Alle Artikel in: Wirtschaft

Berichte und Kurznachrichten aus der Hightech-Branche

So etwa soll die Traudl-App aussehen- Bildschirmfoto von „Feel:neo“-Präsentation

Traudl-App gegen die Trauer-App

„Feel:neo“-Team arbeitet in Dresden an einem digitalen Kummer-Helfer für Jugendliche Dresden, 25. Juni 2022. Wir es womöglich mit digitaler Hilfe künftig leichter, um einen geliebten Menschen, um einen Verlust oder eine Trennung zu trauern? Wer mit dem Smartphone und sogenannten sozialen Netzwerken aufgewachsen ist, für den mag das kein so abwegiger Gedanke sein. Deshalb entwickelt die studentische Ausgründung „Feel:neo“ derzeit in Dresden mit „Traudl“ eine Trauer-App.

Sensorfolie von den Organikelektronik-Spezialisten aus Dresden. Foto: Flexora

Sensorfolien für ein langes Maschinenleben

Mit Flexora, Credoxys und Beeoled hat das Dresdner Physikinstitut von Karl Leo schon wieder drei neue Hightech-Firmen ausgegründet Dresden, 21. Juni 2022. Das Institut für angewandte Physik (IAP) der TU Dresden bleibt seinem Ruf als besonders aktive Forschungs- und Gründungsschmiede treu: Erneut haben sich dort drei Hightech-Firmen ausgegründet beziehungsweise befinden sich gerade im Gründungsprozess. Das hat Institutsdirektor Prof. Karl Leo auf Oiger-Anfrage mitgeteilt. Konkret handelt es sich um die Unternehmen Flexora, Credoxys und Beeoled.

Die Ökonomen haben ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft weiter herunterkorrigiert. Grafik: Heiko Weckbrodt

Ifo korrigiert Wachstumsprognose auf 2,5 Prozent herunter

Ukraine-Krieg, Inflation und gestörte Lieferketten bremsen Konjunktur weiter aus München, 15. Juni 2022. Die Ifo-Ökonomen haben den Post-Corona-Aufschwung für Deutschland erneut verschoben und ihre Wirtschaftsprognosen für 2022 noch einmal nach unten korrigiert: Statt um 3,1 Prozent, wie noch im März 2022 prophezeit, wächst demnach das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr nur um 2,5 Prozent. Das geht aus einer Mitteilung des Ifo-Instituts aus München hervor.

Die Aufnahme zeigt aktive Zonen unserer Sonne. Solar Dynamics Observatory, NASA

Sonnenkraft gegen Fettluft

Purventus Erfurt spaltet mit Ultraviolett-Strahlern Fette in der Restaurantluft auf Erfurt, 12. Juni 2022. Um Fett aus der Gaststätten-Luft herauszulösen und Brandgefahren zu mindern, setzt das Unternehmen „Purventus“ aus Erfurt auf Ultraviolettstrahlen (UV), wie sie auch im Sonnenlicht vorkommen. Für das einfache und vergleichsweise umweltfreundliche Reinigungsprinzip ihrer Geräte haben die Thüringer nun von einer Jury aus Unternehmern und Autoren eine Auszeichnung als Geschäftsheld („Business Hero Award“) bekommen. Das geht aus Mitteilungen von Purventus und der Business-Hero-Initiative hervor.

Industrie Zahnrad Konjunktur. Abb.: Heiko Weckbrodt

Deloitte verspricht 300 neue Jobs in Görlitz

Wirtschaftsprüfer siedeln sich auf dem Siemens- Innovationscampus an Görlitz, 10. Juni 2022. Die Wirtschaftsprüfer von Deloitte richten einen dritten sächsischen Standort ein und versprechen in diesem Zuge rund 300 neue Jobs in Görlitz. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens hervor. Vom dortigen „Siemens-Innovationscampus“ aus werde das neue Team „Unternehmen und öffentliche Institutionen bei der Umsetzung von Digitalisierungs-Strategien und Projekten sowie bei der effizienteren Gestaltung von Prozessen“ unterstützen.

Programmieren und entwickeln im Ambiente einer ehemaligen Maschinenfabrik - und wer will, darf auch von zu Hause aus arbeiten: Das Sofware-Entwicklungszentrum SID von VW nach dem Umzug in die Universellen Werke Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

VW-Softwarezentrum in Dresden wächst

Entwickler für Rechnerwolken, Roboterlehrer und das neue, digitale Produzieren sind in die Universellen Werke umgezogen Dresden, 7. Juni 2022. Weil seine Aufgaben und Teamstärke seit der Gründung 2018/2019 deutlich gewachsen sind, ist das Dresdner Entwicklungszentrum von Volkswagen von der gläsernen Manufaktur mittlerweile in die „Universellen Werke Dresden“ umgezogen. Von einer kleinen Startmannschaft ist das Zentrum mittlerweile auf 50 Beschäftigte expandiert und soll in den nächsten Jahren auf etwa 80 Köpfe weiterwachsen. Das hat Uwe Wieland mitgeteilt, der das „Software Innovation Development“-Zentrum (SID) in der sächsischen Landeshauptstadt leitet.

