Alle Artikel in: Astrophysik & Raumfahrt

Neues aus Raumfahrt und Astronomie

In Coswig stellt "Beyond Gravity" Mechaniken und Elektronik für die Raumfahrt her. Foto: Beyond Gravity

Cowiger Raumfahrtschmiede nun „Jenseits der Schwerkraft“

Ex-HTS ist nun nicht mehr Ruag, sondern „Beyond Gravity Germany“ Coswig, 2. Mai 2022. Die Raumfahrtschmiede An der Walze in Coswig bekommt erneut einen neuen Namen. In Anlehnung an eine bekannte Schokoriegel-Werbung laut die Kernbotschaft des verkündet der Schweizer Staatskonzern Ruag: Aus RUAG Space Germany wird „Beyond Gravity Germany“ – sonst ändert sich nichts. Vor der Übernahme durch die Eidgenossen im Jahr 2016 firmierte das Unternehmen als „Hoch Technologie Systems“ (HTS).

Die F-RAM-Chips von Infineon sollen in Sonden und Raumschiffen beispielsweise Telemetrie-Daten speichern. Foto: Infineon

Infineon macht Ferro-Speicher für den Weltraum fit

Chips sollen kosmischer Strahlung standhalten München, 18. April 2022. Für Satelliten und Raumschiffe, deren Bordelektronik kosmischer Strahlung, extremen Temperaturwechseln und anderen starken Belastungen ausgesetzt sind, hat Infineon nun einen strahlungsfesten ferroelektrischen RAM-Speicherchip entwickelt. Das Bauteil sei speziell „für extreme Umgebungen in der Raumfahrt“ konstruiert, betonte der bayrische Mikroelektronik-Hersteller.

Privat-Rakete des deutschen Unternehmens Otrag im Jahr 1977. Foto: Sammlung Przybilski

Ingenieur plant Raketenmuseum in Dresden

Träger-Stiftung soll im April entstehen Dresden, 31. Januar 2022. Der Ingenieur Dr. Olaf Przybilski will eine „Stiftung Raketentechnik“ gründen, die neben dem Flughafen Dresden ein „Raketentechnisches Museum“ einrichten und betreiben soll. Das hat der 62-Jährige in einem Rundschreiben seiner „Raketen-Post“ mitgeteilt. Die Dauerausstellung soll rund 750 Quadratmeter auf drei Etagen in einem Nebengebäude der einstigen DDR-Luftfahrindustrie umfassen.

Die Visualisierung zeigt, wie sich im kommenden Jahr das Schiaparelli-Modul beim Anflug auf dem Mars von dem Spurengas-Orbiter trennen wird. Visualisierung: ESA/ATG medialab

Mars-Astronauten sollen sich Ersatzhaut selbst drucken

Erste Experimente mit Bio-3D-Drucker auf Raumstation ISS, TU Dresden beteiligt Dresden, 26. Januar 2022. Wenn Elon Musk oder andere Fernsüchtige irgendwann zum Mars aufbrechen, werden sie ihr Raumschiff nicht mitten auf dem Wege umdrehen können, wenn sie sich verletzen. Helfen könnten dann Bio-3D-Drucker an Bord: Die Raumfahrer sollen damit Ersatzhaut, Knochenprothesen und allerlei organische Gewebe selbst herstellen. Das mag wie Science Fiction klingen, ist aber gar nicht mehr so weit weg vom praktischen Einsatz: Neben anderen Teams weltweit arbeiten derzeit auch Mediziner und Ingenieure der Technische Universität Dresden (TUD) und des Bremer Weltraumtechnologie-Konzern „OHB“ im Auftrag der europäischen Weltraumagentur Esa an solchen „additiven Fertigungsverfahren“ für Weltraum-Fernreisen.

Megarippel in Sandwüsten (unten) haben eine windabhängig variable Sandzusammensetzung aus groben und feinen Körnern (oben). Ein darin verstecktes universelles Korngrößenverhältnis wurde jetzt erstmals nachgewiesen. Fotos und Collage: Hezi Yizhaq und Klaus Kroy für die Uni Leipzig

Ähnliche Sandmuster auf Erde und Mars

Uni Leipzig findet verborgene Ordnungsprinzipien in „Megarippel“-Feldern Leipzig/Mars, 10. Januar 2022. In irdischen und außerirdischen Wüsten bilden sich immer wieder ähnliche Muster mit etwa meterlangen Wellenlängen – aber diese sogenannten Megarippel verschwinden bei starkem Wind auch sehr schnell wieder. Diese Sandstrukturen ähneln sich beispielsweise auf der Erde und auf dem Mars auffällig. Physiker und Geomorphologen aus Sachsen, China und Israel haben nun herausgefunden, dass dafür besondere Mischungsverhältnisse von besonders groben und besonders feinen Sandkörnern je nach vorherrschender Windstärke verantwortlich sind. Dieser Mixfaktor fand sich in Proben aus Sandwüsten aus aller Welt und in Daten vom Mars-Rover „Opportunity“.

