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Das erste Plasma in Wendelstein 7-X. Es bestand aus Helium, dauerte eine Zehntel Sekunde und erreichte eine Temperatur von rund einer Million Grad Celsius (Eingefärbtes Schwarz-Weiß-Foto). Abb.: IPP

Tanzende Protonen tunneln zum Rendezvous

Rossendorfer Forscher wollen mit Superlasern Fusionskraftwerke anlassen Dresden/Hamburg, 5. Dezember 2019. Deutschland hat die Kernspaltung abgeschrieben: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sie als zu unberechenbar und „schmutzig“ eingestuft. Daher hoffen nun viele Ingenieure und Physiker, endlich die Kernfusion nach dem Vorbild der Sonne in den Griff zu bekommen: Diese fast unerschöpfliche Energiequelle würde stabiler als Windräder und Solaranlagen Strom liefern und kaum strahlenden Abfall hinterlassen. An der Konstruktion praxistauglicher Fusionsreaktoren beißen sich Wissenschaftler allerdings weltweit schon seit Jahrzehnten die Zähne aus. Rossendorfer Forscher wollen nun aber mit Superlasern die Kernfusion auf Trab bringen.

Noch ist die Tiergartenstraße eine Sackgasse. Doch Stadt und DVB prüfen die Möglichkeit, von der Oskarstraße her eine Straßenbahntrasse bis zum Betriebshof Gruna (rechts) zu bauen - und später weiterzuführen. Foto: Heiko Weckbrodt

Dresden plant neue Technologiezentren

Die Forscher wollen mehr Firmen ausgründen. Die Wirtschaftsförderer drängen auf eine neue Straßenbahn-Trasse zum Fraunhofer-Campus Ost. Dresden, 4. Dezember 2019. Um mehr Ausgründungen aus Forschungs-Instituten zu ermöglichen und externe Tech-Firmen in Dresden anzusiedeln, will Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke weitere Technologiezentren in der Stadt bauen. In diesem Zuge plädiert er auch für eine neue Straßenbahnlinie über die Tiergartenstraße zum Fraunhofer-Campus Strehlen und zum Wissenschaftspark Ost. „Die Nachfrage von Unternehmen nach Büros und Laboren ist sehr hoch, die Kapazitäten sind aber bereits stark ausgelastet“, betonte Franke. Selbst die Flächen im jüngst erst vergrößerten Nanocenter in Klotzsche seien inzwischen zu 90 Prozent belegt. „Das heißt: Wir müssen neu investieren.“

Titelblatt eines Druckes mit dem Stempel der Königlichen-Öffentlichen Bibliothek. Auch dieses Werk gehört zu den nun nach Dresden zurückgekehrten Fundstücken. Repro: Slub Dresden

Bibliothek Slub Dresden bekommt verschollene Reformations-Schriften zurück

Museumsdirektor fand Reformationsschriften auf Dachboden Dresden, 4. Dezember 2019. 74 Jahre nach dem Kriegsende hat die sächsische Landes- und Uni-Bibliothek (Slub) heute in Dresden verschollen oder zerstört geglaubte Reformationsschriften zurück bekommen. Das hat Slub-Direktor Achim Bonte mitgeteilt. Dabei handele es sich um neun Predigt- und Erbauungsschriften aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert.

Das sieht für den Laien vielleicht nicht unbedingt wie eine Leber aus, liefert dem sachkundigen Mediziner aber wichtige Hiweise, ob sich das Organ bei einem Patienten krankhaft verändert hat: 3D-Modell einer Leber. Die Fetttröpfchen sind rot gekennzeichnet und das Gallenkanalnetzwerk grün. Abb.: Hernán Morales-Navarrete, Segovia-Miranda und andere/ MPICBG

3D-Modell für bessere Fettleber-Diagnose

Forscher aus Dresden wollen mit Computermodell Ärzten helfen, die Krankheit beizeiten zu erkennen. Dresden, 4. Dezember 2019. Mediziner und Informatiker aus Dresden haben gemeinsam dreidimensionale Computermodelle einer Fettleber entwickelt. Dieses Modell zeigt Ärzten verschiedene Phasen der Leberveränderung und soll ihnen bei der Diagnose der Krankheit. Dies haben die beteiligten Forschungseinrichtungen nun mitgeteilt: Das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden (MPI-CBG), das Universitätsklinikums Dresden (UKD) und das Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH) der TU Dresden. Fettleber kann auch ganz ohne Alkohol entstehen Speziell konzentrierten sich die Wissenschaftler dabei auf die „nicht-alkoholische Fettlebererkrankung“ (NAFLD). Dabei sammelt sich Fett in der Leber, wenn der Insulin-Haushalt im Körper nicht mehr richtig funktioniert. Jeder vierte Mensch bekommt eher oder später solch ein Problem. In vielen Fällen verläuft das Krankheitsbild vergleichsweise harmlos. Aber NAFLD kann auch zur Leber-Zirrhose, Leberkrebs oder Leberversagen führen. Dann kann nur noch eine Transplantation helfen. Hochaufgelöste 3D-Simulationen unterstützen Diagnose Um solche Veränderungen frühzeitig zu erkennen, haben Ärzte bisher Gewebeproben der „verdächtigen“ Leber entnommen und mit recht niedrig aufgelösten zweidimensionalen Bildern davon eine Analyse versucht. …

