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Künstlerische Aspekte von Technologie

Bildschirmfoto von der Startseite von Medici.tv (Screenshot: Heiko Weckbrodt)

Klassikmusik-Dienst „Medici.tv“ nun gratis für Dresdner Leser

Mit städtischem Bibo-Ausweis lassen sich die Opern-, Konzert- und Ballettströme nun gratis ansehen Dresden, 2. Januar 2020. Klassikmusik-Freunde mit Bibliotheksausweis haben ab sofort Zugriff auf den Streaming-Dienst „Medici.tv“, der zahlreiche Oper-, Ballett- und Konzertaufführungen als Videos bereithält. Auch Dokumentationen rund um die Welt der klassischen Musik sind dort abrufbar. Registrierte Leser der Städtischen Bibliotheken Dresden können diesen Dienst ab dem 2. Januar 2020 gratis nutzen. Das hat die Bibliotheken-Direktion nun mitgeteilt.

Die Deutsche Fotothek hat inzwischen viele ihrer Bilder digitalisiert. Die Archivare wollen die Fotos und Gemälde dadurch einfacher für die Öffentlichkeit zugänglich machen und sie für die Nachwelt sichern. Abb.: Bildschirmfoto

Fotoinstitut in Düsseldorf statt Dresden

Bund setzt nun doch auf zentrale Lösung für Kulturgut-Erhalt. Der Chef der Deutschen Fotothek in Dresden sieht darin eine überraschende Wendung. Dresden, 9. Dezember 2019. Bei der Deutschen Fotothek in Dresden hat die Entscheidung des Bundes, ein „Deutsches Fotoinstitut“ in Düsseldorf anzusiedeln, für Überraschung gesorgt. Eigentlich habe das Bundeskulturministerium zunächst eine Studie über die Zukunft der Fotoarchive in Deutschland in Auftrag gegeben, die erst 2020 vorliegen sollte, berichtete Fotothek-Leiter Jens Bove. „Erstaunlich und wirklich überraschend ist, dass über einen Neubau und über die Standortfrage entschieden worden ist, bevor die vom BKM beauftragte Studie überhaupt vorliegt“, schätzte er auf Oiger-Anfrage ein.

Ab diesen Spielzeug-Giraffen fällt sofort das auf Ellipsen reduzierte Design auf, das Jahrzehnte später in frühen 3D-Computzerspielen wie "Little Big Adventure" wieder auftauchte. Foto: Sebastian Köpcke / Volker Weinhold, ZOO MOCKBA

„Leningrader Plastiktiere“: Sonderschau über sowjetische Spielzeugindustrie in Dresden

In Dresdens Partnerstadt fanden einst der „Zukunftswerkstoff“ Plaste und eine neue Formsprache zueinander Dresden, 30. November 2019. Plaste gilt heute vielen umweltbewegten Menschen als Ozeanvermüller und schändliche Massenvernichtungswaffe. Doch in den 1950ern und 60ern war das noch ganz anders. Da wurden Plaste & Co. als der Werkstoff gehandelt, aus dem die Zukunft gemacht ist. Dieses Fortschrittsmaterial griff auch eine junge Generation Leningrader Künstler und Produktgestalter auf, die nach dem II. Weltkrieg mithalf, eine eigene sowjetische Spielzeugindustrie aufzubauen. Die von ihnen entworfenen Bären, Affen und anderen Spieltiere waren aus Zelluloid, Polyethylen und ähnlichen Kunststoffen gemacht .—in einem modernen elliptoiden Design. Das Stadtmuseum Dresden widmet diesen sowjetischen Spielzeugen mit ihrer eigenen Form- und Materialsprache nun eine Sonderausstellung: „Leningrader Plastiktiere“ ist ab heute bis zum 1. März 2020 zu sehen.

