Autor: Heiko Weckbrodt

Zitis-Präsident Wilfried Karl unterzeichnet den Kooperationsvertrag mit dem Bitkom. Foto: Zitis

Onliner wollen mehr Polizei im Internet

Bitkom und Bundesanstalt Zitis kooperieren, um neue Angriffsmaschen früher zu erkennen Berlin, 15. Januar 2021. Cyberkriminelle sind eine wachsende Bedrohung im Netz, meinen die allermeisten Internetnutzer (94 %). Eine große Mehrheit von 90 Prozent wünscht sich daher, „dass der Staat mehr Geld in spezielle Polizeieinheiten investieren sollte, die gezielt gegen Internetkriminalität vorgehen“, teilte der deutsche Digitalwirtschafts-Verband „Bitkom“ aus Berlin mit, der sich dabei auf eine Umfrage unter 1016 Netznutzern stützt.

Martin Dietze leitet die Formen- und Werkzeugbau Gebrüder Ficker“ in Marienberg - seine Mutter hatte das von ihrem Großvater 1911 gegründete Familienunternehmen 1990 reprivatisiert. Heute beschäftigt sich die Firma auch mit Leichtbau-Verbundfaserwerkstoffen. Foto: Kristin Schmidt für "Smart Erz"

Erzgebirge soll Quell schlauer Werkstoffe werden

Technologiebündnis „Smart Erz“ will als 1. Beispiel sensorische Tankhalterung für Wasserstoff-Fahrzeuge entwickeln Marienberg, 15. Januar 2021. Erzgebirgische Unternehmen wollen im Verbundprojekt „Smart Hydro“ gemeinsam eine Tankhalterung für Wasserstoff-Fahrzeuge entwickeln. Das haben die Wirtschaftsförderung Erzgebirge und der Verbund “Smart Erz” angekündigt. Als Tankträger-Material setzen die Projektpartner leichte Faserkunststoffe mit eingebetteten Sensoren, die automatisch Schäden, drohende Überhitzung oder andere Probleme an den Bordcomputer der Brennstoffzellen-Autos melden. Das Bundesforschungsministerium schießt 900.000 Euro zu.

Braucht die EU einen eigenen Finanzminister mit eigenem Haushalt? Frankreich ist dafür, Deutschland eher dagegen, Foto: Heiko Weckbrodt

IPCEI: Bund plant Sondersubventionen für Wasserstoff-Wirtschaft

Unternehmen können nun Vorschläge einreichen Berlin, 14. Januar 2021. Nach Mikroelektronik und Batterieproduktion sollen nun auch Elektrolyse und Brennstoffzellen-Technik in den Genuss außergewöhnlicher Milliarden-Subventionen kommen: Das nächste „Wichtige Projekt von gemeinsamem Europäischen Interesse“ (IPCEI) fokussiert sich auf Wasserstoff-Technologien. Das geht aus einer Mitteilung und einer Anzeige des Wirtschafts- und des Verkehrsministeriums im Bundesanzeiger hervor.

So etwa soll der verglaste Präsentationsraum des Karbon-Cube in Dresden bei Nacht wirken. Visualisierung: TUD-Institut für Massivbau

Roboter starten Teileproduktion für weltweit 1. Karbonbetonhaus in Dresden

Corona und Finanzierung hatten Baustart für „Cube“ auf dem auf dem Uni-Campus verzögert Dresden, 14. Januar 2021. Nach über einjähriger Verzögerung beginnen die Bauarbeiten am weltweit ersten Karbonbeton-Haus „Cube“ nun endlich: Das Betonwerk Oschatz gießt in den nächsten Wochen die Fertigteil-Wände aus Beton gießen und verstärkt sie mit Matten aus Kohlenstofffassern statt mit Stahlgeflechten, wie früher üblich. Das geht aus einer Mitteilung des Instituts für Massivbau an der Technischen Universität Dresden (TUD) hervor, das diese neue Leichtbautechnologie in wesentlichen Teilen entwickelt hatte.

