Alle Artikel in: Wirtschaft

Berichte und Kurznachrichten aus der Hightech-Branche

Die 300-mm-Scheiben, die Infineon für seine neuen Leistungs-Halbleiter verwendet, sind so dünn, dass sie biegsam werden. Foto: Infineon

Infineon plant neues Fabrikmodul in Dresden

Die Entscheidung über die Multimillionen-Investition ist noch nicht gefallen. Die Zeit drängt aber, denn die Nachfrage für Hochspannungs-Chips steigt. Dresden, 25. Oktober 2019. Weil für die Energiewende und für den Umstieg auf Elektroautos mehr und mehr Leistungselektronik gefragt ist, erwägt Infineon Dresden nun, ein viertes Fabrikmodul in Klotzsche zu bauen. In dem Neubau sollen voraussichtlich auf 300 Millimeter großen Siliziumscheiben (Wafer) spezielle Chips hergestellt werden, die hohe Spannungen und starke Ströme verkraften. Das hat Standortsprecher Christoph Schumacher auf Anfrage bestätigt. Allerdings habe die Infineon-Konzernspitze noch nicht über dieses Dresdner Projekt entschieden.

Wie stark verändert Künstliche Intelligenz unseren Planeten?. Foto: geralt, Pixabay.com, Lizenz: CC0

KI schafft den Menschen nicht ab

Im Dresdner Simmel-Hochhaus feilen bei „AI4BD“ zwei Dutzend Spezialisten an digitalen Assistenten für den Mittelstand Dresden, 25. Oktober 2019 Als Standort für „Künstliche Intelligenz“ (KI) gewinnt Dresden weiter an Gewicht: Mit „AI4BD“ hat sich ein weiteres KI-Unternehmen mit einer Entwicklungs-Niederlassung in der sächsischen Landeshauptstadt angesiedelt. „Dresden ist ein wirtschaftlich interessanter Standort und mit der TU haben wir hier einen guten Partner für unsere Entwicklungsprojekte“, erklärte KI-Berater Fabian Kretschmann die Entscheidung der Schweizer Muttergesellschaft, ihre Forschungen im Herzen Sachsens zu konzentrieren. In jüngster Zeit hatten sich bereits die Fraunhofer-Gesellschaft, die Firma Coraixx und weitere Akteure entschieden, KI-Aktivitäten in Dresden zu konzentrieren (Wir berichteten).

Diesen Airbus A 380 von der australischen Qantas haben die Elbe-Flugzeugwerke in Dresden umgerüstet. Foto: EFW

Elbe-Flugzeugwerke möbeln Riesen-Airbus für Qantas auf

Dresdner ernten Millionenauftrag für neun A 380 Dresden, 18. Oktober 2019. Die Elbeflugzeugwerke (EFW) möbeln den Riesen-Airbus A 380 für die australische Fluglinie auf: Das Dresdner Unternehmen erneuert die Passagierkabine auf dem Oberdeck und dem Hauptdeck. Insgesamt umfasst der Großauftrag mehrere Millionen Dollar und zwölf Flugzeuge – neun davon in Dresden, teilten die EFW mit.

Im Fraunhofer-Institutszentrum an der Winterbergstraße in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Gesundheits-Armband für Windparks auf See

Neue Sensormanschetten aus Dresden sollen Windstrom billiger und die Plattformen im Meer sicherer machen Dresden, 18. Oktober 2019. Damit Windstrom vom Meer billiger wird, hat Dr. Bianca Weihnacht vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) Dresden eine Art „Gesundheits-Armband“ Offshore-Windkraftparks entwickelt. Diese Ultraschall-Manschette legt sie künftig den langen Stahlbeinen an, mit denen die riesigen „Offshore“-Windkraftparks vor der deutschen Küste in der Nordsee oder Ostsee stehen. Deren Ultraschall-Sensoren melden sich dann automatisch per Funk, wenn es Probleme unter Wasser gibt.

Der Firmensitz von Dr. Quendt in Dresden-Gittersee. Ursprünglich wollte die DDR-Wirtschaftsführung hier mal ein Reinstsiliziumwerk bauen. Foto: Dr. Quendt

Dr. Quendt behauptet sich als Stollen-Marktführer

Lambertz-Chef Bühlbecker ist zufrieden mit Dresdner Backtochter Dresden/Düsseldorf/Aachen, 17. Oktober 2019. Das Backunternehmen „Dr. Quendt“ hat seine Position als Marktführer für Dresdner Stollen verteidigt und sich wirtschaftlich weiter konsolidiert. Das teilte „Lambertz“-Chef Hermann Bühlbecker, heute in Düsseldorf mit. Die Muttergesellschaft sei zufrieden mit der Entwicklung der Dresdner Tochter, betonte Lambertz-Sprecher Martin Heinen auf Oiger-Anfrage: „Alles gut!“

