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Wirtschaftspolitik

Sachsens Hightech-Gründer leiden unter Risikokapital-Lücken. Foto: Heiko Weckbrodt

IfW-Ökonomen: Autarkiekurs kann für EU teuer werden

Kiel, 30. Juli 2021. Wenn sich die EU wirtschaftlich stärker vom Rest der Welt abnabelt, um autarker zu werden und Wertschöpfung nach Europa zurückzuholen, wie seit der Corona-Krise und Donald Trumps Handelskriegen viel diskutiert, dann kann das teuer werden. Das haben Ökonomen vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel eingeschätzt. „Ein solches Abkoppeln der EU von internationalen Lieferketten oder auch nur von China würde die EU-Staaten jedoch hunderte Milliarden Euro kosten.“ Und weiter: „Würden sich Europas Handelspartner wehren und im Gegenzug vergleichbare Maßnahmen einleiten, wüchse der Verlust auf rund 870 Mrd. Euro oder 5,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.“

Braunkohle-Kraftwerk von Vattenfall Boxberg in der Oberlausitz. Der schwedische Konzern hat bereits angekündigt, sich aus der ostdeutschenBraunkohle zurückziehen zu wollen. Foto: Vattenfall

Der Braunkohle-Kumpel wird nicht im Großforschungszentrum arbeiten

Geplante Wissenschaftsinvestitionen werden der Lausitz eher langfristig helfen, meinen Wirtschaftsförderer Dresden/Görlitz, 26. Juli 2021. Das geplante Großforschungszentrum in der Lausitz ist eher als langfristige Investition in die Zeit nach dem Braunkohle-Ausstieg zu verstehen, allerdings nicht als kurzfristiger Jobmotor. Das haben Ifo-Ökonom Prof. Joachim Ragnitz und Andrea Behr von der Wirtschaftsförderung Görlitz einer vom Wirtschaftsministerium organisierten Gesprächsrunde eingeschätzt. Daher seien zum Beispiel auch erhebliche Investitionen in die Verkehrswege und die Digitalnetze notwendig, um schneller Investoren und Fachkräfte in die Lausitz zu locken.

So luftig könnte das geplante Großforschungszentrum „Lausitz Art of Building“ (Lab) dank moderner Karbonbeton-Technologien aus Dresden wirken. Visualisierung: Henn Architekten

Nur noch 6 Großforschungszentren-Konzepte für Sachsen im Rennen

Chemie, Klima, Medizin, Astrophysik, Marsstationen und neue Bautechnologien in der engeren Wahl Dresden/Berlin, 23. Juli 2021. Unter den rund 150 Ideenskizzen für zwei neue Großforschungszentren in der Lausitz und im Leipziger Raum hat eine Perspektivkommission nun die meisten ausgesiebt und sechs Vorschläge in die engere Wahl genommen. Das haben das Bundesforschungsministerium und die sächsische Staatskanzlei heute mitgeteilt.

Akku-Pack von Friwo. Bildschirmfoto aus: "Cross Innovation Made in Dresden", Wir gestalten Dresden

Dresdner Innovatoren sollen ihre Produkte besser inszenieren

Wirtschaftsförderer bezuschussen gemeinsame Projekte von Kreativwirtschaft und Betrieben Dresden, 21. Juli 2021. Exoskelette, Elektroautos und Elektrolyseure – das technologische Niveau vieler Produkte aus der Hightech-Stadt Dresden ist zweifellos hoch. Doch noch besser wäre es, wenn die Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Innovationen auch so clever und öffentlichkeitswirksam wie die Amerikaner in Szene setzen würden. Das finden zumindest die kommunalen Wirtschaftsförderer in Dresden und haben deshalb das Programm „Unternehmen helfen Unternehmen“ (Uhu) initiiert.

Frank Bösenberg. Foto: Silicon Saxony/ PR

Silicon Saxony fordert wegen Glofo-Ausbau in USA mehr Tempo in Europa

„Die Umsetzungsgeschwindigkeit muss sich dramatisch beschleunigen“ Dresden, 20. Juli 2021. Mehr Tempo bei staatlichen Mikroelektronik-Förderprogrammen in Deutschland fordert der sächsische Hochtechnologie-Branchenverband „Silicon Saxony“ (Silsax) mit Blick auf die jüngste Entscheidung von Globalfoundries, nahe New York eine neue Chipfabrik zu bauen. Dies sei ein „Weckruf“ für die deutschen Politiker und schaffe „in Europa Tatsachen im globalen Wettlauf um Produktionskapazitäten in Zeiten des Chip-Mangels“, betonte Silsax-Geschäftsführer Frank Bösenberg, heute in Dresden.

