Alle Artikel in: Medizin & Biotech

Im "Operationssaal der Zukunft" sammeln Wissenschaftler Erfahrungen mit roboter- und computergestützten Systemen für die Krebschirurgie. Foto: André Wirsig für das NCT/UCC

Millioneninvestition für digitale Krebsforschung in Dresden

Baustart für 20 Millionen Euro teuren Komplex des Deutsche Krebsforschungszentrums Dresden, 7. Dezember 2022. Das „Deutsche Krebsforschungszentrum“ (DKFZ) richtet auf dem Uniklinik-Campus Dresden bis zum Frühjahr 2027 für 20 Millionen Euro einen Forschungskomplex ein, in dem vor allem der digital geführte Kampf gegen den Krebs im Fokus steht. Das Geld dafür kommt vom Freistaat Sachsen. Der offizielle Baustart war heute, teilte das DKFZ mit.

Datenbrillen, Ohrschützer und andere digital unterstützte Assistenzsysteme sollen Autisten gegen Reizüberflutung schützen und ihnen ein strukturiertes Arbeiten ermöglichen. Foto: Heiko Weckbrodt

Digitaler Schutzschild für Autisten

„Autark“-System der TU Dresden soll empfindsamen Menschen helfen, mit Arbeitsalltag klarzukommen Dresden, 27. November 2022. Datenbrillen und Ohrschützern sollen Autisten künftig helfen, im Arbeitsalltag zurechtzukommen. Das tragbare Assistenzsystem soll Außengeräusche mindern, um eine Reizüberflutung zu verhindern, aber automatisch den Ton wieder hochregeln, wenn diese Menschen angesprochen werden. Daran arbeiten derzeit Informatiker an der Technischen Universität Dresden (TUD). Parallel dazu entwickeln sie einen intelligenten Modell-Arbeitsplatz, der autistischen Menschen dabei hilft, ihre Aufgaben zu planen und zu erledigen. Der Bund fördert dieses „Autark“-Projekt mit 1,276 Millionen Euro. Das hat der sächsische Bundestagsabgeordnete Markus Reichel (CDU) mitgeteilt.

Die Musik-Software Harmody soll Tinnitus-Patienten helfen. Foto: Ulrike Seifert für Tech & Life Solution

Musische Hilfe gegen das Dauer-Piepen im Ohr

Dresdner App „Harmody“ soll mit Musik Tinnitus lindern Dresden, 23. November 2022. Um Tinnitus-Geplagten zu helfen, hat die Dresdner Uni-Ausgründung „Tech & Life Solution“ die Musik-App „Harmody“ gegen den lästigen Dauerpfeif-Ton im Ohr entwickelt. Das Smartphone-Programm harmonisiert dafür die Lieblingsmusik des Patienten mit dessen Tinnitus-Ton, um diesen auszugleichen (der Oiger berichtete bereits). Nach dreijähriger Entwicklungszeit lässt sich die App nun für Android-Telefone und iPhones herunterladen. Das haben die die beiden Gründer Matthias Lippmann und Martin Spindler nun mitgeteilt.

Fettleibigkeit schädigt die Blutgefäße in Nieren dauerhafter als etwa in der Leber. Grafik: Dall-E

Verfettung brennt sich molekular in Blutadern ein

Leber-Blutgefäße erholen sich durch gesunde Ernährung wieder – andere Organe nicht München/Leipzig, 21. November 2022. Viele Blußgefäße merken sich auf einer molekularen Ebene die Jahre der Fettleibigkeit („Adipositas“). Diäten, Gewichtsabnahme und gesunde Ernährung können die molekulare Gesundheit der Blutgefäße zwar wieder verbessern – aber eben nicht in allen Organen. Das hat ein Team um Dr. Bilal Sheikh von der Uni Leipzig und vom Helmholtz-Institut für Stoffwechsel-, Adipositas- und Gefäßforschung München herausgefunden. „Einige unserer Blutgefäße können ein ,Gedächtnis’ für Stoffwechselerkrankungen entwickeln, welches nur schwer wieder rückgängig zu machen ist“, heißt es in einer Studien-Zusammenfassung der Uni.

