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Retterin aus Knete und die Abenteuer-Melone: MB21-Gewinner gekürt

Auch das Murmelspiel "Marble Run" gehört zu den Finalisten im Wettbewerb um den Deutschen Multimediapreis mb21. Foto: Heiko Weckbrodt
Auch das Murmelspiel „Marble Run“ gehört zu den Finalisten im Wettbewerb um den Deutschen Multimediapreis mb21. Foto: Heiko Weckbrodt

Medienfestival in Dresden lädt Besucher zum Mitmachen ein

Dresden, 13. November 2022. Ein kleiner Hase erkennt seine Berufung als Osterhase, ein Stück Zwieback wird zu einem Stück Heimart in der Ferne, eine kleine Melone geht auf Reisen und ein Knetemädchen rettet ein Einhorn: Mit 15 Hauptpreisen und Auszeichnungen im Wert von insgesamt 11.000 Euro hat eine Fachjury am Samstagabend herausragende Trickfilme und Videos, besonders einfallsreiche Internetseiten und Spiele sowie multimediale Installationen von jungen Kreativen aus ganz Deutschland geehrt. Zum Finale des diesjährigen Wettbewerbs „Deutscher Multimediapreis mb21“ können sich Besucher der „Technischen Sammlungen Dresden“ (TSD) bei einem „Medienfestival“ am 12. und 13. November 2022 selbst ein Bild davon machen, welche digitalen und hybriden Werke bereits Kinder und Jugendliche vollbringen.

Schmuck basteln aus Elektronikschrott. Foto: Heiko Weckbrodt
Schmuck basteln aus Elektronikschrott. Foto: Heiko Weckbrodt

Roboterbasteln im Keller

Und bei diesem Festival können die TSD-Gäste auch selbst kreativ werden: Unten im Keller der ehemaligen Kamerafabrik dürfen sie beispielsweise Roboter basteln, aus Elektronikschrott cyberpunkigen Schmuck designen und kleine Kunstwerke im 3D-Drucker erschaffen. In den darüber liegenden Etagen warten Siebdruckereien, Retro-Videospiele, Besuche in virtuellen Puppenspielen und Filme auf die Besucher – und natürlich lassen sich auch jene Wettbewerbs-Exponate ausprobieren, die es bis in die Endrunde geschafft haben.

Océane Mirschel aus Dresden bekam eine Auszeichnung für ihren Trickfilm "Die Forschungsreisende". Foto: Steffen Haas für mb21
Océane Mirschel aus Dresden bekam eine Auszeichnung für ihren Trickfilm „Die Forschungsreisende“. Foto: Steffen Haas für mb21

Zehnjährige Dresdnerin für Trickfilm ausgezeichnet

Besonders gefallen haben uns das „Machwerk“ mit den Elektronikschrottbasteleien, das hybride Murmelspiel „Marble Run“ und die Annäherungsversuche an das ambivalente Thema „Heimat“. Sehr zu Recht vergab die Jury übrigens auch eine Anerkennung an den Clip der gerade mal zehnjährigen Dresdner Schülerin Océane Mirschél, die ihre junge „Forschungsreisende“ aus Knetmasse in ein aufwendig animiertes Stop-Motion-Abenteuer geschickt hat: „Die Jurymitglieder lobten insbesondere die Detailarbeit und Eigenleistung des jungen Medientalentes bei der Erstellung des Films“, berichten die Wettbewerbsorganisatoren vom „Deutsches Kinder- und Jugendfilmzentrum“ (KJF) Remscheid und vom Medienkulturzentrum Dresden. „Die Szenen der Legetrickproduktion hat Océane akribisch gezeichnet, geknetet, ausgeschnitten und bewegt. Die von der Dresdner Filmemacherin eigenhändig am Klavier eingespielte Filmmusik rundet das Projekt dabei vollends ab.“

Video "Die Forschungsreisende" (J. L. Océane Mirschél):

Wer sich selbst noch ein Bild von den vielen Facetten jungen Medienschaffens in Deutschland machen will, hat heute noch die Chance dazu: Das Technikmuseum in Dresden-Striesen ist noch bis 18 Uhr für Besucher des Medienfestivals geöffnet.

Artefakte aus dem 3D-Drucker. Foto: Heiko Weckbrodt
Artefakte aus dem 3D-Drucker. Foto: Heiko Weckbrodt

Kurzinfos für Festival-Besucher:

Medienfestival 2022 in den Technischen Sammlungen Dresden, Junghansstraße 1, Sa. u. So. (12. u. 23. November 2022) 10-18 Uhr, Eintritt: 5 Euro, 4-18-Jöhrige: zwei Euro, Kinder bis 4 Jahre: gratis, mehr Infos zum Programm gibt es hier:beim mkz und Infos zum Veranstaltungsort hier: tsd.de

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Vor-Ort-Besuch, MB21, KJF

Leuchtdame mit VR-Brille. Foto: Heiko Weckbrodt
Leuchtdame mit VR-Brille. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Preisträger der Deutschen Multimedia-Preise 2022:

Altersgruppe bis 10 Jahre:

  • Wie der Hase zum Osterhasen wurde
  • Die Forschungsreisende
  • Achtung im Straßenverkehr

Altersgruppe 11-15 Jahre:

  • Mini-Juniorcampus #heimat
  • WIR SIND RADIO AKTIV

Altersgruppe 16-20 Jahre:

  • Klub der Gewinner
  • The Adventures of Melon
  • MOKO

Altersgruppe 21-25 Jahre:

  • Heimkommen aus der Heimat
  • FITT’s LAB
  • Faced. Meet your Bias

Sonderkategorien:

  • Confessions of the Disobedient
  • Art poetry animation
  • EduBreakout

Mehr Infos dazu hier im Netz

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger