Autor: Heiko Weckbrodt

Die Staffbase-Gründer Frank Wolf (links), Martin Böhringer und Lutz Gerlach (rechts). Foto: Robert Gommlich für Staffbase

Staffbase-Gründer sind „Sachsens Unternehmer des Jahres“

SZ, Freie Presse, LVZ & Co. ehren App-Schmiede aus Chemnitz Chemnitz, 14. Mai 2022. Martin Böhringer, Frank Wolf und Lutz Gerlach von der auf digitale Mitarbeiter-Kommunikation spezialisierten Softwareschmiede „Staffbase“ aus Chemnitz sind „Sachsens Unternehmer des Jahres 2022“. Das hat eine Jury aus Vertretern von Sächsischer Zeitung, Freier Presse, Leipziger Volkszeitung, MDR Sachsen und weiteren Unternehmen eingeschätzt. Die Juroren lobten die Staffbase-Chefs für deren Wachstumsstrategie und Apps, aber auch, weil sie über 600 Arbeitsplätze geschaffen beziehungsweise gesichert haben.

Ein Schuh, ein Teddy, ein Rosenkranz - manchmal lösen Gegenstände vergessen geglaubte Erinnerungen aus. Wer sie aktiv verdrängt, beschleunigt die Löschprozesse im Gehirn. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Verdrängte Erinnerungen verblassen schneller

Leipziger Planck-Forscher messen Gedächtnisspuren nach gewollter Unterdrückung Leipzig, 13. Mai 2022. Wenn jemand ungeliebte Erinnerungen verdrängt, gilt das gemeinhin als schlecht. Tatsächlich aber ist dieses aktive Verdrängen ein recht effektiver Schutzmechanismus des Gehirns, damit schmerzhafte Momente im Leben schneller verblassen. Wer später doch daran zurückdenkt – angeregt zum Beispiel durch einen damit verbunden Gegenstand – der erinnert sich weniger lebhaft an das Erlebte. Das haben Ann-Kristin Meyer und Roland G. Benoit vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI-CBS) in Leipzig in Experimenten ermittelt.

Ein Fraunhofer-Forscher installiert eine verschränkte Photonenpaarquelle im Applikationszentrum für Quantenkommunikation am Fraunhofer-EAS, das wiederum zum Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) gehört. Foto: Blend3 Frank Grätz für das Fraunhofer-IIS/EAS

Fraunhofer startet in Dresden Zentrum für Quantenkommunikation

Acht Millionen Euro teures Applikationszentrum mit erster Teststrecke im EAS eröffnet Dresden, 13. Mai 2022. Fraunhofer richtet in Dresden derzeit für acht Millionen Euro ein Applikationszentrum für Quantenkommunikation ein – und hat nun die erste, hausinterne Teststrecke dafür in Betrieb genommen. Das hat der zuständige Fraunhofer-Institutsteil „Entwicklung Adaptiver Systeme“ (EAS) heute mitgeteilt. Bis 2024 wollen die EAS-Forscher ihr mit Quantentechnologie abhörgesicherte Test-Netzwerk schrittweise auf andere Orte in Sachsen und schließlich auch nach Thüringen und Bayern ausbauen.

Die Ökonomen haben ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft weiter herunterkorrigiert. Grafik: Heiko Weckbrodt

Deutsche Exporte gen Russland um fast 60 % gesunken

Umso stärker legten die Importe zu – wegen gestiegener Preise Wiesbaden, 12. Mai 2022. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine und den folgenden Sanktionen gegen Russland sind die deutschen Exporte nach Russland im März 2022 um fast 60 Prozent gesunken. Vor allem die deutschen Maschinenbauer und Chemieunternehmen führten weit weniger Waren als sonst. Das hat das statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitgeteilt. Die deutschen Importe aus Russland seien dagegen stark gestiegen.