Ein Mitarbeiter analysiert im Uniklinikum Dresden eine Knochenmark-Probe am Durchflusszytometer. Foto: Marc Eisele für das UKD

Dresdner Krebsforscher entwickeln Schnelltest für Rest-Leukämie

Durchflusszytometrie testet Knochenmark-Proben binnen 5  Minuten auf AML-Relikte – Ärzte können dann rascher über neue Therapien entscheiden Dresden, 8. November 2022. Mit einer neuen Analysemethode aus Sachsen lassen sich Rückfallrisiken nach einer Chemotherapie gegen „Akute myeloische Leukämie“ (AML) nun besser und rascher erkennen als bisher. Dabei setzen die Forscher auf die Durchflusszytometrie. Dahinter stecken Geräte, in denen Laser durchfließende Knochenmark-Zellen binnen fünf Minuten abtasten und auf 32 krankheitsrelevante Antigen-Kombinationen hin analysieren. Dadurch lassen sich selbst dann noch Reste von Blutkrebs erkennen, wenn Lichtmikroskope in den Patientenproben keinerlei Krebszellen mehr finden können. Das haben das Uniklinikum und das „Nationale Centrum für Tumorerkrankungen“ (NCT) in Dresden als Projektpartner mitgeteilt.

Physiotherapie für eine Schmerzpatientin. Foto: St.-Joseph-Stift Dresden

Joseph-Stift Dresden richtet Schmerzzentrum ein

Interdiziplinäres Team kümmert sich um Patienten mit chronischen Schmerzen Dresden, 27. Oktober 2022. Das Dresdner Krankenhaus St. Joseph-Stift richtet ein eigenes Zentrum für Patienten mit chronischen Schmerzen ein. Fachärzte, Pfleger, Psycho-, Physio-, Ergo- und Musiktherapeuten behandelt dort interdisziplinär Menschen, die zum Beispiel seit Jahren unter Rückenschmerzen, Migräne, Tumor- oder Nervenschmerzen leiden. Das geht aus einer Mitteilung des Krankenhauses hervor.

Dr. Arne Jahn berät eine Patientin Institut für Klinische Genetik der Hochschulmedizin Carl Gustav Carus Dresden. Foto: Marc Eisele für das Uniklinikum Dresden

Familien-Molekulardiagnosen könnten gegen seltenen Krebs helfen

Dresdner Studie offenbart „überraschend hohen Anteil“ vererbter Tumor-Risiken Dresden, 24. Oktober 2022. Seltene Krebskrankheiten sind in weit höherem Maße erblich bedingt als bisher angenommen. Tritt solch eine seltene Tumor-Art bei einem Patienten auf, wäre daher auch eine molekulare Diagnose bei nahen Familienangehörigen sinnvoll, um beizeiten mit einer geeigneten Behandlung gegensteuern zu können. Das hat ein internationales Forscherteam im „Deutschen Krebskonsortium“ (DKTK) unter Leitung der Hochschulmedizin Dresden, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Dresden und Heidelberg ermittelt.

Zecke unterm Mikroskop. Foto: Heiko Weckbrodt

4500 Branchenvertreter zur „Bio-Europe“ in Leipzig erwartet

Konferenz soll Biotechnologen, Pharmazie-Vertreter und Finanziers zusammenbringen Leipzig, 23. Oktober 2022. Neue Trends in den Lebenswissenschaften, die Finanzierung junger Biotech-Unternehmen und regionale Trends in der Branche sind Themen der Fachkonferenz „Bio-Europe“, die morgen in Leipzig beginnt. Drei Tage lang wollen rund 4500 Entscheidungsträger aus Biotechnologie, Pharmazie und Finanzen über „neue Geschäftsmöglichkeiten“ und „strategische Beziehungen“ diskutieren. Das haben die Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) und der sächsische Branchenverband „Biosaxony“ mitgeteilt.

