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Anwohner fürchten im Erzgebirge „gewaltigen Eingriff in die Umwelt“

Das Lithiummineral Zinnwaldit. Foto: Bergakademie Freiberg
Das Lithiummineral Zinnwaldit. Foto: Bergakademie Freiberg

Bürgerinitiative erneuert Kritik am geplanten Lithium-Bergbau

Bärenstein/Altenberg, 26. März 2025. Einen Tag nach dem Rückschlag für „Zinnwald Lithium“ bei der Europäischen Union hat die „Bürgerinitiative Bärenstein“ ihre generelle Kritik an dem geplanten Lithium-Abbau im Erzgebirge erneuert. Dabei handele es sich um einen „gewaltigen Eingriff in die Umwelt“.

„Schon allein die Versiegelung von 115 Hektar durch die obertägigen Industrieanlagen der chemischen Aufbereitung und der Deponie inmitten eines hochsensiblen Natur- und Kulturraums von gesamteuropäischer Naturschutzbedeutung hätte fatale Folgen“, argumentiert Anja Weber von der Bürgerinitiative Bärenstein. „Zudem wären zahlreiche Bewohner von Auswirkungen betroffen. Gesundheitliche Beeinträchtigungen sind, wie im Bergbau üblich, zu erwarten.“

Hintergrund: „Zinnwald Lithium“ mit Hauptsitz in Altenberg sowie die tschechische „Geomet s.r.o.“ wollen eine große Lithium-Lagerstätte im Erzgebirge abbauen. Sie verweisen auf den hohen Bedarf an diesem Leichtmetall für die Akkuproduktion vor allem in der Autoindustrie.

Dagegen haben sich auf beiden Seiten der Grenze protestierende Anwohner formiert – in Form der Bürgerinitiativen in Bärenstein, Liebenau, der IG Zinnwald und der tschechische Organisation „Cinvald z.s.“. Die Bärensteiner verweisen auf die weitgehenden Eingriffe in die ost-erzgebirgische Natur: Demnach soll bei Bärenstein auf der Spülhalde eine Deponie für Rückstände aus der Lithiumerz-Gewinnung entstehen, im Bielatal sei eine industrielle Aufbereitungsanlage geplant. Eine weitere Planungsvariante sehe für Ort Liebenau eine Aufbereitung und Deponie vor und in Zinnwald soll das Bergwerk entstehen.

Tschechische Geomet war in Brüssel erfolgreicher

Derweil hatten beide Unternehmen bei der EU beantragt, mit ihren Bergbau-Projekten als „strategisch wichtig“ für Europa eingestuft zu werden. Während die deutsche „Zinnwald Lithium“ damit in Brüssel erfolglos blieb, hat die tschechische „Geomet“ solch eine Einstufung bekommen. Die kann unter Umständen helfen, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und leichter an Fördermittel zu gelangen.

Autor: Oiger

Quelle: BI Bärenstein, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger