Alle Artikel in: Medizin & Biotech

Ein Roboter sterilisiert eine Implantatschraube mit Elektronenstrahlen. Foto: Fraunhofer FEP Dresden

Elektronenstrahl-Roboter sterilisieren 3D-Prothesen

Fraunhofer Dresden entkeimt Medizintechnik aus dem 3D-Drucker Dresden, 5. Februar 2018. Künstliche Hüftgelenke und andere Prothesen sind künftig keine Serienprodukte mehr, sondern können durch industrielle 3D-Drucker für den einzelnen Patienten maßgeschneidert werden. Zudem werden moderne „additiv-generative Anlagen“ – wie die Industrie-3D-Drucker meist genannt werden – auch gleich noch Sensoren, Aktuatoren und andere Elektronik in die Prothesen integrieren. Diese Sensoren können dann beispielsweise die Abnutzung eines künstlichen Gelenks überwachen und über die Aktuatoren automatisch nachjustieren. Vor der OP müssen solche neuartigen 3D-Implantate und ihre Bauteile allerdings sterilisiert werden. Dafür hat das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) in Dresden nun eine Lösung gefunden: Die Ingenieure stellen auf der Messe „XPOMET“ vom 21. bis 23. März 2018 in Leipzig einen Roboter vor, der Keime an solchen Medizinprodukten von allen Seiten und auch in der Tiefe unschädlich macht.

Dr. Michael Schweigert leitet seit dem Jahresbeginn 2018 den neu gebildeten Bereich Thoraxchirurgie an der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Dresdner Uniklinikums. Foto: Uniklinikum Dresden / Holger Ostermeyer

Uniklinik Dresden baut Brustraum-Chirurgie aus

Neuer Chef Dr. Schweigert will DaVinci-Roboter im Kampf gegen Lungenkrebs einsetzen Dresden, 24. Januar 2018. Das Uniklinikum Dresden baut eine eigene Abteilung für Brustkorb-Operationen auf. Leiter der neuen Thorax-Chirurgie ist der Privatdozent Dr. Michael Schweigert. Er will auch die DaVinci-Operationsroboter am Uniklinikum im Kampf gegen Brustkrebs und andere Erkrankungen im Thorax einsetzen. Bisher hatten die Dresdner Chirurgen um Prof. Jürgen Weitz die beiden DaVincis vor allem für Brust-OPs verwendet.

Die Wissenschaftler untersuchten mithilfe des EEG (im Bild: weiße Kappe) die Hirnströme der Kinder mit Cochlea-Implantaten (im Bild links in türkis) während sie neue Wörter lernten. Foto: Niki Vavatzanidis, MPI CBS

Taube lernen Wörter schneller als andere Kinder

Gemeinsame Studie von Leipziger Planck-Neurologen und Uniklinik Dresden Leipzig/Dresden, 23. Januar 2018. Taube Kinder mit Cochlea-Implantaten lernen Wörter etwas schneller als Kinder mit normalem Gehör. Das haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) in Leipzig und des Universitätsklinikums Dresden in einer Studie herausgefunden.

Prof. Jürgen Weitz vom Uniklinikum Dresden bei einer Operation. Foto: UKD

Sächsisches Transplantations-Zentrum soll Abwärtstrend bei Organspenden stoppen

Uniklinik Dresden: Zentrum könnte offensiver um Spenden werben Dresden/Leipzig, 16. Januar 2018. Die Uniklinik Dresden wirbt für ein gemeinsames sächsisches Transplantations-Zentrum mit der Uniklinik Leipzig, um die rückläufige Organspende-Bereitschaft wieder anzukurbeln. Die Mitarbeiter eines solchen Zentrums sollen für Organspenden in der Öffentlichkeit werben und Angehörige hirntoter Patienten ansprechen.

Wie entstand das erste Leben? Können wir künstliches Leben erschaffen? Der US-amerikanische Forscher James Sáenz geht in Dresden diesen Fragen nach. Am B-Cube der TU Dresden hat er eine eigene Forschungsgruppe aufgebaut und ein spezielles Labor für die Lipid-Forschung installieren lassen. Foto: Heiko Weckbrodt

Leben aus dem Baukasten

Der US-Forscher Sáenz analysiert Fette im B-Cube Dresden, um uraltes Leben zu verstehen und neues zu erschaffen Dresden, 10. Januar 2018. Vor 17 Jahren schrieb sich ein junger Mann aus New York City an der Uni Boston bei den Geologen ein. Und seit James Sáenz in diesem Studium Milliarden Jahre altes Gestein mitsamt den Einlagerungen darin zu sehen bekam, haben ihn ein paar Fragen nicht mehr losgelassen. Fragen wie: Wie konnte vor Milliarden Jahren aus einer diffusen organischen Ursuppe das erste Leben entstehen? Wie formierte sich bei den ersten Einzellern und Bakterien die Barriere zwischen dem „Drinnen“ und dem „Draußen“, zwischen dem Ich und dem Rest der Welt? „Die fossilen Abdrücke von uraltem Leben in den Sedimenten haben mich sehr fasziniert“, erzählt er. „Und ich wollte wissen, wie komplex diese Lebensformen damals wirklich waren.“

