Autor: Heiko Weckbrodt

Nur das Kringel lässt sich wirbellos kämmen, die Wuschelkugel nicht - die Exponate sollen das Wesen von topologischen Eigenschaften veranschaulichen. Foto: Cornelia Hoffmann

Physiker verlagern Quantenportal für Laien ins Netz

Populärwissenschaftliches „Schaufenster“ erklärt nun im Netz die Suche der Dresdner und Würzburger nach neuen topologischen Quantenmaterialien Dresden/Würzburg, 28. November 2020. Weil die Museen wegen Corona geschlossen haben und die Normalsterblichen nicht die Quantenphysiker löchern können, erklären die rund 250 Forscher und Forscherinnen vom gemeinsamen Exzellenzcluster „Ct.qmat – Komplexität und Topologie in Quantenmaterialien“ der Unis Dresden und Würzburg ihre Arbeit nun in einer Internet-Ausstellung. Unter der Adresse ctqmat.de/schaufenster veranschaulichen Videos, Grafiken und Texte, was Topologie in der Quantenwelt überhaupt bedeutet und warum sie den Schlüssel zu gar wundersamen Werkstoffen der Zukunft liefern kann.

Blick auf die Annenkirche in Annaberg-Buchholz. Foto: Heiko Weckbrodt

Annaberg-Buchholz will Stadtluft mit Filterwürfel säubern

Erzgebirgler versprechen sich vom “Cube” besseren Umwelt- und Klimaschutz Annaberg-Buchholz, 27. November 2020. Das Erzgebirge setzt auf Filterwürfel statt Fahrverbote: Die alte Bergbau-Kommune Annaberg-Buchholz will seine erzgebirgische Kleinstadtluft technologisch verbessern: Ein „Cube“ genannter Großfilter soll an der Ampelkreuzung von Bundesstraße 101 und Straße der Einheit im Stadtteil Buchholz künftig Schadstoffe aus der Luft filtern. Das geht aus einer Mitteilung der Stadtverwaltung hervor.

Prototyp einer neuartigen Schwefelbatterie mit hoher Energiedichte im Batterie-Technikum von Fraunhofer Dresden. Foto: Fraunhofer IWS

„Energy Saxony“ will H2-Leuchttürme für Sachsen

Verband: Freistaat kann Hochburg für Akku-Recycling, Elektrolyseur-Bau und Wasserstoffwirtschaft werden Dresden, 27. November 2020. Sachsen könnte in den nächsten Jahren zu einem deutschlandweit führenden Standort für Batterie-Recycling, ökologische Wasserstoff-Erzeugung und den Elektrolyse-Anlagenbau aufsteigen. Das hat „Energy Saxony“-Chef Lukas Rohleder in Dresden eingeschätzt – der Branchenverband vernetzt rund 70 Unternehmen, Institute und Organisationen der sächsischen Energietechnikbranche. „Ich sehe auch gute Chancen, dass hier eine Fabrik für Batterien der nächsten Generation entsteht“, sagte er. Dies könne für viele neue Jobs im Freistaat sorgen.

Prof. Dr. Thomas von Unwerth (r.) und Laborleiter Vladimir Buday inspizieren im Im Brennstoffzellenlabor an der TU Chemnitz eine additiv produzierte Membran. Foto: Ronald Bartel für die TUC

Chemnitzer erzeugen Brennstoffzellen-Membranen im 3D-Drucker

EU zeichnet TU mit Innovationspreis aus Chemnitz, 26. November 2020. Wenn Brennstoffzellen künftig eine größere Rolle als Fahrzeugantriebe spielen sollen, müssen sie billiger, flexibler und schneller produzierbar als bisher werden. Eine der Kernkomponenten in diesen Mini-Kraftwerken ist die „katalysatorbeschichtete Membran (CCM), die bisher recht aufwendig schichtweise montiert und laminiert werden musste. Forscher vom Lehrstuhl für Alternative Fahrzeugantriebe der TU Chemnitz haben inzwischen ein Verfahren entwickelt, um diese Membranen additiv, also mit einer Art Industrie-3D-Drucker herzustellen. Für diese Innovation hat das „Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking“ (FCH JU) der Europäischen Union den Chemnitzern nun den „Best Innovation 2020 Award“ verliehen. Das geht aus einer Mitteilung der Uni hervor.

Dr. Philipp Kratzert. Foto: Solarwatt

Solarwatt Dresden arbeitet an stärkeren Solar-Modulen und –Zellen

Physiker Kratzert wechselt von Solibro zu Solarwatt Dresden, 25. November 2020. Solarwatt Dresden will leistungsstärkere Solarmodule auf den Markt bringen und eine neue Generation von Photovoltaik-Zellen einsetzen. Um diese Projekte zu forcieren, hat das Dresdner Technologieunternehmen nun den promovierten Physiker Philipp Kratzert vom Dünnschicht-Solarunternehmen „Solibro“ aus Bitterfeld-Wolfen übernommen und ihn als Solarmodul-Entwicklungschef angeheuert. Das geht aus einer Solarwatt-Mitteilung hervor.

Guten Tag Kollege! Roboter im Ceti-Labor an der TU Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Dresden profiliert sich als Robotik-Hochburg

Wirtschaftsförderer hoffen auf neue Ansiedlungen und Jobs im „Robot Valley“ Dresden, 25. November 2020. Die kommunalen Wirtschaftsförderer werden Dresden in Zukunft als „Robot Valley“, also als Stadt der Robotertechnologien profilieren und bei Investoren anpreisen. Das hat Amtsleiter Robert Franke angekündigt. Die Robotik ergänze sehr gut die bisher gesetzten Schwerpunkte Dresdens als Herz des „Silicon Saxony“, wo sich bereits Chip- und Softwareschmieden konzentrieren.

Braunkohle-Kraftwerk von Vattenfall Boxberg in der Oberlausitz. Der schwedische Konzern hat bereits angekündigt, sich aus der ostdeutschenBraunkohle zurückziehen zu wollen. Foto: Vattenfall

Zwei neue Großforschungszentren für Sachsens Kohlereviere

Bund und Land sagen 340 Millionen Euro pro Jahr für die Zeit nach der Kohle zu Dresden, 24. November 2020. Weil Tausende Kohlekumpel und Kraftwerker durch den Braunkohle-Ausstieg ihre Jobs verlieren, sollen bis 2023 zwei neue Großforschungszentren in der Lausitz und nahe Leipzig entstehen. Die sollen 3000 neue Arbeitsplätze schaffen und für die Kohlereviere neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen. Insgesamt wollen Bund und der Freistaat Sachsen bis zu 340 Millionen Euro pro Jahr in diese Zentren investieren. Das geht aus Mitteilungen der sächsischen Staatsregierung und des Bundesforschungsministeriums hervor.

Dr. Diana Stiller. Foto: HZDR/A. Wirsig

Helmholz Dresden hat neue Wirtschaftsdirektorin

Finanzerin Direktorin Diana Stiller setzt auf Digitalisierung und Unternehmenskooperationen Dresden, 24. November 2020 Durch eine stärkere Digitalisierung, Technologietransfer, mehr Kooperationen mit der Privatwirtschaft will die neue kaufmännische Direktorin Diana Stiller das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) stärken und mehr Fachkräfte gewinnen. Das geht aus einer HZDR-Mitteilung hervor.

Nicht immer sind die Liebesschwüre von Internet-bekanntschaften echt, warnt das LKA Sachsen. Grafik: Heiko Weckbrodt

Künstliche Intelligenz soll Herzkrankheiten erkennen

TU Dresden will Prophylaxe-KI einspannen, um Arterienverkalkung rechtzeitig zu erkennen Dresden, 23. November 2020. Biomedizin-Techniker und -Technikerinnen der TU Dresden wollen „Künstliche Intelligenzen“ (KIs) so anlernen, dass sie „koronare Herzkrankheiten“ (KHK) bei Patienten frühzeitig erkennen, so dass die Ärzte beizeiten gegensteuern können. Das hat die TU Dresden mitgeteilt. Am Projekt “Timely” („A patient-centered early risk prediction, prevention, and intervention platform to support the continuum of care in coronary artery disease using eHealth and artificial intelligence” beteiligen sich insgesamt 13 europäische Partner.

Forscher am US-Seuchenkontrollzentrum CDC haben dieses 3D-Modell des neuen Corona-Virus (2019nCoV) entworfen, das eine schwere Lungenkrankheit auslösen kann. Die Angst vor dem Krankheitserreger lähmt mittlerweile weltweit das öffentliche Leben, die Wirtschaft, den Tourismus, selbst die Forschung in vielen Ländern. Illustration: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS, Lizenz: Public Domain, https://phil.cdc.gov/Details.aspx?pid=23312 / Wikipedia https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2019-nCoV-CDC-23312.png

