Alle Artikel in: Wirtschaft

Berichte und Kurznachrichten aus der Hightech-Branche

Globalfoundries Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Erneut Warnstreik bei Globalfoundries Dresden

Chemiegewerkschaft will endlich Tarifvertrag erzwingen Dresden, 28. Mai 2020. Um doch noch einen Tarifvertrag bei Globalfoundries (GF) zu erzwingen, bestreiken die Gewerkschaften morgen (29. Mai 2020) erneut die Dresdner Fabrik des US-Chipherstellers. Das geht aus einer Ankündigung der „Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie“ (IG BCE) hervor. Der Streik soll 14 Uhr vor dem Werktor starten und 24 Stunden dauern. GF-Sprecher Jens Drews kritisierte die Gewerkschaftsaktion derweil in einer ersten Reaktion als „verantwortunsglos“ mitten „in der größten Wirtschaftskrise unseres Landes“.

Alibaba-Campus in Hangzhou. Foto: Alibaba

Amazon immer noch viermal so groß wie Alibaba

Beim Gewinn nehmen sich der US-Online-Riese und das Pendant aus China aber nicht mehr viel London/Seattle/Hangzhou, 26. Mai 2020. Der US-Onlinehandelsriese Amazon aus Seattle und sein chinesisches Pendant Alibaba mit Hauptsitz in Hangzhou verfolgen inzwischen recht ähnliche Geschäftsmodelle und wachsen damit auch stark. Beim Gewinn liegen sie auch nicht weit auseinander. Doch gemessen am Umsatz liegt Alibaba noch weit hinter Amazon. Das geht aus einer Analyse des Finanznachrichten-Portals „Learbonds.com“ aus London hervor.

Lambertz-Chef Hermann Bühlbecker in der Fabrik von Dr. Quendt. Er ist zufrieden mit dem 2014 gekauften Tochterunternehmen. Foto: Heiko Weckbrodt

Süßigkeiten-König Bühlbecker wird 70

Lambertz-Chef rettete 2014 Dr. Quendt Aachen/Dresden, 25. Mai 2020. Lambertz-Chef Hermann Bühlbecker, dem seit 2014 auch die Dresdner Backfabrik „Dr. Quendt“ gehört, wird demnächst 70. Darauf hat das Unternehmen Lambertz aus Aachen hingewiesen. Er habe „in den letzten vier Jahrzehnten aus einem kleinen, wirtschaftlich angeschlagenen Familien- und Traditionsunternehmen, das bis dato nur im Nischenmarkt von Aachener Printen-Spezialitäten tätig war, eine der führenden nationalen und internationalen Gebäckgruppen aufgebaut“.

Viele ostdeutsche Textilbetriebe haben viel Geld und Mühe investiert, um eine Maskenproduktion zu etablieren. Hier zum Beispiel prüft Mitarbeiterin Carola Seifert an einer Produktionslinie die neuen OP-Masken in der „TEG Textile Expert GmbH“ in Heinsdorfergrund. Foto. Wolfgang Schmidt für den VTI

Textilindustrie fordert Abnahmegarantie für Corona-Masken

Verband: Sächsische Betriebe haben auf allgemeinen Wunsch die Maskenproduktion hochgefahren – nun darf man sie nicht im Regen stehen lassen. Chemnitz, 22. Mai 2020. Die sächsische Textilindustrie fordert Abnahmegarantien für die Masken, deren Produktion die hiesigen Betriebe auf allgemeinen Wunsch in der Corona-Krise aufgebaut hatten. „Unsere Firmen haben sich in sensationell kurzer Zeit auf die Anforderungen eingestellt, die sich aus der Corona-Krise ergaben“, argumentierte Hauptgeschäftsführer Jenz Otto vom „Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie“ (VTI) aus Chemnitz. „Nun liegt es an Politik und Behörden, am einschlägigen Medizinfachhandel und an den Einkaufsentscheidern im Gesundheitswesen, diese Produkte zu ordern.“

Volkswagen hat einen ersten ID-Store in seiner gläsernen Manufaktur in Dresden eröffnet - und steigt damit in den Direktvertrieb à la Apple oder Tesla ein. Foto: Oliver Killig für Volkswagen Sachsen

