Alle Artikel in: Astrophysik & Raumfahrt

Neues aus Raumfahrt und Astronomie

Komet "Lovejoy" passiert die Atmosphäre der Sonne - und überlebt. Da Kometen meist größtenteils aus Eis bestehen, ist das eine reife Leistung. Abb.: NASA

Entstand das Leben im kosmischen Festplasma-Ofen?

Forscher durchleuchten Kohlenstoff-Reaktionen im Ausnahmezustand eines Kometeneinschlags Dresden/Hamburg, 8. Oktober 2021. Schon lange diskutieren Astrophysiker, Biologen und Geologen darüber, ob vor Milliarden Jahren womöglich Kometen- oder Meteoriteneinschläge die entscheidenden Zutaten für das Leben aus dem All auf die Erde gebracht haben. Ein internationales Forscherteam hat nun einen Weg gefunden, die extremen Materie-Zustände bei Kometeneinschlägen nachzustellen und die dabei ablaufenden chemischen Reaktionen mit energiereichen Röntgenblitzen zu durchleuchten. Das hat das Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) mitgeteilt, das an den Experimenten beteiligt ist.

Immer ein Hingucker (mit der richtigen Ausrüstung): der Orionnebel. Foto: Steffen Lambrecht (via Verkehrsmuseum Dresden)

Dresden richtet 1. Sternennacht aus

Mit Teleskopen, Tänzen und Vorträgen setzen Astronomen ein Zeichen gegen Lichtverschmutzung Dresden,  25. September 2021. Dresden richtet im Herbst 2021 erstmals eine „Nacht der Sterne“ aus: Wer sich für Astronomie, Raumfahrt und galaktische Abenteuer interessiert, kann am 9. Oktober ab 18 Uhr an sieben Standorten in der Stadt Sterne beobachten, Weltraum-Ausstellungen besuchen, mit den Sternen tanzen sowie Vorträge über die Andromeda-Galaxie, Lichtverschmutzung und andere Themen anhören. Das hat das Verkehrsmuseum Dresden mitgeteilt, das zu den Organisatoren des neuen Veranstaltungsformates gehört.

Die Visualisierung zeigt Satellit Uwe 4 von der Uni Würzburg mit gezündeten Morpheus-Triebwerken. Visualisierung: Uni Würzburg

Kleinsatelliten-Initiative angekündigt

Minister Altmaier will mehr „Neuen Raum“ Berlin/Dresden, 6. September 2021. Peter Altmaier will die private Raumfahrt und vor allem Kleinstsatelliten künftig stärker unterstützen. Das hat der CDU- Bundeswirtschaftsminister kurz vor der Bundestagswahl in Berlin als „New-Space-Kleinsatelliten-Initiative“ angekündigt. „Die Chancen, das deutsche Unternehmen bei diesen Innovationen an der Weltspitze stehen werden, sind gut“, meint Altmaier.

Sehr stark, für das Antimaterie-Experiment aber nicht so gut geeignet: "Draco" ist einer der stärksten Laser im helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf. Foto: André Wirsig für das HZDR

Rumänische Superlaser sollen für Antimaterie-Strahlen sorgen

Physiker aus Dresden und San Diego möchten extreme Aktivitäten von Schwarzen Löchern und Pulsaren im Labor untersuchen Dresden/San Diego, 22. Juli 2021. Um die höllischen Zustände rings um Schwarze Löcher und Neutronensterne auf Erden nachzustellen, wollen Physiker vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit Kollegen aus den USA mit Superlasern im Labor Antimaterie-Strahlen erzeugen. Nach erfolgreichen Computersimulationen planen sie zunächst Versuche in Hamburg. Danach wollen sie die Antimaterie-Produktion nach Südosteuropa verlagern, weil die Rumänen die richtigen Superlaser dafür haben. Das geht aus einer HZDR-Mitteilung hervor.

