Alle Artikel in: Wirtschaftspolitik

Wirtschaftspolitik

Längst lernen Kinder und jugendliche im Schülerrechenzentrum Dresden nicht mehr "nur" Programmierkünste, sondern fuchsen sich auch in elektronik und Roboter ein. Foto: SRZ

Handwerkskammer Dresden fordert in Sachsen stärkere Oberschulen

Umfrage: Für eine Talentschmiede vermittelt die Oberschule zu wenig Allgemeinwissen Dresden, 3. Mai 2018. Eine Stärkung der Oberschulen in Sachsen und eine bessere Berufsberatung an den Gymnasien hat der Dresdner Handwerkskammer-Präsident Jörg Dittrich angesichts des wachsenden Fachkräftemangels von der sächsischen Landesregierung gefordert. Andernfalls könnten die Oberschulen nicht die Rolle als Talentschmieden ausfüllen, als die sie Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in seiner Regierungserklärung gezeichnet habe. „Da muss schnell was passieren“, sagte er.

Wirkt eher wie der Eingang zu einem Bankpalast: Der Eingang zur Philip-Morris-Fabrik nahe Bologna. Foto: Philip Morris International

Wirtschaftsförderung Sachsen zieht Erfolgsbilanz

19 Ansiedlungen in Sachsen im Jahr 2017 – darunter drei größere Pirna, 18. April 2018. Die Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) hat im Jahr 2017 19 Firmen-Ansiedlungen und –Erweiterungen mit einem Investitionsvolumen von 1,447 Milliarden Euro in Sachsen betreut – soviel wie seit 2010 nicht mehr. In diesem Zuge sollen 1807 neue Jobs entstehen, wie WFS-Geschäftsführer Peter Nothnagel heute bei einem Besuch der „Fahrzeugelektronik Pirna“ (FEP) mitteilte. „Wir blicken auf ein Jahr nachhaltiger und besonders erfolgreicher Arbeit für die sächsische Wirtschaft zurück“, schätzte Nothnagel ein.

Ein Besucher schaut durch ein Polarisations-Mikroskop des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf, mit dem Minerale farbanalyisieren kann. Foto: hw

Forschungsquote in Sachsen sinkt

Ministerium verweist auf Rekord-Investitionen – gemessen an der Wirtschaftsleistung wurde im Freistaat aber weniger getüftelt Dresden, 27. März 2018. Staat, Hochschulen, Institute und Wirtschaft in Sachsen haben im Jahr 2016 zwar insgesamt 3,2 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung (FuE) ausgegeben und damit mehr als je zuvor seit der Wende. Im Verhältnis zur – ebenfalls gestiegenen – Wirtschaftsleistung gerechnet ist die Forschungsquote im Freistaat jedoch leicht gesunken: von 2,73 auf 2,7 Prozent. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die heute das Wirtschaftsministerium versandt hat. Ein erheblicher Teil dieser Forschungen letztlich staatlich finanziert: 1,4 Milliarden Euro investierte die Wirtschaft, weitere 900 Millionen der Staat und die staatlich finanzierten Hochschulen und weitere 900 Millionen die außeruniversitären Institute von Fraunhofer, Planck, Helmholtz, Leibniz & Co, die wiederum zu erheblichen Teilen ebenfalls staatlich mitfinanziert werden.

US-Präsident Donald trump. Foto: Weißes Haus

Ifo: Deutschland sollte nicht Trumps Handelskriege mitausfechten

Möglicherweise Deal gegen China? / Experte Uni Leipzig rät EZB derweil zu Zinserhöhungen, um Konflikt mit USA zu entschärfen München/Leipzig, 23. März 2018. Deutschland und die EU sollte keine Handelskriege von US-Donald Trump (Republikaner) gegen China und anderer Länder mitmachen, nur um kurzfristig Strafzöllen Trumps zu entgehen. Darauf hat Außenwirtschafts-Experte Gabriel Felbermayr vom Wirtschaftsforschungs-Institut Ifo in München hingewiesen. Wenn sich Europa mit den USA gegen China und andere Länder verbünde und damit die Freihandels-Regeln der Welthandelsorganisation WTO mit aushebele, könne dies Deutschland langfristig nur schaden.

