Alle Artikel in: Wirtschaft

Berichte und Kurznachrichten aus der Hightech-Branche

Hölzernes Transportsystem von Ligenium. Foto: Ligenium via Wirtschaftsförderung Erzgebirge

Fabriktransporter aus „schlauem“ Holz

Erzgebirgische „Löst“-Partner wollen Leichtbau-Rollregale mit GPS und Sensoren an Bord entwickeln Chemnitz, 19. August 2022. Um Industrieprodukte auf dem Weg durch die Fabrik und später zum Kunden exakt orten zu können und beim Transport Ressourcen zu sparen, entwickeln erzgebirgische Forscher unter der Leitung der Chemnitzer Firma „Ligenium“ derzeit Leichtbau-Rollregale aus „schlauem“ Holz und mit integrierten Satelliten-Sensoren. Das hat die Wirtschaftsförderung Erzgebirge (WFE) mitgeteilt.

Eine Kupferwicklung in Hairpin-Technik für einen Elektromotor aus dem 3D-Drucker. Foto: Additive Drives

E-Motoren aus dem 3D-Drucker

„Additive Drives“ aus Dresden und Freiberg für Gründerpreis nominiert Dresden, 18. August 2022: Ganz neue Bauformen und Materialien werden durch 3D-Drucktechnologien für den Elektromotoren-Bau möglich. Davon sind die Gründer des jungen Dresdner Unternehmens „Additive Drives“, das eben erst für den „Deutschen Gründerpreis“ nominiert wurde, überzeugt: Dort wo bisher Kupferdraht gewickelt wurde, können mit additiven Fertigungsverfahren nun auch effizientere Geometrien und Werkstoffe realisiert werden. Das macht stärkere elektrische Motoren auf kleineren Raum möglich – zum Beispiel in Autos, Straßenbahnen. Küchengeräten oder Flugzeugen. „Additive Drives“-Mitgründer Jakob Jung hält 45 Prozent mehr Leistung für Motoren, die so gefertigt sind, für möglich.

So soll das neue Holzmodulwerk von Renggli in Eberswalde aussehen. Visualisierung: Render-Manufaktur Berlin für Renggli, Pressedatenbank

Schweizer bauen größte deutsche Holzhaus-Modulfabrik in Eberswalde

Auch in Sachsen gibt es einen Trend zurück zum Holzhausbau Eberswalde/Dresden, 18. August 2022. Mit Betonplatten realisierte einst die SED ihr DDR-Wohnungsbauprogramm – nun aber gelten Häuser aus industriell vorggefertiggten Holzmodulen als der neueste Schrei, gerade aus in Ostdeutschland. Daher baut die Schweizer Renggli AG nun im brandenburgischen Eberswalde Deutschlands größte Holzmodul-Fabrik. „Das Werk setzt mit einer Produktionsfläche von 20.000 Quadratmeter neue Maßstäbe“, hieß es von den Eidgenossen. Offizieller Baubeginn soll am 15. September 2022 im Technologie- und Gewerbepark in Eberswalde sein.

CNC-Fräser André Richter bei der Bestückung des Werkzeugmagazins eines CNC-Fräszentrums bei ACTech. Foto: ACTech GmbH

Prototypen statt Autoteile: ACTech übernimmt Mahle-Werk in Freiberg

Wirtschaftsminister: 30 Jahre Transformationserfahrung helfen Sachsen heute über Krisen hinweg / Ifo-Forscher Ragnitz: Diese Erfahrung nützt heute kaum etwas Dresden/Freiberg, 16. August 2022. Der sächsische Prototypen-Bauer „ACTech GmbH“ will in Freiberg rund 23 Millionen Euro in eine zweite Fabrik investieren. Gesichert hat sich das Unternehmen dafür knapp 9000 Quadratmeter Fläche im „Werk 2“, das der Automobilzulieferer „Mahle“ samt 85 Beschäftigten im Frühjahr 2022 wegen „struktureller Anpassungen“ geschlossen hatte. Das geht aus Mitteilungen von ACTech in Freiberg und vom sächsischen Wirtschaftsministerium in Dresden hervor.

