Alle Artikel in: Medizin & Biotech

Genetiker und Physiker wollen sich im geplanten Zentrum für Systembiologie zusammen tun. abb.: MPI-CBG

Innovationscluster für digitale Medizintechnik in Dresden gestartet

Dresden, 2. November 2018. Wirtschaftspolitiker und Branchenvertreter haben in Dresden das „Innovationscluster Smart Medical Devices and Therapies“ gestartet. Mit Unterstützung des sächsischen Wirtschaftsministeriums sollen dieser Verbund jungen Unternehmen helfen, mit innovativen, technologieorientierten Produkten im Medizinsektor Fuß zu fassen.

Rose, Trauer. Foto: Heiko Weckbrodt

St.-Joseph-Stift plant Hospiz für Sterbende in Dresden

Sachsen gibt Zuschuss Dresden, 29. Oktober 2018. Die Krankenhaus-Leitung des St.-Joseph-Stifts Dresden will neben der Palliativstation auch ein stationäres Hospiz für schwerkranke und sterbende Menschen einrichten. Die sächsische Gesundheitsministerin Barbara Klepsch und Finanzminister Matthias Haß (CDU) sagen dem Stift für dieses Vorhaben 440.000 Euro zu. Den Förderbescheid möchten sie am 2. November 2018 übergeben.

Regnerationswürmer unterm Mikroskop. Foto: Heiko Weckbrodt

Digitale Reha-Assis und schlaue Arztliegen

Rund 250 Lebenswissenschaftler treffen sich zur „Bionection“ in Dresden Dresden, 24. Oktober 2018. Jenseits der teuren medizinischen Großgeräte wie Magnetresonanztomograph oder gar Protonenbeschleuniger wachsen auch im klinischen Alltag die Medizin, Mikroelektronik, naturwissenschaftliche Analysetechnik und Sensortechnik zusammen. Gerade in Sachsen gibt es dafür viele Beispiele. Um diese Erfindungen bekannter zu machen und in wirtschaftliche Erfolge umzumünzen, hat der sächsische Branchenverband „Biosaxony“ rund 250 Wissenschaftler, Unternehmer, Finanziers und Politiker nach Dresden geholt. Während der Tagungen „Bionection“ und „flexMED“ tauschen sie sich derzeit im Deutschen Hygienemuseum zwei Tage lang über Fortschritte in der Krebsdiagnostik und Bioinformatik und über die neuesten Trends in den sogenannten „Lebenswissenschaften“ aus.

Christoph Schubert leitet Compled Dresden. Er will auf den Hightech Venture Days 2018 Dresden Risikokapital einsammeln, um seine Cannabis-Tagesleuchten auch in den USA zu vermarkten. Foto: Heiko Weckbrodt

Strahlende Aussichten für Drogenbauern

LED-Tageslicht von Compled Dresden sorgt für 50 Prozent mehr Hasch-Ernte Dresden, 17. Oktober 2018. Das Dresdner Unternehmen „Compled“ hat ein LED-Tageslichtsystem entwickelt, das die Cannabis-Ernte in Haus-Plantagen deutlich steigert. „Unsere Forschungspartner erreichen damit 50 Prozent mehr Ertrag, zum Beispiel die Uni Prag“, teilt Christoph Schubert, einer der Compled-Gründer, mit. Gedacht ist das spezielle Leuchtensystem allerdings nicht für die Heimplantagen von Neustadt-Kiffern, sondern für den medizinischen Einsatz. Bei den „Hightech Venture Days“ in Dresden wollen Schubert und seine Kollegen nun rund 1,5 Millionen Euro Risikokapital einsammeln, um mit ihren Cannabis-Leuchten bald auch den US-Markt aufrollen zu können.

Multiorgan-Chip mit Pumpen und Ventilen (kleine rote Punkte) sowie den Kammern für Organe, Gewebe, Blut und Wirkstoffe. Foto: Fraunhofer IWS Dresden

Der wahre Tierfreund ist ein Multiorgan-Chip

Mikrosystem von Fraunhofer Dresden soll viele Tierversuche überflüssig machen Dresden, 17. Oktober 2018. Fraunhofer-Ingenieure aus Dresden haben einen sogenannten „Multiorgan-Chip“ entwickelt. Dieses nun in Brüssel mit einem „EARTO Innovation Award“ ausgezeichnete Mikrosystem aus dem Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) Dresden simuliert den Blutkreislauf und die Organe von Tieren oder Menschen.

Oberarzt Dr. Maik Bartikowsky leitet die Gastroenterologie und Endoskopie im Städtischen Klinikum Dresden.

