Alle Artikel in: Medizin & Biotech

Im Labor untersuchen Wissenschaftler die Wirksamkeit verschiedener Substanzen an 3D-Zellkulturen. Foto: André Wirsig für das NCT/UCC

Mit Molekularkleber gegen Darmkrebs

Dresdner Forscher wollen mit neuem Wirkstoff den Tumor für die körpereigene Müllfabrik reif machen Dresden, 22. Juli 2021. Mit molekularen Klebstoff wollen Wissenschaftler aus Dresden und Heidelberg künftig Darmkrebs bekämpfen. Der neue Wirkstoff sorgt anscheinend dafür, dass krebsfördernde Proteine in der körpereigenen Eiweiß-Müllentsorgung landen. Konkret wollen die Forscher damit den Proteinkomplex „Cyclin K/CDK12“ ausschalten, der für einige besonders aggressive Darmkrebsformen mitverantwortlich ist. Das geht aus einer Mitteilung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden und Uniklinik-Krebszentrums (NCT/UCC) hervor.

Anne-Kristin Heninger und Frank Buchholz vom Uniklinkum Dresden wollen mit Rectech ein Unternehmen für Gen-Editierungsverfahren gründen. Foto: Science4Life

Rectech Dresden entwickelt molekulare Werkzeuge gegen Erbkrankheiten

Ausgründung der Uniklinik spezialisiert sich auf Rekombinase-Enzyme Dresden, 14. Juli 2021. Um bisher unheilbare Krankheiten zu besiegen, die im Erbgut des Patienten verankert sind, können womöglich Gentherapien helfen, die Defekte in der erbguttragenden Desoxyribonukleinsäure (DNS) gezielt reparieren. Dafür setzt ein Team um Prof. Frank Buchholz und Dr. Anne-Kristin Heninger von der Uniklinik Dresden auf sogenannte Rekombinase-Enzyme: Diese Moleküle können das Erbgut im Organismus gezielt umschneiden, ohne dafür auf körpereigene DNS-Reparaturmechanismen angewiesen zu sein. Dadurch arbeiten sie laut Uniklinik-Angaben besonders zielgenau und können auch größere Defekte in Ordnung bringen. Nun will das Team ein Unternehmen namens „Rectech“ in Dresden gründen, das diese Technologie weiterentwickelt und vermarktet.

Speziell designte Antikörper sollen dem Immunsystem im Kampf gegen Krebs und Corona auf die Sprünge helfen. Die Vision: Die künstlich hergestellten Proteine docken an die Oberfläche von Immunzellen an. Das andere Ende des Antikörpers bindet an die Krebs- oder Coronazellen und lenkt so die bis dahin untätigen Abwehrkräfte zum Tumor. Visualisierung: HZDR / Sahneweiß / Kjpargeter, Freepik

Präzisionsmedizin gegen Krebs

Helmholtz Dresden und Monash University kooperieren bei Therapieentwicklung Dresden, 7. Juli 2021. Damit Ärzte Krebs- und Herzkranke sowie andere Patienten künftig individueller und zielgenauer mit Immun- und Strahlentherapien behandeln können, gründen das Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und die australische „Monash University“ ein gemeinsames „Helmholtz International Lab“ für Präzisionsmedizin. Dabei handelt es sich nicht um physisches Lab, sondern eine Forschungskooperation. In die sechs Millionen Euro Anschubfinanzierung wollen sich beide Partner 50 zu 50 hineinteilen.

Über das Helios-Patientenportal können Nutzer beispielsweise von zuhause aus online Arzttermine vereinbaren. Foto: Helios Klinikum Pirna

Arzttermin online buchen: Heliosklinik Pirna richtet Patientenportal ein

Patienten können nun auch ins Alltagsdeutsch übersetzte Diagnosen im Internet abrufen Pirna, 26. Juni 2021. Das Helios-Klinikum Pirna hat als Zusatzservice ein Patientenportal eingerichtet. Über dieses Portal können Patienten zum Beispiel Behandlungstermine buchen und Arztbriefe abrufen. Zudem finden sie dort ihre Diagnosen und die verordneten Therapien in einer leicht verständlichen Übersetzung aus dem Doktorendeutsch. Das geht aus einer Mitteilung des Gesundheitsunternehmens hervor.

Die Isolation im Corona-Ausnahmezustand hat die Menschen egoistischer gemacht, hat eine Studie des IWH und der Uni Magdeburg ergeben. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Studie: Corona-Ausnahmezustand hat Menschen egoistischer gemacht

Viele haben Forderung nach sozialer Distanzierung in jedem Sinne verinnerlicht Magdeburg/Halle, 24. Juni 2021. Der Corona-Ausnahmezustand und die fortwährenden Appelle von Politikern, sich sozial zu distanzieren, haben unsoziales Verhalten und Egoismus gefördert. Zu dieser Folgerung ist eine Forschungsgruppe des “Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle” (IWH) nach Studenten-Experimenten gekommen. Sie fanden damit eine mögliche Erklärung für die bereits aus Spanien berichtete sinkende Spendenbereitschaft der Bevölkerung während der Corona-Zeit.

