Alle Artikel in: Forschung

Neues aus der Wissenschaft

Terahertz-Strahlung liegt im elektromagnetischen Spektrum zwischen Mikrowellen und Infrarotstrahlung. Sie eignet sich gut, um Materialeigenschaften zu untersuchen. Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf bietet mit der Terahertz-Quelle im Elbe-Zentrum für Hochleistungs-Strahlenquellen vielfältige Experimentiermöglichkeiten für Forscher aus aller Welt. Foto: HZDR/Frank Bierstedt

Helmholtz-Zentrum Rossendorf plant neue Großinvestition

Forscher wollen 150 Millionen Euro teuren Elektronenbeschleuniger bauen Dresden-Rossendorf, 16. Januar 2019. Noch stärker, noch brillanter – die Forscher im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) planen eine neue Großinvestition: Sie wollen ab 2024 für rund 150 Millionen Euro einen Nachfolger für ihre inzwischen betagte Strahlungsquelle „Elbe“ bauen. Das hat HZDR-Wissenschaftsdirektor Prof. Roland Sauerbrey angekündigt.

Ein Frettchen. Foto: Gilowyn, Wikipedia, CC3-Lizenz

Gehirn-Upgrade für Frettchen

Dresdner Genetiker vergrößern mit Menschen-Gen den Neokortex der kleinen Jäger Dresden, 11. Januar 2019. Mit dem menschlichen Gen ARHGAP11B lässt sich das Gehirn von Frettchen verändern, so dass es dem Hirn eines Menschen ähnlicher wird. Das hat ein Team aus der Gruppe von Professor Wieland Huttner vom Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) Dresden ermittelt. Demnach regt dieses besondere Erbgut-Molekül, das normalerweise nur der Mensch besitzt, im Frettchen-Hirn die Produktion sogenannter „basaler radialer Gliazellen“ an. Die wiederum sorgen dafür, dass sich die äußere Großhirnrinde zu einem Neokortex faltet, der beim Menschen für viele höhere geistige Funktionen zuständig ist.

Thermomagnetischer Generator im Labormaßstab, Foto: IFW Dresden

Mit Magnetkraft Energie ernten

Dresdner Forscher konstruieren neue Generation verbesserter thermomagnetischer Generatoren, die Strom aus Abwärme erzeugen Dresden, 10. Januar 2019. Energieernte-Systeme („Energy Harvesting“) gelten als Schlüsseltechnologien für das „Internet der Dinge“ sowie für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz. Das Ziel dabei: Sensoren, Mikromaschinen und andere Geräte so zu konstruieren, dass sie auf Stromkabel oder Batterien nicht mehr angewiesen sind, sondern ihren Energiebedarf autark decken – zum Beispiel, indem sie kleine Temperaturschwankungen in ihrer Umgebung in Strom ummünzen.

Ohne die Möglichkeit zu sterben, würden Computerspiele suggestive Kraft verlieren. Abb.: Heiko Weckbrodt

Peng – Du bist tot!

Chemnitzer Forscherin untersucht Rolle des Todes in Computerspielen Chemnitz, 9. Januar 2019. Der Tod ist untrennbar mit dem Videospiel-Genre verbunden: Er nimmt „eine zentrale Rolle im Computerspiel ein und hat eine bedeutende Funktion für die Gestaltung und Vermarktung des Spiels“, hat die Chemnitzer Chemnitzer Kommunikationsforscherin Miriam Schreiter in ihrer Dissertation „Wie kommt der Tod ins Spiel? Von Leichen und Geistern in Casual Games“ herausgearbeitet, wie die TU Chemnitz mitteilte.

Außeruniversitäre Forschung hat eine lange Tradition in Dresden. Foto: Fraunhofer IPMS

Dresden ist zum Top-Standort außeruniversitärer Forschung gewachsen

5200 Jobs und millionenschwere Forschungsbudgets hängen an den Instituten jenseits der Hochschulen Dresden, 10. Dezember 2018. Dass sich die TU Dresden immer erfolgreicher als Exzellenzuni im innerdeutschen Wettbewerb zu behaupten vermag, wie erst im Herbst wieder bewiesen, liegt zweifellos an besonderen eigenen Anstrengungen – aber auch an der starken Unterstützung durch die zahlreichen außeruniversitären Institute in Dresden. 17 solcher Einrichtungen gibt es heute in der sächsischen Landeshauptstadt, wenn man nur die größten zählt. Sie stehen für ein jährliches Forschungsvolumen von einigen Hundert Millionen Euro und für über 5200 Jobs im Raum Dresden.

