Alle Artikel in: Quantencomputer

Ein Fraunhofer-Forscher installiert eine verschränkte Photonenpaarquelle im Applikationszentrum für Quantenkommunikation am Fraunhofer-EAS, das wiederum zum Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) gehört. Foto: Blend3 Frank Grätz für das Fraunhofer-IIS/EAS

Fraunhofer startet in Dresden Zentrum für Quantenkommunikation

Acht Millionen Euro teures Applikationszentrum mit erster Teststrecke im EAS eröffnet Dresden, 13. Mai 2022. Fraunhofer richtet in Dresden derzeit für acht Millionen Euro ein Applikationszentrum für Quantenkommunikation ein – und hat nun die erste, hausinterne Teststrecke dafür in Betrieb genommen. Das hat der zuständige Fraunhofer-Institutsteil „Entwicklung Adaptiver Systeme“ (EAS) heute mitgeteilt. Bis 2024 wollen die EAS-Forscher ihr mit Quantentechnologie abhörgesicherte Test-Netzwerk schrittweise auf andere Orte in Sachsen und schließlich auch nach Thüringen und Bayern ausbauen.

IBM-Quantencomputer. Foto: Graham Carlow für IBM

Erst 2 Prozent der Großunternehmen experimentieren mit Quantencomputern

Bitkom sieht aber große Zukunftsperspektiven für diese Technologie Berlin, 10. Mai 2022. Zwei Prozent der deutschen Großunternehmen experimentieren derzeit mit Quantencomputern, deren Software und Anwendungsszenarien. Weitere 13 Prozent erwägen zumindest den Einsatz dieser Technologie. Das hat eine Umfrage von „Bitkom Research“ im Auftrag des deutschen Digitalwirtschaftsverbandes „Bitkom“ aus Berlin ergeben.

Riccardo Bassoli. Foto: Ceti Dresden

Neuer Quantenprofessor für Ceti Dresden

Riccardo Bassoli will 6G-Mobilfunk mit Quantentechnologien verknüpfen Dresden, 6. Mai 2022. Weil die nächste Mobilfunk-Generation 6G womöglich ohne quantenmechanische Effekte nicht ganz auskommen wird, hat sich das Ceti Dresden nun mit Dr.-Ing. Riccardo Bassoli einen neuen Quanten-Juniorprofessor geangelt. Der soll daran forschen, wie sich Störungen in 6G-Netzen mit Quantentechnologien überwachen und kontrollieren lassen. Das geht aus einer Mitteilung der TU Dresden hervor, an dem das Exzellenzzentrum für Taktiles Internet mit eingebetteten Menschen (Ceti) angesiedelt ist.

IBM-Forscher Stefan Filipp kontrolliert das Kühlsystem. das den Quantencomputer nahe bei Weltraum-Temperatur hält, damit der Supraleit-Effekt nicht zusammenbricht. Foto: IBM Research

Quantentech-Boom ab 2025 erwartet

Umfrage: Jedes vierte Unternehmen arbeitet schon an Quantencomputer & Co. oder plant das in naher Zukunft Berlin/Dresden, 3. April 2022. Quantentechnologien stoßen auf wachsendes Interesse in Wirtschaft, Politik und Militär. Fast jedes vierte Unternehmen weltweit arbeiten bereits am Einsatz von Quantencomputern, -kommunikation oder -sensoren beziehungswiese plant dies für die nahe Zukunft. Besonders Telekommunikationskonzerne, Banken, Versicherungen, Automobilbau und Luftfahrt interessieren sich für die Optimierungsfähigkeiten, Abhörsicherheit und Messgenauigkeit dieser – bisher noch nicht ganz ausgereiften – Technik. Das geht aus einer Untersuchung der Technologieberatungs-Agentur „Capgemini“ hervor.

