Alle Artikel in: Umweltschutz und Ökologie

Ambartec-Chef Matthias Rudloff. Foto: Heiko Weckbrodt

Ambartec puffert Ökostrom für Wasserstoffwirtschaft in blankem Eisen

Ostdeutsche Ingenieure haben in Dresden eine DDR-Technologie rekonstruiert und auf eine neue Stufe gehoben Dresden, 26. Oktober 2021. Das junge Hydrotech-Unternehmen „Ambartec“ aus Dresden hat eine verschollenen geglaubte Energiespeichermethode auf eine neue technologische Stufe gehoben: Statt den Wasserstoff in Hochsicherheitsbehältern, Riesentankern oder Pipelines von Norwegen oder Chile nach Deutschland zu transportieren, will Ambartec die nötige Ökoenergie für eine „saubere“ Wasserstoff-Wirtschaft in purem Eisen zwischenspeichern und in dieser Form über Weltmeere und Ländergrenzen transferieren. „Wir packen das ins Eisen und kommen damit auf eine sehr hohe Energiedichte“, fasst Ambartec-Chef Matthias Rudloff das Konzept zusammen.

Überschüssiges Gas aus der Erdöl-Förderung und -Verarbeitung - hier eine Aufnahme von einer Raffinerie in Hemmingstedt - lässt sich effektiv nutzen, wenn man es nicht abfackelt, sondern damit zum Beispiel Rechenzentren speist. Foto: Dirk Ingo Franke, Wikimedia, CC2-Lizenz, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hemmingsedt_raffinerie_turm_ganz_nah.jpg

Gasfackeln treiben Rechenzentren und Entsalzer an

Cloud & Heat Dresden liefert Computer-Container an “Earth Wind & Power” in Norwegen Oslo/Dresden, 19. Oktober 2021. Die Zeit der ewigen Gasfackeln über Ölfördertürmen könnte bald vorbei sein: Der norwegische Energiekonzern „Earth Wind & Power“ (EW & P) aus Oslo will künftig mit der Energie aus dem überschüssigen Gas, das bei der Erdölförderung frei wird, Computertechnik antreiben. Dafür haben die Norweger nun bei „Cloud & Heat Technologies“ (C & H) aus Dresden ein erstes mobiles Container-Rechenzentrum bestellt. Das geht aus Mitteilungen von C & H und EW & P hervor.

An diesem Laborversuchsstand testet das IKTS, wie sich Schwermetalle bei der Klärschlammverbrennung abtrennen lassen. Foto: Fraunhofer IKTS

Fraunhofer: Wasser ist der Schlüssel fürs Ökosystem der Zukunft

Forscher aus Sachsen wollen globale Wasserprobleme mit Komplex-Technologien lindern Dresden, 13. Oktober 2021. Um eine stetig wachsende Weltbevölkerung zu ernähren und die natürlichen Ressourcen der Erde schonender als bisher zu nutzen, sind neue technologische Ansätze nötig. Daher arbeiten mehrere Forschergruppen des „Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme“ (IKTS) Dresden an Projekten, die heutige Probleme in der Wasser-, Agrar- und Energiewirtschaft im Komplex zu lösen versuchen. Dazu gehören beispielsweise neue Verwertungsmethoden für Klärschlamm und Bergbau-Abwässer, um den Wasserhaushalt ganzer Regionen zu stabilisieren, wichtige Rohstoffe für eine nachhaltige vertikale Landwirtschaft sowie die wachsende Wasserstoffökonomie in Deutschland zu liefern.

Kuka-Roboter in den Autoproduktion. Foto: Kuka

Versöhnt die „Darkfab“ Industrie und Klimabewegung?

Sächsischer Ansiedlungsexperte Zimmer-Conrad plädiert für eine Ökologisierung der Industrie – im eigenen Interesse Dresden, 4. Oktober 2021. Die Wirtschaft muss ihre „Ökologisierung“ selbst vorantreiben, statt sie zu bekämpfen. Das hat Ministerialrat Christoph Zimmer-Conrad vom sächsischen Wirtschaftsministerium auf einem Mikroelektronik-Symposium in Dresden gefordert. „Ihr müsst euch mit den Zukunftsvisionen der jungen Menschen von heute versöhnen und sie unterstützen“, appellierte er an die Unternehmer.

