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Neues Leichtbaumaterial mit Potenzial: Spezialisten setzen auf der "Cube"-Baustelle in Dresden die dünnen Wände für das weltweit erste Carbonbetonhaus. Foto: Maximilian Krämer für C³

Potenzialanalyse: Carbonbeton verändert Spielregeln für das Bauwesen

Handelshochschule Leipzig untersucht ökologische Chancen des neuen Leichtbaumaterials aus Dresden Leipzig/Dresden, 31. Juli 2021. Mit Carbonbeton kann schöner, umweltfreundlicher und schneller gebaut werden. Zu dieser Folgerung sind Studenten der Handelshochschule Leipzig (HHL) in einer Potenzialanalyse gekommen. „Aus unserer Sicht kann Carbonbeton einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem, klimafreundlichem Bauen leisten“, betonte Professor Henning Zülch vom HHL-Lehrstuhls für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung. „Der Baustoff hat das Potenzial zu einem echten Game-Changer in der aktuellen Debatte rund um Klimaschutz und Smart Cities.“

Carbonnetze ersetzen Stahl als Beton-Bewehrung. Im Hintergrund ist das entstehende Carbonbetonhaus "Cube" in Dresden zu sehen. Foto: Heiko Weckbrodt

„Carbonbeton ist der Megatrend des 21. Jahrhunderts“

Neues leitfähiges Leichtbaumaterial soll künftig auch Parkplätze im Winter eisfrei halten Dresden, 29. Juli 2021. Der neue Baustoff “Carbonbeton” aus Dresden ermöglicht nicht nur besonders grazile Architekturen, sondern beherrscht aus sich heraus auch viele andere Raffinessen, die bisher nur mit aufwendigen Zusatzinstallationen realisierbar waren. Darauf haben Experten der TU Dresden hingewiesen. In Zukunft wird demnach das neue Leichtbaumaterial zum Beispiel ganze Wände in Heizungen verwandeln, aber auch Parkplätze und Flughafenflächen im Winter eisfrei halten. Denn statt Stahl enthält das Carbonbeton dünne Kohlenstoff-Fasernetze. Die sind nicht nur stabil, sondern auch leitfähig, und daher als Heizelemente und elektrische Leitungen nutzbar. Dadurch wird der Baustoff selbst zur Heizung und zum Stromnetz. Auch deshalb glaubt Frank Schladitz vom Bauforschungsverbund „C³ – Carbon Concrete Composite“ fest an das noch junge Leichtbaumaterial: „Carbonbeton ist der Megatrend des 21. Jahrhunderts im Bauwesen“, ist er überzeugt.

Merge-Forscher Dr. Roman Rinberg von der TU Chemnitz platiert Markierungen für eine 3D-Messung der Mikrosandwich-Kartentasche. Foto: Jacob Müller für die TU Chemnitz

Alte Plasteflaschen enden als Mercedes-Hutablage

TU Chemnitz entwickelt leichte Sandwich-Bauteile für den Fahrzeugkonzern Chemnitz, 21. Juni 2021. Alte Plasteflaschen fristen künftig ein zweites Leben als Luxusauto – oder zumindest als ein Teil davon. Leichtbau-Ingenieure der Uni Chemnitz haben nun nämlich gemeinsam mit Daimler Benz besonders leichte Sandwich-Bauteile entwickelt, deren Schaumkern aus wiederverwertetem Polyethylen-Terephthalat (PET) besteht. Das hat die TU Chemnitz nun mitgeteilt.

Für die Remstal-Gartenschau 2019 wuchs dieser bionische Holzturm in der Gemeinde Urbach in in Baden-Württemberg. Die Holzpanele des 14 Meter hohen Turm haben sich selbst in ihre markante Form gebracht. Dabei nutzten die "Turmpflanzer" das natürliche Quellen und Schwinden von Holz bei unterschiedlichem Feuchtigkeitsgehalt. Die Technologie dafür hatten die Universität Stuttgart, die ETH Zürich und das Schweizer Holzunternehmen "Blumer-Lehmann" gemeinsam entwickelt. Foto: Blumer-Lehmann

