Alle Artikel in: Halbleiterindustrie

Ein Mitarbeiter kontrolliert in der Fabmatics-Fabrik in Dresden einen schienengebundenen Roboter, der künftig in einer Chipfabrik die Anlagen mit Wafer-Boxen bestücken soll. Foto: Heiko Weckbrodt

Chip- und Personalmangel bescheren Fabmatics Dresden neue Robotikaufträge

Ältere US-Chipwerke hängen Europa bei Automatisierung um Jahre hinterher Dresden, 22. Oktober 2021. Angesichts der globalen Mikroelektronik-Engpässe und der wachsenden Fachkräfte-Engpässe in vielen Branchen rechnet „Fabmatics“ aus Dresden mit einer steigenden Nachfrage für seine Automatisierungslösungen und wachsenden Umsätzen. Das haben die Fabmatics-Geschäftsführer Roland Giesen und Andreas Purath eingeschätzt.

Gerd Teepe. Foto: Heiko Weckbrodt

Halbleiter-Engpass und Tesla-Schock bergen Chancen für Mikroelektronik in Sachsen

Mikroelektronik-Experte Gerd Teepe warnt vor drohenden chronischen Wettbewerbnachteilen für deutsche Industrie Dresden, 14. Oktober 2021. Deutschland muss unbedingt seine Mikroelektronik-Kapazitäten ausbauen und technologisch verbessern – andernfalls drohen vielen Leitindustrien in Zukunft chronische Wettbewerbsnachteile im Vergleich zur Konkurrenz in Asien und den USA. Das hat der Halbleiter-Experte Gerd Teepe in Dresden gefordert. „Keiner kann wollen, dass die deutsche Automobilindustrie und andere Branche in Zukunft die Chips der Spitzenklasse nur noch mit ein bis zwei Jahren Verzögerung bekommen.“

Eu-Kommisar Thierry Breton. Foto: Etienne Ansotte für die EU-Kommission

EU-Komminsar Breton: Europa muss seine Chipproduktion vervierfachen

Brüssel, 12. Oktober 2021. EU-Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton hat sich dafür ausgesprochen, die Chipfertigungskapazitäten in Europa bis 2031 zu viervierfachen. „trategische Autonomie ohne Produktionsanlagen ist zum Scheitern verurteilt“, begründete er dies und erneuerte zugleich seine Forderung nach der Ansiedlung von Chipfabriken der Spitzenklasse: „Wir können nicht auf eine geografische Spezialisierung oder globale Arbeitsteilung setzen, bei der Europa auf Chips über 20 Nanometern beschränkt ist.“

Indie-Deutschlandchef Klaus Hermann. Foto: Heiko Weckbrodt

Autochipfirma Indie zieht wegen Wachstum in Dresdner Norden um

Belegschaft wächst und gewinnt neue Aufträge Dresden, 6. Oktober 2021. Weil sich die Aufträge häufen und die Belegschaft gewachsen ist, zieht Autoelektronik-Schmiede „Indie Semiconductor Deutschland“ aus dem Robotron-Inkubator „Robolab“ an zwei neue Standorte im Dresdner Norden. Das haben Indie-Deutschland-Chef Klaus Hermann und Wirtschaftsförderungschef Robert Franke mitgeteilt.

Ein Bosch-Mitarbeiter mustert einen Siliziumkarbid-Wafer. Foto: Martin Stollberg für Bosch

VW erwägt eigene Halbleiter-Sparte, will aber keine Chipfabrik bauen

„Geht um Design von Hochleistungsprozessoren für die Autoindustrie“ Wolfsburg/Dresden, 5. Oktober 2021. Angesichts des anhaltenden Chipmangels in der Autoindustrie erwägt Volkswagen, eine eigene Halbleitersparte aufzubauen. Das hat ein Konzernsprecher auf Oiger-Anfrage bestätigt. „Der Volkswagen Konzern verfolgt momentan auch Überlegungen, in die Entwicklung eigener Chips einzusteigen“, erklärte er. „Um bei den hohen Anforderungen im Auto die optimale Leistung zu erzielen, müssten Software und Hardware aus einem Guss kommen.

Kuka-Roboter in den Autoproduktion. Foto: Kuka

Versöhnt die „Darkfab“ Industrie und Klimabewegung?