VW öffnet ersten eigenen Elektroauto-Laden in Dresden

Vorbilder Tesla und Apple: Volkswagen will seine neuen ID-Fahrzeuge in eigenen „ID Stores“ mit Erlebnisfaktor verkaufen. Dresden, 14. Mai 2020. Für seine neuen Elektroautos der ID-Familie will Volkswagen auch neue Vertriebskanäle aufbauen – obgleich wenn die Autohändler darüber nicht nur begeistert sind. Einerseits möchte der Konzern seine Fahrzeuge künftig per Internet verkaufen, andererseits in sogenannten „ID Store“ eine ähnliche Sogwirkung wie Apple in seinen Präsenzläden entfalten und direkte Kundenkontakte wie Konkurrent Tesla aufbauen. Einen ersten dieser ID-Präsenzläden hat der Konzern heute eröffnet: in der gläsernen VW-Manufaktur Dresden.

In den USA gilt Coldbrewed Coffee (Kaltgebrühter Kaffee) als Trend - wir haben diese Kaffeevariante nun selbst zubereitet und gekostet. Foto: Sven Germeroth

Corona setzt insolvente Bäckerei-Kette Eisold in Dresden unter Druck

Aus für „Schwarzmarkt“ an der Hauptstraße, Kurzarbeit und Kredite sollen insolvente Eisold-Bäckerkette durch die Pandemie retten. Dresden/Radeberg, 14. Mai 2020. Die pleite gegangene Eisold-Bäckereigruppe aus Radeberg wird das wegen der Corona-Krise derzeit ohnehin geschlossene Dresdner „Schwarzmarktcafé“ nicht wieder öffnen – zumindest nicht an der Hauptstraße. Das hat Insolvenzverwalter Christian Heintze angekündigt. Die zehn Mitarbeiter will er ins Café „Toscana“ und in andere Eisold-Filialen schicken.

Leman-Express der Schweizer Bundesbahnen. Foto: SBB CFF FFS

Schweizer Millionenauftrag für Dresdner Software-Industrie

„T-Systems Multimedia Solutions“ soll Apps und Clouds für Schweizer Bundesbahnen entwickeln und betreiben Dresden/Bern, 13. Mai 2020. Ein Großauftrag der Schweizer Bundesbahnen (SBB) sorgt in der Dresdner Software-Industrie für Wachstumsimpulse: Die Telekom-Tochter „T-Systems“ soll ab dem Sommer 2020 für die Eidgenossen neue Computerprogramme entwickeln und betreuen. Der Großauftrag umfasst insgesamt rund 170 Millionen Euro.

Elaskon-Lagerleiter Lars Hinzer sortiert an einer Abfüllmaschine die K60-Dosen für die Auto-Unterbodenpflege. Inzwischen hat der Betrieb aus Dresden eine ganze Serie weiterer Pflegeprodukte für Endkunden entwickelt. Foto: Heiko Weckbrodt

Elaskon segelt mit Multischaum durch die Corona-Krise

Industrie lässt sich derzeit nur schwer schmieren: Familienbetrieb aus Dresden vertickt nun neue Pflegesprays für Haus und Garten Dresden, 13. Mai 2020. Jahrzehntelang schmierte Elaskon vor allem Autos, Seilbahnen und Windkraftwerke auf hoher See. Nun hat sich das Familienunternehmen aus Dresden-Reick auf ein neues Geschäftsfeld gestürzt: Unter der Marke „Kraft + Schutz“ verkauft Elaskon nun in Baumärkten sowie per Internet neuentwickelte Multischäume. Mit denen können Privatleute ihre Gartenbänke, Teppiche, Autopolster wie auch Grillroste säubern, versiegeln und gegen Graffiti-Schmierer schützen. „Wir haben die Corona-Krise bisher gut gemeistert. Und dabei haben uns – neben der Digitalisierung – unter anderem auch diese neuen Pflegeprodukte geholfen“, berichtete Elaskon-Chef Tobias Schwald.

Nur wenige Online-Händler liefern Lebensmittel des täglichen Bedarfs auch in Dörfer, hat ein Praxistest der Verbraucherzentrale Sachsen ergeben. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Doppelt soviele Deutsche kaufen Lebensmittel im Netz ein

Anteil auf 30 Prozent gestiegen Berlin, 13. Mai 2020. Seit der Corona-Krise kaufen deutlich mehr Deutsche ihre Lebensmittel im Internet ein. Das geht aus einer „Bitkom Research“-Umfrage unter 1003 Menschen in Deutschland hervor. Demnach hat sich der Anteil der Lebensmittel-Onlinekäufer im Vergleich zur Zeit vor Corona von 16 auf 30 Prozent verdoppelt.