Die Aufnahme zeigt aktive Zonen unserer Sonne. Solar Dynamics Observatory, NASA

Klimadebatte: Warum wir die Welt und nicht uns selbst retten

Ein Kommentar – und Versuch einer Provokation „Planet in Gefahr. Der Klimawandel bedroht unserer Welt. Können wir sie noch retten?“ Diese Panik erzeugende beziehungsweise verstärkende Schlagzeile schmückte die Seite 1 der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 15. August 2021. Angesichts der Tatsache, dass diese renommierte deutsche Zeitung über ein Wissenschaftsressort mit durchaus kompetenten Redakteuren verfügt, kann solch ein Aufmacher nur Kopfschütteln hervorrufen. Der reißerischen Frage, ob wir die Welt noch retten können, soll die These entgegengestellt werden, dass es erstens nicht möglich wäre und zweitens auch gar nicht nötig ist.

Das Kunstwerk "Feldzeichen" im Findlingspark Nochten interpretiert das Thema "Findlinge und Eiszeit". Foto: Peter Weckbrodt

CO2-Verwerter können Ökobilanz in Zementwerken verbessern

IDTechEx: Kohlendioxid-Fänger müssen aber 100 Mal größer werden Cambridge, 14. September 2021. Der Druck auf die Betonhersteller wächst, ihre ökologische Bilanz zu verbessern. Denn einerseits ist die Herstellung von Zement energieintensiv, anderseits setzen die dabei nötigen chemischen Reaktionen Kohlendixoxid (CO2) frei. Schon jetzt ist die Zementproduktion für sieben Prozent der von Menschen verursachten CO2-Emissionen von Kohlendixoxid (CO2) verantwortlich, heißt es in einer Analyse von Robbie M. Andrew vom norwegischen „Cicero Center for International Climate Research“. Und die Belastung der Atmosphäre durch die Bauindustrie wird voraussichtlich noch stark wachsen: Laut Schätzungen des „Weltrates für grünes Bauen“ wird sich der globale Gebäudebestand bis 2050 verdoppeln. Lösungen sind in Sicht, allerdings noch viel zu kleinformatig im Einsatz, betonen die Analysten des britischen Marktforschungs-Unternehmens „IDTechEx“ aus Cambridge. Sie sehen einen vielversprechenden Weg in Technologien, die gleich bei der Zementproduktion das CO2 abbinden und das Gas möglichst gleich vor Ort weiternutzen.

Fraunhofer und Ceravis haben mit "E-Vita" ein Unternehmen ausgegründet, das Saatgut mit Elektronenstrahlen desinfiziert. Foto: E-Vita

Mit der Elektronenkanone gegen Saatgut-Pilze

Fraunhofer und Ceravis gründen „E-Vita“, um die weiterentwickelte DDR-Technologie zu vermarkten Dresden, 6. September 2021. Um Saatgut zu entkeimen, beschießen norddeutsche Bauern ihr Saatgetreide mit Elektronenkanonen aus Dresden statt es mit Pilzgiften aus der Chemiefabrik zu tränken. Denn die schnellen Elektronen dringen nicht bis ins Korn ein, töten aber Pilze, Bakterie und Viren zuverlässig und vergleichsweise umweltfreundlich ab. Es handelt sich dabei um eine DDR-Technologie, die einst der „rote Baron“ Manfred von Ardenne erdacht hatte. Inzwischen ist es Forschern vom „Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik“ (FEP) in Dresden gelungen, die Ardenne-Methode bis zur Industriereife zu führen. Das FEP und der Entwicklungspartner Ceravis AG haben daher nun ein Gemeinschaftsunternehmen namens „E-Vita“ in Dresden gegründet, das die neue Methode vermarkten soll.

