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Berichte und Kurznachrichten aus der Hightech-Branche

Heimarbeit alias Home Office ist wieder auf dem Vormarsch - aber kommt bei neuen Stellen kaum alös Lockangebot vor. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Infineon Dresden: Heimarbeit auch für viele Fabrikjobs möglich

Ifo-Forscher sind wegen Corona für eine „Home Office“-Pflicht in Deutschland Dresden/München, 6. März 2021. Heimarbeit ist während des Corona-Ausnahmezustandes vor allem im Dienstleistungssektor üblich. Aber entgegen weitverbreiteten Annahmen können auch viele Industrie-Tätigkeiten aus dem Produktionsprozess von zu Hause erledigt werden. Darauf hat Raik Brettschneider, einer der beiden Geschäftsführer von Infineon Dresden, auf Oiger-Anfrage hingewiesen.

Plastemüll in Deutschland. Foto: Heiko Weckbrodt

Deutschland exportiert weniger Plastemüll

Im Corona-Jahr war es aber noch eine Million Tonnen Wiesbaden, 3. März 2021. Deutschland hat im Corona-Jahr 2020 rund eine Million Tonnen Kunststoff-Abfälle in Ausland „abgeschoben“. Immerhin sinkt der deutsche Plastikmüll-Export langfristig: Zum Vorjahr verringerte sich die Menge um acht Prozent. 2010 hatte die Bundesrepublik sogar noch 1,5 Millionen Tonnen Plastemüll ausgeführt, seitdem sind die Volumina also um ein Drittel geschrumpft. Dies geht aus Angaben des statistischen Bundesamtes (Destatis) aus Wiesbaden hervor. Deutschland ist aber weiter der größte Plastemüll-Exporteur aus dem EU-Raum.

Aus Plastemüll machen die in Containern eingehausten Pyrolyse-Anlagen der "Biofabrik" Dresden synthetisches Öl sowie weitere verwertbare Stoffe. Echter "Abfall" bleibt kaum übrig, versichern die Ingenieure aus Sachsen. Foto: Heiko Weckbrodt

Enespa baut weltgrößte Plastemüll-Pyrolysefabrik in Sachsen

40-Millionen-Euro-Investition: Schweizer wollen mit Dresdner Biofabrik-Anlagen bis zu 60.000 t Abfall pro Jahr in Öl verwandeln Dresden/Spremberg/Appenzell, 2. März 2021. Um die deutschen und Schweizer Plastemüllberge möglichst umweltfreundlich abzutragen, errichten der Anlagenbauer „Biofabrik“ aus Dresden und die Recyclingfirma „Enespa“ aus Appenzell nun gemeinsam in Sachsen die – laut eigenen Angaben – weltweit größte Fabrik für chemisches Recycling. Das Werk im Industriepark „Schwarze Pumpe“ an der Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg soll mit Pyrolyseanlagen aus Dresden pro Jahr bis zu 60.000 Tonnen Kunststoff-Abfälle in synthetisches Rohöl zerlegen. Die Investitionskosten schätzen die Partner auf rund 40 Millionen Euro.

Mit 4,4 Mio. Übernachtungen hat sich Dresden als beliebtestes Städtereiseziel 2014 außerhalb Berlins behauptet. Foto: Sylvio Dittrich, DMG

Digitale Werbesignale sollen nach Corona Gäste nach Dresden zurücklocken

Seuche und Ausnahmezustand haben Tourismusbranche 44 % der Übernachtungen gekostet und Umsatz halbiert Dresden, 26. Februar 2021. Mit internetgestützten Werbe-Kampagnen, Online-Wetterkameras, Sonder-Freiluftfestivals, einem „Schaufenster der Kunst und Kultur“ in der Dresdner Innenstadt, hybriden digital-analogen Kongressangeboten und anderen Instrumenten wollen die Tourismusvermarkter wieder mehr private und Geschäftsreisende ins Dresdner Elbland locken, wenn der Corona-Ausnahmezustand gelockert oder beendet ist. Eine entsprechende „Restart“-Kampagne haben die Dresdner Tourismus-Bürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) und die Chefin der „Dresden Marketing Gesellschaft“ (DMG), Corinne Miseer, angekündigt. Allerdings sei damit zu rechnen, dass frühestens 2023 das Vorkrisen-Niveau wieder erreicht werde.

Umsatzentwicklung im sächsischen Maschinenbau von 2000 bis 2020. Grafik: VDMA Ost

Sächsischer Maschinenbau schrumpft um ein Fünftel

VDMA Ost: „Zuletzt haben wir solch einen Absturz im Krisenjahr 2009 beobachtet“ Leipzig, 24. Februar 2021. Sachsens Maschinenbau hat im Corona-Jahr 2020 etwa 19 Prozent Umsatz im Vergleich zum Vorjahr verloren, als fast ein Fünftel. Das hat der „Verband der Maschinen und Anlagenbauer Ost“ (VDMA Ost) in Leipzig mitgeteilt. Zudem büßte die Branche ihre Rolle als langjähriger Jobmotor ein: Die größeren Betriebe ab 50 Mitarbeitern beschäftigten zuletzt insgesamt nur noch 35.400 Menschen. Dies entspricht einem Rückgang um 3,3 Prozent.

Ein historischer Kinoprojektor. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Kinoumsatz schrumpft im Coronajahr auf kaum ein Drittel

Filmförderanstalt: Das war zu erwarten Berlin/Dresden, 16. Februar 2021. Die deutschen Kinos haben im Corona-Jahr kaum ein Drittel der Tickets verkauft, wie sie sonst üblich waren. Auch die Umsätze rauschten um mehr als zwei Drittel auf nur noch 318 Millionen Euro in den Keller. Das hat die Filmförderanstalt (FFA) in Berlin heute mitgeteilt.

