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Die Übersterblichkeit n Corona-Zeiten spielt sich zum größten Teil in der Altersgruppe 80+ ab, die anscheinend nicht genug geschützt wurde. Grafik: Ifo

Ifo Dresden: Sieben von zehn Corona-Toten über 80 Jahre alt

Hochbetagte nicht ausreichend geschützt Dresden, 7. Januar 2020. Deutschland ist es in der Corona-Pandemie bisher nicht ausreichend gelungen, seine Hochbetagten ausreichend zu schützen. Das geht aus dem Aufsatz „Hat die Corona-Pandemie zu einer Übersterblichkeit in Deutschland geführt?“ hervor, den Prof. Ragnitz vom Ifo-Institut in Dresden nun publiziert hat.

Dr. Robert Wodtke (links) und Dr. Martin Kreller am Zyklotron des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR), das in den Nachtschichten das Radionuklid Iod-123 für Rotop extrahiert. Foto: HZDR/André Wirsig für das HZDR

Strahlendes Jod für Parkinson-Diagnostik geht in Dresden in Serie

Helmholtz-Zentrum und Rotop produzieren im Ringbeschleuniger ein kurzlebiges Medikament Dresden, 6. Januar 2020. Damit Ärzte die Schüttelkrankheit „Parkinson“ künftig klarer erkennen können, produzieren das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und die Instituts-Ausgründung „Rotop“ nun gemeinsam ein neues strahlendes Diagnose-Mittel namens „I123-Ioflupan“ in Serie. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung hervor. „Das Radiopharmakon ist das beste Beispiel dafür, dass wir gemeinsam Ziele erreichen, die wir allein nicht schaffen können“, betonte HZDR-Wissenschaftsdirektor Prof. Sebastian M. Schmidt.

Patienten mit aggressiven Hirntumoren könnten von einer verbesserten Strahlentherapie profitieren. Grundlage ist eine kombinierte PET-MRT-Bildgebung. Foto: André Wirsig für das NCT/UCC

Kombinierte Magnet- und Antimaterie-Tomografien helfen im Kampf gegen Hirnkrebs

Tumorzentrum und Uniklinikum Dresden sehen lebensverlängernde Therapie-Ansätze für Glioblastom-Patienten Dresden, 5. Januar 2020. Hirnkrebspatienten lassen sich erfolgreicher behandeln, wenn die Onkologen dabei mehrere bildgebende Verfahren kombinieren. Das haben Forscherinnen und Forscher im „Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen“ (NCT) in Dresden herausgefunden. Dafür haben sie die Langzeitdaten von 89 behandelten Patienten ausgewertet, die unter besonders aggressiven Gehirntumoren litten, den sogenannten Glioblastomen.

Forscherinnen und Forscher der Uniklinik Dresden suchen mit europäischen Kollegen nach Biomarkern, die bei Kindern auf Überreaktionen des Immunsystems - SIRIS genannt - hindeuten. Durch solche Ansätze der personalisierten Medizin sollen Ärzte künftig SIRS schneller diagnostizieren und die richtige Therapie dagegen herausfinden können. Foto: Hochschulmedizin Dresden

Uniklinik Dresden sucht Biosignale für tödliche Immun-Überreaktion bei Kindern

„Personalisierte Medizin“ soll künftig Ärzten helfen, schnell die richtige Therapie gegen SIRS zu finden. Dresden, 27. Dezember 2020. Um Kinder mit gefährlichen Überreaktionen des Immunsystems künftig besser behandeln zu können, setzen Forscherinnen und Forscher aus Dresden, Helsinki, Luxemburg, Istanbul und Ulm nun Methoden der „personalisierten Medizin“ ein. Denn das „Systemische Inflammatorische Response Syndrom“ (SIRS) ist anhand äußerlicher Symptome oft nur schwer präzise zu diagnostizieren. Daher wollen die Forscherinnen und Ärzte nun herausfinden, welche Erbgut-Signale, Fette, Proteine-Merkmale, Immunreaktionen typisch für die verschiedenen SIRS-Varianten sind. Anhand solcher „Biomarker“ könnten Medizinerinnen und Mediziner in Zukunft rascher und zielsicherer die richtigen Therapien für ihre kleinen Patienten finden.

Begrüßungsbildschirm für Gäste in der App. Abb.: pass4all

App „Pass4all“ führt zu Weihnachten Corona-Tagebuch

Dresdner Unternehmen will damit Kontaktverfolgung erleichtern Dresden, 23. Dezember 2020. Die Corona-Passierschein-App „Pass4all“ führt zu Weihnachten als neue Funktion ein Kontakt-Tagebuch ein. Ab der Version 1.6 des Smartphone-Programmes können Nutzer nun manuell eintragen, wann sie Oma. Opa und andere Verwandte neben dem Weihnachtsbaum getroffen haben. Das hat die Softwareschmiede „Pass4all“ aus Dresden mitgeteilt, die die App programmiert hatte.

