Alle Artikel in: Forschung

Neues aus der Wissenschaft

Hier folgt gleich platonischer Karpfen-Sex: Wenn zwei Kojs sich treffen, ist das Ei nicht mehr weit. Abb.: BSF

Anti-Müffel-Filter sollen Wasserverbrauch in Fischzucht senken

Dresdner Fraunhofer-Forscher entwickeln neue Keramikfilter fürs Aquafarming Dresden, 16. November 2018. Dresdner Fraunhofer-Keramikforscher haben gemeinsam mit Partnern ein neues Filtersystem für die Fischzucht entwickelt. Das soll einerseits dafür sorgen, dass der Fisch nicht stinkt, wenn er auf den Tisch kommt, andererseits den oft recht exzessiven Frischwasserverbrauch in der Fischzucht drastisch senken. “Dieses keramische Filtersystem liefert einen wesentlichen Beitrag zur Einsparung der Ressource Wasser in der wachsenden Aquafarming-Industrie”, betonte Dr. Burkhardt Faßauer vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS), der das Entwicklungsprojekt leitet.

Der Hornkieselschwamm (Geodia cydonium) zeigt unterm elektronenmikroskop seine Skelett-Stacheln, die weniger als ein Mikrometer dünn sind. Foto: ZIK B CUBE

„B Cube“ Dresden zieht in Neubau um

Biotech-Wissenschaftler teilen sich mit Medizinforschern einen 41 Millionen Euro teuren Neubau Dresden, 10. November 2018. Das „B Cube“ der TU Dresden zieht endlich aus seinem Provisorium in der Dresdner Johannstadt aus und kann sein eigenes Domizil beziehen: Der Freistaat Sachsen hat für das Biotech-Forschungszentrum sowie das „Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen“ (DZNE) der Helmholtz-Gesellschaft in den vergangenen zweieinhalb Jahren einen 41 Millionen Euro teuren Neubau am Dresdner Tatzberg errichtet – gleich neben dem städtischen Biotech-Gründerzentrum „Bioz“. Am 18. November 2018 will Dieter Janosch vom Staatsbetrieb „Sächsisches Immobilien- und Baumanagement“ (SIB) den Komplex an die Forscher übergeben.

Ein RCCF-Mitarbeiter der TU Dresden stellt Prozessparameter an der Stabilisierungs- und Carbonisierungslinie im neuen Carbonfaser-Technikum Dresden ein. Foto: Andreas Scheunert für die TU Dresden

„Carbonfaser ist Stahl des 21. Jahrhunderts“

TU Dresden startet Karbonfaser-Technikum Dresden, 2. November 2018. Eine Reinraum-Anlage für Kohlenstofffasern haben Forscher der Dresdner Uni-Institute für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) sowie für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) – wie bereits angekündigt – heute in Dresden-Dobritz offiziell in Betrieb genommen. Mit diesem Karbonfaser-Technikum wollen die zum des „Research Center Carbon Fibers“ (RCCF) zusammengeschlossenen Wissenschaftler entlang der langen Kette vom Kohlenstoff über die Karbonfaser und das Karbongarn bis zum fertigen Leichtbauteil in der Autoindustrie, Luft- oder Raumfahrt experimentieren.

Eine Fraunhofer-Mitarbeiterin sortiert die Zellen in eine keramische Natrium-Batterie ein. Foto: Fraunhofer IKTS Dresden

Fraunhofer baut Natrium-Batterien für autarke Wohnviertel

Dresdner IKTS-Ingenieure am Projekt „smood – smart neighborhood“ in Thüringen beteiligt Dresden/Erfurt, 31. Oktober 2018. Damit sich Wohnquartiere künftig preisgünstig, ökologisch und autark selbst versorgen können, baut das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) Dresden für das Pilotprojekt „smood – smart neighborhood“ in Thüringen spezielle Natrium-Batterien. Der Vorteil dieser keramischen Batterie gegenüber herkömmlichen Lithium-Batterien: Sie sind vergleichsweise preisgünstig und können mit Salz, Schwefel und anderen Rohstoffen konstruiert werden, die Deutschland nicht importieren muss.

