Alle Artikel in: Wirtschaftspolitik

Wirtschaftspolitik

Auch Hitze und aggressive Chemikalien in der Metallverarbeitung oder bei intensiven Reinigungsprozessen in der Lebensmittel- und Pharmabranche können die Keramik-Codes auf Industriebauteilen nicht zerstören. Foto: Fraunhofer-IKTS

Dresdner Starthilfe für Keramiktinten-Firma „Senodis“

Wirtschaftsförderer besorgen neues Domizil und Geld für Demonstrator Dresden, 5. Mai 2021. Dresdner Wirtschaftsförderer haben der Fraunhofer-Ausgründung „Senodis“ Starthilfe in der Corona-Krise gegeben: Sie haben das junge Unternehmen im Technologiepark Nord am Ardenne-Ring angesiedelt. Außerdem konnten die Gründer mit rund 80.000 Euro Innovationszuschuss eine Anlage aufbauen, die potenziellen Kunden ihre innovative Bauteil-Beschriftung mit keramischer Tinte demonstriert. Das geht aus einer Mitteilung der Landeshauptstadt Dresden hervor.

Blick in den Reinraum des Fraunhofer-Photonikinstituts IPMS in Dresden. Foto: Fraunhofer-IPMS

Die virtuelle Forschungs-Fab der Deutschen

Fraunhofer und Leibniz wollen „Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland“ fortführen, obwohl Bundeszuschüsse versiegen Berlin/Dresden, 3. Mai 2021. Vertrauenswürdige Elektronik, radfahrererkennende Lasersensoren in Autos oder Künstliche Intelligenzen (KI), die unsere Stromnetze überwachen – der Institutsverbund „Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland“ (FMD) hat nach Einschätzung ihres Koordinators Stephan Guttowski bereits mit vielen Entwicklungsprojekten unter Beweis gestellt, dass es nicht immer großer nationaler Mikroelektronik-Forschungszentren wie des Imec in Belgien oder des Cea-Leti in Frankreich bedarf, um auch komplexe Technologieprojekte zu stemmen. Daher soll der Verbund auch fortgeführt werden. „Die FMD hat sich als adäquate Alternative zu den großen zentralen Strukturen in anderen Ländern profiliert“, ist Guttowski überzeugt.

Prof. Dr. Thomas von Unwerth (r.) und Laborleiter Vladimir Buday inspizieren im Im Brennstoffzellenlabor an der TU Chemnitz eine additiv produzierte Membran. Foto: Ronald Bartel für die TUC

Zukunftsenergie-Großforschungszentrum für Lausitz vorgeschlagen

Unis Chemnitz, Dresden und Freiberg wollen Fokus auf Wasserstoff, Synthie-Treibstoffe, Solar- und Windenergie lenken Chemnitz/Dresden/Freiberg, 2. Mai 2021. Die Unis Chemnitz, Dresden und Freiberg haben vorgeschlagen, in der Lausitz ein Großforschungszentrum für Zukunftsenergien (GFZ ZE) einzurichten. Dieses Zentrum soll die Transformation der Braunkohlereviere zu einer Region unterstützen, die beispielhafte Innovationen für erneuerbare Energien, umweltfreundlich erzeugte Energieträger wie Wasserstoff und Synthese-Öl sowie deren Transport und Einsatz in der Industrie hervorbringt. Eine entsprechende Ideenskizze haben Prof. Thomas von Unwerth aus Chemnitz, Prof. Antonio Hurtado aus Dresden und Prof. Hartmut Krause aus Freiberg nun beim Bundesforschungsministerium eingereicht.

Impression aus der Chipproduktion im Intel-Werk Hillsboro. Foto: Intel

Intel bietet Bau von acht Mega-Chipfabriken in Deutschland an

Auch Sachsen kommt als Standort in Frage – US-Konzern will aber 40 % Subventionen Berlin/Dresden/Santa Clara, 1. Mai 2021. Intel-Chef Pat Gelsinger erwägt laut „Handelsblatt“-Bericht, mehrere Chipwerke der Mega-Fab-Klasse in Deutschland zu bauen. Auch Dresden steht laut „Handelsblatt“ als Standort zur Debatte. Allerdings fordere Gelsinger auch hohe Subventionen: Etwa 40 Prozent der Investitionskosten soll demnach die öffentliche Hand zuschießen, soll er am Rande einer Reise nach Berlin erklärt haben.

Die TU-Ausgründung Novaled Dresden ist auf Organische Leuchtdioden spezialisiert. Abb.: Novaled

Transfer-Millionen für Sachsens Forscher

Neues Validierungsprogramm soll Wissenschaftler animieren, jede Erfindung auf wirtschaftliche Verwertbarkeit abzuklopfen Dresden, 27. April 2021. Seien es nun prämierte Biersensoren, Lazarettbetten aus Papier oder Elektromotoren aus dem 3D-Drucker – die Liste der Firmen-Ausgründungen, die aus Forschungsprojekten an sächsischen Universitäten und Instituten geboren wurden, ist seit der Wende lang geworden. Doch sie könnte noch länger sein, wenn alle Wissenschaftler ihre Erfindungen beizeiten darauf abklopfen würden, ob darin vielleicht ein Geschäftsmodell verborgen ist. Damit sich künftig wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn rascher in bare Münze, Wertschöpfung und Jobs in Sachsen verwandelt, hat Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) ein neues Förderprogramm für die „Validierung von Forschungsergebnissen“ aufgelegt und mit fünf Millionen Euro dotiert.

