Alle Artikel in: Medizin & Biotech

Prof. Martin Sedlmayr,leitet die Professur für Medizinische Informatik am Institut für Medizinische Informatik und Biometrie in Dresden. Foto. UKD

Suche nach neuen Therapien in Datenfluten

Medizinisches Datenintegrationszentrum entsteht in Dresden Dresden, 20. September 2018. Um neue, individuellere Behandlungen zu entwickeln, wollen die Uniklinik Dresden und die Medizinische Fakultät der TU Dresden ihre Forschungs- und Patientendaten in einem neuen „Datenintegrationszentrum“ zusammenführen. Dort sollen Computerprogramme und menschliche Experten diese Datenfluten („Big Data“) analysieren.

Durch Telemedizin soll es in Sachsen bald möglich sein, ausgewiesenen Fachexperten auch dann Gewebeproben und Hausarzt-Diagnosen zur Zweit-Begutachtung vorzulegen, wenn diese Mediziner in weit entfernten Kliniken sitzen. Foto: CCS

Mehr Strahlkraft für sächsische Gesundheitswirtschaft

Vereine fusionieren zu neuem Verband „Healthy Saxony“ Dresden/Leipzig, 17. September 2018. Um die Gesundheitswirtschaft, Telemedizin und angewandte Biotechnologie in Sachsen voranzubringen, haben sich rund 40 Kliniken, regionale Krankenkassen, Unternehmen und Forschungsinstitute in Leipzig zum „Healthy Saxony – Verein zur Förderung der Gesundheitswirtschaft“ zusammengeschlossen. Damit einherging die Fusion des bisherigen „Vereins zur Förderung der Gesundheitswirtschaft in der Region Leipzig“ (VFG) und des in Dresden konzentrierten Vereins „Healthy Saxony“. Neben dem Hauptsitz in Leipzig wird es weiter eine Geschäftsstelle in Dresden geben, teilten die beiden, nun verschmolzenen Verbände mit.

Patient Horst Maier zeigt in der Uniklinik Dresden sein Smartphone, auf dem er die Parkinson-Früherkennungs-App für Studienzwecke installiert hat, Foto: Heiko Weckbrodt

Die App und das Zittern

Uniklinik Dresden entwickelt mit internationalen Kollegen eine Früherkenner-App für Parkinson Dresden, 10. September 2018. Neurologen vom Uniklinikum Dresden haben gemeinsam mit Informatikern und Medizinern aus Griechenland, England, Belgien, Portugal und Schweden die App „iPrognosis“ entwickelt, die in Zukunft Menschen helfen soll, eine drohende Parkinson-Nervenkrankheit frühzeitig zu erkennen. Wenn ein Nutzer diese App auf sein Android-Smartphone aufspielt, registriert das Mini-Programm zum Beispiel das sachte Handzittern oder die erstarrende Mimik, mit denen sich „Parkinson“ oft als erstes zu melden beginnt. Mehren sich die Symptome, warnt die App den Nutzer und rät, einen Neurologen zu konsultieren.

“Schon bei jungen Menschen scheint also jede Zigarette, jedes Glas Alkohol und eine Blutdruckerhöhung Spuren im Gehirn zu hinterlassen“, betont der Neurologe Dr. Timo Siepmann von der TU Dresden. Foto: Stephan Wiegand, TUD, MF

Jede Zigarette, jedes Bier gräbt Spuren ins Gehirn

Forscher aus Dresden und Oxford vergleichen ungesunden Lebensstil und Hirnschäden Dresden/Oxford, 5. September 2018. Weit verbreitet ist die Annahme, dass nur exzessive Trinkerei und Raucherei organische Schäden im Körper verursachen. Tatsächlich aber hinterlässt jede einzelne Zigarette und jedes Glas Alkohol bereits bei jungen Menschen kleine Schäden im Gehirn. Das haben Untersuchungen von Wissenschaftlern der Unis Dresden und Oxford ergeben. Das hat die medizinische Fakultät der TU Dresden heute mitgeteilt.

Prof. Dr. Anne Grapin-Botton. Foto: Katrin Boes, MPI-CBG

Wie aus Zellen eine Bauchspeicheldrüse wird

Anne Grapin-Botton ist neue Direktorin am Planck-Genetik-Institut Dresden, 3. September 2018. Das Dresdner Genetik-Institut der Max-Planck-Gesellschaft hat eine Ko-Direktorin und damit auch einen neuen Forschungsschwerpunkt: Die französische Zell-Expertin Prof. Anne Grapin-Botton und ihre Arbeitsgruppe wollen eine Schlüsseltechnologie der Natur verstehen und nachentwickeln: Sie untersuchen am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG), wie sich einzelne Zellen im menschlichen Körper spezialisieren, kooperieren und schließlich ein komplettes Organ wie eine Bauchspeicheldrüse („Panreas“) formen.

