Alle Artikel in: Wirtschaftspolitik

Wirtschaftspolitik

Braucht die EU einen eigenen Finanzminister mit eigenem Haushalt? Frankreich ist dafür, Deutschland eher dagegen, Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsen richtet für 30 Millionen Euro Risikokapital-Fonds ein

Als Corona-Hilfe für Firmengründungen gedacht Dresden, 4. August 2020. Damit trotz Corona weiter innovative Unternehmen in Sachsen gegründet werden und nicht gleich wieder absterben, richtet Sachsen einen „Corona-Start-up-Hilfsfonds“ ein. Der Bund, das Land und die „Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen mbH“ (MBG) dotieren diesen Risikokapitalfonds mit 30 Millionen Euro. Das hat der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) angekündigt.

Regnerationswürmer unterm Mikroskop. Foto: Heiko Weckbrodt

„Innate Repair“ Dresden will Diabetes-Behandlung revolutionieren

Biotech-Standort wächst: Uni-Ausgründung siedelt sich in Sachsen an Dresden, 30. Juli 2020. Auf den Kampf gegen die Zuckerkrankheit konzentriert sich in Dresden die neugegründete „Innate Repair Saxony GmbH“ (iRSN). Das junge Biotechnologie-Unternehmen ist eine Ausgründung der TU Dresden und kooperiert mit dem britischen „National Institutes of Health“ (NIH).

Auf die Sanierer wartet viel Arbeit, wenn sie die restlichen alten Fabrik-Gebäude der "Universellen Werke Dresden" als Technologiezentrum reaktivieren wollen. Foto: Heiko Weckbrodt

Dresden baut „Universelle Werke“ für Hightech-Firmen aus

Alte Nagema-Fabrik wird bis 2022 reaktiviert Dresden, 17. Juli 2020. Damit sich mehr Hightech-Unternehmen in Dresden ansiedeln können, wollen die Stadt Dresden und ihr privater Projektpartner „Immopact“ das Technologiezentrum „Universelle Werke“ bis 2022 ausbauen. Das hat Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke mitgeteilt. „Wir wollen hier einen ganz neuen Campus schaffen“, kündigte er an. Durch die Erweiterung soll sich die Ansiedlungsfläche vervierfachen.

Mini-Ionentriebwerk von Morpheus Dresden. Foto: Morpheus Space

Mikro-Ionentriebwerk aus Dresden ausgezeichnet

TU-Ausgründung „Morpheus“ gewinnt ersten Platz im sächsischen Gründerwettbewerb Dresden, 9. Juli 2020. Mit einem Ionentriebwerk für kleine Satelliten und Raumsonden hat die Dresdner Uni-Ausgründung „Morpheus Space“ den ersten Platz im diesjährigen Gründerwettbewerb gewonnen. Das hat das Wirtschaftsministerium in Dresden mitgeteilt. Dotiert ist der Preis mit 10.000 Euro.

Aus dem industrielle 3D-Drucker, der Metall mit Elektronenstrahlen aufschmelzen kann: ein Kupfer-Kühlkörper. Foto: Fraunhofer-Ifam Dresden

Millionenzuschuss für Fraunhofer Dresden

IFAM-Ingenieure wollen 3D-Druck mit Metallen und Wasserstoff-Technologien voranbringen. Dresden, 17. Juni 2020. Damit Fraunhofer in Dresden neue Werkstoffe und Produktionstechnologien für die Wirtschaft entwickeln kann, bekommen die Forscher vier Millionen Euro Investitionshilfe vom Freistaat. Das hat heute das sächsische Wissenschaftsministerium mitgeteilt.

Robert Franke leitet die städtische Wirtschaftsförderung in Dresden. Foto: Frank Grätz für die LHD

Neues Gewerbegebiet in Rossendorf

Stadt Dresden kauft Grundstücke von Vonovia Dresden, 15. Juni 2020. Um Unternehmen neue Ansiedlungschancen zu bieten, hat die Stadt für reichlich zwei Millionen Euro einem Immobilien-Unternehmen in Dresden-Rossendorf rund 18 Hektar für ein neues Gewerbegebiet abgekauft. Das hat Robert Franke mitgeteilt, der Chef der Dresdner Wirtschaftsförderung.