Die Lithografie-Abteilung im X-Fab-Chipwerk in Dresden. Foto: X-Fab

Nach Corona-Dämpfer geht’s bei X-Fab wieder aufwärts

Ostdeutsche Spezial-Foundry bekommt wieder mehr Chip-Aufträge für Medizinsektor und Automobilbau Erfurt/Tessenderlo, 12. Februar 2021. Der ostdeutsche Chip-Auftragsfertiger „X-Fab“ hat wegen Corona sowie Sondereffekten durch eingestellte Produkte in Frankreich im Jahr 2020 nur noch 477,6 Millionen US-Dollar (427,25 Millionen Euro) Umsatz gemacht und damit sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Das hat X-Fab-Chef Rudi De Winter, im belgischen Tessenderlo mitgeteilt. Im letzten Quartal 2020 hätten die Umsätze aber im Jahresvergleich wieder um ein Fünftel zugelegt – vor allem getrieben durch Aufträge aus dem Medizintechnik- und Automobil-Sektor.

SIB-Geschäftsführer Christian Müller (li.) und MX3-Geschäftsführer Steffen Fritzsche vor der neu angeschafften 5-Achs-Fräsmaschine. Foto: Meeco

Sparkasse steigt bei MX3 Radeburg ein

Metallbauer braucht Kapital für Automatisierung Radeburg, 12. Februar 2021. Die „SIB Innovations- und Beteiligungsgesellschaft“ beteiligt sich am Metallbau-Unternehmen „MX3“ in Radeburg bei Dresden. Durch die Eigenkapital-Einlage der Sparkassentochter kann die MX3 nun ihren Automatisierungs-Kurs forcieren und neue Maschinen kaufen. Das hat die SIB mitgeteilt.

Aus DDR- und Pentacon-Zeiten überliefert: An der Wache waren die Betriebsausweise vorzulegen. Heute gehört der Komplex zu An den Technischen Sammlungen Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Corona-Arbeitsausfälle: „Einbruch übersteigt alles bisher Gemessene deutlich“

Laut Arbeitsagentur-Institut IAB gab es bisher 59,2 Millionen Tage Arbeitsausfall durch 2. Corona-Einschluss Nürnberg, 9. Februar 2021. Während der zweiten Corona-Ausgangssperre („Lockdown“) haben sich die Arbeitsausfälle bisher per Saldo auf 59,2 Millionen Arbeitstage summiert. Das haben Susanne Wanger und Enzo Weber vom „Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ (IAB) der Arbeitsagentur ausgerechnet. Luat der Studie “Schul- und Kitaschließungen, Krankheit, Quarantäne – die coronabedingten Arbeitsausfälle der Erwerbstätigen…” schrumpfte das Arbeitsvolumen vom Oktober 2020 bis Mitte Februar 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,2 Prozent, teilte das IAB mit.

Die Briefmarke "Digitale Wandel", die am 4. Februar 2021 erscheint, ist die erste reguläre Post-Briefmarke mit QR-Code. Foto: Deutsche Post

Briefmarken künftig mit Matrix-Code

Post will Briefe durch Pixel-Muster wie Pakete nachverfolgbar machen Bonn, 2. Februar 2021. Mit einer Motiv-Briefmarke „Digitaler Wandel“ veröffentlicht die Deutsche Post am 4. Februar 2021 erstmals Briefmarken mit Matrix-Code, auch als Q-Code bekannt. Damit soll es möglich werden, den Zustellweg von Briefen ähnlich wie bei Pakete digital nachzuvollziehen, erklärte Konzernvorstand Tobias Meyer. Ab 2022 will die Post alle Briefmarken mit solchen Codes versehen.

In einigen Bundesländern ist während der Corona-Krise ein Viertel der Beschäftigten in die Kurzarbeit gerutscht. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

20 Prozent mehr Kurzarbeiter im Januar

Vor allem Gastgewerbe durch Ausnahmezustand stark getroffen München, 1. Februar 2021. Vor allem wegen Corona und der Ausgangssperren sowie Schließungen haben viele Unternehmen in Deutschland nach Hause geschickt: Im Januar 2021 ist die Zahl der Kurzarbeiter im Vergleich zum Vormonat um ein knappes Fünftel auf 2,6 Millionen gestiegen. Betroffen waren vor allem Gaststätten und Hotels. Das hat das Ifo-Institut in München mitgeteilt.

Die VW-Manufaktur Dresden hat nach Zwickau nun auch die ID3-Produktion begonnen und dafür die E-Golf-Fertigung eingestellt. Hier ist ein ID3 im Lichtdom bei der Lack-Qualitätskontrolle zu sehen. Foto: Oliver Killig für Volkswagen Sachsen

VW baut Manufaktur Dresden zum E-Innovationszentrum um

Werk wird Pilotfabrik für “Industrie 4.0“-Technologien im Konzernverbund Dresden, 29. Januar 2021. Volkswagen will seine gläserne Manufaktur in Dresden vom Produktionsstandort zur Pilotfabrik für neue Fertigungstechnologien im gesamten Konzern und unter dem Namen „Home of ID“ zu einem Innovationszentrum für Elektromobilität erweitern. Das hat Manufakturchef Danny Auerswald beim Dresdner Produktionsstart für das neue Elektroauto ID3 avisiert.