Alle Artikel in: Wirtschaftspolitik

Wirtschaftspolitik

Huawei. Foto: Heiko Weckbrodt

„Arm“ schließt sich Huawei-Boykott an

Britischer Prozessordesigner schließt sich Bann durch US-Regierung an Cambridge, 22. Mai 2019. Der kalte Handelskrieg zwischen den USA und China eskaliert weiter: Nach dem Boykott-Aufruf durch die US-Regierung beendet nun auch der britische Prozessor-Designer „Arm“ die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Technologiekonzern Huawei. Das berichtet die BBC auf ihrem Internet-Portal. Arm ist zwar keine US-Firma, ist aber stark mit den USA verflochten.

Bitkom-Präsident Achim Berg. Foto: Bitkom

Bitkom warnt nach Huawei-Boykott vor Flächenbrand

Verband: Protektionismus ist „brandgefährlichen Irrweg“ Berlin, 20. Mai 2019. Der jüngste US-Boykott gegen Huawei ist in der deutschen Tech-Wirtschaft auf warnende Töne gestoßen: Als „brandgefährlichen Irrweg“ hat der deutsche Digitalwirtschaftsverband „Bitkom“ aus Berlin die protektionistische Politik bezeichnet, wie sie in den USA, aber auch in China betrieben werde. „Der sich weiter verschärfende Handelskonflikt kennt auf allen Seiten nur Verlierer“, warnte Bitkom-Präsident Achim Berg. „Politik und Wirtschaft sollten alles dafür tun, dass aus diesem Feuer kein Flächenbrand wird, der die gesamte Tech-Welt erfasst.“

Infineon-Hauptquartier in Neubiberg bei München. Foto: Heiko Weckbrodt

Infineon: Haben Lieferungen an Huawei nicht gestoppt

Neubiberg, 20. Mai 2019. Der von den USA verhängte Boykott gegen das chinesische Technologie-Unternehmen „Huawei“ hat nicht zu einem Lieferstopp durch den deutschen Halbleiter-Konzern „Infineon“ geführt. Das hat Sprecher Gregor Rodehueser vom Infineon-Hauptquartier in Neubiberg bei München auf Oiger-Anfrage betont. Er widersprach damit Medienberichten vom heutigen Tage. Derartige Berichte könne er „nicht bestätigen“.

Seit der Wende verfallen ganze Betriebe in Ostdeutschland - hier ein Beispiel aus der Lausitz. Foto: Heiko Weckbrodt

Ökonomen glauben nicht mehr an Ost-West-Angleichung

Die meisten Wirtschaftsprofessoren sehen auch nach Jahrzehnten keine Chancen dafür München, 9. Mai 2019. Drei Jahrzehnte nach der politischen Wende in der der DDR und der deutschen Wiedervereinigung glauben nur noch wenige Volkswirte daran, dass sich das Wirtschaftsniveau und die Lebensverhältnisse in Ostdeutschland in überschaubarer Zeit an Westdeutschland angleichen werden. Das geht aus einem „Ökonomenpanel“ des Wirtschaftsforschungsinstituts „ifo“ aus München und der „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“ (FAZ) hervor, für das die Forscher 136 Wirtschaftsprofessoren befragt hatten.

Das geplante Leichtbau-Technologiezentrum "Universelle" in Dresden-Plauen. Visualisierung buero4Das geplante Leichtbau-Technologiezentrum "Universelle" in Dresden-Plauen. Visualisierung buero4

Alte Maschinenfabrik in Dresden wird Leichtbau-Zentrum

Dresden, 8. Mai 2019. Wo einst Arbeiter allerlei Zigaretten- und Verpackungsmaschinen bauten, entstehen fortan „Digitale Zwillinge“ von Flugzeugen, neue Leichtbau-Konzepte für Fahrzeuge und dergleichen Hochtechnologie-Entwicklungen mehr. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), Prof. Hubert Jäger von der TU Dresden, Wirtschaftsförderungschef Robert Franke und Wirtschaftsvertreter haben gestern die ehemaligen „Universellen Werke Dresden“ an der Zwickauer Straße als Technologiezentrum umgewidmet.

Foto/Montage: hw

Sachsens Software-Industrie fordert mehr digitale Bildung

Branche sieht sich in Positionspapier als „Wachstumsmotor Nummer 1 für attraktive Jobs in Sachsen“ Dresden, 25. April 2019. Eine bessere Internet-Anbindung und digitale Lernmedien für die Schulen in Sachsen, informationstechnologische (IT) Weiterbildungen und Tablets für Lehrer und weitere Verbesserungen im Bildungssektor haben die Software-Industrie und mehrere IT-Verbände heute in einem Positionspapier „Softwareland Sachsen – Digitalisierung nutzen, Zukunft gestalten“ von den Landespolitikern gefordert. Dies sei notwendig, damit sich Sachsen an die Spitze der Digitalisierung setzen und genug Fachkräfte für seine technologischen Schlüsselbranchen gewinnen könne.

Der geplante gemeinsame "Industriepark Oberelbe" von Dresden, Pirna, Heidenau und Dohna schwebt den CDU-Mittelständlern als gutes Beispiel für eine engere Kooperation zwischen Großstädten und der Region vor. Visualisierung: Kasparetz-Kuhlmann/ Datengrundlage: Google Maps, ZV IPO

Verband: „Brauchen nicht nur Smart City, sondern auch Smart Region“

Sachsen CDU-Mittelständler pochen auf mehr Förderung für ländlichen Raum Dresden, 22. April 2019. Für eine stärkere wirtschafts- und technologiepolitische Förderung des ländlichen Raumes in Sachsen hat sich die „Mittelstandsvereinigung“ (Mit) der CDU ausgesprochen. Es gelte, nicht nur die vernetzte und digitalisierte Stadt von morgen, die „Smart City“ zu entwickeln, sondern auch die „Smart Region“.

Hans-Jürgen Straub. Archivfoto: X-Fab

Straub: Deutschland sollte auf eigene Chipindustrie setzen

Ehemaliger X-Fab-Chef begrüßt Initiative „Vertrauenswürdige Elektronik – Made in Germany“ Berlin, 20. April 2019. Deutschland wäre gut beraten, große Teile der gesamten Wertschöpfungskette vom Computerchip bis zum komplexen Elektronikprodukt im eigenen Lande zu haben. Das hat Hans-Jürgen Straub, der ehemalige Chef des Erfurter Halbleiter-Unternehmens „X-Fab“, gegenüber dem Bundesforschungsministerium eingeschätzt. Dabei bezog er sich auf den Streit um mögliche Abhör-Hintertüren in der Kommunikationstechnik chinesischer und amerikanischer Hersteller.

Der erste Abschnitt der Universellen Werke Dresden ist saniert und als Technologiezentrum nutzbar. Foto: Heiko Weckbrodt

Platzmangel für Investoren in Dresden

Die zahlreichen Forschungseinrichtungen in der Stadt sorgen für Firmengründungen udn stützen die Konjunktur – aber Ansiedlungsflächen werden rar Dresden, 18. April 2019. Trotz der dunklen Wolken am globalen Konjunkturhimmel wächst die Dresdner Wirtschaft weiter – bisher zumindest: Rechnet man Behörden-Jobs ein, hat sie im Jahr 2018 rund 7000 neue Arbeitsplätze geschaffen und über 155 Millionen Euro in Erweiterungsvorhaben sowie Neubauten investiert. „Der Wirtschaftsstandort Dresden brummt“, schätzte der städtische Chef-Wirtschaftsförderer Robert Franke ein.

Die US-Mikroelektronik - hier ein Intel-Wafer - dominiert mit 55 % Anteil ganz klar den Halbleiter-Weltmarkt. Europas Antel wrd auf nur 6 % geschätzt. Foto: Intel

US-Chipindustrie sorgt sich um Führungsposition

Verband SIA fordert mehr wirtschaftspolitische Unterstützung für die Halbleiter-Branche Washington, 9. April 2019. Manager und Wirtschaftspolitiker in den USA sorgen sich, dass ihr Land seine internationale Spitzenposition in der Mikroelektronik verlieren könnte. Denn China holt in diesem Sektor rasch auf. Zudem bereitet der Fachkräftemangel der Industrie wachsende Probleme – nicht zuletzt verstärkt auch durch den restriktiven Einwanderungskurs von Präsident Donald Trump (Republikaner). Ähnlich wie in Deutschland und Europa wird daher auch in den USA der Ruf nach einer aktiveren Industriepolitik lauter.

Wie stark verändert Künstliche Intelligenz unseren Planeten?. Foto: geralt, Pixabay.com, Lizenz: CC0

Sachsen gründen KI-Hub in Leipzig

Knoten soll Anwendung von Innovationen vermitteln Leipzig, 3. April 2019. Um Sachsen im weltweiten Wettbewerb um die besten „Künstlichen Intelligenzen“ (KIs) voranzubringen, werden Unternehmer und Forscher im Sommer 2019 einen „KI-Hub“ in Leipzig gründen. Das haben Vertreter von 17 Unternehmen, Behörden und Wissenschaftseinrichtungen heute vereinbart.

Der städtische Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke (2. von rechts) übergibt einen symbolischen Schlüssel für Haus 3 des nanocenters in Dresden Klotzsche an FMC-Chef Stefan Müller (l.), Nanocenter-Chef Steffen Rietzschel (2.v.l.) und Konrad Herre (r.). Foto: Heiko Weckbrodt

Nanocenter endlich fertig

Happy End für ein Sorgenkind: Die alten ZMD-Gebäude in Klotzsche sind saniert und zu 75 Prozent von Gründern belegt. Dresden, 27. März 2019. Aus einem kommunalpolitischen Sorgenkind ist zwölf Jahre nach der Geburt doch noch eine Erfolgsgeschichte geworden: Die Stadt hat die Häuser 1 und 3 der ehemaligen DDR-Chipschmiede ZMD in Klotzsche endlich saniert, darin das Hightech-Gründerzentrum „Nanocenter Dresden“ fertiggestellt – und das ist inzwischen sogar recht gut ausgelastet. Das haben Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke und Nanocenter-Chef Steffen Rietzschel gestern mitgeteilt.

ifo-Präsident Clemens Fuest. Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo-Chef: Deutschland soll Unternehmens-Steuern senken

München, 12. März 2019. Deutschland sollte dem Beispiel der USA folgen und die Unternehmens-Steuern senken: Statt 30 solle der Staat nur noch 25 Prozent der Gewinne einfordern. Das hat der Münchner Ökonom Clemens Fuest vorgeschlagen. Dies könne die Investitionen in Deutschland steigern, die umstrittenen deutschen Exportüberschüsse mindern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik sichern, schätzte der Präsident des Wirtschaftsforschungsinstituts „Ifo“ in München ein.