Alle Artikel in: Filme

Videorezensionen

Auch ein paar gierige Amateure sind auf den Geldkoffer aufmerksam geworden und versuchen, auch am großen Rad zu drehen. Repro: Absolut Medien

DVD „Have A Nice Day“: Wilde Hatz im Stile Tarantinos

Chinesischer Thriller-Comic fürs deutsche Heimkino veröffentlicht Einen wilden Thriller-Animationsfilm im Stil von Quentin Tarantino und Guy Ritchie kredenzt der chinesische Regisseur Liu Jian nun auch dem deutschen Heimkino-Publikum. In „Have A Nice Day“ jagen Profi- und Möchtegern-Gangster um – welch Überraschung – einen Koffer voller Geld.

Das Luxus-Raumschiff "Aniara" startet von der Erde gen Mars. Szenenfoto: Magnolia Pict.

Science-Fiction-DVD „Aniara“: Reise ins Nichts

Schweden haben das dystopische Versepos ihre Nobelpreisträgers Martinson über ein völlig aus der Bahn geratenes Luxus-Raumschiff verfilmt Ein kleines Stück Weltraumschrott verändert das Leben Tausender Menschen: Aufgebrochen waren sie für einen kurzen Trip zum Mars, doch dann wird daraus eine Reise in die Unendlichkeit. Was macht die Gewissheit, die Familie daheim niemals wiederzusehen, nie wieder durch einen Wald zu gehen oder den Wind auf der Haut zu spüren, aus den Menschen? Verzweifeln oder wachsen sie? Der Schwede Harry Martinson schrieb darüber vor über 60 Jahren das Gedicht „Aniara“ – und bekam dafür den Literatur-Nobelpreis. Pella Kågerman und Hugo Lilja machten aus der epischen Geschichte einen anderthalbstündigen Science-Fiction-Film. Das dystopische Werk ist nun in Deutschland fürs Heimkino erschienen.

Quentin Tarantino (links) und George Clooney als die Gecko-Brüder. Foto: Studiocanal

Für den Heimkino-Junkie: „Tarantino – The Bloody Genius“

Doku setzt dem Meister der Blutfontänen ein Denkmal Mit Gangster-, Schwertkampf und Genre-Collagen wie „Kill Bill“, Reservoir Dogs“ und „Pulp Fiction“ hat Videotheken-Junkie Quentin Tarantino vor allem in den 1990ern Filmgeschichte geschrieben und sich eine treue Fan-Gemeinde geschaffen. Inzwischen hat Tara Wood der US-amerikanischen Regie-Ikone mit „Tarantino – The Bloody Genius“ ein filmisches Denkmal gesetzt, das nun auch in Deutschland verfügbar ist – natürlich für Heimkinofreunde.

Es gibt nur eines, was der junge Nicola (Francesco di Napoli) noch mehr liebt, als seine Clique: Seinen Bruder Christian (Luca Nacarlo). Foto: Prokino

„Paranza – Der Clan der Kinder“: Mafiathriller um eine Jugendgang aus Neapel

Krimi von Saviano und Giovannesi fürs Heimkino erhältlich Sie sind wild auf Sneakers, teure Klamotten und Uhren, vor allem aber auf die bewundernden Blicke der Mädchen: eine Bande Jugendlicher in Neapel, die in ihrer Gier nach „mehr“ erst zu Erpressern, dann zu Mördern werden. Der italienische Autor Roberto Saviano hat darüber ein Buch geschrieben, das Regisseur Claudio Giovannesi schließlich verfilmt hat. Der Mafiathriller „Paranza – Der Clan der Kinder“ ist nun auch im deutschen Heimkino verfügbar.

