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Videorezensionen

Ungleiches Ermittler-Duo: Pierre Niémans (Olivier Marchal) und Camille Delaunay (Erika Sainte). Szenenfoto aus: Die Purpurnen Flüsse, Staffel 2

2. Staffel der “Purpurnen Flüsse”: Ritualmorde und der Preis der Schönheit

Bizarre Verbrechen in der französischen Provinz Der ruppige Altkommissar und seine verdeckte Jungermittlerin sind zurück: Die französische Thriller-Serie “Die purpurnen Flüsse” hat eine zweite Staffel bekommen, die nun auch für die deutschen Heimkinofreunde als Videostrom verfügbar ist. Und wieder müssen die beiden knietief durch Blut waten, mit religiösen Eiferern fertig werden und die Arroganz der Mächtigen durchbrechen, um vier bizarre Mordserien zu lösen.

Hat gerade wieder einen General abgemurkst, wird dabei aber in eine Falle gelockt: Jessica Chastain als Ava. Szenenfoto aus: "Code Ava", Eurovideo

Thriller „Code Ava“ auf DVD: Profikillerin unter Beschuss

Mix aus Krimi und Familiendrama fürs Heimkino Als Genremix von Agententhriller und Familiendrama hat Regisseur Tate Taylor seinen Film „Code Ava – Trained To Kill“ angelegt. Darin erzählt er im Stil von „Nikita“ und „Anna“ über Ava (Jessica Chastain), die sich von ihrer Familie abwendet, um Auftragsmörderin zu werden, aber schließlich doch zu ihren Wurzeln zurückkehrt. Erschienen ist dieser Krimi nun auch fürs Heimkino in Deutschland.

Führt die Briten mit flotten Sprüchen in eine entmenschlichte Zukunft: Emma Thompson als Vivienne Rook - eine Art weibliche und englische Version von Donald Trump. Szenenfoto aus: "Years and Years", Studiocanal

„Years and Years“: Dystopie über den Verlust unserer Welt

BBC-Serie reist 15 Jahre in eine populistische, entmenschlichte Zukunft Was geschieht mit der Welt, wenn skrupellose Demagogen weltweit in der Politik die Überhand gewinnen? Der britische Autor Russell T. Davies („Dr. Who“, „Torchwood“) gibt in seiner – nun auch in Deutschland fürs Heimkino erschienenen – dystopischen BBC-Serie „Years and Years“ eine sehr pessimistische Antwort: Dann steht bald „die ganze Welt in Flammen“, lässt er die populistische Politikerin Viv Rook (glänzend: Emma Thompson) prophezeien.

Ein historischer Kinoprojektor. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Filmförderanstalt warnt vor Kino-Sterben

Gastro-Verbot oder gar zweite Corona-Schließung würden viele Filmtheater existenziell bedrohen Berlin, 23. Oktober 2020. Viele Filmtheater-Betreiber sind überzeugt: Eine weitere Ausgangssperre mit Schließungen werden viele Kinos in Deutschland – die ohnehin unter dem Konkurrenzdruck durch expandierende Streaming-Videodienste stehen – nicht überleben. Nun hat auch die Filmförderanstalt (FFA) in Berlin vor eine Pleitewelle gewarnt.

Belgische Partisanen im deutschen U-Boot auf dem Weg gen USA. Szenenfoto: Eurovideo

U-235: Belgier als furchtlose U-Boot-Chaoten

Weltkriegs-Thriller schreibt Geschichte um: Atombombe war eigentlich flämisch Belgien wird außerhalb der belgischen Landesgrenzen oft nur mit Waffeln, Schokolade, dem EU-Sitz und als alter Zankapfel benachbarter Großmächte wahrgenommen. Das ist natürlich ungerecht und daran will Regisseur Sven Huybrechts etwas ändern: Im U-Boot-Thriller „U 235“, der nun fürs deutsche Heimkino erschienen ist, hat er Belgien eine weit aktivere Rolle für den Ausgang des II. Weltkriegs zugewiesen als bisher bekannt.

Die junge und hochverschuldete Wirtschaftsanwältin Emily (Josefin Asplund) will Anteilseignerin ihrer Kanzlei werden und nimmt deshalb auch riskante Aufträge an. Szenenfoto: Senay Berhe, aus "Hidden Agenda"

Stockholms Hochglanzwelt und die Balkanmafia: „Hidden Agenda“ auf DVD

Die Macher der „Brücke“ kratzen in ihrer neuen Thriller-Serie am Lack der Reichen und Paten Ganz unterschiedliche Parallelgesellschaften in Stockholm stehen im Mittelpunkt der neuen schwedischen Krimiserie „Hidden Agenda“ der Produzenten von „Die Brücke“: Auf der einen Seite der Filz der Reichen und Hochglanzgelackten, der Unternehmer und ihrer Wirtschaftsanwälte, die sich gerne auch mal übers Gesetz stellen und Verstöße unter der Hand ausgleichen. Und auf der anderen Seite das Milieu der Einwanderer vom Balkan, der serbischen „Paten“ und der kleinen Krauter, die ihre Vergangenheit doch nicht zu entfliehen vermögen, so sehr sie sich auch abstrampeln. Und in diesem Spannungsfeld dreht sich mit wachsendem Tempo aus Rache und Gegenrache, Entführung, erzwungenen Unternehmensfusionen, Mord und Totschlag. Erschienen ist der Achtteiler nun fürs deutsche Heimkino.

