Alle Artikel in: Solar

Organische Solarfolie von Heliatek Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Elektronenfallen bremsen organische Solartechnik aus

TU Chemnitz sieht hohe Leistungsverluste vor allem durch Transportwiderstand Chemnitz/Dresden, 25. Juli 2022. Viele winzige Elektronenfallen sind wesentlich mitschuld daran, dass organische Solarzellen immer noch nicht den Wirkungsgrad klassischer Sonnenstromsammler aus Silizium erreicht haben – und dadurch ein Marktdurchbruch weiter auf sich warten lässt. Das haben Physiker der TU Chemnitz (TUC) in einer Studie gemeinsam mit Kollegen aus Bayern, der Schweiz, Großbritannien und den USA ermittelt. Demnach fangen diese Fallen viele langsame Elektronen ein, verhindern eine ausreichende Füllung des Solarzellen mit Ladungsträgern und sorgen letztlich für einen zu großen Transportwiderstand.

Ein Traktor mäht einen Feldstreifen zwischen zwei Reihen senkrechter Solarkollektoren. Foto: Next2Sun

Essen wächst künftig unterm Solarkraftwerk

HTW Dresden baut Testfeld für Agrar-Photovoltaik in Pillnitz auf Dresden, 11. Dezember 2021. Landwirtschaft soll künftig nicht nur Essen, sondern auch Sonnenstrom liefern. Um das auszutesten, werden Wissenschaftler und Bauern gemeinsam im Stadtteil Pillnitz eine Agrar-Photovoltaik-Anlage (Agri-PV) bauen, unter der auch Feldfrüchte geerntet werden können. Das hat die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden angekündigt, die das Projekt „Agri-PV“ gemeinsam mit dem Unternehmen „Next2Sun“ aus dem saarländischen Merzig und der Gutsverwaltung Schönfelder Hochland in Sachsen realisieren will.

Prof. Yana Vaynzof. Foto: privat

Gesalzene Perowskit-Solarzellen mit mehr Stromausbeute

Forscherinnen aus Dresden und Pavia treiben invertierte Zellen bis auf 23,7 Prozent Wirkungsgrad hoch Dresden/Pavia, 3. Dezember 2021. Um die Ausbeute künftiger Photovoltaikanlagen zu verbessern, haben die italienische Uni Pavia und das Zentrum für fortgeschrittene Elektronik Dresden (Cfaed) den Wirkungsgrad von Perowskit-Solarzellen in invertierter Architektur durch die Beigabe organischer Salze von unter 23 auf nun 23,7 Prozent erhöht. Das geht aus einer Mitteilung der TU Dresden hervor.

Ein Ari 458 mit Solarzellen am Aufbau. Foto: Ari Motors

Mehr Reichweite durch Solarmodule am Ari-Kleintransporter aus Sachsen

Unternehmen aus Borna stellt Prototypen auf Intersolar vor Borna/München/Prag, 6. Oktober 2021. Das sächsische Unternehmen „Ari Motors“ hat einen neuen Elektro-Kleintransporter vorgestellt, der seine Reichweite dank eingebauter Solarzellen um bis zu 48 Kilometer verlängern kann. Der Hersteller aus Borna hat den „ARI 458 Koffer“ – „Ari“ steht für die japanische „Ameise“ – laut eigenen Angaben nun als Prototypen fertiggestellt und will ihn auf Europas größter Solarmesse „Intersolar“ in München vorstellen.

Blick in die neue F8-Modul-Produktionslinie von Solarwatt. Foto: Solarwatt

Solarwatt eröffnet Fabrikanbau F8 in Dresden

Unternehmen will bis 2025 rund 100 Millionen Euro in Um- und Ausbau investieren Dresden/Schierling, 23. September 2021. „Solarwatt“ hat rund 35 Millionen Euro in drei neue Produktionsanlagen für Solartechnik und Akkus investiert und sie heute offiziell in Betrieb genommen. Das hat das Dresdner Energietechnik-Unternehmen mitgeteilt.

