Alle Artikel in: Medizin & Biotech

Ein Weißbüschelaffe. Foto (beschnitten): RaulMRTFonseca, Wikimedia, CC4-Lizenz,

Gehirn-Experimente in Dresden und Kawasaki: Naht der Planet der Affen?

Forscher aus Sachsen und Japan lassen durch Menschen-Gen die Gehirne von Affen-Föten wachsen – Tierschützer kritisieren diese Experimente. Dresden/Kawasaki, 18. Juni 2020. Affen, die klüger als Menschen sind, kannten wir bisher nur aus Science-Fiction-Filmen wie „Planet der Affen“. Doch die Zukunft ist oft näher als man denkt. Planck-Forscher aus Dresden haben nämlich gemeinsam mit Kollegen aus Japan Affenföten erschaffen, die das menschliche Gen „ARHGAP11B“ enthalten. Daraufhin vergrößerte und faltete sich deren Neokortex – ein Hirnareal, das beim Menschen für solche höheren Fähigkeiten wie Denken und Sprechen zuständig ist. Die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) in Dresden sehen in dem Experiment einen Beleg dafür, dass das spätestens vor einer halben Million Jahren mutierte Gen „ARHGAP11B-Gen“ eine Schlüsselrolle in der Evolution hin zum menschlichen Neokortex gespielt hat. Tierschützer kritisierten die Versuche aber als ethisch verwerflich.

Das Zentrum wird an das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologe und Genetik angedockt, in dem alles unter dem Zeichen der DNA steht - bis hin zum Treppenhaus in Doppelhelix-Optik. Abb.: hw

Zellkerne binden ganze Sonnensysteme zu Schleifen

Dresdner Planck-Forscher: Protein-Ringe fädeln meterweise Moleküle auf, um Erbgutinfos zu verstauen Dresden, 10. Juni 2020. Supercomputer brauchen Schränke voller Festplatten, um sich ein paar läppische Petabyte Daten zu merken. Zellkerne hingegen verstauen den kompletten Bauplan des Menschen auf nur wenigen Kubik-Mikrometern. Das schaffen sie mit Hilfe kleiner Protein-Ringe, die wie Akkordarbeiter meterweise Erbgut-Fäden zu Schleifen auffädeln. Diesen Mechanismus haben Forscher aus Dresden nun mit Spezialmikroskopen nachgewiesen und sichtbar gemacht. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung der beiden beteiligten Max-Planck-Institute für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) und für Physik komplexer Systeme (MPI-PKS) hervor.

Was können Hausärzte während einer Pandemie tun, um die Menschen besser durch die schwere Zeit zu bringen? Foto: Stephan Wiegand für die Hochschulmedizin Dresden

Studie über Hausärzte in Corona-Zeiten

Dresdner Forscher starten Online-Umfrage aus Patientensicht Dresden, 7. Juni 2020. Während der Corona-Pandemie dominierte häufig der Blick der Virologen auf die Seuche. Was aber können Hausärzte in solch einer Ausnahmesituation für die Menschen tun? Die Medizinischen Fakultät „Carl Gustav Carus“ der TU Dresden versucht dies nun durch eine Studie „Hausärztliche Versorgung in der COVID-19-Pandemie aus Sicht der Patienten“ und eine internetgestützte Befragung herauszubekommen.

Bei der Behandlung von Patienten mit einer akuten myeloischen Leukämie haben Ärzte künftig einen größeren zeitlichen Spielraum, um über die optimale Therapie zu entscheiden.. Foto: Marc Eisele für das Uniklinikum Dresden

Studie: Laborergebnisse bei akuter Leukämie abwarten

Viele Ärzte starten beim Befund „AML“ sofort die „Chemo“ begonnen – doch das ist oft gar nicht ratsam Dresden, 6. Juni 2020. Auch bei akutem weißen Blutkrebs sind überstürzte Therapie-Entscheidungen wenig ratsam – selbst wenn den Ärzten und Patienten scheinbar die Zeit durch die Hände rinnt: Bei „Akuter myeloischer Leukämie“ (AML) lohnt es sich sehr wohl, die genauen Laborergebnisse abzuwarten, bevor die Behandlung beginnt. Das hat eine Studie ergeben, bei der Forscher aus 23 deutschen Kliniken die Verlaufsdaten von AML-Patienten ausgewertet haben. Das hat das „Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Dresden“ (NCT/UCC) mitgeteilt, das gemeinsam mit weiteren Partnern die Studie realisiert hatte.

