Alle Artikel in: Leichtbau

Die TU-Ausgründung Anybrid hat Roboter im Leichtbau-Validierungszentrum Leiv in Dresden mit ihren mobilen Spritzgießmaschinen ausgestattet. Die C-förmigen roten Spritzgießer sind besonders leicht konstruiert. Foto: Heiko Weckbrodt

Autofabrik-Roboter lernt spritzgießen

Dresdner Uni-Ausgründung baut mobile Mini-Spritzgießmaschine, die sich direkt an Roboterarme andocken lässt Dresden, 23. Juni 2022. Klassische Spritzgießanlagen mögen unermüdliche Maschinen sein, die Kunststoffbauteile aller Art in Tausender-, ja Millionenstückzahlen herstellen. Allerdings sind sie meist schwer und sperrig und lassen sich daher zum Beispiel nicht organisch in die schnell getakteten Produktionslinen der Autofabriken integrieren. Eine noch junge Ausgründung des Dresdner Leichtbauinstituts ILK schickt sich aber an, das zu ändern: Das vierköpfige „Anybrid“-Team um Dr. Michael Krahl hat eine mobile Spritzgießmaschine entwickelt, die so leicht ist, dass sie sich sogar an einen Roboterarm direkt anmontieren lässt.

Das elektrische EQ-Modell von Mercedes. Foto: Heiko Weckbrodt Deutsche Accumotive / Daimler Kamenz

Mercedes will wiederverwertbare Elektroauto-Gehäuse

Schwaben entwickeln mit Partnern aus Sachsen leichte Hybridgehäuse für künftige Stromer Dresden/Stuttgart, 17. Juni 2022. Der Umstieg der deutschen Autoindustrie auf Stromer zieht nicht nur viel Forschungsarbeit an besseren Elektromotoren und Akkus nach sich, sondern bringt auch im Detail viele neue Konstruktionsprinzipien mit sich: Gefragt sind besonders leichte Komponenten, die zwar weniger mechanisch belastet werden, dafür aber elektromagnetische Abschirmungen enthalten müssen und dergleichen mehr. Mercedes will nun gemeinsam mit Instituten aus Sachsen und Schwaben eine neue Generation von Elektroauto-Gehäusen entwickeln, die all diese neuen Anforderungen erfüllen – und zugleich am „Lebensende“ des Stromers einfach wiederverwertbar sind. Das geht aus einer Mitteilung des „Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik“ (ILK) der TU Dresden hervor, das in das Vorhaben seine besondere Expertise im Kreislauf-Leichtbau einbringt.

Autos und Autobauteile aus Carbon und anderen Leichtbaumaterialen sind eine Spezialität des ILK. Foto: Heiko Weckbrodt

Leichtbau-Schub in Sachsen

Dresdner Uni richtet neues Leiv-Zentrum ein, das Leichtbau als Kreislaufprozess breit in die Industrie etablieren soll Dresden, 14. Juni 2022. Um energie- und materialsparenden Leichtbau viel stärker als bisher in der Industrie zu verbreiten, hat die Technische Universität Dresden (TUD) heute ein nationales Leichbau-Validierungszentrum (Leiv) in Betrieb genommen. In der neuen Werkhalle an der Zwickauer Straße wollen 150 Ingenieure und Forscher gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft vernetzte und besonders ressourcensparende Fertigungsprozesse und Leichtbau-Innovationen praxisnah erproben.

Das Leichtbau-Elektroauto "InEco" vor eine Hochspannungs-Testpilz an der TU Dresden. Foto: TUD

Neues Leichtbauzentrum entsteht in Dresden

LEIV soll der Industrie eine umweltneutrale Produktion vormachen Dresden, 25. Mai 2022. Um den Transfer neuer Leichtbau-Innovationen aus der Forschung in die industrielle Praxis zu beschleunigen, öffnet die TU Dresden um Juni 2022 ein „Nationales Leichtbau-Validierungszentrum“ (LEIV). Die Wissenschaftler hatten dafür seit 2020 in den Universellen Werken Dresden die benötigten Basisinfrastrukturen aufgebaut.

Ohne einen Porsche lässt es isch nur extrem schwer forschen. Foto: Porsche AG

Fupro statt Alu: Porsche will Metall durch Kunststoff ersetzen

Spritzgießmaschinen vom Leichtbauinstitut Dresden sollen Cockit-Träger für Sportautos erzeugen – und Abfälle gleich wieder einkassieren Dresden/Stuttgart, 4. Mai 2022. Um die Umwelt zu schonen und Kosten zu sparen, will Porsche die Cockpits in vielen seiner Autos künftig nicht mehr mit Alu-Magnesium-Gerüsten aufhängen, sondern mit „funktionalisierten Faserverbund-Hohlprofilen“ (Fupro), die sich später leicht wiederverwerten lassen. Für die Entwicklung greifen die Schwaben unter anderem auf die Expertise sächsischer Leichtbauer zurück. Das geht aus einer Mitteilung vom „Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik“ (ILK) der TU Dresden hervor.

