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Reallabor Bad Lauchstädt wächst

Richtfest für das Elektrolyse-Gebäude im Energiepark Bad Lauchstädt. Foto: Rico Thumser für den Energiepark Bad Lauchstädt
Richtfest für das Elektrolyse-Gebäude im Energiepark Bad Lauchstädt. Foto: Rico Thumser für den Energiepark Bad Lauchstädt

Sunfire liefert bald Großelektrolyseur der 30-Megawatt-Klasse

Bad Lauchstädt, 23. März 2024. Neben der Intel-Ansiedlung verfolgt Sachsen-Anhalt weitere Leuchtturmprojekte, um im Industriesektor aufzusteigen – und eines davon ist das Energiewende-Reallabor in Bad Lauchstädt bei Halle. Teile davon sind nun rohbaufertig. Und den Alkali-Elektrolyseur der 30-Megawatt-Klasse dafür will Sunfire Dresden in der zweiten Jahreshälfte 2024 liefern. Das geht aus einer Mitteilung der „Verbundnetz Gas AG“ (VNG) hervor, die den Energiepark Bad Lauchstädt koordiniert.

Leuchtturmprojekt soll Sachsen-Anhalt in die „Champions League“ hieven

„Der Energiepark Bad Lauchstädt ist ein zentraler Baustein für den Aufbau einer wettbewerbsfähigen Grünen Wasserstoffwirtschaft in Mitteldeutschland“, betonte der sachsen-anhaltinische Energie-Staatssekretär Thomas Wünsch zum Richtfest. Er ist überzeugt: „Mit diesem Leuchtturmprojekt steigt Sachsen-Anhalt in die Champions League auf.“ Hintergrund: Das heutige Sachsen-Anhalt war vor dem Krieg für Deutschland und danach auch für die DDR einer der wichtigsten Chemieindustrie-Standorte. Die wirtschaftliche Strahlkraft dieses Kerns nahm nach dem Ende der DDR jedoch drastisch ab. Eine neue Wasserstoffwirtschaft und Mikroelektronik-Werke sollen dem Land nun neue Perspektiven eröffnen.

Bund und Wirtschaft stecken 210 Millionen Euro in Energiepark Bad Lauchstädt

Ein Mosaikstein dieser Strategie ist der Energiepark Bad Lauchstädt. Daran beteiligt sind neben der VNG unter anderem die Terrawattt Planungsgesellschaft, Uniper, Ontras Gastransport aus Leipzig und das Gastechnologische Institut „DBI“ aus Freiberg“. Die Partner plan hier 210 Millionen Euro Investitionen, von denen der Bund 34 Millionen Euro als Zuschuss beisteuern.

Energiepark Bad Lauchstädt: Die Visualisierung zeigt die geplante Wertschöpfungskette für Windkraft und Wasserstoff. Grafik: VNG / EBL
Energiepark Bad Lauchstädt: Die Visualisierung zeigt die geplante Wertschöpfungskette für Windkraft und Wasserstoff. Grafik: VNG / EBL

Ganze Kette vom Windrad über Elektrolyse, Speicher und Pipelines bis zur H2-Tankstelle

Im Energiepark wollen die Betriebe und Institute eine ganze Wertschöpfungskette für die Energiewende aufbauen und praktisch testen. Dazu gehören Windräder, die Ökostrom für einen Elektrolyseur aus Dresden liefern, der Wasserstoff in Sauer- und Wasserstoff spaltet. Unter dem Energiepark entsteht auch eine große Speicherkaverne, die bis zu 50 Millionen Kubikmeter Wasserstoff zwischenbunkern soll. Außerdem entstehen Rohre und andere Systeme, die den Wasserstoff an Chemiebetriebe, Wasserstoff-Tankstellen und andere Abnehmer verteilen.

Alkali-Elektrolyseur. Abb.: Sunfire
Alkali-Elektrolyseur. Abb.: Sunfire

Gebäude nun rohbaufertig, Wasserspalter wird bis Frühjahr 2025 installiert

Rohbaufertig sind nun die Gebäude für den Megawatt-Elektrolyseur, die Energiezentrale und Nebeneinrichtungen. Als nächstes verkabeln Arbeiter nun diese Gebäude, damit Sunfire Dresden ab dem Sommer nach und nach die Reaktorstapel und anderen Bauteile für den Alkali-Elektrolyseur liefern und montieren kann. „Von sogenannten Blöcken, die ein Gewicht von zirka 12 Tonnen haben, werden vor Ort vier Stück zu einem Stack montiert“, informierte VNG. „Insgesamt sechs dieser Stacks werden dann bis ins 1. Quartal 2025 in vorgegebene Positionen im Elektrolysegebäude eingelassen und installiert.“

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: VNG, Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger