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Ein neuer Sicherheitschip von Infineon enthält zusätzliche Verschlüsselungstechniken, die den neuen Reisepass gegen Quantencomputer-Angriffe schützen sollen. Visualisierung: Infineon

Infineon zeigt quantensicheren Reisepass

Quantencomputer können heutige Reisepässe bald knacken München, 28. November 2022. Um die deutschen Reisepässe auch in der abbrechenden Ära der Quantencomputer fälschungssicher zu machen, haben Infineon, Fraunhofer und die Bundesdruckerei eine neue Pass-Generation entwickelt. Diese elektronischen Pässe seien durch spezielle Infineon-Chips sowohl gegen klassische Angriffe geschützt wie auch gegen Entschlüsselungsversuche mit Quantentechnologien, betonte der bayrische Halbleiterkonzern.

Plastemüll belastet die Umwelt. Vor allem Mikroplaste-Teilchen in den Ozeanen gelten als ernstes Problem, da Meeresvewohner dieses Partikel fressen - und letztlich landen diese Teilchen dann auch im Menschen. Foto: Heiko Weckbriodt

Alt-Plaste für den Kühlergrill: Dresdner KI bessert Umweltbilanz auf

Neuronale Netze von „Symate“ helfen Autozulieferern, Qualität, Wiederverwertung und Kosten in Echtzeit auszubalancieren Dresden, 28. November 2022. Damit die deutsche Industrie mehr Kunststoffe wiederverwerten kann, statt dafür noch mehr Erdöl zu verbrauchen, können sehr erfahrene Maschinenbediener helfen – oder Künstliche Intelligenz (KI). Wie das geht, hat die Dresdner Uni-Ausgründung „Symate“ inzwischen schon mehrfach in der Autoindustrie, im Plastebehälterbau und anderen Branchen vorexerziert: Die sächsische KI balanciert nämlich in in den Werkhallen in Echtzeit genau aus, wieviel Altplaste Spritzgießmaschinen ohne Qualitätseinbußen in der Produktion vertragen.Dadurch lassen sich deutlich mehr dieser „Rezyklate“ genannten Kunststoff-Abfälle wiederverwenden.

Mit dem neuen Versuchsstand setzt das Team auch ein neues Lehrkonzept für das Chemiestudium um. Foto: C. Mokry für die TU Bergakademie Freiberg

Neuer Versuchsstand für Lithium-Akkus in Freiberg

Bergakademie erprobt damit auch neue Ausbildungskonzepte Freiberg, 28. November 2022. Mit einem neuen Versuchsstand für Lithium-Akkus testet die Bergakademie Freiberg neue Ausbildungskonzepte für angehende Energiespeicher-Experten: An der digitalen Testanlage lassen sich auf unerwartete Fehlschläge bei Experimenten verschiedene Antworten durchsimulieren, die diverse Studenten-Teams finden. Für den Versuchsstand und das neue Lehrkonzept fließen 25.000 Euro aus dem „Fonds der Chemischen Industrie“, teilte die Freiberger Uni mit.

Datenbrillen, Ohrschützer und andere digital unterstützte Assistenzsysteme sollen Autisten gegen Reizüberflutung schützen und ihnen ein strukturiertes Arbeiten ermöglichen. Foto: Heiko Weckbrodt

Digitaler Schutzschild für Autisten

„Autark“-System der TU Dresden soll empfindsamen Menschen helfen, mit Arbeitsalltag klarzukommen Dresden, 27. November 2022. Datenbrillen und Ohrschützern sollen Autisten künftig helfen, im Arbeitsalltag zurechtzukommen. Das tragbare Assistenzsystem soll Außengeräusche mindern, um eine Reizüberflutung zu verhindern, aber automatisch den Ton wieder hochregeln, wenn diese Menschen angesprochen werden. Daran arbeiten derzeit Informatiker an der Technischen Universität Dresden (TUD). Parallel dazu entwickeln sie einen intelligenten Modell-Arbeitsplatz, der autistischen Menschen dabei hilft, ihre Aufgaben zu planen und zu erledigen. Der Bund fördert dieses „Autark“-Projekt mit 1,276 Millionen Euro. Das hat der sächsische Bundestagsabgeordnete Markus Reichel (CDU) mitgeteilt.

Krankenhäuser gehören zu den größten Müllerzeugern in Deutschland - unter anderem durch die vielen Kunststoff-Einwegprodukte, die erst nach einer Dekontaminierung wieder in die Stoffkreisläufe entlassen werden dürfen. Foto: Heiko Weckbrodt

Alte Tupfer sollen Duschwasser sauber machen

Fraunhofer Chemnitz will aus Klinikmüll Wasseraufbereiter machen Chemnitz, 26. November 2022. Um die Müllfluten aus deutschen Kliniken einzudämmen, wollen Susanne Kroll und Marc Luginsland vom Chemnitzer Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) künftig Spritzgießmaschinen mit zerhäckselten medizinischen Abfälle füttern. Die sollen dann daraus neuwertige Kunststoff-Behälter gießen, in denen Eigenheim- oder Laubenbesitzer beispielsweise ihr Abwasser aus Dusche, Badewanne und Waschbecken aufbereiten können. Dafür sammeln sie nun Geld vom Internetschwarm auf der „Startnext“-Plattform.

