Autor: Heiko Weckbrodt

Mit dem Bohnenmal gedenken Kant-Freunde des berühmten Philosophen. Foto. Barkleit

Kaliningrad zwischen Kant und Fußball-WM – Teil 4

Streit um Andenken: „Kant ist ein Trottel“ Dresden/Kaliningrad. Das frühere Königsberg und heutige Kaliningrad ist einer der Austragungsorte für die Fußball-WM 2018. Oiger-Gastautor Gerhard Barkleit hat sich vor der Weltmeisterschaft gen Russland aufgemacht, um hinter die Kulissen zu schauen. Nicht jedem passt die Rückbesinnung Ein Zeugnis der Bemühungen der Kaliningrader Gebietsregierung, auch außerhalb Königsbergs liegende wichtige Orte des Gedenkens an Kant finanziell zu fördern, ist im ehemaligen Judtschen zu besichtigen, heute Wessjolowka. Das ehemalige Pfarrhaus, in dem Kant einige Jahre als Hauslehrer lebte, soll bis 2024 „auf Hochglanz“ gebracht werden. Noch im Mai 2015 war das Haus dem Verfall preisgegeben und erste Proteste gegen eine Renovierung gab es auch. „Kant ist ein Trottel“, wurde auf Russisch an die Fassade geschmiert, von einer 17-jährigen Pädagogikstudentin, wie die Behörden ermittelten.1

Der neue elektrische VW-Bus ID-Buzz. Foto: Volkswagen

VW baut weiteres Werk in China

Auch Elektroautos von Volkswagen und Audi werden dort prduziert Wolfsburg/Foshan, 24. Juni 2018. Volkswagen baut seinen südchinesischen Standort Foshan aus: Der deutsche Autokonzern aus Wolfsburg will dort ein zweites Werk bauen, das die Fertigungskapazität dort von jetzt 300,000 auf dann 600.000 Fahrzeuge pro Jahr verdoppelt. Außerdem soll der Standort eine zentrale Rolle in der Elektroauto-Strategie von VW spielen.

Neue Götter, neue Helden: Der Erweiterungspack "Tale of the Dragon" bezieht das antike China mit in die Spielewelt von "Age of Mythology" ein. Abb.: BSF

China dominiert zunehmend Smartphone-Markt

Neun der führenden zwölf führenden Anbieter sitzen in China Scottsville/Peking, 23. Juni 2018. Wer chinesische Smartphones einst als billige Imitate ohne Chancen auf dem Weltmarkt verlacht hat, muss sich wohl eines Besseren besinnen: Mittlerweile kommen neun der zwölf führenden Smartphone-Hersteller aus dem Reich der Mitte. Und Huawei aus China hat sich mittlerweile auf Platz 3 hinter Samsung und Apple vorgearbeitet. Das geht aus einer Analyse des Marktforschungs-Unternehmens „IC Insights“ aus Scottsdale in den USA hervor.

Studenten im Hörsaalzentrum der TU Dresden. Foto: TUD

Sachsen gehen die Akademiker aus

Ifo Dresden: 2030 wird vor allem Verwaltung für Zehntausende Stellen nicht besetzen können Dresden, 22. Juni 2018. Der öffentliche Dienst in Sachsen wird in den kommenden Jahren wachsende Probleme haben, ausscheidende ältere Verwaltungsmitarbeiter durch junge Kollegen zu ersetzen. Das hat eine Studie der Dresdner Niederlassung des ifo-Instituts für das sächsische Finanzministerium ergeben. Demnach werden im Prognose-Jahr 2030 vor allem Zehntausende Akademiker-Stellen nicht mehr zu besetzen sein, weil dann geeignete Bewerber dafür fehlen.

