Alle Artikel in: Wirtschaftspolitik

Wirtschaftspolitik

In Chemnitz sind bereits viele Wasserstoff-Forschungsprojekte konzentriert. Hier im Bild beispielsweise installiert Peter Schwotzer-Uhlig im Brennstoffzellenlabor der Professur für "Alternative Fahrzeugantriebe" (Alf) eine Versuchsanordnung. Sachsen bemüht sich bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nun darum, in Chemnitz ein "Hydrogen and Mobility Innovation Center" (HIC) anzusiedeln. Foto: Jacob Müller für die TU Chemnitz

Nun doch mehr Geld für Chemnitzer Wasserstoffzentrum

HIC bekommt nun 72,5 statt nur 60 Millionen Euro vom Bund Chemnitz, 20. Mai 2022. Das nationale Wasserstoff-Kompetenzzentrum in Chemnitz bekommt nun doch mehr Geld vom Bund: Statt 60 Millionen Euro soll das „Hydrogen and Mobility Innovation Center“ (HIC) in Sachsen nun 72,5 Millionen Euro erhalten, um wegweisende Wasserstofftechnologien zu entwickeln. Über einen entsprechenden 12,5-Millionen-Euro-Nachschlag des Haushaltsausschusses im Bundestag hat heute der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) informiert. „Das ist ein Riesenerfolg für den Wasserstoffstandort Sachsen“, betonte der Minister.

Prof. Dr. Marcel Thum, Geschäftsführer des ifo Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Finanzökonom: Öl- oder Gasembargo würde Putin wenig stören

Reserven der Russen sind zu groß, Europas Wirtschaft würde weit mehr leiden Dresden, 10. Mai 2022. Wenn Deutschland und die EU wegen des Angriffs auf die Ukraine von sich aus auf russisches Öl und Gas verzichten, können sie allenfalls langfristig auf Wirkungen auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin hoffen. Sie würden damit vorerst vor allem sich selbst schaden. Das hat Finanzökonom Prof. Marcel Thum von der TU Dresden, der in Personalunion auch das Ifo Dresden leitet, eingeschätzt.

Regnerationswürmer unterm Mikroskop. Foto: Heiko Weckbrodt

Dresden will zweites Biotech-Zentrum 2025 fertig haben

Auf dem großen Lebenswissenschaften-Campus in der Johannstadt fehlen seit Jahren ausreichend Flächen für Ausgründungen und Ansiedlungen Dresden, 9. Mai 2022. Die Dresdner Wirtschaftsförderer wollen eine alte Wachstumsbremse für die Lebenswissenschaften in der Stadt lösen – und nach jahrelangem Warten soll nun alles möglichst schnell gehen: Anfang 2023 sollen an der Fiedlerstraße gegenüber vom Uniklinikum die Abrissbagger anrücken, ein altes Schulverwaltungs-Gebäude abreißen und dort ein zweites Bioinnovationszentrum (Bioz 2) errichten. 2025 soll sich dort die ersten Biotech-, Pharma- und Gesundheitsfirmen einmieten können. Diesen Zeitplan hat heute Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke vorgestellt.

Die Lithografie-Abteilung im X-Fab-Chipwerk in Dresden. Foto: X-Fab

Sachsen fordert von Bundesampel mehr Tempo bei Chipindustrie-Förderung

Ministerpräsident Kretschmer: Das muss schneller gehen mit dem IPCEI-Geld Dresden, 29. April 2022. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat von der Bundes-Ampel in Berlin mehr Tempo für die Mikroelektronik-Förderung gefordert. „Das muss schneller gehen“, sagte er heute nach einer Sitzung des Innovationsbeirates Sachsen in der Bosch-Chipfabrik in Dresden.

