Alle Artikel in: Halbleiterindustrie

Die Visualisierung zeigt, welchem Vorbild der künftige Spinnaker2-Superrechner folgt: dem menschlichen Gehirn. Grafik: Spinncloud

Globalfoundries stellt Spinnaker2-Neurochips für gehirnähnlichen Superrechner her

Die TU Dresden will daraus einen Computer bauen, der Künstliche Intelligenz auf eine neue Stufe hebt Dresden, 27. Juli 2021. Bei Globalfoundries Dresden geht nun ein neuer Neuro-Chip in die Produktion: Der „Spinnaker 2“ ist als Baustein für neuartige Supercomputer gedacht, die ähnlich wie das menschliche Gehirn arbeiten, aber eben als „Künstliche Intelligenz“ (KI). Das haben Globalfoundries sowie die Unis Dresden und Manchester heute mitgeteilt. Die junge TU-Ausgründung „Spinncloud Systems GmbH“ soll die neue KI dann auch kommerziell vermarkten, wenn sie zusammengesetzt, angelernt und hochgefahren ist.

Frank Bösenberg. Foto: Silicon Saxony/ PR

Silicon Saxony fordert wegen Glofo-Ausbau in USA mehr Tempo in Europa

„Die Umsetzungsgeschwindigkeit muss sich dramatisch beschleunigen“ Dresden, 20. Juli 2021. Mehr Tempo bei staatlichen Mikroelektronik-Förderprogrammen in Deutschland fordert der sächsische Hochtechnologie-Branchenverband „Silicon Saxony“ (Silsax) mit Blick auf die jüngste Entscheidung von Globalfoundries, nahe New York eine neue Chipfabrik zu bauen. Dies sei ein „Weckruf“ für die deutschen Politiker und schaffe „in Europa Tatsachen im globalen Wettlauf um Produktionskapazitäten in Zeiten des Chip-Mangels“, betonte Silsax-Geschäftsführer Frank Bösenberg, heute in Dresden.

Foto: NXP

Europas Mikroelektronik-Anteil sinkt weiter

IDTechEx: China holt weiter auf Scottsdale, 18. Juli 2021. Der Weltmarktanteil der europäischen Mikroelektronik ist weiter gesunken: Lag er vor einer Dekade noch bei etwa zehn Prozent, sank er in den vergangenen Jahren zunächst auf sieben Prozent, Ende 2020 waren es dann nur noch 5,7 Prozent. Das geht aus einem aktuellen Bericht des US-Marktforschungsunternehmens „IDTechEx“ aus Scottsdale hervor.

Vor allem die modernen 300-mm-Fabriken von TSMC sind stark ausgelastet. Foto: TSMC

Baut TSMC eine milliardenteure Chipfabrik in Dresden?

Taiwanesen und Dresdner wollen Meldungen nicht kommentieren Dresden, 14. Juli 2021. Die weltweit größte Halbleiter-Foundry „TSMC“ aus Taiwan erwägt laut Meldungen von Branchenmagazinen, in Dresden und im japanischen Kumamoto große Chipfabriken zu bauen. An beiden Standorten habe TSMC „Vereinbarungen mit lokalen Behörden getroffen und sei in Gesprächen mit lokalen Kunden“, heißt es Berichten von „Digitimes“ und „EE News Europe“.

Reinraumbrücke bei Globalfoundries Dresden. Foto: Globalfoundries

Glofo-Konzernchef bekräftigt Aufrüstungspläne für Dresdner Chipwerk

Caulfield macht Fabrik-Anbau aber von Subventionen abhängig Dresden, 1. Juli 2021. Globalfoundries-Konzerchef Tom Caulfield hat heute Sachsen besucht und dabei seine milliardenschweren Ausbaupläne (Oiger.de berichtete exklusiv) für die Dresdner Chipfabrik des US-Unternehmens bekräftigt. „Wir treten hier in eine neue Wachstumsphase ein“, sagte er bei einem Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in der sächsischen Landeshauptstadt. Im Fokus stehen dabei Elektronikbausteine für automatisierte Autos, den Mobilfunk der 5. und 6. Generation (5G und 6G), für lokale künstliche Intelligenz (auch „Edge KI“ genannt) und ähnliche Zukunftstechnologien.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier bei einem Besuch bei Infineon Dresden am 1. Juli 2021. Foto: Heiko Weckbrodt