T-Systems-Chef Adel Al-Saleh. Foto: Deutsche Telekom

T-Systems streicht jeden 5. Job

Fast jeder fünfte Job soll wegfallen Bonn/Dresden, 22. Juni 2018. Der T-Systems-Chef Adel Al-Saleh will in dem von ihm geführten Unternehmen weltweit 6000 Mitarbeiter vor die Tür setzen, 4000 Stellen verlagern und 600 Millionen Euro Kosten einsparen. In Deutschland werden in den nächsten drei Jahren etwa 2000 Arbeitsplätze pro Jahr wegfallen. Al-Saleh plant außerdem, 210 der bisher 230 Bürostandorte von T-Systems zu schließen. Das geht aus einer Mitteilung der Muttergesellschaft „Deutsche Telekom“ in Bonn hervor.

Visualisierungen der geplanten ID-Elektroautos von VW. Foto: VolkswagenVisualisierungen der geplanten ID-Elektroautos von VW. Foto: Volkswagen

VW sichert sich Feststoffbatterie-Technologie aus USA

Konzern investiert 100 Millionen in „QuantumScape“ San José, 22. Juni 2018. Volkswagen investiert 100 Millionen Dollar in das kalifornische Batterie-Unternehmen „QuantumScape“ in San José. Das teilte VW heute mit. Damit will sich der deutsche Autokonzern Zugang zur Feststoffbatterie-Technologie der US-Amerikaner sichern. Für 2025 plant VW eine Energiespeicher-Massenproduktion auf dieser Basis. „Die Feststoffbatterie wird eine Wende bei der Elektromobilität markieren“, prognostizierte VW-Maneger Axel Heinrich.

Immanuel Kant. Repro: Becker, Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei

Kaliningrad zwischen Kant und Fußball-WM – Teil 3

Auf den Spuren von Immanuel Kant Dresden/Kaliningrad. Das frühere Königsberg und heutige Kaliningrad ist einer der Austragungsorte für die Fußball-WM 2018. Oiger-Gastautor Gerhard Barkleit hat sich vor der Weltmeisterschaft gen Russland aufgemacht, um hinter die Kulissen zu schauen. Die Kaliningrader sind stolz darauf, dass ihre Stadt für würdig befunden wurde, Austragungsort von Spielen der Fußballweltmeisterschaft zu sein. Die Tatsache, dass vier Vorrundenspiele der Fußballweltmeisterschaft in Kaliningrad ausgetragen werden, rückt diese Region zumindest vorübergehend nicht nur in den Blickpunkt von Fans der dort agierenden Länder, sondern der ganzen Welt. Dennoch ist und bleibt die Exklave eine von der Hauptstadt durch Ländergrenzen getrennte Provinz, die infolge ihrer 700-jährigen deutschen Vergangenheit eine besondere Sensibilität für alles Deutsche besitzt. Beides zusammen bildet einen idealen Nährboden für vorauseilenden Gehorsam von Behörden und Institutionen.

Anscheinend hinterlässt jeder drucker auf jedem Ausdruck einen geheimen "Fingerabdruck" aus gelben Punkten. Abb.: TUD

Dresdner Informatiker verwischen Drucker-Fingerabdruck

Jeder Drucker hinterlässt ein geheimes gelbes Punktmuster – nun ist ein Kraut dagegen gewachsen Dresden, 21. Juni 2018. Informatiker der Technischen Universität Dresden (TUD) haben ein Verfahren entwickelt, um den fast unsichtbaren digitalen „Fingerabdruck“ aus gelben Punkten, den jeder Drucker insgeheim auf Papier hinterlässt, auszumerzen. Das hat heute die Dresdner Uni mitgeteilt.