Prof. Christian Reeps, Prof. Jürgen Weitz und OP-Schwester Ines füghren vor, wie der hybrid-OP funktioniertr.- Links im Bild ist der C-Bogen zu sehen - ein von einem Roboterarm getragenes schwenkbares Röntgengerät für Aufnahmen während der Operation. Foto: Foto: Uniklinikum Dresden / Holger Ostermeyer

Uniklinik Dresden nimmt Hybrid-OP in Betrieb

Dresden, 8. Januar 2018. Um Blutgefäß- und Krebspatienten schonender und präziser operieren zu können, hat das Uniklinikum Dresden heute offiziell einen ersten Hybrid-OP-Saal in Betrieb genommen. Er verfügt neben dem eigentlichen OP-Tisch und dessen Infrastruktur auch über moderne und hochauflösende bildgebende Verfahren, damit die Chirurgen während der Operation in den Körper des Patienten hineinsehen können – und nicht erst danach. Der Hybrid-OP unterstützt insbesondere minimal invasive Gefäß-Operationen. Bei diesen Schlüsselloch-OPs werden alle Werkzeuge durch eine nur kleine Schnitt-Öffnung eingeführt, statt den Patienten großformatig aufzuschneiden.

Prof. Michael P. Manns ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Foto: Deutsche Leberstiftung

Leberstiftung warnt vor Süß- und Fettbomben zum Jahreswechsel

Fast jeder 3. Deutsche hat eine Fettleber Hannover, 31. Dezember 2017. Die Deutsche Leberstiftung in Hannover hat vor XXL-Snacks und -Limonaden gewarnt, wie sie immer öfter vertickt werden – sei es nun in Kinos, in Schnellimbiss-Ketten oder auch im Supermarkt. Denn die Zahlen der großen und kleinen Patienten mit einer Fettleber im XXL-Format seien „alarmierend“. Inzwischen hat bereits fast jeder dritte Deutsche eine Fettleber – und die Zahl der Betroffenen steigt. Verantwortlich dafür ist neben Trunksucht vor allem unser Lebensstil: Wer zuviel Süßes und Fettiges isst, überfordert den Körper und kann eine „nicht-alkoholische Fettleber“ (Fachabkürzung: NAFLD) bekommen. Denn wenn die Leber mit dem Abbau von Giftstoffen überfordert wird, fängt sie an, Fett einzulagern. Je länger das Organ verfettet, umso gefährlich ist dieser Prozess.

Gerd Engel zeigt ein Titan-Implantat, das H+E Dresden im 3D-Drucker erzeugte, um für einen Krebspatienten einen individuell geformten künstlichen Kieferknochen zu ermöglichen. Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsen digitalisiert Kieferorthopädie

Pilotprojekt „KFO-DIGIT“ startet in Dresden Dresden, 11. Dezember 2017. Mit einem Pilotprojekt „KFO-DIGIT“ wollen die Sachsen die Kieferorthopädie digitalisieren. Geplant sei eine „vollständige 3D-Digitalisierung des kieferorthopädischen Planungs- und Freigabeprozesses“, teilte das sächsische Sozialministerium in Dresden mit. Dies soll Patienten unnötige Strahlenbelastung durch immer neue Röntgenaufnahmen ersparen und die Behandlung verbessern.

Da freut sich die Seniorin: Die digitale Assistentin SUSI TD hilft im Alltag. Foto: Fraunhofer IESE

85 Millionen Euro für Altersforschung in Dresden

Landtag bewilligt insgesamt 108 Millionen Euro für Hochschulmedizin in Sachsen Dresden, 29. November 2017. Der Landtag in Dresden hat heute zusätzliche 108 Millionen Euro für die Hochschul-Medizin in Sachsen bewilligt. Das hat das Finanzministerium mitgeteilt. Von der Extra-Charge fließen 85 Millionen Euro in ein „Zentrum für Seelische Gesundheit und Altersforschungszentrum“ in Dresden. „Angesichts der demografischen Entwicklung werden die Themen psychiatrische und geriatrische Versorgung immer wichtiger“, kommentierte dies Finanzminister Georg Unland (CDU). Für weitere 23 Millionen Euro rüstet das Uniklinikum Leipzig seine teils veraltete Computer- und Netzwerktechnik auf.