Regenerationsexpertin forscht nun in Dresden an selbstheilende Fischen

Catherina Becker nimmt Humboldt-Professur an der TU Dresden an Dresden, 12. Mai 2022. Auf der Spur der selbstheilenden Zebrafische wechselt die Regenerationsforscherin Prof. Catherina G. Becker von Schottland nach Sachsen: Im Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) will sie im Zuge einer Humboldt-Professur erforschen, wie genau sich Zebrafisch-Gehirne selbst heilen, wie sie selbst nach schwersten Verletzungen neue Verknüpfungen zum Rückenmark wieder herstellen können – und wie sich das Ganze vielleicht doch noch irgendwann auf Menschen mit Hirnschlag oder nach einem Unfall gelähmte Menschen übertragen lässt. Das geht aus einer Mitteilung der TU Dresden hervor, zu der das CRTD gehört.

In diesem bearbeiten Bild zeigt der deutsche Landmaschinen-Hersteller Claass, wie "Precision Farming" alias Präzisionsackerbau funktionieren kann: Die virtuelle Kartierung hilft dem Bauern, Fruchtbarkeitsunterschiede auf seinem Acker durch zentrimeter-genaues Düngen und Bestellen auszugleichen. Foto: Claass

Drohne überwacht das Feld, KI füttert die Kühe

Immer mehr Bauern setzen auf Digitaltechnologien Berlin, 12. Mai 2022. Beim Stichwort „Digitalisierung“ denken viele zuerst an Online-Handel, Industrieautomatisierung oder den Bankensektor. Tatsächlich aber sind auch in der Landwirtschaft moderne Digitaltechnologien weit verbreitet: Jeder fünfte Bauer lässt seine Felder beispielsweise von Drohnen abfliegen, jeder siebte Landwirt setzt schon Künstliche Intelligenzen (KI) oder verwandte Datenanalysetechniken ein. Computergestütztes Herden-Management, intelligente Fütterungssysteme und GPS-gesteuerte Landmaschinen sind bereits im breiten Einsatz. Das haben Umfragen unter 500 Landwirten im Auftrag des deutschen Digitalwirtschaftsverbandes „Bitkom“ ergeben.

Freuen sich immer, wenn es etwas zu funken gibt: Prof. Frank H.P. Fitzek und Prof. Gerhard P. Fettweis als dynamisches 5G-Duo beim "IEEE 5G++ Summit Dresden" im Jahr 2019. Foto: Frank Grätz für die TUD

Neues Technikfest in Dresden zeigt Kommunikationstechnologien von morgen

5G-Labor richtet „Dresden Communications Festival 2022“ aus Dresden, 11. Mai 2022. Das „5G Lab Germany“ der TU Dresden richtet in der sächsischen Landeshauptstadt ein „Dresden Communications Festival 2022“ (DCF) aus. Das hat die mit der Festivalorganisation beauftragte 5G Lab GmbH angekündigt. Als Höhepunkt ist der Mobilfunkgipfel „7. IEEE 5G++ Summit Dresden“ am 12. Mai gedacht, für den sich rund 500 Wissenschaftler und Branchenvertreter angekündigt haben.

Carolin Siegel vom TUD-Institut für Naturstofftechnik mustert eine Probe mit Holzgranulat. Gemeinsam mit Isla Hodgkinson vom TUD-Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft in Pirna arbeitet sie im Projekt BioRePly an rein biobasiertem Sperrholz. Das soll sich kompostieren oder in Spritzgießmaschinen füllen lassen, um daraus Schraubenboxen oder Buchhüllen herzustellen. Rechts in Bild sind Holzproben zu sehen, links einige Pilzzuchten für die Alterungstests. Foto: Heiko Weckbrodt

