Alle Artikel in: Filme

Videorezensionen

Rabe Socke will den Schatz finden, um König zu werden. Seine Freund Eddi-Bär und der kleine Dachs begleiten ihn. Szenenbild: Leonnie Kids

DVD: Rabe Socke sucht den verlorenen Schatz

Vergessene Karte führt den Trickfilmvogel und seine Freunde durch die Wildnis Ein kleiner Trickfilm-Held besteht ein neues Abenteuer und fliegt damit ins deutsche Heimkino ein: In „Rabe Socke – Suche nach dem verlorenen Schatz“ bietet Kindern über eine Stunde Abenteuerspaß mit dem Frechvogel und seinen Freunden.

Eine äußerlich wie auch moralisch verkommene Truppe bewacht in dem australischen Gefangenendorf die Sträflinge. Foto: Matt Nettheim für Causeway - Koch Films

Fesselnder Rachethriller „Nightingale“

Eine brillante Aisling Franciosi als gedemütigte Gefangene, die singt und buckelt, wütet und zurückschreckt Gewalt, finsterster Rassismus, Hochmut und Demütigung sind Grundthemen in „Nightingale“. Der australische Rache-Thriller von Jenifer Kent wandelt am Rande der „Zivilisation“, dort, ein Menschenleben kaum etwas zählt – und schon gar nicht das der Aborigines. Der bemerkenswerte Film über den Rachefeldzug einer Frau ist nun als Videostrom für deutsche Heimkino-Freunde verfügbar.

Fuchteln nicht mit Samurai-Schwertern rum wie die alten Yakuza, sondern drücken ab: Die chinesischen Gangster und Gangsterinnen denken effizient, global und zielorientiert. Szenenfoto aus Takashi Miikes "First Love" / Eurovideo

„First Love“: Draufhacken, bis keiner mehr steht

Verwickelter Yakuza-Thriller im „Pulp Fiction“-Stil von Takashi Miike im Videostrom Im Thriller „First Love“ stimmt Japans Meisterregisseur Takashi Miike den Abgesang auf eine untergehende Spezies und sein altes Lieblingsthema an: die Yakuza. Die ehemals so gefürchteten japanischen Gangsterbanden mit ihrem ganz eigenen Moralkodex haben sich in der globalisierten Welt von heute überlebt, zerfleischen sich nur noch gegenseitig und weichen vor den neuen chinesischen Triaden vom Festland Schritt für Schritt zurück.

Die Schlangendämoninnen Xiao-Bai (links) und ihre Schwester sind oft sehr unterschiedlicher Meinung über den wert oder Unwert der Menschen. Ausschnitt aus "White Snake" (Eurovideo

„Whitesnake“: Chinesische Liebeslegende im Heimkino

Romanze zwischen Mensch und Dämon als Animationsfilm mit viel Sinn für Farbästhethik Mit „White Snake“ veröffentlicht Eurovideo nun für deutsche Heimkinofreunde einen faszinierenden Animationsfilm, der auf alten Legenden über Liebe und Dämonen basiert. Dabei zeigen die Chinesen wieder einmal, dass ihre Erzählmuster und ästhetischen Vorstellungen sich manchmal recht spürbar von europäischen Konventionen oder selbst japanischen Anime unterscheiden.

Natalie-Portman ist in "Vox Lux" eine zunehmend umstrittene und innerlich zerrüttete Popsängerin. Foto: Koch-Films, Atsushi-Nishijima

Bluray „Vox Lux“: Natalie Portman als instabiler Popstar

Drama skizziert den Aufstieg und innerlichen Zerfall einer Diva Wieviel Ruhm und Glamour bedarf es, um einen Menschen völlig zu korrumpieren, bis er oder sie zu einer bloßen Kunstfigur wird, dessen ursprünglicher Wesenskern kaum noch erkennbar ist? Dieser Frage geht Regisseur Brady Corbet in (Werbung:) „Vox Lux“* nach, das er prominent mit Natalie Portman (“Leon der Profi”, “Starwars”, “Thor“) als Sängerin Celeste und anderen Schauspiel-Stars besetzt hat. Erschienen ist das Künstler-Drama nun für den deutschen Heimkinomarkt.

Wie eine Motte, die dem Licht zu nahe kommt: Daisy Ridley als eine Ophelia, die aus "niederen" Verhältnissen stammt, dann aber die Liebe des Dänenprinzen Hamlet entfacht - und ins Fegefeuer der Machtränke gerät. Szenenfoto: Koch Films

„Ophelia“: Hamlet-Tragödie aus weiblicher Sicht

Ex-Jedi-Ritterin Daisy Ridley zeigt des Prinzen Liebste als Akteurin statt Opfer Seit jeher sind wir gewöhnt, die Tragödie von Helsingör aus den Augen des Dänenprinzen zu sehen. Hamlets Liebste Ophelia ist bei Shakespeare nur ein Opfer, kaum Akteurin. Regisseurin Claire McCarthy hat diesen Spieß umgedreht: Bei ihr ist es Ophelia, die als einzige den Irrsinn von Rache und Gegenrache durchbricht und dem Massaker der Männer mit List und Entschlossenheit entrinnt.

