Alle Artikel in: Wirtschaft

Berichte und Kurznachrichten aus der Hightech-Branche

Virtuelle Reisen mit exostischen Fresspaketen sind in Corona-Zeiten ein Trend geworden. Foto: (bearbeitet, freigestellt) Heiko Weckbrodt

Im Wohnzimmer-Sessel ab nach Tokio

Reisebüros bieten in Corona-Zeiten virtuelle Urlaube rund um den Globus an – und das Konzept kommt an Dresden, 6. Mai 2021. In Corona-Zeiten suchen Reisebüros nach neuen Geschäftsmodellen – und manche wie beispielsweise „Eberhardt Travel“ aus Kesselsdorf bei Dresden, „Hauser“ aus München oder „Itravel“ aus Köln finden sie in virtuellen Reisen. Dabei bucht der fernweh-bewegte Mensch beispielsweise für ein paar Dutzend Euro eine komplette Asien-Rundtour oder eine panamerikanische Reise von zwei, drei Wochen, die im „echten Leben“ mehrere tausend Euro kosten würde. Und die erlebt er oder sie dann wie im Zeitraffer binnen Stunden daheim im Sessel vor dem Bildschirm oder der großen Beamer-Leinwand – und futtert dazu Snacks aus den fernen Ländern.

Die Gutachter vom DLR-Projektträger ziehen in diesen Bürokomplex an der Könneritzstraße in Dresden. Foto: DLR-PT

DLR siedelt Gutachter-Außenstelle in Dresden an

15-köpfiges Team begutachtet Forschungsanträge von Mittelständlern Dresden, 6. Mai 2021. In Dresden hat sich ein neues Forschungsgutachter-Büro angesiedelt: Die Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat eine DLR-Projektträger-Außenstelle in der sächsischen Landeshauptstadt gegründet. Das geht aus einer DLR-Mitteilung hervor.

Onlineshopping: Die Umsätze mit immer mehr Sortimenten wandern ins Internet ab. Corona hat diesen Trend beschleunigt. Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo: Corona fördert Ladensterben in den Innenstädten

Ausnahmezustand gewöhnt Deutsche daran, auch Kleider und Töpfe im Netz zu kaufen München, 24. April 2021. Die Corona-Krise beschleunigt das Ladensterben in den deutschen Innenstädten. Das hat Ökonom Oliver Falck vom Ifo-Institut in München eingeschätzt. „Spätestens seit letztem Sommer beobachten wir massive Strukturverschiebungen hin zum Onlinegeschäft – auch jenseits der Lockdowns“, erklärte er und stützte sich dabei auf die gemeinsame Ausgabenanalyse „Wirtschaftsmonitor“ des Ifo-Instituts, der N26-Bank und der TU München. „Unsere Daten legen den Schluss nahe, dass die Krise das Sterben der Innenstädte befördert.“

Blick auf den Windpark Streumen. Foto: Lutz Weidler, LKW

Sachsenergie kauft Windkraft-Unternehmen Frank Bündig

Energieversorger aus Dresden will Leistung seiner Windparks auf 100 Megawatt verdoppelt Dresden/Waldheim, 23. April 2021. „Sachsenenergie“ kauft das Windkraft-Unternehmen „Frank Bündig GmbH“ aus Waldheim. Das hat der Energieversorger heute in Dresden mitgeteilt. „Die Übernahme ist die konsequente Erweiterung unserer Wertschöpfungskette für den Ausbau der erneuerbaren Energien“, betonte Sachsenenergie-Chef Frank Brinkmann.

Durch die staatlichen Anti-Corona-Verordnungen mussten Hotels und Gaststätten schließen beziehungsweise konnten nur noch sehr eingeschränkt Leistungen anbieten. Die Umsatzrückgänge sind erheblich. Grafik: hw

40 Prozent weniger Hotel-Übernachtungen in Sachsen

Starke Umsatzrückgänge durch Corona-Ausnahmezustand auch für Gaststätten Kamenz, 23. April 2021. Die Corona-Krise trifft die Hotellerie und die Gaststätten in Sachsen weiter hart: Die Zahl der Hotel-Übernachtungen sank im Freistaat im Jahr 2020 um 40 Prozent auf 8,6 Millionen – und im Januar 2021 verzeichneten die sächsischen Hotels sogar 83 Prozent weniger Übernachtungen als ein Jahr zuvor. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des statistischen Landesamtes in Kamenz hervor.