Sächsischer Ansiedlungsexperte Zimmer-Conrad plädiert für eine Ökologisierung der Industrie – im eigenen Interesse Dresden, 4. Oktober 2021. Die Wirtschaft muss ihre „Ökologisierung“ selbst vorantreiben, statt sie zu bekämpfen. Das hat Ministerialrat Christoph Zimmer-Conrad vom sächsischen Wirtschaftsministerium auf einem Mikroelektronik-Symposium in Dresden gefordert. „Ihr müsst euch mit den Zukunftsvisionen der jungen Menschen von heute versöhnen und sie unterstützen“, appellierte er an die Unternehmer.

Der Physiker und Mikroelektronik-Pionier Werner Hartmann im Jahr 1968. Foto: Hans Becker, Technische Sammlungen Dresden

60 Jahre Mikroelektronik in Dresden „Eine der erstaunlichsten Erfolgsgeschichten der Wiedervereinigung“

Am 2. Oktober 1961 legte der Physiker Werner Hartmann den Grundstein für Europas größtes Chip-Cluster Dresden, 2. Oktober 2021: Das Archivbild aus den frühen Tagen der ostdeutschen Mikroelektronik spricht Bände: Ein Mann im weißen Laborkittel stürmt schnellen Schrittes über eine Brache, SED-Parteifunktionäre stolpern unbeholfen hinter ihm her. Ihre Gesichter kann man nicht klar erkennen, doch man ahnt: Ihnen, den sonst so Mächtigen, passt es nicht so recht, hinter diesem Parteilosen herzuhetzen. Der Eilende auf diesem Bild war der Dresdner Physik-Professor Werner Hartmann (1912-1988), der hier vermutlich gerade das Areal inspiziert, auf dem er eine kleine Chipfabrik, das „Blaue Haus“, errichten wollte. Genau 60 Jahre ist es nun her, dass der Visionär Hartmann am 2. Oktober 1961 die AME in Dresden offiziell in Betrieb nahm. Er legte damit den ideellen Grundstein für den größten Mikroelektronik-Standort in Europa legte, der heute direkt und indirekt rund 80.000 Menschen beschäftigt. Mitstreiter, Historiker, Elektronikforscher und viele andere haben diese Pioniertat und ihre Folgen heute auf Einladung des Fraunhofer-Photonikinstituts IPMS mit einem Symposium „60 Jahre Mikroelektronik in Dresden“ in den Technischen …

"Alix Labs" erzeugt mit dem APS-Verfahren Nanostrukturen. Foto: Alix Labs

Alixlabs sammelt 9 Millionen Kronen Risikokapital ein

Schwedische Mikroelektronik-Firma testet ihre APS-Halbleitertechnologie in Sachsen Lund/Dresden/Bannewitz, 28. September 2021. Um eine neuartige und vor allem preiswerte Herstellungsmethode für Highend-Chips weiterzuentwickeln, bekommt das junge schwedische Technologieunternehmen „Alixlabs“ aus Lund nun neun Millionen Schwedische Kronen (zirka 883.000 Euro) von Risikokapitalgebern. Beteiligt sind Almi Invest sowie private Investoren wie die Sport-Profis Michael, Alexander und William Nylander. Mit dem Geld wollen die Schweden ihre „Atomic Layer Etch Pitchsplitting“ (APS) genannte Fertigungstechnologie verbessern und in Bannewitz in Sachsen testen. Das hat Alixlabs-Chef Jonas Sundqvist mitgeteilt, der ähnlich wie viele seiner Mitstreiter eng mit dem Mikroelektronik-Standort Dresden vernetzt ist.

Das Hauptquartier der EU im Berlaymont-Gebäude in Brüssel. Foto: EU-Presseservice

Mehr Tempo von EU in der Mikroelektronik gefordert

Halbleiter-Verband: Ipcei-Programm sollte endlich starten Brüssel/Dresden, 22. September 2021. Der Halbleiter-Lobbyverband „European Semiconductor Industry Association“ (Esia) hat die EU-Kommission aufgefordert, mit den angekündigten Mikroelektronik-Sondersubventionen endlich mal aus dem Knick zu kommen – hat dies freilich höflicher formuliert: „Die wichtigen Projekts von gemeinsamem europäischen Interesse (IPCEI) in der Mikroelektronik und Kommunikationstechnologie zu starten, wird zu einer dringenden Angelegenheit zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Europas“, heißt es in einer heute veröffentlichten Stellungnahme des Verbandes.