Prof. Manfred Curbach steht neben einer Treppe und einem Muster, die zeigen, wie dünn und doch stabil mit Carbonbeton gebaut werden kann. Foto: Heiko Weckbrodt

Weltweit erstes Karbonbeton-Haus in Dresden im Herbst 22 fertig

Betonverbrauch soll sich durch neuen Leichtbaustoff halbieren Dresden, 3. Februar 2022. Das weltweit erste Carbonbetonhaus ist nun in Dresden rohbaufertig und soll im September 2022 fertig sein. Die Bauingenieure um Prof. Manfred Curbach von der TU Dresden wollen damit den Beweis antreten, das ihr neues Leichbaumaterial praxistauglich ist, ganz neue Architekturentwürfe zulässt – und das zu ähnlichen Kosten wie Stahlbeton. Vor allem aber soll der mit Stäben und Netzen aus Kohlenstofffasern bewehrte Beton eine ökologische Revolution in der Bauwirtschaft auslösen.

Das Luftbild zeigt frühere Arbeiten an der Carbonbetonbrücke für die Staatsstraße 111 bei Wurschen. Foto: Stefan Gröschel, IMB, TU Dresden

Sachsen gibt erste Carbonbeton-Brücke frei

Langlebig und rostfrei: Leichtbauwerk soll Umweltbilanz im Brückenbau stark verbessern Dresden/Wurschen, 22. Dezember 2021. Sachsen hat heute seine erste Straßenbrücke aus dem neuen Leichtbausmaterial Carbonbeton freigegeben. Das hat das sächsische Wirtschaftsministerium mitgeteilt. Die Brücke ersetzt ein Stahlbetonbauwerk aus dem Jahr 1934, das früher das Kuppritzer Wasser bei Wurschen im Landkreis Bautzen überspannt hatte. Der vor allem an der TU Dresden entwickelte Carbonbeton soll für eine rostfreie Brücke mit sehr hoher Lebensdauer sorgen, Material sparen und zu einem umweltbewussten neuen Bauen beitragen.

Die Visualisierung zeigt eine Stadler-Straßenbahn. Visualisierung: Stadlerrail

Dresdner Flugzeugwerft baut Straßenbahn-Geschäft aus

Sachsen beliefern Schweizer Stadler mit Leichtbau-Platten Dresden/Bussnang, 30. September 2021. Die „Elbe Flugzeugwerke“ (EFW) in Dresden haben einen neuen Auftrag für den Straßenbahn-Bau an Land gezogen: Die Sachsen sollen besonders leichte und langlebige Fußbodenplatten für die Schweizer „Stadler Rail AG“ aus Bussnang liefern. Die damit gebauten Straßenbahnen sind voraussichtlich ab Mitte 2023 für die HEAG Darmstadt unterwegs. Das geht aus einer EFW-Mitteilung hervor.

Neues Leichtbaumaterial mit Potenzial: Spezialisten setzen auf der "Cube"-Baustelle in Dresden die dünnen Wände für das weltweit erste Carbonbetonhaus. Foto: Maximilian Krämer für C³

Potenzialanalyse: Carbonbeton verändert Spielregeln für das Bauwesen

Handelshochschule Leipzig untersucht ökologische Chancen des neuen Leichtbaumaterials aus Dresden Leipzig/Dresden, 31. Juli 2021. Mit Carbonbeton kann schöner, umweltfreundlicher und schneller gebaut werden. Zu dieser Folgerung sind Studenten der Handelshochschule Leipzig (HHL) in einer Potenzialanalyse gekommen. „Aus unserer Sicht kann Carbonbeton einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem, klimafreundlichem Bauen leisten“, betonte Professor Henning Zülch vom HHL-Lehrstuhls für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung. „Der Baustoff hat das Potenzial zu einem echten Game-Changer in der aktuellen Debatte rund um Klimaschutz und Smart Cities.“

Carbonnetze ersetzen Stahl als Beton-Bewehrung. Im Hintergrund ist das entstehende Carbonbetonhaus "Cube" in Dresden zu sehen. Foto: Heiko Weckbrodt