Will etwas tun, weil seine Die "Söhne Dänemarks" erschießen am Wahlabend auch Polizisten. Szenenfoto aus: Sons of Denmark, Koch-Films

Agitprop-Parabel „Sons of Denmark“ über den Weg in den Terror

Politthriller im Heimkino verfügbar Ein Plädoyer gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsradikale in Dänemark hat Regisseur Ulaa Salim mit „Sons of Denmark“ gedreht. Zeigen will er in seiner in der nahen Zukunft angesiedelten Dystopie, warum aus seiner Sicht Menschen aus Einwandererfamilien zu Terror und Mord getrieben werden. Erschienen ist dieser streitbare Polit-Thriller inzwischen im deutschen Heimkino.

Thor (Roland Møller) schwingt den Hammer - und fast alle fürchten sich. Szenenfoto (Koch-Film) aus: „Walhalla – Die Legende von Thor“

„Walhalla – Die Legende von Thor“ auf Bluray: Bauernmädchen im Ragnarök

Blasse dänische Fantasy-Adaption der Edda-Sagenwelt Seit Hollywood die alten Geschichten aus der Edda als Comics neu verwurstet hat, gelten Thor, Loki und Konsorten wieder als Stars. Auf diesen Zug zwischen Midgard und Asgard sind auch die Skandinavier aufgesprungen: Der dänisch-irakische Regisseur Fenar Ahmad hat ein paar der alten nordischen Sagen mit einer Geschwistergeschichte kombiniert und sie als „Walhalla – Die Legende von Thor“ verfilmt. Ende April 2020 erscheint der Fantasy-Streifen in Deutschland im Heimkino-Format.

Auch ein paar gierige Amateure sind auf den Geldkoffer aufmerksam geworden und versuchen, auch am großen Rad zu drehen. Repro: Absolut Medien

DVD „Have A Nice Day“: Wilde Hatz im Stile Tarantinos

Chinesischer Thriller-Comic fürs deutsche Heimkino veröffentlicht Einen wilden Thriller-Animationsfilm im Stil von Quentin Tarantino und Guy Ritchie kredenzt der chinesische Regisseur Liu Jian nun auch dem deutschen Heimkino-Publikum. In „Have A Nice Day“ jagen Profi- und Möchtegern-Gangster um – welch Überraschung – einen Koffer voller Geld.

Das Luxus-Raumschiff "Aniara" startet von der Erde gen Mars. Szenenfoto: Magnolia Pict.

Science-Fiction-DVD „Aniara“: Reise ins Nichts

Schweden haben das dystopische Versepos ihre Nobelpreisträgers Martinson über ein völlig aus der Bahn geratenes Luxus-Raumschiff verfilmt Ein kleines Stück Weltraumschrott verändert das Leben Tausender Menschen: Aufgebrochen waren sie für einen kurzen Trip zum Mars, doch dann wird daraus eine Reise in die Unendlichkeit. Was macht die Gewissheit, die Familie daheim niemals wiederzusehen, nie wieder durch einen Wald zu gehen oder den Wind auf der Haut zu spüren, aus den Menschen? Verzweifeln oder wachsen sie? Der Schwede Harry Martinson schrieb darüber vor über 60 Jahren das Gedicht „Aniara“ – und bekam dafür den Literatur-Nobelpreis. Pella Kågerman und Hugo Lilja machten aus der epischen Geschichte einen anderthalbstündigen Science-Fiction-Film. Das dystopische Werk ist nun in Deutschland fürs Heimkino erschienen.

Quentin Tarantino (links) und George Clooney als die Gecko-Brüder. Foto: Studiocanal

Für den Heimkino-Junkie: „Tarantino – The Bloody Genius“

Doku setzt dem Meister der Blutfontänen ein Denkmal Mit Gangster-, Schwertkampf und Genre-Collagen wie „Kill Bill“, Reservoir Dogs“ und „Pulp Fiction“ hat Videotheken-Junkie Quentin Tarantino vor allem in den 1990ern Filmgeschichte geschrieben und sich eine treue Fan-Gemeinde geschaffen. Inzwischen hat Tara Wood der US-amerikanischen Regie-Ikone mit „Tarantino – The Bloody Genius“ ein filmisches Denkmal gesetzt, das nun auch in Deutschland verfügbar ist – natürlich für Heimkinofreunde.

Es gibt nur eines, was der junge Nicola (Francesco di Napoli) noch mehr liebt, als seine Clique: Seinen Bruder Christian (Luca Nacarlo). Foto: Prokino

„Paranza – Der Clan der Kinder“: Mafiathriller um eine Jugendgang aus Neapel

Krimi von Saviano und Giovannesi fürs Heimkino erhältlich Sie sind wild auf Sneakers, teure Klamotten und Uhren, vor allem aber auf die bewundernden Blicke der Mädchen: eine Bande Jugendlicher in Neapel, die in ihrer Gier nach „mehr“ erst zu Erpressern, dann zu Mördern werden. Der italienische Autor Roberto Saviano hat darüber ein Buch geschrieben, das Regisseur Claudio Giovannesi schließlich verfilmt hat. Der Mafiathriller „Paranza – Der Clan der Kinder“ ist nun auch im deutschen Heimkino verfügbar.