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Berichte und Kurznachrichten aus der Hightech-Branche

Feuer. Foto: Heiko Weckbrodt

Chip-Navi im flammenden Inferno

Eine raffinierte Ortungstechnik von Metirionic Dresden soll künftig bei Hausbränden Leben retten Dresden, 18. Februar 2020. Digitale Technologien aus Dresden sollen künftig bei Hausbränden Menschenleben retten: Ein amerikanischer Feuerwehrausrüster will ab diesem Jahr viele Schutzanzüge und Geräte, mit denen sich Feuerwehrmänner und -frauen in brennende Gebäude wagen, mit Ortungstechniken aus Sachsen ausstatten. Dadurch können dann von Qualm und Flammen eingeschlossene Menschen schneller und präziser gefunden werden als bisher. Entwickelt hat diese Methodik das Dresdner Unternehmen „Metirionic“.

Wer die Datenbrille aufsetzt, kann sowohl seine reale Umgebung wie auch computergenerierte Welten sehen. Foto: Fraunhofer FEP Dresden

IDTechEx: Virtuelle Welten werden bis 2030 zum Multimilliarden-Markt

Bisher läuft das Geschäft mit Datenbrillen, VR- und AR-Technik eher enttäuschend – doch das ändert sich bald, meinen die Analysten Cambridge, 10. Februar 2020. Bis jetzt haben Datenbrillen und andere Produkte für „Virtuelle Realitäten“ (VR), „Augmentierte Realitäten“ (AR) oder „Mixed Reality“ (MR) bei weitem nicht die in sie gesteckten Erwartungen erfüllt. Das britische Marktforschungsunternehmen „IDTechEx“ aus Cambridge geht in einer neuen Analyse „Augmented, Mixed and Virtual Reality 2020-2030“ aber von deutlich steigenden Umsätzen aus. Bis 2030 wird der Markt für VR- und AR-Produkten demnach weltweit auf rund 30 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro) wachsen.

Die Stella-Programmierer wollen mit ihrem G2-Programm Excel beerben. Foto: Anja Schneider/StellaDie Stella-Programmierer wollen mit ihrem G2-Programm Excel beerben. Foto: Anja Schneider/Stella

Digitale Beschaffung

Stella Dresden will mit neuer Software für Betriebe den Maschinenkauf vereinfachen Dresden, 5. Februar 2020. Damit Projektleiter in der Industrie schneller genau die Maschine finden, die das Unternehmen gerade braucht, hat die Dresdner Software-Firma „Stella“ ein Computerprogramm entwickelt, das diese Beschaffungsprozesse digitalisiert. Die Software namens „G2 TypeTec“ soll den zuständigen Ingenieuren die zeitaufwendige Mühe ersparen, für jeden Maschinenkauf Hunderte Seiten mit Datenbeschreibungen und Datenblättern durchzuforsten, bis sie den richtigen Anbieter gefunden haben.

Die 300-mm-Scheiben, die Infineon für seine neuen Leistungs-Halbleiter verwendet, sind so dünn, dass sie biegsam werden. Foto: Infineon

Dresden sieht Potenzial in Leistungselektronik

Rolle des Standortes als Lieferant von Leistungselektronik wird in Zukunft wachsen, meinen Branchenvertreter. Dresden, 4. Februar 2020. Die Technologiestadt Dresden wird künftig wahrscheinlich auch international eine stärkere Rolle in der Leistungs-Halbleitertechnik spielen. Das haben Nanoelektronik-Professor Thomas Mikolajick vom „Namlab“ der TU, der Dresdner Infineon-Sprecher Christoph Schumacher und weitere Branchenvertreter eingeschätzt. Denn mehrere Unternehmen und Institute entwickeln und produzieren in und um Dresden bereits spezielle Computerchips, die besonders starke Ströme und hohe Spannungen vertragen – wichtig beispielsweise für Solarkraftwerke, Elektroautos, Schnelllade-Säulen, U-Bahnen und Konsumelektronik.

Die Yenidze in Dresden im Jahr 1996. Foto: Franz Zadnicek, via Stadtmuseum Dresden

Der verflogene Tabakrausch von Dresden

Stadtmuseum plant Sonderschau über die einstige Zigarettenmetropole Dresden, 29. Januar 2020. Einst war die sächsische Residenzstadt eine der wichtigsten Tabakmetropolen des Reiches: „Hier entstanden die erste deutsche Zigarettenfabrik und mit der ,Yenidze’ der berühmteste Reklamebau Europas“, erinnern die Kuratoren des Stadtmuseums Dresden an jene Zeit. „Dresden war Sitz von Industriellenverbänden und des Instituts für Tabakforschung, Verlagsort für Fachblätter und Zentrum des Orienttabakhandels in Mitteleuropa. Innovationen waren die Strangmaschine, der Zigarettenfilter und die Werbekunst der Moderne.“ Eben dieser längst verflossenen Epoche widmet das Stadtmuseum Dresden in diesem Jahr eine Sonderausstellung: „TABAKRAU(S)CH an der Elbe. Geschichten zwischen Orient und Okzident“ öffnet am 12. September 2020 im Landhaus an der Wilsdruffer Straße.