Prof. Barbara Ludwig und Prof. Stefan Bornstein zeigen die Prototypen des Bioreaktors, in dem Betazellen beispielsweise des Schweins verpackt sind und so vor den Abwehrmechanismen des menschlichen Körpers geschützt werden. Foto: Annechristin Bonß für die Hochschulmedizin Dresden

Bioreaktoren für Zuckerkranke statt Schuhcreme

Metabolisches Zentrum für Kampf gegen Diabetes in Dresden eröffnet Dresden, 10. Oktober 2022. Um Zivilisationskrankheiten wie Diabetes besser als bisher zu verstehen und bekämpfen zu können, haben Mediziner, Materialwissenschaftler und Forscher weiterer Disziplinen heute in Dresden ein „Metabolisch-Immunologische Erkrankungen und Therapietechnologien Sachsen“ (MITS) eröffnet. In dem 35,1 Millionen Euro teuren Neubau neben dem Uniklinikum wollen sie gemeinsam beispielsweise tragbare Bioreaktoren weiterentwickeln, die künftig vielen Diabetis-1-Kranken die ständigen Insulinspritzen ersparen sollen.

Wie taube Kinder durch Chochlea-Implantate und EEG-Reha hören lernen, zeigten die Mediziner im Uniklinikum. Foto: Heiko Weckbrodt

Spiegelbruch im Hirn ist teils angeboren, teils „selbstgemacht“

Planck-Forscher aus Leipzig haben Spezialisierung von Hirnhälften untersucht Leipzig, 19. September 2022. Dass die beiden Hälften des menschlichen Gehirns keineswegs gleich und bis ins letzte Detail spiegelbildlich sind, sondern besondere „Spezialitäten“ haben, ist lange bekannt: „Aufmerksamkeit“ beispielsweise ist bei den meisten Menschen in der rechten Hirnhälfte verankert, die Sprache in der linken. Doch wozu ist diese Asymmetrie, dieser „Spiegelbruch“, eigentlich gut und wie kommt das zustande? Diesen Fragen sind Forscher vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) aus Leipzig und vom Forschungszentrum Jülich (FZJ) nun nachgegangen und haben festgestellt: Wie und wie sehr sich die beiden Hirnhälften bei jedem einzelnen Menschen spezialisieren, ist teilweise in der Familie verankert, entsteht aber teilweise aber auch erst durch individuelle Erlebnisse. Das geht aus einer CBS-Mitteilung hervor. „Vermutlich ergibt sich die Asymmetrie unseres Gehirns aus genetischen Faktoren und solchen, die sich aus persönlichen Erfahrungen ergeben“, erklärt CBS-Doktorand und Studien-Hauptautor Bin Wan.

So sieht der Neubau für das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) nach der Aufstockung um ein drittes Obergeschoss aus. Foto: Frank Blümler für das NCT/UCC, einmalige Nutzung

Mehr Raum für Krebsforschung in Dresden

  Tumorzentrum NCT ausgebaut, neue Assistenzsysteme und Bildgebung für Krebs-OPs im Fokus Dresden, 14. September 2022. Das „Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Dresden“ (NCT) hat seine Forschungskapazitäten auf dem Uniklinik-Campus in Dresden ausgebaut: In einem neuen, dritten Obergeschoss können Informatiker, Mediziner, Ingenieure und andere Experten nun auf 980 Quadratmetern intelligente Assistenzsysteme für die Krebschirurgie sowie neue Bildgebungsverfahren entwickeln. Das geht aus einer NCT-Mitteilung hervor.

CUP-Chef Dirk Freitag-Stechl hat seine Labore in Radeberg ausgebaut. Foto: Heiko Weckbrodt

CUP hat Radiopharmaka-Labore in Radeberg ausgebaut

Nachfrage für strahlende Hilfe im Kampf gegen Krebs steigt Radeberg, 6. September 2022. Weil die Nachfrage für strahlende Medizin gegen Krebs und andere Radiopharmaka stark steigt, hat Dirk Freitag-Stechl seine CUP-Laboratorien in Radeberg erneut ausgebaut: Für 4,4 Millionen Euro sind am Stadtrand Labore, Büros und Reinräume entstanden. In dem neuen Komplex untersucht das Unternehmen derartige Präparate unter kontrollierten Bedingungen im Kundenauftrag auf deren richtige Zusammensetzung und Sterilität.