Rotop produziert nuklearmedizinische Präparate und Kits. Foto: Rotop

Rossendorfer Generikum macht Herzprobleme sichtbar

Rotop und Forschungszentrum HZDR entwickeln gemeinsam strahlende Medikamente Dresden-Rossendorf, 31. August 2018. Ein neues Medikament aus Dresden-Rossendorf soll Kardiologen helfen, mögliche Herz-Durchblutungsstörungen bei ihren Patienten rasch zu erkennen. Das Präparat heißt „Tetrofosmin Rotop“ und ist schwach radioaktiv, damit Spezialkameras zeigen können, wie der Herzmuskel durchblutet ist. Das Pharma-Unternehmen „Rotop“ und das Helmholtz-Zentrum Dresden Rossendorf (HZDR) haben das Arzneimittel in achtjähriger Forschungsarbeit gemeinsam entwickelt. Inzwischen ist das Medikament zugelassen, patentiert und auf dem Markt verfügbar, teilte das Dresdner Familienunternehmen mit.

athleen und Thomas Roll sind dankbar: PD Dr. Cahit Birdir, Oberarzt für Geburtshilfe und Pränatalmedizin am Uniklinikum, hat mit einer Lasertherapie das Leben ihrer Kinder Oskar und Felix gerettet. Die Zwillinge sind jetzt zwei Monate alt. Foto: UKD/Annechristin Bonß

Zwillinge per Laser im Mutterleib getrennt

Beide Blutkreisläufe waren gekoppelt Dresden, 18. August 2018. Der Gynäkologe und Oberarzt Dr. Cahit Birdir hat an der Uniklinik Dresden die Blutkreisläufe von ungeborenen Zwillinge mit einer Laser-Operation im Mutterleib getrennt, um ihre Überlebenschancen zu verbessern. Das hat das Uniklinikum mitgeteilt. Und tatsächlich war der Eingriff in der 18. Schwangerschaftswoche erfolgreich: Mitte Juni hat Kathleen Roll einen Oskar und einen Felix geboren – beide Kinder sind gesund.

Minimalinvasive OP im Diako Dresden. Foto: Ben Gierig für das Diakonissenkrankenhaus Dresden

Diako-Bauklinik Dresden für minimalinvasive OPs belobigt

Viszeralchirurgie als “Kompetenzzentrum für minimal-invasive Chirurgie“ zertifiziert Dresden, 8. August 2018. Die „Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie“ (DGAV) hat das Diakonissen-Krankenhaus (Diako) Dresden für dessen hervorragende minimalinvasive Operations-Methodik ausgezeichnet: Die Klinik für Viszeralchirurgie ist nun als „Kompetenzzentrum für minimal-invasive Chirurgie“ zertifiziert. Dies teilte das Krankenhaus nun mit.

Netzhaut-Zellen unter dem Mikroskop. Foto: Dr. Richard Wetzel

Elektronische Netzhäute und organische Implantate

Organikelektronik-Experten tagen im Oktober in Dresden Dresden, 7. August 2018. Organische Elektronik kann für eine neue Generation patientenorientierter Medizintechnik führen: Retina-Implantate aus diesen biologie-nahen Materialien sollen für weniger Abstoßungs-Reaktionen im menschlichen Auge führen. Und Verbände, in die biegsame und dünne organische Sensoren eingewoben sind, könnten die Wundheilung beim Patienten automatisch überwachen – und zum Beispiel drohende Infektionen melden. Diese und weitere Anwendungen für flexible Elektronik wollen Medizintechniker, Physiker, Fraunhofer-Ingenieure, Mediziner, Krankenkassen-Vertreter und andere Experten fachübergreifend auf einem „Innovationsforum Flexmed“ Ende Oktober in Dresden diskutieren.

Die Neuronen-Netze im Gehirn geben der Wissenschaft immer noch unzählige Rätsel auf: Von einem Gesamtverständnis der komplexen Prozesse im menschlichen Gehirn sind die Forscher noch weit entfernt. Abb.: DARPA

Eidotter soll unheilbare Nervenkrankheit heilen

Uni Leipzig: Lecithin hilft womöglich gegen die Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung Leipzig/Göttingen, 5. August 2018. Um Patienten mit der bisher unheilbaren Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung (CMT1A) zu helfen, setzen Mediziner aus Leipzig und Göttingen darauf, den Nervenkranken die organische Phosphorverbindung „Lecithin“ (vom altgriechischen Wort für Eidotter) geben. Dieses Nahrungsergänzungsmittel wird beispielsweise aus Eidotter und Soja gewonnen. Es könnte helfen, die angegriffenen Nervenfasern der Patienten zu stabilisieren und damit deren Leitfähigkeit wieder zu verbessern. Zumindest an Ratten ist das schon gelungen, berichten die Uni Leipzig und das Göttinger Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin (MPI-EM).

