Autor: Heiko Weckbrodt

Benno B. Thorsch 1921 in Dresden-Pillnitz. Foto: TSD, Schenkung Thorsch, Santa Barbara

Kamerapionier Benno Thorsch wieder im Gedächtnis von Dresden verankern

Technische Sammlungen zeigen Ausstellung über fast vergessenen Innovator Dresden, 22. Juni 2024. Mit einer neuen Ausstellung wollen die „Technischen Sammlungen Dresden“ (TSD) ein fast vergessenes Kapitel der Dresdner Kameraindustrie wieder ins kollektive Bewusstsein der Stadt zurückholen: „Dresden – Los Angeles“ erzählt die Geschichte von Benno B. Thorsch (1898 – 2003), der die hiesige Branche jahrelang mitprägte, dann aber wegen seiner jüdischen Wurzeln Deutschland verlassen musste. Möglich wurde die Exposition, weil die Familie Thorsch dem Striesener Technikmuseum den unternehmerischen Nachlass des Gründers vermacht hat. Darunter sind Dokumente, Fotografien, persönliche Erinnerungsstücke, originale Filme und eine von Fritz Maskos 1934 geschaffene Bronzebüste.

Prof. Marius Distler entfernt den Darm-Tumor einer Patientin mithilfe des OP-Roboters Hugos. Foto: Michael Kretzschmar für das UKD

Nach Da Vinci operiert nun auch Roboter Hugo mit

Uniklinik Dresden setzt irische Roboter für Bauch-OPs ein Dresden, 21. Juni 2024. Dresdner Bauchchirurgen setzen nach den kalifornischen Da-Vinci-Robotern nun auch eine neue Generation von Hugo-Roboter aus Irland als OP-Hilfe ein: Im Herbst Oktober 2023 setzte das Uniklinikum den Hugo erstmals in Deutschland für eine erste urologische Operation ein, nun hilft er den Dresdner Chirurgen auch für Eingriffe an Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse und Leber. Das hat das Uniklinikum Dresden (UKD) mitgeteilt.

Bricht die Firewall? Zu viele Unternehmen tun zu wenig für ihre informationstechnologische Sicherheit, meint das neue Cyber-Sicherheitsnetzwerk Sachsen. Visualisierung: Dall-E

Kaspersky nach US-Verbot sauer

Russische Softwarefirma weist Verdacht von sich Ingolstadt/Moskau/Washington, 21. Juni 2024. Im Konflikt mit Russland hat die US-Behörde für Industrie und Sicherheit den Einsatz von Firewalls, Virenwächtern und andere Sicherheits-Software des russischen Anbieters „Kaspersky“ verboten. Der ist nun sauer: „Das Handelsministerium traf seine Entscheidung – davon ist Kaspersky überzeugt – aufgrund des derzeitigen geopolitischen Klimas und theoretischer Bedenken, nicht basierend auf einer umfassenden Bewertung der Integrität der Lösungen und Dienstleistungen“, protestierte das Unternehmen. „Kaspersky ist nicht an Aktivitäten beteiligt, die die nationale Sicherheit der USA bedrohen.“

Dieses Themenfoto zeigt einen Mobilfunkmasten am südöstlichen Stadtrand von Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Datenlasten steigen: Mobilfunker sorgen sich um Stromverbrauch

Offene Netzarchitekturen, KI, Nachhaltigkeit und Abhängigkeiten beschäftigen Branche auf der „Connect“ in Dresden Dresden, 21. Juni 2024. Wie sich der Energieverbrauch der Handy-Netze bei wachsenden Datenlasten bewältigen und wie sich die Abhängigkeit von chinesischen Spezialelektronik-Anbietern wie Huawei durch offene Netzarchitekturen à al „Open RAN“ verringern lassen, waren zentrale Diskussionspunkte der Telekommunikations-Konferenz „Connect 2024“, die der Weka-Verlag dieser Tage in Dresden ausgetragen hat. Die rund 100 Experten aus Wirtschaft und Forschung diskutieren im Hilton-Hotel am Elbufer zudem den Wandel der Branche durch den massiven Einsatz „Künstlicher Intelligenz“ und den schrittweisen Umstieg vom Mobilfunk der fünften auf die sechsten Generation, also von 5G auf 6G.