Die Bosch-Manager hoffen auf Milliarden-Umsätze durch vernetzte Geräte, die durch künstliche Intelligenzen gesteuert werden. Hier eine Heimanwendung, bei der die Raumluft und Beleuchtung per App justiert werden. Foto: Bosch

Bosch stürzt sich auf vernetzte künstliche Intelligenz, E-Autos und Wasserstoff

Umsatzeinbußen im Corona-Jahr, Konzernchef will mehr in Zukunftstechnologien investieren Stuttgart, 22. April 2021. Der deutsche Technologiekonzern „Bosch“ will sich künftig stärker auf vernetzte künstliche Intelligenz (AIoT), elektrische Autoantriebe und Brennstoffzellen konzentrieren und erwartet aus diesen noch jungen Geschäftsfeldern neue Milliardenumsätze. Das geht aus der Jahresbilanz 2020 und dem Ausblick bis 2025 hervor, die Bosch-Chef Volkmar Denner heute vorgelegt hat.

Der Meyer-Burger-Standort im schweizerischen Thun. Foto: Meyer Burger

Meyer Burger will Solarfabrik in Freiberg im Sommer neu starten

Eidgenossen bereiten parallel dazu Zellproduktion in Bitterfeld vor Freiberg/Bitterfeld, 16. April 2021. Der Schweizer Konzern „Meyer Burger“ rüstet derzeit die früheren Photovoltaik-Werke von Solarworld in Freiberg und von Sovello in Bitterfeld neu aus und rechnet dort im Sommer 2021 mit dem Produktionsstart. In der kommenden Woche will der sächsische Umweltminister Wolfram Günther (Bündnisgrüne) die Freiberger Fabrik besuchen, um sich über die Fortschritte zu informieren.

Eine Kupferwicklung in Hairpin-Technik für einen Elektromotor aus dem 3D-Drucker. Foto: Additive Drives

Motoren aus dem 3D-Drucker und Hilfsbetten aus Pappe

Futuresax: 30 Innovationen aus Sachsen für Staatspreise des Freistaats nominiert Dresden, 19. April 2021. Elektromotoren aus dem 3D-Drucker, Feldbetten aus Pappe für die schnelle humanitäre Hilfe, begsame Sensorfolien für die hochautomatisierten Fabriken der Industrie 4.0 und „Künstliche Intelligenzen“ (KIs), die essbare Pilze züchten – insgesamt 30 faszinierende Innovationen und Uni-Ausgründungen aus Sachsen haben es diesmal in die engere Auswahl für die sächsische Staatspreise für Gründer, Transfererfolge und Neuerungen geschafft. Das geht aus einer Übersicht der Innovationsplattform „Futuresax“ aus Dresden hervor, die diese Wettbewerbe für die Staatsregierung ausrichtet.

Diese elektronisch aufgerüstete "Skiin"-Frauen-Unterhose von Myant kann zum Beispiel Herzfrequenz und körperliche Aktivitäten der Trägerin auswerten. Foto: Myant

Wenn der BH die Heizung aufdreht

Elektronische Unterwäsche ist im Kommen, prognostiziert IDTechEx, und rechnet mit Marktwachstum für „smart underwear“ Cambridge, 18. April 2021. Elektronisch aufgerüstete „intelligente“ Unterwäsche wird in naher Zukunft unseren Alltag mitbestimmen. Das hat Marktforscher James Hayward von „IDTechEx“ in seiner Analyse “E-textiles and Smart Clothing 2020-2030: Technologies, Markets and Players“ eingeschätzt. Die Rede ist da von Rettungswesten mit integrierten Defibrillatoren, Eisprung-Warnhöschen, Heiz-BHs, automatisch reagierenden Antischweißfuß-Socken, ja selbst von singender Unterwäsche, die mit der Lieblingsmusik des Trägers dessen Stimmung morgend aufhellt.

Der Energiesektor von Siemens konnte erst kürzlich wieder Großaufträge in Ägypten und in Belgien an Land ziehen - hier ein Blick in die Turbinenmontage im Berliner Siemens-Werk. Das IfW rechnet damit, dass sich das Wirtschaftswachstum in Deutschland noch beschleunigen wird. Foto: Siemens

Weil Corona länger dauert: Ökonomen senken Prognose

Nur 3,7  statt 4,7 % Wachstum: Seuche und Überalterung bremsen deutsche Wirtschaft aus München, 15. April 2021. Weil sich Impfkampagne und Corona länger hinschleppen als gedacht und Deutschland weiter überaltert, haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute im deutschsprachigen Raum ihre Wachstumsprognose für 2021 nun um einen Prozentpunkt auf 3,7 Prozent abgesenkt. Das geht aus dem gemeinsamen Frühjahrsgutachten 2020 von Ifo München, DIW Berlin, der KOF Zürich, dem IfW Kiel, dem RWI Wien und dem IWH in Halle hervor.