In modernen Autos verbauen die Hersteller immer mehr Elektronik - und davon profitieren auch wichtige Chipproduzenten wie die Infineon-Fabriken in Dresden. Foto: Infineon

Speicher- und Auto-Chips sind 2020 besonders gefragt

IC Insights geht insgesamt von 8 % Wachstum in der Mikroelektronik weltweit aus Scottsdale, 27. Januar 2020. Auto- und Speicher-Chips beflügeln 2020 und in den Folgejahren den Mikroelektronik-Weltmarkt besonders stark. Das hat das US-amerikanische Analyseunternehmen „IC Insights“ prognostiziert. Insgesamt rechnen die Marktforscher aus Scottsdale in diesem Jahr mit rund acht Prozent Zuwachs in der globalen Halbleiterbranche.

Mobilfunk-Mast von Telefonica. Foto: Jörg Borm für Telefonica Deutschland

Ein Exabyte Daten durchs O2-Mobilfunknetz geflossen

Damit könnte man 1,5 Millionen Jahre Musik anhören Berlin, 23. Januar 2020. Einen neuen Datenrekord in der Bundesrepublik vermeldet der spanische Telekommunikationskonzern „Telefonica“. Demnach haben die Deutschen im O2-Mobilfunknetz von Telefonica im Jahr 2019 erstmals insgesamt fast ein Exabyte Daten übertragen. Das entspricht etwa einer Milliarde Gigabyte. „Mit diesem Datenvolumen könnte man mehr als 1,5 Millionen Jahre am Stück Musik streamen“, hieß es vom Unternehmen.

Cewe baut Saxoprint-Druckerei in Dresden aus

Unternehmen verlagert Produktion von Berlin nach Sachsen Dresden/Berlin/Oldenburg, 22. Januar 2020. Cewe baut seine Online-Druckerei „Saxoprint“ in Dresden aus. In diesem Zuge verlagert das Foto-Unternehmen aus Oldenburg ab Mitte 2020 auch die Druckproduktion seiner Berliner Tochter „Laserline“ in die sächsische Landeshauptstadt. Das hat Cewe heute angekündigt.

Mitteldeutsche Industriebetriebe beschäftigen 1 Million Menschen im ländlichen Raum. Doch die Infrastruktur dort ist immer noch unterentwickelt, kritisiert der VDMA Ost. Foto: VDMA Ost

Ostdeutsche Maschinenbauer stoppen Abschwung

Leipzig, 22. Januar 2020. Obwohl die weltwirtschaftliche Lage weiter angespannt ist, hat sich der Abschwung im ostdeutschen Maschinenbau zuletzt nicht mehr fortgesetzt. Das hat der Landesverbandes Ost des „Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau“ (VDMA) in Leipzig mitgeteilt. Er beruft sich dabei auf eine aktuelle Mitgliederumfrage.

Bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer. Foto: Bevh

Internethandel wächst um 11,6 Prozent

2019 legten E-Commerce-Umsätze in Deutschland auf 72,6 Milliarden Euro zu Hamburg, 21. Januar 2020. Der internetgestützte Handel wächst weiter in der Bundesrepublik. Im Jahr 2019 haben die Deutschen Waren und Dienstleistungen für 72,6 Milliarden Euro per Internet bestellt. Das waren 11,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies hat der „Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland“ (Bevh) aus Hamburg heute mitgeteilt.

Neue Kuka-Roboter und andere Ausrüstungen für Zwickau: Volkswagen investiert ingesamt 1,2 Milliarden Euro, um sein Werk in Zwickau auf Elektroauto-Produktion umzurüsten. Foto: Volkswagen

Sachsens Industrie schrumpft

Vor allem Autoindustrie kämpft mit Umstrukturierungen und schwächelnder Weltwirtschaft Kamenz, 16. Januar 2020. Die sächsische Industrie schrumpft weiter, während die Baufirmen gute Umsätze machen. Das geht aus einer Mitteilung des statistischen Landesamtes in Kamenz hervor.