Alle Artikel mit dem Schlagwort: H2

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger - zudem braucht die Chemieindustrie das Gas für viele Prozesse. Grafik: Heiko Weckbrodt

Sachsen wollen Wasserstoff aus alten Erdgas-Lagern gewinnen

Bergakademie meldet unterirdische Dampfreformierung zum Patent an Freiberg, 18. Juni 2024. Eine Technologie aus Sachsen kann womöglich helfen, aus erschöpften unterirdischen Öl- und Gaslagerstätten noch in großen Mengen Wasserstoff (H2) zu gewinnen – zwar nicht umweltneutral, aber zumindest umweltschonend. Das hat Professor Moh’d Amro von der Bergakademie Freiberg eingeschätzt, der mit seinem Team das neue Patent zum Patent angemeldet hat.

In Chemnitz sind bereits viele Wasserstoff-Forschungsprojekte konzentriert. Hier im Bild beispielsweise installiert Peter Schwotzer-Uhlig im Brennstoffzellenlabor der Professur für "Alternative Fahrzeugantriebe" (Alf) eine Versuchsanordnung. Sachsen bemüht sich bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nun darum, in Chemnitz ein "Hydrogen and Mobility Innovation Center" (HIC) anzusiedeln. Foto: Jacob Müller für die TU Chemnitz

Sachsen hofft weiter auf große Zukunft für Wasserstoff-Wirtschaft

300 Experten zum H2-Kongress in Dresden erwartet Dresden, 20. Mai 2024. Welche Rolle kann mit Ökoenergie gewonnener Wasserstoff (H2) realistischerweise für den Ersatz von Diesel, Erdgas oder Kerosin spielen? Wie teuer sind Elektrolyseure und Brennstoffzellen im Betrieb und in der Anschaffung? Wie lassen sich die politisch geplanten Wasserstoff-Verteilernetze in Europa, Deutschland und konkret auch in Sachsen finanzieren? Diese und weitere Fragen rund um die langsam wachsende Wasserstoffwirtschaft wollen rund 300 Experten während des „Green Hydrogen Congress 2024“ am 29. Mai in Dresden diskutieren.

Das Fraunhofer-Keramikinstitut IKTS hat in Dresden solche Kermaik-Stapel für Hochtemperatur-Brennstoffzellen entwickelt. Diese Mini-Kraftwerke sollen nun zum Beispiel in Indien eine dezentrale Stromversorgung sichern. Foto: Heiko Weckbrodt

Leag plant „H2UB“-Zentrum für neue Energiekreisläufe in Boxberg

Am ehemaligen Braunkohle-Kraftwerk will der Konzern Elektrolyseure, Akkus und große Brennstoffzellen installieren Boxberg, 13. April 2024. Um eine neue Energiewirtschaft für die Zeit nach dem Braunkohleausstieg in der Lausitz vorzubereiten, baut die Leag in Boxberg ein Wasserstoff- und Stromspeicherzentrum. Dieses „H2UB“ („Hydrogen Unit and Battery“) genannte Vorhaben hat der ostdeutsche Energiekonzern nun angekündigt, es aber auch von Subventionen abhängig gemacht: „Wichtige Voraussetzung für die Realisierung des Projekts H2UB ist die Unterstützung durch Fördermittel, die das Unternehmen beantragt hat“, betonen die Leag-Manager.

Ein Mitarbeiter bedient die Elektronenstrahl-Anlage Elli300, mit der sich Impfstoffe und andere Flüssigkeiten behandeln lassen. Foto: Jürgen Lösel für das Fraunhofer FEP

Fraunhofer-Elektronenstrahlinstitut FEP forciert Forschung für Wasserstofftech und Chipindustrie

Neues Forschungsgebäude in Dresden-Gruna am Start Dresden, 9. April 2024. Um ihre Forschungen an neuen Technologien für die Mikroelektronik, Wasserstoffwirtschaft und Medizin zu forcieren, haben Sachsens Fraunhofer-Ingenieure ihren „Reset“-Campus für „Ressourcenschonende Energietechnologien“ in Dresden-Gruna ausgebaut: Mitte April 2024 will das „Fraunhofer-Institut für organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik“ (FEP) ein neues Forschungs- und Laborgebäude der Winterbergstraße offiziell einweihen. Das geht aus einer FEP-Mitteilung hervor.

Richtfest für das Elektrolyse-Gebäude im Energiepark Bad Lauchstädt. Foto: Rico Thumser für den Energiepark Bad Lauchstädt

Reallabor Bad Lauchstädt wächst

Sunfire liefert bald Großelektrolyseur der 30-Megawatt-Klasse Bad Lauchstädt, 23. März 2024. Neben der Intel-Ansiedlung verfolgt Sachsen-Anhalt weitere Leuchtturmprojekte, um im Industriesektor aufzusteigen – und eines davon ist das Energiewende-Reallabor in Bad Lauchstädt bei Halle. Teile davon sind nun rohbaufertig. Und den Alkali-Elektrolyseur der 30-Megawatt-Klasse dafür will Sunfire Dresden in der zweiten Jahreshälfte 2024 liefern. Das geht aus einer Mitteilung der „Verbundnetz Gas AG“ (VNG) hervor, die den Energiepark Bad Lauchstädt koordiniert.

Über Jahrzehnte hinweg hat das Fraunhofer-Keramikinstitut in Sachsen und Thüringen Materialien, den Aufbau und die automatisierte Produktion von Hochtemperatur-Elektrolyseuren und -Brennstoffzellen erforscht. Nun wollen die Ingenieure die Wasserstoff-Anlagen gemeinsam mit Thyssen erst in die Kleinserie und dann in die Massenproduktion überführen. Foto: Fraunhofer-IKTS

Fraunhofer und Thyssenkrupp bauen Pilotlinie für heiße Wasserspalter in Thüringen

Neue Hochtemperatur-Elektrolyseure basieren auf Forschungen des Dresdner Keramikinstituts IKTS Arnstadt/Dresden, 13. März 2024. Nach jahrzehntelanger Entwicklung will das Fraunhofer-Keramikinstitut IKTS aus Dresden nun seine Hochtemperatur-Elektrolyseure gemeinsam mit Thyssenkrupp Nucera in die Serienproduktion transferieren. Dabei handelt es sich um keramikbasierte Anlagen, die Wasser unter Stromeinsatz und bei sehr hohen Temperaturen von fast 1000 Grad in Sauerstoff sowie den Energieträger Wasserstoff aufspalten. Dies Reaktorstapel („Stacks“) dieser „SOEC“-Elektrolyseure wollen beide Partner nun im Thüringischen Arnstadt ab dem ersten Quartal 2025 probefertigen. Das haben das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) und die Thyssen-Tochter heute mitgeteilt.

Verlust ganzer Industrie durch dauerhaft hohe Energiepreise absehbar

Dresdner Ifo-Forscher hält Wasserstoff-Weg für eine Sackgasse Dresden, 27. Februar 2024. Die Energiepreise in Deutschland werden voraussichtlich dauerhaft hoch bleiben und damit ist auch damit zu rechnen, dass einige energieintensive Industrien aus der Bundesrepublik verschwinden. Das hat Wirtschaftsforscher Prof. Joachim Ragnitz vom Ifo-Institut in Dresden prognostiziert.

Haben die Fachkräfteallianz "Hydresden" für Dresdens Wasserstoff-Wirtschaft gegründet (von links nach rechts): Nils Aldag von Sunfire, Reinhart Vogel von Linde Dresden. IKTS-Leiter Alexander Michalis, Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratka, Wirtschaftsminister Martin Dulig und Wildstyle-Chef Steve Nitzschner. Foto: Heiko Weckbrodt

„Hydresden“ will Fachkräfte für Dresdens Wasserstoffwirtschaft angeln

Sunfire, Linde und Fraunhofer gründen H2-Allianz Dresden, 17. Januar 2024. In Sachsen hat sich mit „Hydresden“ (Eigenschreibweise: „HyDresden“) eine neue Fachkräfte-Allianz für die Dresdner Wasserstoffwirtschaft formiert. Zu den Gründern gehören der Elektrolyseur-Hersteller „Sunfire“, der Anlagenprojektant „Linde“ und das Fraunhofer-Keramikinstitut IKTS. Sie wollen ihre Kräfte bündeln, um mehr aus- und inländische Fachkräfte für die H2-Unternehmen und -Institute in der Stadt zu gewinnen.