Mit Quarks-Kursen wollen Forscher aus Sachsen und Bayern die Perspektiven der Quantentechnologien bekannt machen. KI-generierte Animation von Angela Müller via TUD

„Quarks“ will Quantentech in Schulen und Wirtschaft tragen

4,5 Millionen Euro für Hightech-Bildungsprojekt des Ceti Dresden Dresden, 20. Juni 2024. Um Schüler, Unternehmer und Facharbeiter aus der Praxis für Quantencomputer, Quantenkommunikation und verwandte Zukunftstechnologien zu begeistern, startet das Forschungszentrum „Ceti“ der TU Dresden das Bildungsprojekt „Quarks“. Gemeinsam mit der Leipziger Quantenchip-Firma „Xeeq“, der TU München und weiteren Partnern will das Team um Prof. Frank Fitzek die Segnungen der Quantentechnologien einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Das Bundesforschungsministerium unterstützt diese Unterfangen mit 4,5 Millionen Euro, teilt die TU Dresden mit.

Das Konjunktur-Barometer deutet laut Ifo einen leichten Aufschwung an. Grafik: Dall-E und hw

„Neue Hoffnung“: Ifo erhöht Wachstums-Prognose auf 0,4 Prozent

2. Halbjahr soll schon deutlich besser ausfallen als das erste München, 20. Juni 2024. Nachdem die Wirtschaftsforscher ihre Erwartungen für Deutschland ständig herunter korrigieren mussten, ist nun wieder ein Lichtstreif am Horizont: Das Ifo-Institut aus München hat heute seine Wachstums-Prognose von 0,2 auf 0,4 Prozent hoch korrigiert. Für 2025 gehen die Ökonomen dann schon von einem nennenswerten Zuwachs von 1,5 Prozent aus.

Die von der EU geplante Chat-Kontrolle bleibt umstritten. Foto: Heiko Weckbrodt

„Greift zu tief und in unverhältnismäßiger Weise in die Grundrechte ein“

Bitkom gegen Chat-Kontrolle der EU Berlin, 20. Juni 2024. Gegen die Pläne der EU, das Briefgeheimnis im Internet aufzuweichen und eine Chat-Kontrolle einzuführen, hat sich der „Bitkom“ gewandt: „Der aktuelle Vorschlag greift zu tief und in unverhältnismäßiger Weise in die Grundrechte der EU-Bürgerinnen und Bürger auf geschützte Kommunikation ein, ohne dass sich dadurch der Schutz der Kinder verbessern würde“, kritisierte der deutsche Digitalwirtschafts-Verband in Berlin.

Dieser Mimik-Roboter demonstriert einen anderen Forschungsschwerpunkt im Ceti: Kann eine elaborierte Mimik die Akzeptanz für Roboter im Alltag verbessern - oder erreicht an damit das Gegenteil? Foto: Heiko Weckbrodt

„Intelligente Roboter könnten nächster Exportschlager ‘Made in Germany‘ werden“

TU Dresden beteiligt sich am neuen „Robotics Institute Germany“ (RIG) Berlin/Dresden, 19. Juni 2024. Um Deutschland in der Robotik sowie deren Verbindung zu Künstlicher Intelligenz (KI) eine Führungsposition zu sichern, haben Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ein „Robotics Institute Germany“ (RIG) gegründet. Dabei handelt es sich um kein reales Institut, sondern um einen Verbund aus zehn Unis und 25 weitere Instituten und Unternehmen – darunter auch die TU Dresden. Der Bund hat bis 2028 insgesamt 20 Millionen Euro Fördergelder versprochen.

Dr. Anja Feldmann. Foto: Ronald Bonss für das HZDR

Aufgebohrte Immuntherapie gegen Hauptkrebs

Mediziner aus Dresden und Leipzig wollen Immunsystem der Patienten neu starten – und auch wieder ausschalten, wenn’s brenzlig wird Dresden/Leipzig, 19. Juni 2024. Mit einer aufgebohrten Immuntherapie wollen Mediziner aus Leipzig und Dresden die Heilungs-Chancen von Hautkrebs-Patienten verbessern. Sie setzen dabei auf eine neue Variante der CAR-T-Zell-Immuntherapie, die bei zu starken Nebenwirkungen auch rasch deaktivierbar sein soll und die durch „Künstliche Intelligenz“ (KI) unterstützt wird. Das hat das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) mitgeteilt, das gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) und der Uni Leipzig nun das Projekt „„KI-CARs“ gestartet hat. Ein Ziel sei es dabei, „mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz die körpereigene Immunabwehr gezielt zu aktivieren, um den Tumor wirksamer und zugleich nebenwirkungsärmer zu bekämpfen“.