Blick in einen Mikrooptik-Reinraum von Jenoptik. Foto: Jenoptik

Jenoptik steckt 70 Millionen in neue Fabrik in Dresden

60 neue Jobs angekündigt Dresden/Jena, 16. September 2021. Jenoptik will rund 70 Millionen Euro in den Aufbau seiner geplanten neuen Fabrik in Dresden investieren. Dadurch sollen sich die Produktionskapazitäten in der sächsischen Landeshauptstadt verdoppeln. Auch die Belegschaft werde sich dadurch mehr als verdoppeln – um 60 auf dann 110 Mitarbeiter in Dresden. Das hat das Jenaer Technologieunternehmen heute mitgeteilt und damit frühere Ankündigungen präzisiert.

Materialermüdung kann zu Mikrofrakturen - und damit elektrischen Signalproblemen - in den Lotverbindungen zwischen Chip und Platine führen. Foto: hw

Fraunhofer Dresden will Sicherheitslücken in Autochips aufdecken

EAS-Forscher arbeiten im „VE-VIDES“-Verbund an Designregeln für vertrauenswürdige Elektronik Dresden, 14. September 2021. Um Autoelektronik aus Europa künftig besser gegen Angriffe und Industriespionage zu schützen, arbeitet der Dresdner Fraunhofer-Institutsteil „Entwicklung Adaptiver Systeme“ (EAS) derzeit an neuen Konzepten für vertrauenswürdige Computerchips und -systeme. Dies ist Teil des Projektes „Designmethoden und HW/SW-Co-Verifikation für die eindeutige Identifizierbarkeit von Elektronikkomponenten“ („VE-VIDES“), an dem sich unter Infineon-Führung zwölf Unternehmen und Institute beteiligen.

Eine universelle Sensorplattform mit Globalfoundries-Chips kann durch Sensoren, Funkchips und andere Technik zu einem komplexen elektronischen System erweitert werden. Foto: Fraunhofer-EAS

Kallisto aus Dresden wacht über Marathon-Läufer

Made in Saxony: Sport- und Hightech-Firmen aus Sachsen bauen GPS-Orter mit Chipbaukasten Dresden, 13. September 2021. Beim Marathon, „Iron Man“ und anderen vielbejubelten Läufen wollen Sportler und Zuschauer möglichst genau wissen, wer sich gerade im allgemeinen Gewusel platziert hat. Dabei hilft seit einiger Zeit eine Kombination aus Künstlicher Intelligenz und moderner Halbleiter-Technologie. Gemeinsam mit sächsischen Mikroelektronik-Spezialisten hat das Dresdner Unternehmen „Racemap“ einen GPS-Orter („Tracker“) konstruiert. Dieses von einem sächsischen Technologie-Netzwerk entwickelte und produzierte Gerät meldet die die Position aller damit ausgerüsteten Läufer auf elektronischen Karten und in frei verfügbaren Apps – selbst bei Sportveranstaltungen mit Hunderten oder gar Tausenden Teilnehmern.

Montage: Alexander Eylert

Bund schreibt Sondersubventionen für Mikroelektronik aus

Ab sofort sind Ipcei-Anträge möglich Berlin/Dresden, 2. September 2021. Halbleiterunternehmen können sich ab sofort auch offiziell um Sonderzuschüsse für Chipfabrik-Ausbauten, Neuansiedlungen in Deutschland und andere mikroelektronik-orientierte „Wichtige Projekte von besonderem europäischen Interesse“ (Mikroelektronik-Ipcei II) bewerben. Auf eine entsprechende Bekanntmachung im „Bundesanzeiger“ hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hingewiesen.

In der neuen Chipfabrik in Dresden hat Bosch von Anfang an auf AR-Datenbrillen, KI und andere "Industrie 4.0"-Konzepte gesetzt. Foto: Bosch

Rückenwind für Sachsens Hightech-Wirtschaft in der Corona-Krise

„Silicon Saxony“ feiert 20. Jubiläum und vermeldet 6500 neue Jobs seit Ende 2019 Dresden, 26. August 2021. Die sächsische Hightech-Wirtschaft ist auch in Corona-Zeiten weiter gewachsen: Mittlerweile beschäftigen die Chipfabriken, Softwareschmieden, Telekommunikationsunternehmen und verwandte Technologiebranchen im Freistaat rund 70.500 Menschen und damit rund 6500 mehr als Ende 2019, also zu Beginn der Pandemie. Das geht aus Mitteilungen des sächsischen Hightech-Branchenverbandes „Silicon Saxony“ hervor, der heute in Dresden sein 20-jähriges Jubiläum gefeiert hat.