Alle Artikel in: Wirtschaftspolitik

Wirtschaftspolitik

Robert Franke leitet die städtische Wirtschaftsförderung in Dresden. Foto: Frank Grätz für die LHD

Neues Gewerbegebiet in Rossendorf

Stadt Dresden kauft Grundstücke von Vonovia Dresden, 15. Juni 2020. Um Unternehmen neue Ansiedlungschancen zu bieten, hat die Stadt für reichlich zwei Millionen Euro einem Immobilien-Unternehmen in Dresden-Rossendorf rund 18 Hektar für ein neues Gewerbegebiet abgekauft. Das hat Robert Franke mitgeteilt, der Chef der Dresdner Wirtschaftsförderung.

Sachsens Hightech-Gründer leiden unter Risikokapital-Lücken. Foto: Heiko Weckbrodt

Privatinstitute fordern mehr Projektförderung

Zuse und AiF wünschen sich Korrekturen am Konjunkturpaket Berlin, 5. Juni 2020. Kritik am Post-Corona-Konjunkturprogramm des Bundes haben die Zuse-Gemeinschaft und die „Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen“ (AiF) geäußert: Die privaten Forschungsinstitute fordern mehr Unterstützung für die projektorientierte Forschung. „Die Stärkung der themenoffenen Projektförderung zugunsten des Mittelstands hat ihre unmittelbare und nachhaltige Wirkung auf das ‚Wieder-Hochlaufen‘ der Wirtschaft schon bei früheren Konjunkturpaketen unter Beweis gestellt“, betonte AiF-Präsident Professor Sebastian Bauer.

Das elektrische EQ-Modell von Mercedes. Foto: Heiko Weckbrodt Deutsche Accumotive / Daimler Kamenz

Ifo: Auto-Abwrackprämien zünden nur Strohfeuer

Käufer ziehen nur ohnehin geplante Autokäufe vor, warnen die Wirtschaftsforscher Dresden, 1. Juni 2020. Die von der Bundesregierung geplanten Kaufprämien für neue Autos sind ungeeignet, um die Konjunktur in Deutschland nach der Corona-Krise nachhaltig anzukurbeln. Zu dieser Einschätzung ist Ifo-Forscher Felix Rösel aus Dresden in einer Vergleichsstudie gekommen.

Speziell gesichertes Cloud-Rechenzentrum der T-Systems. Foto: Telekom

Cloud & Heat Dresden simuliert gehärtete Rechnerwolke „Gaia-X“

Sachsen wollen deutschen und französischen Ministern zeigen, wie die neue Europa-Cloud funktionieren kann Dresden, 29. Mai 2020. Um die deutsch-französische Rechnerwolke „Gaia-X“, mit der sich Europa unabhängiger von US-amerikanischen Internetriesen wie Amazon oder Microsoft machen will, war es nach der lauten Ankündigung zuletzt etwas still geworden. Nun aber hat das Dresdner Mobilrechenzentrum-Unternehmen „Cloud & Heat“ zusammen mit Projektpartnern einen ersten Demonstrator entworfen. Die Simulation soll zeigen, wie die Europa-Cloud künftig praktisch funktionieren könnte. Am 4. Juni 2020 wollen die Sachsen die „Gaia-X“-Demo auf einer internationalen Videokonferenz dem deutschen Wirtschaftsminister Peter Altmaier und der Forschungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) sowie dem französischen Wirtschaftsminister Bruno Le Maire (LEM) vorführen.

Braunkohle-Kraftwerk von Vattenfall Boxberg in der Oberlausitz. Der schwedische Konzern hat bereits angekündigt, sich aus der ostdeutschenBraunkohle zurückziehen zu wollen. Foto: Vattenfall

Handwerker fordern erneut Sonderwirtschaftszone in der Lausitz

Dresdner Kammer stützt sich auf Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft Dresden, 26. Mai 2020. Die Handwerkskammer Dresden hat sich erneut für eine Sonderwirtschaftszone in der Lausitz in der Zeit nach der Kohle eingesetzt. In dieser Zone könnten beispielsweise niedrigere Gewerbesteuersätze, höhere Investitions-Zuschüsse, weniger Bürokratie und mehr Forschungsförderung gelten, erklärte Kammerpräsident Jörg Dittrich und berief sich dabei auf ein Kurzgutachten des „Instituts der deutschen Wirtschaft“ (IW), das die FDP- Bundestagsfraktion zum Thema „Sonderwirtschaftszonen“ in Auftrag gegeben hatte.

Ladepunkt für Elektroautos an der Volkswagen-Manufaktur Dresden. Foto: Rolf Jaegers für VW Sachsen

Wirtschaft will nach Corona Milliarden-Konjunkturprogramm in Sachsen

Handwerk, Handel und Industrie fordern zusätzliche Staatsausgaben für Infrastruktur und einen neuen Beteiligungsfonds Dresden, 20. Mai 2020. Handwerker, Händler und Industrievertreter fordern ein milliardenteures Extra-Konjunkturprogramm in Sachsen, um die Folgen der Corona-Krise zu überwinden. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung der Handwerkskammern (HWK) und der Industrie- und Handelskammern (IHK) im Freistaat hervor. In Summe umfasst das geforderte Programm Zusatzausgaben von rund einer Milliarde Euro pro Jahr.

