Alle Artikel in: Forschung

Neues aus der Wissenschaft

So soll der bioelektronische Corona-Sensor funktionieren: Zwischen Quelle (Source) und Abfluss (Drain) sind Koppelmoleküle arretiert, an die sich Corona-Viren automatisch andocken - und damit ein elektrisches Zählsignal auslösen. Schema: TUD

TU Dresden arbeitet an Corona-Schnellsensor

Biotech-Sensor soll Infektion in frühem Stadium nachweisen Dresden, 3. August 2020. Damit Ärzte eine Corona-Infektion künftig bereits im Frühstadium schnell erkennen können, arbeiten Forscher der TU Dresden nun an einem bioelektronischen Schnellerkennungs-Sensor für „SARS-CoV2“-Viren. Das haben die TU Dresden und das sächsische Wissenschaftsministerium heute in Dresden mitgeteilt.

Speziell designte Antikörper sollen dem Immunsystem im Kampf gegen Krebs und Corona auf die Sprünge helfen. Die Vision: Die künstlich hergestellten Proteine docken an die Oberfläche von Immunzellen an. Das andere Ende des Antikörpers bindet an die Krebs- oder Coronazellen und lenkt so die bis dahin untätigen Abwehrkräfte zum Tumor. Visualisierung: HZDR / Sahneweiß / Kjpargeter, Freepik

Helmholtz Dresden will Corona mit Krebs-Suchzellen zerstören

Sachsen gibt zwei Millionen Euro für Forschungsprojekt, das in der ersten Stufe bessere und sichere Corona-Testgeräte ermöglichen soll. Dresden-Rossendorf, 31. Juli 2020. Ursprünglich hatten die Forscher um Prof. Michael Bachmann vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) winzig kleinen Suchsysteme entwickelt, um Tumorzellen aufzuspüren und wie mit einer Nanobombe zu zerstören. Nun wollen sie diese Technologie auch gegen das neue Corona-Virus aus China einsetzen. Dieses Forschungsprojekt „Immuntheranostik zur Therapie, Bildgebung und Schnelldiagnostik von Viruserkrankungen: Covid-19“ soll sofort starten. Der Freistaat Sachsen schießt zwei Millionen Euro zu.

Barocke Ledertapeten im Schloss Moritzburg. Foto: Thomas Löther für das IDK

Forscher untersuchen Klimawandel-Schäden an Kulturgut in Moritzburg

Hitze reißt alte Ledertapeten auf – Wissenschaftler aus Bamberg und Dresden starten Studie an 3 Fallbeispielen Moritzburg/Bamberg/Dresden, 30. Juli 2020. Wissenschaftler der Uni Bamberg wollen die Hitze-Schäden untersuchen, die der Klimawandel im Schloss Moritzburg und an anderen Kulturgütern in Deutschland anrichtet. Das hat die Universität nun angekündigt.

Dr. Lindemann leitet die neue Forschungsgruppe für "weichmagnetische Werkstoffe" am Fraunhofer-IFAM in Dresden. Sie setzt dort auch Anlagen für die additive Fertigung ein. Foto: Fraunhofer-IFAM Dresden

Fraunhofer Dresden arbeitet an Magneten aus dem 3D-Drucker

Neue Forschungsabteilung arbeitet an Spezialwerkstoffen für Magnetkerne und sparsame E-Motoren Dresden, 29. Juli 2020. Fraunhofer Dresden arbeitet nun an neuen Werkstoffen, die dafür sorgen sollen, dass Auto-Elektromotoren, Lautsprecher und andere elektromagnetische Geräte und Maschinen künftig weniger Strom verplempern. Dafür baut das „Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung“ (Ifam) nun eine Forschungsabteilung „Weichmagnetische Werkstoffe“ auf. Als Chefin der neuen Gruppe hat das Institut Dr. Inge Lindemann angeworben, die unter anderem auf Pulvermetallurgie und industrielle 3D-Drucker spezialisiert ist.

Ein deutsch-russisches Team zeigte mit Hilfe von Computer-Simulationen, dass sich Natrium (gelb) mehrlagig zwischen zwei Graphen-Schichten (grau) anordnet. Foto: M. Ghorbani-Asl für das HZDR

Akku-Autarkie mit Kohle und Kochsalz?