Vor allem die modernen 300-mm-Fabriken von TSMC sind stark ausgelastet. Foto: TSMC

Baut TSMC eine milliardenteure Chipfabrik in Dresden?

Taiwanesen und Dresdner wollen Meldungen nicht kommentieren Dresden, 14. Juli 2021. Die weltweit größte Halbleiter-Foundry „TSMC“ aus Taiwan erwägt laut Meldungen von Branchenmagazinen, in Dresden und im japanischen Kumamoto große Chipfabriken zu bauen. An beiden Standorten habe TSMC „Vereinbarungen mit lokalen Behörden getroffen und sei in Gesprächen mit lokalen Kunden“, heißt es Berichten von „Digitimes“ und „EE News Europe“.

Reinraumbrücke bei Globalfoundries Dresden. Foto: Globalfoundries

Glofo-Konzernchef bekräftigt Aufrüstungspläne für Dresdner Chipwerk

Caulfield macht Fabrik-Anbau aber von Subventionen abhängig Dresden, 1. Juli 2021. Globalfoundries-Konzerchef Tom Caulfield hat heute Sachsen besucht und dabei seine milliardenschweren Ausbaupläne (Oiger.de berichtete exklusiv) für die Dresdner Chipfabrik des US-Unternehmens bekräftigt. „Wir treten hier in eine neue Wachstumsphase ein“, sagte er bei einem Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in der sächsischen Landeshauptstadt. Im Fokus stehen dabei Elektronikbausteine für automatisierte Autos, den Mobilfunk der 5. und 6. Generation (5G und 6G), für lokale künstliche Intelligenz (auch „Edge KI“ genannt) und ähnliche Zukunftstechnologien.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier bei einem Besuch bei Infineon Dresden am 1. Juli 2021. Foto: Heiko Weckbrodt

Falls Intel kommt, brät Minister Altmaier eine Extrawurst

Ausländische Chipfabrik-Investitionen sollen nicht zu Lasten der Ausbaupläne von Infineon, Glofo & Co. in Sachsen gehen Dresden, 1. Juli 2021. Falls Intel tatsächlich in Deutschland und womöglich konkret in Sachsen mehrere Chipfabriken der Spitzenklasse bauen sollte, wie in der Halbleiter-Branche gemunkelt, wird der Bund dafür voraussichtlich Extrasubventionen herausrücken. Solch eine Intel-Ansiedlung soll jedenfalls nicht die Zuschuss-Chancen für die geplanten Chipfabrik-Ausbauten in Dresden und anderswo in Deutschland schmälern. Das hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) heute während zweier Arbeitsbesuche bei Infineon und Globalfoundries in Dresden versprochen. „Wenn es zu Investitionen aus dem Ausland kommt, dann wird das nicht zu Lasten der hiesigen Unternehmen gehen, denen wir unsere Unterstützung schon zugesagt haben“, betonte er. Zugleich versprach er: „Wir sind entschlossen, den Standort Deutschland, den Standort Sachsen und den Standort Dresden auszubauen und zu stärken“.

Der Robolab von Robotron im Dresdner Gewerbegebiet Coschütz-Gittersee. Foto: Heiko Weckbrodt

Platz für Tech-Firmen in Dresden ist knapp: Private Inkubatoren sollen helfen

Wirtschaftsförderung: Städtische Technologiezentren sind zu 98 % ausgelastet Dresden, 29. Juni 2021. Weil Mietbüros und Baugrundstücke für ansiedlungswillige Unternehmen und Ausgründungen in Dresden immer knapper werden, will Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke in Zukunft stärker auf privates Engagement setzen. Sprich: Auf der einen Seite plant er städtische Neubauten und Erweiterungen, auf der anderen Seite möchte er mehr private Investoren dazu animieren, eigene Technologiezentren und Inkubatoren einzurichten. „Wir müssen beständig eigene Immobilien entwickeln und gleichzeitig Partnerschaften mit privaten Akteuren vorantreiben“, betonte er.

