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Wirtschaftspolitik

Das CNT arbeitet mit einer 300-mm-Linie im früheren Qimonda-Reinraum - solche Forschungsbedingungen gibt es europaweit sonst nur selten. Abb.: CNT

Sachsen sichert Nanoelektronik-Zentrum CNT Dresden mit 43 Millionen Euro

Die Forscher übernehmen die frühere E-Papier-Fabrik. Freistaat und Fraunhofer liebäugeln mit der Konzentration weiterer Chip-Institute. Dresden, 3. Dezember 2019. Um das Fraunhofer-Nanoelektronikzentrum CNT in Dresden langfristig abzusichern, wird die sächsische Regierung für die Forschungseinrichtung 43,4 Millionen Euro zuschießen. Das hat das sächsische Wissenschaftsministerium auf Oiger-Anfrage mitgeteilt. Perspektivisch könnte das damit finanzierte Umzugsprojekt als Wachstumskern für ein größeres Dresdner Elektronikforschungs-Konglomerat nach französischem und belgischem Vorbild dienen.

Mit der "Industriestrategie 2030" will Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier die deutsche Wettbewerbsfähigkeit stärken. Fotos und Montage: hw, Broschüren-Umschlag: BMWi

Geteiltes Echo auf „Industriestrategie 2030“

Altmaier: Müssen unsere technologische Souveränität schützen Berlin, 29. November 2019. Damit die deutsche Wirtschaft dauerhaft wettbewerbsfähig bleibt, mit aufstrebenden Schwergewichten wie China mithalten kann und nicht zu sehr von anderen Staaten abhängig wird, sollte die Bundesregierung die Steuer- und Abgabenlast für die hiesigen Unternehmen senken, neue Schlüsseltechnologien fördern, privates Kapital für innovative Projekte aktivieren  und die „technologischen“ Souveränität Deutschlands“ schützen. Das sieht die „Industriestrategie 2030“ vor, die Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) heute in einer finalen Fassung präsentiert hat.

Was war von der DDR-Wirtschaft - hier ein Blick auf Takraf-Tagebautechnik - zu retten und was nicht? Hätte die Treuhand mit mehr Zeit und anderer Ausstattung mehr Betriebe transformieren können? Die Bilanz ist weiter umstritten. Foto: Heiko Weckbrodt

Treuhand-Debatte in Dresden

Forscher, Ex-Treuhänder und Alt-Politiker wollen im Hygienemuseum eine historische Bilanz der in Ostdeutschland immer noch stark umstrittenen Anstalt ziehen. Dresden, 22. November 2019. Sie galt vielen Ostdeutschen als verhasster Arbeitsplatzvernichter und Zerstörer, den meisten westdeutschen Politikern hingegen als nötiges Instrument, um eine marode Volkswirtschaft abzuwickeln, auf dass auf diesem Boden blühende Landschaften erwachsen. Die Rede ist von der Treuhand-Anstalt, 1990 gegründet als „Anstalt zur treuhänderischen Verwaltung des Volkseigentums“. Auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung versuchen sich nun Wissenschaftler, Journalisten, Politiker und ehemalige Treuhand-Akteure an einer Bilanz: Unter dem Titel „Die Treuhand in der Diskussion“ wollen sie sich am 10. Dezember 2019 im Deutschen Hygienemuseum in einem Expertengespräch über „Stand und Perspektiven der Forschung“ über die Treuhand austauschen.

Europa auf Schaukelkurs zwischen China und USA

Deutsche Ökonomen raten EU zu „wechselnden Allianzen“ München, 21. November 2019. Auf eine Schaukel- und Ausgleichspolitik zwischen China und den USA würden viele deutsche Ökonomen am liebsten Europa einschwören: Sie sehen im aktuellen Handelskrieg zwischen den zwei größten Volkswirtschaften der Welt keinen vorübergehenden Konflikt, sondern einen Auftakt für einen langfristigen Konflikt der beiden Dominanzmächte des 21. Jahrhunderts. Europa solle sich da nicht auf eine Seite stellen, sondern eher das Zünglein an der Waage spielen. Das geht aus einer Expertenumfrage des Wirtschaftsforschungs-Instituts Ifo aus München hervor.

