Alle Artikel in: Energietechnik

Stora Enso und Northvolt wollen Akkus-Zellen mit Anoden auf Lignin-Basis aus skandinavischen Bäumen entwickeln. Foto: Stora Enso via Cision

Skandinavier wollen Holz-Akku bauen

Northvolt und Stora Enso möchten Hartkohle aus Lignin soll Graphit ersetzen Helsinki/Stockholm, 15. August 2022. Zwei skandinavische Unternehmen arbeiten gemeinsam an einem Holzakku aus nordischen Bäumen. Freilich soll nicht der ganze Energiespeicher aus Holz bestehen, vielmehr das Anodenmaterial. Dafür wollen die Projektpartner Northvolt und Stora Enso Hartkohle auf Ligninbasis anstelle von – ebenfalls kohlenstoff-basiertem – Graphit einsetzen. Das Lignin dafür wiederum möchten sie „aus aus nachwachsendem Holz aus den nordischen Wäldern“ gewinnen, wie der finnisch-schwedische Forstunternehmen „Stora Enso“ mitteilte.

Umweltdrohne der TU Dresden im Flug. Foto: Heiko Weckbrodt

Drohnen sollen Antriebsenergie auch im Gehäuse speichern

Französisch-sächsisches Printcap-Konsortium will schnellladende Superkondensatoren per 3D-Druck ins Chassis einbetten Dresden/Paris, 5. August 2022. Paketdrohnen und Elektroautos sollen ihre Antriebsenergie künftig nicht allein in Akkus, sondern auch in ihren Chassis speichern. Ermöglichen sollen dies 3D-Drucker, die spezielle Schnelllade-Superkondensatoren direkt in tragende Bauteile einbetten. Darauf zielt ein europäisches Konsortium „Nächste Generation 3D-gedruckter struktureller Superkondensatoren“ (Printcap) mit sächsischer Beteiligung, das nun in Paris gestartet ist. Darauf hat das „Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik“ (ILK) der TU Dresden hingewiesen, das zu den Projektpartner gehört.

Ein Alkali-Elektrolyseur von Sunfire - hier ein Modell, das beim österreichischen Lebensmittelhändler Mpreis im Einsatz ist. Foto: Sunfire

Sunfire liefert 30-MW-Elelektrolyseur nach Bad Lauchstädt

Uniper und weitere Partner wollen in Mitteldeutschland eine komplette Wasserstoff-Kette erproben Dresden/Bad Lauchstädt, 5. August 2022. Sunfire Dresden liefert einen Alkali-Elektrolyseur der 30-Megawatt-Klasse an den Energiekonzern „Uniper“. Das hat das sächsische Wasserstoff-Tech-Unternehmen mitgeteilt. Der Großelektrolyseur soll ab 2024 im Energiepark Bad Lauchstädt mit Ökostrom in großem Maßstab Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegen.

Wenn ein Elektroauto und die Ladestation entsprechend ausgerüstet sind, können Ströme in beide Richtungen fließen. So lässt sich der Autoakku dann auch als Notstromaggregat fürs Eigenheim nutzen. Infineon und Delta setzen dabei auf Wechselrichter aus Siliziumkarbid. Foto: Infineon (Pressedatenbank)

Elektroauto als Notstrompuffer fürs Eigenheim

Infineon und Delta unternehmen neuen Anlauf mit Siliziumkarbid, um bidirektionales Laden zu etablieren München/Taipeh, 27. Juli 2022. Um Elektroautos effizienter als bisher als Notstromspeicher fürs Eigenheim einzusetzen, haben die Halbleiterkonzerne Infineon und Delta Electronics aus Deutschland und Taiwan gemeinsam ein bidirektionales Ladesystem auf Siliziumkarbid (SiC) entwickelt. Durch den modernen Verbindungshalbleiter halbieren sich laut Infineon die Energiewandelverluste beim zweiseitigen Laden gegenüber früheren Lösungen. Erreichbar seien Spitzenwirkungsgrade über 97,5 Prozent, teilten die Bayern mit.

Ultrakondensatoren von Skeleton. Foto: Skeleton

Skeleton baut neue Energiespeicher-Fabrik in Markranstädt

Esten investieren weitere 220 Millionen Euro in Superkondensator-Produktion in Sachsen Markranstädt, 20. Juli 2022. Skeleton Technologies baut gemeinsam mit Siemens eine große Energiespeicher-Fabrik in Markranstädt bei Leipzig. Inklusive weiterer Forschungsausgaben und Ausbauten will das estnisch-sächsische Unternehmen dafür rund 220 Millionen Euro in Sachsen investieren. Das geht aus einer Skeleton-Mitteilung hervor.