Martin Wesner und Richard Vetter von "Carl und Carla" erproben im Inkubator der VW-Manufaktur Dresden neue Geschäftsmodelle für ihren Nutzfahrzeug-Carsharing-Dienst. Foto: Anja Schneider

Dresden subventioniert Innovationen

Dresden, 19. März 2018. Direkte Wirtschafts-Subventionen vergeben normalerweise nur große Institutionen wie Bund, Land oder EU. In Dresden geht man da einen eigenen Weg: Damit mehr Hightech-Erfindungen in der Mikroelektronik-Stadt gemacht werden, hat Dresden einen eigenen Innovationsfonds aufgelegt. Bewerben können sich Start-Ups und Erfinder um das Geld daraus bis zum 20. April 2018 bei der Wirtschaftsförderung Dresden.

Dorothee Bär (CSU). Foto: Gerd Seidel, Wikipedia, CC3-Lizenz

Piraten: Digitalministerin ist eine Problem-Bärin

Berlin/Aachen, 6. März 2018. Auf sehr unterschiedliches Echo ist der Plan der neuen großen Koalition (Groko) aus CDU, CSU und SPD gestoßen, im Kanzleramt erstmals den Posten einer Digital-Staatsministerin einzurichten und mit der CSU-Politikerin Dorothee Bär zu besetzen. Während Verbände der deutschen Digitalwirtschaft diesen Groko-Plan begrüßt haben, hat die Piratenpartei die dafür auserkorene Kandidatin Dorothee Bär als ungeeignet für dieses Amt kritisiert: Sie sei ein „Problem-Bär für Internetnutzer“, schätzte die Parteizentrale in Berlin ein.

Marie (l.) und Sophie von der Klasse 4b der 129. Grundschule gehörten zu den ersten, die im neuen Schülerlabor Prinzipien des E-Autobaus erbasteln konnten. In der VW-Manufaktur Dresden hat am 1. März 2018 ein Schülerlabor mit dem Schwerpunkt Elektromobilität auf dem "Future Mobility Campus" eröffnet. Foto: Heiko Weckbrodt

Schülerlabor für Elektroautos startet in VW-Manufaktur Dresden

Volkswagen will den Ingenieuren von übermorgen das Abc der Elektromobilität vermitteln Dresden, 1. März 2018. Die Mädchen und Jungen haben auf Autoformen zurechtgesägte Holzbrettchen vor sich auf den Tischen. Räder sind erahnbar, Scheiben, lange Kupferstreifen durchziehen das Elektroauto in spe wie Blutadern. „Leuchten die?“ Eine Viertklässlerin hebt wortlos ihre Projektarbeit und lässt die Scheinwerfer triumphierend blinken – erst rechts, dann links. „Ich find das richtig toll“, sagt Sophie über diesen besonderen Bastelnachmittag. „Richtig spannend, wie so ein Auto aufgebaut ist“, pflichtet ihr Marie bei.

Wirtschaftsminister Martin Dulig testet in Dresden eine AR-Digitalbrille „HoloLens“ von Microsoft. Mit solchen und ähnlichen Systemen will die T-Systems MMS einen großen Flugzeughersteller ausstatten, damit dessen Dispatcher zum Beispiel Notfall-Übungen, den Einsatz von Technikern und von Robotern per „Erweiterter Realität“ (Augmented Reality = AR) koordinieren können. Foto: Heiko Weckbrodt

Auch Silicon Saxony will einen Digitalminister

Sachsen unterstützen Online-Petition Dresden/Berlin/Aachen, 15. Februar 2018. „Silicon Saxony“ plädiert dafür, ein Bundesdigitalministerium zu schaffen. Mit dieser Forderung hat sich der sächsische Hightech-Wirtschaftsverband einer Online-Petition des „Bundesverbands Deutsche Startups“ angeschlossen. Auch der „Bundesverband IT-Mittelstand“ (BITMi) aus Aachen unterstützt die Eingabe.