Mit Datenbrille und kabellosen Bewegungssensoren können junge Patienten in einem virtuellen Klassenzimmer Aufmerksamkeits-Tests absolvieren. Dresdner Mediziner und Programmierer haben diese Virtuellen Welten gemeinsam für die ADHS-Diagnose und -Therapie entwickelt. Foto: Marc Eisele für das Uniklinikum Dresden

Kampf gegen Konzentrationsschwäche in Virtuellen Welten

Dresdner Forscher entwickelt virtuelles Klassenzimmer für eine genauere ADHS-Diagnose und -Therapie Dresden, 31. August 2022. Um ernste Konzentrationsprobleme von Kindern künftig zuverlässiger erkennen zu können, setzen Dresdner Mediziner und Informatiker die jungen Patienten nun probeweise in virtuelle Klassenzimmer. Mit Datenbrillen vor Augen sollen die Kinder in diesen Solche virtuellen Realitäten (VR) vorgegebene Aufgaben lösen. Die Hoffnung der Neuropsychologen: Anders als bisher übliche Tests mit Papier-Fragenbogen und Stift schafft das computergenerierte Klassenzimmer womöglich eine praxisnähere Umgebung, um chronische Aufmerksamkeitsstörungen wie etwa „ADHS“ („Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung“) zu diagnostizieren. Die Software sei nun so weit, dass die Ärzte mit den Praxistests beginnen können, teilten die Projektpartner mit. Beteiligt an der Entwicklung sind das „Carus-Consilium Sachsen“ (CCS), die Uni-Ausgründung „ “ und das Uniklinikum Dresden.

Silke Fähnemann (vorn) und Manja Kubeil vom Institut für Radiopharmazie experimentieren an der internen Strahlentherapie gegen Krebs. Abb.: Frank Bierstedt, HZDR

Radiopharma-Branche in Sachsen wächst

Starke Nachfrage für strahlende Präparate im Kampf gegen Krebs aus dem „Radiopharmaceutical Valley Saxony“ Dresden, 12. August 2022. Nach außen punktet Sachsen gerne mit seiner starken Mikroelektronik-Industrie, die gemeinsam mit weiteren Hochtechnologie-Branchen zu einem „Silicon Saxony“ gewachsen ist. Neben Computer-Chips liefert die sächsische Wirtschaft allerdings auch weltweit medizinische Nischenprodukte aus, die weniger bekannt sind. Dazu gehören sogenannte Radiopharmaka, also schwach radioaktive Präparate für bildgebenden Verfahren in der Medizin und für den Kampf gegen Krebs. Experten wie Professor Prof. Jörg Steinbach vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) sprechen angesichts der Vielzahl hochspezialisierter und teils international führender Unternehmen und Forschungseinrichtungen in diesem Sektor gerne auch von einem „Radiopharmaceutical Valley Saxony“, das sich im Dreieck zwischen Dresden, Radeberg und Rossendorf formt.

Im Kimeds-Projekt soll Künstliche Intelligenz helfen, innovative Medizintechnik und deren Software rasch zu zertifizierten. Foto: M. Brombach für das EKFZ

KI hilft bei Zulassung von neuer Medizintechnik-Software

Bund gibt 1,46 Millionen Euro für „Kimeds“-Projekt mit Dresdner Beteiligung Dresden, 2. August 2022. Künstliche Intelligenzen (KI) sollen künftig dabei helfen, neue Medizintechnik und deren Steuer-Software schneller und transparenter als bisher für den Einsatz am Menschen zuzulassen und zu zertifizieren. Dafür haben sich nun mehrere Unternehmen, Behörden und Forschungsinstitute aus Deutschland im Konsortium „Kimeds“ zusammengetan, darunter auch Mediziner und Informatiker der TU Dresden. Sie wollen so helfen, innovative Medizintechnik schneller in die klinische Praxis zu überführen und damit letztlich Menschenleben zu retten. Das Bundesforschungsministerium fördert dieses Vorhaben mit 1,46 Millionen Euro. Das geht aus einer Mitteilung der Technischen Universität Dresden hervor.