Sachsens Hightech-Gründer leiden unter Risikokapital-Lücken. Foto: Heiko Weckbrodt

Privatinstitute fordern mehr Projektförderung

Zuse und AiF wünschen sich Korrekturen am Konjunkturpaket Berlin, 5. Juni 2020. Kritik am Post-Corona-Konjunkturprogramm des Bundes haben die Zuse-Gemeinschaft und die „Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen“ (AiF) geäußert: Die privaten Forschungsinstitute fordern mehr Unterstützung für die projektorientierte Forschung. „Die Stärkung der themenoffenen Projektförderung zugunsten des Mittelstands hat ihre unmittelbare und nachhaltige Wirkung auf das ‚Wieder-Hochlaufen‘ der Wirtschaft schon bei früheren Konjunkturpaketen unter Beweis gestellt“, betonte AiF-Präsident Professor Sebastian Bauer.

Das elektrische EQ-Modell von Mercedes. Foto: Heiko Weckbrodt Deutsche Accumotive / Daimler Kamenz

Ifo: Auto-Abwrackprämien zünden nur Strohfeuer

Käufer ziehen nur ohnehin geplante Autokäufe vor, warnen die Wirtschaftsforscher Dresden, 1. Juni 2020. Die von der Bundesregierung geplanten Kaufprämien für neue Autos sind ungeeignet, um die Konjunktur in Deutschland nach der Corona-Krise nachhaltig anzukurbeln. Zu dieser Einschätzung ist Ifo-Forscher Felix Rösel aus Dresden in einer Vergleichsstudie gekommen.

Speziell gesichertes Cloud-Rechenzentrum der T-Systems. Foto: Telekom

Cloud & Heat Dresden simuliert gehärtete Rechnerwolke „Gaia-X“

Sachsen wollen deutschen und französischen Ministern zeigen, wie die neue Europa-Cloud funktionieren kann Dresden, 29. Mai 2020. Um die deutsch-französische Rechnerwolke „Gaia-X“, mit der sich Europa unabhängiger von US-amerikanischen Internetriesen wie Amazon oder Microsoft machen will, war es nach der lauten Ankündigung zuletzt etwas still geworden. Nun aber hat das Dresdner Mobilrechenzentrum-Unternehmen „Cloud & Heat“ zusammen mit Projektpartnern einen ersten Demonstrator entworfen. Die Simulation soll zeigen, wie die Europa-Cloud künftig praktisch funktionieren könnte. Am 4. Juni 2020 wollen die Sachsen die „Gaia-X“-Demo auf einer internationalen Videokonferenz dem deutschen Wirtschaftsminister Peter Altmaier und der Forschungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) sowie dem französischen Wirtschaftsminister Bruno Le Maire (LEM) vorführen.

Braunkohle-Kraftwerk von Vattenfall Boxberg in der Oberlausitz. Der schwedische Konzern hat bereits angekündigt, sich aus der ostdeutschenBraunkohle zurückziehen zu wollen. Foto: Vattenfall

Handwerker fordern erneut Sonderwirtschaftszone in der Lausitz

Dresdner Kammer stützt sich auf Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft Dresden, 26. Mai 2020. Die Handwerkskammer Dresden hat sich erneut für eine Sonderwirtschaftszone in der Lausitz in der Zeit nach der Kohle eingesetzt. In dieser Zone könnten beispielsweise niedrigere Gewerbesteuersätze, höhere Investitions-Zuschüsse, weniger Bürokratie und mehr Forschungsförderung gelten, erklärte Kammerpräsident Jörg Dittrich und berief sich dabei auf ein Kurzgutachten des „Instituts der deutschen Wirtschaft“ (IW), das die FDP- Bundestagsfraktion zum Thema „Sonderwirtschaftszonen“ in Auftrag gegeben hatte.

Ladepunkt für Elektroautos an der Volkswagen-Manufaktur Dresden. Foto: Rolf Jaegers für VW Sachsen

Wirtschaft will nach Corona Milliarden-Konjunkturprogramm in Sachsen

Handwerk, Handel und Industrie fordern zusätzliche Staatsausgaben für Infrastruktur und einen neuen Beteiligungsfonds Dresden, 20. Mai 2020. Handwerker, Händler und Industrievertreter fordern ein milliardenteures Extra-Konjunkturprogramm in Sachsen, um die Folgen der Corona-Krise zu überwinden. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung der Handwerkskammern (HWK) und der Industrie- und Handelskammern (IHK) im Freistaat hervor. In Summe umfasst das geforderte Programm Zusatzausgaben von rund einer Milliarde Euro pro Jahr.