Vor allem die modernen 300-mm-Fabriken von TSMC sind stark ausgelastet. Foto: TSMC

Chip-Aufholprogramm à la DDR gefordert

Deutsche Leitindustrien machen sich von USA und Taiwan zu abhängig, warnt der frühere Megabit-Entwickler Prof. Junghans Dresden, 26. Januar 2018. Sachsen, die Bundesregierung und die EU sollten ein großes Mikroelektronik-Programm auflegen, damit Europa und Deutschland endlich den Anschluss an die Weltspitze schafft. Das hat der Unternehmer und ehemalige Megabitchip-Entwickler Prof. Bernd Junghans bei einer Diskussionsrunde über die DDR-Mikroelektronik in Dresden gefordert, unterstützt von weiteren Altgranden der Dresdner Mikroelektronik. „Dafür muss man aber Mittel, Willen und gute Leute konzentrieren.“

Da ist die Freude groß: 1988 drückt Carl-Zeiss-Jena-Chef Wolfgang Biermann (Mitte) Erich Honecker den Megabit-Chip in die Hand. Abb.: ZMD-Archiv

Braucht Deutschland eine neue Halbleiter-Offensive?

Dresdner Entwickler des DDR-Megabitchips laden zur Diskussion über Mikroelektronik in Sachsen Dresden, 24. Januar 2018. Bis heute ist das DDR-Mikroelektronik-Programm umstritten: Zu teuer, sinnlos, eine Überforderung eines kleinen Landes, sagen die Einen. Die Anderen sagen: Megabit-Chip, 32-Bit-Programm und Co. waren für die ostdeutsche Volkswirtschaft im leistungsschwachen Ostblock alternativlos, waren letztlich die Keimzellen für den Aufschwung der sächsischen Halbleiter-Industrie nach der Wende – und auch heute brauche Deutschland eine ähnlich aktive Mikroelektronik-Wirtschaftspolitik. Die Entwickler des DDR-Megabit-Chips wollen über diese und andere Themen am 25. Januar ab 18 Uhr im Haus an der Kreuzkirche Dresden diskutieren. Die öffentliche Podiumsdiskussion widmet sich „Dresdner Lebensleistungen: Die Geschichten hinter der Entwicklung der Mikroelektronik in Sachsen“.

Das städtische Nanoelektronikzentrum Dresden soll eigentlich Hightech-Ansiedlungen anlocken - doch es agiert seit Jahren defizitär und hinter der sanierten Fassaden lauert noch erheblicher Sanierungsbedarf. Foto: Heiko Weckbrodt

Von der DDR-Chipschmiede zum Nanozentrum Dresden

Das heutige Technologie- und Gewerbezentrum “Nanozentrum” (auch Nanocenter genannt) im Dresdner Norden hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich, die bis in die DDR-Zeit zurückreicht: Ursprünglich gehörten die Gebäude an der heutigen Maria-Reiche-Straße zum „Zentrum Mikroelektronik Dresden“ (ZMD), der zentralen Entwicklungsschmiede für Speicher und andere Chips für die DDR-Wirtschaft. Sie entstanden schrittweise Anfang bis Mitte der 1980er Jahre.

Freuen sich: Steffen Rietzschel, der Chef der Betreibergesellschaft „NanoelektronikZentrum Dresden GmbH (links) und IPMS-Direktor Hubert Lakner vor dem Nanozentrum. Foto. Heiko Weckbrodt

Nanozentrum Dresden wird doch noch fertig – aber nur halb so groß

Zweites Gebäude wird bis Herbst saniert, zwei weitere Häuser übernimmt Fraunhofer Dresden, 19. Januar 2018. Zehn Jahre nach dem offiziellen Baustart nähert sich das städtische Nanozentrum in Dresden-Klotzsche der Fertigstellung. Die Stadt und der Freistaat Sachsen investieren jetzt noch einmal 4,5 Millionen Euro, um zumindest noch das zweite von insgesamt vier alten ZMD-Gebäuden an der Maria-Reiche-Straße fertig zu sanieren. Im Herbst 2018 sollen dort dann weitere 2000 Quadratmeter Ansiedlungsfläche für Technologie-Firmen bereit stehen.