Alle Artikel in: Filme

Videorezensionen

Hanna (Hani Furstenberg) will zunächst nicht wahrhaben, dass sie einen Beschützer erschaffen hat, der zugleich Vernichter ist. Abb.: Sony

Bluray „Golem Wiedergeburt“: Hanna beschwört einen Horror-Beschützer

100 Jahre nach Paul Wegener interpretieren die Paz-Brüder eine alte jüdische Legende neu Mit seinem expressionistischen Stummfilm „Der Golem, wie er in die Welt kam“ setzte der deutsche Regisseur Paul Wegener vor 100 Jahren einer alten jüdischen Legende ein Denkmal – und prägte unser Bild von diesem mystischen Beschützer der jüdischen Diaspora in Europa. Die Gebrüder Yoav und Doron Paz haben in ihren Horrorfilm „Golem Wiedergeburt“, der nun fürs deutsche Heimkino erschienen ist, die Wegener-Ideen aufgenommen, aber der alten Legende auch einen neuen Dreh gegeben.

Hasst immer mehr seine neuen Hände: der einst so erfolgreiche Konzertpianist Paul Orlac (Conrad Veidt). Szenenfoto: Absolut Medien

Pianist bekommt nach Unfall Mörderhände

Restaurierter Stummfilm-Gruselklassiker „Orlacs Hände“ auf DVD erschienen Mit „Orlacs Hände“ hat „Absolute Medien“ einen österreichischen Stummfilmklassiker in restaurierter Fassung nun fürs Heimkino veröffentlicht. Das Werk aus dem Jahr 1924 von Robert Wiene ist eine Mischung aus Krimi und Horrorfilm – und thematisiert gleichermaßen Entfremdung und Täuschung.

Da sind flinke Füße gefragt: Vivi (Gro Swantje Kohlhof) entfleucht auf einer Staumauer einer Zombie-Herde. Bildschirmfoto aus "Endzeit" von Anke Neugebauer, ZDF, Arte, Grown Up

„Endzeit“: Die Zombie-Apokalypse tobt in Weimar

Feminine Produktion skizziert Untergang als Öko-Strafparabel Die Zombie-Apokalypse rückt näher: In „Endzeit“ röcheln sich die Untoten durch Thüringen und schnabulieren alle, die nicht mit der Natur verwachsen sind. Regisseurin Carolina Hellsgård skizziert in ihrer Zombie-Ökoparabel die Seuche als gerechte Strafe für eine umweltzerstörerische Menschheit. Zu sehen ist das postapokalyptische Frauen-Roadmovie ab 22. August 2019 in den deutschen Kinos.

war vielleicht doch keine so gute Idee, in der Geisterstadt Epecuén einen Dokfilm drehen zu wollen. Abb.: Busch Media

„What the Waters left behind“: Zwischen den Ruinen lauern die Schlächter

Argentinischer Horrorfilm bedient sich aus dem klassischen Genre-Repertoire Eine Springflut überflutet den beliebten beliebten Ferienort Epecuén in Argentinien – und vernichtet das Leben der Einwohner. Erst 30 Jahre später zieht sich das Salzwasser zurück. Zum Vorschein kommt eine zerstörte Stadt. Ein junges Team voller aufreizender Chicas macht sich im Kleinbus auf, um eine Dokumentation darüber drehen. Doch als das Fahrzeug mit einer Panne inmitten der Ruinen steckenbleibt, rächen sich die einst Zurückgelassenen an den Lebenden… Diesen Plot haben die argentinischen Brüder Luciano und Nicolas Onetti zum Horrorfilm „What the Waters left behind“ verarbeitet, der inzwischen auch in Deutschland fürs Heimkino erhältlich ist – aber nur für Volljährige.

Inae (Si-young Lee) kann es nicht leiden, wenn ihre Schwester entführt und zur Sexsklavin gemacht wird. Szenenfoto aus "No Mercy": Busch Media

Rache-Thriller „No Mercy“: Koreanische Kampfgrazie sieht rot

Schwester räumt mit Hammer, Faust und Elektroschocker im Heimkino auf Wer wissen will, wie Rache in Korea serviert wird, mag sich „No Mercy“ zu Gemüte führen: Der Revenge-Thriller aus Fernost zeigt eine schlagfertige Schwester, die in der Gangsterszene mit Hammer, Faust und Elektroschocker ziemlich gründlich aufräumt. Erschienen ist das Gemetzel nun in Deutschland fürs Heimkino.