Rossendorfer Forscher entwerfen im Computer neue Natrium-Batterien für billigere Elektroautos Dresden, 24. Juli 2020. Große Lithium-Batterien gehören zu den teuersten Bauteilen von Elektroautos – und gelten oft genug auch als Engpass in der Zulieferkette. Forscher aus Dresden-Rossendorf haben nun gemeinsam mit russischen Kollegen und Supercomputer-Hilfe neue Akku-Konzepte entwickelt: Demnach könnten künftige Stromspeicher auch aus Natrium gebaut werden, wie es in gewöhnlichem Kochsalz vorkommt, statt aus dem selteneren Lithium. Das hat das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) heute mitgeteilt.

Extrem resistent gegen Krankheiten, Krebs und Alter, verbreitet aber an andere Spezies durchaus Viren wie Corna: die Fledermaus - hier eine Myotis myotis (Großes Mausohr). Foto: Olivier Farcy für das MPI-CBG

Genetiker aus Dresden wollen Superkräfte der Fledermäuse entschlüsseln

Warum verbreiten die Flattertiere tödliche Viren, sterben aber nicht daran? Das dekodierte Erbgut soll die Antworten liefern. Dresden, 23. Juli 2020. Fledermäuse sind in jüngster Zeit als Virenschleudern und Brücken-Fastverhinderer etwas in Verruf geraten. Aber womöglich gilt auch hier die Losung: „Von Fledermäusen lernen heißt siegen lernen.“ Denn die kleinen Flattertiere übertragen zwar zum Beispiel Corona-Erreger, sind selbst aber extrem widerstandsfähig gegen Viren, Krebs und Alterung. Sie überleben Krankheiten, an denen andere sterben. Sie beherrschen die Echoortung und können im Dunkeln fliegen. Um all diese Superkräfte besser zu verstehen und künftig womöglich auch für den Menschen nutzbar zu machen, haben Genetiker aus Dresden nun das fledermäusische Erbgut in einer bis dahin unerreichten Genauigkeit entschlüsselt. Das hat das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) aus Dresden mitgeteilt, das an dem Entschlüsselungsprojekt maßgebend beteiligt war.

Rotbarsch vor den Schloten der „Klaren Raucher“. Foto: Geomar

Hier tobt das Leben: Sonnenroboter findet klare Raucher im Meer

Senckenberg-Forscher spüren vor Island heiße Unterwasserquellen auf Kiel, 20. Juli 2020. Die Eiszeit-Wissenschaftler des deutschen Expeditionsschiffes „Sonne“ haben mit ihrem Tiefsee-Roboter „Rov Kiel 6000“ sogenannte „klare Raucher“ am Meeresboden vor Island entdeckt. Dabei handelt es sich um heiße Quellen, an denen sich ganz besondere Ökosysteme ansiedeln: „An den Hydrothermalquellen tobt das Leben geradezu und es gibt Theorien, dass ähnliche heiße Quellen im Meer sogar der Ursprung des Lebens auf der Erde gewesen sein könnten“, erklärt Dr. Saskia Brix vom „Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung bei Senckenberg am Meer“ in Hamburg.

Das Forschungsflugzeug HALO. Foto: DLR (CC-BY3.0)

Halo-Flugzeug schnüffelt Abgasfahnen der Mega-Cities hinterher

DFG bewilligt 24 Millionen Euro für weitere Missionen Leipzig, 18. Juli 2020. Wie stark beeinflusst der Flugzeugverkehr das globale Klima? Wie weit ziehen die Abgasfahnen asiatischer Megastädte durch die Atmosphäre? Diese und ähnliche Fragen wollen Erdsystem-Forscher um Prof. Manfred Wendisch von der Uni Leipzig und Prof. Joachim Curtius von der Uni Frankfurt am Main mit dem Höhenforschungsflugzeug „Halo“ beantworten. Dafür hat die „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ (DFG) nun 24 Millionen Euro für weitere sechs Jahre bewilligt, wie die Uni Leipzig nun mitgeteilt hat.

