Alle Artikel in: Halbleiterindustrie

Der Dresdener "Smart Systems Hub – Enabling IoT" ist ein Zusammenschluss von Software-, Hardware- und Datenübertragungs-experten, die komplexe Lösungen für das Internet der Dinge entwickeln wollen. Grafik: Smart Systems Hub

Start der Denkfabrik bei Infineon Dresden verschoben

„Smart System Hub“: Neue Radar-Chiptechnik wird später weiterentwickelt Dresden, 21. März 2020. Auch wichtige gemeinsame Entwicklungsprojekte der Dresdner Hightech-Industrie fallen fürs Erste unter den Corona-Tisch: Der „Smart Systems Hub“ hat den Start der „Digital Product Factory“ (DPF) auf dem Infineon-Gelände auf unbestimmte Zeit verschoben. Das hat „Smart Systems Hub“-Chef Michael Kaiser auf Anfrage mitgeteilt.

Die Stromspar-Chips von Globalfoundries sollen eine Schlüsselrolle in der hochautomatisierten Fabrik der Zukunft und im "Internet der Dinge" spielen. Foto: Sven Döring, Globalfoundries

Globalfoundries Dresden rechnet Ende 2020 mit Vollauslastung

Standortchef: Wird aber nur funktionieren, wenn Corona nicht zu sehr dazwischen funkt Dresden, 16. März 2020. Globalfoundries (GF) Dresden hat neue Kunden und Aufträge gewonnen. Die Chipfabrik wird daher voraussichtlich Ende 2020 wieder voll ausgelastet sein. Das hat Standortchef Thomas Morgenstern prognostiziert. Voraussetzung sei allerdings, dass die Weltwirtschaft den Corona-Schock rasch überwindet. „Ich denke, Corona wird uns höchstens für zwei bis drei Monate ausbremsen“, gibt sich Morgenstern optimistisch.

Vor 20 Jahren ging Infineon an die Börse

Gemessen an Aktienkursen war der deutsche Chipkonzern lange Zeit ein Rohrkrepierer –realwirtschaftlich dagegen hat sich Infineon bestens platziert. München/Dresden, 13. April 2020. Genau 20 Jahre nach seinen ersten Schritten auf dem Börsenparkett schickt sich der Halbleiterkonzern Infineon aus Neubiberg bei München jetzt an, in eine neue Liga aufzusteigen: Vor wenigen Tagen haben die Aufsichtsbehörden den Deutschen erlaubt, den amerikanischen Chiphersteller Cypress zu kaufen. Gelingt der Deal, wird Infineon zu einem der größten Anbieter von Automobil-Schaltkreisen weltweit – und steigt in die Liste der zehn größten Halbleiterhersteller auf.

Auf der Baustelle für die Bosch-Chipfabrik Dresden sind rund 100 Unternehmen und Hunderte Arbeiter im Einsatz. Oben ist bereits das stählerne Gerüst für das Dach-"Plenum" zu sehen, das später den Reinraum darunter mit sauberer Luft versorgt. Foto: Heiko Weckbrodt

Keine Unterstützung für Globalfoundries-Pläne

Interesse an einem Mikroelektronik-Arbeitgeberverband für Sachsen tendiert gegen Null Dresden, 13. März 2020. Der Plan von Globalfoundries (GF) Dresden, einen eigenen Mikroelektronik-Unternehmerverband in Sachsen zu gründen, stößt weiter auf wenig Begeisterung in der Branche und Landespolitik. Der Elektronik-Konzern Bosch zum Beispiel, der derzeit in Dresden eine Chipfabrik baut und aus GF-Sicht zu den natürlichen Gründungsmitgliedern des gewünschten Halbleiter-Arbeitgeberverbandes gehören sollte, gab sich bedeckt: Zum Vorschlag selbst wollten sich die Schwaben nicht konkret äußern. Sprecher Simon Schmitt betonte lediglich, Bosch stehe zur Sozialpartnerschaft und Tarifbindung in Deutschland.

