aus

Experten von Siemens, IBM, Fraunhofer & Co. stellen digitale Lösungen für dekarbonisierte Energiewirtschaft, Finanzen und Außenhandel vor Mittweida, 8. August 2022. Wie funktionieren eigentlich geblockte digitale Ketten? Wie können diese „Blockchains“ bei der De-Karbonisierung der Energieproduktion und beim Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft helfen? Welche Perspektiven haben die damit verknüpften Digitaltechnologien für die Finanzwirtschaft, in der Telekommunikation, Sicherheitstechnik und für den Außenhandel? Diese und weitere Fragen wollen Experten von 25 Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen während einer Blockchain-Herbstschule vom 12. bis zum 16. September 2022 im „Blockchain Competence Center Mittweida“ (BCCM) erörtern. Darauf hat Dr. Volker Wannack hingewiesen, der die „Blockchain-Schaufensterregion Mittweida“ koordiniert.

Ifo warnt vor De-Globalisierung von Deutschlands

Studie: Allein die Voll-Abkoppelung von China würde deutsche Wirtschaft sechsmal so teuer kommen wie der Brexit München, 8. August 2022. Wenn sich Deutschland von China ökonomisch entkoppeln würde, wie in jüngster Zeit gelegentlich gefordert, würde dies insbesondere die deutsche Industrie empfindlich schaden. Das hat die Studie „Geopolitische Herausforderungen und ihre Folgen für das deutsche Wirtschaftsmodell“ des Forschungsinstituts „Ifo“ aus München im Auftrag der „Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft“ ergeben. Insbesondere, wenn dies in einen Handelskrieg zwischen der EU und China ausartetet, „käme dies Deutschland knapp sechsmal so teuer wie der Brexit“, heißt es in einer Studienzusammenfassung.

Containerschiff. Foto: Thomas_G, Pixabay https://pixabay.com/de/users/thomas_g-7083/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=56569

24 Containerschiffe vor Deutschland im Stau

IfW Kiel: Handel schrumpft stärker, als es die offiziellen Statistiken zeigen Kiel, 7. August 2022. Der Welthandel ist im Juni 2022 um 1,7 Prozent geschrumpft. In Deutschland und China lagen die Exportrückgänge sogar fast doppelt so hoch, nämlich bei 3,2 Prozent. Der russische Außenhandel schrumpft dagegen nur unterdurchschnittlich: Dem vom Westen sanktionierten Land gelingt es augenscheinlich immer besser, seine Im- und Exporte auf Asien zu verlagern. Das geht aus Berechnungen des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) Kiel hervor.