Autor: Heiko Weckbrodt

So etwa soll die Traudl-App aussehen- Bildschirmfoto von „Feel:neo“-Präsentation

Traudl-App gegen die Trauer-App

„Feel:neo“-Team arbeitet in Dresden an einem digitalen Kummer-Helfer für Jugendliche Dresden, 25. Juni 2022. Wir es womöglich mit digitaler Hilfe künftig leichter, um einen geliebten Menschen, um einen Verlust oder eine Trennung zu trauern? Wer mit dem Smartphone und sogenannten sozialen Netzwerken aufgewachsen ist, für den mag das kein so abwegiger Gedanke sein. Deshalb entwickelt die studentische Ausgründung „Feel:neo“ derzeit in Dresden mit „Traudl“ eine Trauer-App.

Prozessor von Texas Instruments. Visualisierung.: TI

Markt für Analogelektronik wächst um 30 %

Texas Instruments behauptet sich als Marktführer Scottsdale, 24. Juni 2022. Mit analogen Umsätzen von 14,1 Milliarden US-Dollar (13,5 Milliarden Euro) und einem Marktanteil von 19 % hat „Texas Instruments“ seinen festen Platz als weltweit führender Anbieter von analogen Geräten im Jahr 2021 behauptet. Das hat das Marktanalyse-Unternehmen „IC Insights“ aus Scottsdale in den USA eingeschätzt. Und über mangelnde Nachfrage können sich die Texaner, die unter anderem viele Automobil-Halbleiter herstellen, nicht beklagen: Im Vergleich zum Vorjahr legten ihre Umsätze mit analoger Elektronik um 29 Prozent zu.

Die TU-Ausgründung Anybrid hat Roboter im Leichtbau-Validierungszentrum Leiv in Dresden mit ihren mobilen Spritzgießmaschinen ausgestattet. Die C-förmigen roten Spritzgießer sind besonders leicht konstruiert. Foto: Heiko Weckbrodt

Autofabrik-Roboter lernt spritzgießen

Dresdner Uni-Ausgründung baut mobile Mini-Spritzgießmaschine, die sich direkt an Roboterarme andocken lässt Dresden, 23. Juni 2022. Klassische Spritzgießanlagen mögen unermüdliche Maschinen sein, die Kunststoffbauteile aller Art in Tausender-, ja Millionenstückzahlen herstellen. Allerdings sind sie meist schwer und sperrig und lassen sich daher zum Beispiel nicht organisch in die schnell getakteten Produktionslinen der Autofabriken integrieren. Eine noch junge Ausgründung des Dresdner Leichtbauinstituts ILK schickt sich aber an, das zu ändern: Das vierköpfige „Anybrid“-Team um Dr. Michael Krahl hat eine mobile Spritzgießmaschine entwickelt, die so leicht ist, dass sie sich sogar an einen Roboterarm direkt anmontieren lässt.

Neurotransistoren können sich wie die Neuronen im menschlichen Gehirn immer wieder umprogrammieren und neu vernetzen, um zu lernen. Grafik: TUD

Fraunhofer Dresden plant Pilotlinien für Neuro- und Quantenchips

Neues Forschungszentrum Cachs greift Ferroelektrik-Speichertechnologie der TU Dresden auf Dresden, 22. Juni 2022. Um die Grenzen der heutigen Mikroelektronik über die klassische Digitalcomputertechnik hinauszuschieben, wollen die Fraunhofer-Forscher im neuen Mikroelektronik-Forschungszentrum „Center for Advanced CMOS & Heterointegration Saxony“ (Cachs) in Dresden unter anderem Pilotlinien für neuromorphe und für Quanten-Chips aufbauen. Das haben die Cachs-Forscher Dr. Benjamin Lilienthal-Uhlig und Dr. Frank Windrich angekündigt.

Sensorfolie von den Organikelektronik-Spezialisten aus Dresden. Foto: Flexora

Sensorfolien für ein langes Maschinenleben

Mit Flexora, Credoxyx und Beeoled hat das Dresdner Physikinstitut von Karl Leo schon wieder drei neue Hightech-Firmen ausgegründet Dresden, 21. Juni 2022. Das Institut für angewandte Physik (IAP) der TU Dresden bleibt seinem Ruf als besonders aktive Forschungs- und Gründungsschmiede treu: Erneut haben sich dort drei Hightech-Firmen ausgegründet beziehungsweise befinden sich gerade im Gründungsprozess. Das hat Institutsdirektor Prof. Karl Leo auf Oiger-Anfrage mitgeteilt. Konkret handelt es sich um die Unternehmen Flexora, Credoxyx und Beeoled.

