Alle Artikel in: Medizin & Biotech

Fettreiche Speisen können zur falschen Tageszeit das Diabetes-Risiko besonders stark erhöhen. Foto: Heiko Weckbrodt

Innere Fett-Uhr beim Menschen entdeckt

Forscher aus Dresden und Nuthetal: Wer zur falschen Zeit schlemmt, kann zuckerkrank werden. Dresden/ Nuthetal, 11. Dezember 2019. Dass zuviel Schlemmerei der Gesundheit schadet, das ist altbekannt. Doch auch wer zuviel Süßes oder fette Speisen zu ungünstigen Tageszeiten isst, erhöht sein Risiko, an Diabetes zu erkranken. Das hat eine gemeinsame Studie des “Deutschen Instituts für Ernährungsforschung” (DIfE) aus dem brandenburgischen Nuthetal und des Dresdner Biotech-Unternehmens “Lipotype” ergeben, die beide Einrichtungen zur kalorienreichen Weihnachtszeit veröffentlicht haben.

Regnerationswürmer unterm Mikroskop. Foto: Heiko Weckbrodt

Den Biotechnologen wird’s zu eng in Dresden

Seit Jahren wartet die Branche in Sachsen vergebens auf ein zweites BioZ-Technologiezentrum in Johannstadt. Die Planck-Ausgründung Dewpoint erwägt daher, lieber in Boston zu investieren. Dresden, 10. Dezember 2019. Für ein noch junges Pflänzchen wird es eng in Dresden: Bio- und Medizintechnologie-Unternehmen finden kaum noch Platz im Biotech-Viertel Johannstadt. Auch Erweiterungen und neue Ansiedlungen sind wegen des Grundstücksmangels rund um das Uniklinikum und das Planck-Genetikinstitut so gut wie unmöglich. Das Problem schwelt seit Jahren – doch für Abhilfe haben die kommunalen Wirtschaftsförderer bis heute nicht gesorgt. Dies droht die zu zunächst so hoffnungsvolle Entwicklung einer ganzen Branche in der Landeshauptstadt abzuwürgen. Wachsende Instituts-Ausgründungen wie „Dewpoint Therapeutics“ erwägen inzwischen offen, in die Biotech-Metropole Boston in den USA umzusiedeln.

Das sieht für den Laien vielleicht nicht unbedingt wie eine Leber aus, liefert dem sachkundigen Mediziner aber wichtige Hiweise, ob sich das Organ bei einem Patienten krankhaft verändert hat: 3D-Modell einer Leber. Die Fetttröpfchen sind rot gekennzeichnet und das Gallenkanalnetzwerk grün. Abb.: Hernán Morales-Navarrete, Segovia-Miranda und andere/ MPICBG

3D-Modell für bessere Fettleber-Diagnose

Forscher aus Dresden wollen mit Computermodell Ärzten helfen, die Krankheit beizeiten zu erkennen. Dresden, 4. Dezember 2019. Mediziner und Informatiker aus Dresden haben gemeinsam dreidimensionale Computermodelle einer Fettleber entwickelt. Dieses Modell zeigt Ärzten verschiedene Phasen der Leberveränderung und soll ihnen bei der Diagnose der Krankheit. Dies haben die beteiligten Forschungseinrichtungen nun mitgeteilt: Das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden (MPI-CBG), das Universitätsklinikums Dresden (UKD) und das Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH) der TU Dresden. Fettleber kann auch ganz ohne Alkohol entstehen Speziell konzentrierten sich die Wissenschaftler dabei auf die „nicht-alkoholische Fettlebererkrankung“ (NAFLD). Dabei sammelt sich Fett in der Leber, wenn der Insulin-Haushalt im Körper nicht mehr richtig funktioniert. Jeder vierte Mensch bekommt eher oder später solch ein Problem. In vielen Fällen verläuft das Krankheitsbild vergleichsweise harmlos. Aber NAFLD kann auch zur Leber-Zirrhose, Leberkrebs oder Leberversagen führen. Dann kann nur noch eine Transplantation helfen. Hochaufgelöste 3D-Simulationen unterstützen Diagnose Um solche Veränderungen frühzeitig zu erkennen, haben Ärzte bisher Gewebeproben der „verdächtigen“ Leber entnommen und mit recht niedrig aufgelösten zweidimensionalen Bildern davon eine Analyse versucht. …

Oliver Uecke von Lipotype kümmert sich um die US-Expansion der Dresdner Biotech-Firma. Foto: German Accelerator

Buhlen um die Chance im Biotech-Mekka

Der lukrative US-Markt lockt junge Biotech-Firmen wie die Dresdner „Lipotype“ an. Damit solche Instituts-Ausgründungen im großen Teich nicht untergehen, helfen Lotsen vom „German Accelerator. Dresden/Boston, 13. November 2019. Ist von Digitalisierung und Globalisierung die Rede, denken viele erst mal an Jobverluste und andere negative Begleiter des weltweiten Wandels. Doch für kleine Unternehmen, die sich zum Beispiel gerade erst frisch aus einer Uni ausgegründet haben, ist die globale Vernetzung ein Riesenvorteil: Per Internet wird die ganze Welt zur erreichbaren Zielgruppe. Dadurch sind heute selbst Nischenprodukte rentabel, die früher keine Chance hatten, weil es für manch exotische Innovation einfach zu wenige potenzielle Käufer auf dem regionalen Markt der Gründer gab und gibt.

Die drei Mikroskopaufnahmen zeigen, wie sich die Zellen im Epithelgewebe um ein Organ herum zu einer kaum noch durchdringbaren Schutzbarriere gegen Krankheitserreger zusammenfügen. Mikroskopaufnahmen: Oliver Beutel, MPI-CBG

Wie sich Organe ihren Schutzpanzer zusammenkleben

Dresdner Biologen finden Klebe-Prozess, der für den Abwehrmanzel von Herz, Niere & Co. Vor keimen zuständig ist Dresden, 6. November 2019. Um sich vor Keimen und Giften zu schützen, ummanteln sich das Herz, die Nieren und andere Organe im menschlichen Körper mit einem festverklebten Panzer aus sogenanntem „Epithelgewebe“. Das ist so dicht, das im besten Falle nicht einmal Moleküle mehr diese Barriere passieren können. Umgekehrt kann „der Verlust dieser Barriere durch das Eindringen von Krankheitserregern in unser internes System zu schweren Krankheiten führen“, betonen Forscher vom Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) in Dresden. Sie haben nun den selbstorganisierenden Klebe-Mechanismus entziffert, durch den dieser Organpanzer entsteht.

Blick auf die Gantry, gewissermaßen die "Lupe", die die Protonenstrahlen auf die Tumoure im Patienten lenkt, im Uniklinikum Dresden. Foto: Universitätsklinikum CGC Dresden

Uniklinik Dresden ist zweitbestes Spitzen-Krankenhaus in Deutschland

Focus-Bestenliste setzt Charité auf Platz 1 Dresden, 22. Oktober 2019. Das Uniklinikum Dresden ist laut einem Vergleich der Zeitschrift „Focus“ nach der Berliner Charité das zweibeste Spitzen-Krankenhaus in Deutschland. Darauf haben die Dresdner Ärzte nun hingewiesen. „Dass wir den Spitzenplatz aus dem vergangenen Jahr halten und uns zudem mit weiteren Fachbereichen in der Spitzengruppe behaupten konnten, ist Beleg für unsere in allen Fachbereichen geleistete exzellente und ausdauernde Arbeit“, kommentierte Prof. Michael Albrecht, der medizinische Vorstand des Uniklinikums, die Bewertung.

