Alle Artikel in: Astrophysik & Raumfahrt

Neues aus Raumfahrt und Astronomie

Dr. Frank Stefani erkundet Phänomene, die zum Beispiel bei der Erzeugung des Erdmagnetfeldes und der Entstehung von Sternen und Schwarzen Löchern eine wichtige Rolle spielen. Der Europäische Forschungsrat unterstützt seine Untersuchungen nun mit 2,5 Millionen Euro. Foto: HZDR / R. Weisflog

Schützt uns die Taumelei der Erde vor dem Strahlentod?

Europas Forschungsrat bewilligt 2,5 Millionen Euro für Experimente mit künstlichem Erdkern in Dresden Dresden-Rossendorf, 10. April 2018. Ein Forscherteam um Dr. Frank Stefani will mit einem neuen und weltweit einzigartigen Forschungsgerät im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) nachweisen, wie das Magnetfeld der Erde entstanden ist, das uns alle vor der tödlichen Strahlung aus dem All schützt: Der „DRESDYN“ ist ein um zwei Achsen rotierbarer Zylinder, gefüllt mit flüssigem Metall, der die Taumelbewegung der Erde auf ihrem Weg um die Sonne nachstellen kann. Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) schätzt Stefanis Konzept als so interessant und wichtig ein, dass er dem Dresdner Forscher nun ein Stipendium – einen sogenannten „ERC Advanced Grant“ über 2,5 Millionen Euro zugebilligt hat.

Das SpaceShipTwo namens „VSS Unity“ bei der Landung nach einem früheren Gleitflug. Foto: Virgin Galactic

Privat-Raumschiff „Unity“ absolviert Testflug

Virgin Galactic versucht weiter, Menschen ins All zu bringen Las Cruces, 6. April 2018. Nach einigen Rückschlägen hat das private Raumfahrt-Unternehmen „Virgin Galactic“ des englischen Milliardärs Richard Branson wieder Fortschritte zu vermelden: Das Raumschiff „VSS Unity“ aus der neuen Serie SpaceShipTwo (SS2) hat am 5. April 2018 seinen ersten Hyperschallflug mit eigenem Raketenmotor absolviert und ist auch wieder auf seinem Heimat-Raumflughafen in New Mexico in den USA sicher gelandet. Das teilte das Unternehmen heute mit.

Die Aufnahme der NASA-Sonde SDO zeigt im "Süden" die Verdunklung der Sonne durch das Korona-Loch. Foto: SDO/NASA

Magnetkäfige würgen Sonneneruptionen ab

Forscher aus Frankreich und den USA untersuchen mit dem NASA-Teleskop SDO, wann Sonne Plasma verliert Sonnensystem, 25. Februar 2018. Sonneneruptionen sind ein steter Kampf zwischen der eigenen thermischen und kinetischen Energie auf der einen Seite und starken Magnetkäfigen, die das heiße Plasma auf der Sonne gefangen halten. Das haben Untersuchungen von Wissenschaftlern aus Frankreich und den USA ergeben. Sie nutzten dabei Beobachtungsdaten vom „Solar Dynamics Observatory“ (SDDO) der US-Raumfahrtbehörde NASA.

Die Visualisierung zeigt, wie sich die BepiColombo-Mission am Merkur in zwei Orbiter aufspaltet: Vorn der "Mercury Planetary Orbiter" der ESA, im Hintergrund ist der "Mercury Magnetospheric Orbiter" der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA zu sehen. Visualisierung: Spacecraft: ESA/ATG medialab; Mercury: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of Washington

Europa und Japan schicken 2018 Sonde zum Merkur

„BepiColombo“ kostet 1,3 Milliarden Euro Sonnensystem, 7. Januar 2018. Den innersten Planeten unseres Sonnensystems sollen ab 2025 eine europäische und eine japanische Sonde näher untersuchen. Wenn alles läuft wie geplant, werden beide Orbiter an Bord des Trägermoduls MTM im Herbst 2018 von der Erde gen Merkur abheben. Dieses „BepiColombo“ genannte Projekt hat die europäische Raumfahrtagentur ESA angekündigt. Ursprünglich sollte das Kombi-Raumschiff bereist 2013 starten. Die 1,3 Milliarden Euro teure Mission hatte sich jedoch immer wieder verzögert.

Die Visualisierung zeigt, wie sich Elizabeth Turtle von der Johns Hopkins University das Projekt Dragonfly vorstellt: Das Roboter-Raumschiff soll mit acht Rotoren über der Titan-Oberfläche navigieren und mehrere Orte auf dem Saturn-Mond ansteuern, um sie näher zu untersuchen. Visualisierung: NASA

Mit der Libelle zum Titan

Roboter-Drohne soll Saturn-Mond auskundschaften Washington, 25. Dezember 2017. Die US-Raumfahrtbehörde NASA erwägt, eine Drohne zum Saturn-Mond “Titan” zu schicken. Der Oktocopter (Achtflügler) „Dragonfly“ (deutsch: Libelle) soll die frühbiologische Chemie und Bewohnbarkeit des 5150 Kilometer großen Mondes untersuchen und mögliche Landeplätze für spätere Missionen auskundschaften.

rof. Christoph Leyens leitet das Fraunhofer-Institut IWS in Dresden und das Verbundprojekt Agent 3D. Hier zeigt er das Stahl-Modell einer Triebwerk-Düse für eine ESA-Rakete - die Originalteile fertigen die Dresdner Ingenieure aus teurem Platin. Foto: Heiko Weckbrodt