Pablo Picasso. Foto: Gjon Mili/, Time Life Pictures, Getty Images, Absolut Medien

DVD „Picasso“: Er tötete, was er liebte

Filmische Biografie über den Meister des Kubismus auf DVD erschienen Seine Friedenstaube kannte – zumindest im Ostblock – jedes Kind. Seine „Demoiselles d’Avignon“, die eigentlich Huren statt Jungfern waren, mögen vielleicht auch noch viele gesehen haben. Aber dass das Werk von Pablo Picasso (1881-1973) tatsächlich Tausende Skizzen, Gemälde, Skulpturen und Installationen vom Realismus bis zum Kubismus umfasste, ist wohl Wenigen bewusst. Wer jedoch war eigentlich der Mensch hinter dieser kreativen Flut? Dieser Spanier mit den intensiven Augen, der die meiste Zeit seines Lebens in Frankreich verbrachte? Der parallel zu George Braque den Kubismus begründete? Und der heute als einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts gilt? Im biografischen Dokumentarfilm „Picasso – Bestandsaufnahme eines Lebens“, der auf DVD erschienen ist, gehen Hugues Nancy und Olivier Widmaier Picasso diesen Fragen nach.

Da haben sich zwei gefunden: Reed (Christopher Abbott) will Jackie (Mia Wasikowska) zerstückeln. Doch die hat so ihre eigenen Pläne. Bildschirmfoto: Busch Media

„Piercing“ auf Bluray: Mörderischer Familienvater trifft durchgeknallte SM-Hure

Sadomaso-Horrorkomödie nach einem Roman von „Tokio Dekadenz“-Autor Japaners Ryū Murakami fürs Heimkino erschienen Was tun, wenn in Dir der unbändige Wunsch zu töten hochkocht – aber das dir selbst irgendwie gesellschaftlich nicht ganz konform erscheint? In „Piercing“ spielt Regisseur Nicolas Pesce diese Fantasie durch – und stützt sich dabei auf den Roman des Japaners Ryū Murakami („Tokio Dekadenz“). Erschienen ist dieser Im nicht-pornografische Sadomaso-Film nun auf DVD und Bluray.

Mia (Victoria Schulz) verwandelt sich schrittweise in die Anime-Superheldin Kimiko, die gegen Elektromonster ankämpft. Foto: NiKo-Film, Hannes-Hubac

„Electric Girl“ im Kino: Anime-Heldinnen mögen’s schrill

Hamburger Dramakomödie um eine Synchro-Sprecherin, die sich zu sehr mit ihrem filmischen alter ego identifiziert „Electric Girl“ ist eine skurrile, oft knallbunte Parabel auf unsere Sehnsüchte und Fantasien: inmitten dieser schnöden Welt einmal ein Superheld sein, von allen bejubelt. Zu sehen ist die deutsch-belgische Mischung aus Realfilm und Anime nun im Kino.

Die Morde und privaten Schicksalsschläge schleudern den Polizisten Peder Rydh (Alexej Manvelov) immer mehr aus der Bahn. Foto: Glücksstern

„Stockholm Requiem“ auf DVD: Kindermörder und Sterntaler

Schwedische Thrillerserie fürs Heimkino erschienen Die Polizei findet zwei jüdische Kinder, den Jungen sind Papiertüten mit aufgemalten Gesichtern über den Kopf gestülpt. Das Werk brutaler Antisemiten? Oder hat diese Papierjungen-Staffierung etwas mit der Vergangenheit der Eltern in einem israelischen Kibbuz zu tun? Ein knifflige Frage, auf die die Stockholmer Polizeichefin ein gemischtes Ermittlerteam ansetzt: Alte Hasen wie die Ermittler Alex Recht (Jonas Karlsson) und Peder Rydh (Alexej Manvelov), aber eben auch die Kriminologin Fredrika Bergman (Liv Mjönes), die zunächst recht frostig in der Truppe aufgenommen wird…

Angelino (rechts) hängt als ewiger Looser mit seinen Ghetto-Freunden Vinz und Willy ab - bis ein Unfall ihn die ganze Niedertracht "des Systems" erkennen lässt.- Szenenfoto:_ Eurovideo

Comicverfilmung „Mutafukaz“: Pizzabote durchschaut das System – und das jagt ihn

Abgedrehter, surrealer Animations-Thriller aus Frankreich „Mutafukaz“ ist ein abgedrehter, anarchistisch anmutender Comic aus Frankreich. Regisseur Guillaume „RUN“ Renard erzählt darin von einem Pizza-Boten, der nach einem Mopedunfall das ganze Ausmaß einer Verschwörung erkennt – und ins Kreuzfeuer des Systems gerät. Erschienen ist dieser wilde Animationsfilm nun auf DVD und Bluray.