Im Experiment verwendeten Kinder mit ihrem jeweiligen Partner oder ihrer jeweiligen Partnerin die gleichen Gesten, um Objekte zu beschreiben - sie verständigten sich also auf eine neue, gemeinsame Sprache. Grafik: M. Bohn, MPI-Eva

Kinder entwickeln binnen 30 Minuten neue Sprache

Leipziger Forscher stellen durch Experimente historische Entstehung der Sprachen nach Leipzig, 3. Dezember 2019. Wenn Menschen aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturkreisen zusammenkommen, können sie sehr rasch eine gemeinsame Sprache entwickeln – wenn sie auf einen ähnlichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Darauf deuten Experimente von Leipziger Wissenschaftlern hin. „Daran schließen sich neue spannende Fragen an“, schätzte Studien-Mitautor Dr. Manuel Bohn ein. „Es wäre sehr aufschlussreich zu sehen, wie sich die neu erfundenen Kommunikationssysteme im Laufe der Zeit und durch Weitergabe an neue ‚Generationen‘ verändern. Es gibt Hinweise, dass Sprache über die Zeit systematischer wird, es wäre sehr interessant, das zu überprüfen.“

Schrittzähler, Spielekonsolen und Tablettrechner stehen hoch im Kurs zu Weihnachten. Grafik: Bitkom

Diesmal liegen viele Fitnesstracker und Tablets unterm Weihnachtsbaum

¾ der Deutschen wollen technische Weihnachtsgeschenke Berlin, 1. Dezember 2019. Elektronische Sport-Armbänder, Tablettrechner und Spielekonsolen sind in diesem Jahr in Deutschland die beliebtesten Technikgeschenke zu Weihnachten. Das hat der deutsche Digitalwirtschafts-Verband „Bitkom“ mitgeteilt. Er stützt sich dabei auf eine Umfrage seiner Tochter „Bitkom Research“ unter 1003 Einwohnern.

Ab diesen Spielzeug-Giraffen fällt sofort das auf Ellipsen reduzierte Design auf, das Jahrzehnte später in frühen 3D-Computzerspielen wie "Little Big Adventure" wieder auftauchte. Foto: Sebastian Köpcke / Volker Weinhold, ZOO MOCKBA

„Leningrader Plastiktiere“: Sonderschau über sowjetische Spielzeugindustrie in Dresden

In Dresdens Partnerstadt fanden einst der „Zukunftswerkstoff“ Plaste und eine neue Formsprache zueinander Dresden, 30. November 2019. Plaste gilt heute vielen umweltbewegten Menschen als Ozeanvermüller und schändliche Massenvernichtungswaffe. Doch in den 1950ern und 60ern war das noch ganz anders. Da wurden Plaste & Co. als der Werkstoff gehandelt, aus dem die Zukunft gemacht ist. Dieses Fortschrittsmaterial griff auch eine junge Generation Leningrader Künstler und Produktgestalter auf, die nach dem II. Weltkrieg mithalf, eine eigene sowjetische Spielzeugindustrie aufzubauen. Die von ihnen entworfenen Bären, Affen und anderen Spieltiere waren aus Zelluloid, Polyethylen und ähnlichen Kunststoffen gemacht .—in einem modernen elliptoiden Design. Das Stadtmuseum Dresden widmet diesen sowjetischen Spielzeugen mit ihrer eigenen Form- und Materialsprache nun eine Sonderausstellung: „Leningrader Plastiktiere“ ist ab heute bis zum 1. März 2020 zu sehen.

Mit der "Industriestrategie 2030" will Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier die deutsche Wettbewerbsfähigkeit stärken. Fotos und Montage: hw, Broschüren-Umschlag: BMWi

Geteiltes Echo auf „Industriestrategie 2030“

Altmaier: Müssen unsere technologische Souveränität schützen Berlin, 29. November 2019. Damit die deutsche Wirtschaft dauerhaft wettbewerbsfähig bleibt, mit aufstrebenden Schwergewichten wie China mithalten kann und nicht zu sehr von anderen Staaten abhängig wird, sollte die Bundesregierung die Steuer- und Abgabenlast für die hiesigen Unternehmen senken, neue Schlüsseltechnologien fördern, privates Kapital für innovative Projekte aktivieren  und die „technologischen“ Souveränität Deutschlands“ schützen. Das sieht die „Industriestrategie 2030“ vor, die Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) heute in einer finalen Fassung präsentiert hat.