Das Herzstück jeder Brennstoffzelle ist ein Plattenstapel ("Stack"), in dem Wasserstoff und Sauerstoff reagieren. Dabei entstehen Wasser, Strom und etwas Wärme. Foto: Bosch

Sondersubventionen für Wasserstoff, Akkus und Chip bleiben umstritten

Ifo-Vize Ragnitz: Wird da viel Geld in Ideen gesteckt, die nicht tragfähig sind? Dresden, 27. Juni 2021. Die Sondersubventionen für Wasserstofftechnologien, Batterieproduktion und Mikroelektronik, wie derzeit in Deutschland praktiziert, bergen auf lange Sicht auch Risiken. Davor hat Prof. Joachim Ragnitz vom Wirtschaftsforschungsinstitut „Ifo“ in Dresden gewarnt. „Meine Sorge ist, dass die Politik da viel Geld in Vorhaben hineinsteckt, die womöglich nicht tragfähig sind“, sagte der Volkswirtschaftler.

Annika Schröter von der Wirtschaftsförderung, Vorstadt Martin Fiedler vom Verband "Wir gestalten Dresden" Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke besprechen im Dresdner Kraftwerk Mitte das postpandemische Konjunkturprogramm für die Kreativwirtschaft in Dresden. Foto: LHD

Dresden legt Corona-Konjunkturfonds für Kreativwirtschaft auf

Wirtschaftsförderung bezuschusst post-pandemische Projekte, wenn Aufträge an Dresdner Kreative vergeben werden Dresden, 25. Juni 2021. Die Stadt Dresden hat ein eigenes kleines Corona-Konjunkturprogramm für die Kreativitätswirtschaft gestartet und mit 100.000 Euro dotiert. Das geht aus einer Mitteilung der städtischen Wirtschaftsförderung hervor.

Braucht die EU einen eigenen Finanzminister mit eigenem Haushalt? Frankreich ist dafür, Deutschland eher dagegen, Foto: Heiko Weckbrodt

Nur ein Viertel der Corona-Bundeszuschüsse an Betriebe ausgezahlt

Ifo Dresden: Vor allem Corona-Überbrückungshilfen wenig genutzt Dresden, 17. Juni 2021. Die deutschen Unternehmen haben nur einen kleinen Teil der bereitgestellten Corona-Hilfen von Bund und Ländern tatsächlich genutzt beziehungsweise erhalten. Darauf haben Selina Schulze Spüntrup und Fabian Wagner vom Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo in Dresden in ihrem Aufsatz „Förderprogramme in der Coronakrise – Ein Zwischenfazit“ hingewiesen.

Die Visualisierung soll zeigen, wie sehr die neue Bosch-Chipfabrik in Dresden auf "Industrie 4.0"-Konzepte setzt. Foto/Visualisierung: Bosch

Wirtschaftsministerium schießt 140 Millionen Euro zur Boschfabrik Dresden zu

Staat kann bis zu 30 % der Fabrikkosten subventionieren Dresden/Berlin, 7. Juni 2021. Bosch hat für sein neues Halbleiterwerk in Dresden rund 140 Millionen Euro Subventionen vom Bundeswirtschaftsministerium bekommen. Das hat Minister Peter Altmaier (CDU) heute anlässlich der offiziellen Fabrikeröffnung mitgeteilt. Laut Bosch steigt diese Subvention später auf 200 Millionen Euro.

Foto: NXP

Sachsen schwören auf „Digitale Souveränität“

Minister Dulig: Wenn Amerika und Asien investieren, muss Europa antworten Dresden, 6. Juni 2021. Der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) schwört mit Blick auf die morgen anstehende offizielle Boschfabrik-Eröffnung in Dresden den Freistaat auf das Konzept der „digitalen Souveränität“ für Europa ein: Wenn Asien und Amerika derzeit massiv in ihre Mikroelektronik investieren, müsse Europa da auch etwas tun. „Sachsen als europäisches Zentrum der Mikroelektronik kann hier einen wichtigen Beitrag leisten“, betonte er.

Gleich neben dem Fughafen und den Elbe-Flugzeugwerken (EFW) beginnt der Industriepark Klotzsche, der nun ordentliche Straßen bekommen hat. Foto: Bernhard Albrecht für die LHD-Wifö

Endlich Straßen statt Reichsholperpisten für die Micropolis Klotzsche

Hightech-Unternehmen ärgerten sich schon lange über marodes Straßennetz Dresden, 3. Juni 2021. Die Dresdner Wirtschaftsförderer haben sechs Millionen Euro in den Industriepark Klotzsche investiert, um in diesem Gewerbepark für Hightech-Unternehmen auch endlich mit akzeptablen Straßen zu erschließen. Endlich sei es gelungen, das Areal deutlich aufzuwerten, freute sich Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke heute bei einer Abschlussbesichtigung nach der mehrjährigen Straßensanierung.