Autor: Heiko Weckbrodt

So etwa stellen sich die Sachsen den Feldschwarm vor: Ein bemanntes Fahrzeug umgeben von autonomen Feldmaschinen. Abb.: WTK

Sachsen startet Feldtest für Agrar-5G

Feldschwärme, digitale Vieh-Überwachung und Wiederbevölkerung der Dörfer im Blick Dresden/Köllitsch, 17. Juni 2019. Sachsens Bauern, Ingenieure und Politiker wollen ausprobieren, wie sich der Mobilfunk der 5. Generation (5G) für das Dorfleben einspannen lässt: um autonome Feldschwärme aus vernetzten Ernterobotern aufs Feld zu schicken,um die Vieh-gesundheit automatisch zu überwachen, aber auch, um entvölkerte Dörfer wieder attraktiv für Zuzügler zu machen. Dafür hat der sächsische Landwirtschafts-Minister Thomas Schmidt (CDU) heute ein 5G-Experimentierfeld für Umwelt und Landwirtschaft im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch gestartet.

Mörder Monte (Robert Pattinson) hatte sich auf der langen Reise durchs All zur Masturbation-Askese entschlossen - doch ide listige Dr. Dibs entrang ihm doch den Samen und erzeugte damit das einzig überlebende Baby im Raumschiff. Szenenfoto: Pandora

Sci-Fi „Highlife“: Schiff voller Triebtäter auf dem Weg ins Schwarze Loch

Finsteres, klaustrophobisches Kammerspiel über Sex, Einsamkeit und Mordlust mit Juliette Binoche, Robert Pattinson „Highlife“ mit Juliette Binoche („Chocolat“, “Godzilla“) Twilight.-Vampir Robert Pattinson (“Harry Potter“), das kürzlich in den Kinos anlief, ist kein ganz klassischer Science-Fiction-Film: Regisseurin Claire Denis hat hier vielmehr ein Stück über Sex und Einsamkeit vorgelegt, komprimiert auf ein im All fliegendes Gefängnisschiff, das dem sicheren Untergang entgegenrast.

Die vier Forschungsthemen der CASUS-Aufbauphase: Umwelt- und Klimaforschung, Materie unter extremen Bedingungen, autonomes Fahren und Sytembiologie. Bild: Juniks / HZDR

Elf Millionen für neues Casus-Zentrum Görlitz

Lausitz soll Leuchtturm der Systemforschung werden Görlitz/Dresden, 17. Juni 2019. Das bereits angekündigte neue Forschungszentrum für Görlitz nimmt Formen an: Um komplexe Systeme wie unsere Umwelt, wachsende Lebewesen oder Materie unter extremen Bedingungen besser zu verstehen, startet im August ein neues Forschungs-Zentrum für fortgeschrittenes Systemverständnis (Center for Advanced Systems Understanding = CASUS) in Görlitz. Der Bund hat nun zehn Millionen Euro Startfinanzierung für zunächst drei Jahre zugesagt, der Freistaat gibt eine weitere Million dazu. Die Gründer sehen darin auch einen Beitrag zum Strukturwandel in der Lausitz: weg von der Braunkohle, hin zu neuen Technologien.

Conrad Felixmüller, Otto Dix malt, 1920, Öl auf Leinwand, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, 1966 erworben durch das Land Berlin Foto: Neue Nationalgalerie / SMB, Andres Kilger, Rechteverwerter: VG Bild Kunst Bonn 2019

Expressionistische Sezession: Sonderschau in Dresden

Ausstellung widmet sich den der 1918 gegründeten Künstlergruppe um Felixmüller, Dix und Co. Dresden, 16. Juni 2019. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg, am 29. Januar 1919, spaltete sich die „Dresdner Sezession – Gruppe 1919“ vom offiziellen Kunstbetrieb der sächsischen Landeshauptstadt ab. Ähnlich wie die Begründer der „Brücke“ 14 Jahre zuvor wollten Conrad Felixmüller, Otto Dix, Lasar Segall und andere die Sezessions-Künstler neuen, expressionistischen Ausdrucksformen vor allem in der Malerei den Weg bereiten. Das Stadtmuseum Dresden widmet sich diesem kurzen Aufbruch nun eine Sonderausstellung.

Blick in einen immer kühlen Elektronenmikroskop-Raum des unterirdischen "Dresden Center for Nanoanalysis" (DCN). Foto: Heiko Weckbrodt

“Die Wissenschaftsnacht ist das coolste Event der Stadt”

Die Lange Nacht der Wissenschaften lockte in Dresden Tausende in die Institute Dresden, 14. Juni 2019. „Da gucken wir jetzt mal, wo’s richtig plauzt!“ Was da ein Vater seinem Kinde versprach, als beide den Uni-Campus betraten, trieb gestern offensichtlich viele Dresdner und ihre Gäste an: Unter dem Motto „Wissenschaft statt Kissenschlacht“ folgten Tausende Neugierige bei hochsommerlichen Temperaturen dem Ruf der Wissenschaftsnacht. Sie flanierten ab etwa 18 Uhr von Institut zu Institut, laserten um die Wette, bastelten Modellflugzeuge, süffelten Phosphor-Bier aus der Uni-Brauerei, testen mit Fraunhofer-Ingenieur die Mobile der Zukunft, unternahmen Forschungsreisen mit den Zebrafischen der Planck-Genetiker und dergleichen mehr.

