Alle Artikel in: Wirtschaft

Berichte und Kurznachrichten aus der Hightech-Branche

Arzneimittel gegen Erkältungskrankheiten waren während der Grippewellen 2022 stark gefragt. Foto: Heiko Weckbrodt

Krankenstand in Sachsen auf Rekordniveau

DKK: Vor allem Erkältung, Grippe, Corona & Co. haben die Sachsen krankgemacht Dresden, 29. Januar 2023. Krankheitsbedingte Arbeitsausfälle haben im Jahr 2022 in Sachsen ein Rekordniveau erreicht. Das hat die Krankenkasse „DAK-Gesundheit Sachsen“ in Dresden mitgeteilt. Der Krankenstand stieg demnach im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Punkte auf 5,8 Prozent – und somit auf den höchsten Wert seit Beginn der Analysen vor 25 Jahren. Zum Vergleich: Bundesweit liegt die Krankenquote bei 5,5 Prozent.

Die Importe Seltener Erden sind zwar über längere Zeit betrachtet rückläufig, doch Deutschland bleibt dabei hochgradig auf China angewiesen. Grafik: Destatis

Ohne China keine deutschen Hightech-Produkte

Bundesrepublik ist auch bei „Seltenen Erden“ hochgradig auf China-Importe angewiesen Wiesbaden, 25. Januar 2023. Wichtige Rohstoffe für Hochtechnologie-Produkte kann Deutschland nur aus dem Ausland beziehen – und ist dabei hochgradig abhängig von Importen aus China. So sind beispielsweise Scandium, Yttrium, Neodym und verwandte Metalle unerlässlich, um Laser, Lautsprecher, Speziallegierungen, Elektromotoren, Akkus und andere moderne Erzeugnisse herzustellen. Gerade diese „Seltenen Erden“ aber bezieht die Bundesrepublik zu zwei Dritteln aus China. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesstatistikamtes „Destatis“ in Wiesbaden hervor.

Themenfoto: Heiko Weckbrodt

Autozulieferer GKN will sein Werk in Zwickau schließen

IG Metall protestiert gegen geplantes Aus, 800 Jobs fallen weg Zwickau, 18. Januar 2023. Der britische Autozulieferer „GKN Driveline“ plant, sein Werk im sächsischen Zwickau-Mosel mit über 800 Beschäftigten zu schließen. Die Entscheidung sei „aufgrund von Strukturwandel in der Automobilindustrie notwendig“, teilte das Unternehmen heute mit. Ab dem Sommer 2023 will das Unternehmen seine Produktion in Mosel schrittweise über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg an andere Standorte verlagern. Die Industriegewerkschaft (IG) Metall hat gegen diese Entscheidung heute gleich postwendend protestiert.

Stützeempfänger in Sachsen von 2005 bis 2021 - aufgegliedert nach Leistungsarten. Grafik: Stat. LA Kamenz

Ein Drittel weniger Menschen in Sachsen bekommen Stütze

Starker Rückgang seit 2015 Kamenz, 18. Januar 2023. In Sachsen erhalten deutlich weniger Menschen als früher Sozialgeld, Arbeitslosengeld II oder andere staatliche „Mindestsicherungsleistungen“. Das geht aus einer Mitteilung des Statistischen Landesamtes im Kamenz hervor. Demnach ist die Zahl der Stütze-Empfänger seit 2015 um etwa ein Drittel auf 274 866 Menschen (Stand Ende 2021) gesunken. Im Vergleich zu 2020 betrug das Minus 5,9 Prozent.

