Autor: Heiko Weckbrodt

Depression, Trauer, Wolken, Gewitter. Grafik: Heiko Weckbrodt

Sprachdefizite bei Babys depressiver Mütter

Forscher vermuten: Verstimmte Mütter sprechen zu monoton mit ihren Kindern Leipzig, 7. Oktober 2022. Niedergeschlagene Mütter reden mit ihren Babys mutmaßlich zu monoton – und verzögern damit deren Sprachentwicklung. Das geht aus einer Studie des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI-CBS) aus Leipzig hervor. Demnach begünstigt der sogenannte „Babyblues“, in den etwa 70 Prozent der Mütter kurz nach der Geburt verfallen, Sprachdefizite der Kinder.

Ifam-Projektleiter Dr. André Schlott mit einer Metallfaserplatte für den Wärmetransport. Foto: Heiko Weckbrodt

20 % mehr Reichweite für Wasserstoffzüge

Sachsen münzen die 30 % Abwärmeverluste von Brennstoffzellen in Heizung und Klimakälte um Dresden, 7. Oktober 2022. Um die Reichweite von wasserstoff-betriebenen Bahnen um ein Fünftel zu erhöhen, arbeiten Ingenieure aus Dresden und Chemnitz an einem neuartigen Abwärme-Verwertungssystem. Das nutzt bisherige Energieverluste mobiler Brennstoffzellen, um Straßenbahnen und Eisenbahnwaggons im Winter zu heizen und im Sommer zu kühlen. Denn heutige Brennstoffzellen wandeln nur 60 bis 70 Prozent der im Wasserstoff enthaltenen Energie in Strom um – der Rest verpufft als Abwärme.

Ein Traktor mäht einen Feldstreifen zwischen zwei Reihen senkrechter Solarkollektoren. Foto: Next2Sun

Agriphotovoltaik: Dresdner Ingenieure gehen unter die Bauern

HTW will im Feldversuch testen, wie gut welche Feldfrüchte unter zwiegesichtigen senkrechten Solarmodulen wachsen Dresden-Pillnitz, 6. Oktober 2022. Ingenieure der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden werden zu Bauern. Aber nicht wie zu DDR-Zeiten, um die Ernte durch Akademiker zu retten, sondern für einen Versuch, Energiewende und Ernte miteinander zu verheiraten. Ein Team um Prof. Karl Wild von der HTW-Fakultät Landbau/Umwelt/Chemie plant dafür in Dresden-Pillnitz einen Feldversuch in „Agriphotovoltaik“: Sie wollen ausprobieren, welche Feldfrüchte wie gut unter Solaranlagen gedeihen.

Die Xenon-Automaten stapeln - präzise ausgerichtet durch Elektronik und Sensoren - die Bipolarplatten und Membranen zu Stack-Zellen und die wiederum zu "Stacks". Foto: Xenon

Einstieg ins Wasserstoff-Geschäft beginnt sich für Xenon Dresden auszuzahlen

Dresdner Ingenieure haben Montageautomaten für die „Herzen“ von Elektrolyseuren entwickelt – das Interesse aus der Wirtschaft ist groß Dresden, 6. Oktober 2022. Als Beitrag zur Energiewende hat Xenon Dresden neuartige Montageanlagen entwickelt, mit denen sich die Reaktorstapel („Stacks“) von Brennstoffzellen und Elektrolyseuren hochautomatisiert und deutlich preiswerter als bisher herstellen lassen. Diese Maschinen sollen letztlich auch die elektrische Produktion von Öko-Wasserstoff verbilligen, der bisher immer noch um die fünf Euro pro Kilogramm kostet – und damit etwa dreimal so teuer wie Wasserstoff aus Erdgas ist.

Blick auf einen Roboter-Greifarm im Meleghy-Werk Reinsdorf. Foto: Heiko Weckbrodt

Verband: Zusammenbruch der Lieferketten in Sachsens Autoindustrie droht

Laut AMZ-Umfrage will jeder zweite Betrieb wegen Energiekrise Produktion drosseln Dresden, 5. Oktober 2022. Trotz teils voller Auftragsbücher sieht sich die sächsische Automobilbranche wegen der hohen Energiepreise in einer existenziellen Krise: Jedes zweite Unternehmen will in den nächsten Monaten seine Produktion stoppen oder drosseln, wenn es nicht gelingt, die hohen Kostensteigerungen durch höhere Preise bei den Kunden auszugleichen. Nur 17 % schließen diesen Schritt völlig aus. 70 Prozent stufen die aktuelle Energiekrise als „existenzbedrohend“ ein. Das geht aus einer Umfrage des sächsischen Automobilzuliefernetzwerks „AMZ“ aus Dresden unter 58 Mitgliedsunternehmen hervor.

