Alle Artikel in: Kunst & Kultur

Künstlerische Aspekte von Technologie

Gender-Sprache ist umstritten. Montage: hw

Machtfragen – Sprachmacht?

Ein Gastkommentar zur „Gender“-Forderung an das Unijournal Ende September 2020 forderte die neue Rektorin der TU Dresden die Redaktion des Dresdner Universitätsjournals auf, künftig alle Texte im UJ zu „gendern“. Damit wurde der bisherige Einsatz der UJ-Kollegen für das generische Maskulinum und gegen Sprachverhunzung per Dekret gestoppt. Diese Vorschrift auf dem Wege der Anweisung von oben erinnert an DDR-Verhältnisse, in denen aus Gründen ideologischer Wunschbilder und machtpolitischer Vorstellungen in die Sprache eingegriffen wurde und das Denken auf Linie gebracht werden sollte.

Virtuelle Bühne nicht nur für pandemische Zeiten: Dreamstage. Abb.: Bildschirmfoto (hw) von Dreamstage

Jan Vogler & Co. richten virtuellen Konzertsaal „Dreamstage“ ein

Konzert-Streamingplattform aus New York und Dresden soll Musikern wie Musikfreunden nicht nur in Corona-Zeiten neue Chancen eröffnen. Dresden/New York, 25. September 2020. Mit „Dreamstage“ haben Künstler und Informationstechnologen aus Dresden und New York ein neues, virtuelles Konzerthaus für Klassik, Rock, Jazz und andere Rhythmen gegründet. Der Dresdner Cellist Jan Vogler, der frühere Sony-Musikmanager Thomas Hesse und der Ingenieur Scott Chasin möchten damit für pandemische Zeiten eine „Traumbühne“ etablieren, auf der Musikern selbst in Zeiten von Corona, Ausgangssperren und eingeschränktem Kulturbetrieb Live-Konzerte vor einem weltweiten Publikum geben können.

Die Dresdner Sinfoniker wollen Alphörner und andere Blasinstrumente für ein Konzert im Himmel über Prohlis platzieren. Foto: Therese Menzel für die Dresdner Sinfoniker

Himmel über Prohlis: Sinfoniker bespielen ganzen Stadtteil

Musiker erproben mit Alphörnern auf Hochhäusern neues Corona-Konzertformat Dresden, 7. Juni 2020. Die Dresdner Sinfoniker sind bekannt für ungewöhnliche Konzertideen. Mit einer musischen Idee der besonderen Art antworten sie nun auf Corona: Am 12. September blasen sie auf Alphörnern und anderen Blechinstrumenten von den Dächern von Dresden-Prohlis – und verwandeln das Plattenbau-Viertel in ein „fiktives Alpenpanorama“. Diese Konzert unter dem Titel “Der Himmel über Prohlis” hat Intendant Markus Rindt angekündigt.

Drei Ingenieure im Konstruktionsbüros des VEB Transformatoren- und Röntgenwerk an der Overbeckstraße in Dresden im Jahr 1963. Foto: Richard Peter junior, Slub, Fotothek für die Ausstellung "Dem Ingenieur ist nichts zu schwer", Repro: Christian Ruf

Dem Ingenieur ist nichts zu schwer

Das Buchmuseum der SLUB zeigt eine Ausstellung über Sachsens Hochschulen und ihre Bedeutung für die Industrialisierung des Landes Dresden, 3. August 2020. „Dem Ingenieur ist nichts zu schwör“ ist eine geflügelte Redensart und leicht ironischer Lobgesang auf deutschen Ingenieurgeist. Gerne wird der Spruch angeführt, um zu betonen: Mit der richtigen Technologie ist alles lösbar. Oder, in leichter Adaption von Obama, Merkel und Bob dem Baumeister: „Ja, wir schaffen das.“ Der heute so populäre, leicht spöttische Spruch geht übrigens auf das „Ingenieurlied“ von 1871 des dichtenden Maschinenbauers Heinrich Seidel zurück. Dort heißt es: „Dem Ingenieur ist nichts zu schwere / Er lacht und spricht: Wenn dieses nicht, so geht doch das!“ Die sächsische Landes- und Uni-Bibliothek (Slub) widmet nun dem Ingenieur, seiner Ausbildung und seiner Rolle im Aufstieg Sachsens zum Industrieland eine Sonderausstellung “Dem Ingenieur ist nichts zu schwer”.

Barocke Ledertapeten im Schloss Moritzburg. Foto: Thomas Löther für das IDK

Forscher untersuchen Klimawandel-Schäden an Kulturgut in Moritzburg

Hitze reißt alte Ledertapeten auf – Wissenschaftler aus Bamberg und Dresden starten Studie an 3 Fallbeispielen Moritzburg/Bamberg/Dresden, 30. Juli 2020. Wissenschaftler der Uni Bamberg wollen die Hitze-Schäden untersuchen, die der Klimawandel im Schloss Moritzburg und an anderen Kulturgütern in Deutschland anrichtet. Das hat die Universität nun angekündigt.