Ein Mitarbeiter bedient die Elektronenstrahl-Anlage Elli300, mit der sich Impfstoffe und andere Flüssigkeiten behandeln lassen. Foto: Jürgen Lösel für das Fraunhofer FEP

Elektronen gegen Viren

Fraunhofer Dresden entwickelt mit Elli 300 eine Elektronenkanone für die Impfstoff-Entwicklung Dresden, 30. Oktober 2018. Um unerwünschte Erreger in Impfstoffen schnell und zielgenau ausschalten zu können, haben Fraunhofer-Forscher aus Sachsen gemeinsam mit Kollegen aus eine spezielle Elektronenstrahlkanone „Elli 300“ entwickelt. Das hat das Fraunhofer- Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) Dresden mitgeteilt.

Das Lautrepertoire der Bonobos ist eine ganze Oktave höher angesiedelt als bei Schimpansen. Foto: Cédric Girard-Buttoz, LuiKotale, D.R. Kongo

Bonobo-Affen geben sich als Kinder aus

EVA-Forscher: Zwerg-Schimpansen versuchen sich durch hohe Töne kleiner zu machen als sie sind Leipzig, 22. Oktober 2018. Zwerg-Schimpansen tragen ihren Namen wohl mit Bedacht: Diese auch Bonobos genannten Affen versuchen nämlich, durch ihre Laute kleiner zu erscheinen als sie sind. Das haben Forscher des Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (EVA) in Leipzig aus ihren Stimmhöhe-Untersuchungen an Tieren geschlussfolgert.

Dr.-Ing. Monireh Fazeli zeigt einen Kohlefaser-Strukturknoten, wie er für Maschinen-Tragwerke verwendet werden soll, Derzeit absolviert die Dresdner Textilwissenschaftlerin einen Forschungsaufenthalt im Centre for Advanced Composite Materials (CACM) an der University of Auckland in Neuseeland Foto: Richard Ng

Industrieclub Sachsen zeichnet Ingenieurin für Hightech-Knotenmuster aus

Dresden, 22. Oktober 2018. Weil sie in ihrer Doktorarbeit einen Verfahren beschrieben hat, wie Auto- und Flugzeugbauer leichte Rahmen aus Karbonfasern knoten können, bekommt Dr.-Ing. Monireh Fazeli­ Zoghalchali der TU Dresden den diesjährigen Innovationspreis des Industrieclubs Sachsen. Das hat das Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) mitgeteilt, an dem sie promoviert hat.

Flüchtlinge, Migranten, Einwanderer, Familiennachzug

Einwanderung polarisiert Europäer

Im Durchschnitt wird Migration aber positiver gesehen Kiel, 19. Oktober 2018. Die Europäer sehen Einwanderung heute tendenziell positiver als noch vor 15 Jahren. Gleichzeitig aber polarisiert dieses Thema die jeweiligen Bürgergesellschaften stärker als zuvor. Das hat eine Analyse des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) Kiel ergeben. Die Forscher stützten sich dabei auf Umfragen im Zuge des „European Social Survey“ (ESS), der seit 2001 Einstellungen, Überzeugungen und Verhaltensmuster der verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Europa zu messen versucht.

Dr. Pierre Karrasch und Dr. Anette Eltner von der TU Dresden demonstrieren den Einsatz von Umweltdrohnen neben dem Hülßebau. Foto: Heiko Weckbrodt

