Autor: Heiko Weckbrodt

Regnerationswürmer unterm Mikroskop. Foto: Heiko Weckbrodt

Forscherverbund „Dresden-Concept“ wächst weiter über Dresden hinaus

Elektronikforscher, Sachsenhistoriker und Sensorexperten wollen mitmachen Dresden, 30. November 2022. Mit dem Elektroniklabor „Namlab“, dem Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde und dem Kurt-Schwabe-Institut für Mess- und Sensortechnik sind dem „Dresden-Concept“ nun drei neue Mitglieder beigetreten. Der Forschungsverbund umfasst damit nun 36 Hochschulen, außeruniversitäre Institute, Museen und Bibliotheken. Das hat die TU Dresden mitgeteilt, die ursprünglich der Nukleus für dieses Netzwerk gewesen war.

In Coswig spezialisiert sich das neue Kompetenzzentrum für Weltraum-Mikroelektronik von RUAG Space auf Navigationsempfänger und Signalprozessoren für viele kleine kommerzielle Satelliten. Foto: RUAG Space, Noe Flum

Raumfahrtschmiede in Coswig baut Chip-Sparte auf

Schweizer „Beyond Gravity“ profiliert sich auch in Sachsen als Zulieferer für Halbleiter-Lithographie Coswig, 30. November 2022. Der ehemals „Ruag“ genannte Schweizer Raumfahrt-Konzern „Beyond Gravity“ (BV) baut in Zürich und im sächsischen Coswig eine neue Sparte für Chip-Belichtungstechnik auf und aus. Angesichts der langfristig wachsenden Mikroelektronik-Nachfrage für Digitalisierung und „Künstliche Intelligenz“ werde diese Litho-Sparte ihre Belegschaft an beiden Standorten in den kommenden Jahren von derzeit 140 auf 180 Beschäftigte vergrößern, kündete das eidgenössische Mutterunternehmen heute an.

Das Exzellenzcluster Ceti an der TU Dresden widmet sich dem intuitiven Miteinander von Mensch und Maschine. Foto: CeTI_Technisches-Design TU-Dresden.

Sachsen braucht mehr Quellen für KI-Experten

Neben akademischer Ausbildung in „Künstlicher Intelligenz“ sind auch Nachwuchs-Förderung, Weiterbildung und internationale Akquise gefragt Dresden, 30. November 2022. Eine bessere Nachwuchsgewinnung für die Schlüsseltechnologie „Künstliche Intelligenz“ (KI), aber auch eine stärkere Aus- und Weiterbildung in diesem Sektor dürften darüber entscheiden, ob Sachsen seine KI-Strategie umsetzen kann. Wieviel KI-Experten genau Wirtschaft und Verwaltung in den nächsten Jahren brauchen, hat zwar noch niemand so genau ausgerechnet – es dürfte sich aber um einige Tausend handeln. „Wir werden die Frage beantworten müssen, wie wir die Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich organisieren“, betonte erst kürzlich der sächsische Wissenschafts-Staatssekretär Andreas Handschuh während der Tagung „Innovationstreiber Künstliche Intelligenz in Sachsen“ im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR).

Die Roboter-Punklady Hellga Tarr. Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsens Wirtschaft fahndet nach jungen Robotiktalenten

1500 Besucher zur Premiere der „Dresdner Robotertage“ erwartet – begleitet vom deutschen „First Lego League“-Finale Dresden, 29. November 2022. Um mehr junge Menschen für eine Karriere in der Robotik zu animieren, anderseits aber auch mehr Roboter im Handwerk und Mittelstand unterzubringen, gerät der Flughafen Dresden im Frühjahr 2023 zwei Tage lang fest in die Hand künstlicher Helfer aus Plaste und Stahl: Am 24. März 2023 starten dort unter dem Motto „Meet the Robots“ die ersten „Dresdner Robotertage“. Am Rande der Messe bestreiten rund 400 Kinder und Jugendliche das Deutschland-Finale im Roboterwettbewerb „First Lego League“. Insgesamt rechnen die Veranstalter vom „Landesverband Sächsischer Jugendbildungswerke“, vom Verein „Hands on Technology“ und aus dem „Robot Valley Saxony“ mit rund 1500 Besuchern. Das geht aus einer Mitteilung des sächsischen Robotiknetzwerks hervor.

Robert Harris: Königsmörder. Abb.: Heyne-Verlag

„Königsmörder“: Hatz durch die neue Welt

In seinem neuen Historienkrimi erzählt Robert Harris, wie aus vermeintlich gottauserwählten Kriegern gehetzte Flüchtlinge in Amerika werden In seinem neuen Historienkrimi „Königsmörder“ taucht der englische Star-Autor Robert Harris („Vaterland“) in ein Ausnahmekapitel der britischen Geschichte ein: Jene Zeit, in der England für kurze Zeit eine Republik war. Eine Republik nur dem Namen nach allerdings, die von einem Militärdiktator und rücksichtslosen religiösen Fanatikern dominiert wurde, die König Charles köpfen ließ – und in sich zusammenbrach, kaum dass Lordprotektor Oliver Cromwell gestorben war. In der Folge wurde England wieder zur Monarchie. Die wiederum jagte erbarmungslos all jene, die direkt am Tod des alten Königs beteiligt gewesen waren.

