Alle Artikel in: Forschung

Neues aus der Wissenschaft

Ceti-Forscherin Tina Bobbe zeigt am Prototypen, wie das Fähigkeits-Upgrade der Zukunft etwa funktionieren könnte. Foto (bearbeitet, freigestellt): Heiko Weckbrodt

Per Cloud-Kopie zum Surf-Ass werden

Ceti Dresden will legendäre Surfmeister für die Ewigkeit abspeichern, damit sich nachfolgende Generationen deren Tricks herunterladen können Dresden, 14. Juni 2021. Es soll Menschen geben, die stellen sich das erste Mal auf ein Brett im Meer und surfen los wie die Halbgötter. Für die surftechnisch weniger begabte Mehrheit der Menschheit, die vor dem ersten richtigen Wellenritt erst zehnmal ins Wasser plumpst, naht nun immerhin Hoffnung aus Dresden: Dank virtueller Zwillinge soll es bald schon zum Kinderspiel werden, „Aerials“, „Shove-Its“ und andere coole Raffinessen von den großen Surf-Assen zu lernen – ohne dass die auch nur in der Nähe sind.

Sieht so der Schulbus der Zukunft aus? Der Volkswagen-Prototyp "Sedric" fährt autonom, also fahrerlos. Foto: Volkswagen

Studie in Sachsen: Roboterbusse erst ab 2030ern im Linienbetrieb

Autoren erwarten keinen massiven Job-Abbau durch autonomes Fahren Dresden/Leipzig, 14. Juni 2021. Roboter-Busse und autonom fahrende Straßenbahnen sind erst in der nächsten Dekade im Linienverkehr zu erwarten. Das geht aus einer Studie hervor, die die „VDI/VDE Innovation + Technik GmbH“ für das sächsische Wirtschaftsministerium am Beispiel der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) erstellt hat. „Mit einer flächendeckenden Durchdringung des Mobilitätssektors durch autonome Fahrsysteme ist frühestens in den 2030er-Jahren zu rechnen“, heißt es in einer ministeriellen Zusammenfassung.

Bauschutt wiederzuverwerten lohnt sich energetisch, haben Dresdner Leibniz-Forscher ermittelt. Foto: H. Hensel, IÖR-Media

Dresdner Ingenieure wollen Haus aus Abfall bauen

Nexus-Konferenz von Unu-Flores: Experten möchten Sachsen zur Modellregion für eine neue Kreislauf-Bauwirtschaft machen Dresden, 10. Juni 2021. Nach dem Haus aus Karbon steht nun das Haus aus Müll in Dresden auf der Bau-Agenda: Bauingenieure, Abfall-Unternehmer und andere Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft wollen aus Sachsen eine Modellregion für das ökologisch bewusste Bauen von morgen etablieren. Als Leitprojekt soll in Dresden ein „Haus aus Abfall“ entstehen. Das hat Prof. Reimund Bleischwitz vom „United Nations University – Institute for Integrated Management of Material Fluxes and of Resources” (Unu-Flores) während der virtuellen Fachtagung „Dresden Nexus Conference – Zirkuläre Wertschöpfung im Baubestand“ vorgeschlagen. Sachsen könne damit Maßstäbe für eine nachhaltige Bau-Kreislaufwirtschaft setzen.

Das Exzellenzcluster Ceti an der TU Dresden widmet sich dem intuitiven Miteinander von Mensch und Maschine. Foto: CeTI_Technisches-Design TU-Dresden.

Exzellenzforscher gehen mit Robotern und KI in die Schulen

Ceti Dresden will Jugendlichen die wundervolle Welt der Ingenieure und Naturforscher nahebringen Dresden, 9. Juni 2021. Um Mädchen und Jungen beizeiten an die wunderbare Welt der Natur- und Ingenieurwissenschaften heranzuführen, haben sich die Forscherinnen und Forscher vom Dresdner Exzellenzzentrum „Ceti“ eigene Unterrichtsstunden in Robotik und „Künstlicher Intelligenz“ (KI) ausgedacht. Damit gehen sie nun in die Schulen, teilt die TU Dresden mit.

Die künstlerische Darstellung veranschaulicht, was die Forscher immer wieder auf den Analyse-Landkarten ihrer Perowskite zu sehen glaubten: photonische Pferde. Grafik: Y. Vaynzof

Mit Perowskit-Pferden auf der Suche nach Super-Solarzellen

Forscher aus Dresden, Lund und Nowosibirsk entwickelt neue Analysemodelle Dresden/Lund/Nowosibirsk, 8. Juni 2021. Um die Energieausbeute neuer Perowskit-Solarzellen weiter in die Höhe zu treiben, haben Forschergruppen aus Sachsen, Schweden und Russland gemeinsam ein neues Analysemodell für eben diese Metall-Halogene (Perowskite) entwickelt. Das hat das „Zentrum für fortgeschrittene Elektronik Dresden“ (CFAED) mitgeteilt, das gemeinsam mit der Russischen Akademie der Wissenschaften in Nowosibirsk und der Uni Lund in Schweden an der Studie mitwirkte. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sind zuversichtlich, dass ihr Ansatz zu „noch effizienteren photovoltaischen Bauelementen führen“ wird, so CFAED-Forscherin Prof. Yana Vaynzof vom Lehrstuhl für „Neuartige Elektronik-Technologien“ an der TU Dresden.

