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Videorezensionen

Wenn Fäuste, messer und Pistolen nicht mehr reichen, greift "H" (Jason Staham) auch mal gern zum Sturmgewehr. Das Finale von "Cash Truck" erinnert etwas an "Heat". Szenenfoto: Studiocanal

„Cash Truck“: Knackiger Rache-Thriller von Guy Ritchie

Statt Gentleman-Kämpfer ist Jason Statham diesmal ein erbarmungsloser Bestrafer Mit „Cash Truck“ hat Guy Ritchie („Snatch“, „Sherlock Holmes„) einen seiner düstersten Filme seit Jahren abgeliefert. Der britische Starregisseur setzt hier auf seine einstige Entdeckung Jason Statham („Crank“, „Redemption„), der in diesem Thriller nur noch wenig Gentleman-Artiges an sich hat, sondern hart und nahezu erbarmungslos nach Rache giert. Erschienen ist der gekonnt inszenierte Streifen nun fürs deutsche Heimkino.

Da hat Papi mit seinem Scharfschützengewehr in letzter Sekunde geholfen: Zoe (Isabel May) ist inzwischen etwas mit den Nerven runter. Szenenfoto (Koch Media) aus: "Run Hide Fight"

„Run Hide Fight“: Die Gedemütigten laufen Amok

Selbstjustiz-Thriller aus den USA kommt ins Heimkino In „Run Hide Fight“ wirft US-Regisseur Kyle Rankin die Frage aus, was erlebte Gewalt aus jungen Menschen macht – und wie dünn die Grenzen zwischen Täter und Opfer manchmal sein können. Sein Teenager-Actionfilm stellt dabei einen Amoklauf an einer Oberschule in den Fokus und ist nach dem „Stirb Langsam“-Konzept gestrickt, allerdings mit reflektiven Untertönen. Statt eines John McClane im Feinripp-Unterhemd räumt bei ihm allerdings ein Mädchen in zerrissenen Jeans mit den Bösewichten auf.

Rose Corley (Lindsey Morgan) in Kampfpose. Bildschirmfoto (Eurovideo) aus: "Skylin3s"

„Skylin3s“: Wild-wirre Alienkämpfe

Sci-Fi-Action fürs deutsche Heimkino Und wieder eine Alien-Invasion auf Erden, und wieder sind es die Frauen, die die Monster zurückschlagen: Mit „Skylin3s“ finalisiert Regisseur Liam O’Donnell seine Science-Fiction-Trilogie. Eurovideo hat das mehr action- als sinnhaltige Werk nun fürs deutsche Heimkino veröffentlicht.

Espen Askeladd (Vebjørn Enger) und Prinzessin Kristin (Eili Harboe) befragen den 190,5-jährigen Opa, wie er damals das Wasser des Lebens fand. Szenenfoto (Eurovideo) aus: Espen & die Legende vom goldenen Schloss

Skurriler Fantasy-Film „Espen & die Legende vom goldenen Schloss“

Charmante Märchenverfilmung aus Norwegen Wer das Wasser des Lebens will, muss zunächst einen blinden, dreiköpfigen Troll besiegen – und dafür die richtige Mixtur aus Kampfgeist und Überredungskunst finden. Falls Ihr das noch nicht gewusst habt, solltet Ihr euch vielleicht einmal „Espen & die Legende vom goldenen Schloss“ ansehen, den zweiten Fantasiestreifen aus der Filmreihe um den norwegischen Märchen-Antihelden Espen Askeladd, der nun als Videostrom fürs deutsche Heimkino erschienen ist.

Die ehrgeizige Virologin Anna (Milena Radulovi) gerät gleich zu Beginn der Erkundungsmission mitten hinein in ein zünftiges AK-47-Feuergefecht. Szenenfoto (Koch-Film) aus: Kola Superdeep

„Superdeep“: In der Tiefe lauert das alte Grauen

Russischer Science-Fiction-Horror demnächst im deutschen Heimkino Lust auf etwas düsteren Science-Fiction-Horror im Stil der 80er und 90er? Dann ist das eben erst für den deutschen Heimkino-Markt publizierte „Superdeep“ aus Russland einen Blick wert: Im Stile von „Alien“, „Stalker“ & Co. schickt uns Regisseur Arseniy Sukhin tief unter die Erde – dorthin, wo ein altes Grauen seit Äonen unter dem Permafrost-Boden auf seine Stunde wartet.

