Alle Artikel in: Filme

Videorezensionen

Ob das ein Mars-Skorpion ist? Foto: Koch

Sci-Fi „Unternehmen Capricon“ auf DVD: Der große Marsschwindel

Verschwörungs-Klassiker aus dem Jahr 1978 erfährt im Fake-Zeitalter eine Neuauflage auf DVD und Bluray Das Misstrauen gegen Regierungen und das, was manche Menschen diffus als „das System“ wahrnehmen, ist im Internet-Zeitalter groß: Heute wirft jeder jedem vor, „Fake News“ zu verbreiten und die Überzeugung, dass Politiker sowieso nur lügen, ist weitverbreitet. Doch dieses Grundmisstrauen ist nicht erst mit dem Internet entstanden: Schon in den 1960ern und 1970ern erlebte die westliche Welt eine Renaissance des Zynismus. Kaum hatten amerikanische Astronauten den Fuß auf den Mond gesetzt, kursierten gleich Gerüchte, Washington habe die Mondlandung nur gestellt. Dieses Motiv hat Regisseur Peter Hyams („2010 – Das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen“) im Jahr 1978 in seinem Science-Fiction „Unternehmen Capricorn“ („Capricorn One“) verarbeitet: Darin erzählt er von einer angeblichen Mars-Landung der NASA, die sich schließlich als großer Schwindel entpuppt. Passend zum zynisch-paranoiden Geist unserer Zeit hat der Multimedia-Verlag „Koch“ diesen Science-Fiction-Klassiker neu fürs Heimkino veröffentlicht.

Ein "Star Wars"-Film ohne Stormtrooper? Schlecht vorstellbar. Abb.: Lucasfilm LFL 2016

15 % weniger Kinobesucher

Starker Umsatzrückgang in deutschen Filntheatern Berlin, 20. August 2018. Die deutschen Kinos mussten im ersten Halbjahr 2018 deutliche Besucher- und Umsatzeinbußen verkraften. Das geht aus einer heute veröffentlichten Statistik der Filmförderanstalt (FFA) aus Berlin hervor. Demnach verkauften die Filmtheater nur 51 Millionen Tickets von Januar bis Ende Juni 2018. Das waren 15,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Umsätze schrumpften um 15,3 Prozent auf 439 Millionen Euro.

Eigentlich wollte Gabriel (Eric Hunter) seinen Großvater abmurksen, weil sein Kanstkumpel ihm diesen Floh ins Ohr gesetzt hat. Doch bald merkt er: Großvater und Enkel, beide Veteranen verschiedener Kriege, haben mehr gemein, als ihm lieb ist. Foto: Bogumił Godfrejów für die Weydemann-Bros. GmbH

„In the Middle of the River“: Ein Ertrinkender auf Mörderhatz

Faszinierende Krimi über eine Spirale aus Gewalt, Ohnmacht und Rassismus am Rande eines Indianerreservats Mit „In the Middle of the River“ hat Regisseur Damian John Harper ein bedrückendes Krimi-Drama auf die Leinwand gebracht: Über einen Mikrokosmos rings um ein Indianerreservat in den USA. Er zeigt eine Welt voller Gewalt, Ohnmacht, Waffennarretei und Rassismus, an der der Einzelne verzweifelt – oder selbst zum Täter wird. Seit heute erleuchtet diese US-amerikanisch-deutsche Koproduktion die hiesigen Programmkinos.

Rätselraten in Broadchurch: Alec Hardy (David Tennant) und Ellie Miller (Olivia Colman) jagen einen Vergewaltiger. Szenenfoto: Studiocanal/ ITV Rätselraten in Broadchurch: Alec Hardy (David Tennant) und Ellie Miller (Olivia Colman) jagen einen Vergewaltiger. Szenenfoto: Studiocanal/ ITV

„Broadchurch 3“: Vergewaltiger erschüttert Bilderbuch-Gemeinde

Letzte Staffel der britischen Krimserie in Deutschland auf Bluray erschienen „Broadchurch“ ist ein wunderschöner Ort, an dem die schrecklichsten Dinge passieren: In Staffel 1 dieser britischen Krimi-Serie wurde ein Kind ermordet, wie ein Stück Abfall über die Klippen geworfen.. In der nun fürs Heimkino veröffentlichten Staffel 3 jagen die Detektives Alec Hardy (David Tennant, „Dr. Who“) und Ellie Miller (Olivia Colman) diesmal einen Sexgangster, der die 49-jährige Trish Winterman (Julie Hesmondhalgh) bei einer Großparty vergewaltigt hat.