US-Präsident Donald trump. Foto: Weißes Haus

Trump will Huawei von Chip-Quellen abschneiden

Das Lieferverbot richtet sich vor allem an TSMC – aber der Schuss könnte für die USA nach hinten losgehen, warnt ein Experte Washington, 16. Mai 2020. US-Präsident Donald Trump (Republikaner) zieht in seinen Wirtschaftskriegen gegen China die Daumenschrauben fester an: Nachdem er „Huawei“ zuvor bereits weitgehend von den Google-Diensten abgeschnitten hatte, will er nun auch die Chip-Zufuhr für den chinesischen Mobilfunktechnik-Primus kappen. Wer US-Technologien oder -Anlagen bei der Halbleiterproduktion einsetzt (also so gut wie alle Chipfabriken), darf demnach künftig die Chinesen nicht mehr beliefern – mit einer Gnadenfrist von drei Monaten, um laufende Geschäfte zu Ende zu bringen. Kritiker warnen allerdings, dass dieser Schuss für Trump nach hinten losgehen könnte.

Vor allem die modernen 300-mm-Fabriken von TSMC sind stark ausgelastet. Foto: TSMC

TSMC baut Mega-Chipfabrik in den USA

Taiwanesischer Foundry-Primus investiert 12 Milliarden Dollar in Arizona, um Trump zu besänftigen Hsinchu/Arizona, 15. Mai 2020. TSMC will eine Mega-Halbleiterfabrik in Arizona in den USA bauen. Das hat der weltweit größte Chip-Autragsfertiger nun in Hsinchu mitgeteilt. Der taiwanesische Konzern will dafür rund zwölf Milliarden US-Dollar (etwa 11,1 Milliarden Euro) investieren, erwartet dabei aber offensichtlich auch Subventionen aus Washington und vom Bundesstaat Arizona.

Die Auswahl lässt es schon erahnen: Deutschland ist für seine Produktionsketten weit stärker als viele andere Industrie- und Schwellenländer auf offene Grenzen angewiesen. Der Anteil von Wertschöpfungsketten, die ausschließlich innerhalb der eigenen Grenzen verlaufen (blaue Balken) ist in anderen Ländern weit höher. Grafik: Ifo München

Deutsche Produktion besonders stark international verflochten

Ifo und Uni München: Deutschland hängt zwar kaum von Einzelquellen ab, braucht aber offene Grenzen München, 14. Mai 2020. Deutschland ist bei den allermeisten Produkten weit weniger von Einzellieferanten abhängig als oft angenommen. Dennoch treffen Lieferausfälle wie während der Corona-Krise die deutsche Wirtschaft weit mehr als andere Länder, weil ihre Produktionsketten in besonders hohem Maße international verflochten sind. Das geht aus einer Analyse „Status quo und Zukunft globaler Lieferketten“ hervor, die Lisandra Flach von der Ludwig-Maximilians-Uni sowie Rahel Aichele und Martin Braml vom Ifo-Institut München nun vorgestellt haben.

ifo-Präsident Clemens Fuest. Foto: Heiko weckbrodt

Ifo-Chef: Corona-Konjunkturhilfe in EU-Innovationsagentur und Bahnnetze stecken

Schulden sind in einer Ausnahme-Krise wie jetzt kaum vermeidbar, meint Clemens Fuest – und plädiert auch für eine Bodenabgabe in Italien München, 9. Mai 2020. Um von den Corona-Pandemie besonders betroffenen EU-Mitgliedern wie Italien und Spanien – jenseits der Sofrthilfe – nach der Krise auch wirtschaftlich wieder auf die Beine zu helfen, sind mehrere Finanzierungsquellen nötig und klare Vorstellungen darüber, wofür die Hilfsgelder und -kredite ausgegeben werden sollten. Das hat Prof. Clemens Fuest, der Präsident des Ifo-Wirtschaftsforschungsinstituts in einem Videovortrag „Die Corona-Krise und der Euro“ betont. Er plädierte unter anderem für eine Bodenabgabe in Italien und gegen eine Verteilung nach dem Gießkannenprinzip.