Zugenähter Magen lässt Pfunde purzeln

Dresdner Ärzte verkleinern Magen bei der Sonden-Spiegelung Dresden, 15. Oktober 2018. Für viele Dicke ist es der letzte und recht radikale Schritt, um endlich Pfunde loszuwerden: Sie lassen sich operativ den Magen zu stutzen, dass nur noch ein kleiner Schlauch übrig bleibt. Die Folge: In aller Regel sind diese Patienten fortan schon nach kleinen Mahlzeiten satt und bekommen keine Fressattacken mehr. Ärzte am Städtischen Klinikum Dresden haben sich nun ein neues, schonenderes Verfahren angeeignet: Um einen sogenannten „endoskopischen Schlauchmagen“ zu legen, nähen sie mit einer Sonde große Teile des Magens ab. Der Eingriff unter Vollnarkose tut hinterher nicht so weh und birgt weniger Risiken als ein klassischer Bauchschnitt.

Wird immer wieder gerufen, wenn's knifflig auf dem OP-Tisch wird: Unfallchirurg Dr. Christian Kleber vom Uniklinikum Dresden ist auf Polytraumata spezialisiert. Foto: Anja Schneider

Menschen reparieren statt amputieren

Dr. Kleber von der Uniklinik Dresden erzählt, welche Fortschritte die Unfallchirurgie gemacht hat – und was in der Notaufnahme selbst hartgesottenen Profis nahe geht Dresden, 21. September 2018. Die Unfallchirurgie hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht, sagt Dr. Christian Kleber vom Uniklinikum: Wo die Ärzte früher amputieren mussten, können sie heute in vielen Fällen die Arme und Beine der Patienten retten – durch technologische Fortschritte, aber auch durch interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Medizinern. Der tiefe Fall Seit über 20 Jahren verputzt Peter Kladig* nun schon Fassaden. Da macht ihm kein Jungspund so schnell etwas vor. Aber an diesem Tag ist ihm schon schummrig zumute, als er das Gerüst an der Hausfront hochsteigt. War es das Frühstücks-Ei, das etwas seltsam geschmeckt hatte? Oder der alte Kühlschrank daheim, der ihn mit seiner Brummerei nachts nicht mehr richtig schlafen lässt? Hinterher spielten diese Fragen eh keine Rolle mehr: Kurz nur taumelt Kladig, als er oben auf dem Gerüst angelangt ist, fast die Dachrinne erreicht hat, und er fällt – tief, tief, tief… Das erste, was er …

Prof. Martin Sedlmayr,leitet die Professur für Medizinische Informatik am Institut für Medizinische Informatik und Biometrie in Dresden. Foto. UKD

Suche nach neuen Therapien in Datenfluten

Medizinisches Datenintegrationszentrum entsteht in Dresden Dresden, 20. September 2018. Um neue, individuellere Behandlungen zu entwickeln, wollen die Uniklinik Dresden und die Medizinische Fakultät der TU Dresden ihre Forschungs- und Patientendaten in einem neuen „Datenintegrationszentrum“ zusammenführen. Dort sollen Computerprogramme und menschliche Experten diese Datenfluten („Big Data“) analysieren.

Durch Telemedizin soll es in Sachsen bald möglich sein, ausgewiesenen Fachexperten auch dann Gewebeproben und Hausarzt-Diagnosen zur Zweit-Begutachtung vorzulegen, wenn diese Mediziner in weit entfernten Kliniken sitzen. Foto: CCS

Mehr Strahlkraft für sächsische Gesundheitswirtschaft

Vereine fusionieren zu neuem Verband „Healthy Saxony“ Dresden/Leipzig, 17. September 2018. Um die Gesundheitswirtschaft, Telemedizin und angewandte Biotechnologie in Sachsen voranzubringen, haben sich rund 40 Kliniken, regionale Krankenkassen, Unternehmen und Forschungsinstitute in Leipzig zum „Healthy Saxony – Verein zur Förderung der Gesundheitswirtschaft“ zusammengeschlossen. Damit einherging die Fusion des bisherigen „Vereins zur Förderung der Gesundheitswirtschaft in der Region Leipzig“ (VFG) und des in Dresden konzentrierten Vereins „Healthy Saxony“. Neben dem Hauptsitz in Leipzig wird es weiter eine Geschäftsstelle in Dresden geben, teilten die beiden, nun verschmolzenen Verbände mit.

