Alle Artikel in: Medizin & Biotech

Testlabor der Medizingeräte-Firma Partec GmbH in Görlitz. Insgesamt arbeiten inzwischen rund 2000 Menschen in der sächsischen Biotechnologie. Abb.: Partec

Biotech-Branche beschäftigt in Sachsen rund 6000 Menschen

Wissenschaftsminister: Freistaat ist zu einer der dynamischsten Biotechnologieregionen Europas avanciert Leipzig/Dresden. 28. Oktober 2023. „Sachsen hat sich innerhalb weniger Jahre national und international als Biotechnologiestandort mit bedeutendem Zukunftspotenzial einen Namen gemacht.“ Das hat der sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) nach einer Tour im Rahmen seiner „Spin2030“-Intiative durch Biotech-Unternehmen und -Institute eingeschätzt. Der Freistaat sei „zu einer der dynamischsten Biotechnologieregionen Europas avanciert“.

Der Neurologe Timo Siepmann vom Uniklinikum Dresden erklärt der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping, wie sich per Tele-Konsil ein Patient mit Schlaganfall-Verdacht aus der Ferne diagnostiziert werden kann. Foto: Heiko Weckbrodt

Immer mehr Sachsen trifft der Schlag

170.000 Fälle pro Jahr – Freistaat stärkt mit drei Millionen Euro seine telemedizinische Netze für Schlaganfall-Diagnose und -Therapie Dresden, 26. Oktober 2023. Jeden Tag trifft der Schlag durchschnittlich fast 50 Menschen in Sachsen: Nach dem Aufstehen zeigt der Badspiegel einen hängenden Mundwinkel, im Supermarkt wird plötzlich das Bein taub und versagt den Dienst oder die Augen bekommen nur noch Doppelbilder zustande. Dann ist höchste Eile geboten: „Nach einem Schlaganfall zählt jede Minute“, erklärt der Neurologe Prof. Timo Siepmann vom Uniklinikum Dresden (UKD). „Nach den ersten Symptomen sterben in jeder Minute, in der es nicht gelingt, den Blutbahnverschluss im Gehirn zu beseitigen, zwei Millionen Nervenzellen.“

Radiopharmaka-Produktion in der Firma "Rotop" in Rossendorf. Foto: Rotop

Dresdner Strahlenmedizin-Akteure schließen sich zusammen

Akademiker und Praktiker wollen Technologietrend hin zu „Radionuklid-Liganden“ mitformen Dresden, 23. Oktober 2023. Die seit Jahren wachsende strahlenmedizinische Branche im Raum Dresden-Radeberg hat ein „Rubin“-Bündnis geknüpft: Die acht Gründungspartner wollen durch das „Sächsische Netzwerk für Radionuklid-Theranostika“ (SNRT) gemeinsam Innovationen in der Nuklearmedizin vorantreiben und die Leistungskraft der sächsischen Unternehmen sowie Institut in diesem Sektor deutschlandweit und international sichtbarer machen. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) hat dem neuen Bündnis zwölf Millionen Euro Anschubfinanzierung versprochen. Dies geht aus einer Mitteilung des „Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf“ (HZDR) hervor, das als Nukleus dieser Branche im Großraum Dresden gilt.

Der OP-Roboter "Hugo Ras" bei der ersten urologischen Operation. Fotos: Michael Kretzschmar für das UKD

Uniklinik Dresden setzt erstmals OP-Roboter „Hugo“ in der Urologie ein

Künstlicher Helfer soll für präzisere Operationen sorgen Dresden, 18. Oktober 2023. Er hat viele Arme, ist oft von Blaukitteln umringt und macht Menschen wieder gesund: Hugo. Er gehört zu einer neuen Generation medizinischer Robotern, die nun auch im Universitätsklinikum Dresden (UKD) bei Operationen hilft. Die Dresdner Chirurgen haben ihren „Hugo Ras“ nun als erste in Deutschland erfolgreich in einer urologischen OP eingesetzt. Diese bahnbrechende Entwicklung eröffnet neue Möglichkeiten für die Medizin, Forschung und Ausbildung, schätzen die UKD-Mediziner ein.