Einige Hundert Menschen haben am 11. März 2020 vor dem Hauptwerktor von Globalfoundries Dresden für einen Tarifvertrag getreikt. Zum Warnstreik aufgerufen hatte der Bezirksverband Nordost der „Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie“ (IGBCE), Foto: IG BCE Karin Aigner

Gewerkschaft kann Stecker bei Globalfoundries nicht ziehen

Produktionsstopp gescheitert, Hunderte streiken aber vor den Toren der Chipfabrik in Dresden für einen Tarifvertrag Dresden, 11. März 2020. Den Gewerkschaftern und Streikenden vor den Toren von Globalfoundries (GF) Dresden ist es heute entgegen ihren Ankündigungen nicht gelungen, die Chipproduktion in der Fabrik lahmzulegen. Das geht aus Angaben des Mikroelektronik-Unternehmens und vom Bezirksverband Nordost der „Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie“ (IGBCE) hervor.

Die Gewerkschaften wollen Globalfoundries Dresden einen Haustraifvertrag abtrotzen. Die Plakate sind schon platziert, am Mittwoch wird gestreikt. Foto: Heiko Weckbrodt

Globalfoundries will Mikroelektronik-Arbeitgeberverband

Resonanz in der Branche ist aber verhalten Dresden, 10. März 2020. Als „unverantwortlich“ hat Globalfoundries (GF) die Ankündigung der Gewerkschaft bezeichnet, die Produktion im Dresdner Chipwerk stilllegen zu wollen. Der Standort habe sich nach schwierigen Zeiten der Kurzarbeit in den vergangenen zweieinhalb Jahren gerade erst wieder stabilisiert, betonte Geschäftsführer Thomas Morgenstern. Und nun komme die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) Nordost, fordere einen Haustarifvertrag, der auf 17 bis 20 Prozent höhere Personalkosten für GF hinauslaufe, und wolle am Mittwoch gar mit einem Warnstreik die Fertigung lahmlegen. Damit tue die Gewerkschaft auch der Belegschaft keinen Gefallen.

Globalfoundries Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Gewerkschaft will Chipproduktion von Globalfoundries Dresden lahmlegen

Warnstreik vor den Werktoren geplant Dresden, 9. März 2020. Der jahrelange Tarifkonflikt zwischen dem Dresdner Halbleiterwerk von Globalfoundries (GF) und den Gewerkschaften spitzt sich weiter zu: Am Mittwoch will die „Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie“ (IG BCE) mit einem Warnstreik die Chipfertigung in der Fabrik des US-Konzerns lahmlegen. „Wir rechnen mit einer so hohen Beteiligung der Belegschaft, dass keine Produktion mehr möglich sein wird“, kündigte Landesbezirk-Sprecherin Karin Aigner an.

Zeiss arbeitet auch an Mikroelektronik-Zukunftstechnologien - hier eine EUV-Lithographie-Optik. Foto: Zeiss

Halbleiter-Branche kurbelt Forschung wieder an

Prognose: Weltweite FuE-Ausgaben in der Mikroelektronik steigen künftig um 4,4 Prozent pro Jahr. Scottsdale, 3. März 2020. Wegen wachsender technologischer Herausforderungen wird die Halbleiter-Branche in den nächsten Jahren deutlich mehr in Forschung und Entwicklung (FuE) investieren als zuletzt üblich. Das hat das Marktforschungs-Unternehmen „IC Insight“ aus Scottsdale in den USA prognostiziert. Demnach werden die FuE-Ausgaben der Mikroelektronik-Unternehmen weltweit um durchschnittlich 4,4 Prozent pro Jahr zulegen. Zum Vergleich: In den Jahren 2014 bis 2019 stiegen die Forschungsausgaben im Schnitt nur um 3,9 Prozent pro Jahr.

Autonom fahrende Autos sollen Unfälle mit Fußgängern mit KI-Hilfe vermeiden. Grafik: Nvidia

Chip-Baukasten für schlaue Flitzer

Fraunhofer-EAS will eine „Chiplet“-Allianz in Dresden schmieden, damit hiesige Halbleiterfabriken mehr Auftrage von Autoindustrie bekommen. Dresden, 2. März 2020. Die noch junge „Chiplet“-Technologie könnte dabei helfen, autonomes Fahren auch im Stadtverkehr möglich zu machen – und der sächsischen Mikroelektronik dabei neue wirtschaftliche Impulse geben. Das hat Gruppenleiter Andy Heinig eingeschätzt, der im Dresdner Fraunhofer-Institutsteil für „Entwicklung Adaptiver Systeme“ (EAS) für die Systemintegration zuständig ist.