Die Lumiloop-Geschäftsführer Samuel Hildebrandt (links) und Eike Suthau mit ihrer Messtechnik für elektromagnetische Felder. Die kleinen "Golfbälle" auf dem Tisch enthalten Antennen, die einerseits Störfelder von außen, anderseits aber auch die von neuen Autos, Haushaltsgeräten oder Smartphones abgestrahlen Felder ermitteln können. Foto: Heiko Weckbrodt

Energie für Messtechnik per Licht statt Strom

Lumiloop verdoppelt Produktionskapazität in Dresden Dresden, 2. Juni 2022. Angesichts steigender Nachfrage nach Störfeld-Messtechnik aus Dresden hat die TU-Ausgründung „Lumiloop“ hat ihre Entwicklungs- und Produktionskapazitäten in der sächsischen Landeshauptstadt auf rund 500 Quadratmeter verdoppelt. Das haben heute die Geschäftsführer Eike Suthau und Samuel Hildebrandt im Technologiezentrum Dresden mitgeteilt. Außerdem habe das Unternehmen eine Messkammer für Kalibrierungszwecke gebaut sowie neue Geräte angeschafft und verstärke auch seine bisher 15-köpfige Belegschaft.

Über 400 Unternehmen setzen laut Staffbase-Angaben die Mitarbeiter-Apps der Sachsen ein, um mit ihren Mitarbeitern zu kommunizieren. Foto: Staffbase

Staffbase weiter aufs Einkaufstour

Diesmal übernimmt die sächsische App-Schmiede die Koblenzer Softwarefirma Dirico Dresden/Koblenz, 1. Juni 2022. Die sächsische Kommunikationssoftware-Firma „Staffbase“ ist weiter auf Einkaufstour. Diesmal übernehmen die Chemnitzer das Koblenzer Unternehmen „Dirico“. Wieviel sie dafür bezahlen, wollten die Sachsen nicht verraten. Ihre Reserven für derartige Übernahmen dürften aber vermutlich gefüllt sein: Seit der Gründung hat das Unternehmen rund eine Milliarde Euro von Kapitalgebern eingesammelt.

77,2 aller Industrieunternehmen (hellblauer Balken oben) beklagten bei einer Umfrage im Mai 2022 Nachschubprobleme. Die Lage differiert aber je nach Branche. Grafik: Ifo

Materialengpässe durch chinesische Hafensperren verschärft

Maschinenbau, Elektroindustrie und Autobau besonders von Lieferketten-Problemen betroffen München, 30. Mai 2022. Im Maschinenbau, in der Elektroindustrie, im Autobau und in weiteren Industriebranchen haben sich die Material-Engpässe weiter verschärft. Das hat das Wirtschaftsforschungsinstitut „Ifo“ aus München durch eine Unternehmens-Umfrage ermittelt. „Die Lieferketten stehen unter Dauerstress“, schätzte Ifo-Forscher Klaus Wohlrabe ein. „Die Schließung von Häfen in China hat für viele Unternehmen die Situation weiter verschlechtert.“

Die Visualisierung zeigt, wie die Züge und Loks der Typen Velaro (vorn rechts), Desiro (Mitte) und Vectron (Güterlok links hinten) durch Ägypten fahren sollen. Visualisierung: Siemens

Ägypten kauft ICE-Züge von Siemens

Konsortium unter deutscher Führung sichert sich 8,1-Milliarden-Euro-Auftrag für Schnellbahnnetz Kairo/München, 28. Mai 2022. Siemens richtet gemeinsam mit regionalen Partnern ein rund 2000 Kilometer umfassendes Schnellbahnnetz in Ägypten auf. Der Auftrag habe – inklusive bereits früher vergebener Teilaufträge – ein Volumen von rund 8,1 Milliarden Euro, teilte der deutsche Elektrotechnik-Konzern mit.

Seit 1. Januar 2015 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 € pro Stunde. Foito (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Ifo: Hohe Inflation flaut bald ab

Im Einzelhandel bleibt’s aber vorerst teuer München, 27. Mai 2022. Das Ifo-Institut aus München rechnet damit, dass die Geldentwertung in der zweiten Jahreshälfte etwas abflaut. In einer Befragung im Mai sank erstmals seit Monaten der Anteil der Firmen, die ihre Preise in den kommenden drei Monaten erhöhen wollen. Er fiel auf 57,8 Punkte, von 61,8 im April.