Testen und Infektionsketten nachzuverfolgen ist eine besonders wirksame Strategie gegen Corona, haben Forscher aus Dresden udn Wien durch Simulationen ermittelt. Grafik: Marco Federmann / Pixabay, Pixabay-Lizenz: freie kommerzielle Nutzung, https://pixabay.com/de/photos/corona-test-impfstoff-covid-19-6048270/

Simulation: Ohne Tests explodiert Corona

Forscher aus Dresden und Wien simulieren Seuchen-Ausbreitung: „Testen & Nachverfolgen“ ist demnach beste Strategie Dresden/Wien, 4. Juni 2021. Das Testen der Kontaktpersonen von Virus-Infizierten in Kombination mit rascher Nachverfolgung der Infektionsketten ist eine der wirksamsten Möglichkeiten, um Corona und ähnliche Epidemien auszubremsen. Das haben Forschungsgruppen aus Wien und Dresden herausgefunden. Dabei haben sie Flussdynamik-Simulationen eingesetzt, mit denen sie sonst eigentlich Turbulenzen in komplexen Rohrsystemen untersuchen.

Mäuse mit eingepflanztem Menschengen "ARHGAP11B" bekommen einen größeren Neokortex und brechen Mausrekorde bei Gedächtnisspielen. Grafik: Lei Xing u.a., EMBO J 2021 / MPI-CBG

Künstliche Schlaumäuse mit mehr Mumm gezüchtet

Dresdner Genetiker rüsten Mäusegehirn auf Dresden, 3. Juni 2021. Der Genetiker Dr. Lei Xing aus Dresden hat mit einem Trick aus der menschlichen Evolution Mäuse mit größerem Neokortex gezüchtet, die schlauer und mutiger als ihre normalen Artgenossen ohne aufgerüstetes Gehirn sind. Das geht aus einer Mitteilung des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) in Dresden hervor, an dem Lei Xing in der Gruppe von Prof. Wieland Huttner forscht.

Ein Testmuster mit einer durch rotes Licht gefluteten photonischen Schaltung. Foto: Fraunhofer-IZM

15 Millionen Euro für sichere Lichtelektronik

Fraunhofer Dresden startet Projekt „Silhouette“ für schwer knackbare Datentransfers Dresden, 2, Juni 2021. Um die Datenströme in einer zunehmend digitalen Welt besser gegen Hacker, Cybererpresser und Industriespione abzuschirmen, will ein von Fraunhofer Dresden geleitete Konsortium „Silhouette“ neuartige photonische Kommunikationssysteme entwickeln. Das haben das federführende Fraunhofer-Photonikinstitut IPMS in Dresden und die TU Drseden mitgeteilt.

An der neuen Atomlagenabscheidungs-Anlage können die DCST-Forscher und -Forscherinnen nun auch atomdünne Metallschichten mit hoher Präzision erzeugen. Foto: DCST

Uni Dresden arbeitet an Verschleierungs-Chips

Sachsen geben Industriespionen harte Nüsse zu knacken – Millionenzuschüsse aus Forlab-Programm Dresden, 2. Juni 2021. Dresdner Mikroelektronik-Forscher arbeiten an neuartigen Verschleierungs-Schaltkreisen, die besonders gut gegen Industriespione geschützt sind: „Diese Chips können verbergen, was sie eigentlich tun und wie sie aufgebaut sind“, berichtet Professor Thomas Mikolajick von der Technischen Universität Dresden (TUD). Dabei setzen die Nanoelektroniker rekonfigurierbare Bauelemente ein. Deren elektronische Schaltungen bestehen zum Beispiel aus winzigen Siliziumdrähte, die sich im laufenden Betrieb auf der Hardware-Ebene zu immer neuen Chipfunktionen umschalten lassen.

Forscherinnen und Forscher der Uniklinik Dresden suchen mit europäischen Kollegen nach Biomarkern, die bei Kindern auf Überreaktionen des Immunsystems - SIRIS genannt - hindeuten. Durch solche Ansätze der personalisierten Medizin sollen Ärzte künftig SIRS schneller diagnostizieren und die richtige Therapie dagegen herausfinden können. Foto: Hochschulmedizin Dresden

DDR-Babyjahr machte Menschen dauerhaft zufriedener

Ifo-Forscherinnen haben Wirkungen der ostdeutschen Elternzeit-Reformen in der Ära Honecker ausgewertet Dresden, 31. Mai 2021. DDR-Kinder, deren Mütter eine bezahlte Elternzeit genommen haben, waren später als Erwachsene zufriedener und glücklicher. Das haben Katharina Heisig und Larissa Zierow vom Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo in Dresden herausgefunden. Darauf hat das Institut mit Blick auf den morgigen Kindertag hingewiesen.