Falls Intel kommt, brät Minister Altmaier eine Extrawurst

Ausländische Chipfabrik-Investitionen sollen nicht zu Lasten der Ausbaupläne von Infineon, Glofo & Co. in Sachsen gehen Dresden, 1. Juli 2021. Falls Intel tatsächlich in Deutschland und womöglich konkret in Sachsen mehrere Chipfabriken der Spitzenklasse bauen sollte, wie in der Halbleiter-Branche gemunkelt, wird der Bund dafür voraussichtlich Extrasubventionen herausrücken. Solch eine Intel-Ansiedlung soll jedenfalls nicht die Zuschuss-Chancen für die geplanten Chipfabrik-Ausbauten in Dresden und anderswo in Deutschland schmälern. Das hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) heute während zweier Arbeitsbesuche bei Infineon und Globalfoundries in Dresden versprochen. „Wenn es zu Investitionen aus dem Ausland kommt, dann wird das nicht zu Lasten der hiesigen Unternehmen gehen, denen wir unsere Unterstützung schon zugesagt haben“, betonte er. Zugleich versprach er: “Wir sind entschlossen, den Standort Deutschland, den Standort Sachsen und den Standort Dresden auszubauen und zu stärken”.

Ingenieur Karsten Neumann (rechts) und Indie-Deutschlandchef Klaus Hermann inspizieren an einem Messplatz in ihrem Labor im Robolab eine Platine für einen neue entworfenen Autochip. Foto: Heiko Weckbrodt

Autoelektronik-Schmiede „Indie“ wächst in Dresden

Chipdesigner ziehen Ende 2021 vom Robotron-Campus in ein größeres Domizil im Norden Dresden, 29. Juni 2021. Die Autoelektronik-Schmiede „Indie“ expandiert in Dresden: Die deutsche Tochter des kalifornischen Halbleiter-Unternehmens „Indie Semiconductor“ wird bis Ende 2021 von 15 auf 20 Köpfe wachsen. Zum Jahresende verlässt das Team den „Robolab“-Inkubator von Robotron im Dresdner Süden und bezieht größere Büros und Labore im Waldschlösschen-Areal, um weiter wachsen zu können. Das hat der Physiker und Halbleiter-Experte Klaus Hermann angekündigt, der die deutsche Tochter für die Amerikaner Anfang 2020 gegründet hatte.

Das Herzstück jeder Brennstoffzelle ist ein Plattenstapel ("Stack"), in dem Wasserstoff und Sauerstoff reagieren. Dabei entstehen Wasser, Strom und etwas Wärme. Foto: Bosch

Sondersubventionen für Wasserstoff, Akkus und Chip bleiben umstritten

Ifo-Vize Ragnitz: Wird da viel Geld in Ideen gesteckt, die nicht tragfähig sind? Dresden, 27. Juni 2021. Die Sondersubventionen für Wasserstofftechnologien, Batterieproduktion und Mikroelektronik, wie derzeit in Deutschland praktiziert, bergen auf lange Sicht auch Risiken. Davor hat Prof. Joachim Ragnitz vom Wirtschaftsforschungsinstitut „Ifo“ in Dresden gewarnt. „Meine Sorge ist, dass die Politik da viel Geld in Vorhaben hineinsteckt, die womöglich nicht tragfähig sind“, sagte der Volkswirtschaftler.

300-mm-Wafer aus der Bosch-Chipfabrik Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Bosch baut Forschung in Dresden aus

Ingenieure arbeiten in der neuen Chip-Fabrik an 300-mm-Prozesstechnologien – später steht auch großes Entwicklungszentrum zur Debatte Dresden, 11. Juni 2021. Bosch baut seine Entwicklungskapazitäten in Dresden aus. Ingenieure und Forscher sollen sich hier nun mit der Prozessentwicklung beschäftigen. Das hat der neue Werkleiter Christian Koitzsch angekündigt, der am 1. Juli 2021 die Nachfolge des Aufbau-Werkleiters Otto Graf antritt.