Auszug aus: Oblomok imperii (VT: Der Mann, der das Gedächtnis verlor) von 1929. Szenenfoto: Absolut Medien

„Der neue Mensch“ in sowjetischen Filmen

Doppel-DVD zeigt die Ikonografie der Modernität in Spiel-, Dok- und Trickfilmen der frühen Stalin-Ära Ein Mann zieht aus einer Bruchbude in ein neues Hochhaus. Anfangs fühlt er sich darin gar nicht wohl: Er kann nicht einschlafen. Bis er erkennt, dass es ein Fehler war, den alten Krempel aus der alten Wohnung mitzunehmen – der hindert ihn daran, im neuen Heim auch innerlich anzukommen. „Man muss in einem neuen Haus zu leben wissen“, schreibt er am Schluss des Puppentrickfilms „Beherrscher des Alltags“. Dass dies als Metapher für die Metamorphose des Russen zum neuen Menschen, des Sowjetbürgers gemeint ist, wird spätestens klar, wenn man die Entstehungszeit kennt: Gedreht wurde dieser teils surrealistisch anmutende Trickfilm in der stalinistischen Sowjetunion des Jahres 1932. Zu finden ist er in der Edition „Der neue Mensch“. Die versammelt insgesamt acht Filme der frühen Sowjetunion zwischen 1924 1932 auf zwei DVDs, die inzwischen fürs Heimkino erschienen sind.

Seit sie 16 ist, arbeitet Elsbeth im VEB Obertrikotagenbetrieb und kümmert sich dort um die Qualitätskontrolle - bis die Wende kommt und der Betrieb untergeht. Szenenfoto aus: „Der Wittstock-Zyklus“

„Der Wittstock-Zyklus“: Was vom Mädchen-VEB übrig blieb

Langzeit-Dokumentation über Textilarbeiterinnen in der DDR auf DVD erschienen Wittstock im Jahr 1974: Eine neue Textilfabrik wächst aus dem brandenburgischen Boden und gibt über 3000 Menschen Arbeit. Viele von ihnen sind junge Frauen aus den Dörfern ringsum. Im funkelnagelneuen VEB Obertrikotagenbetrieb „Ernst Lück“ tragen sie mehr Verantwortung und haben besser bezahlte Arbeit als viele Männer aus der Gegend. Wittstock 23 Jahre später: Das Werk ist dicht, die Frauen hangeln sich von Umschulung zu Umschulung, leben von der Stütze oder Gelegenheitsjobs. Dieses Provinzkapitel ostdeutscher Alltagsgeschichte hat der ehemalige Maschinenschlosser aus Dresden und spätere Regisseur Volker Koepp in einer schwarz-weißen Langzeitdokumentation eingefangen. Sein „Wittstock-Zyklus 1975-1997“ ist inzwischen als Doppel-DVD fürs Heimkino erschienen.

Die Hülle von "Code 8" Abb.: Koch Film

„Code 8“: Indie-Film über verarme Superhelden

Macher sammelten Geld für ihre Science-Fiction-Parabel über Diskriminierung und Überwachung beim Internetschwarm ein Welche neuen Wege beispielsweise Internet-Finanzierungsmodelle für unabhängige Filmemacher eröffnen, haben bereits vor einiger Zeit die Finnen mit ihrer Mondnazi-Groteske „Iron Sky“ beweisen und jüngst auch Jeff Chan und die Cousins Stephen und Robbie Amell mit ihrem Science-Fiction-Projekt „Code 8“: Sie drehten 2016 zunächst einen Kurzfilm, um ihre Idee zu visualisieren. Und der schlug so gut ein, dass sie bald darauf insgesamt 2,3 Millionen Dollar über diverse Crowdfunding-Plattformen wie „Indiegogo“ vom Internetschwarm einsammeln konnten. Mit dem Geld drehten sie eine anderthalbstündige Landfassung ihrer Parabel um Superkräfte und Diskriminierung – und die ist nun auch in Deutschland fürs Heimkino erschienen.