Roland Schwarz, Direktor der Technischen Sammlungen Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Wenn Corona den Urlaub streicht, starten die Raketen

Technische Sammlungen Dresden locken mit Quanten, Klimawandel und 5G-Debatten Dresden, 5. Juni 2020. Direktor Roland Schwarz rechnet auch nach der Corona-Zwangspause mit deutlich weniger Besuchern in den Technischen Sammlungen Dresden (TSD) als früher üblich. Er will aber mit neuen Attraktionen gegensteuern und dabei auch heiß diskutierte Themen wie Klimawandel und 5G-Angst aufgreifen.

Architektin Anapuma Kundoo setzte 2010 für das "Volontariat Home" für obdachlose Kinder in Pondicherry alte persische Lehmbautechniken ein. Dabei wird das Gebäude selbst zum Brennofen und zum Materialproduzenten. Foto: Andres Herzog

Stadtumbau-Schau in Dresden: Planet auf der Intensivstation

Technikmuseum zeigt 21 Lösungen für das 21. Jahrhundert Dresden, 3. Juni 2020. Was können ein paar Inder schon machen, wenn sie sich um obdachlose Kinder kümmern wollen, aber nicht das Geld haben, um ein Kinderheim zu bauen? Oder brasilianische Betonwüstenbewohner, die sich für ihr Viertel ein Kulturzentrum für alle wünschen, aber kein Investor den vergammelten Einkaufstempel vor ihrer Nase anpacken will? Selbst für scheinbar aussichtslose Wünsche finden sich oft genug doch Lösungen, wenn Architekten, Ingenieure, Spender und Anwohner den kreativen Ideen auch Taten folgen lassen. Davon ist Direktorin Angelika Fitz vom Architekturzentrum Wien schon lange überzeugt. Drei Jahre lange haben sie und ihrer Mitstreiter auf allen Kontinenten nach Antworten auf die Herausforderungen gesucht, vor denen Mensch und Planet im 21. Jahrhundert stehen. 21 Beispiele haben die Österreicher gefunden und zeigen sie ab dem 9. Juni 2020 in der Wanderausstellung „Critical Care – Architektur für einen Planeten in der Krise“ in den „Technischen Sammlungen Dresden“ (TSD).

Bespielte Congas. Thermographie: Heribert Schindler und Fraunhofer-IFAM Dresden

Fraunhofer Dresden macht Hitze der Musik sichtbar

Die Berliner Philharmoniker machen im Konzert ihre Instrumente ordentlich heiß, haben Material-Forscher mit ihren Infrarot-Kameras herausgefunden Dresden/Berlin, 22. April 2020. Wenn die Corona-Viren schon die Menschen abhalten, in schicker Garderobe ins Konzert zu gehen und die akustischen Schwingungen aus dem Orchester am eigenen Leibe zu spüren, muss eben Technologie für ungewöhnliche musisch-energetische Einblicke sorgen. Deshalb haben sich die Berliner Philharmoniker und Dresdner Fraunhofer-Experten bei einem gemeinsamen Sonntags-Kaffee zu einer heißen Serie verabredet: Die Musiker spielen und die Wissenschaftler visualisieren die thermische Inbrunst, mit der die Philharmoniker ihre Violinen, Posaunen und anderen Instrumente im Konzert beherrschen.

Bildschirmfoto von der Startseite von Medici.tv (Screenshot: Heiko Weckbrodt)

Klassikmusik-Dienst „Medici.tv“ nun gratis für Dresdner Leser

Mit städtischem Bibo-Ausweis lassen sich die Opern-, Konzert- und Ballettströme nun gratis ansehen Dresden, 2. Januar 2020. Klassikmusik-Freunde mit Bibliotheksausweis haben ab sofort Zugriff auf den Streaming-Dienst „Medici.tv“, der zahlreiche Oper-, Ballett- und Konzertaufführungen als Videos bereithält. Auch Dokumentationen rund um die Welt der klassischen Musik sind dort abrufbar. Registrierte Leser der Städtischen Bibliotheken Dresden können diesen Dienst ab dem 2. Januar 2020 gratis nutzen. Das hat die Bibliotheken-Direktion nun mitgeteilt.

Die Deutsche Fotothek hat inzwischen viele ihrer Bilder digitalisiert. Die Archivare wollen die Fotos und Gemälde dadurch einfacher für die Öffentlichkeit zugänglich machen und sie für die Nachwelt sichern. Abb.: Bildschirmfoto

Fotoinstitut in Düsseldorf statt Dresden

Bund setzt nun doch auf zentrale Lösung für Kulturgut-Erhalt. Der Chef der Deutschen Fotothek in Dresden sieht darin eine überraschende Wendung. Dresden, 9. Dezember 2019. Bei der Deutschen Fotothek in Dresden hat die Entscheidung des Bundes, ein „Deutsches Fotoinstitut“ in Düsseldorf anzusiedeln, für Überraschung gesorgt. Eigentlich habe das Bundeskulturministerium zunächst eine Studie über die Zukunft der Fotoarchive in Deutschland in Auftrag gegeben, die erst 2020 vorliegen sollte, berichtete Fotothek-Leiter Jens Bove. „Erstaunlich und wirklich überraschend ist, dass über einen Neubau und über die Standortfrage entschieden worden ist, bevor die vom BKM beauftragte Studie überhaupt vorliegt“, schätzte er auf Oiger-Anfrage ein.