Braunkohle-Kraftwerk von Vattenfall Boxberg in der Oberlausitz. Der schwedische Konzern hat bereits angekündigt, sich aus der ostdeutschenBraunkohle zurückziehen zu wollen. Foto: Vattenfall

Ifo-Forscher halten nichts vor Sonderwirtschaftszone in der Lausitz

Ökonomen: Besser eigenen Stärken stärken als Briefkasten-Firmen anzulocken Dresden, 21. Juni 2018. Eine Sonderwirtschaftszone, wie sie jüngst in der Debatte um den Braunkohleausstieg für die Lausitz vorgeschlagen wurde, würde der Region wahrscheinlich kaum helfen. Das haben Ifo-Präsident Prof. Clemens Fuest und Prof. Joachim Ragnitz vom Ifo-Institutsteil Dresden eingeschätzt. „Auf die Lausitz kommt ein Schock zu“, sagte Fuest bei einem Besuch in Dresden. „Aber eine Sonderwirtschaftszone mit niedrigen Steuersätzen würde wahrscheinlich vor allem dazu führen, dass sich viele Briefkastenfirmen in der Lausitz ansiedeln würden.“

ifo-Präsident Clemens Fuest. Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo-Chef: Deutschland braucht Steuersenkung à la Trump

Unternehmenssteuern sollen um 5 Punkte auf 25 % fallen Dresden, 21. Juni 2018. Damit Deutschland nicht an Wettbewerbsfähigkeit einbüßt, sollte die Bundesregierung zügig die Unternehmenssteuern senken – ähnlich, wie es die USA und andere Länder kürzlich getan oder angekündigt haben. Das hat Clemens Fuest, der Präsident des Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo bei einem Besuch in der Dresdner Ifo-Niederlassung vorgeschlagen. „Deutschland muss sich nicht an die Spitze dieser Entwicklung stellen, kann sich aber andererseits aus dem internationalen Standortwettbewerb nicht völlig herausnehmen“, zeigte er sich überzeugt.

Das BMW-Werk in Leipzig baut ab Juli 2016 diese "Protonic Red Edition" des Hybrid-Sportwagens i8. Foto: BMW

Trumpismus: Sachsens Exporte gen USA um 15 % gesunken

IHK besorgt über „handelspolitische Negativspirale“ zwischen USA und Europa Dresden, 20. Juni 2018. In der sächsischen Wirtschaft wächst mit Blick auf US-Präsident Donald Trump (Republikaner) die Sorge um den Außenhandel: „Unternehmen benötigen Verlässlichkeit. Verunsicherung lähmt“, betonte Präsident Andreas Sperl von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden. „Im US-Geschäft ist dies bereits spürbar. So sind die sächsischen Exporte in die USA im ersten Quartal 2018 um 15 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gesunken.“

Prof. Gianauerlio Cuniberti von der TU Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Neues Fraunhofer-Zentrum für Produktion und neue Werkstoffe in Sachsen

Ingenieure möchten Exzellenz-Grundlagenforschung der TU Dresden in kommerzielle Produkte überführen Dresden, 20. Juni 2018. In Dresden entsteht ein weiteres Fraunhofer-Leistungszentrum. Im Fokus steht dabei die Verbindung aus neuartigen Werkstoffen und digitalisierter Produktion. Die Ingenieure sollen dort unter anderem austesten, wie sich selbstwandelnde Materialien wirtschaftlich produzieren lassen – zum Beispiel Prothesen, die ein Patienten-Leben lang nachwachsen, oder unfalldämpfende Autokarosserien.

Foto: Barkleit

Kaliningrad zwischen Kant und Fußball-WM – Teil 2

Ein Koffer für Hannah Arendt Dresden/Kaliningrad. Das frühere Königsberg und heutige Kaliningrad ist einer der Austragungsorte für die Fußball-WM 2018. Oiger-Gastautor Gerhard Barkleit hat sich vor der Weltmeisterschaft gen Russland aufgemacht, um hinter die Kulissen zu schauen. In Teil 1 berichtete er über die ersten Eindrücke. Nach den Potemkinschen Dörfern warteten weitere Überraschungen in Kaliningrad. Die unangenehmen sind den gegenwärtigen Friktionen in den deutsch-russischen Beziehungen geschuldet.