Alle Artikel in: Wirtschaft

Berichte und Kurznachrichten aus der Hightech-Branche

Die Lohnlücke zwischen Ost und West liegt in Deutschland bei etwa 15 %. Themenfoto: Heiko Weckbrodt

ifo Dresden: Zwei Drittel der Lohnlücke Ost-West durch unterschiedliche Wirtschaftsstrukturen

Mehr Tarifverträge bringen da auch nicht viel, meinen Wirtschaftsforscher Dresden, 18. Oktober 2023. Zwei Drittel der Lohnlücke zwischen Ost- und Westdeutschland lassen sich durch Unterschiede in der Wirtschaftsstruktur erklären: In Ostdeutschland sind vor allem Branchen und Großbetriebe unterpräsentiert, die normalerweise besonders gute Gehälter zahlen. Das geht aus einer Untersuchung des Wirtschaftsforschungs-Institutes Ifo Dresden hervor.

Die Ökonomen haben ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft weiter herunterkorrigiert. Grafik: Heiko Weckbrodt

Sachsens Wirtschaft im Abschwung-Modus

IHK-Umfrage zeichnet düstere Prognose Dresden, 17. Oktober 2023. Der Abschwung in Deutschland schlägt auch in Ostsachsen durch: Vor allem in Industrie und Baugewerbe laufen die Geschäfte schlecht, die Auftragsbücher leeren sich. Und abgesehen von subventionierten Großprojekten wie die Chipfabriken von TSMC und Infineon sind auch immer weniger Unternehmer derzeit bereit, überhaupt noch zu investieren und neue Leute einzustellen. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden hervor.

Die Dermapurge-Gründer Felix Klee (links), Jonas Schubert und Max Schnepf (rechts). Foto: Dresden exists via TUD

Saubermacher in der Nanowelt

Dresdner Uni-Ausgründung Dermapurge arbeitet an Waschgelen gegen Kampfstoffe und Nanostäube Dresden, 14. Oktober 2023. Damit Soldaten nach einem Chemieangriff die Kampfstoffe zuverlässig von ihren Händen abwaschen können, entwickelt die Dresdner Uni-Ausgründung „Dermapurge“ derzeit ein neues Spezialwaschmittel. Das haben das Unternehmen und die TU Dresden mit Blick auf den morgigen „Internationale Tag des Händewaschens“ mitgeteilt.

Steht symbolisch für die Industriekultur in Sachsen: Immer noch funktionsfähige Dampfmaschine im Industriemuseum Chemnitz. Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsen wollen Industriekultur stärker für Zukunftsthemen einspannen

Expertenumfrage: Freistaat sollte seine wirtschaftlichen Traditionen für Tourismus, Identitätsstiftung und neue Projekte nutzen Dresden, 11. Oktober 2023. Sachsen sollte seine industriekulturellen Traditionen und Baudenkmäler stärker als bisher für Tourismus, Identitätsstiftung und Zukunftsprojekte nutzen. Das hat eine Expertenumfrage des „Landesverbandes Industriekultur in Sachsen“ ergeben. Dieses Erbe sei „eine Ressource für die Zukunft des Industriestandortes Sachsen“, heißt es in einer Auswertung, die der Landesverband in den Technischen Sammlungen Dresden vorgestellt hat.

Packwise: Millionen Augen überwachen die globalen Lieferströme

In Europa ist das Dresdner IoT-Unternehmen mit seinen Sensorboxen schon Marktführer – bald geht’s nach Amerika Dresden, 6. Oktober 2023. Weil die Nachfrage für Fracht-Ortungstechnik aus Sachsen international wächst, expandiert das Dresdner Unternehmen „Packwise“ (Eigenschreibweise: „Pack:wise“) im Jahr 2024 nach Nordamerika. Das hat Packwise-Mitgründer und Produktmanager-Chef Felix Weger angekündigt. „In Europa sind wir mit unserer Technik Marktführer“, sagt er. „Nun machen wir den nächsten Schritt.“ Wenn das Geschäft in den USA und in Kanada gut anlaufe, stehe danach der Weg nach Südamerika und später auch nach Asien offen.

Vor allem auf dem Lande in Ostdeutschland leben viel zu wenige junge Menschen, um für eine gesunde demografische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung dieser Landkreise zu sorgen. Grafik: Dall-E 2

Ostdeutsches Arbeitskräfte-Reservoir schrumpft um bis zu 1,2 Millionen

Zuwanderung gleicht Überalterung nicht aus Wiesbaden, 29. September 2023. Im Zuge des demografischen Wandels verliert Ostdeutschland in den kommenden 20 Jahren zwischen 600.000 und 1,2 Millionen Menschen im erwerbstätigen Alter. Das hat das statistische Bundesamt in Wiesbaden prognostiziert. „Wie stark der Rückgang tatsächlich ausfällt, hängt vor allem vom künftigen Ausmaß der Zuwanderung aus dem Ausland ab“, erklärten die Bundesstatistiker.