Uwe Gäbler leitet bei Infineon Dresden das neue entwicklungszentrum für KI und Automobilelektronik. Foto: Heiko Weckbrodt

Neues Infineon-Entwicklungszentrum in Dresden wächst

Chef Uwe Gäbler hat KI, Autoelektronik und Chipdesign im Fokus Dresden, 29. November 2019. Im neuen Infineon-Entwicklungszentrum in Dresden Infineon wollen sich die Ingenieure und Wissenschaftler nicht nur auf neue Automobilelektronik und Chipdesign konzentrieren, sondern auch auf dezentrale „Künstliche Intelligenz“ (KI) für Sensorchips und andere digitale Systeme. Das hat deren Chef Uwe Gäbler angekündigt. „Da geht es zum Beispiel um die Objekterkennung per Radar“, erklärte er.

Der Dresdener "Smart Systems Hub – Enabling IoT" ist ein Zusammenschluss von Software-, Hardware- und Datenübertragungs-experten, die komplexe Lösungen für das Internet der Dinge entwickeln wollen. Grafik: Smart Systems Hub

„Smart Systems Hub“ Dresden zieht zur Hightech-Startbahn

Ideenfabrik soll für Radarchips aus Dresden neue Produktideen neben Autos und Google-Smartphones finden Dresden, 29. November 2019. Das Dresdner Technologie-Netzwerk „Smart Systems Hub“ wächst. Daher zieht die Koordinierungsstelle des Hubs zum Jahresende vom SAP-Gebäude am Postplatz in ein neues, größeres Domizil an der Tharandter Straße um. Das hat Hub-Geschäftsführer Michael Kaiser auf Oiger-Anfrage mitgeteilt. Der neue Sitz wird demnach gleich neben dem Verein „Hightech-Startbahn-Netzwerk“ und dem „Kino in der Fabrik“ sein.

Nun lass mal Dein Haar herunter, Rapunzel? Der Sandmann klettert auch gerne mal. Foto (freigestellt): Heiko Weckbrodt

Der Sandmann im Wettlauf der Systeme

Sonderschau in Dresden zeigt die sächsischen Wurzeln des Kinderhelden Dresden, 28. November 2019. Er war Sachse und Preuße gleichermaßen, einer der wenigen dauererfolgreichen Exportschlager der DDR und ein ganz großer Abenteurer: Der kleine Schlingel ist zu Rapunzel in den Turm geklettert, hat das ostdeutsche Luftfahrtprogramm angekurbelt, ist mit seinem Zauberkoffer in den Palast von Scheherazade eingeschwebt und hat die erste Kinderferienstation im All besucht. Seit Neuestem wohnt er in einen Turm über den Wolken und schaltet gelegentlich die Sonne aus. Gerade feiert er seinen 60. Geburtstag – und sieht dennoch aus, als würde er mit jedem Jahr jünger statt älter. Die Rede ist vom Sandmann, der Generationen von Kindern in Ost und West allabendlich mit magischem Schlafsand ins Reich der Träume geschickt hat.

Automatisierte Maschinenbeladung mit schienengebundenen Robotern in einer Infineon-Fabrik. Foto: Fabmatics

Sachsen will Künstliche Intelligenz für die Maschinenwelt liefern

„hub:disrupt“-Konferenz in Dresden: Sächsische Ingenieure wollen mit schlauen Sensoren in die KI-Elite vorstoßen Dresden, 28. November 2019. Der Trendtechnologie „Künstliche Intelligenz“ (KI) jagen weltweit viele Konzerne und Regierungen nach. Auch Sachsen will in dieser Disziplin künftig in der ersten Liga spielen – und das ist durch eine Spezialisierung auf mobile, stromsparende und eher industrienahe Lösungen auch durchaus möglich. Das haben KI-Experten auf der Konferenz „hub:disrupt – Künstliche Intelligenz konkret“ bei Infineon Dresden eingeschätzt.

Kein Stargate: Das Leichtbau-Institut ILK der TU Dresden - hier mit einer großen Wickelmaschine für Carbon- und Textilfasern. Foto: Heiko Weckbrodt

Textilbranche zwischen Leichtbau und 5G-Funk

Fachkonferenz mit über 600 Forschern und Industrievertretern an der TU Dresden Dresden, 28. November 2019. Rund 600 Textilexperten, Ingenieure und Industrievertreter diskutieren heute und morgen in Dresden darüber, wie die  Digitalisierung, die Industrie 4.0, künstliche Intelligenz und taktiles Internet die Textilwirtschaft und –forschung verändern. Gastgeber der „Aachen-Dresden-Denkendorf International Textile Conference (ADD-ITC)“ ist in diesem Jahr die TU Dresden.