Nun lass mal Dein Haar herunter, Rapunzel? Der Sandmann klettert auch gerne mal. Foto (freigestellt): Heiko Weckbrodt

Der Sandmann im Wettlauf der Systeme

Sonderschau in Dresden zeigt die sächsischen Wurzeln des Kinderhelden Dresden, 28. November 2019. Er war Sachse und Preuße gleichermaßen, einer der wenigen dauererfolgreichen Exportschlager der DDR und ein ganz großer Abenteurer: Der kleine Schlingel ist zu Rapunzel in den Turm geklettert, hat das ostdeutsche Luftfahrtprogramm angekurbelt, ist mit seinem Zauberkoffer in den Palast von Scheherazade eingeschwebt und hat die erste Kinderferienstation im All besucht. Seit Neuestem wohnt er in einen Turm über den Wolken und schaltet gelegentlich die Sonne aus. Gerade feiert er seinen 60. Geburtstag – und sieht dennoch aus, als würde er mit jedem Jahr jünger statt älter. Die Rede ist vom Sandmann, der Generationen von Kindern in Ost und West allabendlich mit magischem Schlafsand ins Reich der Träume geschickt hat.

Die Vorderseite des nun zurückgekauften gestohlenen Goldmedaillons aus dem Sophienschatz. Foto: Stadtmuseum Dresden

Parallele zum Juwelenraub im Grünen Gewölbe: Sophienschatz-Raub bis heute ungeklärt

Schmuckstücke waren 1977 nur schwach im Stadtmuseum Dresden gesichert Dresden, 25. November 2019.. Der Juwelenraub am Montag im Grünen Gewölbe weckt bei vielen Dresdnern zweifellos Erinnerungen an einen anderen großen Kunstraub in der Stadtgeschichte: Am 20. September 1977 brachen Unbekannte in das Stadtmuseum ein und stahlen den unzureichend gesicherten Sophienschatz. Bis heute ist dieser spektakuläre Coup unaufgeklärt.

In "Time Bomb" spielen vier Menschen mit- und gegeneinander - jeder mit Eingabegeräten aus anderen Computerepochen: mit Tastatur, Oszillator oder Konsolen-Pad zum Beispiel. Für ihr ineraktives Exponat bekamen Severin Engert, Remke Albrecht, Felix Meyer und Constantin Amend einen MB21-Preis verliehen. Abb.: Bildschirmfoto aus der Videolaudatio (MB21)

MB21-Sieger stehen fest: Zeitbombe im Retro-Stil und Musikbilder von der KI

Preisträger im Jugend-Medienwettbewerb in Dresden prämiert Dresden, 24. November 2019. Ein Computerspiel von und für Kinder, eine Zeitreise durch die Informatikgeschichte im Stile des Spieleklassikers „Bomberman“ und andere herausragende Multimedia-Arbeiten haben beim bundesweiten Jugendmedien-Wettbewerb „MB21“ in Dresden gewonnen. Die jüngsten Preisträger sind gerade erst in die Schule gekommen, die ältesten sind bereits Studenten. Das geht aus den Laudationes der MB21-Jury hervor. Die Jury hatte die Sieger an diesem Wochenende während des Medienfestivals 2019 in den Technischen Sammlungen Dresden bekannt gegegeben.

Auch Spiele in virtuellen Realitäten (VR) sind eine Attraktion bem Medienfestival in Dresden. Foto: Spindler für das Medienkulturzentrum Dresden

Influencer, Videogurus und Zensoren: Jugend-Medienfestival in Dresden

Retrospiele, Musik-Kurse und eine bunte Medienwelt erwarten die Besucher in den Technischen Sammlungen Dresden, 19. November 2019. Kann ich mein Kind gegen „Influencer“, also Beeinflusser aus dem Internet, impfen? Welche Software brauche ich, um ein schickes Video zu schneiden oder Musik zu mixen? Wie schätzt die „Freiwillige Selbstkontrolle“ (FSK) eigentlich ein, welcher Film für junge Menschen geeignet oder ungeeignet ist? Diese und weitere Fragen können die Besucher des „Medienfestivals 2019“ am 23. und 24. November in Dresden mit Experten diskutieren. Das haben die Organisatoren vom Medienkulturzentrum Dresden versprochen.

