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Wirtschaftspolitik

Der klassische Weg, Wasserstoff zu erzeugen, ist die Zerlegung von Wasser in Wasser- und Sauertoff. Hier zu sehen ist eine vom Fraunhofer-Institut ISE nachgebaute Wasserelektrolyse-Messzelle (Nachbau) aus transparentem Kunststoff. In Görlitz soll nun ein Labor für Wasserstofftechnologien auf dem Siemens-Campus entstehen. Foto: Fraunhofer ISE

Görlitz soll Zentrum der Wasserstoff-Forschung werden

Fraunhofer, Siemens und Sachsen schließen „Zukunftspakt“ für die Lausitz Görlitz, 15. Juli 2019. Um der Lausitz nach dem Kohleausstieg und dem schrumpfenden Kraftwerksbau eine neue Perspektive zu geben, wollen Fraunhofer, Siemens und die sächsische Landesregierung Görlitz langfristig zu einem „Kompetenzzentrum für Wasserstofftechnologien“ machen. Das sieht eine Absichtserklärung hervor, die die drei Vertragspartner heute unterzeichnet haben.

ifo-Präsident Clemens Fuest. Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo-Chef: Batterie-Megafab gehört nicht in die Lausitz

Industriepolitik und Regionalentwicklung sollte man nicht vermischen, warnt Fuest Dresden, 11. Juli 2019. Der Ökonom Clemens Fuest hat davor gewarnt, eine Batterie-Großfabrik auf Biegen und Brechen in der Lausitz ansiedeln zu wollen, nur weil die Region aus Kohleabbau und -verstromung aussteigen muss. „Man sollte nicht versuchen, regionalpolitische Ziele mit industriepolitischen Instrumenten zu lösen“, betonte der Präsident des Wirtschaftsforschungsinstituts „Ifo“ bei einem Besuch in Dresden. Zuvor hatte sich der Dresdner Ifo-Forscher Joachim Ragnitz bereits ähnlich geäußert.

Kommentar: Ist Chinas Kreditmacht ein Kolonialismus 2.0?

Kreditvergabe ist auch ein Baustein für die “Neue Seidenstraße” Dresden, 2. Juli 2019. Wenn sich die Welt immer stärker bei China verschuldet, dann lässt das im Kontext der aktuellen Handelskriege von Trump und Xi zumindest aufhorchen. Kritiker mögen den Chinesen vorwerfen, diese exzessive Kreditvergabe seien ein fester Baustein des Projekts „Neue Seidenstraße“ – und dienten dazu, immer mehr Länder, vor allem rohstoffreiche, in eine kaum ablösbare wirtschaftliche Abhängigkeit zu bringen.

Die welt steht bei China viel tiefer in der kreide als bisher angenommen. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Die Welt schuldet China über fünf Billionen Dollar

Studie: Verschuldung der anderen Länder hat sich seit 2000 verzehnfacht Kiel/Bejing, 1. Juli 2019. Der Einfluss und die Wirtschaftskraft von China sind womöglich größer als offiziell bekannt. Denn anscheinend stehen viel mehr Länder in größerem Umfang als bisher gedacht in der Schuld des Reichs der Mitte. Das liegt auch an vielen bisher unbekannten Direktkrediten, die China insbesondere Entwicklungsländern gibt. Dies geht aus einer Analyse des „Instituts für Weltwirtschaft“ (IfW) in Kiel, der Uni München und der Harvard University hervor.

Elektrische und autonom fahrende Autos mögrn mechanisch einfacher zu bauen sein als heutiger "Verbrenner" - doch der Anteil mikroelektromechanischer Systeme (MEMS) und anderer Elektronik wird drastisch steigen. Grafik: Bosch

Bund will Auto-KI besonders fördern

Ministerien sehen Sensorik, Mikroelektronik., KI und Big Data als Schlüsseltechnologien Berlin, 30. Juni 2019. Sensorik, Elektronik, Künstliche Intelligenz (KI) und Big Data sind besonders wichtige Schlüsseltechnologien für das autonome Fahren. Auf diese Sichtweise haben sich die Bundesministerien für Forschung, Wirtschaft und Verkehr in einem gemeinsamen Aktionsplan „Forschung für Autonomes Fahren“ geeinigt.

Anja Bast setzt in der Vormantage ein Reduktionsrad ein. Foto: Heiko Weckbrodt

„Hergestellt in Glashütte“

Sachsen will beim Bund mehr Schutz für Uhrenmanufakturen Glashütte, 28. Juni 2019. Um Uhren-Plagiatoren und anderen Copycats die Geschäfte zu vermiesen, wollen die Sachsen die Herkunftsbezeichnung „Hergestellt in Glashütte“ gesetzlich schützen lassen. Eine entsprechende Initiative hat der Freistaat heute im Bundesrat vorgestellt.

Die vier Forschungsthemen der CASUS-Aufbauphase: Umwelt- und Klimaforschung, Materie unter extremen Bedingungen, autonomes Fahren und Sytembiologie. Bild: Juniks / HZDR

Elf Millionen für neues Casus-Zentrum Görlitz

Lausitz soll Leuchtturm der Systemforschung werden Görlitz/Dresden, 17. Juni 2019. Das bereits angekündigte neue Forschungszentrum für Görlitz nimmt Formen an: Um komplexe Systeme wie unsere Umwelt, wachsende Lebewesen oder Materie unter extremen Bedingungen besser zu verstehen, startet im August ein neues Forschungs-Zentrum für fortgeschrittenes Systemverständnis (Center for Advanced Systems Understanding = CASUS) in Görlitz. Der Bund hat nun zehn Millionen Euro Startfinanzierung für zunächst drei Jahre zugesagt, der Freistaat gibt eine weitere Million dazu. Die Gründer sehen darin auch einen Beitrag zum Strukturwandel in der Lausitz: weg von der Braunkohle, hin zu neuen Technologien.

