Autor: Heiko Weckbrodt

Industrienahe Forschung für den Mittelstand wird hier hoch gewichtet: Blick ins Technikum des Leibniz-Instituts für Polymerforschung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Forschungsbedarf kleiner und mittlerer Industriebetriebe steigt

Wegen stagnierender Budgets bekommt nur noch jeder 2. Antrag einen Zuschlag Köln, 19. Januar 2022. Der Forschungsbedarf kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) steigt – besonders in jenen Betrieben, die keine eigene Entwicklungsabteilung haben. Davon geht zumindest die „Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen ,Otto von Guericke’“ (Aif) aus Köln aus, die sich um die sogenannte „Industrielle Gemeinschaftsforschung“ (IGF) kümmert.

Ladepunkt für Elektroautos an der Volkswagen-Manufaktur Dresden. Foto: Rolf Jaegers für VW Sachsen

Elektroauto-Crashkurs für Hotel-Mitarbeiter

VW-Manufaktur Dresden schult Personal zu Themen rund ums Elektroauto Dresden, 19. Januar 2022. Weil wegen Corona-Restriktionen die Hotels ohnehin kaum ausgelastet sind, können die Mitarbeiter nun Crash-Kurse in Elektromobilität belegen. Ein entsprechendes Weiterbildungs-Angebot haben Volkswagen und der Gastroverband Dehoga nun in der gläsernen Manufaktur organisiert. Kursziel sei „der kompetente Umgang mit Gästen, die ein E-Auto fahren.“

So visualisiert Blackstone seine Pläne, auf der grünen Wiese in Sachsen eine Giga-Fabrik für 3D-gedruckte Akkuzellen hochzuziehen. Visualisierung: Blackstone

Blackstone kauft Land für Akkufabrik-Ausbau in Sachsen

Pilotanlage für gedruckte Batteriezellen in Döbeln soll auf halbe Gigawattstunde wachsen Döbeln/Baar, 18. Januar 2022. „Blackstone“ will seine Akkufabrik in Sachsen ausbauen und hat deshalb nun weitere 16.500 Quadratmeter Land in Döbeln gekauft. Das teilte das Mutterunternehmen „Blackstone Resources AG“ heute im schweizerischen Baar mit.

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger - zudem braucht die Chemieindustrie das Gas für viele Prozesse. Grafik: Heiko Weckbrodt

Sachsen beschließt eigene Wasserstoffstrategie

Freistaat will sich als Ausrüster profilieren und per Windkraftausbau zum H2-Großproduzent werden Dresden, 18. Januar 2022. Das sächsische Kabinett hat heute in Dresden eine eigene Wasserstoffstrategie für den Freistaat gebilligt. Demnach soll sich Sachsen nicht nur als Hersteller von Elektrolyseuren, Brennstoffzellen und anderen Anlagen für die Wasserstoffwirtschaft profilieren, sondern auch die eigene Wasserstoff-Produktion ausbauen und dafür wiederum vor allem die Windkraft-Stromerzeugung ausbauen. Das geht aus einer Mitteilung des sächsischen Umweltministeriums hervor.

Raubtieren wie dieser Tiger haben im Laufe der Evolution bestimmte Gene verloren, die unter anderem für den Abbau von Pflanzengiften zuständig waren. Foto: TheOther Kev, pexels.com, Lizenz: kostenlose Nutzung https://www.pexels.com/de-de/foto/grauer-und-schwarzer-tiger-der-auf-wald-geht-2264556/

Raubtieren fehlt Entgiftungs-Gen

Senckenberg Dresden: Der einstige evolutionäre Vorteil könnte die Räuber empfindlicher gegen menschengemachte Gifte machen Dresden/Frankfurt am Main, 18. Januar 2021. Was einst ein evolutionärer Vorteil war, könnte sich für manche Tiere durch menschliches Zutun zunehmend in einen Nachteil verwandelt: Als diese Tiere einst ihren Speiseplan auf Fleisch umstellten und zu Raubtieren wurden, minderten sie zwar den Giftanteil in ihrem Essen. Allerdings verloren sie dadurch im Laufe der Evolution auch das Gen NR1I3, das ihnen beim Abbau von Pflanzengiften geholfen hatte. Dieser Verlust entwickelt sich aber zum Problem, da Raubtiere nun auch viele künstliche, menschengemachte Stoffe aus der Umwelt aufnehmen, die eben auch giftig für sie sein können. Das geht aus einer genetische Analyse der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Dresden, des Loewe-Zentrums für Translationale Biodiversitätsgenomik (TBG) in Frankfurt am Main und des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin ergeben.

