Alle Artikel in: Forschung

Neues aus der Wissenschaft

Mikrolautsprecher auf Siliziumbasis von Arioso Dresden. Foto: Fraunhofer-IPMS

2,4 Millionen Euro für Mikro-Lautsprecher aus Dresden

Fraunhofer-Ausgründung Arioso will mit neuer Technologie den Markt umkrempeln. Dresden, 2. April 2020. Die Dresdner Fraunhofer-Ausgründung „Arioso Systems“ will mit neuartigen Mikro-Lautsprechern den Markt für Kopfhörer aufmischen und ein sprachbasiertes Internet möglich machen. Diese Idee und die siliziumbasierte Mikrochip-Technologie dahinter haben auch mehrere Investoren überzeugt, die Arioso nun 2,6 Millionen Euro Risikokapital anvertrauen. Mit dem Geld wollen die Ingenieure ihr Unternehmen nun ausbauen, die Technologie weiterentwickeln und ihre Mikro-Lautsprecher in die ersten Audiogeräte einbauen.

Prof. Roland Sauerbrey, wissenschaftlicher Direktor des HZDR. Foto: André Wirsig für das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Mit dem Unerwarteten rechnen

Der scheidende Direktor Prof. Roland Sauerbrey des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf im Oiger-Interview Was war aus ihrer Perspektive besonders wichtig, was hat sich im Rossendorfer Forschungszentrum während ihrer Direktorenzeit geändert? Sauberbrey: Die wichtigste Veränderung war der Wandel vom Leibniz-Institut zum Helmholtz-Zentrum in den Jahren 2007 bis 2011. Seitdem sind wir erheblich gewachsen, das Personal hat sich verdoppelt, unsere internationale Sichtbarkeit ist deutlich gestiegen. Wichtige Forschungsanlagen sind in Betrieb gegangen: Wir haben zum Beispiel das Hochfeld-Magnetlabor und den Elbe-Beschleuniger ausgebaut, Hochleistungs-Laser installiert, das Zentrum für radiopharmazeutische Tumorforschung eingerichtet und in Freiberg das Helmholtz-Institut für Ressourcentechnologie gegründet. Verbessert hat sich auch die Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum, vor allem in der Krebsforschung.

Der scheidende und der neue wissenschaftliche Direktor in Dresden-Rossendorf: Prof. Roland Sauerbrey (links) und dessen Nachfolger Prof. Sebastian M. Schmidt. Foto: André Wirsig für das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)

Neuer Chefwissenschaftler in Dresden-Rossendorf

Sebastian M. Schmidt tritt Nachfolge von Roland Sauerbrey an Dresden, 1. April 2020. Prof. Sebastian M. Schmidt ist seit heute wissenschaftlicher Direktor des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR). Er tritt die Nachfolge des inzwischen 68 Jahre alten Physikers Prof. Roland Sauerbrey an, der das Zentrum 14 Jahre lang geleitet und auf eine neue Entwicklungsstufe gehoben hatte. Das hat das HZDR heute mitgeteilt.

3D gestrickte Mund-Nasen-Maske mit integrierter Filtereinlage – entwickelt und hergestellt an der TU Dresden während des Notbetriebs. Foto: Mirko Krziwon für das ITM der TU Dresden

Textilforscher entwickeln Strick-Schutzmaske gegen Corona

Nun verhandeln die TU-Wissenschaftler über eine Serienproduktion Dresden, 31. März 2020. Textilforscher der TU Dresden haben während des Corona-Notbetriebs an der Uni eine Mundschutzmaske entwickelt, die in einem Stück gestrickt werden kann und nicht erst zugeschnitten und genäht werden muss. Das hat das Dresdner “Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik” (ITM) mitgeteilt.