David Budds (Richard Madden) ist kein Soldat mehr, sondern nun Polizist und Personenschützer für die ehrgeizige Innenministerin Julia Montague (Keeley Hawes). Äuerlich ist er ganz Profi - aber unter der Oberfläche brodelt die Wut in ihm. Szenenfoto aus "Bodyguard": Panda/Glücksstern

„Bodyguard“: Thrillerserie um Personenschützer, Terror und Betrug

Britische Erfolgsserie ist fürs deutsche Heimkino erschienen Wie loyal kann sich ein Personenschützer um eine Politikerin kümmern, die für alles steht, das er in der Politik verachtet? Mit dieser Frage spielt sehr gekonnt die Serie „Bodyguard“, dessen erste Staffel fürs deutsche Heimkino erschienen ist und die zeigt: Die Briten haben’s immer wieder drauf, spannende und vielschichtige Politthriller zu inszenieren.

Jake De Long (Martin McCann) ist eigentlich Programmierer, scheut aber auch vor Waffengewalt nicht zurück. Szenenfoto von Eurovideo aus "Dark Justice"

„Dark Justice“ im Heimkino: Umweltextremisten im Selbstjustiz-Modus

Luxemburger Politthriller inszeniert den Schauprozess 2.0 Wie weit kann und muss man im Kampf um die Errettung des Weltklimas gehen? Die Hacker-Gruppe im Lehrstück „Dark Justice“, das inzwischen fürs deutsche Heimkino erschienen ist, haben auf diese Frage radikale Antworten gewählt: Die Umweltextremisten entführen Unternehmer und eine Ministerin, die sie der Umweltzerstörung verdächtigen. Dann sperren sie die Vier ohne Essen oder Wasser in einen Schutzraum, foltern mit Lärm und Bilderfluten, übertragen all dies live über ein Online-Spiel in alle Welt. Dann lassen die Zuschauer darüber abstimmen, ob die Verdächtigen schuldig sind. Wie schon zu Stalins Zeiten sind öffentliche Geständnisse der „Angeklagten“ die Sahnehäubchen in diesem Schauprozess 2.0.

Anfangs hat Uma (Emma Roberts) nur eines im Sinn: von der Insel zu fliehen, zurück zu ihrem Unterschichts-Geliebten Markus (Jeremy Irvine). Szenenfoto (Koch Films) aus: "Paradise Hills"

„Paradise Hills“: Ein Inselpensionat macht aus Mädchen Aufziehpuppen

Dystopisches Märchen mit Milla Jovovich als allmächtige Gouvernante Mit „Paradise Hills“ legt Regisseurin Alice Waddington ein dystopisches Mädchenmärchen vor. Ins Zentrum stellt sich sie die Frage, wie weit Eltern, Schule und Umfeld einen jungen Menschen verbiegen können, bevor er oder sie zerbricht und alle Individualität aufgibt. Zu sehen ist diese Mischung aus Science-Fiction und Modeinszenierung nun im deutschen Heimkino.

Fritz Langs Sci-Fi-Klassiker "Metropolis" nimmt in der Dauerausstellung im Filmmuseum in Berkin besonders viel Raum ein. Repro: Heiko WeckbrodtFritz Langs Sci-Fi-Klassiker "Metropolis" nimmt in der Dauerausstellung im Filmmuseum in Berkin besonders viel Raum ein. Repro: Heiko Weckbrodt