Wer die Datenbrille aufsetzt, kann sowohl seine reale Umgebung wie auch computergenerierte Welten sehen. Foto: Fraunhofer FEP Dresden

Kinos verkaufen weniger 3D-Tickets

Anteil der 3D-Film am Gesamtmarkt schrumpft wieder Berlin, 8. Juli 2018. Die Rolle von 3D-Filmen für den Kinomarkt in Deutschland sinkt: Konnten die deutschen Filmtheater im Jahr 2015 noch 28 Millionen Eintrittskarten für 3D-Filme verkaufen, waren es im Jahr 2017 nur noch 23 Millionen, also 17 % weniger. Das geht aus der Sonderauswertung „Kinobesucher von 3D-Filmen 2017“ hervor, die die Filmförderungsanstalt (FFA) in Berlin nun vorgelegt hat.

Roboter rotten auf Geheiß der KI die Menschheit aus. Szenenfoto: Eurovideo

Bluray „Singularity“: Die KI erwacht – und knipst uns aus

Dystopischer Science-Fiction fürs Heimkino erschienen Was passiert, wenn einer unserer Computer eines Tages echte Intelligenz, echtes Bewusstsein entwickelt? Für die Menschheit kann dieses einzigartige Ereignis, diese Singularität, nicht gut ausgehen, meint Regisseur Robert Kouba in seinem dystopischen Science-Fiction „Singularity“. Der ist nun fürs Heimkino erschienen.

Damiel (Bruno Ganz) und Cassiel (Otto Sander) wandeln auf dem Todesstreifen. Foto: Wim Wenders Stiftung 2017

Bluray: Der Himmel über Westberlin strahlt wieder in schönstem Grau

Wim Wenders hat seinen Klassiker über die Engelsbesuche in der geteilten Stadt digital restauriert Die Wim-Wender-Stiftung hat den Klassiker „Der Himmel über Berlin“ rekonstruiert und in einer hochaufgelösten Digitalversion ins Heimkino gebraucht. Der damals noch recht junge Regisseur Wim Wenders hatte in diesem cineastischen Panoptikum 1987 zwei – zunächst unsichtbare – Engel nach Berlin geschickt und sie das ganz eigene Lebensgefühl der geteilten Stadt einatmen lassen.

Varda und JR reisen in einem Kleintransporter durch Frankreich, der wie eine riesige Kamera aussieht. Szenenfoto aus "Augenblicke": Weltkino

„Augenblicke“: Die Alltags-Gesichter von Frankreich

Regie-Omi und Straßenkünstler frönen in einer Roadmovie-Doku einer vergänglichen Kunst Die 89-jährige Regisseurin Agnès Varda und der 33-jährige Straßenkünstler JR reisen in einem überdimensionalen motorisierten Fotoapparat durch Frankreich, um einer höchst vergänglichen Kunstform zu frönen: Sie palavern mit ganz gewöhnlichen Passanten, mit François und Françoise Normalfranzose gewissermaßen, und überreden sie dazu, sich ablichten zu lassen. Und dann vergrößern sie diese Lichtbilder ins Riesenhafte und kleben sie auf Häuserwände, Wassertürme, Eisenbahnwaggons, Atlantikbunker. Manche bleiben eine ganze Saison lang der Hingucker in irgendeiner französischen Kleinstadt, andere Bilder tilgt die Flut schon nach wenigen Stunden vom Stein. In der bezaubernden Dokumentation „Augenblicke: Gesichter einer Reise“, die derzeit in den deutschen Kinos gezeigt wird, ist eben nichts für die Ewigkeit gedacht.

"Der Denker" von Rodin existiert heute weltweit in mehreren Abgüssen. Abb.: Absolut Medien

DVD „Rodin“: Durchs Höllentor in die Moderne

Doku-Duo porträtiert den französischen Ausnahme-Bildhauer aus faszinierenden Perspektiven Der Franzose Auguste Rodin (1840 – 1917) war einer der bedeutendsten Bildhauer der Neuzeit. Ähnlich wie van Gogh für die Malerei schlug er in der plastischen Kunst die Brücke hin zum Expressionismus und zur Abstraktion. Rodins Schlüsselwerke wie „Der Denker“, „Das Höllentor“, „Der Kuss“ und „Balzac“ haben sich fest ins kulturelle Gedächtnis der Moderne eingeprägt. Der Filmverlag „Absolute Medien“ hat ihm nun eine DVD mit zwei Porträtfilmen gewidmet: „Rodin – Wegbereiter der Moderne“ verfolgt einen biografischen Ansatz, während sich „Divino # Inferno“ mit künstlerischer Wucht auf das „Höllentor“ fokussiert.