Am Fraunhofer-Keramikinstitut IKTS in Dresden fertigt eine Pilotlinie neue Elektroden für Lithium-Batterien. Foto: Fraunhofer IKTS

Fraunhofer Dresden eröffnet Batteriezentrum am Erfurter Kreuz

Land Thüringen schießt 13,5 Millionen Euro für die Ansiedlung zu Erfurt/Dresden/Arnstadt, 10. Juli 2020. Das Fraunhofer-Keramikinstitut IKTS aus Dresden hat am Erfurter Autobahnkreuz in Arnstadt ein neues „Batterie-Innovations- und Technologie-Center“ (BITC) eröffnet. Die Wissenschaftler wollen dort Technologien für eine möglichst energieeffiziente und ressourcenschonende Batterieproduktion in Deutschland entwickeln. Die Landesregierung in Erfurt hat den Dresdnern über 13,5 Millionen Euro zugeschossen, damit die die Forschungsstätte in Thüringen statt in Sachsen einrichten.

Im "Schleier-Nebel" im Sternbild Schwan finden sich diese Überreste eines Sterns, der vor Tausenden Jahren als Supernova explodierte. Es handelt sich hier um mehrere Aufnahmen des Hubble-Teleskops, die Wissenschaftler zu einem Falschfarben-Bild zusammengesetzt haben. Um solche Ereignisse zu analysieren, werten Forscher sowohl kosmische Teilchen und Strahlung aus, die uns von dort aus erreicht. Foto: NASA/ESA/Hubble Heritage Team

Magnetfelder zwingen Sternenexplosion in Form

Franzosen stellen mit Helmholtz-Spulen aus Dresden Supernovae nach Dresden/Paris, 7. Juli 2020. Wenn etwas Großes explodiert, ist es ziemlich egal, ob man zwei Meter links oder rechts davon steht, erledigt ist man in jedem Falle – denkt man so. Bei den richtig großen Sternenkatastrophen im Weltall, den Supernovae, ist das offensichtlich anders: Da explodieren riesige Sonnen, schleudern aber ihr heißes Plasma nicht gleichmäßig in alle Richtungen, wie man es erwarten sollte. Diese Asymmetrie führte zu wunderschönen kosmischen Gebilden wie dem Krebsnebel, bereitete den Astrophysikern aber anhaltende Kopfschmerzen, weil sie keine Ahnung hatten, wie das kommt. Bis jetzt: Mit extrem leistungsfähigen Helmholtz-Magnetspulen aus Dresden und Superlasern haben Forscher der „École Polytechnique“ in Paris nun solche Supernovae im Labor nachgestellt und herausgefunden: Sehr starke Magnetfelder halten die Sternenüberreste davon ab, als gleichmäßige Gaskugeln zu enden.

Prof. Roland Sauerbrey, wissenschaftlicher Direktor des HZDR. Foto: André Wirsig für das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Sauerbrey wird Direktor im Casus Görlitz

Ex-HZDR-Chefwissenschaftler will nach dem Ruhestand „sein Baby“ aufpäppeln Görlitz/Dresden. Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) reaktiviert seinen früheren Wissenschaftsdirektor nach nur wenigen Monaten im Ruhestand: Prof. Roland Sauerbrey ist ab sofort provisorischer Direktor des neuen Zentrums für datenintensive Systemforschung „Casus“ in Görlitz, das sich noch im Aufbau befindet. Das haben das Casus und das HZDR heute überraschend mitgeteilt. Eine Findungskommission der Casus-Geldgeber und -Partner habe die Ernennung Sauerbreys einstimmig befürwortet. Zur Entscheiderriege gehören Vertreter aus dem Bundesforschungsministerium, dem sächsischen Wissenschaftsministerium, der Helmholtz-Gemeinschaft, des Dresdner Max-Planck-Genetikinstituts MPI-CBG, der TU Dresden und der Uni Wroclaw (Breslau).