Fliegender Forscherknecht

Geo-Experten der TU Dresden schreiben mit internationalen Kollegen an einem Umweltdrohnen-Lehrbuch Dresden, 16. Oktober 2018. Seit Drohnen für Normalsterbliche bezahlbar geworden sind, setzen auch immer mehr Umweltwissenschaftler diese „Unbemannten Flugvehikel“ („Unmanned Aerial Vehicle“ = UAV) ein: Geologen kalkulieren damit an instabilen Bergleiten die Erdrutsch-Risiken, Hydrologen lassen die fliegenden Augen über Hochwasser-Arealen schweben, um Fließgeschwindigkeiten abzuschätzen, Bergbaukundler suchen damit nach magnetischen Anomalien im Boden. Sie alle neigen indes dazu, das Rad immer wieder neu zu erfinden, meinen Dr. Pierre Karrasch von der Professur für Geoinformatik und Dr. Anette Eltner von der Professur für Photogrammetrie an der TU Dresden: „Die meisten Forscher, die Drohnen erstmals einsetzen, fangen ganz von vorn an“, sagt Karrasch. Dabei könnten sie viel wertvolle Forschungszeit gewinnen, wenn sie die Erfahrungen drohnenerfahrener Kollegen anzapfen. Deshalb planen Eltner und Karrasch nun ein Lehrbuch über den UAV-Einsatz in den Umweltwissenschaften, das zu einem internationalen Standardwerk werden könnte.

Erste Ausführung eines multimodalen eGloves: Maßgeschneidertes Musikinstrument mit integrierter Sensorik zur Gestenerkennung und drahtlos angekoppeltem Tonwiedergabesystem sowie integrierter Leuchtfunktion für visuelles Feed-Back. Foto: ITM/TU Dresden

Datenhandschuh lässt Maschinen singen

Neues Exzellenzentrum CeTI Dresden erforscht neue Interaktionswege zwischen Mensch und Computer Dresden, 14. Oktober 2018. Textilforscher vom neuen Exzellenzzentrum „Centre for Tactile Internet with Human-in-the-Loop” (CeTI) an der TU Dresden haben einen interaktiven Datenhandschuh („eGlove“) vorgestellt, der gestengesteuerte Musikkompositionen ermöglichen soll. In diesen haben die Textilexperten Sensoren und Funkmodule integriert, die Handbewegungen erkennen und drahtlos an ein Tonsystem übertragen. Die eingebetteten Leuchten sollen all dies zusätzlich visualisieren.

Blick auf das Hörsaalzentrum und den Beyerbau-Turm der TU Dresden. Foto: Foto: TUD/Eckold

Nachwuchs-Ökoforscher besuchen TU Dresden

Dresden, 12. Oktober 2018. TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen begrüßt am Montag 25 „grüne Talente“ („Green Talents“) aus 19 Ländern an der Dresdner Uni. Gemeint sind damit internationale Nachwuchswissenschaftler mit ökologischen Forschungsprojekten. Die Dresdner wollen den „grünen Talenten“ ihre Arbeit an intelligenten Werkstoffen, umweltbewusstem Wassermanagement., alternativen Energiespeichern, Umweltökonomie und Karbonbeton vorstellen. Zugleich hoffen Müller-Steinhagen und seine Kollegen, dass einige dieser Nachwuchs-Wissenschaftler in Dresden hängenbleiben.

Petawatt-Laser am HZDR. Mit solchen Lasern will Professor Ralf Schützhold Teilchen aus dem scheinbaren "Nichts" hervorzaubern. Foto: HZDR, Oliver Killig

Elektronen-Angeln im kosmischen Nichts

Rossendorfer Physiker Schützhold will mit Superlasern in den kosmischen Dirac-See tauchen Dresden, 12. Oktober 2018. Umso mehr Superlaser, 90-Tesla-Spulen, Ionenkanonen und künstliche Erdkerne die Experimentatoren im „Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf“ (HZDR) in die Hände bekommen, umso extremer sind die Zustände, in die sie die Materie in ihren Laboren versetzen: Sie sperren die Proben in starke Magnetfelder ein, die jedes Smartphone sofort grillen würden, versetzen sie ins Innere von Neutronensternen und an den Anfang der Welt, mitten hinein in den Urknall. Um besser zu verstehen, was genau da eigentlich in ihren Vakuumkammern passiert, haben sie sich Schützenhilfe bei Professor Ralf Schützhold geholt. Der 44-Jährige baut nun am Stadtrand von Dresden eine Gruppe für „Theoretische Physik“ auf. Drei Mitstreiter hat schon gefunden, zehn schlaue Köpfe soll die Gruppe in naher Zukunft umfassen.