Die Aufnahme zeigt aktive Zonen unserer Sonne. Solar Dynamics Observatory, NASA

Erde mitverantwortlich für Sonnensturm-Zyklen

Planeten zerren an unserem Zentralstern Rossendorf/Sonnensystem, 11. Juni 2021. Die Zyklen aus energiereichen Stürme und Flauten, die uns von der Sonne aus erreichen und die auch das Erdklima beeinflussen, werden wahrscheinlich ein Stück weit auch durch die Erde selbst ausgelöst. Das legen Simulationen und ein neues Vorhersagemodell des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und des Institute of Continuous Media Mechanics im russischen Perm nahe. Diese Zyklen beeinflussen die Wolkenbildung und letztlich das Klima auf der Erde, aber auch die Häufigkeit von Funkstörungen und Nordlichtern in der Atmosphäre.

Gestatten: eine "Kilonova". Die Visualisierung zeigt, wie bei der Kollision zweier Neutronensterne ein gewaltiger (für das menschliche Auge tatsächlich aber unsichtbarer) Gamma-Blitz entsteht. Visualisierung: NASA

Neutronenstern-Verschmelzung in Erdnähe?

Dresdner Helmholtz-Forscher berichten über kosmisches Plutonium vom Grund des Pazifik Dresden, 13. Mai 2021. Womöglich sind zwei Neutronensterne in – nach kosmischen Maßstäbe – Erdnähe miteinander verschmolzen. Doch keine Panik: Wenn überhaupt, dann ereignete sich diese Superkatastrophe im All bereits vor Millionen von Jahren. Indizien dafür haben nun internationale Forschungsteams tief unten auf dem pazifischen Meeresboden entdeckt, berichtet das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR), das an den Experimenten beteiligt war.

Diese künstlerische Darstellung zeigt den Helikopter "Ingenuity" bei einem Flug über den Mars. Im Hintergrund ist der Rover "Perseverance" zu sehen. Illustration: NASA/JPL-Caltech

Erster Helikopterflug auf dem Mars geglückt

Hubschrauber Ingenuity schwebte halbe Minute in der dünnen Marsluft Mars, 19. April 2021. Der erste extraplanetare Hubschrauberflug ist geglückt: Der Helikopter „Ingenuity“ hat heute seinen Erstflug auf dem Mars erfolgreich absolviert, hat die „Nasa“ mitgeteilt: „Der Ingenuity-Mars-Helicopter war das erste Flugzeug in der Geschichte, das einen angetriebenen, kontrollierten Flug auf einem anderen Planeten durchführte“, berichtete die US-Raumfahrtbehörde.

Die Mars-Karte im Panorama-Modus - hier guckt der Rover zur Drohne. Bildschirmfoto: hw

Interaktive Marskarte im Internet

FU Berlin veröffentlicht Panorama-Karte vom „Perseverance“-Landeplatz auf dem roten Planeten Mars, 21. Februar 2021. Eine rote Geröllwüste, soweit das Auge reicht. Da und dort der Einschlagskrater einer Asteroiden. Der Wind pfeift eisig dazu. Der Blick nach oben zeigt einen fahlen Himmel und eine kleine Drohne auf Erkundungsflug. Die Sonne kann sich nirgends durch die Atmosphäre mogeln. Okay, hierher will Elon Musk also umziehen? Irgendwie hätte man sich den Mars nach „The Expanse“ aufregender vorgestellt… Da touristische Reisen durchs Sonnensystem wohl doch noch etwas auf sich warten lassen, haben Planetologen und Planetologinnen der FU Berlin nun eine interaktive Landkarte von einem Teil des roten Planeten im Internet veröffentlicht.

Die Visualisierung zeigt, wie sich Atomstruktur und Elektronen in Aluminium unter den extremen Bedingungen verteilen. Diese Zustände finden sich in der "warmen dichten Materie" in Zwergsternen und Riesenplaneten. Visualisierung: Attila Cangi für HZDR / Casus

Casus Görlitz trainiert KI auf das Innere von Riesenplaneten

Neuer Code hilft Künstlicher Intelligenz, „warme dichte Materie“ zu durchschauen Görlitz/Dresden, 30. Januar 2021. Um zu verstehen, was im Inneren von Riesenplaneten wie dem Jupiter oder brauen Zwergsternen vorgeht, haben vier Forscher vom Casus-Institut Görlitz ein neues Computerprogramm geschrieben und damit „Künstliche Intelligenzen“ (KI) trainiert. Mit Hilfe dieser Experten-KI können nun Astro- und Teilchenphysiker schneller, einfacher und präziser als bisher ihre Experimente mit „warmer dichter Materie“, die in Riesenplaneten und Zwergsternen die Gesetze der Physik diktiert, auswerten. Das hat das Casus-Mutterinstitut, das „Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf“ (HZDR) mitgeteilt.