Wissenschaftsnacht 2018 in Dresden: Uniklinik-Forscher haben probeweise eine Ananas in den neuen 3-Tesla-MRT gesteckt, um zu demonstrieren, wie genau sie damit auch Gehirne durchleuchten können. Foto: Heiko Weckbrodt

Barmer startet elektronische Patientenakte

IBM bekommt den Zuschlag Berlin, 14. November 2019. Die Krankenkasse „Barmer“ beginnt im November 2019, von Papierakten auf elektronische Patientenakten (ePA) umzusteigen. Das haben die Barmer selbst sowie das Partnerunternehmen IBM heute mitgeteilt. Praktisch nutzen können die 9,1 Millionen Versicherten der Barmer die digitalen Akten mit der Bezeichnung „Barmer E-Care“ erst ab dem 1. Januar 2021.

Zecke unterm Mikroskop. Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsen baut neues Diabetes-Forschungszentrum

Bund und Land investieren über 35 Millionen Euro Dresden, 25. September 2019. Für die sächsischen Mediziner und Forscher entsteht nun ein rund 35 Millionen Euro teures „Zentrum für Metabolisch-Immunologische Erkrankungen und Therapietechnologien“ in Dresden. Das hat das Uniklinikum Dresden (UKD) angekündigt, auf dessen Campus das Zentrum gebaut wird. In die Kosten teilen sich Bund und Freistaat.

Die Grafik zeigt, wie die Res-Cure-Hydrogele die entzündungsfördernden Chemokine aus der Wunde ziehen sollen. Visualisierung: Zsoltán Tanczik/VOR und Leibniz IPF Dresden

Polymerschwamm saugt Wunden sauber

Neue Hydrogel-Wundauflagen aus Dresden prämiert Dresden, 6. September 2019. Mit neuartigen Hydrogel-Wundauflagen auf Polymerbasis wollen Wissenschaftler aus dem Leibniz-Institut für Polymerforschung (IPF) Dresden dabei helfen, schwer heilende Wunden doch noch zu schließen. Für ihre Fortschritte dabei bekommen sie den “Material-Vital-Preis 2019 der “Pro-Mat-Leben-Initiative” des Bundesforschungsministeriums. Das hat das IPF mitgeteilt.

Ein Spekrometer auf kleinstem Raum: Dieser flexible organische Sensor des Institut für Angewandte Photophysik (IAPP) der TU Dresden kann mit Nah-Infrarotstrahlen Proben berühungslos analysieren. Diese Technologie wollen die Physiker nun für elektronische Wundpflaster nutzen. Foto: Siegmund / IAPP

Milliardenmarkt für elektronische Wundheil-Pflaster

Durch Miniaturisierung gewinnen auch altbekannte Therapien neues Massenmarkt-Potenzial Cambridge, 5. September 2019. Hochtechnologie-Pflaster und -Verbände können Diabetikern, Unfallopfern und anderen Kranken und Verletzten helfen, dass deren Wunden deutlich schneller und besser verheilen als mit heutigen Methoden. Die Marktforscher von “IDTechEx” aus Cambridge prognostizieren ein erhebliches Umsatzpotenzial in derartigen Hightech-Wundheilern. Inklusive anderer fortgeschrittener Wundversorgungs-Technologien rechnen sie mit einem Marktpotenzial um die 22 Milliarden Dollar weltweit im Jahr 2030 in diesem Sektor.

Prof. Jürgen Weitz (Mitte hinten) sitzt während einer Operation an der Steuerkonsole des "Da Vinci". Foto: Uniklinikum / Holger Ostermeyer

Zentrum für digitale Gesundheit entsteht in Dresden

Dresden, 4. September 2019. Neue digitale Technologien sollen kranken Menschen in Zukunft effektiver und zügiger helfen als bisher. Dafür entsteht nun in Dresden ein Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Digitale Gesundheit”. Die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) finanziert die zehnjährige Start- und Aufbauphase mit insgesamt 40 Millionen Euro. Weitere Gelder für konkrete Forschungs- und Ausbildungsprojekte wollen die Wissenschaftler der TU Dresden, der Uniklinik und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) beisteuern.

