Alle Artikel in: Astrophysik & Raumfahrt

Neues aus Raumfahrt und Astronomie

So etwa soll das europäische Athena-Raumschiff aussehen. Visualisierung: Esa

Titan-Ring aus dem 3D-Drucker für die kosmische „Athena“

IWS Dresden stellt einen Edelgasschild für die „additive Produktion“ vor. Dresden/Frankfurt am Main, 15. November 2019. Voraussichtlich im Jahr 2031 schickt die europäische Raumfahrtagentur „Esa“ das Röntgen-Weltraumteleskop „Athena“ ins All. Dort soll es den intergalaktischen Raum nach heißen Gasen zwischen den Galaxien abtasten. Die Esa braucht allerdings für das Teleskop eine drei Meter große, ringförmige Trägerstruktur aus Titan, die klassische Fabriken schwerlich herstellen können. Daher wollen die Satellitenexperten den Ring mit industriellen 3D-Druckern erzeugen – und setzen dabei auf sächsische Ingenieurskunst. Das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden hat dafür mit dem „Coaxshield“ (Eigenschreibweise: „COAXshield“) eine innovative Edelgas-Abschirmung für lasergestützte additive Maschinen entwickelt.

SpaceShipTwo zündet die Raketenmotoren. Foto: Virgin Galactic

Italiener chartern Privat-Raumschiff von Virgin Galactic

SpaceShipTwo soll drei Forscher minutenlang schwerelos machen Washington/Rom, 3. Oktober 2019. Das private Raumfahrt-Unternehmen „Virgin Galactic“ des britischen Milliardärs Richard Branson hat einen ersten Regierungsauftrag für einen bemannten Raumflug bekommen: Die italienische Luftwaffe wolle drei Forscher samt Ausrüstung mit einem „SpaceShipTwo“ auf einen sub-orbitalen Flug schicken, teilte Virgin Galactic mit. Die Mission sei für Anfang 2020 geplant.

Ein millimeterkleines Bärtierchen, auch Wasserbär genannt. Aditya Sainiarya, Wikimedia, CC3-Lizenz, tinyurl.com/mupuzn4

Leben auf dem Mond!

Tausende Wasserbärchen bevölkern nach Absturz von Israeli-Raumschiff nun wahrscheinlich den Erdtrabanten Mond, 7. August 2019. All die Sehnsüchte von Kosmosträumern haben sich wahrscheinlich bewahrheitet: Ja, es gibt vermutlich Leben außerhalb der Erde, auf einem anderen Himmelskörper: auf dem Mond nämlich. Das berichtet jedenfalls die Nachrichtenagentur AFP und beruft sich dabei auf die „Arch Mission Foundation“ – eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, alles menschliches Wissen für die Ewigkeit zu konservieren.

Fünf staatliche und private Raumschiffe hängen gerade an der internationalen Raumstation ISS, wie diese Grafik zeigt. Grafik: Nasa

Parkplätze der ISS bunt gefüllt

Elon Musks Kosmo-Drache bringt Andock-Modul für bemannte Schiffe zur Raumstation Erdorbit, 28. Juli 2019. Nachdem nun auch „Dragon 18“ (Drache 18) von Elon Musks Raumfahrt-Unternehmen „SpaceX“ an der „ISS“ angedockt hat, herrscht ein buntes Gewimmel auf den „Parkplätzen“ der internationalen Raumstation. Mit dabei sind private und staatliche Fluggefährte: Neben dem Drachen sind dort die russischen Raumschiffe Sojus MS-12 und MS-13 für den Crew-Transport, der russische Frachter Progress 72 und der Cygnus-Frachter („Schwan“) von Northrop Grumman angedockt. Das geht aus einer Übersicht der Nasa hervor.

