Alle Artikel in: Astrophysik & Raumfahrt

Neues aus Raumfahrt und Astronomie

In Coswig spezialisiert sich das neue Kompetenzzentrum für Weltraum-Mikroelektronik von RUAG Space auf Navigationsempfänger und Signalprozessoren für viele kleine kommerzielle Satelliten. Foto: RUAG Space, Noe Flum

Raumfahrtschmiede in Coswig baut Chip-Sparte auf

Schweizer „Beyond Gravity“ profiliert sich auch in Sachsen als Zulieferer für Halbleiter-Lithographie Coswig, 30. November 2022. Der ehemals „Ruag“ genannte Schweizer Raumfahrt-Konzern „Beyond Gravity“ (BV) baut in Zürich und im sächsischen Coswig eine neue Sparte für Chip-Belichtungstechnik auf und aus. Angesichts der langfristig wachsenden Mikroelektronik-Nachfrage für Digitalisierung und „Künstliche Intelligenz“ werde diese Litho-Sparte ihre Belegschaft an beiden Standorten in den kommenden Jahren von derzeit 140 auf 180 Beschäftigte vergrößern, kündete das eidgenössische Mutterunternehmen heute an.

Supermassives Schwarzes Loch im Zentrum einer Akkretionsscheibe (Künstlerische Darstellung; NASA/JPL-Caltech)

Schwarzes Loch im Labor durch Atomkette simuliert

Physikerin ahmt mit einer eindimensionalen Elektronen-Hüpfpartie tödliche Gravitationsfallen aus dem All nach Dresden, 16. November 2022. Weil Schwarze Löcher im All zu weit weg und zu tödlich für Raumfahrer sind, hat die niederländisch-sächsische Forscherin Lotte Mertens eine eindimensionale (1D) Atomkette geknüpft, die solche Schwerkraft-Monster im Labor simuliert. Das haben das Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden und die Uni Amsterdam mitgeteilt.

Ein Li-Fi-Gigadock-Transceiver, den Fraunhofer Dresden für die Datenübertragung mit Licht auf kurze Distanzen und hohen Datenraten. Foto: Fraunhofer-IPMS

Roboter-Lego im All mit Licht-Datennetz aus Dresden

Idee für mehr Umweltschutz im Kosmos: Statt als Weltraumschrott zu enden, lassen sich Satelliten künftig im Orbit modular umbauen Dresden/Aachen/Erdorbit, 7. November 2022. Um Weltraumschrott künftig zu vermeiden, wollen Astrotech-Konstrukteure ihre Satelliten künftig ähnlich wie mit einem Lego-Baukasten modular statt „aus einem Guss“ bauen. Die Idee dabei: Wenn ein Trabant im Erdorbit seine Aufgaben erledigt hat, demontieren Weltraum-Roboter die nicht mehr benötigten Sensoren, Elektronikbausteine oder dergleichen und stöpseln neue Technik-Module an. Dadurch kann der Satellit dann neue Missionen übernehmen, statt in einer orbitalen Müllhalde zu landen. Die Kommunikation zwischen den einzelnen Steckmodulen sollen dabei Lichtdatennetze erledigen, die das Dresdner Fraunhofer-Photonikinstitut IPMS entwickelt hat. Die Aachener Hochschulausgründung „iBoss“ hat nun eine Schnittstelle für solche modularen Satelliten gebaut, sie mit den „Li-Fi-Gigadock-Transceiver“ aus Sachsen ausgerüstet und zur „Internationalen Raumstation“ (ISS) ins All gebraucht. Das geht aus einer IPMS-Mitteilung hervor.

So etwa soll das europäische Athena-Raumschiff aussehen. Visualisierung: Esa

Künstliche Intelligenzen statt Menschen sollen Fern-Raumfahrer werden

Dresdner TU-Professor schlägt lasergetriebene KI-Sonden für Reise nach Alpha Centauri vor Dresden, 1,. Oktober 2022. Wenn schon unsere lahmen Raumschiffe keine Menschen binnen einer Lebensspanne in weit entfernte Sonnensysteme bringen können – dann gelingt das vielleicht mit „Künstlichen Intelligenzen“ in Laserraumsonden. Das hat Prof. Martin Tajmar von der Technischen Universität Dresden (TUD) beim „71. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress“ (DLRK) in Dresden vorgeschlagen.

