Alle Artikel in: Wasserstoffwirtschaft

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger - zudem braucht die Chemieindustrie das Gas für viele Prozesse. Grafik: Heiko Weckbrodt

Marktplatz für Öko-Wasserstoff entsteht in Leipzig

Hint.co soll für Deutschland Import und Verteilung organisieren Leipzig/Hamburg, 5. November 2021. Die gemeinnützige „H2Global-Stiftung“ aus Hamburg hat heute in Leipzig mit der „Hydrogen Intermediary Network Company“ (Hint.co) einen Marktplatz für umweltfreundlich erzeugten („grünen“) Wasserstoff (H2) gegründet. Das Unternehmen soll ab 2022 in den internationalen Handel mit diesem Wasserstoff und dessen Bezugsrechten einsteigen. Das hat der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) in Dresden mitgeteilt.

Ambartec-Chef Matthias Rudloff. Foto: Heiko Weckbrodt

Ambartec puffert Ökostrom für Wasserstoffwirtschaft in blankem Eisen

Ostdeutsche Ingenieure haben in Dresden eine DDR-Technologie rekonstruiert und auf eine neue Stufe gehoben Dresden, 26. Oktober 2021. Das junge Hydrotech-Unternehmen „Ambartec“ aus Dresden hat eine verschollenen geglaubte Energiespeichermethode auf eine neue technologische Stufe gehoben: Statt den Wasserstoff in Hochsicherheitsbehältern, Riesentankern oder Pipelines von Norwegen oder Chile nach Deutschland zu transportieren, will Ambartec die nötige Ökoenergie für eine „saubere“ Wasserstoff-Wirtschaft in purem Eisen zwischenspeichern und in dieser Form über Weltmeere und Ländergrenzen transferieren. „Wir packen das ins Eisen und kommen damit auf eine sehr hohe Energiedichte“, fasst Ambartec-Chef Matthias Rudloff das Konzept zusammen.

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger - zudem braucht die Chemieindustrie das Gas für viele Prozesse. Grafik: Heiko Weckbrodt

TU Dresden arbeitet an besseren Gleichrichtern für Elektrolyseure

Das Ziel ist letztlich eine effizientere Wasserstoff-Erzeugung Dresden, 13. September 2021. Um eine umweltfreundliche Wasserstoff-Erzeugung anzukurbeln, wollen Energieexperten der TU Dresden bessere Strom-Gleichrichter für Elektrolyse-Anlagen entwickeln. Die Uni bekommt dafür 3,6 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium. Dies geht aus einer Mitteilung der Universität hervor.

So etwa sieht der Prototyp des Wasserstoff-Motors von innen aus. Visualisierung: WTZ Roßlau

Wasserstoff-Motor als Brücke zum abgasfreien Laster?

Studie: H2-Motor ist zwar nicht schadstofffrei, aber ökologischer als der Diesel und billiger als die Brennstoffzelle Zwickau/Leipzig, 7. September 2021. Der Dieselmotor ist zwar weiterhin das „effektivste Transportmittel in einem Gesamtsystem Erzeugung, Transport und Lkw“. Angesichts umweltpolitischer Vorgaben und immer schärferer Abgas-Grenzen wären der ostdeutsche Fahrzeugbau und die Logistikbranche gut beraten, beizeiten praxistaugliche Alternativantriebe auf Basis von Wasserstoff (H2) zu entwickeln. Das geht aus einer Studie „Wasserstoff als Kraftstoff im 40t-Lkw“ hervor, die Prof. Joachim Böhme von der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) nun für den Automobilindustrie-Verband „Automotive-Cluster Ostdeutschland“ (ACOD) in Leipzig erstellt hat. Darin empfiehlt Böhme ausdrücklich, nicht nur an Brennstoffzellen-Antrieben zu arbeiten, sondern auch an Wasserstoff-Verbrennungsmotoren.