Don Minu ist schon halb blind - doch er wittert, wenn sich die Mafia-Clans gegen ihn zu erheben drohen. Szenenfoto aus "Zerozerozero", Studiocanal

„Zerozerozero“: Blut, Gier und 5 Tonnen Koks

Spannende Mafia-Thrillerserie erzählt über den Weg einer Drogenlieferung von Mexiko nach Italien In der knackigen Thriller-Serie „Zerozerozero“, benannt nach der höchsten Koks-Reinheitsstufe, verfolgt der Zuschauer den Weg von fünf Tonnen Kokain von Mexiko über Afrika bis nach Süditalien. Erschienen ist dieses achtteilige Epos nun fürs deutsche Heimkino.

Rabe Socke will den Schatz finden, um König zu werden. Seine Freund Eddi-Bär und der kleine Dachs begleiten ihn. Szenenbild: Leonnie Kids

DVD: Rabe Socke sucht den verlorenen Schatz

Vergessene Karte führt den Trickfilmvogel und seine Freunde durch die Wildnis Ein kleiner Trickfilm-Held besteht ein neues Abenteuer und fliegt damit ins deutsche Heimkino ein: In „Rabe Socke – Suche nach dem verlorenen Schatz“ bietet Kindern über eine Stunde Abenteuerspaß mit dem Frechvogel und seinen Freunden.

Eine äußerlich wie auch moralisch verkommene Truppe bewacht in dem australischen Gefangenendorf die Sträflinge. Foto: Matt Nettheim für Causeway - Koch Films

Fesselnder Rachethriller „Nightingale“

Eine brillante Aisling Franciosi als gedemütigte Gefangene, die singt und buckelt, wütet und zurückschreckt Gewalt, finsterster Rassismus, Hochmut und Demütigung sind Grundthemen in „Nightingale“. Der australische Rache-Thriller von Jenifer Kent wandelt am Rande der „Zivilisation“, dort, ein Menschenleben kaum etwas zählt – und schon gar nicht das der Aborigines. Der bemerkenswerte Film über den Rachefeldzug einer Frau ist nun als Videostrom für deutsche Heimkino-Freunde verfügbar.

Fuchteln nicht mit Samurai-Schwertern rum wie die alten Yakuza, sondern drücken ab: Die chinesischen Gangster und Gangsterinnen denken effizient, global und zielorientiert. Szenenfoto aus Takashi Miikes "First Love" / Eurovideo

„First Love“: Draufhacken, bis keiner mehr steht

Verwickelter Yakuza-Thriller im „Pulp Fiction“-Stil von Takashi Miike im Videostrom Im Thriller „First Love“ stimmt Japans Meisterregisseur Takashi Miike den Abgesang auf eine untergehende Spezies und sein altes Lieblingsthema an: die Yakuza. Die ehemals so gefürchteten japanischen Gangsterbanden mit ihrem ganz eigenen Moralkodex haben sich in der globalisierten Welt von heute überlebt, zerfleischen sich nur noch gegenseitig und weichen vor den neuen chinesischen Triaden vom Festland Schritt für Schritt zurück.

Die Schlangendämoninnen Xiao-Bai (links) und ihre Schwester sind oft sehr unterschiedlicher Meinung über den wert oder Unwert der Menschen. Ausschnitt aus "White Snake" (Eurovideo

„Whitesnake“: Chinesische Liebeslegende im Heimkino

Romanze zwischen Mensch und Dämon als Animationsfilm mit viel Sinn für Farbästhethik Mit „White Snake“ veröffentlicht Eurovideo nun für deutsche Heimkinofreunde einen faszinierenden Animationsfilm, der auf alten Legenden über Liebe und Dämonen basiert. Dabei zeigen die Chinesen wieder einmal, dass ihre Erzählmuster und ästhetischen Vorstellungen sich manchmal recht spürbar von europäischen Konventionen oder selbst japanischen Anime unterscheiden.

Natalie-Portman ist in "Vox Lux" eine zunehmend umstrittene und innerlich zerrüttete Popsängerin. Foto: Koch-Films, Atsushi-Nishijima

Bluray „Vox Lux“: Natalie Portman als instabiler Popstar

Drama skizziert den Aufstieg und innerlichen Zerfall einer Diva Wieviel Ruhm und Glamour bedarf es, um einen Menschen völlig zu korrumpieren, bis er oder sie zu einer bloßen Kunstfigur wird, dessen ursprünglicher Wesenskern kaum noch erkennbar ist? Dieser Frage geht Regisseur Brady Corbet in (Werbung:) „Vox Lux“* nach, das er prominent mit Natalie Portman (“Leon der Profi”, “Starwars”, “Thor“) als Sängerin Celeste und anderen Schauspiel-Stars besetzt hat. Erschienen ist das Künstler-Drama nun für den deutschen Heimkinomarkt.

Wie eine Motte, die dem Licht zu nahe kommt: Daisy Ridley als eine Ophelia, die aus "niederen" Verhältnissen stammt, dann aber die Liebe des Dänenprinzen Hamlet entfacht - und ins Fegefeuer der Machtränke gerät. Szenenfoto: Koch Films

„Ophelia“: Hamlet-Tragödie aus weiblicher Sicht

Ex-Jedi-Ritterin Daisy Ridley zeigt des Prinzen Liebste als Akteurin statt Opfer Seit jeher sind wir gewöhnt, die Tragödie von Helsingör aus den Augen des Dänenprinzen zu sehen. Hamlets Liebste Ophelia ist bei Shakespeare nur ein Opfer, kaum Akteurin. Regisseurin Claire McCarthy hat diesen Spieß umgedreht: Bei ihr ist es Ophelia, die als einzige den Irrsinn von Rache und Gegenrache durchbricht und dem Massaker der Männer mit List und Entschlossenheit entrinnt.