Die Kammern fordern kürze Wege und mehr Unterkünfte in Berufsschul-Nähe für Lehrlinge in Sachsen. Visualisierung: Dall-E

Jeder 4. Azubi in Sachsen fährt über 1,5 Stunden zur Berufsschule

Nicht selten scheitern Ausbildungsverträge an solch weiten Distanzen Dresden/Leipzig/Chemnitz, 28. September 2023. Ein Viertel aller Lehrlinge in Sachsen muss mehr als 90 Minuten zur Berufsschule fahren – und nicht selten scheitern letztlich Ausbildungsverträge an solch weiten Entfernungen. Das geht aus Umfragen der Industrie- und Handelskammern (IHK) und der Handwerkskammern (HWK) im Freistaat hervor

Die neue "Coool Case"-Fabrik von außen. Foto: Heiko Weckbrodt

Cooolcase will Gehäusefabrik in Dresden-Reick ausbauen

Auftragsfertiger gehört zu den Robotron-Nachfolgebetrieben und wird nun 30 Jahre alt Dresden, 23. September 2023. Der Gehäusebauer „Cooolcase“, der 1993 aus den Überresten des Robotron-Computerkombinats hervorging, will seine Fabrik in Dresden-Reick mittelfristig ausbauen. Das hat Geschäftsführer Christian Michel zum 30-jährigen Firmenjubiläum angekündigt. Die Auftragslage sei gut, viele neue Projekte rings um die Energiewende haben in jüngster Zeit die Auftragsbücher gefüllt. Allein in den vergangenen zwei Jahren sei das Unternehmen um 20 Prozent gewachsen.

Polsterer Jens Bartkitz heftet eine neue Stoffbespannung an den Bettrahmen eines Schwarzmeier-Kunden. Foto: Heiko Weckbrodt

Vom Pferdesattler zum noblen Innenausstatter

Antonia Schwarzmeier führt den Handwerksbetrieb ihrer Familie in Arnsdorf in der 5. Generation Arnsdorf. Wenn Hausbesitzer zu Antonia Schwarzmeier nach Arnsdorf kommen, sind sie oft schon „angefixt“ durch das Internet: Sie zeigen auf ihren Handys Bilder von puristisch ausgestatteten Riesen-Lofts, von – scheinbar – mit wiederverwertetem Sperrmüll ausstaffierten Hipster-Wohnungen oder ein Luxus-Penthouse, das sie auf Instagram & Co. im Netz gefunden haben. „Viele sind einfach überfordert von der Bilderflut aus dem Netz“, erzählt die Innenarchitektin, die in der fünften Generation das Familienunternehmen „Raumausstattung Schwarzmeier Arnsdorf“ leitet. „Meine Aufgabe ist es dann, die Lösung zu finden, die dem Kunden gefällt, in der er oder sie sich wohlfühlt. Und manchmal muss ich eben auch erklären, dass ein Loft nicht funktioniert, wenn die Räume daheim nur 2,50 Meter hoch sind – und dann doch eine Variante ausarbeiten, die Loft-Elemente integriert.“

Ob nun virtuell gespiegelte industrielle Prozesse, Umweltzertifikate oder mit überschüssigem Sonnenstrom geschürftes Digitalgeld: Für geblockte Ketten (Blockchains) kristallisieren sich immer mehr Einsatzmöglichkeiten heraus. Visualisierung: Dall-E

Investieren per Mausklick in Start-Ups künftig auch für Kleinanleger

Risikokapitalisten geben Corpus Mittweida zwei Millionen Euro für Beteiligungs-Plattform „Tokenize.it“ Mittweida, 11. September 2023. Was bisher nur ausgewählten Investoren offen stand – nämlich sich per Mausklick an einer jungen, aufstrebenden Firmengründung jenseits der großen Börsen zu beteiligen – soll künftig auch Privatanlegern möglich sein: Das Digitalisierungs-Unternehmen „Corpus“ aus Mittweida hat nun weitere zwei Millionen Euro von Risikokapitalisten bekommen, um seine Beteiligungs-Plattform „Tokenize.it“ für eine breitere Anlegerschaft zu öffnen. Das geht aus Mitteilungen von Corpus und des „High-Tech Gründerfonds“ (HTGF) hervor.

Aluminium-Guss in einem norwegischen Hydro-Werk. Foto: Hydro

Alu-Werke von Norsk Hydro in Rackwitz wachsen

Norweger investieren Millionen in Ausbau von Aluminium-Gießerei und Presswerk Rackwitz, 9. September 2023. „Hydro“ baut seine Alu-Fabriken im nordsächsischen Rackwitz mit Millionenaufwand aus. Dadurch entstehen Dutzende neue Jobs. Auch sichern die Investitionen auch den Aluminium-Nachschub für die Autoindustrie und weitere Branchen in Deutschland besser ab. Das geht aus Meldungen des norwegischen Aluminium- und Energie-Unternehmens sowie des sächsischen Regionalministeriums (SMR) hervor.

Wo ist der Platz des Menschen in der hochautomatisierten Elektroauto-Produktion? Hier ein Blick in die Montage des neuen ID-Stromers im Werk Zwickau von Volkswagen Sachsen. Foto: Oliver Killig für VW Sachsen

Großansiedlungen in Sachsen seit der Wende

Über 32 Milliarden Euro Investitionen durch Großunternehmen seit 1991 Dresden, 8. September 2023. Mit Blick auf die jüngsten Milliarden-Subventionen für große Chipkonzerne hat das sächsische Wirtschaftsministerium eine Übersicht über Großansiedlungen im Freistaat seit der Wende erstellt. Dies ist zwar nur ein Ausschnitt der Nachwende-Investitionen in Sachsen. Allein sie machen aber laut der Übersicht mindestens 32 Milliarden Euro aus – inklusive der jüngsten, erst beginnenden Investitionen von Infineon und TSMC in Dresden.