Alle Artikel in: Wirtschaftspolitik

Wirtschaftspolitik

Prof. Joachim Ragnitz ist Stellvertretender Leiter der ifo-Niederlassung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo Dresden: Ostdeutschland braucht mehr außereuropäische Zuwanderung

Prognose: In einigen Regionen gibt es 2030 1/3 weniger Erwerbsfähige Dresden, 13. Juni 2019. Nur mit mehr außereuropäischen Zuwanderern wird die ostdeutsche Wirtschaft ihre Fachkräftelücke schließen können. Das hat Joachim Ragnitz, der Vizechef des Wirtschaftsforschungs-Instituts „Ifo Dresden“ eingeschätzt. „In einzelnen ostdeutschen Regionen wird die Zahl der Erwerbsfähigen bis 2030 um rund ein Drittel zurückgehen“, prognostizierte er.

Thomas Horn ist seit Herbst 2018 der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS). Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsen ändert Ansiedlungs-Akquise

Wirtschaftsförderer angeln nun mehr nach Zierfischen statt dicker Hechte à la Bosch Dresden, 16. November 2019. Statt weiter um große Fabriken à la Bosch oder seinerzeit AMD zu buhlen, fokussiert sich die „Sächsische Wirtschaftsförderung“ (WFS) fortan stärker auf die Suche nach Investoren, die Lücken in den hiesigen Unternehmens-Netzwerken schließen. Das haben Wirtschaftsminister Martin Dulig und der neue WFS-Chef Thomas Horn angekündigt.

Lithium-Schwefel-Energiespeicher und andere Batterien mit hoher Energiedichte sind ein Forschungsschwerpunkt am Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) Dresden, an dem Kaskel auch tätig ist. Foto: Fraunhofer IWS

Fraunhofer Dresden plant Batteriezell-Forschungsfabrik

Sachsen sagt 100 Millionen Euro Zuschuss zu – Hoffnung auf Bundesgelder Dresden/Großröhrsdorf, 12. Juni 2019. Eine Batteriezell-Forschungsfabrik wollen Dresdner Fraunhofer-Keramikforscher und weitere sächsische Partner in Großröhrsdorf bei Dresden ansiedeln. Dies soll den deutschen Einstieg in diese Schlüsseltechnologie für die Elektroauto-Produktion eben. Das Konsortium bewirbt sich daher nun um einen Teil der halben Milliarde Euro, die der Bund für solch eine „Forschungsfertigung Batteriezelle“ (FFB) in Deutschland ausgelobt hat. Die sächsische Regierung will bei einer erfolgreichen Bewerbung bis zu 100 Millionen Euro zuschießen und einen „hochmodernen und bezugsfertigen Gebäudekomplex in Großröhrsdorf“ bereitstellen. Das hat die Staatskanzlei heute zugesagt.

Die Sonne hat kurz vor Weihnachten eine Fackel ausgesandt. Foto: NASA/SDO

Physiker: Müssen selbstgemachten Klimawandel eindämmen

DPG fordert, Verbrennung fossiler Energieträger drastisch einzuschränken Bad Honnef, 11. Juni 2019. Die größte europäische Physiker-Vereinigung warnt erneut vor einem menschengemachten Klimawandel. „Die Bedingungen, unter denen das Klima sich entwickelt, sind vom Menschen nachweislich gravierend verändert“, schätzte Dieter Meschede ein, der Präsident der „Deutschen Physikalischen Gesellschaft“ (DPG). Daher gelte es, „alles zu tun, um den von Menschen induzierten Klimawandel auf ein erträgliches Maß zu reduzieren“.

Leistungselektronik "Made in Europe": Das Elektronikmodul "Hybridpack2" von Infineon regelt die Motorleistung in Elektrofahrzeugen. Foto: Infineon

„Power2Power“: Bessere Leistungselektronik für Europa

Infineon startet in Dresden kooperatives Forschungsprojekt Dresden, 5. Februar 2019. Damit Europa im Zukunftsmarkt der Leistungs-Elektronik für Elektroautos, Solarkraftwerke und Haushaltsgeräte nicht zu abhängig von den USA und China wird, hat der deutsche Mikroelektronik-Konzern Infineon in Dresden heute das kooperative Forschungsprojekt „Power2Power“ gestartet.

US-Präsident Donald trump. Foto: Weißes Haus

Experte: Huawei-Boykott kann Bumerang werden

Connect-Chefredakteur sieht Schaden für Chinesen wie Amerikaner durch Trumps jüngste Handelskrieg-Finte Haar bei München, 4. Juni 2019. Der durch US-Präsident Donald Trump (Republikaner) ausgesprochene Boykott gegen den Huawei wird dem chinesischen Elektronikkonzern zwar schaden. Aber dieser Schachzug im Handelskrieg gegen China könnte sich als Bumerang erweisen: für Google, die USA und die Android-Gemeinde. Das hat Marc-Oliver Bender eingeschätzt – er ist Chefredakteur der Fachzeitschrift „Connect“ aus Haar bei München.

Sächsische Forscher und Bauern wollen auf Versuchsfeldern mit 5G-vernetzten Feldmaschinen experimentieren . Foto: LfULG, B. Lehmann

Nokia und Sachsen testen Agrar-5G

Sächsische Delegation in Espoo Dresden/Espoo, 2. Juni 2019. Um mit dem Mobilfunk der 5. Generation (5G) neuartige Erntemaschinen zu steuern, werden die Sachsen mit dem finnischen Telekommunikations-Konzern Nokia aus Espoo kooperieren. Das geht aus einer Ankündigung von Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) während einer Finnland-Reise hervor.

