Alle Artikel in: Forschung

Neues aus der Wissenschaft

Staatssekretärin Sabine Döring. Foto: BMBF

Forschungs-Staatssekretärin Döring verliert nach Eklat ihren Posten

Gedankenspiele um Fördergeld-Bestrafung von Hochschullehrern hat nun personelle Konsequenzen im Bundesforschungsministerium Berlin, 16. Juni 2024. Der Eklat um mögliche Bestrafungen für unbotmäßige Hochschullehrer kostet Staatssekretärin Sabine Döring nun ihren Posten: Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat Bundeskanzlei Olaf Scholz (SPD) gebeten, Döring in den einstweiligen Ruhestand zu versetzen. Das hat die Ministerin heute Abend mitgeteilt.

So etwa soll das europäische Athena-Raumschiff aussehen. Visualisierung: Esa

Riesenkammer simuliert Weltraum auf Erden

ILK Dresden entwickelt innovative Anlage für Satelliten-Tests gemeinsam mit Leybold Dresden, 4. Juni 2024. Um die extreme Hitze und Kälte, die auf Satelliten im Weltraum wirkt, auch auf Erden nachstellen zu können, bauen das private Institut für Luft- und Kältetechnik (ILK) Dresden sowie der Leybold-Konzern gemeinsam eine riesige Thermal-Vakuum-Kammer. Das hat ILK-Ingenieur Moritz Kuhn mitgeteilt. Mit fünf Metern Durchmesser werde diese Weltraum-Kammer neue Maßstäbe für thermische Simulationen setzen, schätzt der für tiefkalte Systeme zuständige Projektleiter ein.

Elektronisch nutzbares Graphen als Dispersion. Sixonia Tech Dresden stellt dieses 2D-Material elektrochemisch her. Foto: Heiko Weckbrodt

Gefühlsausbrüche, 2D-Chemie und Carbon-Leichtbau: 45 Millionen Euro bewilligt

Sachsen begrüßt Zuschläge für TU Dresden Dresden, 1. Juni 2024. Krankhafte Gefühlsausbrüchen von Patienten, 2D-Chemie und Carbonbeton-Leichtbauten sind die Themen dreier „Sonderforschungsbereiche“, für die die „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ rund 45 Millionen Euro versprochen hat. Die Untersuchungen sind teils an der Technischen Universität Dresden (TUD) angesiedelt, teils beteiligen sich die Dresdner an Forschungsverbünden. Das geht aus Mitteilungen der Uni und des sächsischen Wissenschaftsministeriums hervor.

Auch dafür braucht das Kälteinstitut ILK Dresden eine neue Versuchshalle: Mit Flüssigeisanlagen wie in diesem Modell - nur eben größer - will das ILK Dresden Tagebauseen in der Lausitz anzapfen, um mit der gewonnenen thermischen Energie dann die Lausitz zu heizen. Foto: Heiko Weckbrodt

Kälteinstitut ILK plant 12 Millionen Euro teuren Ausbau in Dresden

Direktor Franzke sieht gute Chancen, den gordischen B-Plan-Knoten endlich zu lösen Dresden, 30. Mai 2024. Mit Blick auf den wachsenden Bedarf an Energiespeichern, Tiefkühlkammern und anderem thermodynamischen Spezialanlagen aus Sachsen plant das private „Institut für Luft- und Kältetechnik“ (ILK) Dresden eine Erweiterung. „Wir gehen von etwa zwölf Millionen Euro Kosten aus“, sagte ILK-Chef Prof. Uwe Franzke auf Oiger-Anfrage anlässlich des 60. Instituts-Jubiläums.

Roboterin im Futurium Berlin. Foto: Heiko Weckbrodt

Fraunhofer baut in Dresden ein Forschungszentrum für lernfähige Fabriken

38 Millionen Euro teures „CPS“ soll Robotern u.a. Maschinen kognitive Fähigkeiten einpflanzen Dresden, 23. Mai 2024. Roboter, Fräsmaschinen, industrielle 3D-Drucker und ganze Fabriken sollen künftig imstande sein, fortlaufend von Menschen zu lernen, sich selbst zu steuern, nach eigenen Fehlern nach zu korrigieren und sich ständig anzupassen. An solchen „kognitiven Produktionssystemen“ (CPS) wollen Fraunhofer-Ingenieure in einem neuen Forschungszentrum in Dresden forschen. Heute haben sie gemeinsam mit Politikern den offiziellen Grundstein für den 38 Millionen Euro teuren CPS-Komplex nahe am Dresdner Uni-Südcampus gelegt.

