Autor: Heiko Weckbrodt

Komet "Lovejoy" passiert die Atmosphäre der Sonne - und überlebt. Da Kometen meist größtenteils aus Eis bestehen, ist das eine reife Leistung. Abb.: NASA

Entstand das Leben im kosmischen Festplasma-Ofen?

Forscher durchleuchten Kohlenstoff-Reaktionen im Ausnahmezustand eines Kometeneinschlags Dresden/Hamburg, 8. Oktober 2021. Schon lange diskutieren Astrophysiker, Biologen und Geologen darüber, ob vor Milliarden Jahren womöglich Kometen- oder Meteoriteneinschläge die entscheidenden Zutaten für das Leben aus dem All auf die Erde gebracht haben. Ein internationales Forscherteam hat nun einen Weg gefunden, die extremen Materie-Zustände bei Kometeneinschlägen nachzustellen und die dabei ablaufenden chemischen Reaktionen mit energiereichen Röntgenblitzen zu durchleuchten. Das hat das Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) mitgeteilt, das an den Experimenten beteiligt ist.

Moritz Simon Geist ist einer der Jurymitglieder des MAMAA. Fotograf: Florian Voggeneder via TSD

„Mamaa“: Die Maschine als Schöpfer, Belustiger und Moralist

Dresdner Museum und Künstlerkollektive loben weltweit ersten Preis für außergewöhnliche Maschinen aus Dresden, 8. Oktober 2021. Die Eroberung schaffenden und schließlich auch schöpferischen Tuns durch Maschinen ist ein schleichender Prozess: Schon lange stellen Maschinen Maschinen her, wenn man etwa an die Autofabriken voller Roboter denkt. Und weil Chip-Designs immer komplexer und für den einzelnen menschlichen Verstand schier undurchschaubar geworden sind, beginnt in großen Elektronikschmieden gerade eine neue Stufe der Computerunterstützung: Unternehmen wie Nvidia setzen Künstliche Intelligenzen (KI) für den Entwurf von Schaltkreisen ein, die wiederum neue KIs antreiben. Die Reihe der Beispiele, wie sich Maschinen immer mehr Sphären erobern, ließe sich lange fortsetzen. Angesichts dieser Entwicklung wollen die „Technischen Sammlungen Dresden“ (TSD), das „Netzwerk Medien Kunst“ und das Technologiekünstlerkollektiv „Rosy DX“ nun den „Protagonisten dieses neuen Maschinenzeitalters“ mit einem Wettbewerb würdigen: Sie verleihen im Frühjahr in fünf Kategorien den „Magic Machine Award 2021“ (Mamaa) an die innovativsten, künstlerischsten, verrücktesten, lustigsten, moralischsten und am meisten menschenbezogenen Maschinen. Bis Ende Oktober 2021 können sich die Erfinder und ihre Maschinen um die Preise bewerben.

Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (links) schaut gemeinsam mit jungen Besuchern des "Living Labs" in Leipzig zu, wie sich Nao-Roboter mit KI-Unterstützung als Fußballer verdingen. Foto: SMWK

KI-Forscher eröffnen Erklärlabor in Leipzig

Sachsen wollen Innovationsvorsprung in der „Künstlichen Intelligenz“ erarbeiten Leipzig/Dresden, 7. Oktober 2021. Damit auch Normalsterbliche zumindest ein wenig die Künstlichen Intelligenzen (KI) verstehen lernen, haben KI-Forscher heute in Leipzig ein „Living Lab“ eröffnet. In diesem „lebenden Labor“ im „Löhrs Carré“ wollen sie mit Laien die Forschungsansätze und –ergebnisse des „Centers for Scalable Data Analytics and Artificial Intelligence“ (Scads.AI) vorstellen. Parallel dazu haben die Wissenschaftler eine Graduiertenschule (neudeutsch „Graduate School“ genannt) für KI- und Daten-Nachwuchsakademiker an den beiden Standorten Leipzig und Dresden gestartet. Das geht aus einer Mitteilung des sächsischen Wissenschaftsministers Sebastian Gemkow (CDU) hervor.