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger - zudem braucht die Chemieindustrie das Gas für viele Prozesse. Grafik: Heiko Weckbrodt

Sachsen und Tschechien wollen Wasserstoffnetze koppeln

Institute und Unternehmen beider Länder sollen beim Aufbau einer H2-Wirtschaft kooperieren Dresden/Prag, 8. Januar 2024. Sachsen und Tschechen wollen in der Wasserstoffwirtschaft kooperieren. Das sieht eine Absichtserklärung vor, die der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), der sächsische Energieminister Wolfram Günther (Grüne) und der tschechische Industrie- und Handelsminister Jozef Síkela (parteilos) am Donnerstag in Dresden unterschreiben wollen. Dies geht aus einer Ankündigung des sächsischen Wirtschaftsministeriums (SMWA) hervor.

Metallorganische Gerüstverbindungen (MOFs) können Wasser aus Luft saugen und dann bei Bedarf wieder freigeben. Grafik: B. Schröder für das HZDR

Superschwämme sollen Wasser aus Wüstenluft saugen

Forscher in Dresden arbeiten an organisch-metallischen Schwämmen, die rettendes Nass automatisch aus der Atmosphäre saugen Dresden, 6. Januar 2024. Damit Reisende und Bewohner von Wüsten künftig selbst dort nicht verdursten müssen, wo weit und breit kein Tropfen in Sicht ist, forschen sächsische Wissenschaftler-Teams an Möglichkeiten, mit einfachen technischen Geräten das Wasser aus der Luft zu gewinnen. Konkret experimentieren sie derzeit mit Metallschwämmen in organischen Fassungen (MOFs). Diese Superschwämme sind so saugfähig, dass sie sogar das wenige Wasser in Wüstenluft literweise an sich reißen können. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf und der TU Dresden hervor.

Links ist ein Hochtemperatur-Stapel von Sunfire Dresden zu sehen, der für die Elektrolyse und den Brennstoffzellen-Betrieb genutzt werden kann. In der Flasche rechts ist eCrude zu sehen - künstlich erzeugter Kraftstoff. Foto: Heiko Weckbrodt

Sunfire investiert 30 Millionen in Dresden

Sachsen soll sich auf Entwicklung konzentrieren, Massenproduktion findet woanders statt Dresden, 15. November 2023. Sunfire will rund 30 Millionen Euro in ein neues Entwicklungszentrum und eine Prototypen-Fertigungslinie in Dresden investieren. Das hat der sächsische Elektrolyseur-Hersteller angekündigt. Heute rückten dafür die Bagger an, in fünf Jahren soll das Zentrum fertig sein.

Die Pilotanlage von Sunfire in Dresden-Reick hat mit der Dieselproduktion aus Luft, Wasser und Ökostrom begonnen. Foto: Sunfire/ Cleantech Media

Sachsenenergie will Wärmeversorgung für 1,5 Milliarden Euro erdgasfrei machen

Neue Anlagen sollen Thermoenergie von Müll, Abwasser und Großrechner abzapfen Dresden, 10. Oktober 2023. Sachsenenergie will rund 1,5 Milliarden Euro investieren, um Ostsachsen spätestens ab 2045 ohne Erdgas oder andere fossile Energieträger zu heizen. Das geht aus einem Dekarbonisierungs-Konzept hervor, das Sachsenenergie-Vorstand Axel Cunow heute in Dresden vorgestellt hat.

Wasserstoff gilt als wichtiger Energieträger - zudem braucht die Chemieindustrie das Gas für viele Prozesse. Grafik: Heiko Weckbrodt

Mehr Aufbautempo für Wasserstoffwirtschaft in Mitteldeutschland gefordert

Unternehmen wollen schnellere Verfahren für Bau neuer Stromtrassen, Solar- und Windparks Leipzig, 1. September 2023. Damit die Wasserstoffwirtschaft in Mitteldeutschland schneller wächst, müssen auch die Politiker und Bürokraten mitziehen: Sie sollen neue Solaranlagen, Windkraftparks, Strom- und Gastrassen schneller genehmigen – aber auch klären, mit welchen Subventionen und anderen Hilfen der noch junge Wirtschaftszweig langfristig rechnen kann. Das haben die rund 300 Unternehmer, Forscher und Politiker auf dem „3. Mitteldeutschen Wasserstoffkongress“ in Leipzig mehrheitlich gefordert, teilten der Verbund „Europäische Metropolregion Mitteldeutschland“ und der Wasserstoff-Branchenverband „Hypos“ mit.