Prof. Joachim Ragnitz ist Stellvertretender Leiter der ifo-Niederlassung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo Dresden: Ostdeutschland braucht mehr außereuropäische Zuwanderung

Prognose: In einigen Regionen gibt es 2030 1/3 weniger Erwerbsfähige Dresden, 13. Juni 2019. Nur mit mehr außereuropäischen Zuwanderern wird die ostdeutsche Wirtschaft ihre Fachkräftelücke schließen können. Das hat Joachim Ragnitz, der Vizechef des Wirtschaftsforschungs-Instituts „Ifo Dresden“ eingeschätzt. „In einzelnen ostdeutschen Regionen wird die Zahl der Erwerbsfähigen bis 2030 um rund ein Drittel zurückgehen“, prognostizierte er.

Thomas Horn ist seit Herbst 2018 der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS). Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsen ändert Ansiedlungs-Akquise

Wirtschaftsförderer angeln nun mehr nach Zierfischen statt dicker Hechte à la Bosch Dresden, 16. November 2019. Statt weiter um große Fabriken à la Bosch oder seinerzeit AMD zu buhlen, fokussiert sich die „Sächsische Wirtschaftsförderung“ (WFS) fortan stärker auf die Suche nach Investoren, die Lücken in den hiesigen Unternehmens-Netzwerken schließen. Das haben Wirtschaftsminister Martin Dulig und der neue WFS-Chef Thomas Horn angekündigt.

Lithium-Schwefel-Energiespeicher und andere Batterien mit hoher Energiedichte sind ein Forschungsschwerpunkt am Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) Dresden, an dem Kaskel auch tätig ist. Foto: Fraunhofer IWS

Fraunhofer Dresden plant Batteriezell-Forschungsfabrik

Sachsen sagt 100 Millionen Euro Zuschuss zu – Hoffnung auf Bundesgelder Dresden/Großröhrsdorf, 12. Juni 2019. Eine Batteriezell-Forschungsfabrik wollen Dresdner Fraunhofer-Keramikforscher und weitere sächsische Partner in Großröhrsdorf bei Dresden ansiedeln. Dies soll den deutschen Einstieg in diese Schlüsseltechnologie für die Elektroauto-Produktion eben. Das Konsortium bewirbt sich daher nun um einen Teil der halben Milliarde Euro, die der Bund für solch eine „Forschungsfertigung Batteriezelle“ (FFB) in Deutschland ausgelobt hat. Die sächsische Regierung will bei einer erfolgreichen Bewerbung bis zu 100 Millionen Euro zuschießen und einen „hochmodernen und bezugsfertigen Gebäudekomplex in Großröhrsdorf“ bereitstellen. Das hat die Staatskanzlei heute zugesagt.

Die Sonne hat kurz vor Weihnachten eine Fackel ausgesandt. Foto: NASA/SDO

Physiker: Müssen selbstgemachten Klimawandel eindämmen

DPG fordert, Verbrennung fossiler Energieträger drastisch einzuschränken Bad Honnef, 11. Juni 2019. Die größte europäische Physiker-Vereinigung warnt erneut vor einem menschengemachten Klimawandel. „Die Bedingungen, unter denen das Klima sich entwickelt, sind vom Menschen nachweislich gravierend verändert“, schätzte Dieter Meschede ein, der Präsident der „Deutschen Physikalischen Gesellschaft“ (DPG). Daher gelte es, „alles zu tun, um den von Menschen induzierten Klimawandel auf ein erträgliches Maß zu reduzieren“.

Leistungselektronik "Made in Europe": Das Elektronikmodul "Hybridpack2" von Infineon regelt die Motorleistung in Elektrofahrzeugen. Foto: Infineon

„Power2Power“: Bessere Leistungselektronik für Europa

Infineon startet in Dresden kooperatives Forschungsprojekt Dresden, 5. Februar 2019. Damit Europa im Zukunftsmarkt der Leistungs-Elektronik für Elektroautos, Solarkraftwerke und Haushaltsgeräte nicht zu abhängig von den USA und China wird, hat der deutsche Mikroelektronik-Konzern Infineon in Dresden heute das kooperative Forschungsprojekt „Power2Power“ gestartet.

US-Präsident Donald trump. Foto: Weißes Haus

Experte: Huawei-Boykott kann Bumerang werden

Connect-Chefredakteur sieht Schaden für Chinesen wie Amerikaner durch Trumps jüngste Handelskrieg-Finte Haar bei München, 4. Juni 2019. Der durch US-Präsident Donald Trump (Republikaner) ausgesprochene Boykott gegen den Huawei wird dem chinesischen Elektronikkonzern zwar schaden. Aber dieser Schachzug im Handelskrieg gegen China könnte sich als Bumerang erweisen: für Google, die USA und die Android-Gemeinde. Das hat Marc-Oliver Bender eingeschätzt – er ist Chefredakteur der Fachzeitschrift „Connect“ aus Haar bei München.