Produktion des COIVD-19-Test-Kits der Biotype. Foto: Biotype GmbH

Biotech-Branche in Sachsen in der Corona-Zeit kräftig gewachsen

Verband Biosaxony geht von 18 Prozent mehr Umsatz und Jobs aus Dresden, 22. Mai 2021. Die sächsische Biotechnologie-Branche ist während der Corona-Zeit kräftig gewachsen – vor allem durch die besonderen Herausforderungen in der Pandemie. Das hat André Hofmann, der Chef der sächsischen Biotech-Branchenverbandes „Biosaxony“, heute in Dresden mitgeteilt. Auch der Biosaxony-Vorstandsvorsitzende Oliver Uecke, in Personalunion einer der Chefs der Dresdner Fett-Tech-Firma „Lipotype“, sprach von einem spürbaren Branchenwachstum, bemerkenswerten Innovationen sowie erheblichen Investitionen in die biotechnologische Forschung und Entwicklung in Sachsen. Die Biotech “Made in Saxony” werde nun auch international stärker wahrgenommen

Im "Operationssaal der Zukunft" sammeln Wissenschaftler Erfahrungen mit roboter- und computergestützten Systemen für die Krebschirurgie. Foto: André Wirsig für das NCT/UCC

TU Dresden will Top-Chirurgen als digitale Zwillinge klonen

Künstliche Intelligenz soll helfen, tödliche Komplikationen bei und nach Operationen zu mindern Dresden, 18. Juni 2021. Digitale Zwillinge von Spitzenchirurgen sollen künftig weniger erfahrenen Operateuren bei komplizierten Eingriffen beistehen. Ein Team um Prof. Stefanie Speidel von der TU Dresden bereitet auf diese Aufgabe nun „Künstliche Intelligenzen“ (KI) vor und lernt sie dafür an.

Außen mit Elektrotechnik bedruckt: die keramischen Miniöfen können PCR-Tests von Viren beschleunigen. Foto: Fraunhofer IKTS

Keramische Mikroöfen für rasche Viren-Analysen

Fraunhofer-Keramikinstitut IKTS Dresden erzeugt im 3D-Drucker Module für schnelle Erbgut-Tests Dresden, 16. Juni 2021. Corona hat das weltweite Interesse an schnellen und dennoch zuverlässigen Virentests stark wachsen lassen. Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Dresden hat dafür nun neuartige Labormodule entwickelt. Mit diesen kleinen „μPCR“-Öfen aus dem 3D-Drucker lässt sich die „Polymerase-Kettenreaktion“ (Polymerase Chain Reaction, kurz: PCR) für derartige Erbgut-Analysen deutlich beschleunigen.

Die Onkologen suchen in den Genanalysen ihrer Patienten nach Hinweisen ("Biomarkern") auf die erfolgversprechendste Therapie. Foto: Philip Benjamin für das NCT Heidelberg

Genanalysen schenken Krebspatienten zusätzliche Lebensjahre

Bei seltenen Tumor-Arten zahlt sich Präzisionsonkologie aus Dresden/Heidelberg, 15. Juni 2021. Eine molekulare Erbgut-Analyse kann die Überlebenschancen von Menschen mit seltenen Krebsarten deutlich erhöhen. Das hat eine Studie des „Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen“ (NCT) in Heidelberg und Dresden ergeben. Demnach konnten Ärzte mit der sogenannten „Präzisionsonkologie“ zielgenauere und teils auch noch experimentelle Therapien für ihre Patienten einsetzen, die den Kranken in vielen Fällen zusätzliche Lebensjahre geschenkt haben. Das geht aus einer Mitteilung des NCT und des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) hervor.

Testen und Infektionsketten nachzuverfolgen ist eine besonders wirksame Strategie gegen Corona, haben Forscher aus Dresden udn Wien durch Simulationen ermittelt. Grafik: Marco Federmann / Pixabay, Pixabay-Lizenz: freie kommerzielle Nutzung, https://pixabay.com/de/photos/corona-test-impfstoff-covid-19-6048270/

Simulation: Ohne Tests explodiert Corona

Forscher aus Dresden und Wien simulieren Seuchen-Ausbreitung: „Testen & Nachverfolgen“ ist demnach beste Strategie Dresden/Wien, 4. Juni 2021. Das Testen der Kontaktpersonen von Virus-Infizierten in Kombination mit rascher Nachverfolgung der Infektionsketten ist eine der wirksamsten Möglichkeiten, um Corona und ähnliche Epidemien auszubremsen. Das haben Forschungsgruppen aus Wien und Dresden herausgefunden. Dabei haben sie Flussdynamik-Simulationen eingesetzt, mit denen sie sonst eigentlich Turbulenzen in komplexen Rohrsystemen untersuchen.

Mäuse mit eingepflanztem Menschengen "ARHGAP11B" bekommen einen größeren Neokortex und brechen Mausrekorde bei Gedächtnisspielen. Grafik: Lei Xing u.a., EMBO J 2021 / MPI-CBG

Künstliche Schlaumäuse mit mehr Mumm gezüchtet

Dresdner Genetiker rüsten Mäusegehirn auf Dresden, 3. Juni 2021. Der Genetiker Dr. Lei Xing aus Dresden hat mit einem Trick aus der menschlichen Evolution Mäuse mit größerem Neokortex gezüchtet, die schlauer und mutiger als ihre normalen Artgenossen ohne aufgerüstetes Gehirn sind. Das geht aus einer Mitteilung des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) in Dresden hervor, an dem Lei Xing in der Gruppe von Prof. Wieland Huttner forscht.

Zellkerne eines menschlichen Organoids der Bauchspeicheldrüse. Aufnahme: Carla A. Gonçalves, DanStem

Mini-Bauchspeicheldrüse gezüchtet

Menschliches Organmodell soll Therapieansätze für Diabetes liefern Dresden/Kopenhagen/Luxemburg, 26. Mai 2021. Um neue Behandlungsansätze für Diabetes und andere Krankheiten zu entwickeln, haben Forscherinnen und Forscher aus Dresden, Kopenhagen und Luxemburg erstmals eine Art menschliche Mini-Bauspeicherdrüse gezüchtet. Das geht aus einer Mitteilung des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) in Dresden hervor, das dieses Vorhaben gemeinsam mit dem „Novo Nordisk Foundation Center for Stem Cell Biology“ (DanStem) an der Uni Kopenhagen realisiert hatte.