Künstliche Intelligenz, wie sie die KI "Dall-E" visualisiert hat

„KI Made in Saxony“ soll weltweite Marke werden

Sachsen sehen gute Chancen, in der Nische führende KI-Lösungen für Industrie und Datenanalyse zu generieren Dresden, 25. November 2022. Sachsen hat gute Chancen, in ausgewählten Segmenten der Schlüsseltechnologie „Künstliche Intelligenz“ (KI) führende Positionen einzunehmen: in der Analyse großer Forschungsdatenfluten beispielsweise oder auch beim KI-Einsatz in der Chipindustrie, im Maschinenbau und anderen Industriezweigen. Das haben Teilnehmer der Tagung „Innovationstreiber Künstliche Intelligenz in Sachsen“ im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eingeschätzt, bei sich insgesamt rund Akteure der sächsischen KI-Szene getroffen hatten.

Der Finanzierungsbedarf junger Unternehmen in Deutschland steigt. Foto: Heiko Weckbrodt

Durchschaubare KI und frustrierte Magneten: 51 Millionen für TU Dresden

Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert Dresdner Projekte weiter Dresden, 25. November 2022. Die TU Dresden bekommt binnen fünf Jahren insgesamt 51 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), um Künstliche Intelligenzen durchschaubarer zu machen, frustrierte Magnete zu verstehen, Menschen per Erbgut-Erkennung gegen Entzündungskrankheiten zu feien und die Top-Materialwissenschaftler der Zukunft auszubilden. Das geht aus Mitteilungen der DFG und des sächsischen Wissenschaftsministeriums hervor.

Die Pecs-Work-Chefs Ingolf Sauermann (links) und Karsten Jähnigen zeigen auf einem Tablettrechner, wie das System die automatische Bremsprobe für die Mitarbeiter der Schweizer SBB Cargo visualisiert. Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsens Ingenieure helfen, Europas Eisenbahnen zu digitalisieren

Expertise von „Pecs-Work“ Dresden in der Schweiz gefragt: Nicht die Technologie ist das Problem, sondern die Zulassung Dresden/Zürich, 24. November 2022. Im Eisenbahnverkehr stehen die Zeichen auf Digitalisierung. Davon ist Geschäftsführer Ingolf Sauermann vom Bahntechnik-Ingenieurbüro „Pecs-Work“ in Dresden-Johannstadt überzeugt. „Wenn wir eine Verkehrswende wollen und die Eisenbahn effizienter und speziell auch in Deutschland pünktlicher machen wollen, dann sind Automatisierung und Digitalisierung die Schlüssel dafür“, argumentiert der Elektrotechnik-Ingenieur. Und eigentlich sollte das ein Leichtes sein: Viele Konzepte, elektronische Systeme, Künstliche Intelligenz (KI) und Sensorik aus der „Industrie 4.0“ lassen sich durchaus auf den Bahnverkehr übertragen. Den Haken daran kennen Sauermann und seine eidgenössischen Geschäftspartner aber allzu gut: „Das größte Hindernis ist gar nicht so sehr die Technologie, sondern vielmehr die Zulassung“, erklärt Christian Schmidt von der Schweizerischen Güterbahngesellschaft „SBB Cargo“.

Prof. Thomas Mikolajick. Foto: Heiko Weckbrodt

Sächsischer Nanoelektronik-Experte Mikolajick als „IEEE Fellow“ geehrt

Internationaler Ingenieursverband würdigt damit Speicherchip-Forschungen des Dresdner Halbleiter-Professors Dresden 24. November 2022. Die internationale Elektroingenieurs-Vereinigung „IEEE“ hat den Dresdner Nanoelektronik-Professor Thomas Mikolajick zu ihrem „Fellow“ ernannt, also als Vollmitglied geehrt. Das hat die TU Dresden mitgeteilt.

Die Musik-Software Harmody soll Tinnitus-Patienten helfen. Foto: Ulrike Seifert für Tech & Life Solution

Musische Hilfe gegen das Dauer-Piepen im Ohr

Dresdner App „Harmody“ soll mit Musik Tinnitus lindern Dresden, 23. November 2022. Um Tinnitus-Geplagten zu helfen, hat die Dresdner Uni-Ausgründung „Tech & Life Solution“ die Musik-App „Harmody“ gegen den lästigen Dauerpfeif-Ton im Ohr entwickelt. Das Smartphone-Programm harmonisiert dafür die Lieblingsmusik des Patienten mit dessen Tinnitus-Ton, um diesen auszugleichen (der Oiger berichtete bereits). Nach dreijähriger Entwicklungszeit lässt sich die App nun für Android-Telefone und iPhones herunterladen. Das haben die die beiden Gründer Matthias Lippmann und Martin Spindler nun mitgeteilt.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (Mitte) lässt sich an einer Visualisierung von Matthias Gohl (links) und Alfred Mönch (rechts) die Ausbaupläne der "Zeiss Digital Innovation" in Dresden erklären. Foto: Tobias Koch für Zeiss

Zeiss investiert weitere Millionen in Dresden

Softwaretochter ZDI bekommt Anbau und Neubau nahe am Uni-Campus Dresden, 23. November 2022. Zeiss investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in Dresden. Das hat Geschäftsführer Alfred Mönch von der „Zeiss Digital Innovation“ (ZDI) bei einem Besuch des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) angekündigt. Mit dem Geld will er gleich neben dem Stammsitz am Fritz-Förster-Platz einen Anbau sowie einen Neubau errichten, die zusammen Büros, Konferenzräume und Labore für 400 Beschäftigten bieten sollen.