Reifen sollen sich künftig selbst heilen können und statt eingebetteter Fühler selbst als großer Sensor hergestellt werden. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Fühlende und selbstheilende Reifen für autonome Autos

Doktoranden der TU Dresden entwickeln neuartige Reifengummis Dresden, 17. Dezember 2018. Die Autoreifen der Zukunft heilen sich nach Schäden selbst, erfühlen dank ihrer Nanonerven das aktuelle Wetter sowie den Zustand der Straße unter ihnen und sie machen sich bei Aquaplaning-Gefahr selbstständig hart. Das sehen zumindest die Visionen von drei Nachwuchs-Wissenschaftlern der TU Dresden und des Dresdner Leibniz-Instituts für Polymerforschung (IPF) vor, die in ihren Doktorarbeiten Reifen-Konzepte für die autonom fahrenden Autos von morgen entwickelt haben.

Die Idee beim virtuellen Kraftwerk: Ein Großteil der dezentral erzeugten Energie soll noch im Stadtteil oder in der Kommune umverteilt werden, bevor sie über Umspannwerke weitergeleitet wird. Foto: EWE

Wie Wind- und Solarkraft an den Stromnetzen zerren

Neue Nachwuchsforschergruppe „Saxogrid“ in Dresden und Zittau untersucht Spannungsverzerrungen in Zeiten der Energiewende Zittau/Dresden, 17. Dezember 2018. Die Auswirkungen der Energiewende auf die Stromverteilernetze auf dem Lande und die Energietechnik vor Ort untersucht nun eine neue gemeinsame Nachwuchsforschergruppe „Saxogrid“ der TU Dresden und der Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG). Im Fokus stehen dabei, wie sehr die Spannung im sogenannten Mittelspannungsnetz schwankt, wenn Solar- oder Windkraftwerke ihre Energieerträge einspeisen oder plötzlich nicht mehr liefern – und welche Folgen dies für technische Anlagen und die Stromversorgung hat.

Künstlerische Darstellung der Geburt eines Sternes: Vertikale, helle Jets werden aus dem Zentrum der Gaswolke ausgestoßen, die ein massiver Baby-Stern um sich angesammelt hat. Visualisierung: ESO/L. Calada

Sachsen plant Institut für Systemforschung in der Lausitz

30 Millionen Euro teures „Casus“ nimmt Klimawandel und andere komplexe Phänomene unter die Lupe Dresden, 13. Dezember 2018. Die Landesregierung will in Ostsachsen ein neues Forschungs-Institut für digitale Systemforschung einrichten. Das hat die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) angekündigt. Das „Center for Advanced Systems Understanding“ (Casus) wird voraussichtlich etwa 30 Millionen Euro kosten. Vorgesehen sind zunächst ein Institutsgebäude und ein Gästehaus. Eine Anschubfinanzierung von zwei Millionen Euro hat nun der sächsische Landtag genehmigt. Weitere Mittel erhoffen sich die Sachsen vom Bund.

oinformationstechnologie-Student Arne Rümmler von der TU Dresden justiert einen Sensor. Foto: André Wirsig für die Landeshauptstadt Dresden

Sublokaler Klimawandel unter der Lupe: Dresden baut Regenmess-Netz auf

TU Dresden und Partner planen 50 Messstationen Dresden, 12. Dezember 2018. Geoinformatiker und Elektroniker wollen ein engmaschiges Netz aus Regenmessgeräten in Dresden installieren. Die im “Smart Rain“-Netz gesammelten Daten sollen beispielsweise helfen, den Flutschutz zu verbessern, das urbane Mikroklima und dessen Veränderung in den einzelnen Stadtvierteln zu analysieren. Die kommunalen Wirtschaftsförderer bezuschussen das gemeinsame Projekt von TU Dresden, dem jungen Unternehmen „Pikobytes GmbH“ und der Elco Industrie Automation GmbH mit 70.000 Euro aus ihrem Innovationsfonds. Das geht aus einer Mitteilung der Stadtverwaltung Dresden hervor.

Das Exzellenzcluster Ceti an der TU Dresden widmet sich dem intuitiven Miteinander von Mensch und Maschine. Foto: CeTI_Technisches-Design TU-Dresden.

