Autor: Heiko Weckbrodt

In Chemnitz sind bereits viele Wasserstoff-Forschungsprojekte konzentriert. Hier im Bild beispielsweise installiert Peter Schwotzer-Uhlig im Brennstoffzellenlabor der Professur für "Alternative Fahrzeugantriebe" (Alf) eine Versuchsanordnung. Sachsen bemüht sich bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nun darum, in Chemnitz ein "Hydrogen and Mobility Innovation Center" (HIC) anzusiedeln. Foto: Jacob Müller für die TU Chemnitz

Sachsen hofft weiter auf große Zukunft für Wasserstoff-Wirtschaft

300 Experten zum H2-Kongress in Dresden erwartet Dresden, 20. Mai 2024. Welche Rolle kann mit Ökoenergie gewonnener Wasserstoff (H2) realistischerweise für den Ersatz von Diesel, Erdgas oder Kerosin spielen? Wie teuer sind Elektrolyseure und Brennstoffzellen im Betrieb und in der Anschaffung? Wie lassen sich die politisch geplanten Wasserstoff-Verteilernetze in Europa, Deutschland und konkret auch in Sachsen finanzieren? Diese und weitere Fragen rund um die langsam wachsende Wasserstoffwirtschaft wollen rund 300 Experten während des „Green Hydrogen Congress 2024“ am 29. Mai in Dresden diskutieren.

Ein Brexit, also ein EU-Austritt der Briten, würde auch Deutschland schaden und die EU strategisch ändern. meint ifo-Präsident Clemens Fuest. Montage: hw, Flaggenabb.: EU-Kommission, Wikipedia, UK, Public Domain

IW-Studie: „Dexit“ würde Deutschland 690 Milliarden Euro kosten

Durch EU-Austritt würde Bundesrepublik zudem Millionen Arbeitsplätze einbüßen Köln, 19. Mai 2024. Durch einen deutschen Austritt aus der EU („Dexit“), wie ihn die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) immer wieder mal zur Diskussion gestellt hat, würde Deutschland Milliarden an Wertschöpfung und Millionen Arbeitsplätze einbüßen. Das hat das „Institut der deutschen Wirtschaft“ (IW) aus Köln in der Studie „Brexit – Kein Vorbild für Deutschland“ ausgerechnet.

Eine Künstliche Intelligenz fahndet ab sofort mit 300 Sensoren nach urbanen Hitzeinseln in Dresden. Visualisierung: Dall-E,, bearbeitet (hw)

Hacker-Hilfe gegen Hitze und Hochwasser gefragt

Stadt und Staatskanzlei laden zum Hackathon „Cool down – Hack die Extreme“ nach Dresden Dresden, 18. Mai 2024. Um mit extremer Hitze wie auch mit Fluten künftig besser klar zu kommen, bemühen sich die Stadt Dresden und die sächsische Staatskanzlei um Hacker-Hilfe: Sie richten vom 24. bis 26. Mai unter dem Motto unter dem Motto „Cool down – Hack die Extreme“ das „Open Data Camp 2024“ in der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden aus. Tüftler, Software-Ingenieure, Hacker, Studenten und andere Kreative sollen dort gemeinsam digitale Lösungen finden, mit denen sich Großstädte besser an den Klimawandel anpassen können.

KI-Werkzeuge machen Fälschungen immer leichter. Grafik: hw

Ein Drittel weiß nichts über „Deep Fakes“

Bitkom-Umfrage: Fälschungsmöglichkeiten mit modernen KIs sind vielen nicht klar Berlin, 17. Mai 2024. Berühmte Musikerinnen wie Taylor Swift räkeln sich vermeintlich nackt im Netz, Donald Trump sitzt im Gefängnis und die dänische Premierministerin verkündet in einem täuschend echt wirkenden Video den Dänen die Abschaffung nahezu aller Feiertage – außer den muslimischen. All dies sind KI-generierte Fälschungen, die in den vergangenen Monaten im Internet die Runde machten. Doch was dort dahinter steckt, ist den meisten Deutschen ein Mysterium: Rund ein Drittel hat noch nie etwas von „Deep Fakes“ gehört. Und das liegt nicht allein daran, dass dies ein Anglizismus ist. Denn nur 22 Prozent können einigermaßen erklären, was hinter solchen meist mit KI-Hilfe gefälschten oder stark manipulierten Bildern oder Videos steckt. Das hat eine Umfrage des deutschen Digitalwirtschafts-Verbandes „Bitkom“ aus Berlin ergeben.