Künstlerische Darstellung der Oberstufe der Rakete Falcon-9 während des Auswurfs der Satelliten Grafik: Exolaunch GmbH, SpaceX

TU Dresden schickt Nanotech-Satelliten mit SpaceX-Privatrakete ins All

Kosmische Härtetests an neuartiger Abschirmfolie und thermoelektrischen Energiesammlern Dresden, 22. Januar 2022. Maschinenbau-Studenten und Werkstoffforscher der Technischen Universität Dresden (TUD) wollen neuartige elektromagnetische Abschirmfolien durch den Kälte-Hitze-Fleischwolf drehen, um zu testen, ob ihre Nanomaterialien auch extreme Temperaturschwankungen aushalten. Deshalb haben sie mit „SOMP2b“ einen eigenen Experimental-Satelliten gebaut, den sie nun mit einer „Falcon-9-Rakete“ des privaten Raumfahrunternehmens „Space X“ von Elon Musk ins All schicken wollen. Die Rakete soll heute Nachmittag vom Raumbahnhof Cape Canaveral in Florida starten, teilte die Uni mit.

Gaia vermisst unsere Galaxis. Abb.: ESA

Unser Sonnensystem drückt sacht aufs Gaspedal

Astronomen der TU Dresden weisen mit Gaia-Bildern die Beschleunigung unserer stellaren Heimat im All nach Dresden/Galaxis, 3. Dezember 2020. Unser Sonnensystem treibt sich nicht gleichförmig durchs All, sondern beschleunigt immer mehr – wenn auch sehr schwach. Das geht aus einer Analyse hervor von Dresdner Astronomen hervor, die dafür hochaufgelöste Kameradaten der europäischen „Gaia“-Sonde ausgewertet haben. Das hat die TU Dresden mitgeteilt.

Die Illustration veranschaulicht das fliegende Teleskop Sofia und das im Mondkrater "Clavius" entdeckte Wasser. Grafik: Nasa

Sofia entdeckt Wasser auf Sonnenseite des Mondes

Flugzeug-Teleskop findet die Moleküle erstaunlicherweise auf der Sonnenseite des Erdtrabanten Mond, 26. Oktober 2020. Auf dem Erdtrabanten gibt es anscheinend an mehr Orten als bisher gedacht Wasser – und zwar in flüssiger Form. Über diese Entdeckung des fliegenden Observatoriums „Sofia“ haben nun die Nasa und die Uni Stuttgart berichtet. Demnach gibt es Wassermoleküle nicht nur in der Nähe der Polarregionen, sondern auch in sonnenbeschienenen Gegenden des Mondes.

Die Visualisierung zeigt, wie sich die Ingenieure den jahrzehntelangen Flug der Sonden mit elektrischen Ionenantrieben vorstellen. Visualisierung: The Aerospace Corporation

Dresdner Morpheus soll Einstein-Ring jenseits des Sonnensystems bauen

Raumfahrt-Ausgründung der TU Dresden bekommt Geld von Risikokapitalisten – und kurbelt nun Massenproduktion seiner Nano-Ionentriebwerke an Dresden, 26. August 2020. Sächsische Raumfahrt-Technologie wird der Menschheit voraussichtlich helfen, die Grenzen unseres Sonnensystems zu überwinden und Schwerkraft-Fotos ferner Welten zu schießen: Die kalifornische Forschungsorganisation „The Aerospace Corporation“ hat inzwischen nämlich die innovativen Nano-Ionentriebwerke Dresdner Raumfahrt-Firma „Morpheus Space“ als Schlüsseltechnologie für die geplante Nasa-Mission „Solar Gravity Lens“ (Solar Gravitationslinse) ausgesucht. Das hat Morpheus-Gründer Daniel Bock auf Anfrage mitgeteilt. Um die Massenproduktion der neuartigen Antriebe in Dresden aufzubauen und die Uni-Ausgründung personell aufzustocken, hat Morpheus nun Investitionsgelder von internationalen Risikokapitalisten eingesammelt.