Die Wertzeugkiste. Foto: Steven Busch für die WFE

Hammer statt Schokolade: Wertzeugkiste ist die Zuckertüte des Erzgebirges

Geschenkboxen sollen Gymnasiasten an ihre Heimat binden Obernhau/Annaberg-Buchholz, 18. Juni 2022. Um Gymnasiasten aus dem Erzgebirge fester in ihrer Heimat zu verankern, auch wenn sie erst mal auswärts in die Lehre gehen oder studieren, schenkt ihnen ein regionales Unternehmerbündnis dieser Tage rund 860 „Wertzeugkisten“. Darauf hat die Wirtschaftsförderung Erzgebirge (WFE) aus Annaberg-Buchholz aufmerksam gemacht.

Die CRTD-Forscher haben Mäusen menschliche Zapfenphotorezeptoren (grün)in die degenerierte Netzhaut eingepflanzt. Unterstützende Zellen in der Wirtsnetzhaut (orange) interagieren eng mit dem Transplantat. Abb.: JCI

Dresdner Forscher geben halbblinden Mäusen die Tagessicht zurück

Photorezeptoren brauchten allerdings 6 Monate, um sich zu vernetzen Dresden, 18. Juni 2022. Um Blinden das Tagessichtzurückzugeben, experimentieren Regenerationsforscher um Prof. Marius Ader vom Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) der TU Dresden mit künstlich gezüchteten Netzhautzellen. Die haben nun Mäusen solche Zellen erfolgreich eingepflanzt: Die Zellen vernetzten sich binnen eines halben Jahres und funktionierten dann auch korrekt, teilte das CRTD mit. Dahinter steht die Hoffnung, dass später einmal auch blinde Menschen durch solch eine Methode wieder sehen lernen.

Blick in ein Spiegelkabinett im binären Matrix-Stil im Futurium Berlin. Foto: Heiko Weckbrodt digital Binärcode

30 Millionen Euro für Cyberabwehr-Forschung

Bundes-Cyberagentur in Halle vergibt bisher größtes Auftragspaket für Schutz kritischer Infrastrukturen Halle, 17. Juni 2022. Mit Forschungsprojekten im Wertumfang von 30 Millionen Euro will die staatliche „Agentur für Innovation in der Cybersicherheit“ die deutschen Behörden, Kraftwerke, Wasserwerke, Krankenhäuser und andere „kritische Infrastrukturen“ gegen digitale Angriffe feien. Das geht aus einer Mitteilung der Cyberagentur in Halle hervor.

Das elektrische EQ-Modell von Mercedes. Foto: Heiko Weckbrodt Deutsche Accumotive / Daimler Kamenz

Mercedes will wiederverwertbare Elektroauto-Gehäuse

Schwaben entwickeln mit Partnern aus Sachsen leichte Hybridgehäuse für künftige Stromer Dresden/Stuttgart, 17. Juni 2022. Der Umstieg der deutschen Autoindustrie auf Stromer zieht nicht nur viel Forschungsarbeit an besseren Elektromotoren und Akkus nach sich, sondern bringt auch im Detail viele neue Konstruktionsprinzipien mit sich: Gefragt sind besonders leichte Komponenten, die zwar weniger mechanisch belastet werden, dafür aber elektromagnetische Abschirmungen enthalten müssen und dergleichen mehr. Mercedes will nun gemeinsam mit Instituten aus Sachsen und Schwaben eine neue Generation von Elektroauto-Gehäusen entwickeln, die all diese neuen Anforderungen erfüllen – und zugleich am „Lebensende“ des Stromers einfach wiederverwertbar sind. Das geht aus einer Mitteilung des „Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik“ (ILK) der TU Dresden hervor, das in das Vorhaben seine besondere Expertise im Kreislauf-Leichtbau einbringt.

Kollaborative Roboter, die direkt und ohne Schutzzaun mit Menschen in einer Fabrik zusammenarbeiten können, gehören zu den Hoffnungsträgern der sächsischen Robotik-Szene. Ein solcher Roboter-Arm begrüßt derzeit die Besucher des „Dresden Robotics Festival“ im Dresdner Messegelände. Foto: Heiko Weckbrodt

Robotik-Festival wandert durch Sachsen

Nahe von Leipzigs alter Baumwollspinnerei zeigt die Branche im September 22 neueste Robotertrends Dresden/Leipzig, 16. Juni 2022. Die Roboter gehen auf Wanderschaft: Nach der Premiere in Dresden findet das „Robotics Festival“ in diesem Jahr in Leipzig statt. Das hat Veranstalter Thomas Schulz vom „Robot Valley Saxony“ mitgeteilt und damit bereits früher avisierte Pläne aufgenommen.