Alexander Haidan und Franz Härting von der Drewag testen das Energiemanagement-System im Keller des "Zukunftshauses" in Dresden-Johannstadt. Foto: Drewag

Demo-Haus für Energietechnologien in Dresden eröffnet

Wohnungsgenossenschaft, Stadt und Stadtwerke wollen bessere Ökostrom-Nutzung testen Dresden, 19. November 2019. Im Dresdner Pilotviertel Johannstadt hat heute ein Demonstrationshaus für umweltfreundliche Energietechnologien offiziell in den Mieterbetrieb gegangen. Das haben die Drewag-Stadtwerke, die Dresdner Wirtschaftsförderer und die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt mitgeteilt.

Zecke unterm Mikroskop. Foto: Heiko Weckbrodt

Studie: In Österreich hat sich Steuerbonus für Forschung bewährt

Etwa ¾ der forschenden Firmen nutzen die steuerliche Förderung, berichtet eine staatliche Ansiedlungsgesellschaft Wien, 19. November 2019. Die steuerliche Forschungsförderung, wie sie nun auch Deutschland beschlossen hat, ist in Österreich bereits seit Jahren ein Erfolgsmodell. Das hat die dortige staatliche Ansiedlungsgesellschaft „Aba – Invest in Austria“ eingeschätzt.

Regnerationswürmer unterm Mikroskop. Foto: Heiko Weckbrodt

Steuerbonus Forschung ab 2020

Bund will vor allem Auftragsforschung kleiner Unternehmen fördern Berlin, 9. November 2019. In Zukunft wird es auch in Deutschland einen Steuerbonus geben, wenn ein Unternehmen forscht und insbesondere auch Forschung in Auftrag gibt. Das hat der Bundestag nun beschlossen. Wenn auch der Bundesrat zustimmt, könnte das Forschungszulagengesetz am 1. Januar 2020 in Kraft treten, teilte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit.

Mit dem Mobilfunk der 5. Generation (5G) verbinden vor allem Autohersteller und Automatisierungsindustrie große Hoffnungen. Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo-Wirtschaftsforscher: Bei 5G ist Deutschland besser als gedacht

Bundesrepublik vor allem bei Campusnetzen und Land-Funk mit vorn München/Dresden, 7. November 2019. Lange schien es so, als ab sich Deutschland wegen seiner langen Vergabeverfahren für den neuen 5G-Funk hoffnungslos selbst abgehängt hat: Länder wie Südkorea, die Schweiz und China arbeiten spannen längst flächendeckende Mobilfunknetze mit dem LTE-Nachfolge-Standard auf. Aber bei kleinen 5G-Netzen für Industriezwecke („Campus-Netze“) und der 5G-Versorgung auf dem flachen Land steht die Bundesrepublik – auch im internationalen Vergleich – besser da als zunächst gedacht. Darauf haben Wirtschaftsforscher vom Ifo-Institut München nun hingewiesen.

Die Hauptachsen heutiger Windkraftanlagen drehen sich heuet oft schon in Höhen deutlich über 100 Metern - wo oft andere Strömungen herrschen als in Bodennähe. Weil Turbinen auf höheren Masten einen deutlich höheren Energieertrag bringen, ersetzen viele Betreiber derzeit durch Repowering-Programme alte Anlagen durch größere. Foto: Bundesverband Windenergie

Verband: Ökoenergie stagniert in Sachsen

Vertreter von Wind- und Solarindustrie wollen neue Vermittlungsstelle und eine Klimaschutz-Kampagne im Freistaat Dresden, 25. Oktober 2019. Wenn Sachsen die Ziele aus dem Pariser Klimaschutzabkommen und aus dem Bundesklimaschutz-Paket einhalten will, müsse „der faktische Ausbaustillstand der Erneuerbaren Energien mit entsprechenden Maßnahmen beendet“ werden. Das hat die „Vereinigung zur Förderung der Nutzung Erneuerbarer Energien“ (VEE) Sachsen in Dresden gefordert.

Wo ist der Platz des Menschen in der hochautomatisierten Elektroauto-Produktion? Hier ein Blick in die Montage des neuen ID-Stromers im Werk Zwickau von Volkswagen Sachsen. Foto: Oliver Killig für VW Sachsen

Südkorea sucht Schulterschluss mit Sachsen

In Dresden lotet eine Delegation aus Seoul nach Investitionschancen und Kooperationen aus Dresden, 23. Oktober 2019. Koreanische Unternehmer und Wirtschaftspolitiker haben heute in Dresden um Kooperationen mit hiesigen Technologie-Firmen geworben. Auch mögliche Investitionen und Joint-Ventures standen auf der Fachtagung „Korea-Germany Core Technology Business Cooperation Meeting“ im Hotel de Saxe zur Debatte.