Ein neuer Sicherheitschip von Infineon enthält zusätzliche Verschlüsselungstechniken, die den neuen Reisepass gegen Quantencomputer-Angriffe schützen sollen. Visualisierung: Infineon

Infineon zeigt quantensicheren Reisepass

Quantencomputer können heutige Reisepässe bald knacken München, 28. November 2022. Um die deutschen Reisepässe auch in der abbrechenden Ära der Quantencomputer fälschungssicher zu machen, haben Infineon, Fraunhofer und die Bundesdruckerei eine neue Pass-Generation entwickelt. Diese elektronischen Pässe seien durch spezielle Infineon-Chips sowohl gegen klassische Angriffe geschützt wie auch gegen Entschlüsselungsversuche mit Quantentechnologien, betonte der bayrische Halbleiterkonzern.

Plastemüll belastet die Umwelt. Vor allem Mikroplaste-Teilchen in den Ozeanen gelten als ernstes Problem, da Meeresvewohner dieses Partikel fressen - und letztlich landen diese Teilchen dann auch im Menschen. Foto: Heiko Weckbriodt

Alt-Plaste für den Kühlergrill: Dresdner KI bessert Umweltbilanz auf

Neuronale Netze von „Symate“ helfen Autozulieferern, Qualität, Wiederverwertung und Kosten in Echtzeit auszubalancieren Dresden, 28. November 2022. Damit die deutsche Industrie mehr Kunststoffe wiederverwerten kann, statt dafür noch mehr Erdöl zu verbrauchen, können sehr erfahrene Maschinenbediener helfen – oder Künstliche Intelligenz (KI). Wie das geht, hat die Dresdner Uni-Ausgründung „Symate“ inzwischen schon mehrfach in der Autoindustrie, im Plastebehälterbau und anderen Branchen vorexerziert: Die sächsische KI balanciert nämlich in in den Werkhallen in Echtzeit genau aus, wieviel Altplaste Spritzgießmaschinen ohne Qualitätseinbußen in der Produktion vertragen.Dadurch lassen sich deutlich mehr dieser „Rezyklate“ genannten Kunststoff-Abfälle wiederverwenden.

Mit dem neuen Versuchsstand setzt das Team auch ein neues Lehrkonzept für das Chemiestudium um. Foto: C. Mokry für die TU Bergakademie Freiberg

Neuer Versuchsstand für Lithium-Akkus in Freiberg

Bergakademie erprobt damit auch neue Ausbildungskonzepte Freiberg, 28. November 2022. Mit einem neuen Versuchsstand für Lithium-Akkus testet die Bergakademie Freiberg neue Ausbildungskonzepte für angehende Energiespeicher-Experten: An der digitalen Testanlage lassen sich auf unerwartete Fehlschläge bei Experimenten verschiedene Antworten durchsimulieren, die diverse Studenten-Teams finden. Für den Versuchsstand und das neue Lehrkonzept fließen 25.000 Euro aus dem „Fonds der Chemischen Industrie“, teilte die Freiberger Uni mit.

Datenbrillen, Ohrschützer und andere digital unterstützte Assistenzsysteme sollen Autisten gegen Reizüberflutung schützen und ihnen ein strukturiertes Arbeiten ermöglichen. Foto: Heiko Weckbrodt

Digitaler Schutzschild für Autisten

„Autark“-System der TU Dresden soll empfindsamen Menschen helfen, mit Arbeitsalltag klarzukommen Dresden, 27. November 2022. Datenbrillen und Ohrschützern sollen Autisten künftig helfen, im Arbeitsalltag zurechtzukommen. Das tragbare Assistenzsystem soll Außengeräusche mindern, um eine Reizüberflutung zu verhindern, aber automatisch den Ton wieder hochregeln, wenn diese Menschen angesprochen werden. Daran arbeiten derzeit Informatiker an der Technischen Universität Dresden (TUD). Parallel dazu entwickeln sie einen intelligenten Modell-Arbeitsplatz, der autistischen Menschen dabei hilft, ihre Aufgaben zu planen und zu erledigen. Der Bund fördert dieses „Autark“-Projekt mit 1,276 Millionen Euro. Das hat der sächsische Bundestagsabgeordnete Markus Reichel (CDU) mitgeteilt.

Krankenhäuser gehören zu den größten Müllerzeugern in Deutschland - unter anderem durch die vielen Kunststoff-Einwegprodukte, die erst nach einer Dekontaminierung wieder in die Stoffkreisläufe entlassen werden dürfen. Foto: Heiko Weckbrodt

Alte Tupfer sollen Duschwasser sauber machen

Fraunhofer Chemnitz will aus Klinikmüll Wasseraufbereiter machen Chemnitz, 26. November 2022. Um die Müllfluten aus deutschen Kliniken einzudämmen, wollen Susanne Kroll und Marc Luginsland vom Chemnitzer Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) künftig Spritzgießmaschinen mit zerhäckselten medizinischen Abfälle füttern. Die sollen dann daraus neuwertige Kunststoff-Behälter gießen, in denen Eigenheim- oder Laubenbesitzer beispielsweise ihr Abwasser aus Dusche, Badewanne und Waschbecken aufbereiten können. Dafür sammeln sie nun Geld vom Internetschwarm auf der „Startnext“-Plattform.

