Alle Artikel in: Astrophysik & Raumfahrt

Neues aus Raumfahrt und Astronomie

Test einer britischen Drohne im niederländischen HERTZ-Labor der ESA. HERTZ steiht einerseits für den Physiker Heinrich Hertz, andererseits für " Hybrid European Radio Frequency and Antenna Test Zone". In dem funkwellen-abgeschirmten Labor können die Verbindungen zwischen Drohne und Satellit besonders störungsarm getestet werden. Foto: ESA–G. Porter, CC3.0-Lizenz

ESA testet zivile Drohnen

Unbemannte Flugkörper sollen Grenzen und Öl-Trassen überwachen Amsterdam, 9. Juli 2017. Die ESA testet gemeinsam mit der Wirtschaft unbemannte zivile Drohnen mit integrierten Antennen in den Flügeln. Diese unbemannten Flugkörper sollen zum Beispiel Öl-Pipelines, nationale Grenzen und andere Infrastrukturen weit außerhalb der üblichen Kommunikations-Netze überwachen.

Das Diane-Team der TU Dresden mit ihrer aufblasbaren Antenne und der Rakete in Schweden.Evgeniy Zakutin, Nadin Rößler und , Mitte: Thilo Zirnstein, 2.v.r.: Ulrich Nordmeyer, rechts: Timo Fuckner. Foto: TUD

Jungingenieure aus Dresden blasen Großantenne im All auf

Technologie soll bei Mars- und Kometenerkundungen helfen Dresden, 12. April 2017. Um den Mars und andere ferne Planeten zu erkunden, können Astronomen möglicherweise schon bald nicht nur auffaltbare, sondern auch aufblasbare Riesenantennen im Weltall nutzen. An solch einer Technologie arbeiten derzeit Nachwuchs-Ingenieure der TU Dresden. Sie wollen später ein Unternehmen gründen, das diese Aufblas-Antennen an ESA, Roskosmos, NASA und andere Raumfahrtagenturen verkauft oder lizenziert. Dass ihr Konzept im Grundsatz funktioniert, haben sie nun mit einem Raketenstart im kalten schwedischen Norden bewiesen: Die 7,5 Meter lange Dipol-Antenne entfaltete sich rund 86 Kilometer Kilometer über der Erde und begann zu funken. „Wir waren sehr glücklich, als wir festgestellt haben, dass unser Experiment funktioniert“, berichtet Doktorand Evgeniy Zakutin.

Umweltwächter rast ins All

Zweiter Sentinel-Satellit startet am Freitag vom ESA-Weltraumbahnhof Französisch-Guiana, 2. April 2017. Um die globale Umweltverschmutzung von Küstengewässern und Seen zu überwachen, hat die europäische Weltraumagentur ESA das Sentinel-2-Programm (deutsch: Wächter) gestartet. Zwei Satelliten sollen unseren Planeten stetig überfliegen und dabei mit hochauflösenden Multispektral-Kameras Fotos von Wäldern, Meeren und Feldern schießen. Voraussichtlich am kommenden Freitag bringt eine Vega-Rakete den zweiten der beiden Erdtrabanten ins All. Das Zeitraffer-Video zeigt die Vorbereitungen für „Sentinel 2B“ auf dem ESA-Weltraumbahnhof in Französisch-Guiana.

Diese Aufnahmen von der Sonne hat Satellit GOES-16 in verschiedenen Bereichen des Ultraviolett-Spektrums aufgenommen und in verschiedene Farben übersetzt. So können "Weltraum-Meteorologen" auch in tiefere Schichten der Sonne hineinschauen und absehen, wenn sich ein Sonnensturm zusammenbraut. Abb.: NOAA, NASA

Sechs Sterne und doch nur einer

Satelliten überwachen auf verschiedenen Wellenlängen das “Wetter” auf der Sonne Sonnensystem, 5. März 2017. Sechs verschiedenfarbige Feuerbälle und doch der gleiche Stern: All diese sechs Bilder zeigen die Sonne im gleichen Moment, aber aufgenommen in verschiedenen Wellenlängen von Ultraviolett-Strahlung – und informieren uns letztlich über das „Weltraum-Wetter“.