Patient Horst Maier zeigt in der Uniklinik Dresden sein Smartphone, auf dem er die Parkinson-Früherkennungs-App für Studienzwecke installiert hat, Foto: Heiko Weckbrodt

Die App und das Zittern

Uniklinik Dresden entwickelt mit internationalen Kollegen eine Früherkenner-App für Parkinson Dresden, 10. September 2018. Neurologen vom Uniklinikum Dresden haben gemeinsam mit Informatikern und Medizinern aus Griechenland, England, Belgien, Portugal und Schweden die App „iPrognosis“ entwickelt, die in Zukunft Menschen helfen soll, eine drohende Parkinson-Nervenkrankheit frühzeitig zu erkennen. Wenn ein Nutzer diese App auf sein Android-Smartphone aufspielt, registriert das Mini-Programm zum Beispiel das sachte Handzittern oder die erstarrende Mimik, mit denen sich „Parkinson“ oft als erstes zu melden beginnt. Mehren sich die Symptome, warnt die App den Nutzer und rät, einen Neurologen zu konsultieren.

“Schon bei jungen Menschen scheint also jede Zigarette, jedes Glas Alkohol und eine Blutdruckerhöhung Spuren im Gehirn zu hinterlassen“, betont der Neurologe Dr. Timo Siepmann von der TU Dresden. Foto: Stephan Wiegand, TUD, MF

Jede Zigarette, jedes Bier gräbt Spuren ins Gehirn

Forscher aus Dresden und Oxford vergleichen ungesunden Lebensstil und Hirnschäden Dresden/Oxford, 5. September 2018. Weit verbreitet ist die Annahme, dass nur exzessive Trinkerei und Raucherei organische Schäden im Körper verursachen. Tatsächlich aber hinterlässt jede einzelne Zigarette und jedes Glas Alkohol bereits bei jungen Menschen kleine Schäden im Gehirn. Das haben Untersuchungen von Wissenschaftlern der Unis Dresden und Oxford ergeben. Das hat die medizinische Fakultät der TU Dresden heute mitgeteilt.

Prof. Dr. Anne Grapin-Botton. Foto: Katrin Boes, MPI-CBG

Wie aus Zellen eine Bauchspeicheldrüse wird

Anne Grapin-Botton ist neue Direktorin am Planck-Genetik-Institut Dresden, 3. September 2018. Das Dresdner Genetik-Institut der Max-Planck-Gesellschaft hat eine Ko-Direktorin und damit auch einen neuen Forschungsschwerpunkt: Die französische Zell-Expertin Prof. Anne Grapin-Botton und ihre Arbeitsgruppe wollen eine Schlüsseltechnologie der Natur verstehen und nachentwickeln: Sie untersuchen am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG), wie sich einzelne Zellen im menschlichen Körper spezialisieren, kooperieren und schließlich ein komplettes Organ wie eine Bauchspeicheldrüse („Panreas“) formen.

Rotop produziert nuklearmedizinische Präparate und Kits. Foto: Rotop

Rossendorfer Generikum macht Herzprobleme sichtbar

Rotop und Forschungszentrum HZDR entwickeln gemeinsam strahlende Medikamente Dresden-Rossendorf, 31. August 2018. Ein neues Medikament aus Dresden-Rossendorf soll Kardiologen helfen, mögliche Herz-Durchblutungsstörungen bei ihren Patienten rasch zu erkennen. Das Präparat heißt „Tetrofosmin Rotop“ und ist schwach radioaktiv, damit Spezialkameras zeigen können, wie der Herzmuskel durchblutet ist. Das Pharma-Unternehmen „Rotop“ und das Helmholtz-Zentrum Dresden Rossendorf (HZDR) haben das Arzneimittel in achtjähriger Forschungsarbeit gemeinsam entwickelt. Inzwischen ist das Medikament zugelassen, patentiert und auf dem Markt verfügbar, teilte das Dresdner Familienunternehmen mit.

athleen und Thomas Roll sind dankbar: PD Dr. Cahit Birdir, Oberarzt für Geburtshilfe und Pränatalmedizin am Uniklinikum, hat mit einer Lasertherapie das Leben ihrer Kinder Oskar und Felix gerettet. Die Zwillinge sind jetzt zwei Monate alt. Foto: UKD/Annechristin Bonß

Zwillinge per Laser im Mutterleib getrennt

Beide Blutkreisläufe waren gekoppelt Dresden, 18. August 2018. Der Gynäkologe und Oberarzt Dr. Cahit Birdir hat an der Uniklinik Dresden die Blutkreisläufe von ungeborenen Zwillinge mit einer Laser-Operation im Mutterleib getrennt, um ihre Überlebenschancen zu verbessern. Das hat das Uniklinikum mitgeteilt. Und tatsächlich war der Eingriff in der 18. Schwangerschaftswoche erfolgreich: Mitte Juni hat Kathleen Roll einen Oskar und einen Felix geboren – beide Kinder sind gesund.