Tobias Dornheim promovierte 2018 an der Universität Kiel und forscht seit 2019 am Casus in Görlitz. Foto: Michal Bajda für das HZDR

Görlitzer gibt Supercomputern Rechenweg-Nachhilfe

Casus-Nachwuchsforscher Dornheim kombiniert Casino- und KI-Methoden, um Jupiters Kern zu durchschauen Görlitz, 22. November 2022. Der 32-jährige „Casus“-Wissenschaftler Dr. Tobias Dornheim aus Görlitz bekommt vom Europäischen Forschungsrat (ERC) ein knapp 1,5 Millionen Euro umfassende Stipendium für sein Projekt „Predicting the Extreme“ (Prextreme). Mit dem „ERC Starting Grant“ in der Tasche kann Dornheim bis 2027 seine Arbeit an neuen mathemischen Modellen vorantreiben. Diese innovativen Computer-Rechenmethoden sollen letztlich die extremen Drücke und Hitze in braunen Zwergsternen und Riesenplaneten wie Jupiter erklären, aber auch den Weg zu neuen Materalien wie etwa Nanodiamanten ebnen und das Design sehr strahlungsarmer Kernfusions-Reaktoren verbessern. Das geht aus einer Mitteilung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) hervor, zu dem das Görlitzer „Center for Advanced Systems Understanding“ (Casus) gehört.

Sieht so die Zukunft der Schule aus? Sachsen testet hybride Leistungskurse, in denen die Lehrer in einer Schule präsent sind und sich in die anderen Gymnasien per Videokonferenz zuschalten ,um zu unterrichten. Illustration: Dall-E

Sachsen testet schulübergreifende Fern-Leistungskurse an Gymnasien

Hybrider Pilotversuch startet im Herbst in Görlitz, Niesky und Weißwasser Görlitz/Niesky/Weißwasser, 22. November 2022. Damit auch Gymnasien auf dem Lande mit wenigen Schülern spezialisierte Leistungskurse anbieten können, will Sachsen solche Lehrveranstaltungen künftig auch hybrid-schulübergreifend organisieren. Sprich: Der Lehrer ist in einem Gymnasium präsent, unterrichtet über digitale Videokonferenzen gleichzeitig auch Jugendliche an den zugeschalteten Schulen. Gemeinsame Pilotversuche mit hybriden Biologie- und Physik-Leistungskursen sollen zum Schuljahresbeginn 2022/23 an den Gymnasien in Niesky, Weißwasser und Görlitz starten und klären, ob und wie dieses Modell funktioniert.

Fettleibigkeit schädigt die Blutgefäße in Nieren dauerhafter als etwa in der Leber. Grafik: Dall-E

Verfettung brennt sich molekular in Blutadern ein

Leber-Blutgefäße erholen sich durch gesunde Ernährung wieder – andere Organe nicht München/Leipzig, 21. November 2022. Viele Blußgefäße merken sich auf einer molekularen Ebene die Jahre der Fettleibigkeit („Adipositas“). Diäten, Gewichtsabnahme und gesunde Ernährung können die molekulare Gesundheit der Blutgefäße zwar wieder verbessern – aber eben nicht in allen Organen. Das hat ein Team um Dr. Bilal Sheikh von der Uni Leipzig und vom Helmholtz-Institut für Stoffwechsel-, Adipositas- und Gefäßforschung München herausgefunden. „Einige unserer Blutgefäße können ein ,Gedächtnis’ für Stoffwechselerkrankungen entwickeln, welches nur schwer wieder rückgängig zu machen ist“, heißt es in einer Studien-Zusammenfassung der Uni.

Bücher-Scanroboter. Foto: Heiko Weckbrodt

De Gruyter digitalisiert Bücher des Akademie-Verlags

Wissenschaftsliteratur soll ab 2025 im Netz verfügbar sein Berlin, 20. November 2022. Der „De Gruyter“-Verlag aus Berlin will das rund 20.000 Bände umfassende Bucharchiv des Akademie-Verlags der DDR einscannen und „erstmals in Gänze für Forschung und Öffentlichkeit“ im Internet verfügbar machen. Das hat „De Gruyter“ nun angekündigt. Das Digitalisierungsprojekt soll 2023 starten und bis 2025 abgeschlossen sein. „Das gesamte Bucharchiv wird dann auf degruyter.com auffindbar und recherchierbar sein“, kündigte der Verlag an.