Virtuosität für die Massen

Exzellenzforscher im Ceti Dresden arbeiten daran, außergewöhnliche Fähigkeiten per „Copy & Past“ weltweit zu verteilen Dresden, 12. Dezember 2018. Wie gut wäre es doch, wenn sich Musiker die Virtuosität eines Paganini, Nachwuchsschmiede die magischen Fertigkeiten eines Seppo Ilmarinen wie im Schlafe aneignen könnten. Wenn sie es nicht nur lesen oder sehen, sondern sogar erfühlen könnten, wie der längst entfleuchte Meister ihrer Zunft seine Werke schuf? Eben dies haben die Wissenschaftler des neuen Dresdner Exzellenzzentrums „Centre for Tactile internet with Human-in-the-Loop“ (Ceti) vor. Dabei denkt Ceti-Leiter Frank Fitzek allerdings mehr noch an lebende Meister, die ihr Wissen intuitiv an Eleven in aller Welt weitergeben sollen: „So, wie das Internet nahezu alles Wissen allen zugänglich gemacht, also das Wissen demokratisiert hat, wollen wir die Fähigkeiten demokratisieren“, erklärte der Elektrotechnik- und Mobilfunk-Professor der TU Dresden bei einer Präsentation der Uni-Tochter „GWT“.

Generative Fertigung eines Luftfahrt-Demonstrators mittels Laser-Pulver-Auftragschweißen. Foto: Fraunhofer USA CLA

3D-Druckexperten treffen sich in Dresden

Wachsende Resonanz auf Symposium des Fraunhofer-Laserinstituts Dresden, 10. Dezember 2018. Rund 200 internationale Spezialisten treffen sich Ende Januar 2019 in Dresden, um beim „International Symposium Additive Manufacturing“ (ISAM 2019) die neuesten Trends im industriellen 3D-Druck zu diskutieren. Gastgeber ist das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS): Die Resonanz auf dieses Dresdner Symposium wachse Jahr für Jahr, betonte IWS-Sprecher Markus Forytta.

Kristallaggregat von Kupferkies, Bleiglanz, Zinkblende und Kalkspat. Foto: HZDR Jürgen JeibmannKristallaggregat von Kupferkies, Bleiglanz, Zinkblende und Kalkspat. Foto: HZDR Jürgen Jeibmann

Außeruniversitäre Institute in Sachsen

Seit 1990 haben sich zahlreiche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Sachsen angesiedelt. In einigen Fällen gingen frühere Institute der DDR-Akademie der Wissenschaften in neue Trägerschaften von Leibniz, Helmholtz, Fraunhofer & Co. über. In anderen Fällen waren frühere Kombinats-Bereiche oder Querschnitts-Forschungseinrichtungen der DDR-Industrie der Nukleus, teils handelte es sich um echte Neugründungen. Hier nun ein Überblick, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann (Quelle: sächsisches Wissenschaftsministerium):

Prof. Matthias Kröger mit seinen Nussknackern der alten und neuen Art. Detlev Müller / TU Bergakademie Freiberg

Freiberger Nussknacker spaltet harte Nüsse in Kenia

Professor der Bergakademie entwickelt nussschonende Erzgebirgs-Technologie Freiberg, 9. Dezember 2018. Ein Freiberger Professor hat einen Hightech-Nussknacker entwickelt, der Nüsse gefühlvoll spaltet – und dadurch die Ausbeute steigert. Die Anlage ist allerdings nicht für den privaten Gebrauch unterm Weihnachtsbaum konzipiert, sondern für die Macadamia-Betriebe in Afrika. Darauf hat die Bergakademie Freiberg hingewiesen.

Prof. Peter Fulde 2018 in seinem Arbeitszimmer im Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden. Foto. Heiko Weckbrodt

Im Geist der Kooperation: 25 Jahre Max Planck in Sachsen

Interview mit Prof. Peter Fulde, der das erste Planck-Institut in Sachsen mit aufgebaut hat Das Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme (MPI-PKS) feiert heute ein rundes Jubiläum: Vor 25 Jahren gründete die Max-Planck-Gesellschaft mit dem PKS ihr erstes Institut in Sachsen. Der Physiker Prof. Peter Fulde baute dieses Institut ab 1993 in Dresden auf und leitete es bis 2007. Obwohl längst emeritiert, geht der heute 82-Jährige Senior-Forscher immer noch fast jeden Tag in sein Arbeitszimmer im Institut. DNN-Reporter Heiko Weckbrodt hat ihn ausfragt. Wo steht die Dresdner Forschungslandschaft heute? Peter Fulde: Die jüngste Exzellenzrunde der Universitäten hat deutlich gezeigt: Erstens gibt es immer noch ein großes Gefälle zwischen den Unis in West und Ost. Und zweitens: Dresden ragt da völlig heraus. Nur vier der 57 ausgewählten Exzellenzcluster liegen in den Neuen Bundesländern – und von denen sind wiederum drei in Dresden. Da die Hochschul-Qualität erfahrungsgemäß großen Einfluss auf die ökonomische Entwicklung eines Standortes hat, sehen ich sehr gute Perspektiven für die Hochtechnologie-Zukunft der Stadt.