Besteck, Schalen, Flaschen und andere Haushaltsdinge aus Kunststoff haben heute keinen so großen Fan-Club mehr wie in den 1960er Jahren - besonders, wenn sie aus Erdöl oder anderen fossilen Ablagerungen hergestellt sind. Foto: Heiko Weckbrodt

Markt für Bio-Kunststoffe legt bis 2033 um 10 % pro Jahr zu

IDTechex: Druck durch Umweltgesetze und Verbraucher wächst, ölbasierte Plaste zu ersetzen Cambridge, 14. August 2022. Weil die globale Kunststoff-Nachfrage trotz aller Mülldiskussionen weiter stark steigt, Regierungen weltweit aber ihre Umweltgesetze verschärfen und auch das Verbraucherinteresse an ökologischen Lösungen wächst, ist in den nächsten Jahren mit einem kräftigen Wachstum von Bio-Kunststoffherstellern zu rechnen. Das hat das Marktforschungsunternehmen „IDTechex“ aus dem britischen Cambridge prognostiziert.

Ein Zusatzgeschoss aus Holz bei Lepski in Dresden-Reick. Solche Aufstockungen aus Holz sind - soweit die jeweilige Bauordnung das zulässt - oft leichter und statisch unproblematisch realisieren als aus Stein. Foto: SMR

Mehr Holzhäuser für Sachsen

Alter Werkstoff gewinnt in Industrie und auf dem Bau wieder an Bedeutung Dresden, 13. August 2022. Holz gewinnt nicht nur für den Fahrzeug-Leichtbau, Fabrikrollregale und andere Industriezwecke wieder an Bedeutung, sondern auch im Hausbau. „Holz als leichter Werkstoff ist besonders gut geeignet für Erweiterungen auf bestehenden Gebäuden“, heißt es dazu vom sächsischen Regionalministerium (SMR). „Aufstockungen sind ganz besonders in Ballungsgebieten gefragt, um Wohnraum durch Nachverdichtung zu schaffen. In Bürogebäuden schafft eine Aufstockung Platz für neue Arbeitsräume.“ Daher fördere auch die sächsische Regierung diesen Trend, betonte Thomas Schmidt (CDU): „Durch die jüngste Novellierung der sächsischen Bauordnung haben wir Erleichterungen für den modernen Holzbau geschaffen.“

Silke Fähnemann (vorn) und Manja Kubeil vom Institut für Radiopharmazie experimentieren an der internen Strahlentherapie gegen Krebs. Abb.: Frank Bierstedt, HZDR

Radiopharma-Branche in Sachsen wächst

Starke Nachfrage für strahlende Präparate im Kampf gegen Krebs aus dem „Radiopharmaceutical Valley Saxony“ Dresden, 12. August 2022. Nach außen punktet Sachsen gerne mit seiner starken Mikroelektronik-Industrie, die gemeinsam mit weiteren Hochtechnologie-Branchen zu einem „Silicon Saxony“ gewachsen ist. Neben Computer-Chips liefert die sächsische Wirtschaft allerdings auch weltweit medizinische Nischenprodukte aus, die weniger bekannt sind. Dazu gehören sogenannte Radiopharmaka, also schwach radioaktive Präparate für bildgebenden Verfahren in der Medizin und für den Kampf gegen Krebs. Experten wie Professor Prof. Jörg Steinbach vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) sprechen angesichts der Vielzahl hochspezialisierter und teils international führender Unternehmen und Forschungseinrichtungen in diesem Sektor gerne auch von einem „Radiopharmaceutical Valley Saxony“, das sich im Dreieck zwischen Dresden, Radeberg und Rossendorf formt.

Das Werk von Müllermlich/ Sachsenmilch in Leppersdorf bei Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Molkerei Leppersdorf gewinnt mehr Wasser zurück

Sachsenmilch neue Membranfiltration für Abwasser gestartet Leppersdorf, 8. August 2022. Um ihren Wasserverbrauch zu senken, hat Sachsenmilch in der Molkerei Leppersdorf eine neue Aufbereitungsanlage installiert. Durch diese Membranfiltration-Stufe bereitet das Milch-Werk laut Unternehmens-Angaben nun weit mehr Abwässer in höherer  Klär-Qualität auf als bisher und spart pro Jahr nun in Summe etwa drei Milliarden Liter Frischwasser ein.

Containerschiff. Foto: Thomas_G, Pixabay https://pixabay.com/de/users/thomas_g-7083/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=56569

24 Containerschiffe vor Deutschland im Stau

IfW Kiel: Handel schrumpft stärker, als es die offiziellen Statistiken zeigen Kiel, 7. August 2022. Der Welthandel ist im Juni 2022 um 1,7 Prozent geschrumpft. In Deutschland und China lagen die Exportrückgänge sogar fast doppelt so hoch, nämlich bei 3,2 Prozent. Der russische Außenhandel schrumpft dagegen nur unterdurchschnittlich: Dem vom Westen sanktionierten Land gelingt es augenscheinlich immer besser, seine Im- und Exporte auf Asien zu verlagern. Das geht aus Berechnungen des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) Kiel hervor.