Der Südpol des Jupiters in einer farbverstärkten Juno-Aufnahme. Abb.: NASA/ JPL-Caltech, SwRI, MSSS, John Landino

Jupiters Südpol im Fokus

Raumsonde Juno umkreist den Riesenplaneten Sonnensystem, 19. Februar 2017. Die NASA-Raumsonde „Juno“ umkreist derzeit den größten Planeten unseres Sonnensystems, den Jupiter. Dabei hat das Raumschiff nun auch den Südpol des Gasriesen aus rund 100.000 Kilometern Höhe fotografiert und daraus ist dieses farbverstärkte Bild entstanden, das deutlich zeigt, wie bewölkt es über dem Jupiter-Pol ist.

Die kosmische Region "NGC 6357" befindet sich etwa 5500 Lichtjahre von der Erde entfernt. Supernovae, die Strahlkraft junger Sterne und ionisierte Wasserstiff-Wolken bilden zusammen eine Formation, die wie ein malerisches Winderbild wirkt. Abb.: X-ray: NASA/CXC/PSU/L. Townsley et al; Optical: UKIRT; Infrared: NASA/JPL-Caltech

Winterbild im All zu Weihnachten

Supernovae und junge Sterne haben malerische Region NGC 6357 „gezaubert“ Weltall, 25. Dezember 2016. extra für uns zu Weihnachten hat die Natur diese wundervolle Eislandschaft ins All gemalt – möchte man zumindest meinen. Tatsächlich aber sehen wir hier eine Ansammlung aus jungen Sternen Supernova-Überresten, energiegeladenen Wasserstoffwolken und anderen kosmischen Zutaten, die dieses pittoreske Bild geformt haben.

Gaia vermisst unsere Galaxis. Abb.: ESA

Dresdner überwachen innere Uhr der Erdmutter

Dresden/Paris, 14. September 2016. Seit fast drei Jahren umkreist die Weltraumsonde „Gaia“ nun schon im Schlepptau der Erde die Sonne und kartografiert unsere Galaxis. Von den Daten erhoffen sich die Astronomen neue Erkenntnisse darüber, wie die Milchstraße, wie unsere Sonne und all die anderen Sterne entstanden sind – und welches galaktische Schicksal sie und uns erwartet.

Die Visualierung zeigt den ENVISAT in der Betriebsphase. Abb.: ESA

Dresdner TU-Forscher arbeiten an Augen für Jagd-Raumschiff

Orbitaler Jäger soll 2020 den toten Envisat einfangen Dresden, 28. Juni 2016. Automatisierungs-Forscher der TU Dresden entwickeln derzeit künstliche Augen für einen kosmischen Jagd-Satelliten. Der soll voraussichtlich im Jahr 2020 im Auftrag der europäischen Raumfahrtagentur ESA den toten Umweltsatelliten ENVISAT vom Himmel holen, damit der keine Katastrophe im All auslöst.

Künstlerische Darstellung des einzigartigen Gesteins-Kometen C/2014 S3. Visualisierung: ESO, PANSTARRS

Kosmischer Streuer kehrt nach Milliarden Jahren zur Sonne zurück

Astronomen entdecken Gesteins-Kometen aus der Geburtszeit der Erde Sonnensystem, 30. April 2016. Einen Gesteinskometen aus der Geburtszeit der Erde, der für Milliarden Jahre am Rande unseres Sonnensystems eingefroren war und nun „nach Hause“ zurückkehrt, haben Astronomen der Europäischen Südsternwarte ESO entdeckt. Das haben die ESO-Forscher und das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg mitgeteilt.

