Autor: Heiko Weckbrodt

Dr. John Fahlteich vom Fraunhofer-Strahlinstitut FEP aus Dresden vor einer Beschichtungsanlage. Foto: Heiko Weckbrodt

Kampf gegen Müllinseln: Shampoo-Tütchen werden im Meer zu Sand

Fraunhofer-Strahlinstitut FEP arbeitet an selbstzersetzenden Verpackungen – und will in Dresden eine Ökopack-Beratungsfirma ausgründen Dresden, 28. Juli 2021. Damit die weltweiten Kunststoffmüllberge auf Land und auf See nicht weiter wachsen, entwickelt ein von Fraunhofer Dresden geführtes Konsortium derzeit neue Verpackungen, die sich selbst zersetzen oder zumindest leichter wiederverwertbar als klassischer Plasteabfall sind. Das hat Dr. John Fahlteich vom Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) mitgeteilt. Die FEP-Ingenieure wollen in diesem Zuge in Dresden auch ein Unternehmen ausgründen. Das soll Betriebe aus der Lebensmittelwirtschaft, Hygieneartikel-Industrie und anderen Branchen beim Einsatz umweltfreundlicherer Produkt-Verpackungen beraten.

Die Visualisierung zeigt, welchem Vorbild der künftige Spinnaker2-Superrechner folgt: dem menschlichen Gehirn. Grafik: Spinncloud

Globalfoundries stellt Spinnaker2-Neurochips für gehirnähnlichen Superrechner her

Die TU Dresden will daraus einen Computer bauen, der Künstliche Intelligenz auf eine neue Stufe hebt Dresden, 27. Juli 2021. Bei Globalfoundries Dresden geht nun ein neuer Neuro-Chip in die Produktion: Der „Spinnaker 2“ ist als Baustein für neuartige Supercomputer gedacht, die ähnlich wie das menschliche Gehirn arbeiten, aber eben als „Künstliche Intelligenz“ (KI). Das haben Globalfoundries sowie die Unis Dresden und Manchester heute mitgeteilt. Die junge TU-Ausgründung „Spinncloud Systems GmbH“ soll die neue KI dann auch kommerziell vermarkten, wenn sie zusammengesetzt, angelernt und hochgefahren ist.

Die Pilotanlage von Sunfire in Dresden-Reick hat mit der Dieselproduktion aus Luft, Wasser und Ökostrom begonnen. Foto: Sunfire/ Cleantech Media

Wasserstoff gefragt: Sunfire Dresden baut Elektrolyseur-Produktion aus

Millioneninvestitionen geplant, Belegschaft soll sich verdoppeln Dresden, 27. Juli 2021. Weil immer mehr Stahlwerke, Öl-, Chemie- und Energieunternehmen Wasserstoff auf elektrochemischem Weg mit Elektrolyse-Anlagen von Sunfire erzeugen wollen, baut das Dresdner Unternehmen seine Produktionskapazitäten nun stark aus. Das hat Sunfire-Technikchef Christian von Olshausen angekündigt. Insgesamt werde die Firma dafür bis 2025 einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Wie genau das Unternehmen diese Ausgaben finanzieren will, mochte er nicht verraten, kündigte aber an: „Wir stellen auch neues Personal ein.“ In den nächsten Jahren werde die Belegschaft dadurch stark wachsen: von derzeit 250 auf dann über 500 Beschäftigte oder womöglich noch mehr.

Braunkohle-Kraftwerk von Vattenfall Boxberg in der Oberlausitz. Der schwedische Konzern hat bereits angekündigt, sich aus der ostdeutschenBraunkohle zurückziehen zu wollen. Foto: Vattenfall

Der Braunkohle-Kumpel wird nicht im Großforschungszentrum arbeiten

Geplante Wissenschaftsinvestitionen werden der Lausitz eher langfristig helfen, meinen Wirtschaftsförderer Dresden/Görlitz, 26. Juli 2021. Das geplante Großforschungszentrum in der Lausitz ist eher als langfristige Investition in die Zeit nach dem Braunkohle-Ausstieg zu verstehen, allerdings nicht als kurzfristiger Jobmotor. Das haben Ifo-Ökonom Prof. Joachim Ragnitz und Andrea Behr von der Wirtschaftsförderung Görlitz einer vom Wirtschaftsministerium organisierten Gesprächsrunde eingeschätzt. Daher seien zum Beispiel auch erhebliche Investitionen in die Verkehrswege und die Digitalnetze notwendig, um schneller Investoren und Fachkräfte in die Lausitz zu locken.

Das Schwein Emma (alias: "Die Hässliche") und der Hahn Greasy (alias: "Der Zersauste") haben sich angefreundet. Foto: Prokino, Szenenfoto aus: "Unsere große kleine Farm"

Sachsen werfen Algen den Schweinen zum Fraß vor

Agrarministerium: Futter aus dem Bioreaktor sorgt für gesunde Tiere und schont die Umwelt Naundorf/Dresden, 26. Juli 2021. Schnitzel und Viehzucht stehen nicht nur bei Tierschützern und Vegetariern in der Kritik, sondern auch bei Umweltschützern: Nicht nur, dass die Schweine und Rinder wie wild rülpsen und furzen und damit Methan sowie andere Treibhausgase in die Atmosphäre entfleuchen lassen, sondern sie nehmen selbst dann große Flächen indirekt in Beschlag, wenn sie dicht gedrängt in Ställen stehen. Schweine in großen Ställen fressen zum Beispiel viel Weizen, Gerste, Mais, Sojabohnen, Kleie und andere Nutzpflanzen, die auf ausgedehnten Äckern zunächst wachsen müssen. Daher experimentieren Bauern und Ingenieure in Sachsen nun gemeinsam daran, den Schweinen auch Algen schmackhaft zu machen. Die ersten Befunde des Mikroalgen-Futterprojektes „Algapork“ in einer Schweinemast-Anlage im mittelsächsischen Naundorf sind vielversprechend: „Erste Versuchsreihen haben sehr positive Ergebnisse gezeigt“, hat heute das sächsische Ministerium für Regionalentwicklung in Dresden mitgeteilt. „Während die Tiergesundheit gesteigert werden konnte, sind der Futtermitteleinsatz und der CO2-Ausstoß reduziert worden.“

Diese mutierte Kreuzung zwischen Katze, Panda und irgendwas ist unser Held in "Biomutant". Szenenbild: THQ Nordic

Action-Adventure „Biomutant“: große Prügelei mit schrägen Monstern

Nur als Supermutant können wir den Baum des Lebens retten Eine Plage vernichtet die neue Welt, der Baum des Lebens stirbt – und nun ist es an uns, den Untergang zu verhindern. Im Action-Adventure „Biomutant“ kämpfen wir uns allerdings nicht etwa als muskulöser Marineinfanterist durch die feindlichen Reihen, sondern als mutierte Kreuzung zwischen Ratte, Waschbär und Katze.

Espen Askeladd (Vebjørn Enger) und Prinzessin Kristin (Eili Harboe) befragen den 190,5-jährigen Opa, wie er damals das Wasser des Lebens fand. Szenenfoto (Eurovideo) aus: Espen & die Legende vom goldenen Schloss

Skurriler Fantasy-Film „Espen & die Legende vom goldenen Schloss“

Charmante Märchenverfilmung aus Norwegen Wer das Wasser des Lebens will, muss zunächst einen blinden, dreiköpfigen Troll besiegen – und dafür die richtige Mixtur aus Kampfgeist und Überredungskunst finden. Falls Ihr das noch nicht gewusst habt, solltet Ihr euch vielleicht einmal „Espen & die Legende vom goldenen Schloss“ ansehen, den zweiten Fantasiestreifen aus der Filmreihe um den norwegischen Märchen-Antihelden Espen Askeladd, der nun als Videostrom fürs deutsche Heimkino erschienen ist.

"Impact Hub"-Chef Pierre Herzer führt die urban-industrielle Optik im neuen Inkubator im Stadtzentrum von Dresden vor. Foto: Heiko Weckbrodt

„Impact Hub“ eröffnet 2. Standort in Dresden

Mit dem Inkubator im Centrum verdoppelt der Hub ab Herbst die Zahl kollaborativer Mietarbeitsplätze Dresden, 23. Juli 2021. Der „Impact Hub“ eröffnet im September 2021 einen zweiten Standort in Dresden. Damit verdoppelt das Unternehmen sein Angebot für kollaboratives Arbeiten („Coworking Space“) auf bis zu 150 Miet-Arbeitsplätze. Der zweite Inkubator entsteht derzeit in der Centrum-Galerie. „Die Nachfrage für unsere Coworking-Angebote ist groß, auch über die Pandemie hinaus“, erklärte Hub-Chef Pierre Herzer die Expansion. „Unser Konzept kommt in der Community an.“

So luftig könnte das geplante Großforschungszentrum „Lausitz Art of Building“ (Lab) dank moderner Karbonbeton-Technologien aus Dresden wirken. Visualisierung: Henn Architekten

Nur noch 6 Großforschungszentren-Konzepte für Sachsen im Rennen

Chemie, Klima, Medizin, Astrophysik, Marsstationen und neue Bautechnologien in der engeren Wahl Dresden/Berlin, 23. Juli 2021. Unter den rund 150 Ideenskizzen für zwei neue Großforschungszentren in der Lausitz und im Leipziger Raum hat eine Perspektivkommission nun die meisten ausgesiebt und sechs Vorschläge in die engere Wahl genommen. Das haben das Bundesforschungsministerium und die sächsische Staatskanzlei heute mitgeteilt.

Sehr stark, für das Antimaterie-Experiment aber nicht so gut geeignet: "Draco" ist einer der stärksten Laser im helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf. Foto: André Wirsig für das HZDR

Rumänische Superlaser sollen für Antimaterie-Strahlen sorgen

Physiker aus Dresden und San Diego möchten extreme Aktivitäten von Schwarzen Löchern und Pulsaren im Labor untersuchen Dresden/San Diego, 22. Juli 2021. Um die höllischen Zustände rings um Schwarze Löcher und Neutronensterne auf Erden nachzustellen, wollen Physiker vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit Kollegen aus den USA mit Superlasern im Labor Antimaterie-Strahlen erzeugen. Nach erfolgreichen Computersimulationen planen sie zunächst Versuche in Hamburg. Danach wollen sie die Antimaterie-Produktion nach Südosteuropa verlagern, weil die Rumänen die richtigen Superlaser dafür haben. Das geht aus einer HZDR-Mitteilung hervor.

Im Labor untersuchen Wissenschaftler die Wirksamkeit verschiedener Substanzen an 3D-Zellkulturen. Foto: André Wirsig für das NCT/UCC

Mit Molekularkleber gegen Darmkrebs

Dresdner Forscher wollen mit neuem Wirkstoff den Tumor für die körpereigene Müllfabrik reif machen Dresden, 22. Juli 2021. Mit molekularen Klebstoff wollen Wissenschaftler aus Dresden und Heidelberg künftig Darmkrebs bekämpfen. Der neue Wirkstoff sorgt anscheinend dafür, dass krebsfördernde Proteine in der körpereigenen Eiweiß-Müllentsorgung landen. Konkret wollen die Forscher damit den Proteinkomplex „Cyclin K/CDK12“ ausschalten, der für einige besonders aggressive Darmkrebsformen mitverantwortlich ist. Das geht aus einer Mitteilung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden und Uniklinik-Krebszentrums (NCT/UCC) hervor.

