Alle Artikel in: Wirtschaftspolitik

Wirtschaftspolitik

Auf dem Lausitzring wollen Dekra und Telekom den 5G-Einsatz fürs autonome Fahren testen. Foto: Dekra

Kohlekommission schlägt Reallabor „Power2X“ für Lausitz vor

TU Dresden soll im Kohlerevier ab 2019 Energiespeicher-Forschungen koordinieren Cottbus/Dresden/Görlitz, 2. November 2018. Ein Forschungskonsortium von Professoren der TU Dresden soll ab 2019 in einem „Reallabor“ im Lausitzer Revier verschiedene Speichertechnologien für Energie erforschen. Dazu gehören Verfahren, mit denen sich Strom in künstliche Treibstoffe und Gase (sogenannte „Power2X“-Technologien) wandeln lässt. Das ist einer der Vorschläge für die Zukunft der Lausitz nach dem Braunkohleausstieg, die die sogenannte „Kohlekommission“ nun in einem Zwischenbericht vorgelegt hat.

300-Millimeter-Scheibe mit aufprozessierten Test-Chips. Foto. Globalfoundries / Fraunhofer IPMS

Kein Umstieg auf 7-nm-Chips – US-Rüstungsindustrie fürchtet Rückstand

Kommentar: Militärwirtschaft sieht die Schlüsselrolle der Höchstintegration – Europas Politiker betrachten das eher ein Nebenthema Washington/Dresden, 26. Oktober 2018. Die US-Militärindustrie sorgt sich, weil der Auftragsfertiger Globalfoundries (GF) seine Chipproduktion in den USA nun vorerst doch nicht auf die nächste, leistungsfähigere Generation umstellen will, deren Strukturen nur noch sieben Nanometer (Millionstel Millimeter) messen. Das geht aus Berichten von „Semiconductor Engineering“ und „Heise“ hervor.

Blick auf die Kühltürme des Leag-Kraftwerks Jänschwalde, Foto: Uwe Dobrig für die Leag

Sonderwirtschaftszone Lausitz gefordert

Handwerker: Autobahn-Bau und Batteriebude allein können den Kohleausstieg nicht ausgleichen Dresden, 25. Oktober 2018. Damit die Lausitz nach einem Braunkohle-Ausstieg nicht zum wirtschaftlichen Ödland wird, hat der Dresdner Handwerkskammer-Präsident Jörg Dittrich die Forderung erneuert, dort eine Sonderwirtschaftszone einzurichten. Auch die Ansiedelung einer großen Nato-Instandhaltungsbasis und von Bundesbehörden könnten helfen, sagte er am Donnerstag in Dresden.

Montage der 5G Antenne auf dem Hamburger Fernsehturm in 185 Metern Höhe. Foto: deutsche Telekom

Mobilfunk-Treffen zu Funklöchern in Sachsen

Weiße Flecken und 5G im Fokus Dresden, 22. Oktober 2018. Zu einem „Mobilfunkdialog“ über die „Weißen Flecke“ und den Start der fünften Mobilfunk-Generation „5G“ in Sachsen treffen sich morgen Vertreter der sächsischen Staatsregierung und der großen Telekommunikations-Konzerne Telekom, Vodafone und Telefónica. Das hat Digitalisierungs-Staatssekretär Stefan Brangs angekündigt, der zu dem Treffen eingeladen hatte.

Braucht die EU einen eigenen Finanzminister mit eigenem Haushalt? Frankreich ist dafür, Deutschland eher dagegen, Foto: Heiko Weckbrodt

MIT begrüßt günstigere Sozialversicherung für Freiberufler

Bundestag kippt die bisherige hohe Mindestbeitrags-Bemessungsgrenze Leipzig, 20. Oktober 2018. Die CDU-nahe Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Sachsen hat die geplante Senkung der Sozialversicherungsbeiträge für Freiberufler und andere Selbstständige mit niedrigem Einkommen begrüßt. „Dieser Beschluss war längst überfällig“, betonte der sächsische MIT-Vorsitzende Markus Reichel. „Hiermit sorgen wir dafür, dass vor allem Einzelunternehmern und Freiberufler mehr Geld zur eigenen Verfügung bleibt. Auch Gerade auch Neugründer und Start-ups würden von der Neuregelung profitieren.

Liacon setzt für seine Batterien auf Lithium-Titanat-Polymer-Zellen. Foto: Liacon

Bund drängt auf Batteriezell-Fabriken in Deutschland

Wirtschaftsministerium sieht Energiespeicher mehr und mehr als Schlüsseltechnologie Berlin/Brüssel/Kamenz, 15. Oktober 2018. Bereits seit geraumer Zeit drängen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und andere Wirtschaftspolitiker auf eine eigene Batteriezell-Großproduktion in Deutschland. Entsprechende Ansiedlungswünsche hat Wirtschafts-Staatssekretärin Claudia Dörr-Voß auf einer Sitzung der „European Battery Alliance“ in Brüssel nun erneuert.

Seit der Wende verfallen ganze Betriebe in Ostdeutschland - hier ein Beispiel aus der Lausitz. Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo-Chef: Ostdeutsche Länder brauchen mehr Spielraum

Wirtschaftsforscher feiern 25 Jahre Ifo in Dresden Dresden, 19. September 2018. Die deutschen Bundesländer sollten mehr Kompetenzen für eine eigene Wirtschafts- und Steuerpolitik bekommen, damit der Aufholprozess Ostdeutschlands endlich wieder an Schwung gewinnt. „Darüber hinaus sollten die Verbindungen zu den mittel- und osteuropäischen Nachbarstaaten ausgebaut werden.“ Das hat ifo-Präsident Clemens Fuest heute bei einer Festveranstaltung in Dresden gefordert, mit der das Wirtschaftsforschungsinstitut das 25. Jubiläum seiner Dresdner Niederlassung gefeiert hat.