Industrie Zahnrad Konjunktur. Abb.: Heiko Weckbrodt

Meißel lernen den Stein zu erfühlen

Bergakademie gründet Sensorfirma „Rockfeel“ aus Freiberg, 7. Oktober 2021. Um den Werkzeug-Verschleiß im Tunnelbau zu mindern, hat ein Forschungsteam der Bergakademie intelligente Sensoren entwickelt. Diese Sensoren sollen künftig die Arbeit von für Rundschaftmeißeln steuern: Sie können besonders festes Gestein von lockerem Boden unterscheiden und auch einen drohenden Meißelbruch erkennen. Dementsprechend passen sie die Arbeitslast des Meißels an.

Die VW-Manufaktur Dresden hat nach Zwickau nun auch die ID3-Produktion begonnen und dafür die E-Golf-Fertigung eingestellt. Hier ist ein ID3 im Lichtdom bei der Lack-Qualitätskontrolle zu sehen. Foto: Oliver Killig für Volkswagen Sachsen

VW gewinnt mit ID3-Stromer aus Sachsen viele Neukunden

Vorstand: „Das Auto ist ein absoluter Volltreffer“ Zwickau/Wolfsburg, 6. Oktober 2021. Volkswagen gewinnt mit dem neuen Stromer ID3 aus Zwickau und Dresden überdurchschnittlich viele neue Kunden. Das hat die Konzernleitung heute mitgeteilt. Demnach haben seit der Markteinführung rund 144.000 Interessenten einen ID3 bestellt, rund 70.000 davon waren Neukunden. Der Stromer der neuen Generation war zudem im August das bestverkaufte Elektroauto in Europa.

Ein Ari 458 mit Solarzellen am Aufbau. Foto: Ari Motors

Mehr Reichweite durch Solarmodule am Ari-Kleintransporter aus Sachsen

Unternehmen aus Borna stellt Prototypen auf Intersolar vor Borna/München/Prag, 6. Oktober 2021. Das sächsische Unternehmen „Ari Motors“ hat einen neuen Elektro-Kleintransporter vorgestellt, der seine Reichweite dank eingebauter Solarzellen um bis zu 48 Kilometer verlängern kann. Der Hersteller aus Borna hat den „ARI 458 Koffer“ – „Ari“ steht für die japanische „Ameise“ – laut eigenen Angaben nun als Prototypen fertiggestellt und will ihn auf Europas größter Solarmesse „Intersolar“ in München vorstellen.

Datenprofis beim "Open Data"-Hackthon 2019 im Slub-Makerspace in Dresden. Foto. Tobias Sauer für die Landeshaupstadt Dresden

Dresden steigt im „Smart City Index“ auf

Stadt kam mit Digitalisierung in Corona-Zeit voran – und positioniert sich auf Rang 6 Dresden/Berlin, 6. Oktober 2021. Dresden ist bei der Digitalisierung und Modernisierung urbaner Prozesse während der Corona-Zeit vorangekommen und hat sich dadurch unter die zehn führenden „Smart Cities“ (intelligente Städte) vorgearbeitet: Im „Smart City Index“ des Digitalwirtschaftsverbandes „Bitkom“ aus Berlin kletterte die sächsische Landeshauptstadt von Rang 24 auf Rang 6 – und gehört damit zu den stärksten Aufsteigern. Das geht aus Mitteilungen des Bitkom und der Stadtverwaltung Dresden hervor.