Diese - nicht maßstabsgetreue - Visualisierung zeigt unser Sonnensystem. Vorne rechts (von der Sonne nach außen): Merkur, Venus, Erde und Mars, danach der Asteroidengürtel. Links oben dann Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Visualisierung: Harman Smith und Laura Generosa, Nasa

Erde wuchs zwischen Silkat-Dampf und Schneelinie im All

Heidelberger Simulation erklärt Planeten-Genese an bestimmten Druckschwellen im Solarsystem Sonnensystem/Heidelberg, 31. Dezember 2021. Unsere Erde wie auch die Planeten in vielen anderen, fernen Sonnensystemen entstehen an bestimmten Druckschwellen im All. Und deren Positionen sind keineswegs zufällig, sondern ergeben sich aus physikalischen Kennwerten wie etwa dem Schmelztemperaturen von Siliziumverbindungen im Vakuum. Das haben Forschende vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg durch Computersimulationen herausgefunden.

Daniel Bock von Morpheus Dresden zeigt die - ursprünglich an der TU Dresden - entwickelten elektrischen Ionen-Triebwerke für nanosatelliten. Links die etwas größere und stärkere Variante, rechts der Mikroantrieb für besonders kleine Satelliten. Foto: Heiko Weckbrodt

Dresdner Morpheus-Triebwerke für Augsburger Mini-Raketen

Künftig bis zu 50 Starts gen Orbit geplant Augsburg/Dresden/Erdorbit, 18. November 2021. Um künftig Kleinsatelliten besonders preisgünstig und umweltfreundlich in den Erdorbit zu bringen, kooperieren die „Rocket Factory Augsburg“ (RFA) und „Morpheus Space“ aus Dresden künftig. Das geht aus einer RFA-Mitteilung hervor. Demnach wollen die Augsburger die elektrischen Mini-Ionenantriebe aus Dresden in die oberste Stufe ihrer Kleinrakete „RFA One“ integrieren.

Die internationale Raumstation ISS. Foto: Nasa

Nasa: Russland gefährdet durch Waffeneinsatz Raumstation ISS

Moskau hat angeblich mit einer Anti-Sat-Waffe Trümmerfeld im Orbit erzeugt Erdorbit, 16. November 2021. Russland hat anscheinend eine Anti-Satelliten-Waffe im Erdorbit eingesetzt und damit die internationale Raumstation ISS gefährdet. Das hat zumindest Nasa-Administrator Bill Nelson so eingeschätzt und die Regierung in Moskau scharf kritisiert: Es sei unglaublich, „dass Russland nicht nur die amerikanischen und internationalen Partnerastronauten auf der ISS, sondern auch ihre eigenen Kosmonauten gefährden würde. Ihre Aktionen sind rücksichtslos und gefährlich, bedrohen auch die chinesische Raumstation und die Taikonauten an Bord“.

Komet "Lovejoy" passiert die Atmosphäre der Sonne - und überlebt. Da Kometen meist größtenteils aus Eis bestehen, ist das eine reife Leistung. Abb.: NASA

Entstand das Leben im kosmischen Festplasma-Ofen?

Forscher durchleuchten Kohlenstoff-Reaktionen im Ausnahmezustand eines Kometeneinschlags Dresden/Hamburg, 8. Oktober 2021. Schon lange diskutieren Astrophysiker, Biologen und Geologen darüber, ob vor Milliarden Jahren womöglich Kometen- oder Meteoriteneinschläge die entscheidenden Zutaten für das Leben aus dem All auf die Erde gebracht haben. Ein internationales Forscherteam hat nun einen Weg gefunden, die extremen Materie-Zustände bei Kometeneinschlägen nachzustellen und die dabei ablaufenden chemischen Reaktionen mit energiereichen Röntgenblitzen zu durchleuchten. Das hat das Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) mitgeteilt, das an den Experimenten beteiligt ist.