Die 300-mm-Scheiben, die Infineon für seine neuen Leistungs-Halbleiter verwendet, sind so dünn, dass sie biegsam werden. Foto: Infineon

Dresden sieht Potenzial in Leistungselektronik

Rolle des Standortes als Lieferant von Leistungselektronik wird in Zukunft wachsen, meinen Branchenvertreter. Dresden, 4. Februar 2020. Die Technologiestadt Dresden wird künftig wahrscheinlich auch international eine stärkere Rolle in der Leistungs-Halbleitertechnik spielen. Das haben Nanoelektronik-Professor Thomas Mikolajick vom „Namlab“ der TU, der Dresdner Infineon-Sprecher Christoph Schumacher und weitere Branchenvertreter eingeschätzt. Denn mehrere Unternehmen und Institute entwickeln und produzieren in und um Dresden bereits spezielle Computerchips, die besonders starke Ströme und hohe Spannungen vertragen – wichtig beispielsweise für Solarkraftwerke, Elektroautos, Schnelllade-Säulen, U-Bahnen und Konsumelektronik.

In modernen Autos verbauen die Hersteller immer mehr Elektronik - und davon profitieren auch wichtige Chipproduzenten wie die Infineon-Fabriken in Dresden. Foto: Infineon

Speicher- und Auto-Chips sind 2020 besonders gefragt

IC Insights geht insgesamt von 8 % Wachstum in der Mikroelektronik weltweit aus Scottsdale, 27. Januar 2020. Auto- und Speicher-Chips beflügeln 2020 und in den Folgejahren den Mikroelektronik-Weltmarkt besonders stark. Das hat das US-amerikanische Analyseunternehmen „IC Insights“ prognostiziert. Insgesamt rechnen die Marktforscher aus Scottsdale in diesem Jahr mit rund acht Prozent Zuwachs in der globalen Halbleiterbranche.

Ein bestückter Test-Wafer vom Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM), dessen Chipstapel in der dritten Dimension mit Kupfer durchkontaktiert sind. Foto: Nino Halm für das Fraunhofer IZM

3D-Chipgipfel in Dresden

Top-Mikroelektroniker aus aller Welt diskutieren über die dritte Dimension, Chiplets und digitale Wollmilchsäue Dresden, 13. Januar 2020. Die sächsische Landeshauptstadt ist demnächst der Gastgeber für ein hochkarätig besetztes Mikroelektronik-Gipfeltreffen. Manager, Technologen und Physiker internationaler Halbleiterfirmen treffen sich vom 27. bis 29. Januar 2020 zum „Semi 3D & Systems Summit“ im Dresdner Hilton-Hotel. Sie wollen dort über neue Wege diskutieren, Chips dreidimensional zu bauen und hybrid mit Sensoren und anderen Bauteilen zu vernetzen. Der globale Mikroelektronikverband „Semi“ als Veranstalter erwartet unter anderem Vertreter von Intel, TSMC, Infineon, ASML, Globalfoundries, CEA-Leti, Huawei und anderen Branchengrößen.

Das CNT arbeitet mit einer 300-mm-Linie im früheren Qimonda-Reinraum - solche Forschungsbedingungen gibt es europaweit sonst nur selten. Abb.: CNT

Sachsen sichert Nanoelektronik-Zentrum CNT Dresden mit 43 Millionen Euro

Die Forscher übernehmen die frühere E-Papier-Fabrik. Freistaat und Fraunhofer liebäugeln mit der Konzentration weiterer Chip-Institute. Dresden, 3. Dezember 2019. Um das Fraunhofer-Nanoelektronikzentrum CNT in Dresden langfristig abzusichern, wird die sächsische Regierung für die Forschungseinrichtung 43,4 Millionen Euro zuschießen. Das hat das sächsische Wissenschaftsministerium auf Oiger-Anfrage mitgeteilt. Perspektivisch könnte das damit finanzierte Umzugsprojekt als Wachstumskern für ein größeres Dresdner Elektronikforschungs-Konglomerat nach französischem und belgischem Vorbild dienen.