US-Präsident Donald trump. Foto: Weißes Haus

Trump will Huawei von Chip-Quellen abschneiden

Das Lieferverbot richtet sich vor allem an TSMC – aber der Schuss könnte für die USA nach hinten losgehen, warnt ein Experte Washington, 16. Mai 2020. US-Präsident Donald Trump (Republikaner) zieht in seinen Wirtschaftskriegen gegen China die Daumenschrauben fester an: Nachdem er „Huawei“ zuvor bereits weitgehend von den Google-Diensten abgeschnitten hatte, will er nun auch die Chip-Zufuhr für den chinesischen Mobilfunktechnik-Primus kappen. Wer US-Technologien oder -Anlagen bei der Halbleiterproduktion einsetzt (also so gut wie alle Chipfabriken), darf demnach künftig die Chinesen nicht mehr beliefern – mit einer Gnadenfrist von drei Monaten, um laufende Geschäfte zu Ende zu bringen. Kritiker warnen allerdings, dass dieser Schuss für Trump nach hinten losgehen könnte.

Vor allem die modernen 300-mm-Fabriken von TSMC sind stark ausgelastet. Foto: TSMC

TSMC baut Mega-Chipfabrik in den USA

Taiwanesischer Foundry-Primus investiert 12 Milliarden Dollar in Arizona, um Trump zu besänftigen Hsinchu/Arizona, 15. Mai 2020. TSMC will eine Mega-Halbleiterfabrik in Arizona in den USA bauen. Das hat der weltweit größte Chip-Autragsfertiger nun in Hsinchu mitgeteilt. Der taiwanesische Konzern will dafür rund zwölf Milliarden US-Dollar (etwa 11,1 Milliarden Euro) investieren, erwartet dabei aber offensichtlich auch Subventionen aus Washington und vom Bundesstaat Arizona.

Die Auswahl lässt es schon erahnen: Deutschland ist für seine Produktionsketten weit stärker als viele andere Industrie- und Schwellenländer auf offene Grenzen angewiesen. Der Anteil von Wertschöpfungsketten, die ausschließlich innerhalb der eigenen Grenzen verlaufen (blaue Balken) ist in anderen Ländern weit höher. Grafik: Ifo München

Deutsche Produktion besonders stark international verflochten

Ifo und Uni München: Deutschland hängt zwar kaum von Einzelquellen ab, braucht aber offene Grenzen München, 14. Mai 2020. Deutschland ist bei den allermeisten Produkten weit weniger von Einzellieferanten abhängig als oft angenommen. Dennoch treffen Lieferausfälle wie während der Corona-Krise die deutsche Wirtschaft weit mehr als andere Länder, weil ihre Produktionsketten in besonders hohem Maße international verflochten sind. Das geht aus einer Analyse „Status quo und Zukunft globaler Lieferketten“ hervor, die Lisandra Flach von der Ludwig-Maximilians-Uni sowie Rahel Aichele und Martin Braml vom Ifo-Institut München nun vorgestellt haben.

ifo-Präsident Clemens Fuest. Foto: Heiko weckbrodt

Ifo-Chef: Corona-Konjunkturhilfe in EU-Innovationsagentur und Bahnnetze stecken

Schulden sind in einer Ausnahme-Krise wie jetzt kaum vermeidbar, meint Clemens Fuest – und plädiert auch für eine Bodenabgabe in Italien München, 9. Mai 2020. Um von den Corona-Pandemie besonders betroffenen EU-Mitgliedern wie Italien und Spanien – jenseits der Sofrthilfe – nach der Krise auch wirtschaftlich wieder auf die Beine zu helfen, sind mehrere Finanzierungsquellen nötig und klare Vorstellungen darüber, wofür die Hilfsgelder und -kredite ausgegeben werden sollten. Das hat Prof. Clemens Fuest, der Präsident des Ifo-Wirtschaftsforschungsinstituts in einem Videovortrag „Die Corona-Krise und der Euro“ betont. Er plädierte unter anderem für eine Bodenabgabe in Italien und gegen eine Verteilung nach dem Gießkannenprinzip.