Der 3D-Drucker für lebende Zellen ist eine Spezialanfertigung aus Sachsen. Foto: Heiko Weckbrodt

Jeder Sechste würde Steak aus dem 3D-Drucker essen

Bitkom: Akzeptanz für künstliches Essen wächst Berlin, 18. August 2021. Nicht erst, seitdem Volkswagen die beliebte Currywurst aus einer seiner Wolfsburger Betriebskantinen verbannt hat, ist die Diskussion um eine fleischärmere Ernährung neu entbrannt. Die damit verbundenen Debatten um Umweltschutz und den Flächenverbrauch der Viehzucht stärken aber nicht nur das Lager der Vegetarier, sondern erhöhen auch die Akzeptanz für neue technologische Lösungen: Inzwischen können sich 17 Prozent der Deutschen vorstellen, künstlich erzeugte Steaks und anderes Fleisch aus dem 3D-Drucker essen. Zum Vergleich: 2019 sagten dies nur 13 Prozent. Das haben Umfragen von „Bitkom Research“ ergeben.

Flexibles Dünnglas von der Rolle. Foto: Fraunhofer-FEP

Intelligente Fenster sollen Umweltbilanz von Bürokomplexen verbessern

Fraunhofer Dresden leitet „Switch2Save“-Verbund, der elektro- und thermochrome Fenster-Effekte kombiniert Dresden, 17. August 2021. Um die Energie- und Umweltbilanz großer Bürokomplexe und Krankenhäuser zu verbessern, arbeiten europäische Forscher unter der Leitung sächsischer Fraunhofer-Experten an intelligenten Energiespar-Fenstern. Durch die Kombination von elektrochromen und thermochromen Dünnglas-Technologien mit speziellen Schaltprotokollen können sich solche Fenster automatisch verschatten, wenn die Sonne zu grell scheint, und Wärmestrahlen herausfiltern, wenn es draußen zu warm wird. Die Haussteuerelektronik kann dann automatisch die Innenbeleuchtung, Klimaanlage und Heizung hoch- oder herunterregeln. „Die Sparpotenziale sind erheblich“, meint Dr. John Fahlteich vom Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) aus Dresden, der das Verbundprojekt „Switch2Save“ koordiniert.

Neues Leichtbaumaterial mit Potenzial: Spezialisten setzen auf der "Cube"-Baustelle in Dresden die dünnen Wände für das weltweit erste Carbonbetonhaus. Foto: Maximilian Krämer für C³

Potenzialanalyse: Carbonbeton verändert Spielregeln für das Bauwesen

Handelshochschule Leipzig untersucht ökologische Chancen des neuen Leichtbaumaterials aus Dresden Leipzig/Dresden, 31. Juli 2021. Mit Carbonbeton kann schöner, umweltfreundlicher und schneller gebaut werden. Zu dieser Folgerung sind Studenten der Handelshochschule Leipzig (HHL) in einer Potenzialanalyse gekommen. „Aus unserer Sicht kann Carbonbeton einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigem, klimafreundlichem Bauen leisten“, betonte Professor Henning Zülch vom HHL-Lehrstuhls für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung. „Der Baustoff hat das Potenzial zu einem echten Game-Changer in der aktuellen Debatte rund um Klimaschutz und Smart Cities.“

Dr. John Fahlteich vom Fraunhofer-Strahlinstitut FEP aus Dresden vor einer Beschichtungsanlage. Foto: Heiko Weckbrodt

Kampf gegen Müllinseln: Shampoo-Tütchen werden im Meer zu Sand

Fraunhofer-Strahlinstitut FEP arbeitet an selbstzersetzenden Verpackungen – und will in Dresden eine Ökopack-Beratungsfirma ausgründen Dresden, 28. Juli 2021. Damit die weltweiten Kunststoffmüllberge auf Land und auf See nicht weiter wachsen, entwickelt ein von Fraunhofer Dresden geführtes Konsortium derzeit neue Verpackungen, die sich selbst zersetzen oder zumindest leichter wiederverwertbar als klassischer Plasteabfall sind. Das hat Dr. John Fahlteich vom Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) mitgeteilt. Die FEP-Ingenieure wollen in diesem Zuge in Dresden auch ein Unternehmen ausgründen. Das soll Betriebe aus der Lebensmittelwirtschaft, Hygieneartikel-Industrie und anderen Branchen beim Einsatz umweltfreundlicherer Produkt-Verpackungen beraten.