Dr. Tino Gottschall vom Hochfeld-Magnetlabor Dresden des HZDR ist Experte für die magnetische Kühlung. Foto: Rainer Weisflog für das HZDR

Puma sucht nach Magnet-Kühlschränken

Forscher aus Sachsen, Hessen und NRW experimentieren in Frankreich mit neuen Magnetmaterialien für die Energiewende Dresden/Darmstadt/Duisburg, 5. Oktober 2022. Damit Kühlschränke künftig die Umwelt weniger belasten als heutige Modelle, die auf zusammengepressten Gas basieren, wollen Forscher aus Dresden, Darmstadt und Duisburg gemeinsam die Grundlagen für magnetische Kühlschränke legen. Das geht aus einer Mitteilung des „Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf“ (HZDR) hervor. Im Projekt „Pulsed high magnetic fields for new functional magnetic materials“ (Puma) suchen die Partner bei der Gelegenheit auch nach billigeren Ersatzmaterialien für „Seltene Erden“, die für den Bau vom klassischen Magneten gebraucht werden.

Luftbild von Globalfoundries Dresden. Hinten sind die Schornsteine der beiden Energieversorgungs-Centren (EVC) zu sehen. Foto: GF DD

Globalfoundries Dresden stählt sich gegen Lieferstörungen und Energiekrise

Chipfabrik setzt auf Multiquellen-Prinzip, Plan-B-Routen, mehr Recycling, Solar und Wasserstoff Dresden, 5. Oktober 2022. Angesichts von weltweit gestörten Lieferketten setzt der Halbleiter-Auftragsfertiger „Globalfoundries“ (GF) auf eine mehrgleisige Strategie, um Produktionsstopps in seiner Dresdner Chipfabrik zu vermeiden. Dazu gehören Mehrquellen-Ansätze, größere Lager und mehr Material-Recycling. Das hat Fabrikchef Manfred Horstmann während des jüngsten Globalfoundries-Technologiegipfels in Dresden erklärt.

Solarzellen aus Thalheim für die Solarmodulfabrik in Freiberg. Foto: Meyer Burger

Meyer Burger forciert Solarfabrik-Ausbau in Sachsen und USA

Schweizer wollen durch Kapitalerhöhung Viertelmilliarde Franken einsammeln Thun/Freiberg/Thalheim, 4. Oktober 2022. Angesichts der starken Nachfrage für seine Photovoltaik-Module will „Meyer Burger“ aus Thun nun über eine Kapitalerhöhung 250 Millionen Schweizer Franken (rund 255 Millionen Euro) einnehmen, um seine Produktion in Sachsen und den USA bis Ende 2024 auf rund drei Gigawatt auszubauen. Diesen forcierten Expansionsplan hat der schweizerische Solarfabrikausrüster heute angekündigt.

Sächsische Unternehmen entwickeln derzeit eine Wasserstoff-Straßenbahn, die die Abwärme ihrer Brennstoffzelle besonders effizient verwertet. Grafik: Dall-E (KI-generiert)

Neue Technologieketten für Straßenbahnbau formen sich in Sachsen

Hörmann, Heiterblick und Co. entwickeln Europas erste Wasserstoff-Tram und autonome KI-Straßenbahn Chemnitz, 4. Oktober 2022. Sächsische Maschinenbauer, Fahrzeugingenieure und Verkehrsunternehmen sind dabei, neue Wertschöpfungsketten für den Bau zukunftsweisender Schienenfahrzeuge im Freistaat zu formen. Kernvorhaben sind autonom fahrende Straßenbahnen sowie Europas erste Tram mit Wasserstoff-Antrieb. 2025 soll die Wasserstoff-Straßenbahn erstmals fahren. Das geht aus Angaben von „Hörmann Vehicle Engineering“ aus Chemnitz hervor.