Karl Pouva (rechts) begutachtet 1951 mit einem Mitarbeiter auf einen Tragkörper gekittete Linsen für den Bildwerfer "Pouva Magica". Foto: Richard Peter jun., Deutsche Fotothek, Wikipedia, CC4-Lizenz, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

Karl Pouva – Erfinder und Unternehmer in der DDR

Mit dem Jugendbildwerfer „Pouva Magica“ sorgte der Freitaler Tüftler für unzählige Rollfilmabende in ostdeutschen Kinderzimmern Freital, 14. April 2021. Mit dem Jugendbildwerfer „Pouva Magica“ sind viele Ostdeutsche groß geworden: Er hat ihnen unzählige Rollfilmabende und Geburtstags-Vorführungen mit dem unverkennbaren Hintergrundgeruch von heißem Bakelit beschert und (mehr oder minder hell) leuchtende Ausflüge in ferne Märchenwelten – lange, bevor Beamer und Smartphones unsere Sehgewohnheiten völlig umgekrempelt haben. Der Mann hinter diesem Apparat hieß Karl Pouva. Er agierte in der DDR bis zum Ende der Ära Ulbricht als erfolgreicher Privatunternehmer inmitten einer „sozialistischen“ Wirtschaft.

Herzstück der elektronischen Nasen ist der Geruchssensor „Smell iX16” auf Basis von Kohlenstoff-Nanoröhrchen. Foto: SmartNanotubes

Turck Duotec will künstliche Nasen aus Sachsen

Auftragsfertiger aus NRW steigt bei “Smartnanotubes” Freital ein und plant Serienproduktion Dresden/Halver/Freital, 12. April 2021. Um Zugriff auf eine neuartige künstliche Nase zu bekommen, beteiligt sich der Elektronik-Auftragsfertiger „Turck Duotec“ aus Halver an „Smartnanotubes Technologies“ aus Freital. Das geht aus einer Duotec-Mitteilung hervor. Die Smartnanotubes-Ingenieure hatten zuvor an der TU Dresden innovative Mehrkanal-Gasensoren entwickelt. Die koppelten sie dann mit einer „Künstlichen Intelligenz“ (KI), die ganz verschiedene Gasgemische erlernen, erschnüffeln und erkennen kann. Duotec organisiert nun die Serienproduktion der künstlichen Nasen, um sie ab dem vierten Quartal 2021 dann auch zu verkaufen beziehungsweise in Geräte von Kunden einzubauen.

Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden, im November 2015. Foto: André Wirsig, Handwerkskammer Dresden

Handwerkskammer Dresden: Aktuelle Corona Politik schädigt Standort

Präsident Dittrich: Agieren im Drei-Wochen-Takt bringt uns nicht weiter Dresden, 8. April 2021. Die Handwerkkammer Dresden hat das Hin und Her in der deutschen Corona-Politik scharf kritisiert: „Ein kurzfristiges Agieren im Drei-Wochen-Takt sowie Verwirrung stiften durch ständig neue Ideen und Wortschöpfungen bringen uns nicht voran“, erklärte Kammer-Präsident Jörg Dittrich. „Vielmehr führt die aktuelle Politik zu einer sukzessiven Schädigung des Standortes.“

Auszug aus der Insolvenzordnung. Grafik: hw

Mehr Zombie-Unternehmen in Sachsen

17 % weniger Pleiten, Insolvenzpflicht war wegen Corona ausgesetzt Kamenz, 8. April 2021. In Sachsen mehrt sich in Corona-Zeiten schneller als im Bundesdurchschnitt das Heer der sogenannten Zombie-Unternehmen. Wirtschaftsforscher bezeichnen damit Betriebe, die eigentlich längst nicht mehr überlebensfähig sind, aber durch staatliche Hilfen und die ausgesetzte Insolvenzpflicht weiter existieren. Laut dem statistischen Landesamt in Kamenz ist 2020 die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 16,9 Prozent beziehungsweise 116 Verfahren im Vergleich zum Vorjahr gesunken – bei gleichzeitig stark gestiegenen finanziellen Forderungen der Gläubiger. Zum Vergleich: Bundesweit lag diese Quote im Jahr 2020 bei 15,5 Prozent.