Der sächsische Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU, links) lässt sich in Freiberg von Projektleiter Prof. Michael Schlömann die Indium-Abbaubakterien erklären. Foto: TU Bergakademie Freiberg

Freiberger schicken Bakterien in den Indium-Bergbau

Sächsische Forscher entwickeln biologisches Aufbereitungsverfahren Freiberg, 16. Juli 2021. Um den seltenen Elektronikwerkstoff Indium doch noch im Erzgebirge abbauen zu können, schicken Freiberger Nachwuchsforscher nun Bakterien in die Bergwerke. Die sollen nun das dünn gesäte Indium auf biologischem Wege aus dem Erz herauslaugen – ganz ohne chemische Zusätze, wie sie im klassischen Bergbau üblich sind. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung der Bergakademie Freiberg und des sächsischen Wissenschaftsministeriums in Dresden hervor.

Stephan Beil (links), Björn Günther und Patrick Wordell-Dietrich (rechts) an einem Isotopen-Massenspektrometer im Chemiegebäude der TU Dresden. Sie koordinieren das neue "Gerätezentrum Umweltanalytik" an der Uni. Foto: Heiko Weckbrodt

Geballte Analysetechnik für Umweltforschung in Dresden

An der TU Dresden erleichtert ein neues „Gerätezentrum Umweltanalytik“ den gemeinsamen Zugriff auf millionenteure Messanlagen Dresden/Tharandt/Pirna, 15. Juli 2021. Für die Umweltwissenschaften an der TU Dresden verbessern sich die Forschungsbedingungen. Dafür entsteht derzeit ein neues „Gerätezentrum Umweltanalytik“. Über diese Plattform können die beteiligten Institute und ihre Partner nun zahlreiche Messgeräte und Anlagen gemeinsam nutzen. Derzeit beteiligen sich daran elf Institute aus Dresden und Tharandt mit zunächst 89 Anlagen, die einen Gesamtwert von rund 6,1 Millionen Euro repräsentieren. Später soll das Zentrum rund 200 Geräte umfassen. Die „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ (DFG) fördert die dreijährige Aufbauphase mit rund 590.000 Euro.

Biofabrik-Gründer Oliver Riedel. Foto: Biofabrik

Biofabrik Dresden will Treibhausgas aus der Luft in Treibstoff verwandeln

Unternehmer Oliver Riedel möchte nun zweistellige Millionenfinanzierung von Investoren einwerben Dresden/Rossendorf, 9. Juli 2021. Nach der heißen Verwandlung von Plastemüll in Synthetik-Öl möchte sich Umwelttechnik-Unternehmer Oliver Riedel dem nächsten ökologischen Problem unseres Planeten widmen: „Wir müssen einen Weg finden, um Kohlendioxid aus der Luft zu holen“, hat er heute in Dresden angekündigt. Konkret sollen dies künftige Maschinen aus seiner „Biofabrik“ übernehmen, die das Treibhausgas aus der Luft saugen und es in Kraftstoff verwandeln.

Johanna Bialek von Holypoly mit einem Recyclingschwein. Foto: Holypoly

Holypoly: Welt braucht Plaste-Kreisläufe statt nur Verbote

Dresdner Jungunternehmen zeigt, wie aus alten Flaschen rosa Schweine werden Dresden, 3. Juli 2021. Das Einwegplastik-Verbot, das heute in Kraft getreten ist, ist eine Notbremse, aber auch nur ein Schritt auf dem Weg zu einer umweltverträglichere Kunststoff-Wirtschaft. Das hat Geschäftsführer Fridolin Pflüger vom Dresdner Recycling-Beratungsunternehmen „Holypoly“ erklärt. Es reiche nicht, „einige Regeln zu ändern oder ein paar Verbote auszusprechen. Die Kunststoffbranche muss ein ganz anderes Spiel spielen. Und das heißt Kreislaufwirtschaft“.