Auch ein illustrierter Abriss der Kunstgeschichte findet sich in der App. Abb.: SKD

App „Artomat“ hilft, weise über Kunstwerke zu reflektieren

Experten aus Dresden und Usti wollen, dass jeder lernt, „Kunst zu sehen und zu entdecken“ Dresden/ Ústí nad Labem, 15. November 2019. Wer schon immer bei Partys oder Vernissagen mit pointiert-schöngeistigen Sentenzen brillieren wollte, statt dessen aber vor Gemälden oder abstrakten Skulpturen meist ins Stottern kommt, sollte mal die neue App „Artomat“ ausprobieren. Mit dem Programm für iPhones und iPads wollen Experten aus Dresden und Prag auch Laien zu selbstbewussten Kunstkennern voll greifbarer Assoziationen machen.

Garage aus einer Garagengemeinschaft, wie es sich überall in der DDR gab. Foto: Theo Thiesmeier

DDR-Garagengemeinschaften – eine Welt für sich

Technischen Sammlungen Dresden zeigen Fotos von Theo Thiesmeier Dresden, 16. Oktober 2019. Eine fotografische Langzeitstudie „einer verschwindenden Spezies von Alltagsarchitektur“ der DDR ist in den Technischen Sammlungen Dresden, Junghansstraße 1, zu sehen: „Garagengemeinschaften“ ist die Ausstellung mit Fotos von Theo Thiesmeier betitelt. Im Fokus: individuelle Bauformen und die Rolle der Garagengemeinschaften als Ort der Geselligkeit.

Die Entwicklung von Lara Croft aus der Spielereihe "Tomb Raider" in den Technischen Sammlungen Dresden, Sonderausstellung "Schöne neue Cyberwelt? Computerspiele und Gesellschaft" Foto: Heiko Weckbrodt

Was macht die Cyberwelt aus uns?

Sonderschau über Computerspiele im Technikmuseum Dresden, 13. September 2019. Dass Spielen mehr ist als Kinderkram, vielmehr auch der Erwachsene ein „homo ludens“ ist, hat sich als Idee längst in den Köpfen festgesetzt. Doch umstritten sind und bleiben die Computerspiele: Den Einen sind sie Zeitverschwendung, eine Betonierung altmodischer Geschlechterrollen, wenn nicht gar Amok-fördernde Gewaltphantasien. Den Anderen sind sie eine Kunstform für sich, ein artifizieller Ort, um die Ärgernisse des Alltags zu vergessen und sich abzureagieren. Die Technischen Sammlungen Dresden haben diesem Phänomen nun eine Sonderausstellung gewidmet: Unter dem Titel „Schöne neue Cyberwelt? Computerspiele und Gesellschaft“, angelehnt an Aldous Huxleys dystopischen Roman „Schöne Neue Welt“ von 1932, lädt das Technikmuseum in Striesen zu einer Zeitreise durch 70 Jahre Videospiel ein. Bis zum 24. November können die Besucher dort Spieleklassiker wie „Pong“, „Doom“ oder Tetris“ zocken, mit studentischen Live-Spielern über das Für und Wider der Videospielerei diskutieren und die sächsischen Beiträge zum Genre erkunden.

Szenebild aus: Mały western/Der kleine Western, Witold Giersz, PL 1961, Bildrechte: Studio Miniatur Filmowych

Animierte Malerei im Technikmuseum Dresden

Sonderausstellung des Deutschen Instituts für Animationsfilm widmet sich der Fusion von Gemälden und Animationsfilm Dresden, 22. Juli 2019. Gemälde sind der Inbegriff des für immer in Öl erstarrten Augenblicks – Filme dagegen steht für die Ära der Bewegtbilder. Animationsfilmer wie Witold Giersz, Alexander Petrov und Jochen Kuhn haben beide Genres indes miteinander verbunden: Ihre „Öl-auf-Glas“-Animationen haben aber eine ganz eigene Bildsprache. Das „Deutsche Institut für Animationsfilm“ (DIAF) zeigt nun in einer Sonderausstellung in den Technischen Sammlungen Dresden die „Animierte Malerei – Gemälde als Filme“.