„Carbonbeton ist der Megatrend des 21. Jahrhunderts“

Neues leitfähiges Leichtbaumaterial soll künftig auch Parkplätze im Winter eisfrei halten Dresden, 29. Juli 2021. Der neue Baustoff „Carbonbeton“ aus Dresden ermöglicht nicht nur besonders grazile Architekturen, sondern beherrscht aus sich heraus auch viele andere Raffinessen, die bisher nur mit aufwendigen Zusatzinstallationen realisierbar waren. Darauf haben Experten der TU Dresden hingewiesen. In Zukunft wird demnach das neue Leichtbaumaterial zum Beispiel ganze Wände in Heizungen verwandeln, aber auch Parkplätze und Flughafenflächen im Winter eisfrei halten. Denn statt Stahl enthält das Carbonbeton dünne Kohlenstoff-Fasernetze. Die sind nicht nur stabil, sondern auch leitfähig, und daher als Heizelemente und elektrische Leitungen nutzbar. Dadurch wird der Baustoff selbst zur Heizung und zum Stromnetz. Auch deshalb glaubt Frank Schladitz vom Bauforschungsverbund „C³ – Carbon Concrete Composite“ fest an das noch junge Leichtbaumaterial: „Carbonbeton ist der Megatrend des 21. Jahrhunderts im Bauwesen“, ist er überzeugt.

Merge-Forscher Dr. Roman Rinberg von der TU Chemnitz platiert Markierungen für eine 3D-Messung der Mikrosandwich-Kartentasche. Foto: Jacob Müller für die TU Chemnitz

Alte Plasteflaschen enden als Mercedes-Hutablage

TU Chemnitz entwickelt leichte Sandwich-Bauteile für den Fahrzeugkonzern Chemnitz, 21. Juni 2021. Alte Plasteflaschen fristen künftig ein zweites Leben als Luxusauto – oder zumindest als ein Teil davon. Leichtbau-Ingenieure der Uni Chemnitz haben nun nämlich gemeinsam mit Daimler Benz besonders leichte Sandwich-Bauteile entwickelt, deren Schaumkern aus wiederverwertetem Polyethylen-Terephthalat (PET) besteht. Das hat die TU Chemnitz nun mitgeteilt.

Für die Remstal-Gartenschau 2019 wuchs dieser bionische Holzturm in der Gemeinde Urbach in in Baden-Württemberg. Die Holzpanele des 14 Meter hohen Turm haben sich selbst in ihre markante Form gebracht. Dabei nutzten die "Turmpflanzer" das natürliche Quellen und Schwinden von Holz bei unterschiedlichem Feuchtigkeitsgehalt. Die Technologie dafür hatten die Universität Stuttgart, die ETH Zürich und das Schweizer Holzunternehmen "Blumer-Lehmann" gemeinsam entwickelt. Foto: Blumer-Lehmann

Die Renaissance von Holz und Papier

TU-Professor Wagenführ: Um die Bioökonomie auszubauen, müssen wir uns auch auf naturnahe Werkstoffe rückbesinnen Dresden, 22. April 2021. Die weltweit neu entflammte Diskussion um eine neue Wirtschaftsweise, die umweltfreundlicher, weniger invasiv und effizienter funktioniert als die heutige, führt auch zu einer Rückbesinnung auf naturnahe Werkstoffe, die viele Industriezweige wie etwa Automobilbau oder Luftfahrt eigentlich längst abgeschrieben hatten. „Wenn Deutschland seine Klimaziele erreichen, nachhaltiger wirtschaften und in die Bioökonomie einsteigen will, brauchen wir Holz und Papier“, ist Prof. André Wagenführ überzeugt, der an der Technischen Universität Dresden (TUD) den Lehrstuhl für Holztechnik und Faserwerkstofftechnik leitet. Und er sieht in einer „holzbasierten Bioökonomie“ viele Entwicklungsperspektiven: „Diese Branche ist durch ganz bemerkenswerte Innovationen getrieben“, betont er.

So etwa soll der verglaste Präsentationsraum des Karbon-Cube in Dresden bei Nacht wirken. Visualisierung: TUD-Institut für Massivbau

Größer Carbonbeton-Verband entsteht in Dresden

C3-Verein und Tudalit fusionieren in Dresden Dresden, 15. März 2021. In Dresden entsteht der – nach eigenen Angaben – weltweit größte Industrie- und Forschungsverband für Carbonbeton durch die Fusion des „C³ – Carbon Concrete Composite e. V.“ und des „Tudalit e. V.“. Das haben die Mitgliederversammlungen beider Vereine nun beschlossen, teilte der C³ mit.