Mit 339 Spielen und eine KI, die auf Spielsüchtige achtet, startet Sachsen die erste staatliche Online-Spielbank in Deutschland. Abb.: Bildschirmfoto (hw) von die-spielbank.de

Zocken am virtuellen Staatsautomaten

Neue Online-Spielbank könnte über 25 Millionen pro Jahr in Sachsens Kassen spülen – KI soll aber auf Spielsucht achten Leipzig, 17. Januar 2023. Die Sächsische Spielbankgesellschaft hat die erste staatliche Online-Spielbank in Deutschland freigeschaltet und hofft, damit von einem stark wachsenden Milliardenmarkt zu partizipieren. Theoretisch könnte dies in diesem Jahr für rund eine Milliarden Einsätze sorgen und etwa 100 Millionen Euro Bruttoertrag in die sächsischen Spielbank-Kassen spülen – je nach Marktentwicklung.

Foto (bearbeitet): hw

Sachsenlotto und Fraunhofer schauen in die Glücksspiel-Zukunft

Forscher wollen auch regionalen Unterschieden nachspüren Leipzig, 9. Januar 2022. Zocken Glücksspieler in Krisenzeiten anders? Gibt es da Unterschiede zwischen Stadt und Land? Lösen eher oder später Online-Casinos die klassischen Spielhallen und Kasinos ab? Diese und weitere Fragen rund um Glückspiele wollen Sachsenlotto und Fraunhofer in Sachsen gemeinsam erforschen. Das hat die Sächsische Lotto-GmbH heute angekündigt.

Börse-Aktie. Grafik: hw

Deutsche Digitalwirtschaft plant neue Jobs im Jahr 2023

Krisen machen sich in IT- und TK-Branchen weniger bemerkbar als anderswo Berlin, 5. Januar 2023. Die deutsche Digitalwirtschaft wird trotz Krisenstimmung in der Weltwirtschaft in diesem Jahr neue Jobs schaffen. Das hat eine Ifo-Umfrage ergeben. „Das sind gute Nachrichten für den Arbeitsmarkt, aber auch für alle, die ihre berufliche Zukunft in der Digitalwirtschaft planen“, kommentierte Präsident Achim Berg vom „Bitkom“-Verband aus Berlin.

Laut Stiftung schaffen Familienunternehmen (rot) deutlich mehr Jobs als Dax-Konzerne (grau). Grafik: Stiftung Familienunternehmen

Stiftung: Familienunternehmen schaffen selbst in Krisen für neue Jobs

Binnen einer Dekade haben familiengeführte Firmen viermal soviel Beschäftigung aufgebaut wie Dax-Konzerne München 4. Januar 2023. Familienunternehmen schaffen mehr neue Arbeitsplätze in Deutschland als managergeführte Großkonzerne – auch in Krisenzeiten. Darauf hat die „Stiftung Familienunternehmen“ aus München hingewiesen. „Während die 26 nicht-familienkontrollierten Konzerne im Dax 30 im ersten Corona-Jahr Beschäftigung abbauten, stellten die 500 größten deutschen Familienunternehmen weiterhin ein“, zitiert die Stiftung aus einer Untersuchung des Instituts für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim.

Besonders an der Zapfsäule (hier ein historisches Modell im Verkehrsmuseum Dresden) haben die Menschen die Teuerung gespürt. Foto: Heiko Weckbrodt

Leben in Sachsen hat sich um 7,7 Prozent verteuert

Landesstatiker registrieren höchste Teuerungsrate seit 1993 Kamenz, 3. Januar 2023. Das Leben in Sachsen ist im Jahr 2022 um 7,7 Prozent teurer geworden. Diese Jahresteuerungsrate hat heute das Statistische Landesamt in Kamenz als vorläufigen Wert veröffentlicht. Zuletzt hatte es solche Preissprünge kurz nach der Wende gegeben, als beispielsweise Teuerungsraten von 14 Prozent im Jahr 1992 registriert worden sind.

