Alle Artikel in: Filme

Videorezensionen

Hinweis: Verdeckte Ermittlungen unter religiösen Eiferern können tödliche Nebenwirkungen haben - auch für Polizistin Camille Delaunay (Erika Sainte). Foto: Edel:Motion

DVD-Box „Die purpurnen Flüsse“: Das dunkle Frankreich

Kommissar Niémans ermittelt wieder gegen alte Seilschaften 18 Jahre, nachdem erstmals Jean Reno als Kriminalist Pierre Niémans gegen eugenische Akademiker in den Alpen ermittelt hat, haben die Franzosen den ruppigen Polizisten zurück auf die Bildschirme gebracht: In der Serie „Die purpurnen Flüsse“, deren erste Staffel nun auch in Deutschland auf DVD erschienen ist, löst diesmal Olivier Marchal als Kommissar Niémans aus Paris die ganz schwierigen Fälle, in denen die Provinzpolizisten nicht weiter kommen. Ihm zur Seite recherchiert nun die junge, aber mit allen Wassern gewaschene Kriminalistin Camille Delaunay (Erika Sainte) an vorderster Front.

Gerard Depardieu als Vidocq. Szenenfoto aus "Vidocq" (Tobisfilm), Repro: hwGerard Depardieu als Vidocq. Szenenfoto aus "Vidocq" (Tobisfilm), Repro: hw

DVD “Vidocq”: Visuelles Kleinod unter den Krimis

Ex-Geheimpolizist ermittelt mit Krimi-Hightech von 1830 Paris im Jahr 1830: Zwei angesehene Bürger, umringt von Leibwächtern, werden durch einen Blitz erschlagen. Beide zur gleichen Zeit, beide hatten geschäftlich miteinander zu tun, beide brennen bei dem “Unfall” völlig aus. Das kann kaum Zufall sein, meint Detektiv Vidocq (Gerard Depardieu), einst Chef der Geheimpolizei, und ermittelt mit den modernsten Methoden seiner Zeit: Blitzexperimente, ballistische Tests, Karteikarten-System etc. Rasch findet er Beweise für eine Mordserie, doch das “Warum” dahinter führt ihn auf die Spur einer scheinbar unglaubwürdigen Legende: Die Mär vom ewigen Alchimisten, einem gesichtslosen Mörder, der seit Jahrhunderten junge Mädchen aus den Pariser Armenvierteln fängt…

Jagen einen besonders unbarmherzigen Mörder, der auch Kinder nicht verschont: Saga Norén (Sofia Helin) und Henrik Sabroe (Thure Lindhardt) ermitteln wieder. Foto: Jens Juncker, Filmlance International AB

Die letzte „Brücke“: Gesteinigt, vergast, geröstet

Finale Staffel der grandiosen Krimiserie fürs Heimkino erschienen Die Schwedin und der Däne ermitteln ein letztes Mal zusammen: Mit „Die Brücke IV – Das Finale“ ist nun die vierte und letzte Staffel der skandinavischen Erfolgskrimiserie auf DVD erschienen. Darin sind die Schwedin Saga Norén (Sofia Helin) und der Däne Henrik Sabroe (Thure Lindhardt) einem besonders brutalen Mörder auf der Spur, der zunächst die Chefin der Ausländerbehörde steinigt und dann jedes weitere Opfer anders tötet. Wie schon in den vergangenen Staffeln steigert sich die Spannung und Dunkelheit dabei von Folge zu Folge.

War als Teil eines Ensembles von acht sowjetischen Wolkenkratzern in Moskau geplant, von denen nur sieben realisiert wurden: der Neubau der Lomonossow-Universität auf den Sperlingsbergen. Abb. aus: "Paläste des Volkes", Absolut Medien

DVD „Paläste des Volkes“: Der Pomp realsozialistischer Gottkönige

Doku-Reihe beleuchtet Monnumental-Architektur im Ostblock Schon zu Stalins Lebzeiten wurde dessen Vorliebe für gigantomanische Spitztürmchen-Komplexe als Zuckerbäckerarchitektur belächelt und als minderwertig abgetan. Ähnlich abfällig waren vor allem im Westen die Urteile über die pompösen Bauwerke anderer realsozialistischer Gottkönige – von Ceaușescus persönlichem Volkspalast in Bukarest bis zu Honeckers „Lampenladen“ in Ostberlin. Mit der Doku-Reihe „Paläste des Volkes“, die nun auf DVD erschienen ist, haben Boris Missirkov und Georgi Bogdanov die Genese, die Ideen und das postsozialistische Nachleben von vier dieser steinernen Zeitzeugnisse unter die filmische Lupe genommen: Stalins Neubau für die Lomonossow-Uni in Moskau, Titos jugoslawischen Regierungspalast in Belgrad, Todor Schiwkows „Nationaler Kulturpalast“ in Sofia und Nikolae Ceaușescus „Haus der Volkes“ in Bukarest.