Besonders ins Auge fällt der steile Abstieg Japans als einst führende Halbleiter-Nation. Aber auch Europa hat sich hier nicht mit Ruhm bekleckert: Statt bis 2020 auf 20 % Marktanteil zu kommen, wie 2013 von EU-Kommissarin Neelie Kroes verkündet, ist Europas Halbleiteranteil auf 6 % gesunken. Grafik: IC Insights

Mikroelektronik: Nur 5 % Anteil für China

„IC Insights“ zeigt Verschiebungen im Weltmarkt seit 1990 bis heute Scottsdale, 14. April 2021. Während sich China in anderen Industriesektoren weltweit auf Spitzenpositionen vorgearbeitet hat, kommt das Reich der Mitte im globalen Halbleiter-Markt auf nur fünf Prozent Anteil. Das geht aus einer Analyse des US-Marktforschungsunternehmens „IC Insights“ aus Scottsdale hervor.

Ein Mitarbeiter des Mikroelektronik-Forschungszentrums Imec im belgischen Löwen schaut sich prüfend einen 300-Millimeter-Wafer an. Falls eine Euro-Foundry gebaut wird, steht auch dieser Standort zur Debatte. Foto: Imec

Denkfabrikant: Chip-Eurofoundry würde Steuermilliarden wohl nur verbrennen

„Vor uns liegt ein Marathon bis 2035, kein Sprint bis 2025“, meint auch Glofo Berlin/Dresden, 9. April 2021. Der neue EU-Plan, in dieser Dekade einen riesigen Chip-Auftragsfertiger (Codename: Eurofoundry) für Mikroelektronik der allerneuesten Generation in Europa zu etablieren, ist nach Einschätzung des Analysten Jan-Peter Kleinhans von der Denkfabrik „Stiftung neue Verantwortung“ aus Berlin ein Irrweg. „Leider ist die Jagd nach der 2-nm-Fabrik ein vergebliches Unterfangen mit dem sehr realen Risiko, Milliarden von Euro an öffentlichen und privaten Geldern zu verschwenden“, schreibt Kleinhans in seinem Kurzaufsatz „Der Mangel an Halbleiterfertigung in Europa“.

Blick ins Volkswagen-Werk Foshan. Noch machen deutsche Unternehmen - trotz vieler Hindernisse - gute Geschäfte in und mit China. Das könnte sich langfristig ändern, warnt eine IfW-Analyse. Foto: Volkswagen

Geschäftschancen für deutsche Wirtschaft in China verschlechtern sich langfristig

IfW-Analyse: Autarkie-Kurs kann deutschen Maschinenbauern kurzfristig viele Aufträge bescheren – doch eigene Innovationskraft der Chinesen wächst Kiel/Peking, 8. April 2021. Für deutsche Unternehmen wird es langfristig schwerer, lukrative Geschäfte in China zu machen. Das hat die Innovations- und Handelsexpertin Dr. Wan-Hsin Liu vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel prognostiziert.

Eine Auswahl elektronischer Bauelemente von Bosch für den Einsatz in den Autoindustrie. Foto: Heiko Weckbrodt

Zwei Drittel der deutschen Wirtschaft auf Import-Mikroelektronik angewiesen

Bitkom: Wir brauchen eine Trendwende Berlin/Dresden, 17. März 2021. Wenn Wirtschaftspolitiker und Unternehmer der EU und in Deutschland in jüngster Zeit von digitaler Souveränität reden, meinen sie oft digitale Autarkie. Dahinter steht der Wunsch, Europa möge möglichst viel von dem selbst erzeugen oder zumindest kontrollieren, was das Digital- und Internetzeitalter an neuen Geschäftsmodellen hervorgebracht hat: Kontaktnetzwerke wie Facebook und Twitter beispielsweise, neue Mobilitätskonzepte à la Uber und dergleichen mehr. Im Falle der Mikroelektronik, auf der all das aufbaut, sind Europa und die Bundesrepublik davon aber weit entfernt, wie eine Umfrage im Auftrag des deutschen Digitalwirtschaftsverbandes „Bitkom“ einmal mehr gezeigt hat: Demnach importieren zwei Drittel aller deutschen Unternehmen Chips, Sensoren, Prozessoren und andere mikroelektronische Bauteile aus dem Ausland. Und je größer die Unternehmen sind, umso größer ist auch ihre Abhängigkeit von Chipexporten – was wegen Lieferengpässen in Taiwan erst jüngst ganze Autowerke in Deutschland ausgebremst hatte.