Wie sicher sind Corona und der Verlust des Geruch- oder Geschmackssinnes gekoppelt? Eine internationale Umfrage soll das klären. Foto: Heiko Weckbrodt

Corona greift Riech-Zellen der Kranken an

Internationale Studie: Berichte über Geschmacksverlust könnten auf Missverständnissen beruhen Dresden, 1. Juni 2020. Manche Corona-Kranke verlieren die Fähigkeit zu riechen – und dieser Schaden kann in manchen Fällen dauerhaft sein. Diese zunächst nur vereinzelt aus China berichteten Befunden haben sich nun in der Zwischenauswertung einer internationalen Studie bestätigt. Demnach greift das Corona-Virus offenbar Zellen des Riechepithels an. Das teilte Professor Thomas Hummel von der Medizinischen Fakultät der TU Dresden mit, der die Studie in Sachsen betreut hat.

Forscher am US-Seuchenkontrollzentrum CDC haben dieses 3D-Modell des neuen Corona-Virus (2019nCoV) entworfen, das eine schwere Lungenkrankheit auslösen kann. Die Angst vor dem Krankheitserreger lähmt mittlerweile weltweit das öffentliche Leben, die Wirtschaft, den Tourismus, selbst die Forschung in vielen Ländern. Illustration: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS, Lizenz: Public Domain, https://phil.cdc.gov/Details.aspx?pid=23312 / Wikipedia https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2019-nCoV-CDC-23312.png

Ischgl war Corona-Epizentrum für Deutschland

IfW-Studie: Je näher am Ski-Ort, desto mehr Infizierte gab es Ischgl/Kiel, 27. Mai 2020. Die geografische Nähe zum österreichischen Skiort Ischgl und die Corona-Infektionsrate in Deutschland stehen mindestens in einem korrelativen Zusammenhang. Anders ausgedrückt: Es waren nicht ausschließlich, aber vor allem heimkehrende Skifahrer aus Ischgl, die das Corona-Virus nach Deutschland eingeschleppt haben. Der Wintersportort war insofern für Deutschland eine Art Seuchen-Epizentrum. Das geht aus einer Studie “Après-ski: The Spread of Coronavirus from Ischgl through Germany” des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) aus Kiel hervor.

Professor Mario Rüdiger (2.v.r.) mit seinem Team, das aus der Nabelschnur Neugeborener mesenchymale Stromazellen gewinnt. Foto: Hochschulmedizin Dresden

Nabelschnur-Zellen aus Dresden sollen Corona-Kranke in Kanada heilen

„Mesenchymalen Stromazellen“ sollen Entzündungssturm bremsen und Regeneration anschieben Dresden/Ottawa, 24. Mai 2020. Kandische Wissenschaftler haben um spezielle Zellen von Nabelschnurblut aus Dresden gebeten, um damit Corona-Kranke in Ottawa zu heilen. Professor Mario Rüdiger und sein Team von der medizinischen Fakultät der TU Dresden haben die Zellen nun so vorbereitet, dass sie tiefgekühlt per Luftfracht nach Kandada gebracht werden können. Das geht aus einer Mitteilung der medizinische Fakultät „Carl Gustav Carus“ der Technischen Universität Dresden hervor.

Das Maskottchen von Xenon ist eine Roboterin. Zwar arbeitet das Dresdner Unternehmen nicht wirklich mit humanoiden Robotern, rechnet aber damit, das solche künstlichen Arbeitskollegen in vielen Fabriken Einzug halten werden. Visualisierung: Xenon

Xenon und Norafin kurbeln eigene Schutzmasken-Produktion in Sachsen an

Hochautomatisierte Linie soll Millionen deutsche FFP2-Masken herstellen Dresden/Mildenau, 30. April 2020. Um in Konsequenz aus der Corona-Krise eine international konkurrenzfähige Schutzmasken-Produktion in Sachsen aufzubauen, haben sich der Dresdner Anlagenbauer „Xenon“ und das Textilunternehmen „Norafin“ aus Mildenau zusammengetan. Sie wollen gemeinsam eine Linie installieren, die bis zu zwei Millionen Schutzmasken der Klasse „FFP2“ fertigen kann. Das geht aus einer Mitteilung des sächsischen Innovationsnetzwerkes „Futuresax“ hervor.