Ab diesen Spielzeug-Giraffen fällt sofort das auf Ellipsen reduzierte Design auf, das Jahrzehnte später in frühen 3D-Computzerspielen wie "Little Big Adventure" wieder auftauchte. Foto: Sebastian Köpcke / Volker Weinhold, ZOO MOCKBA

„Leningrader Plastiktiere“: Sonderschau über sowjetische Spielzeugindustrie in Dresden

In Dresdens Partnerstadt fanden einst der „Zukunftswerkstoff“ Plaste und eine neue Formsprache zueinander Dresden, 30. November 2019. Plaste gilt heute vielen umweltbewegten Menschen als Ozeanvermüller und schändliche Massenvernichtungswaffe. Doch in den 1950ern und 60ern war das noch ganz anders. Da wurden Plaste & Co. als der Werkstoff gehandelt, aus dem die Zukunft gemacht ist. Dieses Fortschrittsmaterial griff auch eine junge Generation Leningrader Künstler und Produktgestalter auf, die nach dem II. Weltkrieg mithalf, eine eigene sowjetische Spielzeugindustrie aufzubauen. Die von ihnen entworfenen Bären, Affen und anderen Spieltiere waren aus Zelluloid, Polyethylen und ähnlichen Kunststoffen gemacht .—in einem modernen elliptoiden Design. Das Stadtmuseum Dresden widmet diesen sowjetischen Spielzeugen mit ihrer eigenen Form- und Materialsprache nun eine Sonderausstellung: „Leningrader Plastiktiere“ ist ab heute bis zum 1. März 2020 zu sehen.

Nun lass mal Dein Haar herunter, Rapunzel? Der Sandmann klettert auch gerne mal. Foto (freigestellt): Heiko Weckbrodt

Der Sandmann im Wettlauf der Systeme

Sonderschau in Dresden zeigt die sächsischen Wurzeln des Kinderhelden Dresden, 28. November 2019. Er war Sachse und Preuße gleichermaßen, einer der wenigen dauererfolgreichen Exportschlager der DDR und ein ganz großer Abenteurer: Der kleine Schlingel ist zu Rapunzel in den Turm geklettert, hat das ostdeutsche Luftfahrtprogramm angekurbelt, ist mit seinem Zauberkoffer in den Palast von Scheherazade eingeschwebt und hat die erste Kinderferienstation im All besucht. Seit Neuestem wohnt er in einen Turm über den Wolken und schaltet gelegentlich die Sonne aus. Gerade feiert er seinen 60. Geburtstag – und sieht dennoch aus, als würde er mit jedem Jahr jünger statt älter. Die Rede ist vom Sandmann, der Generationen von Kindern in Ost und West allabendlich mit magischem Schlafsand ins Reich der Träume geschickt hat.

Die Vorderseite des nun zurückgekauften gestohlenen Goldmedaillons aus dem Sophienschatz. Foto: Stadtmuseum Dresden

Parallele zum Juwelenraub im Grünen Gewölbe: Sophienschatz-Raub bis heute ungeklärt

Schmuckstücke waren 1977 nur schwach im Stadtmuseum Dresden gesichert Dresden, 25. November 2019.. Der Juwelenraub am Montag im Grünen Gewölbe weckt bei vielen Dresdnern zweifellos Erinnerungen an einen anderen großen Kunstraub in der Stadtgeschichte: Am 20. September 1977 brachen Unbekannte in das Stadtmuseum ein und stahlen den unzureichend gesicherten Sophienschatz. Bis heute ist dieser spektakuläre Coup unaufgeklärt.

In "Time Bomb" spielen vier Menschen mit- und gegeneinander - jeder mit Eingabegeräten aus anderen Computerepochen: mit Tastatur, Oszillator oder Konsolen-Pad zum Beispiel. Für ihr ineraktives Exponat bekamen Severin Engert, Remke Albrecht, Felix Meyer und Constantin Amend einen MB21-Preis verliehen. Abb.: Bildschirmfoto aus der Videolaudatio (MB21)

MB21-Sieger stehen fest: Zeitbombe im Retro-Stil und Musikbilder von der KI

Preisträger im Jugend-Medienwettbewerb in Dresden prämiert Dresden, 24. November 2019. Ein Computerspiel von und für Kinder, eine Zeitreise durch die Informatikgeschichte im Stile des Spieleklassikers „Bomberman“ und andere herausragende Multimedia-Arbeiten haben beim bundesweiten Jugendmedien-Wettbewerb „MB21“ in Dresden gewonnen. Die jüngsten Preisträger sind gerade erst in die Schule gekommen, die ältesten sind bereits Studenten. Das geht aus den Laudationes der MB21-Jury hervor. Die Jury hatte die Sieger an diesem Wochenende während des Medienfestivals 2019 in den Technischen Sammlungen Dresden bekannt gegegeben.