Produktion und Qualitätskontrolle der Solarmodule in Sachsen. Foto: Sunmaxx

Sunmaxx und Oxford wollen Solarhammer in Deutschland herstellen

Marktstart für elektro-thermische Sonnenmodule in 12 bis 18 Monaten Ottendorf-Okrilla/Brandenburg, 19. Juni 2024. Um einen neuen Aufschwung der europäischen Solarindustrie mit anzustoßen, wollen Sunmaxx und Oxford PV ihre neuen elektrisch-thermischen Solarmodule vom Typ „Solarhammer“ größtenteils in Deutschland fertigen: Die Perowskit-Silizium-Zellen dafür liefert Oxford PV aus seinem Werk in Brandenburg an der Havel, die Module komplettiert dann Sunmaxx in seiner neuen Fabrik in Ottendorf-Okrilla. Das hat Sunmaxx-Chef Wilhelm Stein angekündigt. Die Markteinführung sei für die nächsten 12 bis 18 Monate vorgesehen.

Florian Streicher (l.) und Alexander Seitz von O2 Telefonica stehen neben der neuen Avatarin "Aura". Foto: Heiko Weckbrodt

Prognose: KI krempelt Mobilfunk-Branche um

Avatare, künstliche Programmierer und KI-Lehrer zur „Connect“-Tagung in Dresden vorgeführt Dresden, 18. Juni 2024. Künstliche Intelligenz wird die deutsche Telekommunikations-Wirtschaft (TK) in den kommenden Monaten und Jahren stark verändern. Das hat Enrique Moreno vom Software-Unternehmen „NTT Data Deutschland“ auf der Technologiekonferenz „Connect 2024“ in Dresden prognostiziert.

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger - zudem braucht die Chemieindustrie das Gas für viele Prozesse. Grafik: Heiko Weckbrodt

Sachsen wollen Wasserstoff aus alten Erdgas-Lagern gewinnen

Bergakademie meldet unterirdische Dampfreformierung zum Patent an Freiberg, 18. Juni 2024. Eine Technologie aus Sachsen kann womöglich helfen, aus erschöpften unterirdischen Öl- und Gaslagerstätten noch in großen Mengen Wasserstoff (H2) zu gewinnen – zwar nicht umweltneutral, aber zumindest umweltschonend. Das hat Professor Moh’d Amro von der Bergakademie Freiberg eingeschätzt, der mit seinem Team das neue Patent zum Patent angemeldet hat.

Die Aufnahme zeigt aktive Zonen unserer Sonne. Solar Dynamics Observatory, NASA

„Effizientestes Solar-PVT-Modul der Welt“

Sunmaxx stellt Perowskit-Solarmodul für Strom und Wärme mit hoher Ausbeute vor Ottendorf-Okrilla/München, 17. Juni 2024. Das sächsische Solarunternehmen „Sunmaxx“ hat laut eigenen Angaben eigene Thermietechnologien mit Zellen von „Oxford PV“ zu einem Solarmodul kombiniert, das mit besonders hoher Ausbeute sowohl Strom wie auch Wärme liefert. Dieses „Solarhammer“ genannte Photovoltaik-Thermie-System (PVT) sei das „weltweit effizienteste und zu 100 Prozent in Europa hergestellte“ Solarmodul dieser Art, erklärte Sunmaxx in Ottendorf-Okrilla bei Dresden.

Die Geschäftsführer Matthias Krauß (links) und Matthias Heinze im Infratec-Reinraum mit einem Sensor-Wafer. Foto: Heiko Weckbrodt

Infratec nimmt Fabrikanbau Dresden in Betrieb

20 Millionen Euro teurer Ausbau stärkt Fertigung und Entwicklung von Wärmebild-Systemen Dresden, 17. Juni 2024. „Infratec“ hat heute seinen 20 Millionen Euro teuren Ausbau in Dresden offiziell in Betrieb genommen. Dies hat das auf Thermokameras, Infrarotsensor- und -messtechnik spezialisierte Technologie-Unternehmen heute mitgeteilt. Der neue Fertigungs- und Entwicklungstrakt schaffe „Raum für Innovationen“, betonte die Infratec-Leitung.