Deutlich zu sehen ist der starke Geschäftsklima-Einbruch in Ostdeutschland mit Corona, die folgende Erholungsphase und die jüngste Talfahrt seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Grafik: Ifo Dresden

Geschäftsklima kühlt sich in Ostdeutschland spürbar ab

Ifo-Institut in Dresden registriert schlechte Stimmung vor allem in der Industrie und in der Baubranche Dresden, 28. Juli 2022. Angesichts von Energiepreiskrise, Corona-Nachwirkungen, Ukraine-Krieg, Baukostensteigerungen und weiteren Faktoren hat das Geschäftsklima in der ostdeutschen Wirtschaft deutlich abgekühlt. Das hat das Ifo-Institut in Dresden mitgeteilt.

Kabelmesswagen von Baur im Einsatz. Foto: baur.eu

Baur siedelt Entwicklungszentrum in Coswig an

Österreicher sind auf Kabel-Prüftechnik spezialisiert Coswig, 23. Juli 2022. Der österreichische Messtechnik-Hersteller „Baur“ baut in Coswig bei Dresden ein neues Entwicklungszentrum auf. Das geht aus Stellenausschreibungen des Unternehmens hervor. Demnach hat Baur diese Niederlassung offiziell bereits zum 1. Juli 2022 eingerichtet und sucht nun Entwickler und Konstrukteure für die Arbeit in Sachsen.

Das Lithiummineral Zinnwaldit. Foto: Bergakademie Freiberg

Sachsen wollen mehr eigenes Lithium fördern

Neue Rohstoffstrategie soll für mehr Autarkie sorgen Dresden, 21. Juli 2022. In Sachsen abgebautes Lithium und andere einheimische Wertstoffe sollen in Zukunft eine stärkere Rolle beim Rohstoffnachschub für die hiesigen Hochtechnologie-Industrien spielen. Diese Marschrichtung hat der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) für eine neue Rohstoff-Strategie im Freistaat ausgegeben.

Die Gas- und Ölindustrie spielt eine zentrale Rolle für die russische Wirtschaft. Hier das Gasverarbeitungswerk Amur vom Gazprom. Foto: Gazprom (Pressefoto)

Studie: Gasstopp würde Metallbranche, Chemie und Papierindustrie besonders treffen

Auch Textil und Keramik sind indirekt sehr von russischem Gas abhängig München/Mannheim/Dresden, 21. Juli 2022. Metallbetriebe, die Chemie und die Papierindustrie wären von Gas-Rationierungen besonders stark betroffen. Das hat eine Studie des „Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung“ (ZEW) in Mannheim für die „Stiftung Familienunternehmen“ in München ergeben. Auch erhebliche Schäden in weiteren, weniger energieintensiven aber volkswirtschaftlich bedeutenderen Sektoren seien nicht ausgeschlossen, weil durch Gasengpässe dann auch Vorprodukte ausbleiben. Insbesondere auch kleine Branchen wie Textil oder Keramik haben demnach eine sehr hohe Abhängigkeit vom Gas.

Ultrakondensatoren von Skeleton. Foto: Skeleton

Skeleton baut neue Energiespeicher-Fabrik in Markranstädt

Esten investieren weitere 220 Millionen Euro in Superkondensator-Produktion in Sachsen Markranstädt, 20. Juli 2022. Skeleton Technologies baut gemeinsam mit Siemens eine große Energiespeicher-Fabrik in Markranstädt bei Leipzig. Inklusive weiterer Forschungsausgaben und Ausbauten will das estnisch-sächsische Unternehmen dafür rund 220 Millionen Euro in Sachsen investieren. Das geht aus einer Skeleton-Mitteilung hervor.

Ein mit Pendix-Technik zum e-Bike umgerüstetes fahrrad Foto: Pendix

Sachsen schärft sein Profil als Fahrradland

Wirtschaftsförderung sieht noch großes Potenzial Dresden, 18. Juli 2022. Angesichts des Trends hin zum Radeln hat die sächsische Fahrradwirtschaft noch erhebliche Wachstumschancen. Das die Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) eingeschätzt. Die Branche entwickele sich dynamisch und habe „vor allem durch den aktuellen Mobilitätswandel großes Potenzial“, betonte WFS-Chef Thomas Horn während der internationalen Fahrradmesse „Eurobike“ in Frankfurt am Main.