Prof. Jürgen Weitz am Bedienterminal eines Da-Vinci-Roboters im Forschungs-OP-Saal im NCT und EKFZ im Uniklinikum Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

20 Millionen Euro für Dresdner Digitalmedizin-Zentrum

Else-Kröner-Fresenius-Stiftung will Forschung an Schnittstelle von Medizin und Technologie stärken Dresden, 10. Oktober 2023. Damit Ärzte und Ingenieure ihre Gesundheits-Forschungen an der Schnittstelle zwischen Medizin und Technologie in Sachsen ausbauen können, bekommt das „Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Digitale Gesundheit“ (EKFZ) in Dresden weitere 20 Millionen Euro von der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung. Das haben die TU Dresden und das EKFZ mitgeteilt.

Dr. Claudia Arndt und Dr. Frederick Faßlrinner forschen im Dresdner Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum an der UnicAR-T-Zelltherapie gegen Blutkrebs. Foto: : Amac Garbe für das HZDR

Steuerbare Mikrodrohnen gegen Blutkrebs

Dresdner Teams arbeiten an neuer Unicat-T-Therapie gegen Akute Myeloische Leukämie Dresden, 8. Oktober 2023. Steuerbare Anti-Tumor-Killerzellen sollen künftig beim Kampf gegen Blutkrebs helfen. Möglich machen soll dies eine „Unicar-T“-Therapie, an der Forscherteams von Helmholtz und der Uni Dresden derzeit arbeiten: Im Labor können sie mit ihren „modularen, umschaltbaren chimären Antigenrezeptor-T-Zellen“ (Unicat-T) bereits zielgerichtet die Angriffsstrategien gegen Zellkulturen mit der Blutkrebs-Art „Akute Myeloische Leukämie“ (AML) auch im Nachhinein verändern, wenn die Tumorsuch-Zellen bereits gestartet sind. Dies war bei bisher eingesetzten Car-T-Therapien kaum möglich. Das geht aus einer Mitteilung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) hervor.

Die Wirkung verschiedener Medikamente auf Mini-Tumoren lässt sich durch eine Mikro-RNA-Analyse besser vorhersagen. Foto: Kirsten Lassig für das Uniklinikum Dresden

Tumorhemmer-Moleküle helfen bei Krebs-Therapie

Dresdner Forscher suchen nach individuelleren Behandlungen Dresden, 1. Oktober 2023. Kleine Ribonukleinsäure-Moleküle (Mikro-RNA) könnten künftig bei zielgenaueren Krebs-Therapien helfen: Die Anzahl solcher Erbgut-Moleküle in einem Tumor erlaubt Ärzten nämlich Rückschlüsse darauf, welche spezielle Krebsart bei dem Patienten vorliegt. Das haben Forscherteams der Hochschulmedizin Dresden, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) und des Mildred-Scheel-Nachwuchszentrums Dresden (MSNZ) nun ermittelt, berichtet das NCT.

Eine eigens dafür entwickelte Software wertet die Biomarker-Daten vom Modaplex aus. Foto: Biotype GmbH

Sachsen stellen automatischen Krebs-Fahnder vor

„Biotype“ will mit „Modaplexen“ die individuelle Tumor-Gendiagnostik auf neue Stufe heben Dresden, 27. September 2023. Neue molekular-diagnostische Analysegeräte aus Sachsen sollen die Früherkennung und Therapieauswahl bei Gebärmutter-, Darm- und anderen Krebsarten demnächst deutlich beschleunigen und genauer machen. Nach dreijähriger Entwicklung hat die Dresdner Biotechnologie-Firma „Biotype“ dafür nun ein „Modaplex“-Tischgerät vorgestellt. Das kann mit einer einzigen Blut- oder Gewebe-Probe innerhalb von vier Stunden zahlreiche genetische Erkennungszeichen („Biomarker“) für Tumore im Erbgut des Patienten oder der Patientin entdecken. In späteren Geräte-Generationen soll es sogar möglich sein, die Proben in einem Durchlauf gleich auf mehrere Krebsarten zu durchforsten.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (2. v. r.) und Vertreter von Sparkasse, Uni und Technologiezentrum beim Spatenstich für das Biotechzentrum "Bioz 2" in Dresden-Johannstadt. Foto: Heiko Weckbrodt

Baustart für neues Biotech-Zentrum in Dresden-Johannstadt

18 Millionen Euro teures Bioz 2 soll mehr Platz für lebenswissenschaftliche Gründungen schaffen Dresden, 4. September 2023. Um Biotech-Gründungen und andere lebenswissenschaftliche Unternehmungen zu erleichtern, entsteht bis Mitte 2025 für 18 Millionen Euro ein zweites Bioinnovations-Zentrum („Bioz 2) in Dresden-Johannstadt. Die ersten symbolischen Spaten für den Viergeschosser haben heute Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und weitere Akteure an der Fiedlerstraße gegenüber vom Uniklinikum in den Sand gerammt.

