Ambartec Dresden plant Hol- und Bringdienst für Wasserstoff-Energie

Laster sollen Betriebe mit H2-Bedarf mit Eisenklumpen versorgen
Dresden/Hannover, 26. März 2025. Um ihre Energie-Transporttechnologie mit Eisenklumpen kommerziell in Schwung zu bringen, wollen die Ingenieure von Ambartec Dresden einen Hol- und Bringdienst für Betriebe mit Wasserstoffbedarf oder -überschuss aufbauen. Diesen Service möchten sie ab 31. März auf der Hannovermesse vorstellen. Das geht aus einer Ambartec-Mitteilung hervor.
Dienst startet in Sachsen und Brandenburg
Ambartec-Vorstand Matthias Rudloff verweist auf das Interesse vieler Industrieunternehmen, ihre Energieversorgung auf umweltfreundlich erzeugten Wasserstoff umzustellen. „Um dies gut vorzubereiten und zu testen, benötigen sie Wasserstoff, bevor das Wasserstoffkernnetz anliegt“, argumentiert Rudloff. „Mit unserem Netzwerk von Wasserstoffquellen ermöglichen wir genau das. Die Nutzer benötigen lediglich eine Entladeeinheit, der Wasserstoff kommt via Eisen-Nuggets im Container zu ihnen.“ Starten werde dieser Dienst in Sachsen und Brandenburg.

Unternehmen liefert Energie für Wasserstoff-Gewinnung in Containern voller Eisenklumpen
Das Konzept: Überall dort, wo noch keine Wasserstoff-Leitungen anliegen, kommen die Containerlaster vorbei, bringen hochreine Eisen-Nuggets vorbei, die sie dann in Ambartec-Reaktoren mit Wasser überströmen und dabei Wasserstoff freisetzen. Die Rostklumpen packen sie hinterher wieder ein. Die bringen sie dann zu Chipfabriken, Müllverbrennungsanlagen, Forschungseinrichtungen oder anderen Betrieben, die häufig Wärme beziehungsweise Recycling-Wasserstoff übrig haben. Dort werden die Rostklumpen mit Wasserstoff überströmt, der zieht den Sauerstoff aus dem Eisenoxid und erzeugt so wieder verwertbare Reineisen-Nuggets.

„Wir arbeiten bereits mit zahlreichen Partnern, die den Wasserstoff bereitstellen werden“, betont Technikvorstand Uwe Pahl. „Er wird quasi mittels unserer Eisen-Nuggets eingesammelt.“ Es handele sich zwar meist um wiederaufbereitetes Gas, das nicht so rein wie Wasserstoff frisch aus dem Elektrolyseur sei. Der sei aber für viele Einsatzzwecke ausreichend, zum Beispiel zum Heizen.
Brückenlösung bis zum Anschluss ans Wasserstoffnetz
Hintergrund: Auch nach dem Ampel-Aus in Berlin steht die Wirtschaft weiter unter Druck, ihre Umweltbilanz zu verbessern: Stahlwerke zum Beispiel sollen Koks durch Wasserstoff ersetzen, um Eisen zu Stahl zu reduzieren und dabei weniger Kohlendioxid freizusetzen. Die Chemieindustrie wiederum braucht seit jeher erhebliche Mengen an Wasserstoff, zieht sich den bisher aber auch aus Erdgas. Womöglich werden künftig auch Erdgas-Kraftwerke auf Wasserstoff umgerüstet, dieses Konzept ist allerdings wegen der hohen Wasserstoffkosten umstritten. In jedem Falle dürfte der Bedarf an Wasserstoff, der nicht aus Erdgas reformiert wird, steigen. Bis die angekündigten großen Wasserstoff-Pipelines für Deutschland in großen Mengen lieferfähig sind, wird es aber noch Jahre dauern. Bis dahin könnten womöglich Brückenlösungen helfen, bei denen Wasserstoff vor Ort gewonnen oder „indirekt angeliefert“ wird wie bei der Ambartec-Technologie.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Ambartec, Oiger-Archiv, Wikipedia

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