Überreste einer Supernova: Keplers Supernova explodierte in 13.000 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Schlangenträger (Ophiuchus). Sternengucker wie der berühmte Astronom Johannes Kepler konnten sie schon vor 400 Jahren beobachten. Foto: NASA, ESA, R. Sankrit and W. Blair (Johns Hopkins University) / CC BY 3.0

16 Sternen-Explosionen in Erdnähe

Forscher aus Canberra, Dresden und Berlin weisen außerirdisches Eisen von vielen Supernovae auf Meeresgrund nach Canberra/Berlin/Dresden, 6. April 2016. In kosmischer Nähe zu Erde explodieren Sterne viel häufiger als bisher gedacht – und laden dabei radioaktives Eisen und andere Elemente in unseren Ozeanen ab. Das haben Forscher aus dem australischen Canberra, aus Berlin und Dresden-Rossendorf nun nachgewiesen. Demnach sind in den vergangenen 13 Millionen Jahren mindestens 16 solcher Supernovae in solcher Nähe zu unserem Planeten ausgebrochen, dass dadurch außerirdisches Material auf den Meeresboden von Pazifik, Atlantik und Indischem Ozean gelangen konnte. Dies teilten die TU Berlin, das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und die „Australian National University“ (ANU) aus Canberra heute mit.

Über 4 Milliarden Lichtjahren enfernt von der Erde stoßen im Sternbild Eridianus zwei Galaxienhaufen zusammen. Das Objekt MACS J0416 formt eine riesige Schwerkraft-Linse, mit der die Astronomen tiefer ins alte All schauen können. Abb.: NASA, ESA

Riesenlinse verschmilzt im All

Galaxienhaufen verschmelzen zu MACS J0416 und beugen durch ihre Massen den Raum Sternbild Eridanus, 27. März 2016. Um Galaxien zu untersuchen, die viel zu weit entfernt sind, um sie selbst mit den besten Teleskopen noch zu sehen, nutzen Astronomen seit Albert Einstein gern einen besonderen Trick: Sie benutzen extrem massereiche Galaxienhaufen im All als Vergrößerungslinse. Denn laut Einstein formen Sterne und andere massereiche Objekte erst den Raum, wie wir ihn kennen, beugen damit auch den eigentlich geradlinigen Weg des vorbeischießenden Lichts. Dieser Linseneffekt sorgt zum Beispiel dafür, dass wir extrem alte Galaxien, die sich hinter solch einer Linse vor uns zu verstecken scheinen, doch sehen können, da ihr Licht ja um die Linse „herumgebogen“ wird.

Die Proton-Rakete bringt Exomars in den Orbit, von dort aus geht es wieter gen Mars. Visualisierung: ESA

ESA-Raumschiff unterwegs zum Mars

Exomars sucht nach Leben auf dem Nachbarplaneten Erde/Mars, 14. März 2016. Das Raumschiff Exomars ist heute vom Weltraumbahnhof Baikonur in den Weltraum gestartet und macht sich nun auf den Weg zu unserem Nachbarplaneten. Das hat die europäische Raumfahrtbehörde ESA mitgeteilt, die die Mission leitet. Im Oktober soll das Raumschiff den Mars erreichen und dort einen Orbiter und das Landemodul Schiaparelli absetzen.

Virgin Galactic hat ein neues SpaceShipTwo: sie "Unity". Foto: Jack Brockway

Neues Privatraumschiff „Unity“ vorgestellt

Gelähmter Star-Physiker Hawking tauft die Fähre – und hofft auf eigenen Flug ins All Mojave, 20. Februar 2016. Knapp anderthalb Jahre nach dem Absturz des Vorgänger-Modells hat das private Raumflug-Unternehmen „Virgin Galactic“ nun im kalifornischen Mojave ein neues Raumschiff vorgestellt: Der Gleiter „Unity“ („Einheit“) gehört zur SpaceShipTwo-Serie und soll in Zukunft vor allem Touristen in den Erdorbit bringen. Die Schiffstaufe übernahm der gelähmte Physiker Prof. Stephen Hawking, der darauf hofft, mit der „Unity“ ins All reisen zu können. „Wenn Richard mich lässt, wäre ich sehr stolz darauf, mit diesem Raumschiff zu fliegen“, erklärte er anlässlich der Namenstaufe.