Die nachkolorierte Aufnahme zeigt das erste heiße Wasserstoff-Plasma in Wendelstein 7-X. Kamerafoto: IPP

„Multiple Sklerose“-Schübe durch Extremhitze: Ärzte raten zu Kühlkleidung

Dresden, 3. August 2018. Extreme Hitze macht Patienten mit der Nervenkrankheit „Multiple Sklerose“ (MS) besonders zu schaffen. Die hohen Temperaturen können sogar Pseudo-Anfälle auslösen. Darauf hat das MS-Zentrum im Uniklinikum Dresden hingewiesen. Die Mediziner raten den Patienten, derzeot Kühlwesten, Kühlhauben und Kühlstrümpfe zu tragen oder – als rasche Hilfe – ihre Füße und Arme in Schüsseln mit kaltem Wasser zu tauchen. Auch sollen sie viel Wasser trinken.

Am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf beschäftigen sich Biologen, Chemiker, Physiker und Mediziner mit der Erforschung und Behandlung von Krebskrankheiten. Sie forschen an radioaktiven Substanzen und Medikamenten, entwickeln bildgebende Verfahren weiter und untersuchen neue Möglichkeiten hochpräziser Bestrahlungstechniken sowie neuartige Strahlungsarten wie laserbeschleunigte Protonenstrahlen. Foto: HZDR/Frank Bierstedt

Bildtechnik für Krebsforscher in Dresden

Durchleuchtungs-Plattform für patientennahe Forschung kostete 6 Millionen Euro Dresden, 3. August 2018. Weil sie bisher die modernen Tomographen im Uniklinikum Dresden meist nur am Wochenende für ihre Forschungen nutzen durften, da diese Bildtechnik wochentags für die Krebspatienten-Behandlung gebraucht wird, bekommen die Wissenschaftler des „Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen“ (NCT) Dresden für sechs Millionen Euro eigene Durchleuchtungstechnik. Solch eine Bildgebungsplattform gebe es europaweit in dieser Form nur an wenigen Standorten, hat das NCT heute mitgeteilt.

So etwa stellen sich die Forscher die neuen Gehirn-Maschine-Schnittstellen vor. Sie sollen aus Sensoren und Reglern bestehen. Grafik: Dr. Ivan Minev

Hirnimplantate für Epileptiker

1,5 Millionen Euro für Dresdner Forschungen an neuen Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine Dresden, 31. Juli 2018. Um Epileptikern und anderen Nervenkranken das Leben leichter zu machen, will der Dresdner Biotechnologe Dr. Ivan Minev mit seinem Team Gehirn-neuartige Implantate entwickeln. Für sein Projekt „Integrierte Implantattechnologie für multimodale Hirnschnittstellen (Integra-Brain)” hat ihm der Europäische Forschungsrat (ERC) nun ein Startstipendium über 1,5 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre bewilligt. Das teilte das „Biotechnologische Zentrum“ (Biotec) der TU Dresden mit, an dem Iwan Minev als Bioelektronik-Forschungsgruppenleiter tätig ist

Prof. Dr. Lorenz Hofbauer ist Experte für Endokrinologie, Diabetes und Osteologie an der Uniklinik Dresden. Außerdem ist er Professor für Innere Medizin an der medizinischen Fakultät (MF) der TU Dresden. Foto: Stephan Wiegand, MF TU Dresden)

Mediziner erkunden Winterschlaf der Metastasen

Uniklinik und Medizinische TU-Fakultät Dresden leiten neues DFG-Programm „µBONE” Dresden, 17. Juli 2018. Patienten mit Brust- oder Prostata-Krebs erleiden oft Jahre nach der vermeintlichen Heilung plötzlich Knochen-Metastasen: Fast scheint es, als ob beide Krebsarten dazu neigen, Wucherzellen in eine Art Winterschlaf zu schicken, aus denen diese knochenzerstörenden Zellen dann irgendwann wieder aufwachen. Warum das so ist und was man dagegen tun kann, wollen Mediziner und Wissenschaftler nun in einem sechsjährigen Sonderforschungsprogramm „µBONE“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) herausbekommen. Prof. Lorenz Hofbauer von der Uniklinik Dresden leitet die Forschungen. Das teilte die Medizinische Fakultät der TU Dresden mit.