Begrüßungsbildschirm für Gäste in der App. Abb.: pass4all

Dresden verteilt App „Pass4All“ für Kontaktverfolgung

Stadt finanziert Gratis-Vierteljahrslizenz für Läden und Restaurants Dresden, 17. März 2021. Damit Restaurants, Läden und andere Einrichtungen auch unter Corona-Bedingungen Gäste empfangen und die möglichen Kontakte mit Infizierten automatisch erfassen können, finanziert die Stadtverwaltung kostenlose Lizenzen der Kontaktverfolgungs-App „Pass4All“.

Robert Klose überprüft in der Skeleton-Fabrik in Großröhrsdorf, ob die Ultrakondensator-Zellbehälter korrekt laserverschweißt sind. Foto: Heiko Weckbrodt

Skeleton baut Ultrakondensator-Fabrik in Großröhrsdorf aus

Esten wollen in Sachsen neue Hybrid-Speicher aus Ultracaps und Lithium-Akkus entwickeln Großröhrsdorf/Tallinn, 10. März 2021. Ultraschnelle Energiespeicher aus Sachsen und Estland sollen bald dabei helfen, Elektroautos rascher aufzuladen, die Energiewende-Spitzen in den deutschen Stromnetzen zu glätten und Lkws beim Kaltstart helfen. „Skeleton Technologies“ baut deshalb nun seine Fabrik für Ultrakondensatoren (Ultracaps) in Großröhrsdorf aus und konzentriert dort die Entwicklung neuer Produkte. Dafür investiert das estnisch-sächsische Unternehmen rund 110 Millionen Euro. Bis zum Jahresende sollen rund 40 neue Jobs entstehen.

Sichtprüfung der Siliziumkarbid-Halbleiter während der Produktion in der Waferfabvon Bosch in Reutlingen. Foto: Bosch

Mikroelektronik: „Silicon Saxony“ sieht vor 2030 keine Chance auf eine Europa-Foundry

Hightech-Verband setzt eher auf den Ausbau von Chip-Fabriken in Sachsen Dresden, 1. März 2021. Der sächsische Hochtechnologie-Verband „Silicon Saxony“ sieht vorerst keine Chance für den Plan von EU-Kommissar Thierry Breton, hierzulande bis 2025 eine hochmoderne Halbleiter-Foundry anzusiedeln, die Europas Wirtschaft mit allerneuesten Computerchips der Strukturgeneration „2 Nanometer“ versorgt. Das geht aus einem „Offenen Brief“ hervor, den der Verband heute in Dresden veröffentlicht hat.

Visualisierung vom Kraftwerl Mitte in Dresden. Visualisierung: Renderwerke

„Alcatraz“ Dresden brütet künftig Tech-Firmen aus

Schaltanlage des früheren Kraftwerks Mitte wird zum Technologiezentrum umgebaut Dresden, 26. Februar 2021. Die Sachsenenergie AG lässt das alte Schaltanlagen-Gebäude im Kraftwerk Mitte in Dresden zum Technologiezentrum umbauen. Das hat das Energieversorgungsunternehmen, in dem kürzlich unter anderem die Dresdner Stadtwerke (Drewag) aufgegangen, angekündigt.

Nicht nur in Autos, sondern auch in Landmaschinen - hier eine Aufnahme aus einer Agrarfahrzeug-Entwicklung der TU Dresden - enthalten neben Motoren viele bewegliche Teile, die einen Teil der eingesetzten Energie als unerwünschte Reibung und Abwärme vergeuden. Foto: Heiko Weckbrodt

Brandbrief aus Erzgebirge gegen Corona-Grenzschließung

Wirtschaftsförderer: Können nur noch Scherben zusammenkehren und von vorn anfangen Annaberg-Buchholz, 18. Februar 2021. In einem „offenen Brief“ hat die „Wirtschaftsförderung Erzgebirge“ (WFE) aus Annaberg-Buchholz die sächsischen Corona-Grenzschließungen nach Tschechien scharf kritisiert. „Die Schäden werden erheblich sein und nicht reparabel“, warnten WFE-Chef Matthias Lißke und Wirtschaftsservice-Leiter Jan Kammerl in ihren Schreiben, das nicht adressiert ist, sich aber offensichtlich an die Politiker in Dresden und Berlin richtet. Sie fordern, die Grenze zu Tschechien schnellstmöglich weder zu öffnen, insbesondere für Industriebeschäftigte und -transporte.

Reinstsilizium für die Mikroelektronik ist gefragt - hier ein Blick in die Kristall-Zuchtanlagen bei siltronic. Foto: Siltronic

Globalwafers übernimmt deutsche Siltronic

Taiwanesisches Unternehmen hat nun mehr als die Hälfte der Aktien erworben München/Freiberg/Hsinchu, 10. Februar 2021. „Globalwafers“ hat die Mehrheit der Siltronics-Aktien erworben. Damit ist dem taiwanesischen Unternehmen die bereits angekündigte Übernahme des größten deutschen Wafer-Herstellers gelungen. Gleichzeitig entsteht damit einer der größten Hersteller von Siliziumscheiben („Wafer“) für Chipfabriken.