Das "Nemus"-Fahrrad der Dresdner Firma "LignoTube" ist zu großen Teilen aus Hlz gefertigt. Es soll Holperpisten besser wegstecken als Alu-Räder. Foto: Robert Gebler, LignoTube

Fahrrad erlebt eine Renaissance in Sachsen

Immer mehr Menschen radeln – zugleich gewinnt die Produktion hochwertiger Fahrräder im Freistaat wieder an Gewicht Dresden, 26. Mai 2022. In Sachsen erlebt das Fahrrad eine Wiedergeburt – sowohl durch die, die selbst radeln, wie auch jene, die Fahrräder herstellen und aufwerten. „Die Renaissance des Fahrrades ist ein Megatrend, der auch in Sachsen deutlich spürbar ist“, meint Regierungssprecher Ralph Schreiber. Die Branche nehme weiter Fahrt auf und könne dabei auf eine lange Fahrradtradition im Freistaat bauen. Mit einer eigenen Werbekampagne will die Staatsregierung nun auf das Fahrradland Sachsen aufmerksam machen – sowohl als Ausflugs- und Tourenort für Radler, wie auch als Standort für hochwertiger Fahrradproduktion.

Radler sollen die Sensorbox "Dashbike" an ihren Sattel montieren. Foto: Dashfactory

Radelnde Datensammler

Radler ermitteln mit Dashbike-Sensorboxen Problemstellen in der Stadt Leipzig/Dresden/Jena, 25. Mai 2022. Die radelnden jungen Macher der „Dashfactory“ aus jena und Leipzig wollen das Radfahren in Städten sicherer machen. Deshalb haben sie eine mobile Sensoranlage names „Dashbike“ entwickelt, die man oder frau ans Fahrrad montieren können, um damit Daten über Engstellen, Beinahe-Unfälle, schlechte Radwege und dergleichen zu sammeln. Diese Informationen sollen die jeweiligen Stadtverwaltungen dann nutzen, um die Problemstellen zu entschärfen. Dieses Konzept hat Dashfactory-Finanzerin Birthe Averdung am Dienstagabend während einer „Pitch Night“ im Dresdner Kraftwerk Mitte vorgestellt, um neue Investoren zu gewinnen. Dafür erntete sie viel Beifall aus dem Publikum.

Sinn-Spezialuhr aus U-Boot-Stahl. Foto: Sinn

Sinn-Spezialuhren siedelt sich in Dresden an

Niederlassung für Service und Montage wegen Nähe zu Glashütte und Fachkräfte-Reservoir in Sachsen gegründet Dresden/Frankfurt am Main/Glashütte, 24. Mai 2022. Der hessische Spezialuhren-Hersteller „Sinn“ richtet eine Dependance in Dresden ein. In der neuen Niederlassung an der Kleine Brüdergasse nahe der Frauenkirche kümmern sich zunächst vier Uhrmacher und Uhrmacherinnen um den Service und die Uhrenmontage. Diese Team soll noch wachsen, kündigte das Unternehmen mit Hauptsitz in Frankfurt am Main nun an.

Dieses Modell der Frauenkirche Dresden haben die Heteromerger mit ihrem Multimaterial-3D-Druckverfahren erzeugt. Dazu sind Mikroskopaufnahmen gedruckter Details vergrößert eingeblendet. Abb.: Heteromerge Dresden

Heteromerge Dresden entwickelt Multimaterial-3D-Drucker

Zwei-Photonen-Polymerisator erzeugt Nanostrukturen für Smartphone-Linsen, Optoelektronik und Gewebezucht Dresden, 20. Mai 2022. Mikrolinsen und andere Bauteile für Smartphones, Optoelektronik und medizinische Gewebezüchter mehr lassen sich mit einem in Dresden entwickelten Verfahren nun auch mit 3D-Druckern fertigen. Durch diesen additive Fertigungsansatz lassen sich einerseits auch sehr komplexe Nano-Strukturen aus mehreren Materialien in einem Arbeitsgang erzeugen, sind anderseits aber auch Kleinserien und Unikate kein Problem. Ein fünfköpfiges Team um Dr. Robert Kirchner von der TU Dresden, der diese Technologie maßgeblich entwickelt hat, gründet auf dieser Basis nun – wie bereits bei Oiger.de angekündigt – ein eigenes Unternehmen „Heteromerge“. Das geht aus einer Mitteilung der TU Dresden hervor.