In diesem bearbeiten Bild zeigt der deutsche Landmaschinen-Hersteller Claass, wie "Precision Farming" alias Präzisionsackerbau funktionieren kann: Die virtuelle Kartierung hilft dem Bauern, Fruchtbarkeitsunterschiede auf seinem Acker durch zentrimeter-genaues Düngen und Bestellen auszugleichen. Foto: Claass

Auf den Zentimeter genau das Feld bestellen

Für den Präzisions-Ackerbau gibt Sachsen sein SAPOS-System gratis frei Erlau/Dresden, 8. September 2018. Damit die sächsischen Bauern präziser und ertragreicher ihre Felder bestellen können, gibt die Landesregierung für sie nun kostenlos den amtlichen Satellitenpositionierungsdienst „SAPOS“ frei. Dieser bisher kostenpflichtige Dienst „liefert in Echtzeit Korrekturdaten zu den Signalen amerikanischer und russischer Navigationssysteme, die ein zentimetergenaues Navigieren ermöglichen“, teilte das Landwirtschaftsministerium in Dresden mit. Das ist genauer als die meisten Navi-Systeme für Autos, Flugzeuge und selbst Militärraketen, die oft nur auf den Dezimeter genau arbeiten. Zum Auftakt schalten Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt und Innenminister Roland Wöller (beide CDU) den SAPOS-Service am 14. September 2018 für die landwirtschaftliche Genossenschaft „Agraset Naundorf“ im mittelsächsischen Erlau frei.

Prof. Panu Poutvaara leitet im Ifo-Institut das Zentrum für Internationalen Institutionenvergleich und Migrationsforschung. Foto. Ifo

Ifo: Einwanderung nutzt meisten Industrieländern

München, 2. September 2018. Die meisten Industrieländer haben von den Einwanderungströmen der vergangenen Jahre eher profitiert. Zu dieser Einschätzung sind Panu Poutvaara und weitere Wirtschaftsforscher vom Ifo-Institut in München gekommen. Dabei stützen sie sich auf einen Vergleich der Einwanderungseffekte für 19 europäische Länder und die USA, wobei sie besonders Wirkungen auf den Arbeitsmarkt, Lohnniveau und Sozialleistungen berücksichtigt haben.

Neue Technologie-Großmacht China kann Beispiel für Europa sein

Bei Elektrobussen ist das Land schon Spitze – und arbeitet sich in immer mehr Technologiesektoren vor Dresden/Peking, 30. August 2018. China hat die meisten westlichen Industrienationen längst überholt: In der Bevölkerungszahl sowieso, aber auch in der Wirtschaftskraft, der Exportfähigkeit und der militärischen Schlagkraft. Und während viele im Westen immer noch abfällig über die chinesischen „Copy Cats“ spotten, die angeblich nur von Ideenklau leben, hat es das Reich der Mitte längst auch auf einigen wichtigen Technologie-Gebieten bereits an die Weltspitze geschafft. Dazu gehört beispielsweise die Elektro-Mobilität – die chinesischen Elektrobusse werden inzwischen auch von Flixbus und weiteren internationalen Kunden gekauft.

Die Hauptachsen heutiger Windkraftanlagen drehen sich heuet oft schon in Höhen deutlich über 100 Metern - wo oft andere Strömungen herrschen als in Bodennähe. Weil Turbinen auf höheren Masten einen deutlich höheren Energieertrag bringen, ersetzen viele Betreiber derzeit durch Repowering-Programme alte Anlagen durch größere. Foto: Bundesverband Windenergie

Windenergie-Branche rechnet mit starken Jobverlusten

Grund: Markt für neue Windkraft-Anlagen schrumpft bis 2020 um zwei Drittel Berlin, 28. August 2018. In der Windenergie-Branche macht sich Krisenstimmung breit wie vor einigen Jahren schon in der deutschen Solarindustrie: Weil die Bundesregierung den Kapazitäts-Ausbau deckelt, rechnet der „Bundesverband Windenergie“ (BWE) aus Berlin mit drastischen Auftragseinbrüchen für die Hersteller solcher Windkraftanlagen und einem starken Stellenabbau.

Das Hauptquartier der EU im Berlaymont-Gebäude in Brüssel. Foto: EU-Presseservice

Ifo: EU wird Geldfluss nach Sachsen drastisch drosseln

Ab 2021 fließt aus Brüssel nur noch ein Siebtel der bisherigen Gelder Dresden, 21. August 2018. Sachsen bekommt demnächst nur noch ein Siebtel der Fördersumme, die bisher von der EU in den Freistaat überwiesen worden sind. Das geht aus einem Gutachten der Dresdner Niederlassung des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo für die sächsische Staatskanzlei hervor. Wenn die EU ihre Vergabepraxis nicht noch ändert, fließen in der Förderperiode 2021 bis 2027 nur noch rund 380 Millionen Euro in der Freistaat statt etwa 2,75 Milliarden Euro in der aktuellen Förderperiode, geht aus der Berechnung hervor.