Sachsens Hightech-Gründer leiden unter Risikokapital-Lücken. Foto: Heiko Weckbrodt

Corona-Konjunkturhilfe für Zuse

Industrieinstitute bekommen bis zu 50 Millionen Euro Berlin, 3. Juli 2020. Die Zuse-Forschungsinstitute bekommen nun doch eine Corona-Konjunkturstütze vom Bund: Rund 50 Millionen Euro für gemeinnützige und privat finanzierte Forschungsinstitute sieht der Nachtragshaushalt vor, den der Bundestag verabschiedet hat. „Gegenüber den ursprünglichen Planungen konnten damit wichtige Verbesserungen im Interesse der Innovationsförderung erzielt werden“, begrüßte dies der Zuse-Gemeinschaft in Berlin.

Foto eines piezoelektrischen Einkristallwafers mit Schallelektronik-Strukturen (SAW) aus einer hauchdünnen metallischen Schicht. Diese erscheinen als helle, goldglänzende Gebiete. Die für die SAW-Erzeugung verwendeten aktiven Bereiche sind dabei aber so fein, dass man sie nur mit dem Mikroskop erkennen kann. Foto: IFW Dresden

Schallchips für den Kampf gegen Krebs

Dresdner Physiker arbeiten in einem neuen SAW-Labor an Alternativen zur klassischen Mikroelektronik. Dresden, 2. Juli 2020. Während die Mikroelektronik-Industrie ihre Fortschritte jahrelang noch in Gigahertz und Transistor-Dichte gemessen hat, bauten Dresdner Spezialisten in aller Ruhe eine ganz andere, eine exotische, aber lukrative Chiptechnologie auf: Mit akustischen Oberflächenwellen, englisch „Surface Acoustic Waves“ (SAW) genannt, konstruierten sie Filter-Chips für Farbfernseher und Handys, die keine Stromzufuhr brauchen. Diese Entwicklung setzte zu DDR-Zeiten ein und sorgt bis heute in Dresden für Jobs, Reputation und Forschungskraft. Was nur wenige wissen: In vielen Smartphones bekannter internationaler Marken, die wir mit uns herumtragen, steckt SAW-Technik aus Dresden. „Aber diese Filtertechnik für Handys ist erst der Anfang“, ist Dr. Siegfried Menzel vom Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden überzeugt. „Wir sehen da noch viele andere Anwendungen.“ Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Hagen Schmidt hat er deshalb nun am IFW ein Kompetenzzentrum „SAWLab Saxony“ gegründet, das Schallelektronik einer neuen Generation entwickelt. 

Blick in den Reinraum der ehemaligen Plastic-Logic-Fabrik, der nun für das Fraunhofer CNT 2.0 und das Zentrum für neuromorphes Computing umgebaut wird. Foto: Heiko Weckbrodt

Fraunhofer richtet Zentrum für künstliche Neuronen in Dresden ein

Forscher stecken 77 Millionen Euro in stillgelegte Digitalpapier-Fabrik Dresden, 1. Juli 2020. Fraunhofer richtet für 77 Millionen Euro ein Zentrum für neuromorphe Computertechnologie in einem ehemaligen Digitalpapier-Werk im Dresdner Norden ein. Die Forscher wollen dort neuartige Chips mit „künstlicher Intelligenz“ (KI) entwerfen. Das haben der sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) und Prof. Hubert Lakner vom Fraunhofer-Photonikinstitut IPMS bei einem Besuch in der früheren „Plastic Logic“-Fabrik angekündigt.

Das Raumschiff-Rohr wird erst mit der beigen Keramik beschichtet, dann trägt eine Kanüle ein Mäandermuster aus Metall auf - die spätere Heizung. Foto: Fraunhofer-IWS

Heiße Muster im kalten All

Fraunhofer IWS druckt Heizungen für die Raumfahrt Dresden, 25. Juni 2020. Satelliten und Raumschiffe zu bauen, ist alles andere als billig. Das liegt auch daran, dass kosmische Technik weit ausfallsicherer konstruiert sein muss als auf Erden. Im All können selbst minimale Probleme wie eine vereiste Batterie dramatische Folgen haben. Das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) Dresden hat daher nun für Airbus besondere zuverlässige dünne Keramik-Silber-Heizungen entwickelt. Diese lassen sich auf Rohre und andere kompliziert geformte Bauteile nahtlos und automatisiert aufdrucken.