Forscher am US-Seuchenkontrollzentrum CDC haben dieses 3D-Modell des neuen Corona-Virus (2019nCoV) entworfen, das eine schwere Lungenkrankheit auslösen kann. Die Angst vor dem Krankheitserreger lähmt mittlerweile weltweit das öffentliche Leben, die Wirtschaft, den Tourismus, selbst die Forschung in vielen Ländern. Illustration: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS, Lizenz: Public Domain, https://phil.cdc.gov/Details.aspx?pid=23312 / Wikipedia https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2019-nCoV-CDC-23312.png

Handelsforscherin: Iran steht wegen Corona vor Kollaps

Laut einer IfW-Studie hat das Land wegen Handelssanktionen und Pandemie große Probleme, die Seuche wirksam zu bekämpfen. Kiel, 24. April 2020. Der durch die US-Sanktionen bereits geschwächte Iran steht nun wegen der Corona-Pandemie vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Das haben die Handelsforscherinnen Katrin Kamin, Anna-Katharina Jacobs und Sonali Chowdhry vom „Institut für Weltwirtschaft“ (IfW) aus Kiel in einer gemeinsamen Studie „Iran in der Krise: Sanktionen und die Bewältigung von COVID-19“ eingeschätzt.

Forscher am US-Seuchenkontrollzentrum CDC haben dieses 3D-Modell des neuen Corona-Virus (2019nCoV) entworfen, das eine schwere Lungenkrankheit auslösen kann. Die Angst vor dem Krankheitserreger lähmt mittlerweile weltweit das öffentliche Leben, die Wirtschaft, den Tourismus, selbst die Forschung in vielen Ländern. Illustration: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS, Lizenz: Public Domain, https://phil.cdc.gov/Details.aspx?pid=23312 / Wikipedia https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2019-nCoV-CDC-23312.png

IHK Dresden will Corona-Ausstiegsplan für Sachsen

Kammerpräsident: Je länger das dauert, umso unumkehrbarer die Schäden Dresden, 14. April 2020. Wirtschaftsvertreter haben die sächsische Regierung aufgefordert, einen Ausstiegsplan für die Corona-Agnonie zu entwerfen. „Die aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens verursachen tiefgreifende Funktionsstörungen des Wirtschaftslebens“, warnte Andreas Sperl, der Präsident der Industrie- und Handelskammer Dresden (IHK). „Je länger die jetzige Situation anhält, desto irreversibler werden die Schäden in der Gesamtwirtschaft.“

Das Bio-Innovationszentrum BioZ am Tatzberg in Dresden-Johannstadt. Foto: Heiko Weckbrodt

Dewpoint expandiert in Dresden

Innovative Biotech-Firma wandern nach Großauftrag doch nicht in die USA ab Dresden, 20. März 2020. Statt in die USA abzuwandern, wie es laut Mitgründer Anthony Hyman zeitweise zur Debatte stand (Wir berichteten), hat „Dewpoint Therapeutics“ nun doch seine Kapazitäten in Dresden-Johannstadt erweitert, um für den Pharmariesen Bayer neue Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Probleme und Frauenleiden zu entwickeln. Um diesen 100 Millionen Dollar (93 Millionen Euro) umfassenden Großauftrag abzuarbeiten, hat die Biotech-Firma inzwischen neue Räume im Bioinnovationszentrum „Bioz“ angemietet und ausgebaut. Das hat Marc Hentz, der Geschäftsführer von Dewpoint Deutschland, mitgeteilt.

Bund und Länder haben wegen der Corona-Epidemie de facto für große Teile der Wirtschaft ein Not-Aus angeordnet. Die ökonomischen Folgen sind noch nicht bezifferbar, aber sie werden drastisch sein, meinen viele Ökonomen. Foto: Heiko Weckbrodt

Prognose: Corona schrumpft Wirtschaft um bis zu 9 %

Ein „Kollaps des Vertrauens“ droht, warnt Ifo-Chef Fuest München/Kiel, 19. März 2020. Die Corona-Pandemie und die deshalb erlassenen staatlichen Verbote werden die ohnehin schon etwas schwächelnde deutsche Wirtschaft in einen tiefen Abschwung stürzen. Das geht aus neuen Konjunkturprognosen des Ifo-Instituts in München und des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) aus Kiel hervor.

Auf der Baustelle für die Bosch-Chipfabrik Dresden sind rund 100 Unternehmen und Hunderte Arbeiter im Einsatz. Oben ist bereits das stählerne Gerüst für das Dach-"Plenum" zu sehen, das später den Reinraum darunter mit sauberer Luft versorgt. Foto: Heiko Weckbrodt

Keine Unterstützung für Globalfoundries-Pläne

Interesse an einem Mikroelektronik-Arbeitgeberverband für Sachsen tendiert gegen Null Dresden, 13. März 2020. Der Plan von Globalfoundries (GF) Dresden, einen eigenen Mikroelektronik-Unternehmerverband in Sachsen zu gründen, stößt weiter auf wenig Begeisterung in der Branche und Landespolitik. Der Elektronik-Konzern Bosch zum Beispiel, der derzeit in Dresden eine Chipfabrik baut und aus GF-Sicht zu den natürlichen Gründungsmitgliedern des gewünschten Halbleiter-Arbeitgeberverbandes gehören sollte, gab sich bedeckt: Zum Vorschlag selbst wollten sich die Schwaben nicht konkret äußern. Sprecher Simon Schmitt betonte lediglich, Bosch stehe zur Sozialpartnerschaft und Tarifbindung in Deutschland.