Glasfaser-Netze gelten neben dem Mobilfunk der 5. Generation (5g) als Schlüssel zur Gigabit-Gesellschaft - also Datenverbindungen mit Geschwindigkeiten über einem Gigabit pro Sekunde, die ganz neue Dienste im Netz ermöglichen. Auch in Dresden setzen kommunale wie provate Ausbau-Akteure in hohem Maße auf glasfasergestützte Breitband-Lösungen. Foto: VodafoneGlasfaser-Netze gelten neben dem Mobilfunk der 5. Generation (5g) als Schlüssel zur Gigabit-Gesellschaft - also Datenverbindungen mit Geschwindigkeiten über einem Gigabit pro Sekunde, die ganz neue Dienste im Netz ermöglichen. Auch in Dresden setzen kommunale wie provate Ausbau-Akteure in hohem Maße auf glasfasergestützte Breitband-Lösungen. Foto: Vodafone

Dresden geht mit eigenen Glasfasern ins Internet

Über 500 Rathäuser, Bibliotheken, Schulen, Museen etc. sollen 2024 am kommunalen Lichtleiter-Netz hängen Dresden, 13. April 2024. Statt Internetzugänge bei Telekom, Vodafone & Co. zu bestellen, setzt die Stadt Dresden zunehmend auf ihr eigenes Glasfasernetz, zumindest für die kommunalen Einrichtungen: Mittlerweile haben Techniker rund 350 kommunale Standorte an diese Lichtleiter-Kabel angeschlossen. Bis 2024 bekommen weitere 161 Objekte solch einen schnellen Internetzugang über eigene Datenautobahnen. Insgesamt werden dann über 500 Rathäuser, Bürgerbüros, kommunale Schulen, Kitas, Horte, Sportstätten, Bibliotheken, Feuerwehrwachsen, Museen sowie WLAN-Sender auf kommunalen Märkten vernetzt sein. Das hat die Stadtverwaltung heute mitgeteilt.

Blick in den Reinraum der ehemaligen Plastic-Logic-Fabrik, der nun für das Fraunhofer CNT 2.0 und das Zentrum für neuromorphes Computing umgebaut wird. Foto: Heiko Weckbrodt

Mikroelektronik-Forschungslabore für Hightech-Gründer öffnen

Angehende Halbleiter-Firmen brauchen mehr Miet-Reinräume und Pilotlinien, um ihre Konzepte auszuprobieren Dresden, 6. April 2022. In Deutschland klafft trotz gewisser Fortschritte in den vergangenen Jahren immer noch eine Lücke zwischen einer eigentlich starken naturwissenschaftlich-technischen Forschungslandschaft und einer breiten kommerziellen Vermarktung der dort gewonnen Erkenntnisse, wie man es aus den USA kennt. Das haben Vertreter aus Forschung und Wissenschaft während der virtuellen Tagung „Mikroelektronik-Forschung in Deutschland“ in Dresden mit Blick auf den kapitalintensiven Halbleiter-Sektor eingeschätzt.

Die Gas- und Ölindustrie spielt eine zentrale Rolle für die russische Wirtschaft. Hier das Gasverarbeitungswerk Amur vom Gazprom. Foto: Gazprom (Pressefoto)

Gleichzeitiger Ausstieg aus Kernkraft, Kohle und Gas nicht möglich

Dresdner Energiewirtschaftsforscher Möst: Womöglich muss Deutschland den Kohleausstieg strecken Dresden, 31. März 2022. Der gleichzeitige Ausstieg aus Kernkraft, Kohle und Strom wird nicht möglich sein, wenn Deutschland keine großflächigen kritischen Stromausfälle („Blackouts“) provozieren will. Das hat Prof. Dominik Möst von der TU Dresden mit Blick auf die aktuelle Debatte um das russische Erdgas eingeschätzt. Womöglich werde den deutschen Politikern nichts anderes übrig bleiben, als den vollständigen Kohleausstieg hinauszuschieben, erklärte der Energiewirtschaftler während eines Online-Vortrages „Versorgungssicherheit Strom in Deutschland: So sicher wie nie oder droht ein Blackout?“ am Ifo-Institut Dresden.