Perovskit-Kristalle in einer künstlerischen Darstellung. Visualisierung: Christiane Kunath (PM TUD, Cfaed)

Prognose: Billige Perowskit-Solarmodule sind bis 2024 marktreif

Dresdner Elektronikforscher sehen aber noch Probleme mit Stabilität und Bleigehalt Dresden, 4. August 2021. In den nächsten zwei bis drei Jahren könnten Perowskit-Solarmodule, die Sonnenlicht besonders billig und effizient in Strom umwandeln, marktreif sein. Das hat Professor Stefan Mannsfeld vom Zentrum für fortgeschrittene Elektronik Dresden (Cfaed) der TU Dresden prognostiziert. Die Nachfrage sei jetzt schon groß: „Die Perowskite sind billig zu produzieren und arbeiten zudem effizient“, erklärte er. „Deshalb warten viele Investoren schon lange darauf, dass diese Technologie zur Marktreife kommt.“

Heliatek-Operativchef Michael Eberspächer zeigt eine Rolle organische Solarfolie, Foto: Heiko Weckbrodt

Heliatek Dresden verspricht erneut Massenproduktion organischer Solarfolie

Jetzt aber wirklich, sagen die Manager: Werk soll 2022 auf eine Million Quadratmeter kommen Dresden, 16. Juli 2021. Heliatek Dresden will bis Ende 2021 endlich die Massenproduktion von biegsamen organischen Solarfolien hochfahren, mit denen sich Fassaden und Dächer von Fabriken, Büro- und Wohnhäusern recht rasch in Energiesammler verwandeln lassen. Die Großserienproduktion hatte die TU-Ausgründung zwar schon seit Jahren mehrfach angekündigt. Doch nun habe das Unternehmen tatsächlich genügend Erfahrungen mit den neuen Großserien-Anlagen gesammelt, versicherte Heliatek-Operativchef Michael Eberspächer. „Wir sind jetzt ganz nah dran.“ 2022 will er die Fabrik an der Treidlerstraße auf eine Million Quadratmeter Solarfolie pro Jahr hochfahren.

Ein Solarwatt-Spezialist überprüft per Smartphone einen "Battery flex"-Energiespeicher, den Solarwatt gemeinsam mit BMW entwickelt hat, und der sich besonders leicht in reiner Stapeltechnik erweitern lässt. Foto: Solarwatt

Solarwatt Dresden will Solar, Akku und Wärmepumpe in Eigenheimen koppeln

Ziel: durch Sektorenkoppelung CO2-Ausstoß um 89 % senken Dresden, 9. Juni 2021. Solarwatt bietet künftig für Eigenheim-Besitzer und Kleinbetriebe komplexere Energiesysteme an, die auch die Sektorenkoppelung beherrschen. Das hat Detlef Neuhaus, der Chef des Dresdner Solarunternehmens, angekündigt. In der Kombination werde es damit einem durchschnittlichen Eigenheim möglich werden, bis zu 89 Prozent seines Kohlendioxid-Ausstoßes einzusparen und einen großen Teil seines Strom- und Wärmebedarfs selbst zu decken, betonte Neuhaus.

Die künstlerische Darstellung veranschaulicht, was die Forscher immer wieder auf den Analyse-Landkarten ihrer Perowskite zu sehen glaubten: photonische Pferde. Grafik: Y. Vaynzof

Mit Perowskit-Pferden auf der Suche nach Super-Solarzellen

Forscher aus Dresden, Lund und Nowosibirsk entwickelt neue Analysemodelle Dresden/Lund/Nowosibirsk, 8. Juni 2021. Um die Energieausbeute neuer Perowskit-Solarzellen weiter in die Höhe zu treiben, haben Forschergruppen aus Sachsen, Schweden und Russland gemeinsam ein neues Analysemodell für eben diese Metall-Halogene (Perowskite) entwickelt. Das hat das „Zentrum für fortgeschrittene Elektronik Dresden“ (CFAED) mitgeteilt, das gemeinsam mit der Russischen Akademie der Wissenschaften in Nowosibirsk und der Uni Lund in Schweden an der Studie mitwirkte. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sind zuversichtlich, dass ihr Ansatz zu „noch effizienteren photovoltaischen Bauelementen führen“ wird, so CFAED-Forscherin Prof. Yana Vaynzof vom Lehrstuhl für „Neuartige Elektronik-Technologien“ an der TU Dresden.