Blick von oben auf das Gebäudeensemble: vorn der denkmalgeschützte Clemens-Winkler-Bau, dahinter die neuen Laborflügel Mitte und Süd sowie der bereits 2014 eingeweihte Laborflügel Nord. Foto: Andreas Hiekel für die TUBAF

Neue Chemie-Labore für Bergakademie Freiberg

61,2 Millionen Euro teure Anbauten sollen Forschungsbedingungen verbessern Freiberg, 21. Mai 2024. Chemiker und Elektroniker haben an der Bergakademie Freiberg bessere Forschungsbedingungen bekommen: Die Wissenschaftler haben heute offiziell zwei neue Laborflügel am Clemens-Winkler-Bau in Beschlag genommen. Die beiden zusätzliche Gebäudetrakte haben insgesamt 61,2 Millionen Euro gekostet. Darauf hat der sächsische Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) hingewiesen.

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer mit den "Thesis Award"-Preisträgern Santiago Cordoba (3. v. l.), Johnny Hentsch (4. v. l.) und Suruchi Kumari (5. v. l.) sowie Infineon-Finanzvorstand Sven Schneider. Foto: Infineon Dresden

Aus dem Hörsaal ins KI-Entwicklungszentrum

Infineon Dresden zeichnet Werkstudenten mit neuen „Thesis Awards“ aus Dresden, 16. Mai 2024. Für ihre akademische Arbeit in der Halbleiter-Industrie hat Infineon Dresden die Werkstudenten Suruchi Kumari, Johnny Hentsch und Santiago Cordoba Cleves mit den erstmals vergebenen „Thesis Awards“ geehrt, verbunden mit Preisgeldern zwischen jeweils 250 bis 500 Euro. Mit ihren Abschlussarbeiten haben sie zu Technologien beigetragen, die „die Dekarbonisierung und Digitalisierung vorantreiben“, befand eine Jury aus dem Infineon-Innovationsteam.

Einem Forschungsteam des HZDR ist es gelungen, mit einer innovativen Methode die Beschleunigung von Protonen per Laserpuls deutlich zu steigern. Illustration: Blaurock für das HZDR

Laservorhut hilft beim Kampf gegen Krebs

Rossendorfer Forscher beschießen Spezial-Plastefolie mit Superlasern, um besonders schlagkräftige Protonen zu gewinnen Dresden, 14. Mai 2024. Damit künftig mehr Krebs-Patienten mit den besonders präzisen und schonenden Protonen-Skalpellen statt Röntgenstrahlen behandelt werden können, arbeitet das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) an besonders kleinen Teilchen-Beschleunigern auf Laser-Basis. Dabei haben sie nun einen deutlichen Fortschritt bei der Energieausbeute gemacht: Als sie spezielle Plastefolien in Vakuumkammern eingeschlossen und mit Superlasern beschossen haben, erreichten sie fast doppelt so energiereiche Protonen wie in bisherigen Laserbeschleunigern. Perspektivisch kann dies dafür sorgen, dass sich bald auch kleinere Krankenhäuser und Institute solche Protonen-Beschleuniger leisten können.

Das neue Gebäude für das Zeiss-Innovationszentrum Dresden ( „Zeiss Innovation Hub Dresden“). Foto: Zeiss

Mehr Platz für Zeiss-Innovationszentrum in Dresden

Forscher wollen neue Wege in Gesundheit und Lebenswissenschaften für Mutterkonzern gehen Dresden, 11. Mai 2024. Der Technologiekonzern Zeiss hat sein Dresdner Innovationszentrum für Lebenswissenschaften in der Johannstadt verlagert und dabei vergrößert: Der „Zeiss Innovation Hub Dresden“ ist vom Uniklinik-Campus in ein Gebäude an der Blasewitzer Straße in Campus-Nachbarschaft umgezogen. Dort wolle das Team „neue Wege im Bereich Health und Life-Science gehen”, erklärte Hub-Chef Kai Wicker.

Die historische Uhr mit einem raffinierten Wecker-Uhrwerk aus der Sammlung von Otto Horn. Foto: Peter Weckbrodt

„Deutschland kann es sich nicht leisten, die Arbeitszeit zu verkürzen“

IW-Ökonom: Deutsche müssen mehr statt weniger arbeiten Köln, 7. Mai 2024. „Deutschland kann es sich nicht leisten, die Arbeitszeit zu verkürzen.“ Darauf hat Ökonom Holger Schäfer vom „Institut der deutschen Wirtschaft“ (IW) in Köln mit Blick auf Debatten um die Rente mit 63 und 4-Tage-Wochen hingewiesen. „Diese Entwicklung gefährdet unseren Wohlstand“, meint er und fordert statt dessen längere Arbeitszeiten.

Erbgut-Moleküle wie die DNS-Doppelhelix können auch von Menschen generierte Daten speichern. Illustration: Dall-E, hw

Zwischen Krebsdiagnostik und Verlust-Tänzen: Dresdner Exzellenzpreise vergeben

Jury zeichnet erstmals auch eine Choreografie aus Dresden, 27. April 2024. Wie können mikromechanische Kräfte in Zellen dabei helfen, dass sich neue Nervenzellen im Rückenmark bilden? Wie lässt sich Künstliche Intelligenz (KI) als Erbgut-Designer einsetzen? Wie lassen sich seltene Krebsarten früh erkennen, um sie noch rechtzeitig bekämpfen zu können? Und wie kommen wir mit dem Verlust eines geliebten Menschen zurecht? Mit diesen Fragen haben sich die Gewinner des diesjährigen Dresdner Exzellenforschungs-Preises auseinandergesetzt.

Prof. Marion Tichomirowa bereitet im metallfreien Reinraumlabor eine Probe für die Analyse mit dem Massenspektrometer vor. Foto: A. Hiekel für die Bergakademie Freiberg

Metallfreies Reinraumlabor für supergenaue Alters-Analysen in Freiberg eröffnet

Sachsen hat zwei Millionen Euro in deutschlandweit einzigartiges Lab investiert Freiberg, 22. April 2024. Was hat die Dinosaurier aussterben lassen? Ein Einschlag eines gewaltigen Felsen aus dem All auf der Erde oder immer neue Vulkanausbrüche? Wohl beides, vermuten Wissenschaftler mittlerweile, weil sie all diese Ereignisse nun viel besser zeitlich eingrenzen können als früher. Dabei setzen sie unter anderem besonders präzise Uran-Verfallsanalysen ein, wie sie im neuen, zwei Millionen Euro teuren Metallfrei-Reinraumlabor der Bergakademie Freiberg möglich geworden sind. Extra für die Geologen und erdgeschichtlichen Teams ist dort ein völlig metallfreier Reinraum entstanden. Denn jeder kleine Blei-Rest in metallischen Bauteilen würde alle Hochpräzions-Datierungen verzerren.

Ana Bastos. Foto: Antje Gildemeister für die Universität Leipzig

Manche Wälder so stark geschädigt, dass sie mehr Kohlenstoff abgeben als aufnehmen

Erdsystem-Forscherin Dr. Ana Bastos untersucht in Leipzig Wechselwirkungen von Wald und Klimawandel Leipzig, 19. April 2024. Eine Folge von Dürren, der Borkenkäfer und andere Probleme haben viele Wälder in Mitteleuropa mittlerweile so geschädigt, dass sie nicht mehr ihre natürliche Rolle als Kohlenstoff-Speicher und Luftreiniger ausfüllen können. Darauf hat die Erdsystemwissenschaftlerin Dr. Ana Bastos in einem Interview mit Dr. Katarina Werneburg von der Uni Leipzig hingewiesen. Sie will daher nun näher untersuchen, wie mehr biologische Vielfalt und ökologische Wechselwirkungen helfen können, die Wälder wieder genesen zu lassen.

Mikroskop Biotech Medizin Breslau

370 Milliarden für Bildung und Forschung

Wiesbaden, 19. April 2024. Staat und Wirtschaft in Deutschland haben im Jahr 2022 insgesamt rund 370 Milliarden Euro für Bildung, Forschung und Wissenschaft ausgegeben – etwa sechs Prozent mehr als im Vorjahr. In Summe entspricht dies 9,6 Prozent des deutschen Bruttoinlands-Produktes (BIP). Das hat das Deutsche Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitgeteilt.

Ein Elektronstrahl-Generator im "Reset"-Neubau für das Fraunhofer-FEP. Foto: Heiko Weckbrodt

Elektronenkanonen für saubere Schiffsdiesel und ertragreiche Solaranlagen

Fraunhofer eröffnet neues Elektronenstrahl-Zentrum in Dresden Dresden, 17. April 2024. Um Saatgut ohne Chemiekeule von Keimen zu befreien, die Energieausbeute von Solaranlagen hochzutreiben und mehr Wasserstoff aus Elektrolyseuren herauszuquetschen, können Elektronenstrahlen und Elektronen-Ionen-Gemische (Plasma) helfen. Einige Fortschritte hat das „Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik“ (FEP) in Dresden damit bereits erzielt. Nun wollen die Forscher diesen Weg mit – auch im wörtlichen Sinne – mehr Energie weitergehen. Dafür hat Fraunhofer den rund 17 Millionen Euro teuren Campus für „Ressourcenschonende Energietechnologien“ („Reset“) an der Winterbergstraße um ein neues Technikum „E“ wie „Elektronenstrahl-Technologien“ erweitert.