AiF-Präsident Sebastian Bauer. Foto: AiF

Kürzung der industrienahen Forschung kritisiert

AiF: Ampel will Fördertöpfe von IGF und ZIM um fünf bis zehn Prozent zusammenstreichen Berlin/Köln, 21. März 2022. Gegen die von der Bundes-Ampel geplante Kürzung der industrienahen Forschungsförderung hat sich die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) „Otto von Guericke“ aus Köln ausgesprochen. „In einer Zeit, in der forschungsaffine kleine und mittlere Unternehmen durch die Folgen der Corona-Krise, die aktuelle geopolitische Lage und die laufenden Transformationsprozesse sogar in ihrer Existenz bedroht sind, ist eine Kürzung der Budgets für die weltweit einzigartige Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) wirklich fatal“, warnte AiF-Präsident Prof. Sebastian Bauer.

Am stärksten wirkte der Bevölkerungsschwund in Sachsen-Anhalt. In einer Art Reallabor wird man in den nächsten Jahren wohl beobachten können, ob die Intel-Ansiedlung in Magdeburg für demografische Effekte sorgt. Grafik: IfW Kiel

IfW Kiel: Ostdeutschland holt Westen vor 2080 nicht ein

Ökonom: Überalterung bremst Wirtschaft im Osten immer mehr aus Kiel, 21. März 2022. Wenn die ostdeutsche Wirtschaft weiter so langsam wächst wie in jüngster Zeit, wird es noch 40 Jahre dauern, bis sich die ostdeutschen Einkommen ans Westniveau angeglichen haben. Sogar 60 Jahre wird es demnach dauern, bis die westdeutsche Arbeitsproduktivität erreicht hat. Das hat das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) für den Thüringer Landtag errechnet. Ähnlich hatte sich in der Vergangenheit auch schon das Ifo-Institut in Dresden geäußert, bis hin zur Prognose, der Osten werde den Westen nie einholen.

IBM-Quantencomputer. Foto: Graham Carlow für IBM

Belauschen Quanten-Spione bald die 5G-Netze?

Dresdner Exzellenzpreise für Forschungen an Mobilfunklücken, Supraleiter und organische Elektronik verliehen Dresden, 20. März 2022. Eigentlich sollten Mobilfunknetze der 5. Generation (5G) besonders angriffssicher werden, das hatten die Entwickler ursprünglich versprochen. Doch als 5G fertig zertifiziert und scharfgeschaltet war, zeigten sich eben doch allerlei Sicherheitslücken – keine gravierenden zwar, aber doch nutzbar für Angreifer mit viel Ressourcen wie etwa Geheimdienste: Einerseits könnten sie mit gezielten elektromagnetischen Schüssen, also EM-Pulsen, beispielsweise die 5G-basierten Campusnetze in hochvernetzten Industriefabriken lahmlegen. Ungeklärt bis zum heutigen Tage, ob chinesische Anbieter wie Huawei geheimdienstliche Hintertüren (Backdoors) in ihre 5G-Netzausrüstungen eingebaut haben. Und nicht zuletzt entwickelt sich derzeit die Quantencomputer-Entschlüsselungstechnik mit hohem Tempo – und diese neuartigen Super-Codeknacker könnten womöglich bald manche als abhörsicher geltende Verbindung doch belauschen.

Cobotics-fähige Roboter im Ceti-Labor an der TU Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Robotermuskeln, Mode und 6G-Forschung für Sachsen

Wirtschaftsförderer haben 20 Ansiedlungen und Übernahmen betreut Dresden, 19. März 2022. Insgesamt 20 Ansiedlungen, Firmen-Erweiterungen und -Übernahmen hat die Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) im Jahr 2021 begleitet und damit geholfen, 2149 Arbeitsplätze im Freistaat neu zu schaffen oder zu retten. Das hat WFS-Chef Thomas Horn mitgeteilt. In Summe entspreche dies einem Investitionsvolumen von 343,8 Millionen Euro, was etwa einem Rückgang um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Trotz des Rückgangs ist Thomas Horn überzeugt: „Im internationalen Wettbewerb hat sich gezeigt, dass unser Standort mit seinem Gesamtpaket überzeugen kann.“ Gemeint ist damit vor allem die sächsische Ökosphäre aus Auto-, Chip- und Maschinenherstellern samt Zulieferern und der starken Forschungslandschaft.