Die Fahne von Südkorea. Foto. Heiko Weckbrodt

Südkoreaner wollen in Sachsen investieren

Wegen des Handelskrieges mit Japan sendet Seoul eine Wirtschaftsdelegation nach Dresden Dresden, 21. Oktober 2019. Wegen der Handelskriege zwischen den USA und China sowie zwischen Japan und Südkorea organisieren derzeit viele Technologie-Unternehmen weltweit ihre Zuliefer-Ketten neu und schichten ihre Investitionen um. Daher besucht nun eine südkoreanische Wirtschaftsdelegation den Freistaat Sachsen: Die Unternehmer, Investoren und Wirtschaftspolitiker aus Fernost wollen auf einer Fachtagung am 23. Oktober 2019 im Steigenberger-Hotel de Saxe in Dresden neue Kooperationsbeziehungen mit sächsischen Betrieben knüpfen, hier investieren und zugleich das Marktpotenzial im Land ausloten. Das hat Geschäftsführerin Hee-Ra Chung von der Fachkräfte-Vermittlungsagentur „dds korea consulting“ als Veranstalter angekündigt.

5G-Antennenmast von Vodafone an der Overbeckstraße in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Kommentar: Vertrauenswürdige Elektronik nicht in Sicht

Streit um Spionage-Schlupflöcher bewegt Europa – das aber selbst eher reagiert als agiert Dresden, 17. Oktober 2019. In Deutschland die Sorge um vertrauenswürdige Elektronik. Wie sehr können sich Bürger und Staat beispielsweise darauf verlassen, dass die in Mobilfunknetzen verbaute Elektronik keine Abhör-Schlupflöcher für ausländische Geheimdienste beziehungsweise Wirtschaftsspione enthält? Auch von daher war ein internationaler Streit darüber entbrannt, um der chinesische Elektronik-Gigant „Huawei“ als Netzwerkausrüster für die Telekommunikation in den westlichen Ländern zugelassen werden darf. Vor allem die USA befürchten in der Huawei-Technik eingebaute Spionagemöglichkeiten für die chinesischen Geheimdienste.

Auf diesen Chassis-aufbau sollen verschiedene Modelle der VW-Familie passen. Foto Volkswagen

Elektroauto-Trend trifft Tausende Jobs in Sachsens

Studie: Elektrische Transformation der Autoindustrie kostet Sachsen per Saldo 850 Jobs Dresden, 11. Oktober 2019. Durch den Schwenk der deutschen Autoindustrie hin zu Elektroautos werden in Sachsen etwa 5100 Menschen in der Zulieferindustrie ihre Arbeitsplätze verlieren oder müssen auf andere Tätigkeiten umsatteln. Parallel dazu entstehen etwa 4250 neue Jobs in der sächsischen Auto-Zulieferindustrie. Das prognostizieren das „Netzwerk Automobilzulieferer Sachsen“ (AMZ) und das „Chemnitz Automotive Institute“ (CATI) in der Studie „Transformationsprozess in der sächsischen Automobilzulieferindustrie aufgrund der Umstellung auf die Produktion von Elektrofahrzeugen“. Per Saldo würden also 850 Jobs ganz wegfallen. Auftraggeber der Studie waren die „Sächsische Energieagentur“ (SAENA) und das sächsische Wirtschaftsministerium.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) Foto: Heiko Weckbrodt

Wirtschaftsminister Dulig: Umweltschutz darf kein Spalterthema sein

Sächsischer SPD-Politiker sieht nach Industrie 4.0 nun Nachhaltigkeit als zentrales ökonomisches Thema Dresden, 9. Oktober 2019. Mit Blick auf die aktuelle Klimaschutz-Debatte hat der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) davor gewarnt, wirtschaftliches Handeln nur nach den Kriterien „Immer höher, immer weiter, immer schneller“ zu messen: „In den vergangenen Jahren haben wir viel über Industrie 4.0 und Digitalisierung gesprochen. Nachhaltigkeit das neue Thema“, schätzte der sozialdemokratische Politiker in Dresden ein.