5G-Netze, viele kleine Bodensensoren und ein zentrales Plansystem sollen künftig Bauern in Sachsen dabei beraten, wo sie ihre Äcker stärker oder schwächer düngen und bewässern müssen. Grafik: TUD/ast

Sachsen spannen 5G-Netze gegen überdüngte Äcker

Bundes-Klöckner gibt 7,6 Millionen Euro für Projekt „Landnetz“ Dresden/Nossen, 17. Oktober 2019. Überdüngt ein Bauer seinen Boden, verplempert er nicht nur Geld, sondern mindert meist auch seine Ernte und schädigt das ökologische Gleichgewicht. Forscher der TU Dresden wollen nun gemeinsam mit sächsischen Landwirten durch den neuen 5G-Mobilfunk eine ökologischere Landwirtschaft fördern – und gleichzeitig die Acker-Erträge verbessern. Und dies ist nur ein Mosaikstein im nun gestarteten Projekt „Landnetz“, das Hochtechnologie, Ökologie und Landwirtschaft miteinander verheiraten soll. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat den Sachsen dafür jetzt 7,6 Millionen Euro zugesagt. Das geht aus einer Mitteilung der TU Dresden hervor.

Nahaufnahme der Infrarot-Spektroskopie-Chips. Foto: Senorics

Zeiss steigt in Dresdner TU-Ausgründung Senorics ein

Optikkonzern will organische Qualitätskontroll-Sensoren von den Sachsen Dresden/Oberkochen, 16. Oktober 2019. Das Optik-Unternehmen Zeiss investiert in die Dresdner Uni-Ausgründung „Senorics”, um gemeinsam neuartige Qualitätskontrolle-Sensoren zu entwickeln. Das haben Zeiss Oberkochen und Senorics Dresden nun mitgeteilt. Über die Summe, mit der sich Zeiss an dem jungen Unternehmen in Sachsen beteiligt, machten die Partner keine Angaben. Es ist jedoch davon anzunehmen, dass es sich um einen einstelligen Millionenbetrag handelt.

Blick in die Depots des Militärhistorischen Museums in Dresden. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Ifo: Deutsche Industrie baut Waffen mehr für Export als für Bundeswehr

Rüstungssektor der Bundesrepublik ist eher wirtschaftlich als sicherheitspolitisch orientiert München, 14. Oktober 2019. Deutsche Rüstungsunternehmen bauen Panzer, U-Boote, Sturmgewehre und andere Waffen nicht so sehr, um Deutschland aufzurüsten, sondern um diese Kriegsmaschinen zu exportieren. Das geht aus einer Studie des Ifo-Instituts aus München hervor. „Die Ausstattung der Bundeswehr spielt für die Rüstungsindustrie in Deutschland eine eher nachrangige Rolle“, erklärte Johannes Blum, Wissenschaftler und Autor der Studie.

Projektmanager Thomas Dautert prüft die Einschub-Akkus im Batterie-Großspeicher der Drewag in Dresden-Reick. "Notfalls könnten wir damit einen Vier-Personen-Haushalt 200 Tage lang mit Strom versorgen", sagt er. Foto: Heiko Weckbrodt

Batteriespeicher zu teuer für die Energiewende

IDTechEx: Thermo- und Pumpspeicher sind weit billiger Cambridge, 14. Oktober 2019. Netzschwankungen sind eine besonders schwer beherrschbare Nebenwirkung der „Energiewende“: Da Solarkraftwerke nur bei Tageslicht und Windkraftwerke nur bei windigem Wetter liefern, speisen sie Strom viel unstetiger in die Netze ein als Kohle- oder Kernkraftwerke. Hinzu kommt, dass zum Beispiel Offshore-Windkraftparks viel Energie liefern, die großen Verbraucher in Deutschland aber eher im Süden liegen. Um Stromlieferspitzen auszugleichen, setzen einige Versorger auf Großbatterien der Megawatt-Klasse. Doch nüchtern durchgerechnet, ist das eine eher teure Variante – viele klassische Technologien sind weit preiswertere Speicher. Darauf hat das Technologiemarkt-Forschungsunternehmen „IDTechEx“ aus Cambridge hingewiesen.