In Japan experimentieren Forschungseinrichtungen wie das Riken-Zentrum bereits seit Jahren mit dem Robotereinsatz in Haushalten und in der Pflege. Hier ist zum Beispiel ein "Robobear" zu sehen, der einen Menschen tragen kann. Foto: Riken

Roboterin Kati knetet bald Wirbelsäule von Skoliose-Kinder durch

Neue Ansätze für KI-Therapie bei verkrümmter Wirbelsäule Dresden, 14. Juni 2019. Weil die Behandlung einer verkrümmten Wirbelsäule („Skoliose“) bei Kindern aufwendig, anstrengend und personalaufwendig ist, wollen Ingenieure aus Dresden, und Jena dafür nun einen süßen Therapie-Roboter konstruieren. Das Bundesforschungsministerium hat für dieses Verbundprojekt unter dem Titel „Kindgerecht Automatisieren, Therapie Intensivieren“ (Kati) 1,7 Millionen Euro Fördergeld zugesagt. Das hat die Technische Universität Dresden (TUD) mitgeteilt.

First Sensor in Dresden: First Sensor Microelectronic Packaging GmbH Reinraum. Foto: Foto: First Sensor

Schweizer TE will ostdeutsche „First Sensor“ kaufen

Elektronikkonzern bietet 292 Millionen Euro / Sensor-Unternehmen aus Berlin hat auch zwei Dresdner Standorte Dresden/Schaffhausen/Berlin, 14. Juni 2019. Der Schweizer Elektronikkonzern „TE Connectivity“ will den Berliner Sensor-Hersteller „First Sensor“ übernehmen, der unter anderem in Dresden eine Reinraumfabrik und ein Entwicklungszentrum betreibt. Der bisherige Haupteigner „Deutsche Private Equity“ (DPE) aus München hat angekündigt, dafür den Schweizern seine 40-prozentigen Anteile an „First Sensor“ zu verkaufen. TE bietet rund 292 Millionen Euro für den Deal und will die Übernahme bis Mitte 2020 abschließen – wenn die Kartellbehörden zustimmen.

Besonders den alten Instrumenten widmen sich dei Handwerker im Pianosalon Kirsten in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Digitalspritze für Instrumentenbau im Vogtland

Neue Materialien und Konzepte sollen altes Handwerk retten Klingenthal/Markneukirchen, 13. Juni 2019. Um den Musikinstrumenten-Bau im Vogtland mit seinen kleinen Familienbetrieben ins Digitalzeitalter zu retten, haben die Unis Freiberg und Dresden sowie etwa 30 weitere Partner einen Forschungsverbund „iMaTech“ gegründet. Im Fokus stehen neue Materialien für Instrumente, die Fachkräfte-Akquise und neue, digitale Geschäftsmodelle.

Biofabrik-Projektleiter und Ingenieur Paul Foth zeigt ein Messglas mit einem Kraftstoff-Gemisch, das der Pyrolyse-Container im Hintergrund aus Plastemüll erzeugt hat. Foto: Heiko Weckbrodt

Biofabrik frisst Müllinseln

Pyrolyse-Reaktoren aus Dresden verflüssigen Meeresabfall zu Diesel Dresden, 13. Juni 2019. Wer in Vietnam, Malaysia oder Indonesien Badeurlaub gemacht hat, wird sie gesehen haben: Schier unendliche Strände, weißer Sand, tiefblaue Wogen und all dies drapiert mit – Plastemüll. Lange Bandwürmer aus abgeschwemmten Büchsendeckeln, Folienbeuteln, PET-Flaschen und anderen Zivilisationsresten, die die Natur kaum abzubauen vermag. Unterbrochen sind diese Mülldünen meist nur in Höhe von Hotels, die eigene Abfallsammler anheuern, um die werten Badegäste nicht zu beunruhigen. Schuld am Plastedesaster an Ufern und auf Halden im Hinterland sind aber nicht allein achtlose Einheimische, sondern auch Industrieländer wie Deutschland, die ihre Abfallberge exportieren – vorzugsweise schön weit weg, nach Asien oder Afrika.

Prof. Joachim Ragnitz ist Stellvertretender Leiter der ifo-Niederlassung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo Dresden: Ostdeutschland braucht mehr außereuropäische Zuwanderung

Prognose: In einigen Regionen gibt es 2030 1/3 weniger Erwerbsfähige Dresden, 13. Juni 2019. Nur mit mehr außereuropäischen Zuwanderern wird die ostdeutsche Wirtschaft ihre Fachkräftelücke schließen können. Das hat Joachim Ragnitz, der Vizechef des Wirtschaftsforschungs-Instituts „Ifo Dresden“ eingeschätzt. „In einzelnen ostdeutschen Regionen wird die Zahl der Erwerbsfähigen bis 2030 um rund ein Drittel zurückgehen“, prognostizierte er.

Mit dem Mobilfunk der 5. Generation (5G) verbinden vor allem Autohersteller und Automatisierungsindustrie große Hoffnungen. Foto: Heiko Weckbrodt

Bitkom kritisiert 5G-Auktion

Berlin, 13. Juni 2019. Der deutsche Digitalwirtschafts-Verband “Bitkom” aus Berlin hat den ganzen Ansatz der nun beendeten Frequenz-Auktion für den Mobilfunk der 5. Generation (5G) kritisiert: „Die Netzbetreiber wurden in ein Auktionsverfahren gezwungen, in dem sie allein für das Recht der Frequenznutzung mehr als 6,5 Milliarden Euro in die Hand nehmen mussten. Diese Mittel fehlen ihnen jetzt bei den ohnehin hohen Investitionen in die Netze der Zukunft”, kommentierte Bitkom-Präsident Achim Berg.