Viele Handwerksbetriebe haben angesichts voller Auftragsbücher Probleme, neue Kapazitäten aufzubauen: Es fehlen Meister, Gesellen und andere Fachkräfte, während Ungelernte kaum noch gefragt sind. Foto: Heiko Weckbrodt

Handwerker fordern mehr staatliche Investitionen und rasche Hilfen

Dresdner Kammerpräsident: „Ich vermisse die gebotene Eile“ Dresden, 30. Dezember 2022. Mehr Hilfen sowie staatliche Investitionen, die auch Handwerkern Aufträge und Arbeit bescheren, hat die Handwerkskammer (HWK) Dresden für das Jahr 2023 von Bund und Freistaat gefordert. „Ich vermisse weiterhin die gebotene Eile, um die Leistungsfähigkeit des ostsächsischen Handwerks zu erhalten“, kritisierte Kammerpräsident Jörg Dittrich. Die beschlossenen Härtefallhilfen müssten die Unternehmen auch rasch erreichen, damit „die Liquidität gesichert bleibt“.

Der Finanzierungsbedarf junger Unternehmen in Deutschland steigt. Foto: Heiko Weckbrodt

„Smart Infrastructure Hub“ in Leipzig erhält 1,9 Millionen Euro

Leipzig, 29. Dezember 2022. Das Leipziger Technologie-Netzwerk „Smart Infrastructure Hub“ bekommt weitere 1,9 Millionen Euro von Bund und Freistaat für die kommenden fünf Jahre. Das hat das sächsische Wirtschaftsministerium mitgeteilt. „Die Förderung trägt in besonderem Maße dazu bei, digitale Innovationen und Lösungen voranzubringen“, betonte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD).

Statt mit "echtem" Geld sollen Leser und Zuschauer im Internet durch Rechenzeit, die in Krypto-Geld umgerubelt wird, die Blogger und Online-Journalisten bezahlen, schlägt Prof. Alex Biryukov von der Universität Luxemburg vor. Foto: Heiko Weckbrodt

Internethandel wächst in Sachsen

Handelsatlas: Online-Anteil an Einkäufen hat sich seit 2015 auf fast 16 % verdoppelt Dresden, 27. Dezember 2022. Die Sachsen kaufen immer mehr im Internet ein: Seit 2015 hat sich der Online-Anteil an der gesamten Kaufkraft im Freistaat von rund acht auf nun 15,8 Prozent nahezu verdoppelt. Das geht aus dem nun veröffentlichten „Handelsatlas 2022“ hervor.

Binnen zwei Jahren hat sich Wohnungsbau in Sachsen um etwa ein Drittel verteuert. Foto: Heiko Weckbrodt

Wohnbau hat sich in Sachsen seit Corona um ein Drittel verteuert

Lieferkettenprobleme, Energiekrise sowie teures Baumaterial und hohe Mindestlöhne treiben Preise Kamenz, 25. Dezember 2022. Die Baukosten im Wohnungsbau sind 2022 in Sachsen um mehr als ein Fünftel gestiegen. Das hat das statistische Landesamt in Kamenz mitgeteilt. Demnach lagen die Wohnbaupreise im nun ablaufenden Jahr um 21,4 Prozent höher als im Vorjahr, als sich das Bauen bereits um 11,7 Prozent verteuert hatte. Damit ist Wohnbau seit Corona in Summe ungefähr um ein Drittel teurer geworden.

Das Antacon-Team im Labor: Jan Bretschneider (links, David Haldan (sitzend), Johannes Maus und Hagen Grüttner (rechts). Foto: Meeco

Kohlenstoffpanzer für ein langes Werkzeug-Leben

Risikokapitalisten geben Hochschul-Ausgründung Antacon aus Mittweida einen Millionenzuschuss Mittweida/Dresden, 24. Dezember 2022. Damit Werkzeuge, Autobauteile und andere Industriekomponenten länger halten und weniger Energie verplempern, hat das Laserinstitut der Hochschule Mittweida eine besonders harte Kohlenstoff-Beschichtung für Bauteile entwickelt. Die aus diesem Projekt im Jahr 2021 ausgegründete Firma „Antacon“ hat nun einen Millionenspritze von Risikokapitalisten bekommen, um die Technologie in die Großserie zu bringen. Das hat die Dresdner Sparkassentochter „SIB Innovations- und Beteiligungsgesellschaft“ als einer der Geldgeber nun mitgeteilt.