Künstliche Intelligenz, wie sie die KI "Dall-E" visualisiert hat

„KI Made in Saxony“ soll weltweite Marke werden

Sachsen sehen gute Chancen, in der Nische führende KI-Lösungen für Industrie und Datenanalyse zu generieren Dresden, 25. November 2022. Sachsen hat gute Chancen, in ausgewählten Segmenten der Schlüsseltechnologie „Künstliche Intelligenz“ (KI) führende Positionen einzunehmen: in der Analyse großer Forschungsdatenfluten beispielsweise oder auch beim KI-Einsatz in der Chipindustrie, im Maschinenbau und anderen Industriezweigen. Das haben Teilnehmer der Tagung „Innovationstreiber Künstliche Intelligenz in Sachsen“ im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eingeschätzt, bei sich insgesamt rund Akteure der sächsischen KI-Szene getroffen hatten.

Der Finanzierungsbedarf junger Unternehmen in Deutschland steigt. Foto: Heiko Weckbrodt

Durchschaubare KI und frustrierte Magneten: 51 Millionen für TU Dresden

Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert Dresdner Projekte weiter Dresden, 25. November 2022. Die TU Dresden bekommt binnen fünf Jahren insgesamt 51 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), um Künstliche Intelligenzen durchschaubarer zu machen, frustrierte Magnete zu verstehen, Menschen per Erbgut-Erkennung gegen Entzündungskrankheiten zu feien und die Top-Materialwissenschaftler der Zukunft auszubilden. Das geht aus Mitteilungen der DFG und des sächsischen Wissenschaftsministeriums hervor.

Die Pecs-Work-Chefs Ingolf Sauermann (links) und Karsten Jähnigen zeigen auf einem Tablettrechner, wie das System die automatische Bremsprobe für die Mitarbeiter der Schweizer SBB Cargo visualisiert. Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsens Ingenieure helfen, Europas Eisenbahnen zu digitalisieren

Expertise von „Pecs-Work“ Dresden in der Schweiz gefragt: Nicht die Technologie ist das Problem, sondern die Zulassung Dresden/Zürich, 24. November 2022. Im Eisenbahnverkehr stehen die Zeichen auf Digitalisierung. Davon ist Geschäftsführer Ingolf Sauermann vom Bahntechnik-Ingenieurbüro „Pecs-Work“ in Dresden-Johannstadt überzeugt. „Wenn wir eine Verkehrswende wollen und die Eisenbahn effizienter und speziell auch in Deutschland pünktlicher machen wollen, dann sind Automatisierung und Digitalisierung die Schlüssel dafür“, argumentiert der Elektrotechnik-Ingenieur. Und eigentlich sollte das ein Leichtes sein: Viele Konzepte, elektronische Systeme, Künstliche Intelligenz (KI) und Sensorik aus der „Industrie 4.0“ lassen sich durchaus auf den Bahnverkehr übertragen. Den Haken daran kennen Sauermann und seine eidgenössischen Geschäftspartner aber allzu gut: „Das größte Hindernis ist gar nicht so sehr die Technologie, sondern vielmehr die Zulassung“, erklärt Christian Schmidt von der Schweizerischen Güterbahngesellschaft „SBB Cargo“.

Prof. Thomas Mikolajick. Foto: Heiko Weckbrodt

Sächsischer Nanoelektronik-Experte Mikolajick als „IEEE Fellow“ geehrt

Internationaler Ingenieursverband würdigt damit Speicherchip-Forschungen des Dresdner Halbleiter-Professors Dresden 24. November 2022. Die internationale Elektroingenieurs-Vereinigung „IEEE“ hat den Dresdner Nanoelektronik-Professor Thomas Mikolajick zu ihrem „Fellow“ ernannt, also als Vollmitglied geehrt. Das hat die TU Dresden mitgeteilt.

Bosch und die Konsortialpartner von "progressivKI" wollen künftig "Künstliche Intelligenzen" einsetzen. um immer komplexere Autoelektronik zu entwerfen. Da KI auch für die Steuerung autonomer und vernetzter Fahrzeuge benötigt wird, kann das in letzter Instanz dazu führen, dass die KI immer neue Tochter-KIs entwirft. Grafik: Bosch

Bald TÜV-Plaketten für KIs?

TÜV-Forsa-Umfrage: Viele fürchten Diskriminierung, Manipulation und Intransparenz Berlin, 24. November 2022. Die meisten Deutschen sind dafür, „Künstliche Intelligenzen“ (KI) staatlich zu regulieren, wie in der geplanten KI-Verordnung der EU geplant. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbandes aus Berlin hervor. Demnach sind 82 Prozent der Befragten dafür, dass vor allem KIs bestimmte Sicherheits- und Qualitätsanforderungen erfüllen müssen – und dies auch kontrolliert wird.