Anja Karliczek ist Bundesministerin für Bildung und Forschung. Foto: Laurence Chaperon für das BMBF

700 Millionen Euro für 3 Wasserstoff-Leitprojekte

Auch Sunfire Dresden bei „H2Giga“ an Bord Berlin, 13. Januar 2021. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) verteilt rund 700 Millionen Euro an drei Leitprojekte für die umweltfreundliche Produktion von Wasserstoff (H2) in Deutschland. Das geht aus einer Mitteilung ihres Ministeriums hervor. Das Teilprojekt „H2Giga“ soll die Serienproduktion von Elektrolyseuren ankurbeln, die Wasser mit Ökostrom in „grünen“ Wasserstoff und Sauerstoff zerlegen. Beteiligt ist auch das Dresdner Unternehmen „Sunfire“, das eben erst den Schweizer Anlagenhersteller IHT übernommen hatte.

Das ursprüngliche Wikipedia-Logo wurde von den Wikipedianern Nohat und Paullusmagnus entworfen. Quelle: Wikimedia, CC3-Lizenz, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

Wikipedia wird 20 – und hat Brockhaus, Britannica & Co. an die Wand gespielt

Leipziger Kommunikationswissenschaftler Pentzold: Wikipedianer sind Verantwortung gewohnt Leipzig, 13. Januar 2020. Die Internet-Enzyklopädie „Wikipedia“ ist inzwischen ähnlich zuverlässig und hat ähnlich geringe Fehlerquoten wie die Lexika der alten Schule, die noch von Wissenschaftler-Redaktionen betreut worden sind. Das hat der Leipziger Kommunikationswissenschaftler Christian Pentzold zum 20. Jahrestag der Wikipedia-Gründung eingeschätzt. „Im Allgemeinen sind die Artikel ziemlich verlässlich, oder anders gesagt: Studien haben gezeigt, dass in Wikipedia-Artikeln ebenso viele Fehler vorkommen wie in den Pendants gedruckter Kompendien“, erklärte der Professor der Uni Leipzig. „Natürlich können sich immer wieder Fehler einschleichen oder absichtlich eingefügt werden.“

Bosch bündelt seine Software-Entwicklung für Autos. Foto: Bosch

Deutsche Digitalwirtschaft wächst nach Corona-Schock

Bitkom erwartet 2,7 % Umsatzwachstum, Jobmotor dreht sich aber langsamer Berlin, 13. Januar 2021. Die informationstechnologische Wirtschaft in Deutschland hat den ersten Corona-Schock mit seinen Ausgangssperren und unterbrochenen Liefersträngen überwunden und wird im Jahr 2021 voraussichtlich 2,7 Prozent mehr Umsatz machen als im Coronajahr 2020. Das hat der deutsche Digitalwirtschafts-Verband „Bitkom“ aus Berlin eingeschätzt. Allerdings entstehen in den deutschen Elektronikunternehmen und Softwareschmieden weniger neue Jobs als früher: „nur“ rund 20.000 statt 58.000 im Vor-Corona-Jahr 2019.

Im letzten Schritt wird die wasserhaltige Lösung aus dem Apfeltrester destilliert, so dass reines Ethanol entsteht. Foto: S. Jachalke für die TU und Bergakademie Freiberg

Bergakademie Freiberg zapft Biosprit aus der Saftpresse

Chemikerin entwickelt Verfahren, um Ethanol aus Apfelresten zu gewinnen Freiberg, 13. Januar 2021. Statt Bio-Treibstoff aus Getreide, Raps oder Zuckerrüben zu brauen, wie bisher üblich, hat die Freiberger Chemikerin Dr. Doreen Kaiser nun ein neues Verfahren entwickelt: Sie stellt den Biosprit-Grundstoff Ethanol mit Apfelschalen und anderen Fruchtresten aus der Saftpresse her. Das geht aus einer Mitteilung der Bergakademie und TU Freiberg hervor. Dies eröffne für Obstpresse-Betreiber ganz neue Umsatzpotenziale.

Die Pilotanlage von Sunfire in Dresden-Reick hat mit der Dieselproduktion aus Luft, Wasser und Ökostrom begonnen. Foto: Sunfire/ Cleantech Media

Sunfire Dresden übernimmt Elektrolyseur-Unternehmen IHT

Neben Hochtemperatur-Elektrolyse können Sachsen dank Schweizer Technik nun auch alkalische Wasserstoff-Erzeugung anbieten Dresden, 12. Januar 2021. Um das eigene Produktportefeuille zu erweitern und ihren Kunden mehr technologische Lösungen für die Wasserstoff-Produktion anzubieten, hat Sunfire Dresden den Elektrolyseur-Anlagenbauer „IHT Industrie Haute Technology SA“ aus dem schweizerischen Monthey gekauft. Das hat Sunfire heute mitgeteilt.