Wie hier in China mögen die Bombardier-Züge auf der Schiene schnell sein - die Konzernspitze ist mit der Geschäftslage nicht zufrieden und will nun Tausende Jobs streichen. Foto: Bombardier

„Set 4 Future“: TU Dresden forscht mit an Eisenbahn der Zukunft

Uni tritt Bahntechnik-Netzwerk bei Dresden, 30. März 2020. Forscher der TU Dresden wollen gemeinsam mit sächsischen Industriepartnern die Eisenbahn der Zukunft entwickeln. Dafür ist die Uni nun dem Innovations-Netzwerk „Set 4 Future“ beigetragen. Das haben die TU und der rund 70 Mitgliedsunternehmen umfassende Bahntechnikverband „BTS Rail Saxony“ mitgeteilt.

Das Fundament für das weltweit erste Karbonbetonhaus ist gegossen, nun beginnt der Hochbaus auf dem Grundstück nahe am Fritz-Foerster-Platz in Dresden. Foto: Institut für Massivbau der TU Dresden

Baustart für weltweit erstes Karbonhaus

Dresdner TU-Forscher wollen extravagantes Gebäude im Frühjahr 2021 einweihen Dresden, 30. März 2020. Das Fundament aus Kohlenstofffasern, Kies und Zement ist gegossen. Nun startet die TU Dresden den Rohbau für das weltweit erste Karbon-Haus. Das hat Sprecherin Sandra Kranich vom federführenden Institut für Massivbau mitgeteilt. Obwohl jetzt eigentlich ein Grundsteinlegung fällig gewesen wäre, haben die Forscher allerdings wegen der Corona-Krise auf eine Feier vorerst verzichtet.

Mit dem Beobachtungssystem Icarus können Wissenschaftler die Bewegungen von Tieren rund um den Globus verfolgen. Hier stattet Projektleiter Martin Wikelski einen Hellroten Ara mit einem nur wenige Gramm wiegenden Icarus-Sender aus. Foto: S. Izquierdo für das Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz

Orbitaler „Icarus“ lauscht dem Internet der Tiere

Tierische Katastrophen-Frühwarnsysteme: Innovative Funktechnik aus Dresden vernetzt Amsel, Elefant & Co. rund um den Erdball. Dresden/Radolfzell, 27. März 2020. Warum fliegen Amseln manchmal in den Süden und in anderen Jahren dann wieder nicht? Haben sie einen sechsten Sinn dafür, ob ein harter Winter naht? Können Schwärme wirklich Erdbeben und andere Katastrophen „vorausahnen“, wie oft behauptet? Vogelkundler vom Max-Planck-Instituts für Ornithologie aus Radolfzell, die Dresdner TU-Ausgründung „Inradios“ und weitere Forschungspartner wollen der Tierwelt diese Geheimnisse nun mit Hilfe des „Icarus“-Projektes abringen.

Der mikroelektronische Roboter der TU CHemnitz ist 800 Mikrometer lang und hat zwei Sauerstoff-Bläschen-Antriebe. Links ist er in einer Visualisierung, rechts als Mikroskopaufnahme zu sehen. Abb. (2): TU Chemnitz

Kleinster elektronische Roboter der Welt aus Sachsen

TU Chemnitz treibt Mikro-U-Boot durch zwei Sauerstoff-Triebwerke an Chemnitz, 22, März 2020. Forscher aus Sachsen und China haben den – laut eigenen Angaben – kleinesten elektronisch steuerbaren Roboter der Welt konstruiert. Das hat Oliver G. Schmidt von der TU Chemnitz mitgeteilt, der das Projekt geleitet hat. Solche Mikroroboter wären etwa für Reisen durch den menschlichen Körper und den gezielten Medikamenten-Transport zu bestimmten Organteilen einsetzbar – wobei das Team die Antriebstechnik dafür noch weiterentwickeln muss.