In Chemnitz sind bereits viele Wasserstoff-Forschungsprojekte konzentriert. Hier im Bild beispielsweise installiert Peter Schwotzer-Uhlig im Brennstoffzellenlabor der Professur für "Alternative Fahrzeugantriebe" (Alf) eine Versuchsanordnung. Sachsen bemüht sich bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nun darum, in Chemnitz ein "Hydrogen and Mobility Innovation Center" (HIC) anzusiedeln. Foto: Jacob Müller für die TU Chemnitz

Sachsen bekommt eines von vier Wasserstoffzentren

60 Millionen Euro Bundeszuschuss für Chemnitz zu erwarten Chemnitz, 2. September 2021. Chemnitz, Duisburg, Pfeffenhausen und eine norddeutsche Region bekommen je ein Wasserstoff-Forschungszentrum. Das hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) mitgeteilt. Die vier Standorte sind politisch sorgsam auf Ost-, West-, Nord- und Süddeutschland verteilt und müssen sich in die 290 Millionen Euro hineinteilen, die der Bund bis Ende 2024 versprochen hat. Laut TU Chemnitz hat Scheuer den Sachsenbis zu 60 Millionen Euro zugesagt.

Der Schriftzug signalisiert, dass Chemnitz für den Zufluss der Bundes-Wasserstoffmillionen bereits ist und zeigt zugleich das Areal, auf dem das Hydrogen and Mobility Innovation Center (HIC) entstehen soll. Foto: Ernesto Uhlmann für Hzwo / HIC

80 Unternehmen am Wasserstoffzentrum Chemnitz interessiert

Nur noch 3 im Rennen: Chemnitz, Duisburg und Pfeffenhausen Chemnitz, 15. August 2021. Reichlich 80 Unternehmen wollen das geplante „Hydrogen and Mobility Innovation Center“ (HIC) nutzen, das ein Konsortium sächsischer Wasserstoff-Forscher und -Unternehmer in Chemnitz aufbauen wollen. Das hat Karl Lötsch vom Bündnis „HZwo“, das den HIC-Antrag bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) eingericht hatte, mitgeteilt.

Die Pilotanlage von Sunfire in Dresden-Reick hat mit der Dieselproduktion aus Luft, Wasser und Ökostrom begonnen. Foto: Sunfire/ Cleantech Media

Wasserstoff gefragt: Sunfire Dresden baut Elektrolyseur-Produktion aus

Millioneninvestitionen geplant, Belegschaft soll sich verdoppeln Dresden, 27. Juli 2021. Weil immer mehr Stahlwerke, Öl-, Chemie- und Energieunternehmen Wasserstoff auf elektrochemischem Weg mit Elektrolyse-Anlagen von Sunfire erzeugen wollen, baut das Dresdner Unternehmen seine Produktionskapazitäten nun stark aus. Das hat Sunfire-Technikchef Christian von Olshausen angekündigt. Insgesamt werde die Firma dafür bis 2025 einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Wie genau das Unternehmen diese Ausgaben finanzieren will, mochte er nicht verraten, kündigte aber an: „Wir stellen auch neues Personal ein.“ In den nächsten Jahren werde die Belegschaft dadurch stark wachsen: von derzeit 250 auf dann über 500 Beschäftigte oder womöglich noch mehr.

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger - zudem braucht die Chemieindustrie das Gas für viele Prozesse. Grafik: Heiko Weckbrodt

Energy Saxony unterstützt wachsende Wasserstoffwirtschaft

Neuer Arbeitskreis soll sich um Vernetzung, Konzeptstudien und Prototypen kümmern Dresden, 5. Juni 2021. Da sich Sachsen mehr und mehr als Pionierregion der Wasserstoff-Technologien profiliert, hat der sächsische Energiebranchenverband „Energy Saxony“ in Dresden einen neuen Arbeitskreis für „Wasserstoff in Industrie und Gewerbe“ installiert. Wasserstoff (H2) biete viel Potenzial, um die De-Karbonisierung der Wirtschaft und der Gesellschaft voranzutreiben, betonte Stephan Anger von der „DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH“, der den neuen Arbeitskreis mitinitiiert hat.