Immer ein Hingucker (mit der richtigen Ausrüstung): der Orionnebel. Foto: Steffen Lambrecht (via Verkehrsmuseum Dresden)

Dresden richtet 1. Sternennacht aus

Mit Teleskopen, Tänzen und Vorträgen setzen Astronomen ein Zeichen gegen Lichtverschmutzung Dresden,  25. September 2021. Dresden richtet im Herbst 2021 erstmals eine „Nacht der Sterne“ aus: Wer sich für Astronomie, Raumfahrt und galaktische Abenteuer interessiert, kann am 9. Oktober ab 18 Uhr an sieben Standorten in der Stadt Sterne beobachten, Weltraum-Ausstellungen besuchen, mit den Sternen tanzen sowie Vorträge über die Andromeda-Galaxie, Lichtverschmutzung und andere Themen anhören. Das hat das Verkehrsmuseum Dresden mitgeteilt, das zu den Organisatoren des neuen Veranstaltungsformates gehört.

Die Visualisierung zeigt Satellit Uwe 4 von der Uni Würzburg mit gezündeten Morpheus-Triebwerken. Visualisierung: Uni Würzburg

Kleinsatelliten-Initiative angekündigt

Minister Altmaier will mehr „Neuen Raum“ Berlin/Dresden, 6. September 2021. Peter Altmaier will die private Raumfahrt und vor allem Kleinstsatelliten künftig stärker unterstützen. Das hat der CDU- Bundeswirtschaftsminister kurz vor der Bundestagswahl in Berlin als „New-Space-Kleinsatelliten-Initiative“ angekündigt. „Die Chancen, das deutsche Unternehmen bei diesen Innovationen an der Weltspitze stehen werden, sind gut“, meint Altmaier.

Sehr stark, für das Antimaterie-Experiment aber nicht so gut geeignet: "Draco" ist einer der stärksten Laser im helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf. Foto: André Wirsig für das HZDR

Rumänische Superlaser sollen für Antimaterie-Strahlen sorgen

Physiker aus Dresden und San Diego möchten extreme Aktivitäten von Schwarzen Löchern und Pulsaren im Labor untersuchen Dresden/San Diego, 22. Juli 2021. Um die höllischen Zustände rings um Schwarze Löcher und Neutronensterne auf Erden nachzustellen, wollen Physiker vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit Kollegen aus den USA mit Superlasern im Labor Antimaterie-Strahlen erzeugen. Nach erfolgreichen Computersimulationen planen sie zunächst Versuche in Hamburg. Danach wollen sie die Antimaterie-Produktion nach Südosteuropa verlagern, weil die Rumänen die richtigen Superlaser dafür haben. Das geht aus einer HZDR-Mitteilung hervor.

Die Aufnahme zeigt aktive Zonen unserer Sonne. Solar Dynamics Observatory, NASA

Erde mitverantwortlich für Sonnensturm-Zyklen

Planeten zerren an unserem Zentralstern Rossendorf/Sonnensystem, 11. Juni 2021. Die Zyklen aus energiereichen Stürme und Flauten, die uns von der Sonne aus erreichen und die auch das Erdklima beeinflussen, werden wahrscheinlich ein Stück weit auch durch die Erde selbst ausgelöst. Das legen Simulationen und ein neues Vorhersagemodell des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und des Institute of Continuous Media Mechanics im russischen Perm nahe. Diese Zyklen beeinflussen die Wolkenbildung und letztlich das Klima auf der Erde, aber auch die Häufigkeit von Funkstörungen und Nordlichtern in der Atmosphäre.

Gestatten: eine "Kilonova". Die Visualisierung zeigt, wie bei der Kollision zweier Neutronensterne ein gewaltiger (für das menschliche Auge tatsächlich aber unsichtbarer) Gamma-Blitz entsteht. Visualisierung: NASA

Neutronenstern-Verschmelzung in Erdnähe?

Dresdner Helmholtz-Forscher berichten über kosmisches Plutonium vom Grund des Pazifik Dresden, 13. Mai 2021. Womöglich sind zwei Neutronensterne in – nach kosmischen Maßstäbe – Erdnähe miteinander verschmolzen. Doch keine Panik: Wenn überhaupt, dann ereignete sich diese Superkatastrophe im All bereits vor Millionen von Jahren. Indizien dafür haben nun internationale Forschungsteams tief unten auf dem pazifischen Meeresboden entdeckt, berichtet das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR), das an den Experimenten beteiligt war.