Akku-Pack von Friwo. Bildschirmfoto aus: "Cross Innovation Made in Dresden", Wir gestalten Dresden

Dresdner Innovatoren sollen ihre Produkte besser inszenieren

Wirtschaftsförderer bezuschussen gemeinsame Projekte von Kreativwirtschaft und Betrieben Dresden, 21. Juli 2021. Exoskelette, Elektroautos und Elektrolyseure – das technologische Niveau vieler Produkte aus der Hightech-Stadt Dresden ist zweifellos hoch. Doch noch besser wäre es, wenn die Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Innovationen auch so clever und öffentlichkeitswirksam wie die Amerikaner in Szene setzen würden. Das finden zumindest die kommunalen Wirtschaftsförderer in Dresden und haben deshalb das Programm „Unternehmen helfen Unternehmen“ (Uhu) initiiert.

Ein Fraunhofer-Mitarbeiter richtet den Laser "Dynamic Beam" ein. Foto: René Jungnickel für das Fraunhofer-IWS Dresden

Fraunhofer Dresden testet neuen Laser aus Israel

13-Kilowatt-System kommt auch mit Titan-3D-Druck klar Dresden, 21. Juli 2021. Laser-Experten aus Sachsen und Israel erproben derzeit gemeinsam am Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden einen neuartigen Laser aus Israel. Das System basiert laut IWS auf der für Hochleistungslaser noch jungen Methode des „Coherent Beam Combinings“ (CBC). Der 13-Kilowatt-Laser kann besonders schnell verschiedene Energieverteilungsmuster erzeugen und dadurch selbst anspruchsvolle Hightech-Materialien wie Titanlegierungen sehr präzise und schnell bearbeiten.

Frank Bösenberg. Foto: Silicon Saxony/ PR

Silicon Saxony fordert wegen Glofo-Ausbau in USA mehr Tempo in Europa

„Die Umsetzungsgeschwindigkeit muss sich dramatisch beschleunigen“ Dresden, 20. Juli 2021. Mehr Tempo bei staatlichen Mikroelektronik-Förderprogrammen in Deutschland fordert der sächsische Hochtechnologie-Branchenverband „Silicon Saxony“ (Silsax) mit Blick auf die jüngste Entscheidung von Globalfoundries, nahe New York eine neue Chipfabrik zu bauen. Dies sei ein „Weckruf“ für die deutschen Politiker und schaffe „in Europa Tatsachen im globalen Wettlauf um Produktionskapazitäten in Zeiten des Chip-Mangels“, betonte Silsax-Geschäftsführer Frank Bösenberg, heute in Dresden.

In der Wasser-, Energie- und Pflanzenfabrik der "Zukunftsfabrik Lausitz" sollen künftig modernste Technologien und Prinzipien der Kreislaufwirtschaft im Realmaßstab kombiniert und dabei vorhandene Kompetenzen und Infrastrukturen in der Lausitz genutzt werden Foto: Fraunhofer IKTS

Rückenwind aus der Lausitz für Zukunftsfabrik

40 regionale Unterstützer wollen ein Großforschungszentrum für Wasser, Energie und Ernährung Knappenrode/Dresden, 20. Juli 2021. Über 40 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Landräte, Wirtschaftsvertreter, Forscher sowie andere regionale Unterstützer haben sich dafür ausgesprochen, eine „Zukunftsfabrik Lausitz“ für neue Wasser-, Energie- und Ernährungstechnologien in der Lausitz zu etablieren. Unter den vorgeschlagenen Großforschungszentren sei dies vermutlich das am besten in der Region abgestimmte Konzept. Die geplante „Zukunftsfabrik Lausitz“ werde nicht nur einen einzelnen Standort, sondern die gesamte Region voranbringen und für die Zeit nach dem Braunkohleausstieg rüsten, argumentierten die Initiatoren heute bei einem Lokaltermin in der „Energiefabrik Knappenrode“ – die als mögliche künftige Zentrale des Projektes zur Debatte steht.