Für den Transport des Covid-19-Impfstoffs von Biontech und Pfitzer hat Schaumaplast stromlose Kühlboxen entwickelt, die das Vakzin für fünf Tage bei minus 70 Grad Celsius halten. Foto: Schaumaplast

Schaumaplast Nossen stellt Kühlboxen für Corona-Impfstoff her

Stromlose Isolierbehälter halten das Vakzin tagelang unter -70 Grad Nossen/Reilingen, 15. Dezember 2020. Damit der neue deutsch-amerikanische Anti-Corona-Impfstoff in einwandfreiem Zustand die Impfzentren erreicht, hat das badisch-sächsische Unternehmen “Schaumaplast” spezielle Tiefkühlboxen entwickelt. Die kommen ohne Stromversorgung aus und sollen das Vakzin mittels Trockeneis für mindestens fünf Tage bei einer Temperatur bei – 70 Grad Celsius halten. Die Fabrik im sächsischen Nossen produziert nun mehrere Varianten dieser Boxen, darunter die Maxi-Variante “Pallet Transporter” mit 1200 Litern Packvolumen, wie die Schaumaplast-Gruppe heute mitgeteilt hat.

Nur ein reichliches Viertel der Deutschen nutzen die Bundes-Corona-App. Foto: Heiko Weckbrodt

TU Dresden: Bereits über 100 Corona-Warn-Apps im Umlauf

De-Facto-Zwang: Fast zwei Drittel der Chinesen nutzen Staats-App, in Deutschland nur 28 Prozent Dresden, 10. Dezember 2020. Mittlerweile gibt es weltweit mindestens 103 verschiedene Corona-Warn-Apps. Aber nur wenige davon werden im jeweiligen Land von einer Bevölkerungsmehrheit genutzt. Und davon überschreiten nur ganz wenige die vielzitierte 60-Prozent-Marke, ab der solche Apps die Infektionsketten für ein ganzes Land halbwegs zuverlässig rekonstruieren können. Das geht aus Untersuchungen eines Forschungsteams um Professor Alfred Benedikt Brendel, der an der Technischen Universität Dresden (TUD) den Lehrstuhl für „Intelligente Systeme und Dienste“ inne hat, hervor.

Forscher am US-Seuchenkontrollzentrum CDC haben dieses 3D-Modell des neuen Corona-Virus (2019nCoV) entworfen, das eine schwere Lungenkrankheit auslösen kann. Die Angst vor dem Krankheitserreger lähmt mittlerweile weltweit das öffentliche Leben, die Wirtschaft, den Tourismus, selbst die Forschung in vielen Ländern. Illustration: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS, Lizenz: Public Domain, https://phil.cdc.gov/Details.aspx?pid=23312 / Wikipedia https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2019-nCoV-CDC-23312.png

Corona reduziert Mobilität in Deutschland um 40 %

Humboldt-Uni: Mobilitätseinschränkungen können Pandemie in Frühphase ausbremsen Berlin, 4. Dezember 2020. Corona hat die Mobilität der Deutschen drastisch reduziert – vor allem über längere Distanzen. Das hat ein Team um Professor Dirk Brockmann von der Humboldt-Universität Berlin ermittelt. Die Forscherinnen und Forscher hatten dafür die anonymen Mobilfunkdaten und Bewegungsmuster von über 40 Millionen Nutzern in Deutschland ausgewertet. Ihre Folgerung: Dieser Mobilitätsverlust hat dazu beigetragen, dass sich der Virusausbruch in der Frühphase der Pandemie verlangsamt hat.

Ingenieurin Philippa Ruth Christine Böhnke zeigt Proben aus ihrem neuartigen Knochenersatz-Material im Technikum für Bio- und Medizintextilien des Instituts für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) der TU Dresden. Foto: ITM

Bruchfeste Kunstknochen aus dem 3D-Drucker

Ingenieurin der TU Dresden bekommt Kreativitätspreis des Deutschen Textilmaschinenbaus Dresden, 3. Dezember 2020. Damit 3D-Drucker künftig für jeden Patienten individuelle und sehr stabile Ersatz-Knochen erzeugen können, hat die Dresdner Ingenieurin Philippa Ruth Christine Böhnke ein neuartiges Verbundmaterial entwickelt. Damit lassen sich mit additiven Maschinen maßgeschneiderte Implantate produzieren, die ähnlich biegsam und bruchfest wie echte Knochen sind. Dafür bekam die Nachwuchwissenschaftlerin nun den mit 3000 Euro dotierten „VDMA-Kreativitätspreis des Deutschen Textilmaschinenbaus 2020“. Das hat das Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) der TU Dresden mitgeteilt, an dem die Ingenieurin ihre Forschungen vorangetrieben hat.