Terahertz-Strahlung liegt im elektromagnetischen Spektrum zwischen Mikrowellen und Infrarotstrahlung. Sie eignet sich gut, um Materialeigenschaften zu untersuchen. Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf bietet mit der Terahertz-Quelle im Elbe-Zentrum für Hochleistungs-Strahlenquellen vielfältige Experimentiermöglichkeiten für Forscher aus aller Welt. Foto: HZDR/Frank Bierstedt

Mini-Nacktscanner mit Goldstich

Physiker aus Rossendorf entwickeln Bauplan für Terahert-Durchleuchtungs-Chips Dresden-Rossendorf, 17. März 2020. Auf Flughäfen sind sie als „Nackt-Scanner“ bekannt geworden, beliebt sind sie aber auch für Gemälde-Restauratoren, Brief-Spione und Werkstoffforscher: Die Rede ist von Terahertz-Licht. Diese hochfrequenten Durchleuchtungs-Strahlen, die etwa eine Billion Mal pro Sekunde schwingen, sind bisher allerdings nur mit teuren und sperrigen Anlagen zu erzeugen. Physiker vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) sowie der Unis Dresden und Konstanz haben nun jedoch eine Lösung gefunden, um Terahertz-Mikrochips aus den Elementen Gold und Germanium zu bauen.

Kein Vixierbild, sondernein Blick in die in sich verdrehte Reaktorkammer des Fusions-Testreaktors Wendelstein 7-X in Greifswald. Spezialisten wechseln dort nun die die alten Hitzeziegeln gegen wassergekühlte Kohlenstoff-Ziegel aus. Foto: Torsten Bräuer für das IPP

Max Planck rüstet Fusions-Testreaktor Greifswald auf

Wassergekühlte Kacheln sollen Fusion bis eine halbe Stunde aufrechterhalten Greifswald, 16. März 2020. Um länger als nur für ein paar Sekundenbruchteile der Hitze der Sonne auf Erden zünden zu können, rüsten die Planck-Physiker in Greifswald ihren Fusionsreaktor „Wendelstein 7-X“ auf. Das hat das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Greifswald angekündigt.

Bauschutt wiederzuverwerten lohnt sich energetisch, haben Dresdner Leibniz-Forscher ermittelt. Foto: H. Hensel, IÖR-Media

Leibniz-Studie: Bauschutt-Recycling lohnt sich energetisch

Vor allem Kunststoffe sind gut wiederverwertbar, haben Dresdner Experten ausgerechnet. Dresden, 16. März 2020. Gemessen am Energieverbrauch lohnt es sich, Bauabfälle wiederzuverwerten statt sie zu entsorgen und dafür neue Baustoffe herzustellen. Das hat eine Studie des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und der Intectus GmbH in Dresden ergeben.

Ein Multiorganchip Kammern für die Leber- ider Nierenzellen, Zuleitungen für die zut testenden Arzneien oder Kosmetika, Pumpen, Ventile und dergleichen mehr. Sie simulieren komplexe menschliche Organe. Abbildung: Fraunhofer IWS

Ein Multiorgan-Chip hilft den Tieren

Eine Innovation von Fraunhofer Dresden hilft schon heute, viele Tierversuche zu vermeiden Dresden, 13. März 2020. Fraunhofer-Forscher aus Dresden haben einen Multiorgan-Chip entwickelt, der das Leben vieler Tiere retten und ihnen Leid ersparen soll. Durch diese winzigen Geräte, die menschliche Organe simulieren können, fallen bereits jetzt viele Tierversuche bei Pharma- und Kosmetikkonzernen weg. Künftig dürfte diese Innovation noch mehr Mäuse und Affen schonen.

Wissenschaftsnacht 2018 in Dresden: Beim Science Slam in den Technischen Sammlungen Dresden messen sich die Wissenschaftler in der Kunst, binnen 10 Minuten ihre speziellen Forschungen so allgemeinverständnlich und unterhaltsam wie möglich zu präsentieren. Foto: Ronny Siegel

Forschung unterhaltsam in 180 Sekunden

Technikmuseum Dresden richtet heute „Famelab“-Vorentscheid aus Dresden, 11. März 2020. Unterhaltsam und jeweils binnen 180 Sekunden wollen Wissenschaftler und Studenten heute in den Technischen Sammlungen Dresden (TSD) ihre Forschungen einem breiten Publikum vorstellen – egal, wie kompliziert sie auf den ersten Blick anmuten. Das Ganze nennt sich „Famelab“ und ist ein internationaler Wettbewerb für Wissenschaftskommunikation. Die Sieger des Vorentscheids in Dresden nehmen im Juni am internationalen Finale in Cheltenham teil.