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Wirtschaftspolitik

Foto/Montage: hw

Sachsens Software-Industrie fordert mehr digitale Bildung

Branche sieht sich in Positionspapier als „Wachstumsmotor Nummer 1 für attraktive Jobs in Sachsen“ Dresden, 25. April 2019. Eine bessere Internet-Anbindung und digitale Lernmedien für die Schulen in Sachsen, informationstechnologische (IT) Weiterbildungen und Tablets für Lehrer und weitere Verbesserungen im Bildungssektor haben die Software-Industrie und mehrere IT-Verbände heute in einem Positionspapier „Softwareland Sachsen – Digitalisierung nutzen, Zukunft gestalten“ von den Landespolitikern gefordert. Dies sei notwendig, damit sich Sachsen an die Spitze der Digitalisierung setzen und genug Fachkräfte für seine technologischen Schlüsselbranchen gewinnen könne.

Der geplante gemeinsame "Industriepark Oberelbe" von Dresden, Pirna, Heidenau und Dohna schwebt den CDU-Mittelständlern als gutes Beispiel für eine engere Kooperation zwischen Großstädten und der Region vor. Visualisierung: Kasparetz-Kuhlmann/ Datengrundlage: Google Maps, ZV IPO

Verband: „Brauchen nicht nur Smart City, sondern auch Smart Region“

Sachsen CDU-Mittelständler pochen auf mehr Förderung für ländlichen Raum Dresden, 22. April 2019. Für eine stärkere wirtschafts- und technologiepolitische Förderung des ländlichen Raumes in Sachsen hat sich die „Mittelstandsvereinigung“ (Mit) der CDU ausgesprochen. Es gelte, nicht nur die vernetzte und digitalisierte Stadt von morgen, die „Smart City“ zu entwickeln, sondern auch die „Smart Region“.

Hans-Jürgen Straub. Archivfoto: X-Fab

Straub: Deutschland sollte auf eigene Chipindustrie setzen

Ehemaliger X-Fab-Chef begrüßt Initiative „Vertrauenswürdige Elektronik – Made in Germany“ Berlin, 20. April 2019. Deutschland wäre gut beraten, große Teile der gesamten Wertschöpfungskette vom Computerchip bis zum komplexen Elektronikprodukt im eigenen Lande zu haben. Das hat Hans-Jürgen Straub, der ehemalige Chef des Erfurter Halbleiter-Unternehmens „X-Fab“, gegenüber dem Bundesforschungsministerium eingeschätzt. Dabei bezog er sich auf den Streit um mögliche Abhör-Hintertüren in der Kommunikationstechnik chinesischer und amerikanischer Hersteller.

Der erste Abschnitt der Universellen Werke Dresden ist saniert und als Technologiezentrum nutzbar. Foto: Heiko Weckbrodt

Platzmangel für Investoren in Dresden

Die zahlreichen Forschungseinrichtungen in der Stadt sorgen für Firmengründungen udn stützen die Konjunktur – aber Ansiedlungsflächen werden rar Dresden, 18. April 2019. Trotz der dunklen Wolken am globalen Konjunkturhimmel wächst die Dresdner Wirtschaft weiter – bisher zumindest: Rechnet man Behörden-Jobs ein, hat sie im Jahr 2018 rund 7000 neue Arbeitsplätze geschaffen und über 155 Millionen Euro in Erweiterungsvorhaben sowie Neubauten investiert. „Der Wirtschaftsstandort Dresden brummt“, schätzte der städtische Chef-Wirtschaftsförderer Robert Franke ein.

Die US-Mikroelektronik - hier ein Intel-Wafer - dominiert mit 55 % Anteil ganz klar den Halbleiter-Weltmarkt. Europas Antel wrd auf nur 6 % geschätzt. Foto: Intel

US-Chipindustrie sorgt sich um Führungsposition

Verband SIA fordert mehr wirtschaftspolitische Unterstützung für die Halbleiter-Branche Washington, 9. April 2019. Manager und Wirtschaftspolitiker in den USA sorgen sich, dass ihr Land seine internationale Spitzenposition in der Mikroelektronik verlieren könnte. Denn China holt in diesem Sektor rasch auf. Zudem bereitet der Fachkräftemangel der Industrie wachsende Probleme – nicht zuletzt verstärkt auch durch den restriktiven Einwanderungskurs von Präsident Donald Trump (Republikaner). Ähnlich wie in Deutschland und Europa wird daher auch in den USA der Ruf nach einer aktiveren Industriepolitik lauter.

Wie stark verändert Künstliche Intelligenz unseren Planeten?. Foto: geralt, Pixabay.com, Lizenz: CC0

Sachsen gründen KI-Hub in Leipzig

Knoten soll Anwendung von Innovationen vermitteln Leipzig, 3. April 2019. Um Sachsen im weltweiten Wettbewerb um die besten „Künstlichen Intelligenzen“ (KIs) voranzubringen, werden Unternehmer und Forscher im Sommer 2019 einen „KI-Hub“ in Leipzig gründen. Das haben Vertreter von 17 Unternehmen, Behörden und Wissenschaftseinrichtungen heute vereinbart.