"Delete" oder "Ignore" - unter großem Zeit- und Erfolgsdruck müssen die Auftrags-Zensoren alias "Content Moderatoren" entscheiden, welches Bild, welches Video rund um den Globus gelöscht wird. Abb.: Gebrüder Beetz Filmproduktion

Doku „The Cleaners“: Die geheimen Zensoren des Internets

Reportage berichtet, wie Facebook & Co. ihre Zensur in die Dritte Welt ausgelagert haben „Eine Zensur findet nicht statt“, versichert das deutsche Grundgesetz in Paragraph 5. Mit der Wirklichkeit hat dieser fromme Wunsch im Internet-Zeitalter nicht viel zu tun: Längst beschäftigt sich eine ganze Schattenwirtschaft mit Tausenden Zensoren – euphemistisch „Content Moderatoren“ genannt – im Auftrag der sogenannten „sozialen“ Netzwerke damit, ununterbrochen „anstößige“ Bilder, Videos und andere Botschaften aus den Posting-Strömen auf Facebook, Youtube, Twitter & Co. zu löschen. Und als anstößig kann vieles gelten: Terror-Videos und Kinder-Pornos genauso wie unliebsame politische Meinungsäußerungen. Die Regisseure Hans Block und Moritz Riesewieck haben eine dieser Auftrags-Zensurfirmen auf den Philippinen ausfindig gemacht und einige Mitarbeiter teils anonym befragen können. Auf dieser Basis entstand ihre brisante und auch visuell eindrucksvolle Dokumentation „The Cleaners“, die nun in den deutschen Kinos angelaufen ist.

Papi sieht plötzlich so komisch aus: Rick Janssen (Sam Worthington) nach seiner "Optimierung" zum Übermenschen, der den Titan besiedeln soll. Szenenfoto: Eurovideo

Sci-Fi-Bluray „Titan“: Gentech-Turbo für die Evolution

Warum Monde ewig terraformen, wenn man den Menschen viel schneller ummodeln kann? Ist die gentechnologische Beschleunigung der menschlichen Evolution statthaft, um das Überleben unserer Spezies zu sichern – oder doch eher verdammenswerte Nazi-Denke? Dieser Frage widmet sich der starbesetzte Science-Fiction-Streifen „Titan“ – findet dabei allerdings nicht allzu originelle Antworten. Dafür macht der erste Spielfilm des deutschen Nachwuchsregisseurs Lennart Ruff – der bisher vor allem Kurz- und Werbefilme drehte – zumindest optisch durchaus etwa her. Erschienen ist der US-Streifen nun auf DVD und Bluray fürs Heimkino.

Mads Justese (Thomas Bo Larsen, links) arbeitet mit Alf Rybjerg (Thomas Hwan) von der Wirtschafts-Kripo zusammen, um Energreen endlich dranzukriegen. Foto: Christian Geisnæs

DVD-Box „Follow The Money“: Dreckige saubere Energie

Dänische Krimiserie über ein windiges Unternehmen, das Luftschlösser aus Öko-Verheißungen baut Nach Mord, Totschlag und Regierungsintrigen haben sich die Macher von „Borgen“ und „Kommissar Lund“ diesmal auf die Wirtschaftskriminalität verlegt. In der dänischen Krimiserie „Follow the Money“ nehmen sie eine Industrie aufs Korn, die oft und gern zu den „Guten“ gezählt wird: Das Geschäft mit „Erneuerbaren Energien“ skizzieren sie in ihrer fiktiven Geschichte als ein windiges Kartenhaus, das nur Subventionen, Scheinbilanzen und Öko-PR ventiliert.

Die beiden Hauptdarsteller in "Railroad Tigers": Jackie Chan als Partisan Ma Yuan und im Hintergrund eine der effektvoll inszenierten historischen Dampfloks. Szenenfoto: Koch-Film

DVD „Railroad Tigers“: Action-Eisenbahner machen Invasoren in China die Hölle heiß

Action-Komödie mit Jackie Chan über den Partisanenkampf gegen die japanische Armee Wie gab es uns schon Tolkien zu verstehen? Manchmal sind es die „kleinen“ Leute, die das Schicksal eines Landes wenden. Solch eine Geschichte erzählt der chinesische Regisseur Ding Sheng auch in seiner prominent besetzten Actionkomödie „Railroad Tigers“, die inzwischen in Deutschland fürs Heimkino erschienen ist.