Das Schaubild visualisiert, wie dSens-o-Spheres durch Bioreaktoren wandern. Rechts unten: Größenvergleich einer Sensorkugel mit einer Euro-Münze. Abb.: Tim Lauterbach, TUDDas Schaubild visualisiert, wie dSens-o-Spheres durch Bioreaktoren wandern. Rechts unten: Größenvergleich einer Sensorkugel mit einer Euro-Münze. Abb.: Tim Lauterbach, TUD

Sehende Erbsen machen Bioreaktoren durchsichtig

„Sens-o-Spheres“ der TU Dresden sollen für mehr Qualität und Ausbeute in Biotech-Fabriken sorgen Dresden, 26. Oktober 2017. Neuartige sehende Erbsen sollen künftig helfen, Medikamente und Schönheits-Cremes, aber auch Bier und andere Genussmittel noch qualitätvoller und in größeren Mengen herstellen. Entwickelt haben diese „Sens-o-Spheres“ Verfahrenstechniker der Technischen Universität Dresden (TUD) – und dies so rasch, dass sie inzwischen dafür prämiert worden sind: Von der Fachmesse „bionection“ in Jena konnten die Dresdner Ingenieure Dr. Felix Lenk und Tim Lauterbach die „Technology Transfer Trophy“ („T³“) nebst 1500 Euro Preisgeld und Beratungs-Gutscheinen mit nach Hause nehmen.

Der 84-jährige Roland Kraut freut sich mit Prof. Jürgen Weitz (rechts) über die gelungene Premiere des „da Vinci Xi“-OP-Systems. Bereits einen Tag nach der Magenoperation stieg gemeinsam mit einer Physiotherapeutin wieder eine Treppe hoch. Im Hintergrund ist der entfernte Tumor zu sehen. Foto: Uniklinikum Dresden / Holger Ostermeyer

Neuer OP-Roboter für Uniklinik Dresden

Bauchchirurgen können nun mit einem „da Vinci Si“ operieren Dresden, 25. September 2017. Das Universitätsklinikum Dresden hat sich einen weiteren Operations-Roboter zugelegt. Der „da Vinci Xi“ sei moderner als der bisher genutzte „da Vinci Si“, hieß es vom Uniklinikum. Vor allem die Bauchchirurgen wollen ihn einsetzen, um jährlich 200 roboterassistierte Operationen vornehmen. Das sind dann vier mal so viel wie beim Vorgängermodell, das sich die Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie (VTG) mit anderen Fachärzten teilen mussten.

Im Labor für Qualitätssicherung im neuen Blutfilter-Werk von B.Braun in Wilsdruff sind viele Ausrüstungen bereits installiert. Foto: Sabine Mutschke

Europas modernste Blutfilterfabrik wächst

B.Braun investiert 70 Millionen Euro in das neue Dialysatoren-Werk in Wilsdruff Wilsdruff, 6. September 2017. Die 143 Meter lange Außenhülle für Europas modernste Dialysatoren-Fabrik in Wilsdruff bei Dresden steht – nun hat der Medizintechnik-Hersteller „B.Braun” mit der Ausrüstung des Blutfilter-Werkes begonnen. Das Labor zur Qualitätssicherung bereitet sich auf bereits auf die Inbetriebnahme vor.

Patienten sollen ihren persönlichen virtuellen Lebensstil-Trainer bekommen. Abb.: GIMP

Der große Trainer schaut dir zu

TU Dresden entwickelt virtuellen Betreuer für Infarkt- und Schlaganfall-Patienten Dresden, 4. September 2017. Damit Senioren nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall nicht gleich wieder anfangen zu rauchen oder sich zu überfressen, bekommen sie in Zukunft einen virtuellen Trainer an die Seite. Dieser persönliche Betreuer wird aussehen wie ein Mensch, ist aber eine computergenerierte Persönlichkeit, eine „Künstliche Intelligenz“ (KI). Er soll die Ex-Patienten nach der Reha auf Trab halten, sie zu Salat statt Grützwurst motivieren und vom Griff zum Sargnagel abhalten. Ein internationales Wissenschaftlerteam unter Leitung von Medizininformatikern der TU Dresden will diesen „virtuellen Coach“ im Rahmen des Projektes „vCare“ (steht für „virtuelle Pflege“) in den nächsten vier Jahren entwickeln.

Die neuen intelligenten Fraunhofer-Implantate sollen ihre Form selbstständig im Patienteninnern nachjustieren - und Arthrose-Patienten viel schmerzen erleichtern. Foto: Fraunhofer IWU

Fraunhofer arbeitet an intelligenter Hüftprothese

Formgedächtnis-Legierung justiert lockere Implantate im Körper selbst nach Dresden/Chemnitz, 31. August 2017. Fraunhofer-Ingenieure aus Dresden, Chemnitz und von weiteren Standorten wollen neuartige intelligente Hüftgelenk-Prothesen entwickeln. Diese Implantate werden selbst ausmessen, wenn sie locker zu werden drohen und sich dann im Körper des Patienten nachjustieren. Möglich machen sollen dies Formgedächtnislegierungen des Chemnitzer Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) sowie spezielle Sensoren, Funksender und spezielle Bestrahlungstechnologien aus Dresden. Damit würden aufwendige und schmerzhafte Nach-Operationen für viele Arthrose-Patienten wegfallen.