Der städtische Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke (2. von rechts) übergibt einen symbolischen Schlüssel für Haus 3 des nanocenters in Dresden Klotzsche an FMC-Chef Stefan Müller (l.), Nanocenter-Chef Steffen Rietzschel (2.v.l.) und Konrad Herre (r.). Foto: Heiko Weckbrodt

Nanocenter endlich fertig

Happy End für ein Sorgenkind: Die alten ZMD-Gebäude in Klotzsche sind saniert und zu 75 Prozent von Gründern belegt. Dresden, 27. März 2019. Aus einem kommunalpolitischen Sorgenkind ist zwölf Jahre nach der Geburt doch noch eine Erfolgsgeschichte geworden: Die Stadt hat die Häuser 1 und 3 der ehemaligen DDR-Chipschmiede ZMD in Klotzsche endlich saniert, darin das Hightech-Gründerzentrum „Nanocenter Dresden“ fertiggestellt – und das ist inzwischen sogar recht gut ausgelastet. Das haben Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke und Nanocenter-Chef Steffen Rietzschel gestern mitgeteilt.

ifo-Präsident Clemens Fuest. Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo-Chef: Deutschland soll Unternehmens-Steuern senken

München, 12. März 2019. Deutschland sollte dem Beispiel der USA folgen und die Unternehmens-Steuern senken: Statt 30 solle der Staat nur noch 25 Prozent der Gewinne einfordern. Das hat der Münchner Ökonom Clemens Fuest vorgeschlagen. Dies könne die Investitionen in Deutschland steigern, die umstrittenen deutschen Exportüberschüsse mindern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik sichern, schätzte der Präsident des Wirtschaftsforschungsinstituts „Ifo“ in München ein.

Foto: Bosch

IfW: „Staat ist nicht der bessere Unternehmer“

Wirtschaftsminister Altmaier „Nationale Industriestrategie 2030“ – doch staatliche Eingriffe sind umstritten Berlin/Peking/Dresden, 6. März 2019. So wie das Reich der Mitte seine ehrgeizige Modernisierungs-Agenda „Made in China 2025“ verfolgt, soll auch Deutschland einen mittelfristigen Wirtschafts-Aufwertungsplan bekommen: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) diskutiert derzeit mit deutschen Wirtschaftsweisen über eine „Nationale Industriestrategie 2030“. Allerdings regt sich auch schon Kritik an diesen Ausflügen in die Planwirtschaft.

Neue Kuka-Roboter und andere Ausrüstungen für Zwickau: Volkswagen investiert ingesamt 1,2 Milliarden Euro, um sein Werk in Zwickau auf Elektroauto-Produktion umzurüsten. Foto: Volkswagen

Autos bleiben Exportschlager von Deutschland

Besonders gen USA starke Überschüsse Wiesbaden, 20. Februar 2019. Automobile sind seit einer Dekade das wichtigste Exportgut von Deutschland. Das geht aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in Wiesbaden hervor. Besonders gen Nordamerika erwirtschaft die Bundesrepublik damit deutliche Überschüsse: In die USA exportiert Deutschland fünfmal so viele Autos wie sie von dort importiert.

Foto: NXP

Sonderförderung für die Mikroelektronik

Subventionswettlauf erschien lange zu riskant Dresden, 1. Februar 2019. Nach der Siemens-Megabit-Projekt und dem Ende der DDR mitsamt ihrem Mikroelektronik-Programm behandelten viele Politiker die Halbleiter-Industrie eher stiefmütterlich: Allzu hoch erschienen die Kosten und Risiken der Idee, in dieser kapitalintensiven Branche mit Steuergeldern eine deutsche Führungsposition erkaufen zu wollen – zudem sich schon unter Helmut Kohl und dann auch unter Angela Merkel eher wirtschaftsliberale, wettbewerbsorientierte Positionen in der Wirtschaftpolitik dominierten. KET-Revival: Rolle der Halbleiterei als Querschnitts-Technologie wiederentdeckt Nicht zuletzt auf Drängen der Sachsen, die ihren Mikroelektronik-Nukleus aus DDR-Zeiten mit Subventionen und anderen Eingriffen über die Wende hinweg erhielten und ausbauten, ist mittlerweile wieder ein Paradigmenwechsel eingetreten: Inzwischen überwiegt auch in Berlin und Brüssel wieder die Vorstellung, dass ausgewählte Schlüssel- und Querschnittstechnologien so entscheidend für die  Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Industrien sind, dass sie auch einer besonderen Förderung bedürfen. Dass die Mikroelektronik zu diesen besonders förderwürdigen “Key Enabling Technologies” (KET) alias Schlüsseltechnologien gehört, ist derzeit in Dresden, Berlin und Brüssel weitgehend unbestritten. Daher haben EU, die deutsche Bundesregierung und die sächsische Landesregierungen eine Reihe von Instrumenten …

Visualisierung der Boschfabrik in Dresden. Visualisierung: Bosch

Nach Bosch-Fab dreht sich IPCEI-Förderkarussell weiter

Eine Batteriezell-Fabrik in der Lausitz könnte das nächste Projekt von europäischem Rang sein Dresden/Berlin/Brüssel, 31. Januar 2019. Die neue Chipfabrik von Bosch in Dresden ist bis jetzt das einzige „Wichtige Projekt von gemeinsamem europäischen Interesse“ („Important Project of Common European Interest“ = IPCEI), für das Deutschland besondere Subventionsregeln bei der EU-Kommission beantragt hat. Viele Branchenbeobachter sind allerdings überzeugt: Weitere Anträge werden folgen.