Blick in ein Laserlabor am Institut für Energietechnik an der TU Dresden.Foto: Heiko Weckbrodt

Mehr Platz für Dresdner Energieforscher

13 Millionen Euro teurer Instituts-Neubau an der TU Dresden fertiggestellt Dresden, 14. Juni 2022. Die Energietechnik-Spezialisten der TU Dresden bekommen am Montag ein neues Forschungsgebäude: Für 13 Millionen Euro ist an der Helmholtzstraße ein Neubau entstanden, der nun fertiggestellt ist. Das geht aus Mitteilungen des sächsischen Finanzministeriums und der TU Dresden hervor.

Da EasyAcc nur ein kurzes Eigen-Ladekabel mitliefert, muss man das USB-Ladekabel zwischen der Powerbank "Smart PB100000CF" und dem iPhone (oder einem anderen Smartphone) selbst besorgen. Foto: Heiko Weckbrodt

Jeder Vierte geht nicht ohne Power Bank aus

Mehrheit hat ständige Leere-Akku-Angst Berlin, 11. Juni 2022. Jeder zweite Mobiltelefon-Besitzer in Deutschland hat das Gefühl, dass der Akku des Smartphones ständig leer ist. Etwa ebenso viele laden daher ihr Smartphone mehrmals pro Tag auf. Und jeder Vierte geht deshalb nicht ohne Zusatzakku – einer „Power Bank“ aus. Das hat eine Umfrage des deutschen Digitalwirtschaftsverbandes „Bitkom“ aus Berlin ergeben.

So stellen sich die Solarwatt-Manager ein ökologisch aufgewertetes Haus vor: Neben der Ladestation für das Elektroauto rechts steht die Wärmepumpe. Ein Energiemanager verteilt den Solarstrom vom Dach über einen Zwischenspeicher je nach Angebot und Nachfrage an die Wärmepumpe, die Ladestation oder andere Verbraucher. Grafik: Solarwatt

Solarwatt verkauft nun auch Wärmepumpen

Photovoltaik-Hersteller will gemeinsam mit Partner Stiebel Eltron Ökoenergie-Komplettanbieter für Eigenheim-Besitzer werden Dresden/Holzminden, 4. Mai 2022. Um Eigenheim-Besitzern und Bauherren künftig komplexe Ökoenergie-Lösungen aus einer Hand zu offerieren, bietet der Dresdner Solarmodul-Hersteller seinen Kunden künftig auch Wärmepumpen von seinem Partner „Stiebel Eltron“ aus dem niedersächsischen Holzminden an. Die Solarwatt-Programmierer wollen diese thermischen Geräte neben Photovoltaik-Anlagen (PV), Speichern, Elektroauto-Ladestationen und anderen elektrischen Verbrauchern demnächst fest in ihre Energiemanager für Endkunden integrieren, so dass all diese Systeme in einem Eigenheim garantiert zusammenarbeiten. Spätestens ab dem kommenden Jahr rechnet Solarwatt-Chef Detlef Neuhaus mit signifikanten Umsätzen aus dieser Sektorenkopplung zwischen Solarstrom und Wärmegewinnung – und verspricht den Häuslebauern deutliche Energieersparnisse durch solche Kombinationslösungen. Zuvor war Solarwatt bereits in die Produktion eigener Solarstrom-Speicher und die Programierung von Energiemanager-Software eingestiegen.

Prof. Alexander Michaelis leitet das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden. Foto: Fraunhofer IKTS.

Dresdner Keramikforscher Michaelis geehrt

Professor tüftelt an Elektrolyseuren mit Super-Ökobilanz, die der Luft CO2 entziehen und daraus E-Brennstoff machen Dresden/Los Angeles, 25. April 2022. Die „Minerals, Metals & Materials Society“ (TMS) hat den Dresdner Keramikforscher Prof. Alexander Michaelis mit der Auszeichnung „Acta Materialia Hollomon Award for Materials and Society 2022“ geehrt. Damit würdigte die US-Organisation die Verdienste des 58-jährigen Physikers um die Materialwissenschaften. Das hat das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) mitgeteilt, das von Michaelis geleitet wird.

Beim Fracking wird erst über 1000 Meter in die Tiefe gebohrt, um dann hydraulich bzw. durch Sprengungen Risse im gasführenden Gestein (braun-blau unten) zu erzeugen. Durch die wird das Gas dann mit einem Mix aus Wasser, Sand und Chemikalien zur Förderstelle gedrückt. Umstritten ist, ob und in welchem Maße die Chemikalien auch ins höhere Grundwasser (hellblau) gelangen können. Grafik: Heiko Weckbrodt

Freiberger für Gas-Fracking in Deutschland

Positionspapier: Bundesrepublik könnte damit 20 % ihres Erdgasbedarfs decken Freiberg, 21. April 2022. Um sich unabhängiger von russischen Lieferungen zu machen, sollte Deutschland seine eigene Erdgasförderung ausweiten und dabei auch das Fraktur-Verfahren („Fracking“) einsetzen. Das haben sächsische Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter aus Freiberg und Chemnitz gefordert. Dadurch könne die Bundesrepublik rund 20 Prozent seines Erdgasbedarfs künftig selbst decken – statt nur zu sechs Prozent wie bisher.