Supermassives Schwarzes Loch im Zentrum einer Akkretionsscheibe (Künstlerische Darstellung; NASA/JPL-Caltech)

Kosmos statt Kohle: Lausitz bekommt Großforschungszentrum für Astrophysik

Bund und Land wollen damit Kohleausstieg erleichtern Görlitz/Bautzen, 29. September 2022. Die Lausitz bekommt mit dem „Deutsche Zentrum für Astrophysik“ (DZA) ein neues Großforschungszentrum mit über 1000 Mitarbeitern und 170 Millionen Euro Jahresbudget. Das geht aus einer Mitteilung der Helmholtz-Gemeinschaft hervor. Der Bund und der Freistaat Sachsen wollen damit den Strukturwandel im Zuge des Braunkohleausstiegs in der Lausitz unterstützen.

Starten künftig Mini-Raketen in der Lausitz? Montage: Heiko Weckbrodt, Fotos: Heiko und Peter Weckbrodt

Raumfahrtkoordinator will Raketenstartplatz in der Lausitz

TU-Professor Fricke schlägt zum Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress (DLRK) in Dresden auch neue Förderprogramme für Sachsens Raumfahrtindustrie vor Dresden/Hoyerswerda, 26. September 2022. Sachsen sollte einen Raketen-Startplatz in der Lausitz bauen und ein dauerhaftes eigenes Förderprogramm für die regionale Luftfahrtindustrie auflegen. Das hat der sächsische Luft- und Raumfahrtkoordinator Prof. Hartmut Fricke heute zum Auftakt des „71. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongresses“ (DLRK) in Dresden vorgeschlagen. Andocken ließe sich solch Startplatz beispielsweise an das Luftfahrt- und Drohnenforschungszentrum, das bis 2026 für 86 Millionen Euro bei Hoyerswerda entsteht.

Daniel Bock von Morpheus Dresden zeigt die - ursprünglich an der TU Dresden - entwickelten elektrischen Ionen-Triebwerke für nanosatelliten. Links die etwas größere und stärkere Variante, rechts der Mikroantrieb für besonders kleine Satelliten. Foto: Heiko Weckbrodt

Morpheus plant in Dresden neue Fabrik für Raumantriebe

28 Millionen Dollar bei Risikokapitalisten eingesammelt Dresden/Los Angeles, 14. September 2022. Das Dresdner Raumfahrtunternehmen „Morpheus Space“ hat rund 28 Millionen Dollar (derzeit umgerechnet rund 28 Millionen Euro) von Risikokapitalisten bekommen. Mit dem Geld will das 45-köpfige Team um Gründer Daniel Bock weiter wachsen und eine neue Fabrik für elektrische Satellitenantriebe in Dresden einrichten. In diesem Zuge soll sich die Belegschaft bis Ende 2023 auf rund 100 Menschen an den beiden Unternehmensstandorten in Dresden und Los Angeles verdoppeln. Das geht aus einer Mitteilung von Morpheus hervor.

Das sind die bisher besten Aufnahmen, die der Menschheit durch das Hubble-Teleskop von unserem Nachbar-Sonnensystem vorliegen, das aus drei Sternen besteht: dem hier nicht sichtbaren roten Zwerg Proxima Centauri sowie dem Doppelgestirn Alpha Centauri A (links) und B (rechts). Abb.: ESA/NASA

Mit Superlasern zu den Sternen: Luft- und Raumfahrtkongress in Dresden

Rund 700 Experten wollen sich über Öko-Antriebe für Flugzeuge, neue Raumsonden-Konzepte und kosmische Küsse austauschen Dresden, 8. September 2022. Bringen uns schon bald superschnelle Sonden mit neuartigen Laserantrieben Kunde von Alpha Centauri und anderen Nachbar-Sonnensystemen, die mit chemischen Raumschiffantrieben nahezu unerreichbar erscheinen? Können fliegende Brennstoffzellen und „nasse Gasturbinen“ für fast abgasfreie Flugzeuge sorgen? Und wie fühlt sich eigentlich ein kosmischer Kuss an? Über diese und weitere Weichenstellungen für die Zukunft wollen sich Forschende, Ingenieure und Professoren aus Deutschland und dem Ausland auf dem „71. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress“ (DLRK) vom 27. bis 29. September 2022 in Dresden austauschen.

Beschießt man PET-Flaschen mit Superlasern, lassen sich die extreme Hitze und Druck im Innern von Riesenplaneten für Nanosekunden nachstellen. Dabei entstehen winzig kleine Diamanten. Grafik: Blaurock für das HZDR

Helmholtz-Forscher machen Diamanten aus Plaste-Flaschen

Superlaser könnte bei Produktion von Quantensensoren helfen Dresden, 4. September 2022. Als sie die Diamanten-Regen auf Riesenplaneten wie Neptun und Uranus simulieren wollten, haben Helmholtz-Forscher eine Methode für die Diamantenproduktion aus PET-Flaschen gefunden. Das hat das federführende Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) mitgeteilt.