Blick in einen Quantentechnologie-Labor bei Bosch. Foto: Bosch

Bosch gründet Quantensensor-Firma

Unternehmen soll hochpräzise Kreiselkompasse und Mensch-Maschine-Schnittstellen zur Marktreife führen Ludwigsburg/Stuttgart, 17. Februar 2022. Bosch gründet ein eigenes Unternehmen, das hochpräzise Quantensensoren zur Marktreife führen soll. Der schwäbische Elektronikkonzern sieht für die winzig kleinen Kreiselkompasse, Magnetfeldmesser und anderen Sensoren auf der Basis von Quanteneffekten unter anderem Potenziale in der Medizintechnik, für Smartphones und den Automobilbau. Das Unternehmen rechnet mit einem Marktvolumen von rund sieben Milliarden Dollar in den nächsten Jahren und stützt sich dabei auf eine McKinsey-Prognose.

Schallwellen steuern hier im Experiment die Farbzentren in Siliziumkarbid-Kristallen (Si steht für je ein Silizium-Atom, C für Kohlenstoff). Die gelben Pfeile symbolisieren die Spin-Ausrichtung der gefangenen Elektronen. Visualisierung: Blaurock für das HZDR

Musik für die Quantenhirne

Physiker steuern Elektronen-Spins in Siliziumkarbid mit Schallwellen Dresden-Rossendorf/Berlin/St. Petersburg, 1. November 2021. Die Quantencomputer der Zukunft sind womöglich für den richtigen „Sound“ empfänglich, wenn es nach einem länderübergreifenden Physiker-Team aus Dresden, Berlin und St. Petersburg geht: Sie haben einen Weg gefunden, den Spin – eine Art quantenphysikalischer Drehimpuls – von Elektronen mit oberflächennahen Schallwellen zu steuern. Das hat das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) mitgeteilt, das an den Forschungen beteiligt ist. Dieser Ansatz könnte womöglich Wege zu Quantenspeichern eröffnen, die auf kleinstem Raum viel mehr Daten speichern können als heutige Computer.

Die App "Katze Q" soll Mädchen für eine Quantenkarriere begeistern. Foto: qt.mat

Totlebendige Katze Q lockt Mädchen in die Quantenwelt

Forscher wollen mit Rätsel-App Schülerinnen für ein Physikstudium begeistern Dresden/Würzburg, 12. Oktober 2021. Um junge Menschen für die wundersame Welt der Quantenmechaniker zu begeistern, schicken Physiker und Software-Entwickler die „Katze Q“ in die Spur: In der gleichnamigen Gratis-App für Android-Telefone und iPhones können die Spielerinnen und Spieler gemeinsam mit der gleichermaßen toten wie lebendigen Katze des Physikers Erwin Schrödinger (1887-1961) über 20 Rätsel lösen, um das Haustier am Ende aus einer über 80 Jahre alten Kiste zu befreien.

Ein Psiquantum-Wafer in der Globalfoundries-Produktion. Foto: Globalfoundries

Globalfoundries steigt in Quantenchip-Produktion ein

Dresdner Fabrik liefert Teil der Elektronik für kalifornischen Eine-Million-Qubit-Computer Dresden/Malta/Palo Alto, 12. Mai 2021. Globalfoundries Dresden beteiligt sich künftig an der Produktion neuartiger photonischer Quantenchips. Das geht aus einer Mitteilung des Halbleiter-Auftragsfertigers gemeinsam mit dem kalifornischen Projektpartner „Psiquantum“ aus Palo Alto hervor. Benötigt werden derartige Quantentechnologie-Bausteine, um sehr leistungsfähige Supercomputer und Code-Knacker herzustellen. Dieser Rechner sollen revolutionäre Fortschritte in der Medikamenten-Entwicklung, Landwirtschaft, im Klimaschutz und bei der Suche nach neuartigen Werkstoffen ermöglichen.