Kurator Dr. Ralf Pulla von den Technischen Sammlungen Dresden, in der von ihm kuratierten Ausstellung "Welt im Kasten: Foto – Kino – Video“. Hier steht er hinter einer frühen Fotokamera, deren Belichtungszeit so lange war, dass der Kopf der zu fotografierenden Menschen mit Stangen abgestützt wurde, um ein Verwackeln zu verhindern. Foto: Heiko Weckbrodt

Von der Camera Obscura über die Lomo bis zum Smartphone

Neue Sonderschau in den Technischen Sammlungen Dresden zeigt, wie der Mensch seine Realität fotografisch festzuhalten versucht. Dresden, 10. Juli 2019. Der Wunsch, den ach so flüchtigen Augenblick des Triumphes, der Liebe oder der Schmerzes für die Ewigkeit aufzubewahren, ist wohl so alt wie die Menschheit selbst: Davon zeugen die Höhlenmalereien in Lascaux ebenso wie der Wandteppich von Bayeux, der rasche Siegeszug der Daguerreotypien wie auch die allerorten gezückten Selfie-Smartphones unserer Zeit. Die “Technischen Sammlungen Dresden” (TSD) haben nun dem langen Weg von der Camera Obscura bis zur digitalen Bilderwelt eine neue, faszinierende Dauerausstellung gewidmet: „Welt im Kasten: Foto – Kino – Video“ zeigt Kameras, Projektoren, 3D-Filme und viele andere Exponate. Dabei haben die Museums-Modellbauer neben viele Schaustücke gleich noch Ausprobier-Experimente platziert.

Erzpriester Alexei Tomajak (links), Prof. Christoph Herm von der HfBK, Projektleiter Michael Kaliske von der TU Dresden und Prof. Björn Weiß vom Institut für Holztechnologie Dresden besprechen das Vorgehen an einer Abendmahls-Szene aus der Russ.-orthodoxen Gedächtniskirche aus Leipzig. Foto: Heiko Weckbrodt

Virtueller Crashtest für das Abendmahl

Forscher und Maler aus Dresden und Moskau wollen Ikonen mit Computerhilfe gegen den Klimawandel immunisieren Dresden/Moskau, 19. Juni 2019. Um Ikonen vor dem Klimatod zu bewahren, haben Dresdner Forscher und Moskauer Maler ein Bündnis geschlossen: Im Verbundprojekt „VirtEx“ wollen Hochtechnologie-Experten und Kunsthandwerker gemeinsam Computermodelle der religiösen Artefakte schaffen, um in die Kunstwerke virtuell hineinschauen zu können. So wollen sie Schwachpunkte in den teils Hunderte Jahre alten Gemälden finden. Durch virtuelle Austrockungsversuche, simulierte Nässeschäden und mechanische Stresstests an den „digitalen Zwillingen“ der Ikonen möchten sie dann Wege zur Rettung der Originale finden. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) hat den Dresdner Projektpartnern nun eine knappe halbe Million Euro Fördergeld für diesen innovativen Ansatz zugesagt.

Conrad Felixmüller, Otto Dix malt, 1920, Öl auf Leinwand, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, 1966 erworben durch das Land Berlin Foto: Neue Nationalgalerie / SMB, Andres Kilger, Rechteverwerter: VG Bild Kunst Bonn 2019

Expressionistische Sezession: Sonderschau in Dresden

Ausstellung widmet sich den der 1918 gegründeten Künstlergruppe um Felixmüller, Dix und Co. Dresden, 16. Juni 2019. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg, am 29. Januar 1919, spaltete sich die „Dresdner Sezession – Gruppe 1919“ vom offiziellen Kunstbetrieb der sächsischen Landeshauptstadt ab. Ähnlich wie die Begründer der „Brücke“ 14 Jahre zuvor wollten Conrad Felixmüller, Otto Dix, Lasar Segall und andere die Sezessions-Künstler neuen, expressionistischen Ausdrucksformen vor allem in der Malerei den Weg bereiten. Das Stadtmuseum Dresden widmet sich diesem kurzen Aufbruch nun eine Sonderausstellung.