Indie-Deutschlandchef Klaus Hermann. Foto: Heiko Weckbrodt

Autochipfirma Indie zieht wegen Wachstum in Dresdner Norden um

Belegschaft wächst und gewinnt neue Aufträge Dresden, 6. Oktober 2021. Weil sich die Aufträge häufen und die Belegschaft gewachsen ist, zieht Autoelektronik-Schmiede „Indie Semiconductor Deutschland“ aus dem Robotron-Inkubator „Robolab“ an zwei neue Standorte im Dresdner Norden. Das haben Indie-Deutschland-Chef Klaus Hermann und Wirtschaftsförderungschef Robert Franke mitgeteilt.

Zecke unterm Mikroskop. Foto: Heiko Weckbrodt

TU Dresden stößt in Top 5 bei der DFG-Forschungsgeldakquise vor

Einzige ostdeutsche Exzellen-Uni hat zuletzt 293 Millionen Euro eingeworben Dresden, 5. Oktober 2021. Sachsen hat im ostdeutschen Vergleich die erfolgreichsten Hochschulen bei der Akquise von Geldern der „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ (DFG). Allein die Technische Universität Dresden hat in der Förderperiode 2017 bis 2019 mit seinen Forschungsanträgen rund 293 Millionen Euro eingeworben und ist damit in dieser Hinsicht unter die fünf erfolgreichsten deutschen Unis vorgestoßen. Das geht aus Mitteilungen der DFG und des Freistaats hervor.

Is heute selten geworden, aber DAS-Chef Horst Reichardt hat offensichtlich ein Faible für Kunst in der Industrie: Im Zuge des Fabrik-Ausbaus gestaltete der Dresdner Künstler Caparso dieses Graffiti mit "Lizzy ". Das Chamäleon ist das Maskottchen des Umwelttechnik-Unternehmens. Foto: WeichertMehner

Dresden setzt stärker auf KI, Robotik und Umwelttechnik

Wirtschaftsförderer wollen die Kommune als einen führenden Hightech-Standort Europa profilieren Dresden, 5. Oktober 2021. Die Dresdner Wirtschaftsförderer wollen stärker als bisher nicht nur auf die Mikroelektronik, sondern auch auf weitere Zukunftsthemen wie Robotik, Software, Künstliche Intelligenz, Umwelttechnik und Kommunikationstechnologie setzen. Das hat Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke angekündigt. Er will auch ein paar richtig dicke Fische an Land ziehen.

Ein Bosch-Mitarbeiter mustert einen Siliziumkarbid-Wafer. Foto: Martin Stollberg für Bosch

VW erwägt eigene Halbleiter-Sparte, will aber keine Chipfabrik bauen

„Geht um Design von Hochleistungsprozessoren für die Autoindustrie“ Wolfsburg/Dresden, 5. Oktober 2021. Angesichts des anhaltenden Chipmangels in der Autoindustrie erwägt Volkswagen, eine eigene Halbleitersparte aufzubauen. Das hat ein Konzernsprecher auf Oiger-Anfrage bestätigt. „Der Volkswagen Konzern verfolgt momentan auch Überlegungen, in die Entwicklung eigener Chips einzusteigen“, erklärte er. „Um bei den hohen Anforderungen im Auto die optimale Leistung zu erzielen, müssten Software und Hardware aus einem Guss kommen.

Kuka-Roboter in den Autoproduktion. Foto: Kuka

Versöhnt die „Darkfab“ Industrie und Klimabewegung?

Sächsischer Ansiedlungsexperte Zimmer-Conrad plädiert für eine Ökologisierung der Industrie – im eigenen Interesse Dresden, 4. Oktober 2021. Die Wirtschaft muss ihre „Ökologisierung“ selbst vorantreiben, statt sie zu bekämpfen. Das hat Ministerialrat Christoph Zimmer-Conrad vom sächsischen Wirtschaftsministerium auf einem Mikroelektronik-Symposium in Dresden gefordert. „Ihr müsst euch mit den Zukunftsvisionen der jungen Menschen von heute versöhnen und sie unterstützen“, appellierte er an die Unternehmer.