Nicht immer sind die Liebesschwüre von Internet-bekanntschaften echt, warnt das LKA Sachsen. Grafik: Heiko Weckbrodt

Künstliche Intelligenz soll Herzkrankheiten erkennen

TU Dresden will Prophylaxe-KI einspannen, um Arterienverkalkung rechtzeitig zu erkennen Dresden, 23. November 2020. Biomedizin-Techniker und -Technikerinnen der TU Dresden wollen „Künstliche Intelligenzen“ (KIs) so anlernen, dass sie „koronare Herzkrankheiten“ (KHK) bei Patienten frühzeitig erkennen, so dass die Ärzte beizeiten gegensteuern können. Das hat die TU Dresden mitgeteilt. Am Projekt “Timely” („A patient-centered early risk prediction, prevention, and intervention platform to support the continuum of care in coronary artery disease using eHealth and artificial intelligence” beteiligen sich insgesamt 13 europäische Partner.

Forscher am US-Seuchenkontrollzentrum CDC haben dieses 3D-Modell des neuen Corona-Virus (2019nCoV) entworfen, das eine schwere Lungenkrankheit auslösen kann. Die Angst vor dem Krankheitserreger lähmt mittlerweile weltweit das öffentliche Leben, die Wirtschaft, den Tourismus, selbst die Forschung in vielen Ländern. Illustration: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS, Lizenz: Public Domain, https://phil.cdc.gov/Details.aspx?pid=23312 / Wikipedia https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2019-nCoV-CDC-23312.png

Studie: Schulen in Sachsen keine Corona-Brutstätten

Bei „SchoolCoviDD19“-Untersuchungen fanden Mediziner auch im Oktober nur bei zwölf von 2000 Schülern und Lehrern Corona-Antikörper im Blut Dresden, 23. November 2020. Die Schulen in Sachsen haben sich bis zu den Herbstferien immer noch nicht zu versteckten Corona-Brutstätten entwickelt. Das hat die zweite Phase der sächsischen „SchoolCoviDD19“-Phase ergeben. Gemessen an den nachweisbaren Antikörpern stagnierte die Zahl der Schüler und Lehrer, die eine Corona-Infektion durchgemacht haben, zwischen Frühjahr und Herbst bei unter einem Prozent – obwohl im selben Zeitraum die Corona-Quote in der gesamten sächsischen Bevölkerung von 139 auf 245 Fälle pro 100.000 Einwohner stark angestiegen war. Das geht aus einer Mitteilung des Uniklinikums Dresden (UKD) und der medizinischen Fakultät der TU Dresden hervor, die die Studie gemeinsam realisieren und auch fortführen wollen.

Darmkrebszellen mit PD-L1 Protein (grün) auf der Oberfläche, sichtbar gemacht mittels Immunfärbung, sowie Erbgut-Molekülen (blau). Das Tarnmolekül PD-L1 bremst wichtige Immunzellen aus und wird von vielen Krebszellen vermehrt gebildet. Mikroskopbild: Mirko Theis für das NCT/UCC Dresden

Gen-Schalter hetzt Immunsystem gegen Tumore auf

Forscher aus Dresden halten neue Krebstherapie für möglich Dresden, 20. November 2020. Krebs segelt im menschlichen Körper oft unter falscher Flagge: Entartete Zellen maskieren sich mit bestimmte Tarnmolekülen, um das natürliche Immunsystem vom Kampf gegen einen wachsenden Tumor abzuhalten. Forscherinnen und Forscher aus Dresden haben nun im menschlichen Erbgut eine Art Schalter gefunden, der dem Krebs diese Maske herunterreißt und das Immunsystem wieder in Stellung bringt. Daraus lässt sich womöglich eine neue und universelle Immuntherapie gegen verschiedene Krebsarten entwickeln – auch wenn bis dahin noch ein weiter Weg zurückzulegen ist, schätzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom „Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen und Uni-Crebscentrum“ (NCT/UCC) in Dresden ein.

Omega-3-Fettsäuren. aus Fischen - hier ein Exemplar im Zoo-Aquarium Berlin - beugen gegen Infektionen vor. Foto: Heiko Weckbrodt

Fisch und Sonne senken Infektionsrisiko im Alter

Internationale Studie: Omega 3 und Vitamin 3 helfen gegen Keime, aber nicht gegen Vergesslichkeit und Knochenbruch Dresden, 17. November 2020. Wenn Senioren jenseits der 70 Jahre regelmäßig Omega-3-Fettsäuren und Vitamin-D-Präparate einnehmen, sinken ihr Infektionsrisiko und ihr Blutdruck. Das hat eine internationale medizinische Studie der Universität Zürich ergeben, an der auch das Uniklinikum Dresden beteiligt war. Omega-3-Fettsäuren kommen in natürlicher Form in Fisch vor, Vitamin D produziert der Körper bei Sonnenschein. Wenn Fisch wie Sonne fehlen, können beide Stoffe auch als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.