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Berichte und Kurznachrichten aus der Hightech-Branche

Roboter anzulernen, ist eine Wissenschaft für sich. Foto: Rainer Bez, Fraunhofer IPA

Cloud-Klassenzimmer für Roboter

Experten wollen auf Konferenz in Dresden neue Anlern-Methoden für Roboter diskutieren Dresden, 19. Oktober 2018. Um „Künstliche Intelligenzien (KIs) und Roboter anzulernen, werden auch neue Trainingstechniken wie das „Maschinelle Lernen“ gebraucht. Das haben Fachleute aus Wirtschaft und Forschung im Vorfeld der Konferenz „Roboter in der Automobilindustrie“ eingeschätzt. Die Robotik-Konferenz findet am 14. und 15. November 2018 in der VW-Manufaktur Dresden statt.

Sucht in Dresden nach photonischen Hightech-Gründungen: Ulrich Eisele, Chef von der Fluxunit Osram Ventures (links). Daneben Jörg Schüler vom Veranstalter HighTech Startbahn GmbH bei den Hightech Venture Days 2018 Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Heiße Quelle für Hochtechnologien

„Hightech Venture Days“: Gründer suchen in Dresden nach Risikokapitalregen Dresden, 17. Oktober 2018. Wenn es um Hightech-Firmengründungen geht, gehört die sächsische Landeshauptstadt zu den fruchtbarsten Standorten in der Bundesrepublik. Das hat Ulrich Eisele, der Chef der Osram-Beteiligungstochter „Fluxunit“ heute während der „Hightech Venture Days 2018“ (HTVD) in der gläsernen VW-Manufaktur Dresden eingeschätzt. „In Deutschland gibt es da zwei Hotspots: Dresden und München“, betonte er. Etwa 90 Prozent der hochtechnologie-orientierten Gründungen seien in diesen beiden Städten zu finden. Wer sein Geld in App-Softwarefirmen stecken will, wird dagegen in Berlin besser bedient.

Quelle: BWS

Familien-Unternehmer denken weiter als Manager

Viele planen ganze Generation voraus Baden-Baden, 16. Oktober 2018. Die Inhaber von Familien-Betrieben planen unternehmerisch langfristiger als Manager, die oft nur von Quartalsergebnis zu Quartalsergebnis denken. Das hat die Beratungsgesellschaft BWS aus Baden-Baden eingeschätzt. Sie stützt sich dabei auf eine Umfrage in 100 mittelständischen Unternehmen.

Je nachdem, ob sie gesund oder krebsversucht sind, haben Blutkörperchen unterschiedliche mechanische Eigenschaften. Das junge Unternehmen Zellmechanik Dresden hat ein Verfahren entwickelt, um so schnell Blutproben zu analysieren. Beim Investorenkongress in Dresden warb die Firma um Risikokapital. Abb.: Aruschan Schambulatowa, Wikipedia, CC3-Lizenz

Gründerpreis für Zellmechanik Dresden

KfW-Bankgruppe zeichnet Landessieger aus Dresden/Frankfurt am Main, 8. Oktober 2018. Die KfW-Bankengruppe hat die „Zellmechanik Dresden“ mit einem Gründerpreis ausgezeichnet, weil es Blutanalysen mit einem neuen Verfahren beschleunigt hat: Die Dresdner Uni-Ausgründung ist sächsischer Landessieger im Wettbewerb „KfW Award Gründen 2018“ geworden, teilte die Bankengruppe heute in Frankfurt am Main mit.

Oragnische Solarzellen an einer Fassade im Duisburger Hafen. Foto: Duisport

Duisburger Hafen mit organischen Stromsammlern beklebt

Heliatek Dresden liefert weltweit größte Installation dieser Art Duisburg/Dresden, 8. Oktober 2018. Der Duisburger Hafen sammelt Sonnenstrom mit organischen Solarfolien. Das hat das Dresdner Unternehmen „Heliatek“, das die 185 Quadratmeter Solarzellen hergestellt hat. Es handele sich um die weltweit größte Installation mit organischen Solarfolien, betonte das Unternehmen.

Die QT-Roboter aus Luxemburg sollen autistischen Kindern helfen, Gefühle richtig einzuordnen. Foto: LuxAI

Roboterfreunde für autistische Kinder

Junge Hightech-Firmen stellen sich in Dresden den Risikokapitalisten vor Dresden/Luxemburg, 8. Oktober 2018. Roboter werden zum Freund und Helfer für autistische Kinder: Das junge Luxemburger Unternehmen „LuxAI“ will spezielle Roboter mit einer einfühlsamen „Künstlichen Intelligenz“ (KI) ausstatten. Der künstliche Freund soll jungen Patienten mit sozialen Entwicklungsstörungen helfen, die Emotionen anderer Menschen zu erkennen und damit umzugehen. Dabei setzt die Ausgründung der Uni Luxemburg einen sogenannten QT-Roboter ein, der auf einem Bildschirm am Kopf ein Gesicht mit verschiedenen Gefühlsausdrücken anzeigen kann.

HZDRI-Geschäftsführer Dr. Björn Wolf und sein Vorgänger Prof. Andreas Kolitsch beim Gespräch im Ionenstrahlzentrum des HZDR. Im Hintergrund: Der große Beschleuniger-Tank. Foto: André Wirsig/HZDR

Leichte Ionen für sparsame Smartphones

Björn Wolf übernimmt Leitung der Transferfirma „HZDR Innovation“ in Dresden-Rossendorf Dresden, 4. Oktober 2018. Mit ionenveredelter Smartphone-Elektronik, Windkraft-Sensoren und anderen „Abfallprodukten“ aus der Helmholtz-Grundlagenforschung verdient rund 40 Transferspezialisten in der HZDR Innovation GmbH ihre Brötchen: Sie entwickeln aus Forschungsergebnissen des Helmholtz-Zentrums Dresden Rossendorf (HZDR) und der TU Dresden (TUD) verkaufsfähige Produkte. Sieben Jahre nach der Gründung hat das gemeinsame Unternehmen von HZDR und der TUD-nahen „GWT-TUD GmbH“ einen neuen Chef bekommen: Dr. Björn Wolf hat am 1. Oktober 2018 die Geschäftsführung von Prof. Andreas Kolitsch übernommen, der mit 70 Jahren in den Ruhestand wechselt. Das hat das HZDR nun mitgeteilt.