Die künstlerische Visualisierung zeigt, wie der etwa marsgroße Planet Theia wohl vor 4,5 Milliarden Jahren auf die Erde geprallt und dadurch das Material für den Mond herausgelöst haben könnte. Visualisierung; NASA/Jet Propulsion Laboratory am California Institute of Technology

Kosmische Bombardement formte Erde und Mond mit

Forscher: Einschläge haben unseren Planeten erst lebenswert gemacht, der Mond bekam weniger ab Berlin, 14. Juli 2019. Die Einschläge Hunderter kosmischer Asteroiden haben wahrscheinlich aus einem glühend heißen Magmaball die lebensfreundliche Erde geformt, die wir heute kennen. Der Erdmond hat zwar vor Milliarden Jahren auch an die 200 Treffer abbekommen – doch er war zu leicht, um diesen Materialnachschub aus dem All vollständig schlucken zu können. Das haben Berliner Forscher gemeinsam mit Kollegen aus China und den USA in einer Studie ermittelt, teilte die FU Berlin mit.

Ein Modell der Archinaut-Minifabrik. Foto: Made in Space

Roboter sollen im Orbit Raumschiffe bauen

Nasa finanziert Pilotmission von „Archinaut One“ Washington, 13. Juli 2019. Um bemannte Reisen zum Mars möglich zu machen, lotet die Nasa die Möglichkeit automatisierter Raumschiff-Fabriken im Erdorbit aus. Um dies am kleinen Beispiel zu testen, hat die US-amerikanische Raumfahrtbehörde nun dem kalifornischen Unternehmen „Made in Space“ knapp 74 Millionen Euro zugesagt. Dies hat die Nasa nun mitgeteilt.

Die Kosmonauten Kosmonauten Waleri Bykowski (l.) und Siegmund Jähn nach ihrer Rückkehr aus dem All am 3. September 1978. Im Hintergrund ist die Rückkehrkapsel des Raumschiffs Sojus 29 zu sehen. Foto: Klaus Franke, ADN, Bundesarchiv, Wikipedia, CC3-Lizenz

DDR-Kosmonauten wiedervereinigt

Zunächst galten 7 NVA-Offiziere als potenzielle DDR-Raumfahrer. Nach Bykowskis Tod haben sich Sigmund Jähn und die anderen Anwärter von damals wieder getroffen. Dresden/Moritzburg, 4. April 2019. Sein Kommandant ist tot. Die gemeinsame Vorbereitung und der epochale Raumflug von Waleri Bykowski und Sigmund Jähn Ende August bis Anfang September 1978 schweißten beide Raumfahrer fest aneinander. Eine tiefe Freundschaft entstand. Bykowski, am 2. August 1934 geboren, starb vor wenigen Tagen – am 27. März 2019. Jähn und seine ehemaligen Kameraden aus der DDR-Kosmonautengruppe haben sich nun wieder getroffen.

Die Visualisierung zeigt Satellit Uwe 4 von der Uni Würzburg mit gezündeten Morpheus-Triebwerken. Visualisierung: Uni Würzburg

Elektrischer Morpheus kämpft gegen den Weltraumschrott

Dresdner TU-Ingenieure machen mit weltweit kleinstem Ionenantrieb die Nanosatelliten manövrierfähig Dresden, 14. März 2019. Der junge Raumfahrt-Zulieferer „Morpheus“ will in Dresden eine Produktionsstätte für innovative Satelliten-Antriebe einrichten. Das hat Morpheus-Chef Daniel Bock  angekündigt. Herstellen will die Ausgründung der Technischen Universität Dresden (TUD) dort das laut eigenen Angaben weltweit kleinste elektrische Ionen-Triebwerk. Denn im Kampf gegen Weltraumschrott ist den Dresdner Ingenieuren ein wichtiger technologischer Fortschritt gelungen: Die „Morpheus“-Experten haben an Bord des Nanosatelliten „Uwe 4“ der Uni Würzburg neuartige elektrische Miniatur-Ionenantriebe erfolgreich im All gezündet. Dabei handelt es sich um Triebwerke von der Größe eines Näh-Fingerhutes, die mit wenigen Gramm Flüssigmetall betankt werden und damit bis zu zehn Jahre aktionsfähig bleiben sollen. „Das ist ein Weltrekord“, erklärte Morpheus-Chef Bock. „Damit sind wir der Konkurrenz Jahre voraus.“