Wolfram, Alchimist HP, Wikipedia, CC2-Lizenz https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en

Wolfram-Bergeschrey im Erzgebirge

SME fördert Legierungswerkstoff in Plöha – Wertstoffe für 700 Millionen Euro untertage erwartet Mittweida/Pöhla, 12. Oktober 2019. Im Erzgebirge, das vielen schon als ausgelaugt galt, wird wieder Wolfram geschürft: Die „Saxony Minerals & Exploration AG“ (SME) fördert oberhalb von Pöhla aus einem Erkundungsschacht in 175 Tiefe Wolfram-Erz, der nun waagerecht erweitert wird. Daraus löst das Unternehmen in einer Pilot-Aufbereitungsanlage in im Mittweidaer Gewerbegebiet Lauenhain nun Wolfram und Flussspat heraus. Parallel dazu installiert die SME im Pöhlaer Luchsbachtal eine größere Aufbereitungsanlage. Um den großformatigen Abbau zu finanzieren, wirbt die AG nun um Investoren für eine Unternehmensanleihe im Umfang von bis zu 30 Millionen Euro, die die SME Mitte Oktober auflegen will.

Das Geschäftsklima ist abgesackt. Grafik (bearbeitet): Creditreform Dresden

Creditreform: Flaute trifft Sachsens Mittelstand

Geschäftsklima hat sich deutlich abgekühlt Dresden, 10. Oktober 2019. Der sächsische Mittelstand bekommt immer stärker die sich anbahnende Flaute der Weltwirtschaft zu spüren. Das hat der Finanzdienstleister „Creditreform Dresden“ heute eingeschätzt. „Der Creditreform-Geschäftsklimaindex (CGK) büßte 18,7 Zähler ein und notiert aktuell bei 16,1 Punkten“, teilte das Unternehmen mit. Zum Vergleich: Im Herbst 2018 lag dieser Index noch bei 34,8 Punkten. „Die mittelständische Wirtschaft in Sachsen gerät in den Konjunkturabschwung“, erklärte Creditreform Dresden.

Die gläserne VW-Manufaktur Dresden ist traditionell der Gastgeber für die Hightech Venture Days. Foto: Hightech-Startbahn

Junge Tech-Firmen werben in Dresden um Risikokapital

40 Unternehmen stellen sich zu den „Hightech Venture Days 2019“ vor Dresden, 10. Oktober 2019. 40 junge und wachsende Unternehmen aus 16 Ländern werden kommende Woche während der „Hightech Venture Days“ in Dresden um Geld von internationalen Risikokapitalisten werben, um ihre Technologievisionen voranzutreiben. Im Fokus stehen dabei unter anderem elektrische und autonome Mobilität, industrieller 3D-Druck, virtuelle Realität (VR), medizinische Diagnostik und weitere Innovationstreiber. Das hat der Veranstalter dieser Risikokapital-Konferenz, das Netzwerk „Hightech-Startbahn“ aus Dresden, angekündigt.

Prof. Joachim Ragnitz ist Stellvertretender Leiter der ifo-Niederlassung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo-Forscher: Ostdeutschen geht es besser als sie sich fühlen

Realeinkommen sind seit dem Mauerfall auf 92 % des Westniveaus geklettert Dresden, 9. Oktober 2019. 30 Jahre nach der Wende in der DDR sind viele mit dem „Aufbau Ost“ unzufrieden. Doch in der Praxis geht es den Ostdeutschen besser als es die gefühlte Stimmung glauben mag: Die ostdeutsche Wirtschaftskraft liegt zwar zwar noch deutlich unter der in Süd- und Westdeutschland. Doch die Realeinkommen der Ostdeutschen selbst haben mittlerweile 92 Prozent des Westniveaus erreicht. Darauf haben Forscher des Ifo-Instituts Dresden in einem Aufsatz „Schlechter als erwartet, besser als gedacht: Die wirtschaftliche Situation in Ostdeutschland 30 Jahre nach dem Mauerfall“ hingewiesen.

Bäckermeister Matthias Walther bereitet in seiner Backstube ein Keksblech vor. Foto: Heiko Weckbrodt

Bäcker Walther gewinnt DNN-Wirtschaftspreis

Chefredakteur: „Ohne Mittelstand nützen uns die schönsten Leuchttürme nichts Dresden, 8. Oktober 2019. Meister Matthias Walther und seine backende Mannschaft aus Dresden gewinnen in diesem Jahr den DNN-Wirtschaftspreis „So geht‘s aufwärts“. Das hat DNN-Chefredakteur Dirk Birgel heute Abend während der Festveranstaltung im Lingnerschloss bekannt gegeben. „Sein Geschäftsmodell ist das Ergebnis von harter Arbeit und Innovationsfreude“, würdigte Handwerkskammer-Präsident Jörg Dittrich den Preisträger. Meister Walther beweise, „welches Potenzial im Handwerk steckt“.