Ein Halbzellen-Modul von Solarwatt. Bifaziale Module kommen auch ins Produktionsprogramm. Foto: Solarwatt

Solarwatt baut Dresdner Fabrik für 15 Millionen Euro aus

Unternehmen will auch zweigesichtige Photovoltaik-Module produzieren Dresden, 17. Mai 2021. Solarwatt Dresden bietet künftig auch sogenannte „bifaziale“ Photovoltaik-Module an, die Sonnenlicht von der Vorder- und von ihrer Rückseite einsammeln und in Strom umwandelt können. Zugleich kündigte das Unternehmen an, seine neue Dresdner Fertigungslinie „F8“ noch einmal für fünf Millionen Euro ausbauen zu wollen. Zudem will Solarwatt-Chef Detlef Neuhaus ab 2022 eine neue Pilotanlage für neuartige Module zu errichten. Damit erhöhen sich die jüngsten Ausbau-Investitionen von Solarwatt auf insgesamt rund 15 Millionen Euro.

Die Agrophotovoltaik-Anlage in Heggelbach am Bodensee. Foto: BayWa r.e.

Mehr Kartoffeln unterm Solarkraftwerk: Sachsen testet Agro-Photovoltaik

Feldversuch am Lehrgut Köllitsch mit Solarmodulen, die Licht von oben und unten sammeln Köllitsch/Freiberg, 29. April 2021. Normalerweise denkt man als Laie, dass unter Solarkraftwerken mangels Licht nichts wachsen kann. Doch Studien und Experimente der Uni Arizona, des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) und anderer Institute haben gezeigt: Die meist „Agrophotovoltaik“ genannte Kombination aus Agrarwirtschaft und Photovoltaik lässt Kartoffeln, Tomaten und Chilis sogar besser wachsen und schützt durch die Schatteneffekte der Solarmodule auch die Böden davor, zu stark auszutrocknen. Nun will das sächsische Umweltministerium auf dem staatlichen Lehrgut Köllitsch nahe Torgau einen eigenen Agrophotovoltaik-Feldversuch starten. Das hat der sächsische Umweltstaatssekretär Gerd Lippold (Bündnisgrüne) bei einem Besuch in der „Meyer Burger“-Solarmodulfabrik in Freiberg angekündigt. Im Fokus des Pilotprojektes soll demnach der Einsatz neuartiger „bifazialer“ („zweigesichtiger“) Solarmodule stehen, die Licht von oben und auch von unten her in Strom verwandeln können, und die „Meyer Burger“ ab Juni 2021 massenhaft im Freistaat produzieren will.

Der sächsische Umwelt- und Energieminister Wolfram Günther (links) und "Meyer Burger"-Chef Gunter Erfurt zeigen im Werk Freiberg Proben der neuen, hocheffizienten Heterojunction“-Solarzellen. Foto: Heiko Weckbrodt

„Meyer Burger“ will mit China-Boykott deutsche Solarindustrie reanimieren

7 Gigawatt + 3500 Jobs avisiert: Schweizer stoppen Anlagenexport gen Fernost und bauen eigene Solar-Gigafabriken in Freiberg und Thalheim Freiberg, 21. April 2021. Gunter Erfurt hat einen ehrgeizigen Plan: Der Chef des Schweizer Unternehmens „Meyer Burger“ möchte die mitteldeutsche Solar-Industrie wiederbeleben, das Unternehmen vom Fabrikausrüster zum Photovoltaik-Komplettanbieter umwandeln und die Dominanz chinesischer Hersteller auf den Weltmarkt brechen. Schlüsselrollen spielen in seinem Plan ein China-Boykott, hocheffiziente Energiesammler und neue Giga-Fabriken im sächsischen Freiberg und im sachsen-anhaltinischen Thalheim. „Wir werden Wertschöpfung und Arbeitsplätze nach Europa zurückholen“, gab sich der Geschäftsführer zuversichtlich.

Der Meyer-Burger-Standort im schweizerischen Thun. Foto: Meyer Burger

Meyer Burger will Solarfabrik in Freiberg im Sommer neu starten

Eidgenossen bereiten parallel dazu Zellproduktion in Bitterfeld vor Freiberg/Bitterfeld, 16. April 2021. Der Schweizer Konzern „Meyer Burger“ rüstet derzeit die früheren Photovoltaik-Werke von Solarworld in Freiberg und von Sovello in Bitterfeld neu aus und rechnet dort im Sommer 2021 mit dem Produktionsstart. In der kommenden Woche will der sächsische Umweltminister Wolfram Günther (Bündnisgrüne) die Freiberger Fabrik besuchen, um sich über die Fortschritte zu informieren.