Die Raumfähre "VSS Unity" von Virgin Galactic beim ersten Kosmos-Flug am 13. Dezember 2018. Foto: Virgin Galactic

Bemanntes „Space Ship Two“ schafft Flug ins All

„Virgin Galactic“ plant privaten Weltraumtourismus Mojave, 14. Dezember 2018. Das Raumfahrtunternehmen „Virgin Galactic“ des britischen Schallplatten-Milliardärs Richard Branson hat einen Meilenstein auf dem Weg zum Weltraumtourismus geschafft: Das neue Schiff „VSS Unity“ vom Typ „Space Ship Two“ hat am 13. Dezember 2018 einen bemannten, Raumflug geschafft und ist unfallfrei zur Erde zurückgekehrt. Das hat Virgin Galactic in der Nacht zu heute mitgeteilt.

Der Lagunennebel ist rund 4000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Abb.> Hubble / Esa

Cosmic Day: Jugendliche befragen Boden aus dem All

Heute ist der der internationale Kosmostag Dresden, 29. Dezember 2018. Zum „International Cosmic Day“ spüren 20 Jugendliche aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt heute unter Anleitung von Astrophysikern der Technischen Universität Dresden (TUD) mit handlichen Detektoren allerlei Sendboten aus dem All nach: Sie analysieren die Spuren kosmischer Teilchen, die unsere Atmosphäre durchquert und die Erde erreicht haben. Diese Teilchen erzählen Geschichten von fernen Galaxien, Sternenexplosionen und vom Ursprung der Welt.

Die Fotomontage des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigt die in Deutschland entwickelte Künstliche Intelligenz "Cimon" in der ISS. Montage: DLR

Die Sojus-Fluchtkapsel ist immer startbereit

MAN-G ymnasiasten löchern per Funk den Astronauten Gerst auf der ISS Dresden. Der Teilchenhagel aus dem All übertönt alles Getuschel. Fast mag man sich am Ufer des tobenden Atlantiks wähnen – so laut ist das kosmische Rauschen, das die Lautsprecher in die Keller-Aula des Martin-Andersen-Nexö-Gymnasiums (MAN) an der Haydnstraße übertragen. Um die Zeit zu überbrücken, bis die echte ISS fast senkrecht über Dresden steht, gibt es Wissensfutter: Ein Junge im blauen T-Shirt dirigiert die computeranimierte Raumstation auf einer großen Leinwand hin und her, erklärt den 180 Mitschülern, wer welches tonnenschwere Modul gebaut hat und wozu es gut ist. 10.25 Uhr verziehen sich unisono die Gesichter: Statt nach Meer klingt es plötzlich, als ob ein Auto in die Müllpresse geraten ist. Und dann, recht klar, die Stimme des deutschen Astronauten Alexander Gerst: „Hallo Dresden, hallo Dessau.“ Brausender Beifall tost durch die Aula – lange genug haben die MAN-Gymnasiasten diesen Moment vorbereitet.

Ein Techniker arbeitet am „European Service Module“ (ESM) für das Orion-Raumschiff. Foto: ESA/A. Conigli

Deutsche liefern Kraftwerk für Marsreisen

„European Service Module“ aus Bremen soll Orion-Raumschiff der NASA versorgen Bremen/Kennedy Space Center, 24. Oktober 2018. Deutsche Ingenieure haben das „Kraftwerk“ für das kommende Langstrecken-Raumschiff „Orion“ der USA gebaut und liefern dieses „European Service Module“ (ESM) nun an die US-Raumfahrbehörde Nasa. Das mobile Kraftwerk soll Mitte November im Kennedy Space Center in Florida eintreffen, kündigte die Nasa an.