Holztisch bekommt ein zweites Leben als Löffel spendiert

„BioRePly“-Forscherinnen der TU Dresden arbeiten an Sperrhölzern, die in der Spritzgießmaschine oder auf dem Kompost statt im Ofen enden Dresden, 11. Mai 2022. Alte Schränke, Tische, Dachbalken, entnadelte Weihnachtsbäume… Jedes Jahr werfen die Deutschen rund zehn Millionen Tonnen altes Holz weg oder verbrennen es. Ein Teil davon könnte ein zweites Leben als Löffel oder Notizbuchhülle führen. Ob und wie das funktionieren kann, wollen Forscherinnen der Technischen Universität Dresden (TUD) gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft im Projekt „Bio Recycled Plywood“ (BioRePly) bis Ende 2024 ausloten. Vor allem nehmen sie dabei Verbundwerkstoffe ähnlich dem altbekannten Sperrholz unter die Lupe, mit denen sie künftig Spritzgießmaschinen oder alternativ den Komposthaufen füttern wollen.

IBM-Quantencomputer. Foto: Graham Carlow für IBM

Erst 2 Prozent der Großunternehmen experimentieren mit Quantencomputern

Bitkom sieht aber große Zukunftsperspektiven für diese Technologie Berlin, 10. Mai 2022. Zwei Prozent der deutschen Großunternehmen experimentieren derzeit mit Quantencomputern, deren Software und Anwendungsszenarien. Weitere 13 Prozent erwägen zumindest den Einsatz dieser Technologie. Das hat eine Umfrage von „Bitkom Research“ im Auftrag des deutschen Digitalwirtschaftsverbandes „Bitkom“ aus Berlin ergeben.

Prof. Dr. Marcel Thum, Geschäftsführer des ifo Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Finanzökonom: Öl- oder Gasembargo würde Putin wenig stören

Reserven der Russen sind zu groß, Europas Wirtschaft würde weit mehr leiden Dresden, 10. Mai 2022. Wenn Deutschland und die EU wegen des Angriffs auf die Ukraine von sich aus auf russisches Öl und Gas verzichten, können sie allenfalls langfristig auf Wirkungen auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin hoffen. Sie würden damit vorerst vor allem sich selbst schaden. Das hat Finanzökonom Prof. Marcel Thum von der TU Dresden, der in Personalunion auch das Ifo Dresden leitet, eingeschätzt.

Der Reifenmontage-Roboter in Aktion. Foto: HTW Dresden

Neuer Millionen-Schub für Sachsens Hochschulen

Saxony5 will mit dem Geld den Wissenstransfer in die Praxis ausbauen Dresden, 10. Mai 2022. Damit Forschungsergebnisse schneller in der Praxis nutzbar werden, bekommt der sächsische Hochschul-Verbund „Saxony5“ eine weitere Millionenförderung von der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“. Das hat die federführende Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden mitgeteilt. Wieviel Geld konkret fließen wird, steht laut Anna Luise Schicha von der HTW zwar noch nicht fest. Beantragt hatte der Verbund aber 12,5 Millionen Euro.

Regnerationswürmer unterm Mikroskop. Foto: Heiko Weckbrodt

Dresden will zweites Biotech-Zentrum 2025 fertig haben

Auf dem großen Lebenswissenschaften-Campus in der Johannstadt fehlen seit Jahren ausreichend Flächen für Ausgründungen und Ansiedlungen Dresden, 9. Mai 2022. Die Dresdner Wirtschaftsförderer wollen eine alte Wachstumsbremse für die Lebenswissenschaften in der Stadt lösen – und nach jahrelangem Warten soll nun alles möglichst schnell gehen: Anfang 2023 sollen an der Fiedlerstraße gegenüber vom Uniklinikum die Abrissbagger anrücken, ein altes Schulverwaltungs-Gebäude abreißen und dort ein zweites Bioinnovationszentrum (Bioz 2) errichten. 2025 soll sich dort die ersten Biotech-, Pharma- und Gesundheitsfirmen einmieten können. Diesen Zeitplan hat heute Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke vorgestellt.