Ein DDR-Werbeheft für die Cellatron 8205 Z mit dem Pumpspeicherwerk Pumpspeicherwerk Hohenwarte in Thüringenim Hintergrund. Foto: Heiko Weckbrodt

Dresdner bringen DDR-Computer „Cellatron 8205 Z“ nach Jahrzehnten zum Laufen

Betagter Rechner beruhte auf dem PC-ähnlichen „D4a“ von 1963 der TU Dresden Dresden, 3. Oktober 2021. Ehemalige Ingenieure des DDR-Computerkombinats „Robotron“ und andere Elektronikexperten haben einen rund 50 Jahre Computer aus ostdeutscher Produktion aus einer Garage geborgen, repariert und in den Technischen Sammlungen Dresden (TSD) wieder zum Laufen gebracht. Am 2. Oktober 2021, also genau 60 Jahre nach der Geburtsstunde des heutigen Dresdner Mikroelektronik-Clusters, nahmen die Enthusiasten die betagte Datenverarbeitungsanlage des Typs „Cellatron 8205 Z“ aus den Jahren 1974/75 nun wieder in Betrieb. Zum Neustart haben sie en passant bewiesen, dass der Uralt-Computer auch spielefähig ist: Sie programmierten ein kleines Retrotechnik-Quiz (siehe Video), wobei die Ein- und Ausgabe über eine angesteuerte Robotron-Schreibmaschine erfolgt.

Der Physiker und Mikroelektronik-Pionier Werner Hartmann im Jahr 1968. Foto: Hans Becker, Technische Sammlungen Dresden

60 Jahre Mikroelektronik in Dresden „Eine der erstaunlichsten Erfolgsgeschichten der Wiedervereinigung“

Am 2. Oktober 1961 legte der Physiker Werner Hartmann den Grundstein für Europas größtes Chip-Cluster Dresden, 2. Oktober 2021: Das Archivbild aus den frühen Tagen der ostdeutschen Mikroelektronik spricht Bände: Ein Mann im weißen Laborkittel stürmt schnellen Schrittes über eine Brache, SED-Parteifunktionäre stolpern unbeholfen hinter ihm her. Ihre Gesichter kann man nicht klar erkennen, doch man ahnt: Ihnen, den sonst so Mächtigen, passt es nicht so recht, hinter diesem Parteilosen herzuhetzen. Der Eilende auf diesem Bild war der Dresdner Physik-Professor Werner Hartmann (1912-1988), der hier vermutlich gerade das Areal inspiziert, auf dem er eine kleine Chipfabrik, das „Blaue Haus“, errichten wollte. Genau 60 Jahre ist es nun her, dass der Visionär Hartmann am 2. Oktober 1961 die AME in Dresden offiziell in Betrieb nahm. Er legte damit den ideellen Grundstein für den größten Mikroelektronik-Standort in Europa legte, der heute direkt und indirekt rund 80.000 Menschen beschäftigt. Mitstreiter, Historiker, Elektronikforscher und viele andere haben diese Pioniertat und ihre Folgen heute auf Einladung des Fraunhofer-Photonikinstituts IPMS mit einem Symposium „60 Jahre Mikroelektronik in Dresden“ in den Technischen …

Prof. Gianauerlio Cuniberti von der TU Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Mercurio zeichnet Dresdner Nanoforscher Cuniberti aus

Wirtschaftsvereinigung würdigt Verdienste um Nanotech und internationale Kooperation Dresden, 1, Oktober 2021. Der aus Italien stammende und an der TU Dresden tätige Materialwissenschaftler und Nanotech-Experte Prof. Gianaurelio Cuniberti bekommt die „Premio Mercurio-Sonderauszeichnung“ in der Kategorie „Persönlichkeiten“. Darüber hat heute die Dresdner Uni informiert. Die deutsch-italienische Wirtschaftsvereinigung „Mercurio“ würdige damit die Verdienste Cunibertis um die Nanotechnologie sowie die akademischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Europa.