Grafik: hw

Kein Krankengeld, verschwiegene Unfälle

Rund 1000 ausländische Arbeiter in Sachsen über ihre Rechte beraten Dresden, 2. Juni 2019. Viele Ausländer, die in Sachsen arbeiten, fühlen sich anscheinend ausgebeutet: Rund 1000 ausländische Arbeiter haben seit Januar 2018 in der „Beratungsstelle für ausländische Beschäftigte in Sachsen“ (Babs) in Dresden Rat gesucht. Das teilte der sächsische Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Dulig mit. „Wir wollen damit einheimische und ausländische Arbeitnehmer und Arbeitgeber vor unfairem Wettbewerb und Lohndumping schützen“, erklärte er über die Arbeit der Babs.

Das Hauptquartier der EU im Berlaymont-Gebäude in Brüssel. Foto: EU-Presseservice

Wegfall der EU würde Deutsche um 3,9 Prozent ärmer machen

IfW: Abwicklung des Binnenmarkts wäre besonders bitter Kiel, 26. Mai 2019. Würden die EU und der Binnenmarkt aufgelöst, würde allein in Deutschland nur durch Handelseffekte das Pro-Kopf-Einkommen um 3,9 Prozent sinken. Dies geht aus einer Studie des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel hervor. Die Forscher selbst bezeichnen diese Prognose als untere Grenze, da „Effekte der Freizügigkeit von Kapital und Arbeit“ nicht berücksichtigt seien.

Huawei. Foto: Heiko Weckbrodt

„Arm“ schließt sich Huawei-Boykott an

Britischer Prozessordesigner schließt sich Bann durch US-Regierung an Cambridge, 22. Mai 2019. Der kalte Handelskrieg zwischen den USA und China eskaliert weiter: Nach dem Boykott-Aufruf durch die US-Regierung beendet nun auch der britische Prozessor-Designer „Arm“ die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Technologiekonzern Huawei. Das berichtet die BBC auf ihrem Internet-Portal. Arm ist zwar keine US-Firma, ist aber stark mit den USA verflochten.

Bitkom-Präsident Achim Berg. Foto: Bitkom

Bitkom warnt nach Huawei-Boykott vor Flächenbrand

Verband: Protektionismus ist „brandgefährlichen Irrweg“ Berlin, 20. Mai 2019. Der jüngste US-Boykott gegen Huawei ist in der deutschen Tech-Wirtschaft auf warnende Töne gestoßen: Als „brandgefährlichen Irrweg“ hat der deutsche Digitalwirtschaftsverband „Bitkom“ aus Berlin die protektionistische Politik bezeichnet, wie sie in den USA, aber auch in China betrieben werde. „Der sich weiter verschärfende Handelskonflikt kennt auf allen Seiten nur Verlierer“, warnte Bitkom-Präsident Achim Berg. „Politik und Wirtschaft sollten alles dafür tun, dass aus diesem Feuer kein Flächenbrand wird, der die gesamte Tech-Welt erfasst.“

Infineon-Hauptquartier in Neubiberg bei München. Foto: Heiko Weckbrodt

Infineon: Haben Lieferungen an Huawei nicht gestoppt

Neubiberg, 20. Mai 2019. Der von den USA verhängte Boykott gegen das chinesische Technologie-Unternehmen „Huawei“ hat nicht zu einem Lieferstopp durch den deutschen Halbleiter-Konzern „Infineon“ geführt. Das hat Sprecher Gregor Rodehueser vom Infineon-Hauptquartier in Neubiberg bei München auf Oiger-Anfrage betont. Er widersprach damit Medienberichten vom heutigen Tage. Derartige Berichte könne er „nicht bestätigen“.

Seit der Wende verfallen ganze Betriebe in Ostdeutschland - hier ein Beispiel aus der Lausitz. Foto: Heiko Weckbrodt

Ökonomen glauben nicht mehr an Ost-West-Angleichung

Die meisten Wirtschaftsprofessoren sehen auch nach Jahrzehnten keine Chancen dafür München, 9. Mai 2019. Drei Jahrzehnte nach der politischen Wende in der der DDR und der deutschen Wiedervereinigung glauben nur noch wenige Volkswirte daran, dass sich das Wirtschaftsniveau und die Lebensverhältnisse in Ostdeutschland in überschaubarer Zeit an Westdeutschland angleichen werden. Das geht aus einem „Ökonomenpanel“ des Wirtschaftsforschungsinstituts „ifo“ aus München und der „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“ (FAZ) hervor, für das die Forscher 136 Wirtschaftsprofessoren befragt hatten.

Das geplante Leichtbau-Technologiezentrum "Universelle" in Dresden-Plauen. Visualisierung buero4Das geplante Leichtbau-Technologiezentrum "Universelle" in Dresden-Plauen. Visualisierung buero4

Alte Maschinenfabrik in Dresden wird Leichtbau-Zentrum

Dresden, 8. Mai 2019. Wo einst Arbeiter allerlei Zigaretten- und Verpackungsmaschinen bauten, entstehen fortan „Digitale Zwillinge“ von Flugzeugen, neue Leichtbau-Konzepte für Fahrzeuge und dergleichen Hochtechnologie-Entwicklungen mehr. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), Prof. Hubert Jäger von der TU Dresden, Wirtschaftsförderungschef Robert Franke und Wirtschaftsvertreter haben gestern die ehemaligen „Universellen Werke Dresden“ an der Zwickauer Straße als Technologiezentrum umgewidmet.