Vor allem die modernen 300-mm-Fabriken von TSMC sind stark ausgelastet. Foto: TSMC

Zweitplatzierte Sachsen bemühen sich nun um TSMC-Chipfabrik

Nach Niederlage im Intel-Wettbewerb sucht der Freistaat nach alternativen Investoren Dresden, 18. März 2022. Nach dem verlorenen Wettbewerb um die Intel-Großansiedlung in Europa bewirbt sich Sachsen nun weiter um den „Trostpreis“: eine Chipfabrik des weltweit größten Halbleiter-Auftragsfertigers TSMC aus Taiwan. Das hat Thomas Horn, der Chef der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS), indirekt bestätigt. Auf die Frage, ob sich der Freistaat um TSMC bewerbe, sagte er: „Wir bemühen uns um weitere Ansiedlungen in der Mikroelektronik.“

Leichtbaumaterialien mit integrierter Sensorik sollen die automatisierte Produktion von elektrischen Fahrrädern im Erzgebirge künftig erleichtern. Das Vorhaben nennt sich "Smartstrat" und ist Teil des Verbundes "Smarterz". Foto: mocci, CIP Mobility GmbH

Mehr Geld für Hightech-Materialien aus dem Erzgebirge

Bund gibt weitere 6 Millionen für „SmartErz“ Annaberg-Buchholz, 9. März 2022. Das erzgebirgische Technologiebündnis „Smart Composites Erzgebirge“ (SmartErz) bekommt mehr Geld, um neue funktionalisierte und veredelte Werkstoffe zu entwickeln. Das hat die „Wirtschaftsförderung Erzgebirge“ (WFE) in Annaberg-Buchholz mitgeteilt. Demnach erhalten die Kooperationspartner in einer zweiten Förderrunde weitere sechs Millionen vom Bund.

Hinweis auf eine Ladestation für Elektroautos im Hotel "Bellevue" in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Dresden baut Ladenetz für Stromer schneller aus als geplant

Wirtschaftsförderer und Touristiker setzen auf Ladenetz-Verdichtung in Hotels und an „Mobipunkten“ Dresden, 7. März 2022. Dresden hat seine Lade-Infrastruktur für Elektroautos schneller ausgebaut als zunächst geplant: Derzeit gibt es in der sächsischen Landeshauptstadt 393 öffentliche Ladepunkte und damit bereits jetzt fast so viele, wie ursprünglich für das Jahr 2025 geplant waren. Das hat Wirtschafts-Amtsleiter Robert Franke heute im Hotel „Bellevue“ mitgeteilt, das eben zwei neue „Wallboxen“ (Wandlader) von der VW-Tochter „Elli“ in seiner Tiefgarage in Betrieb genommen hat.

Kurt Schwabe 1961 bei seiner Antrittsrede als Rektor der damaligen Technischen Hochschule Dresden. Foto: KSI Meinsberg

Schwabes Privatinstitut in Meinsberg überstand Honeckers Enteignungswelle

Sächsischer Chemiker war eng in der akademischen Landschaft der DDR verknüpft Meinsberg, 1. März 2022. Es gab nicht allzu viele größere private Unternehmungen, die die letzte große Verstaatlichungswelle vor 50 Jahren in der DDR ohne Enteignung überstanden – aber es finden sich eben auch solche Beispiele. Neben dem Ardenne-Institut in Dresden gab es auch andere Privatinstitute in der DDR, von denen zwar viele letztlich in Kombinaten, Unis oder der Akademie der Wissenschaften aufgingen – aber eben nicht alle. Dazu gehörte das Forschungsinstitut von Kurt Schwabe.