Rekonstruktion verschiedener Hominiden. Repro (hw) aus: "Homo Sapiens Der große Atlas der Menschheit" / wbg

„Homo Sapiens“-Atlas: Alle stammen von ein paar 1000 Afrikanern ab

Opulenter Atlas zeigt den Weg der Menschwerdung von den ersten Zweibeinern bis zur Besiedlung der Welt Woher kommen wir? Aus Ostafrika. Welche Sackgassen hat die Menschheit in ihrer Geschichte beschritten und wieder vergessen? Die Neandertaler lassen grüßen. Womit begann eigentlich das „Menschsein“ für unsere Vorfahren? Die ältere Vorstellung, nach der Werkzeuge den Menschen vom Tiere scheiden, gilt als überholt – das konnten auch andere Hominiden und selbst Affen. Auf diese und andere Fragen versucht nun „Homo Sapiens – Der große Atlas der Menschheit“ auf dem aktuellen Stand der Forschung zu antworten-. Dahinter steckt ein interdisziplinäres Werk von Paläontologen, Archäologen, Historikern, Klimaforschern und Geologen.

Redox-Flussbatterie-Technikum im Fraunhofer ICT. In den Tanks sind die Elektrolyte gebunkert. Foto: Fraunhofer ICT

Prognose: 2031 erreichen stationäre Batterien eine Terawattstunde

IDTechEx erwartet jährliche Wachstumsraten von 38 Prozent Cambridge, 11. Januar 2021. Der Markt für stationäre Batterie-Speicher, die Spitzen in den Energienetzen glätten und Billigstrom in Haushalten zwischenspeichern, wird in den nächsten Jahren stark wachsen. Das hat „IDTechEx“ aus Cambridge eingeschätzt. Die Prognose der britischen Marktforscher: Die Gesamtleistung der weltweit installierten stationären Akkumulatoren wird in der kommenden Dekade um durchschnittlich 38 Prozent pro Jahr zulegen. 2031 werde die installierte Speicherkapazität in Summe weltzweit über eine Terawattstunde erreichen.

Die Plattform "Scoolio Web" soll den Hausunterricht ("Home Schooling") in Corona-Zeiten erleichtern. Foto: Scoolio

Scoolio Dresden startet Fernunterrichts-Plattform für 2. Corona-Welle

Einstige Wochenplan-App zur Rechnerwolke für den Hausunterricht ausgebaut Dresden, 11. Januar 2021. Die Dresdner Software-Schmiede „Scoolio“ hat ihre gleichnamige Unterrichtsplaner-App laut eigenen Angaben jetzt so erweitert, dass sie als internetgestützte Lernplattform auch für den Hausunterricht in Corona-Zeiten geeignet ist. Die Rechnerwolke „Scoolio Web“ unterstützt demnach beispielsweise getrennte virtuelle Klassenzimmer, über die Lehrer und Schüler Lerninhalte, Projektarbeiten und Hausaufgaben teilen sowie Direktoren ihre Schulnachrichten verbreiten können – gestaffelt nach einzelnen Klassen, Fächern, Kursen, Arbeitsgemeinschaften und Projekten.

Elektrische und fahrerlose Shuttles sollen einen Beitrag zur künftigen Mobilität insbesondere im ländlichen Raum leisten. Foto: IN-VISIONEN

TU Chemnitz hilft beim fahrerlosen Busverkehr in Franken

Navya-Minibusse sollen automatische Fahrgäste durch Bayern kutschieren Chemnitz/Hof, 11. Januar 2021. Um Fahrten mit öffentlichen Bussen und Bahnen attraktiver und womöglich sogar billiger zu machen, werden viele Verkehrsbetriebe wahrscheinlich bald Roboterfahrzeuge einsetzen. Die könnten gar zur einer Renaissance des öffentlichen Nahverkehrs auf den Dörfern sorgen, da sich dann womöglich einst aus Kostengründen stillgelegte Buslinien wieder lohnen könnten. Nachrichtentechniker der TU Chemnitz (TUC) wollen nun in einem Kooperationsprojekt „Shuttle-Modellregion Oberfranken“ (SMO) dabei helfen, autonom navigierende Pendel-Minibusse in Bayern zu erproben. Das geht aus einer Mitteilung der Chemnitzer Uni hervor.