Tja, was wollten uns die Künstler damit sagen? Steinzeit-Monolithen alias Hinkelsteine in der Bretagne. Abb. aus: "Rätsel der Steinzeit", Absolut Medien

DVD „Rätsel der Steinzeit“: Die Krieg kamen erst mit der Bronze

Doppel-Doku beleuchtet, wie und warum die Menschen vor etwa 8000 Jahren in die Monumental-Architektur einstiegen Steinzeit-Menschen gelten uns in vielen Redensarten heute als Primitivlinge. Tatsächlich aber gelang unseren Vorfahren vor rund 8000 Jahren ein enormer Zivilisations- und Technologiesprung. Davon künden bis heute Steinkreise, Säulen, Palast- und Tempelreste quer durch Europa, deren Zweck wir oft nicht bis zum Letzten verstehen, die uns aber Respekt einflößen: Diese oft viele Tonnen schweren Monolithen und “Hinkelsteine” zu bewegen und gar übereinander zu wuchten, und das ganz ohne Kran und Traktor, war eine enorme Leistung, die ein gewachsenes Verständnis von Werkzeugen, Hebelkraft und elementarer Physik spiegelt. Auf einer nun erschienenen DVD geht die Filmemacherin Barbara Puskas in zwei Dokumentationsstreifen diesen „Rätseln der Steinzeit“ nach.

Anne Clark im Konzert. Ausschnitt aus: Anne Clark – I’ll Walk Out Into Tomorrow“, Neue Visionen Filmverleih

Bluray über Anne Clark: Wo die Punk-Poetin der 80er heute steht

Biografische Doku fürs Heimkino erschienen In den 1980er Jahren galt die englische Künstlerin Anne Clark als poetische Ikone des Synthie-Pops, nahe am Kreuzungspunkt zu New Wave und Punk. Dann verschwand sie mehr oder minder plötzlich, um als Rezitatorin übersetzter Rilke-Poesie auf die Bühnen zurückzukehren. Wie das alles kam, versucht Regisseur Claus Withopf „Anne Clark – I’ll Walk Out Into Tomorrow“ zu ergründen. Der biografische Dokfilm ist nun fürs Heimkino auf Bluray und DVD erschienen.

Ob das ein Mars-Skorpion ist? Foto: Koch

Sci-Fi „Unternehmen Capricon“ auf DVD: Der große Marsschwindel

Verschwörungs-Klassiker aus dem Jahr 1978 erfährt im Fake-Zeitalter eine Neuauflage auf DVD und Bluray Das Misstrauen gegen Regierungen und das, was manche Menschen diffus als „das System“ wahrnehmen, ist im Internet-Zeitalter groß: Heute wirft jeder jedem vor, „Fake News“ zu verbreiten und die Überzeugung, dass Politiker sowieso nur lügen, ist weitverbreitet. Doch dieses Grundmisstrauen ist nicht erst mit dem Internet entstanden: Schon in den 1960ern und 1970ern erlebte die westliche Welt eine Renaissance des Zynismus. Kaum hatten amerikanische Astronauten den Fuß auf den Mond gesetzt, kursierten gleich Gerüchte, Washington habe die Mondlandung nur gestellt. Dieses Motiv hat Regisseur Peter Hyams („2010 – Das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen“) im Jahr 1978 in seinem Science-Fiction „Unternehmen Capricorn“ („Capricorn One“) verarbeitet: Darin erzählt er von einer angeblichen Mars-Landung der NASA, die sich schließlich als großer Schwindel entpuppt. Passend zum zynisch-paranoiden Geist unserer Zeit hat der Multimedia-Verlag „Koch“ diesen Science-Fiction-Klassiker neu fürs Heimkino veröffentlicht.

Ein "Star Wars"-Film ohne Stormtrooper? Schlecht vorstellbar. Abb.: Lucasfilm LFL 2016

15 % weniger Kinobesucher

Starker Umsatzrückgang in deutschen Filntheatern Berlin, 20. August 2018. Die deutschen Kinos mussten im ersten Halbjahr 2018 deutliche Besucher- und Umsatzeinbußen verkraften. Das geht aus einer heute veröffentlichten Statistik der Filmförderanstalt (FFA) aus Berlin hervor. Demnach verkauften die Filmtheater nur 51 Millionen Tickets von Januar bis Ende Juni 2018. Das waren 15,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Umsätze schrumpften um 15,3 Prozent auf 439 Millionen Euro.