Dr. Roman Tkachov begutachtet an einem Dispensdrucker im Fraunhofer IWS Dresden eine Folie, die er mit zwei verschiedenen leitenden Polymeren bedruckt hat. »PEDOT:PSS« ist ein Polymer mit positiven Ladungsträgern (»p-leitend«), während »Poly(Kx[Ni-itto])« negative Ladungsträger transportiert (»n-leitend«). Dies zeigt auch: Die Polymere des IWS lassen sich mit Standard-Techniken wie Druckern oder Rotationsbeschichtung verarbeiten. Foto: Fraunhofer-IWS Dresden

Winzige Energiesammler

Fraunhofer Dresden entwickelt leitfähige Polymertinte für kleine thermoelektrische Generatoren Dresden, 11. Oktober 2018. Das „Internet der Dinge“ gewinnt in der Wirtschaft bereits Gestalt: In der Landwirtschaft überwachen Sensoren den Reifegrad von Weintrauben und Äpfeln, in Fabriken kontrollieren sie jeden einzelnen Fertigungsschritt. Keiner aber hat Zeit, Geld und Personal genug, um Stromleitungen durch die Felder zu legen oder ständig Leute loszuschicken, um Ackersensoren immer wieder mit neuen Batterien zu bestücken. Sprich: Diese künstlichen Augen müssen sich autark mit Strom versorgen: Durch biegsame organische Solarzellen oder durch winzige thermoelektrische Generatoren, die aus Wärme Strom machen. Experten vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) Dresden haben nun neue Materialien entwickelt, mit denen die Ausbeute solcher Kleinstgeneratoren deutlich steigen könnte.

Tüfteln an besseren Lebensmittel-Verpackungen: die Dresdner IVV-Forscher. Foto: Fraunhofer IVV

Knappe Million Euro für Fraunhofer-Lebensmittelingenieure in Dresden

Bund fördert Entwicklung automatischer Reinigungssensoren Dresden, 10. Oktober 2018. Immer mehr Geschmacksrichtungen wollen die Deutschen in ihren Limonaden, Joghurten und Schokoladen probieren. Die Kehrseite dieser gustatorischen Vielfalt: Die Lebensmittel-Fabriken müssen für die vielen Sortenwechsel immer häufiger ihre Bio-Reaktoren und Gärbehälter auswaschen. Mehr Reinigungsmittel kosten nicht nur mehr Geld, sondern belasten letztlich auch die Umwelt. Daher will ein Konsortium unter Fraunhofer-Führung neue Sensoren für die Lebensmittelindustrie entwickeln. Die sollen dafür sorgen, dass deren Anlagen automatisch ihren tatsächlichen Säuberungsbedarf berechnen – und letztlich Reinigungsmittel sparsamer einsetzen. Das Bundesernährungsministerium hat der Dresdner Außenstelle des „Fraunhofer-Instituts für Verarbeitungsmaschinen und Verpackungstechnik“ (IVV) nun für das Projekt „Sensorbasierte Überwachung des Reinigungsbedarfs und des Reinigungsergebnisses in geschlossenen Systemen“ 970.000 Euro Innovationsförderung zugebilligt. Das hat der Dresdner Bundestagsabgeordnete Andreas Lämmel (CDU) mitgeteilt.

Bringen selbst nur 650 Gramm auf die Waage, tragen aber bis zu 200 Kilogramm: die Karbon-Hocker von Polymerforschern aus Dresden. Foto: IPF

Neues Karbon-Reinraumlabor in Dresden

Am pechverfolgen Standort in Dobritz kooperieren Textil- und Leichtbauforscher der TU Dresden Dresden, 6. Oktober 2018. In einer ehemaligen Spitzenmanufaktur und späteren Mikroelektronik-Fabrik in Dresden-Dobritz bekommen die Leichtbau- und Textiltechnik-Ingenieure der TU Dresden nun einen Reinraum, in dem sie Karbonfasern züchten und verarbeiten können. Sie wollen den Reinraum offiziell Anfang November 2018 in Betrieb nehmen.