So soll der Behandlungsraum mit dem Linear-Beschleuniger künftig aussehen. Visualisierung: Wörner-Traxler-Richter-Planungsgesellschaft

Punktgenau gegen Metastasen

Neuer Linear-Beschleuniger in Uniklink Dresden Dresden, 30. April 2020. Die Uniklinik Dresden hat sich einen neuen Linear-Beschleuniger gekauft, die Metastasen und kleine Tumore besonders präzise zerstören soll. Die Montag hat nun begonnen, im Juli soll das neue Gerät des Typs „Versa HD – signature“ einsetzbar sei, teilte das Universitätsklinikum mit.

Wie sicher sind Corona und der Verlust des Geruch- oder Geschmackssinnes gekoppelt? Eine internationale Umfrage soll das klären. Foto: Heiko Weckbrodt

Riech- und Schmeckumfrage für Corona-Kranke

Forscher wollen herausbekommen, ob Sinnesverlust wirklich auf Covid-19 hinweist Dresden, 29. April 2020. Ein internationales Forscherteam will durch eine großangelegte Online-Umfrage herausfinden, wie stark eine Corona-Erkrankung und der Verlust des Riech- und Geschmackssinnes miteinander gekoppelt sind. So wollen sie ermitteln, ob solch ein Sinnesverlust ein sicheres Symptom für „Covid-19“ ist. Zu den Initiatoren gehört Prof. Thomas Hummel vom Uniklinikum Dresden. Insgesamt beteiligen sich über 500 Wissenschaftler, Kliniker und Patientenvertreter aus 38 Ländern, teilte die medizinische Fakultät „Carl Gustav Carus“ der TU Dresden mit.

Forscher am US-Seuchenkontrollzentrum CDC haben dieses 3D-Modell des neuen Corona-Virus (2019nCoV) entworfen, das eine schwere Lungenkrankheit auslösen kann. Die Angst vor dem Krankheitserreger lähmt mittlerweile weltweit das öffentliche Leben, die Wirtschaft, den Tourismus, selbst die Forschung in vielen Ländern. Illustration: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS, Lizenz: Public Domain, https://phil.cdc.gov/Details.aspx?pid=23312 / Wikipedia https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2019-nCoV-CDC-23312.png

Handelsforscherin: Iran steht wegen Corona vor Kollaps

Laut einer IfW-Studie hat das Land wegen Handelssanktionen und Pandemie große Probleme, die Seuche wirksam zu bekämpfen. Kiel, 24. April 2020. Der durch die US-Sanktionen bereits geschwächte Iran steht nun wegen der Corona-Pandemie vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Das haben die Handelsforscherinnen Katrin Kamin, Anna-Katharina Jacobs und Sonali Chowdhry vom „Institut für Weltwirtschaft“ (IfW) aus Kiel in einer gemeinsamen Studie „Iran in der Krise: Sanktionen und die Bewältigung von COVID-19“ eingeschätzt.

Prototyp des druckgesteuerten Notfall-Beatmungsgerätes. Foto: Dr. Robert Szlosarek, TU Freiberg

Freiberger entwickeln Notfall-Beatmer

Einfache Konstruktion ohne Strom für Entwicklungsländer Freiberg, 23. April 2020. Mit Sorge denken Epidemiologen an die Möglichkeit, dass sich Corona und andere für die Lunge schädliche Viren großflächig in Afrika verbreiten könnte – vor allem in Entwicklungsländer, die kaum Intensivstationen haben. Mit Blick darauf haben Bergwerks-Experten und Maschinenbauer der Bergakademie Freiberg nun einen Notfall-Beamter konstruiert.