An den Prüfständen im Keller unterziehen die Dresdner Preh-Ingenieure die neuentwickelten Auto-Radios und -Navis Langzeit-Betriebstests. Foto: Heiko Weckbrodt

Aus Preh wird Joynext: Chinesen sind offener für Neues

Dresdner Entwicklungsschmiede für Autoelektronik verliert ihren Hauptsitz-Status Dresden, 8. Mai 2020. Eine traditionsreiche Autoelektronik-Entwicklungsschmiede in Dresden-Merbitz bekommt erneut einen neuen Namen: Aus „Preh Car Connect“ (PPC) wird nun „Joynext“. Das teilte der Besitzer, die chinesische Autozuliefer-Gruppe „Joyson Electronics“, mit.

Bosch entwickelt "Industrie 4.0"-Lösungen - und will deren Konzepte auch in der eigenen Chipfabrik in Dresden einsetzen. Foto: Bosch

Umweltökonom: Industrie 4.0 entkoppelt Mensch von realer Welt

Kontakte zu Mensch und Natur virtualisieren sich immer mehr, warnt der Buddhist Brisbane, 5. Mai 2020. Die Digitalisierung der Gesellschaft und die vierte industrielle Revolution versprechen zwar einen höheren Lebensstandard, mehr Wohlstand und eine vernetzte Welt. Zugleich riskieren die Menschen sich dabei von ihrer natürlichen Umwelt und ihren Mitmenschen weiter zu entkoppeln, warnt der buddhistische Umweltökonom Dr. Peter Daniels von der australischen Griffith-Universität aus Brisbane.

Allesamt maskiert: Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Grüne) zeigt in einem Präsentkorb in der Markthalle Dresden, was er noch viel öfter in den Supermarkt-Regalen sehen will: Lebensmittel aus der Region. Im Hintergrund stehen Konsumvorstand Roger Ulke und Markthallen-Chef Sören Goldemann. Foto: Heiko Weckbrodt

Konsum Dresden will nach Corona mehr aus der Region einkaufen

Während der Seuche macht die Genossenschaft mit Umlandprodukten mehr Umsatz: Die Dresdner stehen mehr denn je auf Geschmack à la Sax. Dresden, 6. Mai 2020. Der Konsum Dresden hat während der Corona-Krise etwa ein Zehntel mehr Umsätze als sonst gemacht. Teilweise kam dies durch den generell gewachsenen Bedarf während der Corona-Ausgangssperre zustande, teils aber auch durch eine steigende Nachfrage für frische Lebensmittel aus der Region. Das haben Roger Ulke und Sören Goldemann vom Konsum-Vorstand am Mittwoch mitgeteilt.

Bedrückt und separiert: Andreas Brzezinski und Präsident Jörg Dittrich von der Handwerkskammer Dresden ziehen ein Zwischenresümee der Corona-Krise. Foto: Heiko Weckbrodt

Handwerker fordern mehr Corona-Hilfen

Kammer: Selbst nach Flut und Finanzkrise war die Lage nicht so ernst. Dresden, 5. Mai 2020. Die Corona-Krise setzt die Handwerker weiter unter Druck: Knapp zwei Drittel der ostsächsischen Meister haben dadurch Umsatzeinbußen erlitten. Das haben Blitzumfragen der Handwerkskammer Dresden ergeben. Sie fordert nun weitere Corona-Hilfen.

Das AMTC Dresden ist auf Chipmasken spezialisiert. Foto: AMTC

Masken aus Dresden für Chips statt gegen Corona

AMTC hat sich seit 2002 zum führenden Entwickler von Belichtungsvorlagen für Mikroelektronik entwickelt. Dresden, 4. Mai 2020. Das Dresdner Chipmaskenzentrum AMTC ist 18 Jahre nach seiner Gründung eines der erfolgreichsten Gemeinschaftsunternehmen in der Halbleiterindustrie. Das meint Manager Adrian Phillips vom Technologiekonzern Toppans, der gemeinsam mit den Chiphersteller „Globalfoundries“ das Advanced Mask Technology Center (AMTC) betreibt.