Privatdetektivs Cuddles Nutterbutter und seine Assistentin Tabby Marshmellow. Grafik: Silvernode

Adventure „Nine Noir Lives“: In den Krallen der Katzenmafia

Südafrikanisches Spielestudio lässt in seinem 2D-Krimiadventur einen tierischen Ermittler los Neun Nachtleben lang reicht das neue Katzen-Adventure „Nine Noir Lives“ des südafrikanischen Spielestudios „Silvernode Games“: Gehalten im Stil der klassischen Lucasarts-Abenteuer wie „Monkey Island“, entführt uns dieses Adventure in die von kriminellen Katzen beherrschte Stadt „Meow Meow Furrington“. Als Privatschnüffler Cuddles Nutterbutter müssen wir hier einen Mordfall lösen, in dem verfeindete Katzenmafia-Familien, Verschwörungstheoretiker und Kuchenräuber mitmischen.

Unternehmer Francis Bartek (Gerhard Jugnot, 2. v. l.) umgeben von seinen verzogenen Kindern Philippe (Victor Artus Solaro, links), Stella (Camille Lou) und Alexandre Louka Meliava). Foto: Eurovideo

Französische Komödie „Meine schrecklich verwöhnte Familie“ im Heimkino

Selfmade-Millionär versucht verzogenen Nachwuchs zu bekehren Wie bringt ein alleinstehende Millionär seine völlig verwöhnten Kinder wieder auf die rechte Spur? An der Antwort versucht sich die französische Komödie „Meine schrecklich verwöhnte Familie“, die Eurovideo nun fürs deutsche Heimkino veröffentlicht hat. Regisseur Nicolas Cuche hat hier eine leichte, aber nette Komödie abgeliefert.

So etwa soll das europäische Athena-Raumschiff aussehen. Visualisierung: Esa

Künstliche Intelligenzen statt Menschen sollen Fern-Raumfahrer werden

Dresdner TU-Professor schlägt lasergetriebene KI-Sonden für Reise nach Alpha Centauri vor Dresden, 1,. Oktober 2022. Wenn schon unsere lahmen Raumschiffe keine Menschen binnen einer Lebensspanne in weit entfernte Sonnensysteme bringen können – dann gelingt das vielleicht mit „Künstlichen Intelligenzen“ in Laserraumsonden. Das hat Prof. Martin Tajmar von der Technischen Universität Dresden (TUD) beim „71. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress“ (DLRK) in Dresden vorgeschlagen.

NXP-Chef Kurt Sievers beim Globalfoundries-Technologiegipfel in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Europa müsste halbe Billion investieren, um 20 % Chipmarktanteil zu erreichen

Laut NXP wäre eine Verzehnfachung der bisher im EU-Chipgesetz avisierten Summen nötig Dresden, 30. September 2022. Wenn die EU ihr eigenes „Chipgesetz“ („European Chips Act“) ernst nehmen würde und das von EU-Chefin Ursula von der Leyen (CDU) erneut ausgerufene Ziel wirklich erreichen wollte, Europas Anteil an der weltweiten Chipproduktion bis 2030 auf 20 Prozent zu verdreifachen, dann müssten Wirtschaft und Staat zehnmal soviel investieren wie bisher avisiert. Das geht aus Kalkulationen hervor, die NXP-Chef Kurt Sievers beim „Globalfoundries-Technologiegipfel 2022“ in Dresden vorgestellt hat. „Wir haben das mal durchgerechnet“, sagte der Geschäftsführer des niederländischen Elektronikkonzerns. „Man müsste dafür rund 500 Milliarden investieren. Die Frage ist: Wer soll das bezahlen?“ Tatsächlich nämlich sieht der jüngste Chipgesetz-Entwurf der EU-Kommission nur elf Milliarden Euro Subventionen für die europäische Mikroelektronik vor, weitere 32 Milliarden soll die Industrie selbst aufbringen – macht in Summe 43 Milliarden Euro.

Der Tagebau Nochten mit Kohlebagger. Foto: Andreas Franke für die Leag

7 Gigawatt Solar- und Windkraftanlagen in Lausitzer Kohle-Tagebauen

Leag rechnet mit 10 Milliarden Euro Investitionen Cottbus, 30. September 2022. Das Energie-Unternehmen Leag will in der Lausitz bis 2030 Solar- und Windkraftwerke mit einer Gesamtleistung von sieben Gigawatt in und um alte Braunkohle-Tagebaue aufbauen. Dieser „Gigawattfactory“ genannte Komplex werde über zehn Milliarden Euro kosten, hieß es von der Leag.