So stellt sich die Bildgenese-Instanz Dall-E der Künstlichen Intelligenz von OpenAI "Weltwissen" vor. Womöglich könnten die KIs in der Praxis mit diesem Konzept das bisherige Urheberrecht aushöhlen. Visualierung: Dall-E

Sachsens braucht KI-Hub und spezielle KI-Studiengänge

Staatssekretärin Fröhlich: Künstliche Intelligenz sollte schon in der Schule ein Thema sein Dresden, 17. Mai 2024. Um im internationalen Wettbewerb um bessere „Künstliche Intelligenzen“ (KI) voranzukommen, wäre einen Vernetzungsplattform für die sächsische KI-Industrie sinnvoll – womöglich unter dem Dach des „Smart Systems Hub“. Das hat die sächsische Wirtschafts-Staatssekretärin Ines Fröhlich (SPD) im Zuge einer KI-Unternehmenstour vorgeschlagen. Außerdem brauche Sachsen spezielle KI-Studiengänge, eingebettete KI-Lernmodule in mehr Fachstudiengängen, schulische Bildungsangebote rings um „Künstliche Intelligenzen“ sowie bessere Risikokapital-Zugänge für junge KI-Firmen.

Dieser Mimik-Roboter demonstriert einen anderen Forschungsschwerpunkt im Ceti: Kann eine elaborierte Mimik die Akzeptanz für Roboter im Alltag verbessern - oder erreicht an damit das Gegenteil? Foto: Heiko Weckbrodt

Katalonischer Superrechner trainiert polyglotte Europa-KI

Fraunhofer und Schweden AI gewinnen Schulungszeit für ihre vielsprachige Künstliche Intelligenz Sankt Augustin/Dresden/Barcelona, 16. Mai 2024. Als Alternative zu den großen US-amerikanischen Sprach-KIs arbeiten europäische Institute und Unternehmen bereits seit geraumer Zeit an eigenen „Künstlichen Intelligenzen“ (KI), die auch Deutsch, Französisch und Dutzende weiterer europäischer Sprachen verstehen und sprechen. Dazu gehört unter anderem das „Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme“ (IAIS) aus Sankt Augustin, das einen Teil seiner Sprachmodell-Forschung in Dresden konzentriert hat. Das IAIS-Team um Dr. Nicolas Flores-Herr hat nun gemeinsam mit schwedischen Partnern mehrere Millionen Stunden Trainingszeit für ihr neues KI-Sprachmodell „Eurolingua-GPT“ am neuen Hochleistungsrechner „MareNostrum 5“ in Barcelona zugeteilt bekommen. Sie rechnen nun mit einem „Durchbruch“ für die Europa Forschung an generativen, selbstlernenden KIs.

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer mit den "Thesis Award"-Preisträgern Santiago Cordoba (3. v. l.), Johnny Hentsch (4. v. l.) und Suruchi Kumari (5. v. l.) sowie Infineon-Finanzvorstand Sven Schneider. Foto: Infineon Dresden

Aus dem Hörsaal ins KI-Entwicklungszentrum

Infineon Dresden zeichnet Werkstudenten mit neuen „Thesis Awards“ aus Dresden, 16. Mai 2024. Für ihre akademische Arbeit in der Halbleiter-Industrie hat Infineon Dresden die Werkstudenten Suruchi Kumari, Johnny Hentsch und Santiago Cordoba Cleves mit den erstmals vergebenen „Thesis Awards“ geehrt, verbunden mit Preisgeldern zwischen jeweils 250 bis 500 Euro. Mit ihren Abschlussarbeiten haben sie zu Technologien beigetragen, die „die Dekarbonisierung und Digitalisierung vorantreiben“, befand eine Jury aus dem Infineon-Innovationsteam.

Früher hat TSMC immer nur Fabriken in Asien - hier die Fab16 in China - betrieben. Inzwischen stehen auch Chipwerke in Japan, den USA und in Deutschland auf der Agenda. Abb.: TSMC

TSMC will auch feinere Chipstrukturen in Dresden fertigen

Taiwanesen planen auch Schaltkreise der Generation N16 Amsterdam/Dresden, 15. Mai 2024. Der taiwanesische Branchenprimus TSMC wird in seiner ersten europäischen Chipfabrik in Dresden voraussichtlich auch Schaltkreise mit etwas feineren Strukturen fertigen als zunächst angenommen – nämlich bis hinunter zur 16-Nanometer-Generation statt nur 28 nm. Das geht aus einem Hintergrundpapier hervor, das der Halbleiter-Auftragsfertiger während eines „TSMC European Technology Symposium“ in Amsterdam verteilt hat. Darin heißt es, die eigens für die Dresdner Fabrik gegründete Tochtergesellschaft „ESMC“ sei als „strategische Zusammenarbeit“ mit Bosch, Infineon und NXP zu verstehen, durch die TSMC seine europäischen Kunden mit „N28- und N16-Prozesstechnologien“ beliefern wolle.