Der nächste Hoffnungsträger naht: Der Mobilfunk der 6. Generation (6G) soll Hologramm-Telefonie am Smartphones, neue Ansätze für die Fernmedizin und innovative Mensch-Maschine-Interaktionen möglich machen. Grafik: Heiko Weckbrodt

Vodafone richtet 6G-Innovationszentrum in Dresden ein

200 Ingenieure sollen Mobilfunk der nächsten Generation erforschen Dresden, 30. Mai 2021. Vodafone baut in Dresden ein 6G-Innovationszentrum ein. Das haben das Telekommunikationsunternehmen und die sächsiche Staatskanzlei heute in der Landeshauptstadt angekündigt. Dieser Mobilfunk der nächsten Generation soll nicht nur schneller als 5G sein, sondern auch reaktionsschneller sein, entdeckte Sicherheitslücken ausmerzen und zum Beispiel holografische Telefonie per Handy möglich machen.

Competition Pro Gold von Speedlink (2011). Foto: hw

Polymerhöhlen statt Chromgift

Forscher aus Dresden entwickeln Beiz-Alternative für Galvanik-Bäder Dresden, 18. Mai 2021. Glitzernde Autofelgen oder güldene Wasserhähne mögen schicker aussehen als schnöder Kunststoff. Doch wenn sie ihr glitzerndes Metallgewand in einem Galvanikbad bekommen haben, war mit einiger Wahrscheinlichkeit sechswertiges Chrom im Spiel. Das wird als Chromschwefelsäure heute noch als Vor-Beizmittel in der Galvanik eingesetzt, gilt allerdings als giftig und krebserregend – und soll bald verboten werden. Forscher vom Leibniz-Institut für Polymerforschung (IPF) Dresden haben sich nun eine Alternative ausgedacht, damit nicht mehr so viel Chrom(VI) Mensch und Umwelt schädigt: Statt die zu metallisierende Kunststoff-Bauteile mit Chromschwefelsäure zu beizen, überziehen sie sie mit winzig kleinen Polymerhöhlen.

Dr. Sabri Alamri von "Fusion Bionik" mit einer lasergravierten Probe. Foto: Ronald Bonß für das Fraunhofer-IWS

„Fusion Bionic“ lasert Lotuseffekte

Fraunhofer IWS Dresden gründet Lasertech-Unternehmen aus Dresden, 18. Mai 2021. Der Dresdner Fraunhofer-Forscher Tim Kunze hat gemeinsam mit Kollegen mit „Fusion Bionic“ ein Unternehmen in Dresden gegründet, dass mit Lasern beispielsweise Lotoseffekte und andere von der Natur inspirierte Mikrostrukturen auf Flugzeuge, Implantate, Batterien und Autos graviert. Das hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) mitgeteilt, das dieses Verfahren gemeinsam mit der TU Dresden entwickelt hatte.

Schwere Lasten heben, spielen, die Körperkontrolle zurückgewinnen: Exoskelette erobern sich immer mehr Anwendungsfelder. Grafik: IDTechEx

Haptische Exoskelette im Kommen

IDTechEx rechnet mit Innovationen in Schlaganfall-Therapie und im Spielesektor durch „fühlende“ Außenskelette Cambridge, 16. Mai 2021. Haptische Exoskelette können künftig Schlaganfall- und Parkinson-Patienten helfen, ihre Beschwerden zu lindern, aber auch Videospiele auf eine ganz neue Erfahrungsebene heben. Das hat James Hayward vom britischen Marktforschungsunternehmen „IDTechEx“ aus Cambridge in seiner Analyse „Haptics 2021-2031: Technologies, Market & Players“ prognostiziert.

Nächtliche Leuchteffekte am Fahrrad dank organischer Technologie der TU Dresden. Foto: Max Gmelch, Felix Fries, Sebastian Reineke

Das Phosphor-Rad sieht jeder

TU Dresden hat nachleuchtende Folien entwickelt, die Fahrrädern mehr Chic verleihen Dresden, 12. Mai 2021. Einen neuen Pfad hin zu einer neuen Organikelektronik-Generation haben Prof. Sebastian Reineke und seine 20-köpfige „Lexos“-Gruppe (steht für „Light-Emitting and eXcitonic Organic Semiconductor“) vom Institut für Angewandte Physik (IAP) der TU beschritten. Die Forscher und Forscherinnen haben wiederbeschreibbare Leuchtetiketten entwickelt, die für eine gewisse Zeit Firmengeheimnisse verstecken können, und organische Reifen-Beschichtungen, die Fahrräder in der Nacht stimmungsvoll leuchten lassen.