Für Tiefen-Geothermie ist aufwendige Bohrtechnik notwendig. Hier im Bild ist die "Innova Rig" zu sehen. Dieses Bohrgerät reicht in Tiefen bis 7000 Meter und wiegt 410 Tonnen. Die Firma Herrenknecht Vertical und das Deutsche Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) haben diese Rig gemeinsam entwickelt. Foto: Bundesverband Geothermie

Zwischen Phasenwärmespeichern und Geothermie

Lausitzer tüfteln an neuer Energietechnik für die Zeit nach der Kohle Großröhrsdorf/Spremberg/Dresden, 17. April 2022. Immer mehr Unternehmen und Institute schießen sich in der Lausitz auf neue Energiegewinnungs-Konzepte ein. Die LEAG-Tochter „MCR Engineering Lausitz“ aus Spremberg entwickelt beispielsweise gemeinsam mit Partnern Energie-Container für geothermische Quellen. Die PCM Energy aus Großröhrsdorf entwickelt und produziert derweil sogenannte Latent-Wärmespeicher, beispielsweise mit überschüssiger Wärme aus Fabriken die Freibäder in der Lausitz heizen. Und das private Forschungsinstitut für Luft- und Kältetechnik (ILK) aus Dresden experimentiert mit neuen Technologien, um die Fernwärmenetze in der Lausitz künftig mit Flüssigeis aus Tagebau-Seen zu versorgen. Sie alle eint die Suche nach neuen Perspektiven für die Zeit nach dem Braunkohle-Ausstieg.

Ein Traum vieler Ingenieure: Winzige Energieernter, die genug Strom liefern, um mobile Geräte, Sensoren und Elektronik ganz ohne Batterien und Stromkabel mit unerschöpflicher Energie aus ihrer Umgebung zu versorgen. Montage: Heiko Weckbrodt, Fotos: Heiko Weckbrodt , Felix Mittermeier (Pixabay)

Mit Körperwärme Handys aufladen

TU Dresden arbeitet an organischen Energie-Erntern Dresden, 4. April 2022. Womöglich laden wir unsere Handys in Zukunft gar nicht mehr an der Steckdose, sondern unterwegs mit unserer Körperwärme auf. Zumindest einen gewissen Beitrag dazu könnten organische Energie-Ernter leisten, an denen Prof. Karl Leo und Dr. Shu-Jen Wang von der TU Dresden arbeiten. Sie haben nun einen Weg gefunden, wie dünne organische Schichten, die auf bestimmte Art mit Fremdatomen gespickt sind, Umgebungswärme relativ effektiv in Strom umwandeln können. Das hat das „Institut für angewandte Physik“ (IAP) der TU Dresden mitgeteilt.

Die Gas- und Ölindustrie spielt eine zentrale Rolle für die russische Wirtschaft. Hier das Gasverarbeitungswerk Amur vom Gazprom. Foto: Gazprom (Pressefoto)

Gleichzeitiger Ausstieg aus Kernkraft, Kohle und Gas nicht möglich

Dresdner Energiewirtschaftsforscher Möst: Womöglich muss Deutschland den Kohleausstieg strecken Dresden, 31. März 2022. Der gleichzeitige Ausstieg aus Kernkraft, Kohle und Strom wird nicht möglich sein, wenn Deutschland keine großflächigen kritischen Stromausfälle („Blackouts“) provozieren will. Das hat Prof. Dominik Möst von der TU Dresden mit Blick auf die aktuelle Debatte um das russische Erdgas eingeschätzt. Womöglich werde den deutschen Politikern nichts anderes übrig bleiben, als den vollständigen Kohleausstieg hinauszuschieben, erklärte der Energiewirtschaftler während eines Online-Vortrages „Versorgungssicherheit Strom in Deutschland: So sicher wie nie oder droht ein Blackout?“ am Ifo-Institut Dresden.

Begehrter Akku-Rohstoff: Lithium. Foto: Fraunhofer-FEP

Ein Hauch für Lithium für mehr Akku-Kraft

Fraunhofer Dresden beschichtet Elektroden im Vakuum mit hauchdünnen Verbundmaterialien Dresden, 31. März 2022. Um trotz stark steigender Akku-Nachfrage aus dem Automobilbau und anderen Industrien den deutschen Lithium-Verbrauch zu zügeln, haben Fraunhofer-Forscher aus Dresden ein neues materialsparendes Verfahren entwickelt. Dabei dampfen sie in Vakuumkammern nur wenige Mikrometer (Tausendstel Millimeter – dünne Lithiumschichten auf die Akku-Elektroden auf, statt vergleichsweise dicke Lithiumfolien aufzuwalzen. Das hat das „Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik“ (FEP) in Dresden mitgeteilt, das diese Prozedur gemeinsam mit den Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden und weiteren Partnern im Projekt „Nextbatt“ entwickelt hat.