Coppola veröffentlicht finalen Schnitt von „Apocalypse now“

Meisterwerk in aufgebesserter Bildqualität und neuer Fassung fürs Heimkino erschienen 40 Jahre nach der Erstveröffentlichung ist der Antikriegsfilm „Apocalypse now“ nun in einer neuen Fassung in aufgebesserter Qualität fürs Heimkino erschienen. Francis Ford Coppola hat sich dafür noch einmal an den Schnitt-Tisch gesetzt und einen 182 Minuten langen „Final Cut“ produziert, der einst eingegangene Kompromisse rückgängig macht.

In einem Jahr wirft die Sau Emma gleich 17 Ferkel. Foto: Prokino, Szenenfoto aus: "Unsere große kleine Farm"

Doku „Unsere große kleine Farm“ über zwei Städter, die zu Ökobauern wurden

Natur-Kreislaufe dienen als Schwungrad für eine minimalinvasive Landwirtschaft Reichen etwas Risikokapital und viel Enthusiasmus für ein paar Stadtmenschen aus, um aus 80 Hektar verödetem Land eine blühende, naturnahe Farm zu machen? In der Dokumentation „Unsere große kleine Farm“ geht der US-Farmer John Chester dieser Frage nach. Erschienen ist das anderthalbstündige Plädoyer für eine umweltgerechte Landwirtschaft nun fürs Heimkino.

Einst wusste Martin Behrens (Ronald Zehrfeld), warum er für den BND arbeiten wollte - inzwischen hat er es längst vergessen. Szenenfoto aus "Das Ende der Wahrheit": Bernd Schuller

DVD „Das Ende der Wahrheit“: Im Filz von BND und Privatmilitär

Neuer Thriller mit Ronald Zehrfeld Einen kritischen Blick auf Seilschaften zwischen Geheimdiensten und privaten Militärkonzernen wirft Regisseur Philipp Leinemann („Wir waren Könige“) in seinem neuen Thriller „Das Ende der Wahrheit“, der heute fürs Heimkino erschienen ist. Ronald Zehrfeld („Der Staat gegen Fritz Bauer“) spielt darin einen BND-Agenten der alten Schule, der eine Intrige im Dunstkreis von Terror und Lobbyismus aufdeckt.

Olivia Rönning (Julia Ragnarsson) kooperiert mit dem Journalisten Alex Popovic (Nemanja Stojanovic), um ein Puzzle aus Morden, Zollintrigen, öffentlichen Ausschreibungen und ominösen Todesfällen in Altenheimen zusammenzusetzen. Photo: Niklas Maupoix, Filmlance International AB

„Springflut 2“: Olivia ermittelt im Porno- und Drogensumpf

Zweite Staffel der schwedischen Krimiserie fürs Heimkino Nachdem Polizeischülerin Olivia Rönning (Julia Ragnarsson, „Die Brücke“) in der ersten Staffel von „Springflut“ die Morde an ihren Eltern aufgedeckt hat und nach Schweden zurückgekehrt ist, klemmt sie sich hinter einen neuen Fall. Und der führt sie in die Untiefen von Drogenhehlerei, internationalen Pornoringen und Medikamentenbetrug. Ab 8. November 2019 wälzt sich die neue Springflut durchs Heimkino.

Britt-Marie nimmt einen Trainer-Job in der verschlafenen schwedischen Kleinstadt Borg an, wo selbst viele Eltern nicht an ihre Kinder glauben. Szenenfoto: Prokino

„Britt-Marie war hier“: Ergraute Ordnungsfanatikerin wird Fußball-Trainerin

Auf DVD und Stream: Komödiendrama über eine schwedische Seniorin, deren Leben aus den Fugen gerät Was passiert, wenn Du 40 Jahre tagtäglich den selben Trott hattest – und plötzlich wirft Dich Untreue völlig aus der Bahn? Genau darüber erzählt „Britt-Marie war hier“ – eine schwedische Komödie mit dramatischem Einschlag, die nun fürs Heimkino verfügbar ist.