Eigentlich wollte Gabriel (Eric Hunter) seinen Großvater abmurksen, weil sein Kanstkumpel ihm diesen Floh ins Ohr gesetzt hat. Doch bald merkt er: Großvater und Enkel, beide Veteranen verschiedener Kriege, haben mehr gemein, als ihm lieb ist. Foto: Bogumił Godfrejów für die Weydemann-Bros. GmbH

„In the Middle of the River“: Ein Ertrinkender auf Mörderhatz

Faszinierende Krimi über eine Spirale aus Gewalt, Ohnmacht und Rassismus am Rande eines Indianerreservats Mit „In the Middle of the River“ hat Regisseur Damian John Harper ein bedrückendes Krimi-Drama auf die Leinwand gebracht: Über einen Mikrokosmos rings um ein Indianerreservat in den USA. Er zeigt eine Welt voller Gewalt, Ohnmacht, Waffennarretei und Rassismus, an der der Einzelne verzweifelt – oder selbst zum Täter wird. Seit heute erleuchtet diese US-amerikanisch-deutsche Koproduktion die hiesigen Programmkinos.

Rätselraten in Broadchurch: Alec Hardy (David Tennant) und Ellie Miller (Olivia Colman) jagen einen Vergewaltiger. Szenenfoto: Studiocanal/ ITV Rätselraten in Broadchurch: Alec Hardy (David Tennant) und Ellie Miller (Olivia Colman) jagen einen Vergewaltiger. Szenenfoto: Studiocanal/ ITV

„Broadchurch 3“: Vergewaltiger erschüttert Bilderbuch-Gemeinde

Letzte Staffel der britischen Krimserie in Deutschland auf Bluray erschienen „Broadchurch“ ist ein wunderschöner Ort, an dem die schrecklichsten Dinge passieren: In Staffel 1 dieser britischen Krimi-Serie wurde ein Kind ermordet, wie ein Stück Abfall über die Klippen geworfen.. In der nun fürs Heimkino veröffentlichten Staffel 3 jagen die Detektives Alec Hardy (David Tennant, „Dr. Who“) und Ellie Miller (Olivia Colman) diesmal einen Sexgangster, der die 49-jährige Trish Winterman (Julie Hesmondhalgh) bei einer Großparty vergewaltigt hat.

Wer die Datenbrille aufsetzt, kann sowohl seine reale Umgebung wie auch computergenerierte Welten sehen. Foto: Fraunhofer FEP Dresden

Kinos verkaufen weniger 3D-Tickets

Anteil der 3D-Film am Gesamtmarkt schrumpft wieder Berlin, 8. Juli 2018. Die Rolle von 3D-Filmen für den Kinomarkt in Deutschland sinkt: Konnten die deutschen Filmtheater im Jahr 2015 noch 28 Millionen Eintrittskarten für 3D-Filme verkaufen, waren es im Jahr 2017 nur noch 23 Millionen, also 17 % weniger. Das geht aus der Sonderauswertung „Kinobesucher von 3D-Filmen 2017“ hervor, die die Filmförderungsanstalt (FFA) in Berlin nun vorgelegt hat.

Roboter rotten auf Geheiß der KI die Menschheit aus. Szenenfoto: Eurovideo

Bluray „Singularity“: Die KI erwacht – und knipst uns aus

Dystopischer Science-Fiction fürs Heimkino erschienen Was passiert, wenn einer unserer Computer eines Tages echte Intelligenz, echtes Bewusstsein entwickelt? Für die Menschheit kann dieses einzigartige Ereignis, diese Singularität, nicht gut ausgehen, meint Regisseur Robert Kouba in seinem dystopischen Science-Fiction „Singularity“. Der ist nun fürs Heimkino erschienen.

Damiel (Bruno Ganz) und Cassiel (Otto Sander) wandeln auf dem Todesstreifen. Foto: Wim Wenders Stiftung 2017

Bluray: Der Himmel über Westberlin strahlt wieder in schönstem Grau

Wim Wenders hat seinen Klassiker über die Engelsbesuche in der geteilten Stadt digital restauriert Die Wim-Wender-Stiftung hat den Klassiker „Der Himmel über Berlin“ rekonstruiert und in einer hochaufgelösten Digitalversion ins Heimkino gebraucht. Der damals noch recht junge Regisseur Wim Wenders hatte in diesem cineastischen Panoptikum 1987 zwei – zunächst unsichtbare – Engel nach Berlin geschickt und sie das ganz eigene Lebensgefühl der geteilten Stadt einatmen lassen.