Auch sehr farbige und aufwendige Designs sind im Metaversum realisierbar. Foto: Beyer

Schweizer verkaufen virtuelle Krypto-Uhren fürs Metaversum

NFT-Edition soll nicht nur Blockchain-Nerds ansprechen Zürich, 16. Juni 2022. Normalerweise verbindet man Schweizer Chronometer mit mechanischen Uhrwerken, mit zutiefst in der analogen Welt verwurzelter Manufakturarbeit. Der Züricher Uhrenladen „Beyer Chronometrie“ hat sich nun aber ins Metaversum vorgewagt, in die hybride analog-digitale Welt: Die Eidgenossen haben gemeinsam mit dem „FTSY8 Fictional Studio“ eine eigene Kollektion rein virtueller Uhren designt, die nur einzigartige digitale Glieder von kyrptografisch gesicherten, geblockten Ketten („Blockchains“) existieren. Sie wollen damit laut eigenem Bekunden „die physischen Grenzen der Uhrenmacherkunst verschieben“.

Connect ec 2019 im Konkresszentrum Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

„Connect Conference“ in Dresden: Die kommunikative Seite der Digitalisierung

Kommunikationstech-Tagung kehrt nach Sachsen zurück Dresden, 16. Juni 2022. Nach zweijähriger Corona-Pause kehrt die Technologietagung „Connect Conference“ nach Dresden zurück: Am 21. und 22. Juni 2022 diskutieren Branchenvertreter neue Trends in den Kommunikations- und verwandten Technologien, zeigen Aussteller ihre aktuellen Produkte. Das hat der „Weka“-Verlag als Veranstalter angekündigt.

Blick auf das Tian Shan-Gebirge. Anhand von Analysen alter Pest-Genome konnten Forschende den Ursprung des Schwarzen Todes in Zentralasien, in einem Gebiet nahe des Yssykköl-Sees im heutigen Kirgisistan, verorten. Foto: Lyazzat Musralina

Planck-Forscher: Schwarzer Tod kam aus Zentralasien

Pest verbreitete sich aus der Goldenen Horde nach Europa – und raffte dort Millionen Menschen dahin Leipzig, 15. Juni 2022. Der Schwarze Tod, der 1346 und 1353 jeden dritten Europäer dahinraffte, wurde vermutlich über Handelswege von Zentralasien eingeschleppt – aus dem Herrschaftsbereich des mongolischen Reichs „Goldene Horde“. Zu dieser Schlussfolgerungen sind Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (MPI-Eva) in Leipzig, der Uni Tübingen und der University of Stirling in Großbritannien nach Erbgut-Analysen gekommen.

Ist die Avocado innerlich noch hart oder schon überreif? Künftig sollen Scannerchips in Smartphones das erkennen. Abb.: Fraunhofer-IPMS

Mobiltelefon wird zum Universal-Scanner

Fraunhofer will Spektralanalyse-Spiegelchips auf Smartphone-Größe schrumpfen Dresden, 15. Juni 2022. Ist das nun Salz oder Zucker in dem Glas auf dem Regal mit den Backzutaten? Und ob das Olivenöl daneben wohl schon ranzig ist? Solche Fragen kann in Zukunft das Smartphone beantworten, wenn man es kurz in Richtung des zu untersuchenden Objektes der Begierde richtet – wenn es nach den Forschern um Dr. Heinrich Grüger vom Dresdner Fraunhofer-Photonikinstitut IPMS geht: Sie haben winzige kleine Mikrospiegel-Chips entwickelt, die per Spektralanalyse mit unsichtbarem Nah-Infrarotlicht ermitteln können, ob der Apfel da vor uns bald braune Flecken bekommt, die Milch noch frisch ist oder eben das Öl zu kippen droht.

Die Ökonomen haben ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft weiter herunterkorrigiert. Grafik: Heiko Weckbrodt

Ifo korrigiert Wachstumsprognose auf 2,5 Prozent herunter

Ukraine-Krieg, Inflation und gestörte Lieferketten bremsen Konjunktur weiter aus München, 15. Juni 2022. Die Ifo-Ökonomen haben den Post-Corona-Aufschwung für Deutschland erneut verschoben und ihre Wirtschaftsprognosen für 2022 noch einmal nach unten korrigiert: Statt um 3,1 Prozent, wie noch im März 2022 prophezeit, wächst demnach das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr nur um 2,5 Prozent. Das geht aus einer Mitteilung des Ifo-Instituts aus München hervor.