Die Visualisierung zeigt, wie das Wasserstoffzentrum HIC aussehen könnte. Grafik: HZwo

Chemnitz im Finale für Bundes-Wasserstoffzentrum

Chemnitz, 28. April 2021. Sachsen hat seine Chancen auf ein Bundes-Wasserstoffzentrum samt damit verbundenen Millionen-Zuschüssen verbessert: Der Vorschlag für ein „Hydrogen and Mobility Innovation Center“ (HIC) in Chemnitz hat es als eine von drei Bewerbungen ins Finale im Auswahlverfahren geschafft. Das haben die Uni Chemnitz, das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) in Chemnitz und das sächsische Wirtschaftsministerium in Dresden heute mitgeteilt.

Die Bosch-Manager hoffen auf Milliarden-Umsätze durch vernetzte Geräte, die durch künstliche Intelligenzen gesteuert werden. Hier eine Heimanwendung, bei der die Raumluft und Beleuchtung per App justiert werden. Foto: Bosch

Bosch stürzt sich auf vernetzte künstliche Intelligenz, E-Autos und Wasserstoff

Umsatzeinbußen im Corona-Jahr, Konzernchef will mehr in Zukunftstechnologien investieren Stuttgart, 22. April 2021. Der deutsche Technologiekonzern „Bosch“ will sich künftig stärker auf vernetzte künstliche Intelligenz (AIoT), elektrische Autoantriebe und Brennstoffzellen konzentrieren und erwartet aus diesen noch jungen Geschäftsfeldern neue Milliardenumsätze. Das geht aus der Jahresbilanz 2020 und dem Ausblick bis 2025 hervor, die Bosch-Chef Volkmar Denner heute vorgelegt hat.

Xenon-Chef Tobias Reissmann (links) und Geschäftsbereich-Entwickler Hartmut Freitag bereiten den Einstieg des Unternehmens in neue Geschäftsfelder wie die Wasserstoffwirtschaft vor. Hier stehen sie gerade vor einer Montagemaschine für Steckverbinder für 5G-Anlagen. Foto: Heiko Weckbrodt

Xenon Dresden steigt mit Stack-Automaten in Wasserstoff-Wirtschaft ein

Xe + H2: Neue Wertschöpfungsformeln für Sachsen gesucht Dresden/Chemnitz, 13. April 2021. Der Dresdner Sondermaschinenbauer Xenon entwickelt derzeit Anlagen, die die Reaktorstapel („Stacks“) von Brennstoffzellen und Elektrolyseuren hochautomatisiert und in großen Serien herstellen können. Das haben Xenon-Chef Tobias Reißmann und Geschäftsbereich-Entwickler Hartmut Freitag im Oiger-Gespräch angekündigt. Mit dieser Fertigungstechnologie könne Sachsen, Deutschland und Europa neue Wertschöpfungsketten in diesem Zukunftstechnologie-Sektor aufbauen, sind die beiden überzeugt. „Wir sind schon immer ein technologieorientiertes Unternehmen gewesen“, betont Freitag. „Wir sehen gute Chancen, hier zu ganz neuen Lösungen für die Stackmontage zu kommen.“

Der klassische Weg, Wasserstoff zu erzeugen, ist die Zerlegung von Wasser in Wasser- und Sauertoff. Hier zu sehen ist eine vom Fraunhofer-Institut ISE nachgebaute Wasserelektrolyse-Messzelle (Nachbau) aus transparentem Kunststoff. In Görlitz soll nun ein Labor für Wasserstofftechnologien auf dem Siemens-Campus entstehen. Foto: Fraunhofer ISE