Andreas Aumüller (l.) von Creditreform Dresden und Creditreform-Chefökonom Michael Bretz am 4. Oktober in den Räumen von Creditrefoirm Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsens Mittelstand wächst gegen den Bundestrend

Creditreform-Umfrage: Bundesweit schwächt sich Konjunktur ab, Mittelstand in Freistaat rechnet dagegen mit Wachstum Dresden, 4. Oktober 2018. Der kleinen und mittleren Betriebe in Sachsen machen derzeit bessere Geschäfte als der Mittelstand in anderen Gegenden Deutschlands. Das geht aus der aktuellen Konjunktur-Herbstumfrage hervor, die der Wirtschafts-Dienstleisters „Creditreform“ heute in Dresden vorgestellt hat. Demnach hat sich das Konjunkturklima nach eigener Einschätzung der deutschen Mittelständler bundesweit eingetrübt, die Sachsen dagegen berichten über steigende Umsätze, mehr Aufträge und die Aussicht auf noch bessere Geschäfte.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD, links) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, rechts) erproben in der VW-Manufaktur Dresden die Wandelbots-Sensorjacken, um einen Kuka-Industrieroboter anzulernen. Foto: Oliver Killig, VW

Roboterkonferenz in Dresden

Wenn der Kollege stählern ist, muss er per KI Empathie lernen Dresden, 4. Oktober 2018. Neueste Robotik-Trends im Autobau wollen Ingenieure, Forscher und Anwender auf einer Konferenz am 14. und 15. November 2018 im Hotel „Hilton“ in Dresden diskutieren. Schwerpunkte werden beispielsweise die wachsende direkte Zusammenarbeit von Mensch und Maschine (Kobotik), „Künstliche Intelligenz“ (KI) im Produktionsprozess und neue Schweißroboter sein.

Blick in die "Plastic Logic"-Fabrik für elektronisches Papier in Dresden. Foto: PL

Plastic Logic Dresden stoppt Produktion von e-Papier

Schon alle Aufträge bis 2019 abgearbeitet – Fabrik hat Auslastungsprobleme Dresden/Cambridge, 3. Oktober 2018. Die Fabrik von „Plastic Logic“ (PL) im Dresdner Norden hat ihre Produktion von elektronischem Papier wegen mangelnder Auslastung gestoppt. „Wir haben das getan, weil wir bereits soviel Material für unseren Hauptkunden gefertigt haben, dass es bis ins Jahr 2019 hinein reicht“, teilte Plastic-Logic-Chef Tim Burne auf Oiger-Anfrage schriftlich mit. Das Unternehmen bespreche derzeit mit diesem Hauptkunden dessen Nachfrage-Pläne.

Wassergekühltes Mikro-Rechenzentrum von Stulz mit "Cloud & Heat"-Wärmegewinner. Foto: Beil2

Mini-Rechenzentren übernehmen die Heizung

Cloud & Heat aus Dresden und Stulz Hamburg kooperieren Dresden/Hamburg, 2. Oktober 2018. Um auch kleine Rechenzentren effektiver arbeiten zu lassen, kooperieren nun die Unternehmen „Cloud & Heat“ aus Dresden und Stulz aus Hamburg technologisch. Die Hamburger werden künftig das vom Dresdner Unternehmen entwickelte Abwärme-Rückgewinnungssystem als Ausstattungsoption für die Computer der „MicroDC“-Serie anbieten, teilte „Cloud & Heat“ mit. Die Dresdner erhoffen sich dadurch neue Vertriebskanäle für ihre Technik.

Ein 5-Achs-Roboter bearbeitet im Steinmetzbetrieb Schubert einen Marmorblock. Foto: André Wirsig für die Handwerkskammer Dresden

„Um die Digitalisierung kommt das Handwerk nicht herum“

Die Dresdner Steinmetz-Unternehmung von Sven Schubert hat sich in der Denkmalpflege deutschlandweit einen guten Ruf erarbeitet – auch durch die Verbindung von Handwerk und Hightech Dresden, 1. Oktober 2018. Im Norden von Dresden, nicht weit von den großen Chipfabriken, türmen sich am Rande der Radeburger Straße schwere Brocken. Wer über den Hof und durch die Werkstätten von Sven Schubert schlendert, sieht steingewordene Träume: Hier der Sandstein-Adler, der davon träumt, sich in die Lüfte zu erheben. Da ein Kopf mit Dreispitz, der in die Sonne blinzelt und sich vorzustellen versucht, wie es wäre, einen Körper zu besitzen. Und dann dieser Krieger: halb antiker Spartiat, halb futuristisch gerüsteter Soldat der Jetztzeit. Zur Maschine geworden sei er, sagt Steinmetz Schubert über den behelmten Kopf. Bar menschlicher Individualität hat er die Gesichtszüge in den Stein gehauen. „Das ist aus der Zeit, als ich einzig und allein Künstler sein wollte“, erzählt Schubert und lässt die Lachfalten um die Augen spielen. „Zum Glück hatte meine damalige Lebengefährtin einen Job, von dem wir beide irgendwie leben konnten.“