Artefakte aus dem 3D-Drucker. Foto: Heiko Weckbrodt

Druckabfälle sollen wieder im 3D-Drucker statt im Ofen landen

Sachsen fördert Aufbau einer „Recyclingplattform für 3D-Druckabfälle“ in Leipzig Dresden, 15. Mai 2024. Industrie wie auch Privatleute setzen immer häufiger 3D-Drucker ein, weil die immer billiger und leistungsfähiger werden. Damit deren Abfälle nicht letztlich im Verbrennungsofen landen, sondern wieder in einem 3D-Drucker, will das Unternehmen „Kunststoff-Zentrum“ (KUZ) eine „Regionale Recyclingplattform für 3D-Druckabfälle“ aufbauen. Das sächsische Wirtschaftsministerium in Dresden hält diesen Plan für vielversprechend und schießt dafür bis zu eine Viertelmillion Euro als sogenannte „Validierungsförderung“ zu.

Zwei Mitarbeiter begutachten eine Karosserie im Lichttunnel der Lackiererei im Porsche-Werk Leipzig. Foto: Porsche

Porsche fertigt nun in Leipzig auch Macan-Stromer

Werk-Umbau kostete 600 Millionen Euro Leipzig, 14. Mai 2024. Nach einem rund 600 Millionen Euro teuren Umbau hat Porsche heute offiziell in Leipzig damit begonnen, auch elektrische „Macans“ zu fertigen. Das Konzept sieht vor, fortan Porsche-Autos aller drei Antriebsarten in einer Produktionslinie herzustellen: Verbrenner, Hybride und Stromer. Das geht aus einer Porsche-Mitteilung hervor.

Der Finanzierungsbedarf junger Unternehmen in Deutschland steigt. Foto: Heiko Weckbrodt

Institute schlagen 600-Milliarden Euro-Zukunftsprogramm für Deutschland vor

Studienautoren verweisen auf verfallende Infrastrukturen und neue Energie-Aufgaben Köln/Düsseldorf, 14. Mai 2024. Für eine Transformation hin zu einer „zukunftsfähigen Wirtschaft“ müsste Deutschland in den nächsten zehn Jahren rund 600 Milliarden Euro investieren. Das haben das arbeitgeber-nahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln und das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf ausgerechnet.

Einem Forschungsteam des HZDR ist es gelungen, mit einer innovativen Methode die Beschleunigung von Protonen per Laserpuls deutlich zu steigern. Illustration: Blaurock für das HZDR

Laservorhut hilft beim Kampf gegen Krebs

Rossendorfer Forscher beschießen Spezial-Plastefolie mit Superlasern, um besonders schlagkräftige Protonen zu gewinnen Dresden, 14. Mai 2024. Damit künftig mehr Krebs-Patienten mit den besonders präzisen und schonenden Protonen-Skalpellen statt Röntgenstrahlen behandelt werden können, arbeitet das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) an besonders kleinen Teilchen-Beschleunigern auf Laser-Basis. Dabei haben sie nun einen deutlichen Fortschritt bei der Energieausbeute gemacht: Als sie spezielle Plastefolien in Vakuumkammern eingeschlossen und mit Superlasern beschossen haben, erreichten sie fast doppelt so energiereiche Protonen wie in bisherigen Laserbeschleunigern. Perspektivisch kann dies dafür sorgen, dass sich bald auch kleinere Krankenhäuser und Institute solche Protonen-Beschleuniger leisten können.

Der neue Lehr- und Laborkomplex der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden. Foto: Till Schuster für die HTWDD

Neuer Laborkomplex für HTW Dresden

Neubau kostet 69 Millionen Euro – und wird nun noch fertig ausgestattet Dresden, 13. Mai 2024. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTWD) bekommt für rund 69 Millionen Euro ein neues Lehr- und Laborgebäude – und das soll „Standards im nachhaltigen Bauen“ setzen. „Unser Ziel ist ein geringer ökologischer Fußabdruck“, betonte der sächsische Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) heute zur Einweihung. „Das Pilotprojekt hat wichtige Erkenntnisse gebracht, die in zukünftige Bauten des Freistaates einfließen.“