IDTechEx: Elektrolyseure wachsen zum Multi-Milliarden-Markt

Analysten rechnet mit 48 Prozent Umsatzplus pro Jahr Cambridge, 5. April 2021. Der Weltmarkt für Elektrolyseure wird in dieser Dekade stark wachsen und dann mehrere Milliarden Euro Umsatz pro Jahr generieren. Das hat das Marktforschungsunternehmen „IDTechEx“ aus Cambridge prognostiziert. Demnach ist damit zu rechnen, dass die Umsätze mit solchen Anlagen, die aus Wasser und Strom Wasserstoff und Sauerstoff erzeugen, jährlich um durchschnittlich 48 Prozent zulegen.

Industrieller alkalischer atmosphärischer Testelektrolyseur von Fraunhofer Dresden. Foto: Fraunhofer-IFAM

Sachsen gibt 30 Millionen Euro für Hydrogen Lab Görlitz

Freistaat erhofft sich für Lausitz eine florierende Wasserstoff-Zukunft jenseits der Kohle Görlitz, 29. März 2021. Für das neue Fraunhofer-Wasserstofflabor „Hydrogen Lab Görlitz“ (HLG) hat der Freistaat einen Startzuschuss von 30,5 Millionen Euro zugesagt. Das hat das sächsische Regionalministerium (SMR) mitgeteilt. Entsprechende Förderbescheide bekommen das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS) in Halle und das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) in Chemnitz, die für den Aufbau des neuen Labors verantwortlich sind.

Links ist ein Hochtemperatur-Stapel von Sunfire Dresden zu sehen, der für die Elektrolyse und den Brennstoffzellen-Betrieb genutzt werden kann. In der Flasche rechts ist eCrude zu sehen - künstlich erzeugter Kraftstoff. Foto: Heiko Weckbrodt

Sunfire Dresden tritt „eFuel Alliance“ bei

Verbund will Massenproduktion und Steuerentlastung für elektrisch erzeugte Kraftstoffe Dresden, 27. Februar 2021. Das Elektrolyseur-Unternehmen „Sunfire“ aus Dresden ist der „eFuel Alliance“ beigetreten, die sich für die Massenproduktion von umweltfreundlich erzeugten Synthese-Kraftstoffen („eFuels“) einsetzt. Das haben Sunfire und die Allianz nun mitgeteilt. „eFuels werden in den nächsten Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors leisten“, ist Sunfire-Chef Nils Aldag überzeugt. „Unsere Technologie ist reif für den Markteintritt.“

Doktorand Max Vater mustert einen Testcontainer im Institut für Wasserstoff- und Kernenergietechnik der TU Dresden, in dem sich erproben lässt, wie dicht verschiedene Werkstoffe und Konstruktionen Wasserstoff halten können. Foto: Heiko Weckbrodt

Mehr Schutz für Wasserstoff-Tanks von Brennstoffzellen-Autos

Die Expertise von Kerntechnik-Spezialisten der TU Dresden ist nun auch in der wachsenden Wasserstoff-Wirtschaft gefragt Dresden, 16. Februar 2021. Sicherheitsexperten der Technischen Universität Dresden (TUD) wollen Brennstoffzellen-Autos sicherer machen. Dafür entwirft der Nachwuchswissenschaftler Max Vater an der Professur für Wasserstoff- und Kernenergietechnik von Prof. Antonio Hurtado nun neuartige Schutzhüllen für Wasserstoff-Tanks. Die sollen einerseits sehr leicht sein, andererseits aber auch so dicht und stabil, dass sie Explosionen selbst bei sehr schweren Unfällen verhindern oder zumindest dämmen. Die „Friedrich und Elisabeth Boysen-Stiftung“ fördert dieses Projekt „Sicherheitstechnische Konzeption von Sicherheitscontainern für H2-betriebene Fahrzeuge“ mit insgesamt 142.500 Euro.