IBM-Quantencomputer. Foto: Graham Carlow für IBM

Quantenrechner entscheidend für deutsche Wirtschaft

Bitkom-Umfrage: Die meisten Unternehmen sehen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil Berlin, 27. April 2021. Wer die Quantencomputer beherrscht, wird künftig in der Weltwirtschaft entscheidende Wettbewerbsvorteile haben. Das geht aus einer Umfrage des deutschen Digitalwirtschafts-Verbandes „Bitkom“ in Berlin hervor. Mehr als jedes zweite befrage Unternehmen schätzte dabei ein, dass diese noch junge Technologie „eine große Bedeutung für die künftige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft“ haben werde.

Ein Smartphonespiel mit einer Quantenkatze soll Kindern und Jugendlichen Lust auf Physik machen. Abb.: Philipp Stollenmayer für ct.qmat

Quantenphysiker locken Mädchen mit Katzenspielen

Mit den Abenteuer von Schrödingers halbtoter Katze wollen die Unis Dresden und Würzburg Schülerinnen für eine Physikkarriere begeistern Dresden/Würzburg, 19. März 2021. Mit lebendig-toten Quantenkatzen wollen Physiker und Physikerinnen aus Dresden und Würzburg junge Mädchen für eine Karriere in ihren Reihen begeistern. Dafür entwickelt das gemeinsame Exzellenzzentrum „Komplexität und Topologie in Quantenmaterialien“ (ct.qmat) der Unis Dresden und Würzburg nun ein Smartphone-Spiel, in der Schülerinnen eine Katze durch die verrückte Quantenwelt steuern und dabei Denksporträtsel lösen. Die „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ (DFG) fördert diese Nachwuchs-Akquise der etwas anderen Art mit 100.000 Euro, teilte die TU Dresden mit.

So sieht die Gatterstruktur eines Quantenbusses auf Siliziumbasis aus, der Informationen zwischen Quantenpunkten transportieren kann. Realisiert wurde der Versuchsträger auf einem 200-mm-Wafer bei Infineon Dresden. Foto: Infineon

Infineon Dresden entwickelt deutschen Quantencomputer mit

Halbleiterstandort fokussiert sich im Projekt „Quasar“ auf siliziumbasierte Quantenprozessoren Dresden, 25. Februar 2021. Infineon Dresden arbeitet an der Entwicklung eines silizium-basierten Quantenprozessors mit, mit dem später ein Quantencomputers „Made in Germany“ gebaut werden soll. Für das „Quasar“-Verbundprojekt habe das Unternehmen gemeinsam mit Aachener Wissenschaftler bereits erste Ansätze entwickelt, wie sich auch komplexe Quantenchips in einer Halbleiterfabrik bauen lassen. Das geht aus einer Mitteilung von Infineon hervor.

IBM-Forscher Stefan Filipp kontrolliert das Kühlsystem. das den Quantencomputer nahe bei Weltraum-Temperatur hält, damit der Supraleit-Effekt nicht zusammenbricht. Foto: IBM Research

16-Qubit-Chip statt Megabit-Chip: Fraunhofer Dresden arbeitet an Quantenprozessor

EU fördert Quantentechnologie-Verbundprojekt „QLSI“ mit 14,6 Millionen Euro Dresden, 22. Februar 2021. Wo einst der Megabit-Speicherchip der DDR entwickelt wurde, arbeitet Fraunhofer nun an einem 16-Qubit-Quantenprozessor: Damit Europa nicht den Anschluss in den Quanten-Technologien verliert, will das Fraunhofer-Photonikinstitut IPMS in Dresden-Klotzsche gemeinsam mit 18 weiteren Partnern einen Quantenchip auf Siliziumbasis entwickeln, der sich für die Kombination zu größeren Systeme und für die Massenproduktion eignet. Die EU fördere das Projekt „Quantum Large-Scale Integration with Silicon“ (QLSI) mit 14,6 Million Euro, teilte das Institut mit.