Mörder Monte (Robert Pattinson) hatte sich auf der langen Reise durchs All zur Masturbation-Askese entschlossen - doch ide listige Dr. Dibs entrang ihm doch den Samen und erzeugte damit das einzig überlebende Baby im Raumschiff. Szenenfoto: Pandora

Sci-Fi „Highlife“: Schiff voller Triebtäter auf dem Weg ins Schwarze Loch

Finsteres, klaustrophobisches Kammerspiel über Sex, Einsamkeit und Mordlust mit Juliette Binoche, Robert Pattinson „Highlife“ mit Juliette Binoche („Chocolat“, “Godzilla“) Twilight.-Vampir Robert Pattinson (“Harry Potter“), das kürzlich in den Kinos anlief, ist kein ganz klassischer Science-Fiction-Film: Regisseurin Claire Denis hat hier vielmehr ein Stück über Sex und Einsamkeit vorgelegt, komprimiert auf ein im All fliegendes Gefängnisschiff, das dem sicheren Untergang entgegenrast.

Gerät bald selbst ins Kreufeuer: Der ehemalige (und leicht vereinsamte) Stockholmer Kommissar Erik Bäckström (Rolf Lassgård). Foto: Edel-Motion

Krimserie „Jäger“ auf DVD: Blutiges Gold im Samenland

Schwedischer Thriller mit Rolf Lassgård Mit „Jäger – tödliche Gier“ haben die Schweden wieder mal eine packende und erdverbundene Krimserie der Oberklasse abgeliefert. In der Hauptrolle agiert als pensionierter Kommissar: Rolf Lassgård („Wallander“). Der hatte bereits in den Vorgänger-Spielfilmen wie „Nacht der Jäger“ den kantigen Ermittler Erik gespielt, der überall aneckt – und auch in der Serie wieder einmal zu Höchstform aufläuft. Erschienen ist die erste Staffel der Jäger-Serie nun auf DVD.

Werfen ihre Ideale über Bord, als sie versuchen, die Bank ihrer Familie vor einer feindlichen Übernahem zu retten: Simon und Amanda Absalonsen. Abb.: Bildschirmfoto von "Follow the Money 2"

„Follow the Money 2“: Den Brankrottmachern auf der Spur

Neue Staffel von den „Borgen“-Machern auf DVD erschienen Nachdem sie in der ersten Staffel den Ökostrombetrügern von „Energreen“ den Garaus gemacht haben, nehmen die „Borgen“-Macher diesmal andere Wirtschaftskriminelle ins Visier: In der nun auf DVD erschienenen zweiten Staffel von „Follow the Money“ erzählen sie die Geschichte einer kleinen Privatbank, deren Eigner genossenschaftliche Crowdfunding-Ideale predigen, die sie aber rasch auf dem Alter der größten dänischen Bank. Und mittendrin sind wieder die – mittlerweile vorbestrafte – Finanzjuristin Claudia Moreno (Natalie Madueño), den Polizisten Mads Justesen (Thomas Bo Larsen) und Alf Rybjerg (Thomas Hwan) von der Wirtschaftskripo sowie der schwedische Killer-Opa (Claes Ljungmark) aus dem ersten Teil.

Die Matrosen Karl Artelt (Lucas Prisor), Werner Riedel (Andreas Dobberkau) haben sich bewaffnet und erzwingen von der Reichsbahn-Aufsicht eine Auskunft, wann der Zug mit Soldaten in Kiel eintrifft. Sie wollen erreichen, dass sich die Soldaten mit den Matrosen verbünden statt auf sie zu schießen. Abb.: Absolut Medien

Dokudrama „1918“: Warum meuterten die Matrosen?

Seine Kriegsflotte war Kaiser Wilhelms ganzer Stolz – und doch zündete gerade dort die Revolution Die Kriegsmarine war des Kaisers ganzer stolz: Immer wieder warb Wilhelm II. im Reichstag um Geld für seine Flotte, immer wieder besuchte er die Panzerkreuzer und Linienschiffe. Und diese Begeisterung steckte an: Matrosenanzüge gehörten vor dem Ersten Weltkrieg zur Top-Mode für deutsche Buben. Warum waren es dann ausgerechnet die Matrosen, die gegen Kriegsende meuterten und den Funken für die Revolution zündeten, die schließlich Kaiser und maritime Gloria hinwegfegten? Dieser Frage geht Regisseur Jens Becker in seinem Doku-Drama „1918 – Aufstand der Matrosen“ nach, das nun auf DVD erschienen ist.