Der Ingenieur heilt die zerrissene Gesellschaft

VDI zeichnet Dresdner Soziologin für Buch über deutsche Ingenieur-Filme der 1930er mit Matschoß-Preis aus Dresden/Düsseldorf, 19. Februar 2021. Ab den 1930er Jahren tauchten in deutschen Filmen, die bis dahin eher expressionistisch geprägt waren und Verbrecher, Künstler oder Polizisten als Protagonisten hatten, immer öfter männliche Ingenieure als Helden technischer Großprojekte auf: Sie verkörperten Fortschrittsoptimismus und den Glauben, dass durch Wissenschaft und Technik nahezu alles erreichbar sei – bis hin zur „Verbesserung“ des Menschen zur „Mensch-Maschine“. Wie es zu diesen „Ingenieurfilmen“ kam, welche Motive dabei dominierten und welche Ideologiemuster darin mitschwangen, das hat die Technikhistorikerin Dr. Anke Woschesch vom Deutschen Hygienemuseum in Dresden untersucht. Für ihr Buch „Ingenieure auf der Leinwand: Technische Visionen und Ordnungsvorstellungen im deutschen Zukunftsfilm der 1930er Jahre“ verlieh ihr nun der „Verein Deutscher Ingenieure“ aus Düsseldorf den Conrad-Matschoß-Preis 2021. Woschesch teilt sich den mit 4000 Euro dotierten Preis mit Dr. Daniela Mysliwietz-Fleiß von der Uni Siegen. Diese hatte über „Die Fabrik als touristische Attraktion“ dissertiert, wie aus einer VDI-Mitteilung hervorgeht.

Ein historischer Kinoprojektor. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Kinoumsatz schrumpft im Coronajahr auf kaum ein Drittel

Filmförderanstalt: Das war zu erwarten Berlin/Dresden, 16. Februar 2021. Die deutschen Kinos haben im Corona-Jahr kaum ein Drittel der Tickets verkauft, wie sie sonst üblich waren. Auch die Umsätze rauschten um mehr als zwei Drittel auf nur noch 318 Millionen Euro in den Keller. Das hat die Filmförderanstalt (FFA) in Berlin heute mitgeteilt.

Der Außenposten brennt. Szenenfoto (Eurovideo) aus: "The Outpost"

DVD „The Outpost“: Taliban-Falle im Tal schnappt zu

Afghanistankriegsfilm erzählt über einen Trupp US-Soldaten, die auf einem sinnlosen Außenposten aufgerieben werden Was tun, wenn man als Befehlsempfänger in der tiefsten Provinz in einem taktisch völlig idiotisch angelegten Außenposten feststeckt, umgeben von feindseligen Einheimischen und nur darauf wartend, wann die Taliban die ganze Militärsiedlung plattmachen? Auf solch eine Episode im Afghanistan-Krieg der USA hat sich der CNN-Moderator Jake Tapper in seinem Buch „The Outpost: An Untold Story of American Valor“ konzentriert. Dessen Verfilmung ist inzwischen im deutschen Heimkino angelangt. Glücklicherweise ist dieser Kriegsfilm bei weitem nicht so patriotismustriefend ausgefallen, wie es der Buchtitel erwarten ließe.

Szene aus dem chinesischen Kriegsfilm "The 800". Abb.: Koch Film

„The 800“: Chinesisches Heldenepos im deutschen Heimkino

Aufwendiger Kriegsfilm deutet Rückzugsgefecht gegen die Japaner als Großheldentat China feilt an seiner Geschichte herum: Eigentlich war es im II. Weltkrieg innerlich marode und zerstritten, ein Spielball fremder Mächte. Dieses wenig heroische Bild will Regisseur Hu Guan nun mit dem monumentalen Epos „The 800“ „geraderücken“. Darin erzählt er über ein gar tapferes Regiment von 800 Helden, die im Jahr 1937 tagelang ein Lagerhaus in Shanghai gegen Divisionen japanischer Invasoren verteidigen. Wer da automatisch an Herodot denkt und an eine alte abendländische Legende um 300 Spartaner, die ein persisches Millionenheer aufhalten, hat den Sinn und Zweck von Chinas neuem cineastischen Großwerk gewiss nicht völlig falsch verstanden…