Die Aufnahmen zeigen das Gen "Neurog3" (hellblau) in menschlichen Zellen der Bauchspeicheldrüse. Abbildung: Beydag-Tasöz u.a., Developmental Cell, via MPI-CBG

Genetischer Schalter für Diabetes in Aktion beobachtet

Forscher aus Sachsen und Dänemark machen sichtbar, was sonst im Mutterleib verborgen bleibt Dresden, 3. September 2023. Auf der Suche nach künftigen Zelltherapien gegen Diabetes und einem tieferen Verständnis, wie eine Bauchspeicheldrüse für die Blutzucker-Regulierung überhaupt entsteht, haben Forscherinnen und Forscher aus Dresden und Kopenhagen eine neue Beobachtungsmethode für ein Schlüssel-Gen entwickelt. Dafür haben sie Echtzeit-Aufnahmen von Zellen mit Erbgutdaten vom Gen „Neurog3“ miteinander verknüpft. Das hat das Dresdner Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (CBG) mitgeteilt.

Eingeblendete Hilfestellungen zu anatomischen Strukturen sollen Chirurginnen und Chirurgen künftig bei Operationen unterstützen. Hier testen gerade Dr. Sebastian Bodenstedt und Dr. Fiona Kolbinger das System. Foto: Kirsten Lassig für das Uniklinikum Dresden

Dresdner KI hilft ab 2024 dem Krebs-Chirurgen bei der OP

Angelerntes Expertensystem erkennt Organe im Bauch nun ähnlich gut wie erfahrene Operateure Dresden, 29. August 2023. Künstliche Intelligenzen (KI) sollen künftig Chirurgen bei kniffligen OPs unterstützen. Sie können beispielsweise die genaue Lage von Organen im Patientenkörper orten und dem Operateur dann per „Augmentierter Realität“ (AR) wie „Hilfslinien“ vor Augen führen. Dies könnte für präzisere Eingriffe sorgen und das Kunstfehler-Risiko senken. Mediziner, Ingenieure und Forscher in Dresden haben nun in einer gemeinsamen Studie nachgewiesen, dass gut trainierte intelligente Computerprogramme die Organe im Patienten-Bauch ähnlich gut wie erfahrene menschliche Operateure erkennen können. Ab 2024 wollen sie ihr neues System erstmals im Operationssaal testen. Das geht aus einer Mitteilung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) am Uniklinikum Dresden hervor.

KI-Doc bei der Arbeit, so wie sich das die KI "Dall-E" vorstellt: Die Künstlichen Intelligenzen können beispielsweise Hirnschäden von Magersüchtigen analysieren. Visualisierung: Dall-E

Dresdner KI-Doc soll künftig Magersüchtige behandeln

Uniklinik-Studie: Künstliche Intelligenz kann Hirn-Änderungen bei Anorexie voraussagen Dresden, 15. August 2023. „Künstliche Intelligenzen“ (KI) sollen künftig bei der Behandlung magersüchtiger Mädchen und Frauen helfen – indem sie individuelle Therapiepläne und Prognosen für jede einzelne Patientin entwerfen. Diesen Plan verfolgen derzeit Mediziner am Uniklinikum Dresden (UKD) und stützen sich dabei auf eine Studie.

Winzige Nanowatt-Chips sollen künftig auf kranken Kerzen verankert werden, um sie im richtigen Rhythmus zu halten - und zwar ohne Batterie und Kabel. Visualisierung: Dall-E

Ein Hertz für ein Herz: Nanowatt-Chips für die kranke „Pumpe“

Celtro Dresden arbeitet an batteriefreien Mini-Herzschrittmachern, die sich ein ganzes Menschenleben selbst mit Zell-Strom versorgen Dresden, 11. August 2023. Herzschrittmacher sollen künftig ohne Batterien auskommen, die Chirurgen regelmäßig austauschen müssen, sondern sich ihre Energie aus dem menschlichen Körper selbst ziehen. Daran arbeitet derzeit „Celtro“: Das junge Unternehmen in Dresden entwickelt dafür nun eine neuartige medizinische Elektronik, die mit wenigen Nanowatt Leistung auskommt, wie sie eben auch menschliche Herzzellen ganz von selbst liefern.