Die künstlerische Darstellung soll veranschaulichen, dass mathematische Modelle aus der Relativitätstheorie, die Raum-Zeit-Krümmungen um ein "Schwarzes Loch" beschreiben, auch zur Raummanipulation in Quantenmateralien einsetzbar sind. Daraus könnten sich Werkstoffe für die Computerchips und Sensoren von morgen und übermorgen ergeben. Grafik: pixelwg/Jörg Bandmann

Wie „Schwarze Löcher“ in der Quantenwelt

Physiker aus Dresden wollen mit Elektronenlinsen neuartige Quantensensoren entwerfen Dresden, 22. Januar 2021. Auf dem Weg zu extrem sensiblen Sensoren und superschneller Elektronik für die Zukunft arbeiten derzeit Physiker der Technischen Universität Dresden (TUD) an neuartigen Quantenmaterialien. Einen Ansatz, der auf Einstein, Schwarze Löcher und Halbmetalle setzt, verfolgt dabei der Nachwuchswissenschaftler Dr. Tobias Meng vom Dresdner Exzellenzzentrum „ct.qmat – Komplexität und Topologie in Quantenmaterialien“: Gemeinsam mit Luxemburger Kollegen will er Quasi-Raumkrümmungen in der Welt der mikroskopisch kleinen Dinge erzeugen, um in den Chip-Werkstoffen von übermorgen den Elektronenfluss hochpräzise steuern zu können. Für dieses sächsisch-luxemburgische Projekt „Topologie in relativistischen Halbmetallen“ (Toprel) haben die „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ (DFG) und der „Fonds National de la Recherche“ (FNR) nun eine knappe Million Euro Forschungsförderung zugesagt, teilte die Dresdner Uni mit.

Nur das Kringel lässt sich wirbellos kämmen, die Wuschelkugel nicht - die Exponate sollen das Wesen von topologischen Eigenschaften veranschaulichen. Foto: Cornelia Hoffmann

Physiker verlagern Quantenportal für Laien ins Netz

Populärwissenschaftliches „Schaufenster“ erklärt nun im Netz die Suche der Dresdner und Würzburger nach neuen topologischen Quantenmaterialien Dresden/Würzburg, 28. November 2020. Weil die Museen wegen Corona geschlossen haben und die Normalsterblichen nicht die Quantenphysiker löchern können, erklären die rund 250 Forscher und Forscherinnen vom gemeinsamen Exzellenzcluster „Ct.qmat – Komplexität und Topologie in Quantenmaterialien“ der Unis Dresden und Würzburg ihre Arbeit nun in einer Internet-Ausstellung. Unter der Adresse ctqmat.de/schaufenster veranschaulichen Videos, Grafiken und Texte, was Topologie in der Quantenwelt überhaupt bedeutet und warum sie den Schlüssel zu gar wundersamen Werkstoffen der Zukunft liefern kann.

Hier haben Planck-Forscher elektronische Grenzzustände in einer Neptunium-Wismut-Verbindung (NpBi) visualisiert - ein topologischer Isolator. Grafik: MPI Mikrostrukturphysik Halle

Physiker finden über 100 topologische Magnetmaterialien

Werkstoffe könnten in Zukunft bessere Nanoelektronik und Energiewandler ermöglichen Dresden, 21. November 2020. Um den Weg zu besseren Quantencomputern, Datenspeichern und neuartigen Strom-Wärme-Energiewandlern haben Physikerinnen und Physiker aus Sachsen, China, Spanien, Frankreich und den USA über 100 neuer Magnet-Werkstoffe ausfindig gemacht, die auf ihrer Oberfläche Strom leiten, innerlich aber keine elektrische Energie durchlassen – sogenannte magnetische topologische Isolatoren beziehungsweise Halbmetalle. Das hat das Direktorin Prof. Claudia Felser vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe (MPI-CPfS) mitgeteilt, die an der Untersuchung beteiligt war.