Die Renaissance von Holz und Papier

TU-Professor Wagenführ: Um die Bioökonomie auszubauen, müssen wir uns auch auf naturnahe Werkstoffe rückbesinnen Dresden, 22. April 2021. Die weltweit neu entflammte Diskussion um eine neue Wirtschaftsweise, die umweltfreundlicher, weniger invasiv und effizienter funktioniert als die heutige, führt auch zu einer Rückbesinnung auf naturnahe Werkstoffe, die viele Industriezweige wie etwa Automobilbau oder Luftfahrt eigentlich längst abgeschrieben hatten. „Wenn Deutschland seine Klimaziele erreichen, nachhaltiger wirtschaften und in die Bioökonomie einsteigen will, brauchen wir Holz und Papier“, ist Prof. André Wagenführ überzeugt, der an der Technischen Universität Dresden (TUD) den Lehrstuhl für Holztechnik und Faserwerkstofftechnik leitet. Und er sieht in einer „holzbasierten Bioökonomie“ viele Entwicklungsperspektiven: „Diese Branche ist durch ganz bemerkenswerte Innovationen getrieben“, betont er.

So etwa soll der verglaste Präsentationsraum des Karbon-Cube in Dresden bei Nacht wirken. Visualisierung: TUD-Institut für Massivbau

Größer Carbonbeton-Verband entsteht in Dresden

C3-Verein und Tudalit fusionieren in Dresden Dresden, 15. März 2021. In Dresden entsteht der – nach eigenen Angaben – weltweit größte Industrie- und Forschungsverband für Carbonbeton durch die Fusion des „C³ – Carbon Concrete Composite e. V.“ und des „Tudalit e. V.“. Das haben die Mitgliederversammlungen beider Vereine nun beschlossen, teilte der C³ mit.

Marcus Hartenstein, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur SLK, prüft die Dicke eines Organoblechs. Das Element für den innovativen Abfallbehälter wurde auf einer Wickert Composite-Presse, die im Hintergrund zu sehen ist, im MERGE Research Centre "Lightweight Technologies" der TU Chemnitz mit 25.000 kN Presskraft gefertigt. Foto: Mario Steinebach für die Tu Chemnitz

Sachsen bauen Elektro-Müllauto

TU Chemnitz und Frauenhofer Dresden haben neue Fügetechnologien und Leichtbau-Materialien entwickelt Chemnitz/Dresden, 8. Februar 2021. Ingenieurinnen und Ingenieure aus Sachsen haben ein elektrisches Müllauto konstruiert, das für weniger Lärm und saubere Luft in den Städten sorgen soll. Dafür haben sie neue Fügemethoden, faserverstärkte Kunststoffplatten und andere Technologien entwickelt. Die sollen dafür sorgen, dass solche Müllautos wenig wiegen, genug Ladung aufnehmen und durch lokale Techniker leicht vor Ort umgebaut und repariert werden können. Das geht aus einer Mitteilung der TU Chemnitz hervor.

Toni Albrecht, Technischer Mitarbeiter an der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz, scannt mithilfe optischer 3D-Messtechnik eine Hälfte eines Wasserstofftanks, der zum Beispiel in der Automobilbranche eingesetzt werden kann. Foto: Jacob Müller für die TU Chemnitz

Sachsen stärkt Leichtbauforschung in Chemnitz

„Merge“ übernimmt 14,5 Millionen Euro teuren Laborneubau Chemnitz, 29. Januar 2021. In Chemnitz hat das Merge-Zentrum heute einen rund 14,5 Millionen Euro teuren Labor-Neubau übernommen. Auf 1486 Quadratmetern können die Wissenschaftler dort energie- und ressourcensparende Werkstoffe für den Fahrzeugbau sowie die Luft- und Raumfahrt untersuchen und analysieren, teilten die Technische Universität Chemnitz (TUC) und das sächsische Finanzministerium mit.

So etwa soll der verglaste Präsentationsraum des Karbon-Cube in Dresden bei Nacht wirken. Visualisierung: TUD-Institut für Massivbau

Roboter starten Teileproduktion für weltweit 1. Karbonbetonhaus in Dresden

Corona und Finanzierung hatten Baustart für „Cube“ auf dem auf dem Uni-Campus verzögert Dresden, 14. Januar 2021. Nach über einjähriger Verzögerung beginnen die Bauarbeiten am weltweit ersten Karbonbeton-Haus „Cube“ nun endlich: Das Betonwerk Oschatz gießt in den nächsten Wochen die Fertigteil-Wände aus Beton gießen und verstärkt sie mit Matten aus Kohlenstofffassern statt mit Stahlgeflechten, wie früher üblich. Das geht aus einer Mitteilung des Instituts für Massivbau an der Technischen Universität Dresden (TUD) hervor, das diese neue Leichtbautechnologie in wesentlichen Teilen entwickelt hatte.