Studie: Schulen in Sachsen keine Corona-Brutstätten

Bei „SchoolCoviDD19“-Untersuchungen fanden Mediziner auch im Oktober nur bei zwölf von 2000 Schülern und Lehrern Corona-Antikörper im Blut Dresden, 23. November 2020. Die Schulen in Sachsen haben sich bis zu den Herbstferien immer noch nicht zu versteckten Corona-Brutstätten entwickelt. Das hat die zweite Phase der sächsischen „SchoolCoviDD19“-Phase ergeben. Gemessen an den nachweisbaren Antikörpern stagnierte die Zahl der Schüler und Lehrer, die eine Corona-Infektion durchgemacht haben, zwischen Frühjahr und Herbst bei unter einem Prozent – obwohl im selben Zeitraum die Corona-Quote in der gesamten sächsischen Bevölkerung von 139 auf 245 Fälle pro 100.000 Einwohner stark angestiegen war. Das geht aus einer Mitteilung des Uniklinikums Dresden (UKD) und der medizinischen Fakultät der TU Dresden hervor, die die Studie gemeinsam realisieren und auch fortführen wollen.

Forscherin Julia Emmermacher überprüft im Institut für Naturstofftechnik der TU Dresden einen Bioreaktor, in dem sie die Ausgangsstoffe für innovative naturnahe Holzschutzmittel züchtet. Foto: Heiko Weckbrodt

Salbeischutz statt Chemiekeule für das Holzspielzeug

TUD-Ingenieurin Julia Emmermacher züchtet im Bioreaktor Wirkstoffe, die künftig auch Veganer-Schuhe mit Pflanzenkraft protegieren sollen. Dresden, 23. November 2020. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden (TUD) entwickeln derzeit gemeinsam mit Industriepartnern neuartige biologische Holzschutzmitteln, die sie aus Pflanzen und Pilzen gewinnen. Damit wollen sie Mensch und Umwelt von chemischen Keulen entlasten- Die Wirkstoffe sollen künftig Holzspielzeuge, Furnierschuhe und andere hölzerne Alltagsgüter auf natürliche Art und Weise vor Nässe, Pilzangriffen, Sonnenbleiche und anderen zermürbenden Einflüssen schützen.

Neue Methoden der Trauerbewältigung etablieren sich. Foto: Heiko Weckbrodt

Beerdigung per Livestream – Corona schafft neue Trauerrituale

Psychosomatikerin: Pandemie erschwert  Abschiednehmen, wir brauchen neue Trauerstrategien Leipzig, 22. November 2020. Weil zu viele Menschen in der Corona-Pandemie einsam sterben, brauchen auch die Angehörigen neue Strategien, um Abschied zu nehmen und mit ihrer eigenen Trauer klar zu kommen. Das hat Prof. Anette Kersting von der Uni Leipzig in einem universitären Interview eingeschätzt.

Hier haben Planck-Forscher elektronische Grenzzustände in einer Neptunium-Wismut-Verbindung (NpBi) visualisiert - ein topologischer Isolator. Grafik: MPI Mikrostrukturphysik Halle

Physiker finden über 100 topologische Magnetmaterialien

Werkstoffe könnten in Zukunft bessere Nanoelektronik und Energiewandler ermöglichen Dresden, 21. November 2020. Um den Weg zu besseren Quantencomputern, Datenspeichern und neuartigen Strom-Wärme-Energiewandlern haben Physikerinnen und Physiker aus Sachsen, China, Spanien, Frankreich und den USA über 100 neuer Magnet-Werkstoffe ausfindig gemacht, die auf ihrer Oberfläche Strom leiten, innerlich aber keine elektrische Energie durchlassen – sogenannte magnetische topologische Isolatoren beziehungsweise Halbmetalle. Das hat das Direktorin Prof. Claudia Felser vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe (MPI-CPfS) mitgeteilt, die an der Untersuchung beteiligt war.

Der Freiformer 300-3X von Arburg. Foto: Arburg

Nanotech-Kunststoffe für den 3D-Drucker

Polymerforscher aus Sachsen und Südafrika suchen im Projekt „MultiMat³“ neue Werkstoffe für die additive Unikat-Produktion Dresden/Pretoria, 20. November 2020. Damit Artefakte aus industriellen 3D-Drucker länger halten, stabiler und widerstandsfähiger werden, wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Sachsen und Südafrika verschiedene Polymer-Werkstoffe mit Nanotechnologie aufpeppen. Dafür haben sich das Leibniz-Institut für Polymerforschung (IPF) Dresden, die Uni Pretoria sowie Unternehmen aus beiden Ländern zum Projekt „MultiMat³“ zusammengetan. Die EU fördert das Vorhaben mit 950.000 Euro – davon fließen rund 650.000 Euro nach Dresden, wie IPF-Sprecherin Kerstin Wustrack mitteilte.