Organische Sensorfolie mit dem unter UV-Licht leichtendem Firmenschriftzug. Foto: Pruuve

Sensorfolien gegen die UV-Überdosis

Dresdner Physiker wollen in ihrer Uni-Ausgründung „Pruuve“ wiederbeschreibbare Ultraviolett-Folien herstellen Dresden, 9. Mai 2022. Vor allem seit Corona sind Geräte, die Ultraviolett-Strahlen (UV) aussenden, als Anti-Viren-Kanonen bekannt geworden. Was vielen jenseits der Strandbräune kaum bewusst ist: Die Industrie nutzt UV-Technik beispielsweise auch für Sicherheitssiegel, in Elektronikfabriken, in der Drucktechnik, um Kleber auszuhärten und in der Qualitätsanalyse. Wer dort zu gering dosiert, riskiert Ausschuss, während Überdosen anderseits Betriebs- und Wartungskosten der Anlagen in die Höhe treiben. Die Dresdner TU-Ausgründung „Phosphorescent Response Under UV Excitation“ (Pruuve) will diese Probleme lösen: Ihre organisch beschichten Sensorfolien leuchten nur dann, wenn die Dosis genau stimmt. Werden sie auf die zu bestrahlenden Proben oder Bauteile geklebt, geben sie dem Maschinenbediener während der laufenden Produktion eine rasche optische Rückmeldung, ob alles richtig eingestellt ist.

Dieser Roboter soll Unkraut auf den Feldern erkennen und mit Lasern vernichten. Foto: Carbonrobotics

Roboter sollen Umweltbilanz der Landwirtschaft verbessern

Künstliche Bauern blitzen Unkraut teils schon mit Laser weg Stuttgart/Frankfurt/Dresden, 8. Mai 2022. Agrarroboter sollen künftig die mühselige und oft auch wenig umweltfreundliche Unkrautvernichtung auf den Feldern übernehmen. Teils setzen die Konstrukteure dabei auf Unkraut-Vernichtungs-Laser, auf Schneiden oder auf besonders präzise dosierende Feldroboter. Letztlich sollen die künstlichen Bauer dabei helfen, die ökologische Bilanz der Landwirtschaft zu verbessern.

Die Sparkasse hat sich einen Pepper-Roboter zugelegt, um auf dem Börsentag in Dresden für ihre Geldanlagen zu werben 2022. Foto: Heiko Weckbrodt

Börsentag in Dresden: Zwischen Wagnis und Werten

Auch der Rentner und die Hausfrau wollen mit Daytrading und Crypto Kohle scheffeln – doch auch ethische Kriterien zählen bald womöglich mehr im Aktienhandel Dresden, 7. Mai 2022. Die in der Dot-Com-Blase der Jahrtausendwende verlorenen Ersparnisse sind vergessen. Die Staatszuschüsse und Langeweile der Corona-Zeit sowie die Strafzinsen auf Bankkonten haben ihr Übriges getan: Die Deutschen sind wieder risikofreudiger in Finanzfragen gemacht. Zudem ist das hürdenarme Zocken an der Börse per Smartphone heute nichts Ungewöhnliches mehr. Statt in festverzinsliche Bundesschatzbriefe stecken sie ihr Ersparte lieber in Aktien, Derivate oder Kryptogeld-Spekulationen – und zwar über die Generationen hinweg. Seit dem Tiefstand von 2010 ist der Anteil der Deutschen, die zumindest einen Teil ihres Geldes in Aktien anlegen, von knapp 13 auf reichlich 17 Prozent gestiegen. Das liegt zwar immer noch unter den Höchstständen kurz vor der geplatzten Dot-Com-Blase, als zeitweise jeder fünfte DeutscheAktien hatte – doch der Aufwärtstrend ist vor allem seit Corona unübersehbar. Und dieses wiedererwachte Interesse an etwas riskanteren Geldanlagen hat sich heute auch beim Ostdeutschen Börsentag niedergeschlagen, zu dem rund 4000 Besucher ins Dresdner …