Michael Sieweke ist Humboldt-Professor im Zentrum für regenerative Therapien Dresden (CRTD). Er untersucht die Regenerationsfähigkeiten von Makrophagen. Foto: Heiko Weckbrodt

Die heilsamen Zerstörer

Der Immunologe Michael Sieweke ist als Humboldt-Professor nach Dresden gekommen, um die Reparaturkräfte von Makrophagen auszuloten. In Zukunft könnten sich daraus Zelltherapien gegen bisher unheilbare Krankheiten ergeben, hofft er. Dresden. Neuartige Zelltherapien könnten in Zukunft womöglich Leberzirrhosen, altersbedingte Lungenkrankheiten, Herzinfarkt-Narben und andere Schäden an menschlichen Organen reparieren, die bisher als unheilbar galten. Neben den viel beschworenen Stammzell-Behandlungen fokussieren sich einige Forscher wie Prof. Michael Sieweke dabei auch auf den Einsatz von Makrophagen. Diese speziellen Zellen des Immunsystems befinden sich überall im Menschen: im Hirn, in der Lunge, in der Leber – sie sind ein natürlicher Teil der „Zell-Crew“ in unserem Körper. Sie sind unter anderem dafür zuständig, Keime und andere Fremdkörper zu vernichten. Die Übersetzung als „Fresszellen“ mag der 56-jährige Immunologe allerdings nicht sonderlich: „Ich würde eher von Zellgärtnern reden, denn Makrophagen stoßen auch das Wachstum neuer Zellen an. Sie reparieren also auch. So wie ein Gärtner nicht nur Unkraut und Wildwuchs entfernt, sondern auch pflanzt und düngt.“

Sieht aus wie abstrakte Kunst, ist aber eine kolorierte Mikoskopaufnahme von Zahnzellen. Zu sehen sind hier Stammzellen grün), die in einem Zahn wandern, um Gewebe zu regenerieren. Abb.: University-of-Plymouth

Können sich kaputte Zähne künftig selbst reparieren?

Dresdner Biotech-Forscher sehen nach Maus-Forschungen Ansatz für eine Stammzelltherapie Dresden, 10. August 2019. Könnte in Zukunft eine Spritze reichen, damit karies-zerstörte Zähne wieder von allein nachwachsen? Einen möglichen Ansatz für solch eine Reparatur-Therapie haben Forscher des Biotechnologischen Zentrums der TU Dresden, der britischen University of Plymouth und weitere internationale Kollegen gefunden: Sie haben Stammzellen in den Frontzähnen von Mäusen entdeckt, die anscheinend eine Zahnreparatur anstoßen können.

Die historische Uhr mit einem raffinierten Wecker-Uhrwerk aus der Sammlung von Otto Horn. Foto: Peter Weckbrodt

Gehirn speichert Reisen wie eine Zeit-Schatzkarte ab

Planck-Forscher kartieren mit virtuellen Welten und Hirn-Scans die Entstehung von Erinnerungen Leipzig, 8. August 2019. Um Erinnerungen an Reisen und ähnliche Erlebnis-Abfolgen abzuspeichern, legt unser Gehirn anscheinend eine Karte verknüpfter Erinnerungen an. Das haben Hirnforscher vom „Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften“ (MPI-CBS) in Leipzig durch Experimente herausgefunden.

Ein kleiner Blutstropfen aus der Nabelschnur oder aus der Ferse reicht: Der zwei Wochen junge Arthur aus Eilenburg war das 100.000. Baby, das die "Freder1k"-Ärzte auf Risikogene für "Typ1-Diabetes" getestet haben. Foto: TU Dresden

100.000 Babys auf Diabetes-Gene getestet

Dresdner Mediziner sehen Freder1k-Studie als Baustein für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes Dresden, 31. Juli 2019: Der kleine Arthur aus dem sächsischen Eilenburg war für die Dresdner Mediziner das Jubiläumskind: Mit ihm haben sie nun bereits 100.000 Babys auf Risikogene für die Autoimmunkrankheit „Typ-1-Diabetes“ untersucht. Das hat die Medizinische Fakultät „Carl Gustav Carus“ der TU Dresden heute mitgeteilt.