Bild von Organoiden aus Leberzellen von normalen (links) und mutierten (rechts) Mäusen, bei denen sich Lipide, also Fette, (in grün) sammeln. Wenn die beiden Gene RNF43 und ZNRF3 mutiert sind, produzieren die Leberzellen eigenständig höhere Lipidmengen, die sich auch als große Tröpfchen im Inneren jeder Zelle ansammeln (erkennbar an den Kernen in Blau und der umgebenden Zellmembran in Weiß). Mikroskopaufnahmen: Belenguer et al. Nature Communications 2022 / MPI-CBG

Mutierte Gene können auch bei Schlanken zur Fettleber führen

Dresdner Genetiker finden „Schalter“ für Entzündungen Dresden, 17. Januar 2022. Selbst manche schlanke Menschen, die sich gesund ernähren, bekommen plötzlich eine Fettleber. Der Grund dafür liegt im Erbgut, wie ein Team um die Forschungsgruppenleiterin Dr. Meritxell Huch vom Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) in Dresden nun herausgefunden hat: Wenn die Gene „RNF43“ und „ZNRF3“ mutieren, dann lagern sich mehr Fette an und vermehren sich die Leberzellen („Hepatozyten“). Entzündungen bis hin zur Fettleber und eine schrumpfende Lebensspanne können die Folgen sein.

Ein Roboterboot auf dem Wasser. Foto: TU Bergakademie Freiberg

Roboterboote sollen Wassergüte von Sachsens Seen überwachen

Bergakademie Freiberg setzt eine KI ans Steuer Freiberg, 16. Januar 2022. Kleine Roboterboote sollen künftig selbstständig Seen und Tümpel abpatrouillieren, um ökologische Schäden zu entdecken, aber auch um interessante Ecken für Naturforscher vorzuerkunden. Forschende der Bergakademie Freiberg konstruieren derzeit im Rahmen des Projektes „Robo-Boat-Assist“ ein solches Roboterboot und wollen es mit einer Künstlichen Intelligenz (KI) versehen, die das Steuerrad übernimmt. Das geht aus einer Mitteilung der Freiberger Uni hervor.

Zu sehen sind hier alte Lithiumbromidlösungen aus Absorptions-Kälteanlagen, die mit dem neuen Verfahren aus Sachsen für die Wiederverwertung gereinigt werden. Foto: ILK Dresden

Sachsen gewinnen Lithium-Verbindungen aus alten Kühlanlagen

Neues Verfahren von Luxchemtech, ILK Dresden und Johnson Control sorgt dafür, dass Kühlmittel nicht mehr als Sondermüll endet Dresden/Freiberg, 15. Januar 2022. Forscher und Ingenieure aus Sachsen haben einen Weg gefunden, Lithium-Verbindungen aus Kühlanlagen zurückzugewinnen. Im Mai bekommt der federführende Projektpartner „Luxchemtech“ aus Freiberg dafür den „Eku-Zukunftspreis“ des sächsischen Umweltministeriums. Das haben das Ministerium sowie das private Institut für Luft- und Kältetechnik (ILK) aus Dresden mitgeteilt, das die Technik für das Recyclingverfahren entwickelt hatte.

Die Pilotanlage von Sunfire in Dresden-Reick hat mit der Dieselproduktion aus Luft, Wasser und Ökostrom begonnen. Foto: Sunfire/ Cleantech Media

Sunfire Dresden kauft MTV

Elektrolyseur-Hersteller übernimmt Galvanik-Fabrik, um mehr und größere Elektroden selbst beschichten zu können Dresden/Solingen, 14. Januar 2022. Sunfire verlängert seine Wertschöpfungskette: Um künftig mehr Alkali-Elektrolyseure der Megawattklasse herstellen zu können, hat das Dresdner Unternehmen nun MTV gekauft – aber nicht den legendären Musikfernsehsender, sondern die Solinger Galvanikfabrik des Metallveredlers „MTV NT“. Das hat Sunfire heute mitgeteilt.

Im Lehmann-Zentrum stehen die Supercomputer der TU Dresden. Foto: Robert Gommlich für die TUD

Uni Dresden kauft neuen Supercomputer

System kostet über zehn Millionen Euro und ist auf die Datenanalyse spezialisiert Dresden, 14. Januar 2022. Die Uni Dresden bekommt einen neuen Supercomputer mit über 60.000 Prozessor-Kernen, der vor allem für die schnelle Analyse großer Datenmengen und für wissenschaftliche Simulationen ausgelegt ist. Das hat die Technische Universität Dresden (TUD) mitgeteilt. Das System kostet über zehn Millionen Euro und soll im Herbst 2022 hochfahren.