Roboter dominieren die Bosch-Fabrik Dresden. Foto: Bosch

Bosch startet in Dresden die Chipfabrik der Roboter und neuronalen Netze

Statt Tausender beschäftigt das milliardenteures Halbleiterwerk zum Start nur 250 Leute – der Reinraum selbst ist fast menschleer Dresden, 7. Juni 2021. Die neue milliardenteure Chipfabrik von Bosch in Dresden startet heute offiziell mit gerade einmal rund 250 Mitarbeitern – von denen zudem nur einige wenige auch physisch im Reinraum arbeiten. Später will der schwäbische Technologiekonzern seine Belegschaft zwar noch auf 700 Köpfe aufstocken. Doch selbst das ist wenig im Vergleich zu den 1500 bis 3000 Menschen, die noch in den 1990ern ein Halbleiterwerk dieser Größenordnung bevölkert hätten. Der Hauptgrund dafür ist der strikte Hochautomatisierungs-Kurs, den die deutsche Halbleiterbranche seither eingeschlagen hat – um überhaupt konkurrenz- und überlebenfähig im internationalen Wettbewerb zu bleiben.

Die Visualisierung soll zeigen, wie sehr die neue Bosch-Chipfabrik in Dresden auf "Industrie 4.0"-Konzepte setzt. Foto/Visualisierung: Bosch

Wirtschaftsministerium schießt 140 Millionen Euro zur Boschfabrik Dresden zu

Staat kann bis zu 30 % der Fabrikkosten subventionieren Dresden/Berlin, 7. Juni 2021. Bosch hat für sein neues Halbleiterwerk in Dresden rund 140 Millionen Euro Subventionen vom Bundeswirtschaftsministerium bekommen. Das hat Minister Peter Altmaier (CDU) heute anlässlich der offiziellen Fabrikeröffnung mitgeteilt. Laut Bosch steigt diese Subvention später auf 200 Millionen Euro.

Foto: NXP

Sachsen schwören auf „Digitale Souveränität“

Minister Dulig: Wenn Amerika und Asien investieren, muss Europa antworten Dresden, 6. Juni 2021. Der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) schwört mit Blick auf die morgen anstehende offizielle Boschfabrik-Eröffnung in Dresden den Freistaat auf das Konzept der „digitalen Souveränität“ für Europa ein: Wenn Asien und Amerika derzeit massiv in ihre Mikroelektronik investieren, müsse Europa da auch etwas tun. „Sachsen als europäisches Zentrum der Mikroelektronik kann hier einen wichtigen Beitrag leisten“, betonte er.

An der neuen Atomlagenabscheidungs-Anlage können die DCST-Forscher und -Forscherinnen nun auch atomdünne Metallschichten mit hoher Präzision erzeugen. Foto: DCST

Uni Dresden arbeitet an Verschleierungs-Chips

Sachsen geben Industriespionen harte Nüsse zu knacken – Millionenzuschüsse aus Forlab-Programm Dresden, 2. Juni 2021. Dresdner Mikroelektronik-Forscher arbeiten an neuartigen Verschleierungs-Schaltkreisen, die besonders gut gegen Industriespione geschützt sind: „Diese Chips können verbergen, was sie eigentlich tun und wie sie aufgebaut sind“, berichtet Professor Thomas Mikolajick von der Technischen Universität Dresden (TUD). Dabei setzen die Nanoelektroniker rekonfigurierbare Bauelemente ein. Deren elektronische Schaltungen bestehen zum Beispiel aus winzigen Siliziumdrähte, die sich im laufenden Betrieb auf der Hardware-Ebene zu immer neuen Chipfunktionen umschalten lassen.

Ein Intel-Ingenieur begutachtet eine Chip-Belichtungsmaske in der Fabrik in Santa Clara. Foto: Intel

Globalfoundries Dresden: Wir hätten kein Problem mit Intel-Fabs vor der Haustür

Sachsens Mikroelektronik-Industrie fürchtet allerdings Subventionssog durch Mega-Projekt Dresden, 19. Mai 2021. Falls Intel in Sachsen mehrere Großfabriken für die Chip-Auftragsfertigung bauen sollte, wie in jüngster Zeit diskutiert, wäre das für Globalfoundries keine problematische Konkurrenz, sondern eher ein Gewinn. Das hat der Dresdner Globalfoundries-Sprecher Jens Drews auf Oiger-Anfrage erklärt.