Dr. Till Zürner (links) und Felix Schindler richten in einem HZDR-Labor in Dresden eine Anlage ein, mit der sie die Strömungen von Flüssigmetallen im Erdkern nachstellen. Foto: A. Wirsig für das HZDR

Eiserne Wirbelstürme im Erdkern

Helmholtz-Forscher aus Dresden finden überraschend viele Turbulenzen in flüssigem Metall Dresden, 22. Mai 2022. Im Erdkern, der für das schützende Magnetfeld unseres Planeten sorgt, geht es weit turbulenter zu als bisher gedacht. Das haben Physiker am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf durch Flüssigmetallexperimente entdeckt. Demnach bilden sich dort viel mehr kleine Wirbel im fließenden Metall als bislang angenommen. Das selbe Problem dürfte wohl auch in großen Flüssigmetall-Akkus auftreten, die derzeit als große Stromspeicher mit sehr langer Lebensdauer entwickelt werden.

In Coswig stellt "Beyond Gravity" Mechaniken und Elektronik für die Raumfahrt her. Foto: Beyond Gravity

Cowiger Raumfahrtschmiede nun „Jenseits der Schwerkraft“

Ex-HTS ist nun nicht mehr Ruag, sondern „Beyond Gravity Germany“ Coswig, 2. Mai 2022. Die Raumfahrtschmiede An der Walze in Coswig bekommt erneut einen neuen Namen. In Anlehnung an eine bekannte Schokoriegel-Werbung laut die Kernbotschaft des verkündet der Schweizer Staatskonzern Ruag: Aus RUAG Space Germany wird „Beyond Gravity Germany“ – sonst ändert sich nichts. Vor der Übernahme durch die Eidgenossen im Jahr 2016 firmierte das Unternehmen als „Hoch Technologie Systems“ (HTS).

Die F-RAM-Chips von Infineon sollen in Sonden und Raumschiffen beispielsweise Telemetrie-Daten speichern. Foto: Infineon

Infineon macht Ferro-Speicher für den Weltraum fit

Chips sollen kosmischer Strahlung standhalten München, 18. April 2022. Für Satelliten und Raumschiffe, deren Bordelektronik kosmischer Strahlung, extremen Temperaturwechseln und anderen starken Belastungen ausgesetzt sind, hat Infineon nun einen strahlungsfesten ferroelektrischen RAM-Speicherchip entwickelt. Das Bauteil sei speziell „für extreme Umgebungen in der Raumfahrt“ konstruiert, betonte der bayrische Mikroelektronik-Hersteller.

Privat-Rakete des deutschen Unternehmens Otrag im Jahr 1977. Foto: Sammlung Przybilski

Ingenieur plant Raketenmuseum in Dresden

Träger-Stiftung soll im April entstehen Dresden, 31. Januar 2022. Der Ingenieur Dr. Olaf Przybilski will eine „Stiftung Raketentechnik“ gründen, die neben dem Flughafen Dresden ein „Raketentechnisches Museum“ einrichten und betreiben soll. Das hat der 62-Jährige in einem Rundschreiben seiner „Raketen-Post“ mitgeteilt. Die Dauerausstellung soll rund 750 Quadratmeter auf drei Etagen in einem Nebengebäude der einstigen DDR-Luftfahrindustrie umfassen.

Die Visualisierung zeigt, wie sich im kommenden Jahr das Schiaparelli-Modul beim Anflug auf dem Mars von dem Spurengas-Orbiter trennen wird. Visualisierung: ESA/ATG medialab

Mars-Astronauten sollen sich Ersatzhaut selbst drucken

Erste Experimente mit Bio-3D-Drucker auf Raumstation ISS, TU Dresden beteiligt Dresden, 26. Januar 2022. Wenn Elon Musk oder andere Fernsüchtige irgendwann zum Mars aufbrechen, werden sie ihr Raumschiff nicht mitten auf dem Wege umdrehen können, wenn sie sich verletzen. Helfen könnten dann Bio-3D-Drucker an Bord: Die Raumfahrer sollen damit Ersatzhaut, Knochenprothesen und allerlei organische Gewebe selbst herstellen. Das mag wie Science Fiction klingen, ist aber gar nicht mehr so weit weg vom praktischen Einsatz: Neben anderen Teams weltweit arbeiten derzeit auch Mediziner und Ingenieure der Technische Universität Dresden (TUD) und des Bremer Weltraumtechnologie-Konzern „OHB“ im Auftrag der europäischen Weltraumagentur Esa an solchen „additiven Fertigungsverfahren“ für Weltraum-Fernreisen.