Etwas ahistorisch, aber steampunkisch anzusehen: Miniraketenwerfer auf dem Spielzeug-Schlachfeld des I. Weltkriegs. Bildschirmfoto (hw) aus: "Toy Soldiers"

Deutsche fürchten Cyberkriege

Mehrheit hält Bundeswehr für digital bedingt abwehrbereit Berlin, 13. Januar 2022. Angesichts zahlreicher Berichte über internetgestützte Attacken von staatlich koordinierten Hackern und Cyberspionen über Ländergrenzen hinweg fürchten sich inzwischen drei Viertel aller Deutschen vor kommenden Cyberkriegen. Elf Prozent rechnen sogar damit, dass derartige digitale Auseinandersetzungen zwischen Staaten in bewaffnete Konflikte münden können. Das hat der deutsche Digitalwirtschafts-Verband „Bitkom“ aus Berlin bei einer Umfrage unter 1100 Menschen in der Bundesrepublik erfragt.

Nevi-Gründer Tim Mergelsberg. Foto: Paul Glaser für Nevi

Nevi macht in Görlitz aus Birkenrinde Türgriffe und Badböden

Junges Unternehmen will gepflücktes Naturmaterial als Alternative zum Kunststoff etablieren Görlitz/Dresden, 13. Januar 2022. Mit Birkenrinde aus Sibirien will die junge Manufaktur „Nevi“ in Görlitz dazu beitragen, dass sich Häuserbauer und Bauwirtschaft in Deutschland wieder verstärkt natürlichen und nachwachsenden Materialien wie eben Holz als Alternative zu Kunststoffen zuwenden. Sie stellen aus der Rinde der nordischen Birke beispielsweise Türgriffe und Fußbödenbelege her. Dies sind – anders als klassisches Holz aus Baumstämmen – „auf natürliche Weise wasserabweisend“, wie sie selbst sagen.

Aufgeschnittener Pendix-Motor. Foto: Pendix

Pendix kauft Lastenrad-Hersteller VSC Bike

Zwickauer E-Nachrüster wollen mehr Kunden im Post- und Flottensektor gewinnen Zwickau, 12. Januar 2022. In die sächsische Fahrradindustrie kommt neue Bewegung: Der Elektrofahrrad-Nachrüster „Pendix“ aus Zwickau kauft den Lastenfahrrad-Hersteller „VSC Bike“ aus dem sachsen-anhaltinischen Allstedt. Das hat Pendix heute mitgeteilt, ohne Angaben über den Kaufpreis zu machen. Durch die Übernahme wollen die Zwickauer mehr internationale Postdienste und Unternehmen mit Werksflotten als Kunden gewinnen.

Lambertz-Chef Hermann Bühlbecker in der Fabrik von Dr. Quendt. Er ist zufrieden mit dem 2014 gekauften Tochterunternehmen. Foto: Heiko Weckbrodt

Schachtelmangel bremst Süßigkeiten-Nachschub

Dr. Quendt und Lambertz bekommen gestörte Lieferketten genauso wie Autoindustrie zu spüren Dresden/Aachen, 12. Januar 2022. Während die Autoindustrie unter einem – teils selbstverschuldeten – Chipmangel leidet, gerät derweil auch der globale Süßigkeiten-Nachschub durch gestörte Lieferketten in Gefahr. Unternehmen wie „Dr. Quendt“ in Dresden und dessen Muttergruppe „Lambertz“ aus Aachen konnten beispielsweise einen Teil ihres US-Weihnachtsgeschäfts nicht realisieren, weil Container voller Dominosteine, Stollen und Printen als Corona-Nebeneffekt im Schiffsstau vor amerikanischen Häfen feststeckten.

Foto/Montage: hw

Deutsche Digitalwirtschaft wächst nur mäßig

Bitkom: Abstand zu USA, Indien und China wächst Berlin, 11. Januar 2022. Der Informationstechnologie- und Kommunikationssektor (ITK) in Deutschland rechnet wegen der starken Nachfrage für Digitalisierungslösungen mit einem Umsatzwachstum und 39.000 neuen Jobs, hinkt der internationalen Entwicklung aber hinterher. Das geht aus Umfragen und Einschätzungen des deutschen Digitalwirtschaftsverbandes „Bitkom“ aus Berlin hervor.