Dresdner 3D-Drucker mit kosmischer Mission

Fraunhofer-Technikum in Gruna spannt schon heute die Produktionstechnologien der Zukunft für den Raketenbau ein Dresden, 11. Dezember 2017. Profi-3D-Drucker werden in einigen Jahren in der Industrie genauso selbstverständliche Maschinen sein wie heute noch Fräsen und Bohrer. Diese „additiv-generativen Fertigungsanlagen“ werden klassische Werkzeug Maschinen zwar wahrscheinlich nicht vollständig ablösen, dem Maschinenpark der Fabriken aber neue Fähigkeiten verleihen. Das hat Prof. Christoph Leyens vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) Dresden eingeschätzt.

Der RAT-Rover bei Nacht. Abb.: Fernando Gandía/GMV

Der Mond liegt auf Teneriffa

Fernando Gandía/GMV ESA testet lunare Erkundungsroboter auf der Vulkaninsel Mt. Teide/Teneriffa, 23. Juli 2017. ESA-Ingenieure haben jetzt auf Teneriffa zwei Mond-Roboterfahrzeuge bei Nacht getestet. Laut der europäischen Raumfahrtagentur wurde die spanische Ferieninsel als Teststrecke ausgesucht, weil die Gegend um den Vulkan Teide sehr den Bedingungen auf dem Mond ähnelt.

Die Visualisierung zeigt, wie die LISA-Sonden ab 2034 eine lasergestützte riesige Antenne für Gravitationswellen im Al aufspannen sollen. Visualisierung: AEI/MM/exozet; GW-Simulation: NASA/C. Henze

Kosmische Pfadfinderin Lisa abgeschaltet

2034 wollen Europäer mit den nächsten Lisa-Sonden eine riesige Gravitationswellen-Antenne im All aufspannen Sonnensystem, 19. Juli 2017. Europäische Forscher wollen einen riesigen Gravitationswellen-Empfänger ins All schießen und damit kosmische Katastrophen analysieren. Die vorbereitende Pilotsonde „Lisa Pathfinder“ haben sie nach erfolgreichen Tests nun abgeschaltet, im Jahr 2034 sollen dann die drei Nachfolge-Satelliten starten. Da teilte das Albert-Einstein-Institut in Hannover heute mit.

Test einer britischen Drohne im niederländischen HERTZ-Labor der ESA. HERTZ steiht einerseits für den Physiker Heinrich Hertz, andererseits für " Hybrid European Radio Frequency and Antenna Test Zone". In dem funkwellen-abgeschirmten Labor können die Verbindungen zwischen Drohne und Satellit besonders störungsarm getestet werden. Foto: ESA–G. Porter, CC3.0-Lizenz

ESA testet zivile Drohnen

Unbemannte Flugkörper sollen Grenzen und Öl-Trassen überwachen Amsterdam, 9. Juli 2017. Die ESA testet gemeinsam mit der Wirtschaft unbemannte zivile Drohnen mit integrierten Antennen in den Flügeln. Diese unbemannten Flugkörper sollen zum Beispiel Öl-Pipelines, nationale Grenzen und andere Infrastrukturen weit außerhalb der üblichen Kommunikations-Netze überwachen.

Das Diane-Team der TU Dresden mit ihrer aufblasbaren Antenne und der Rakete in Schweden.Evgeniy Zakutin, Nadin Rößler und , Mitte: Thilo Zirnstein, 2.v.r.: Ulrich Nordmeyer, rechts: Timo Fuckner. Foto: TUD

Jungingenieure aus Dresden blasen Großantenne im All auf

Technologie soll bei Mars- und Kometenerkundungen helfen Dresden, 12. April 2017. Um den Mars und andere ferne Planeten zu erkunden, können Astronomen möglicherweise schon bald nicht nur auffaltbare, sondern auch aufblasbare Riesenantennen im Weltall nutzen. An solch einer Technologie arbeiten derzeit Nachwuchs-Ingenieure der TU Dresden. Sie wollen später ein Unternehmen gründen, das diese Aufblas-Antennen an ESA, Roskosmos, NASA und andere Raumfahrtagenturen verkauft oder lizenziert. Dass ihr Konzept im Grundsatz funktioniert, haben sie nun mit einem Raketenstart im kalten schwedischen Norden bewiesen: Die 7,5 Meter lange Dipol-Antenne entfaltete sich rund 86 Kilometer Kilometer über der Erde und begann zu funken. „Wir waren sehr glücklich, als wir festgestellt haben, dass unser Experiment funktioniert“, berichtet Doktorand Evgeniy Zakutin.

Umweltwächter rast ins All

Zweiter Sentinel-Satellit startet am Freitag vom ESA-Weltraumbahnhof Französisch-Guiana, 2. April 2017. Um die globale Umweltverschmutzung von Küstengewässern und Seen zu überwachen, hat die europäische Weltraumagentur ESA das Sentinel-2-Programm (deutsch: Wächter) gestartet. Zwei Satelliten sollen unseren Planeten stetig überfliegen und dabei mit hochauflösenden Multispektral-Kameras Fotos von Wäldern, Meeren und Feldern schießen. Voraussichtlich am kommenden Freitag bringt eine Vega-Rakete den zweiten der beiden Erdtrabanten ins All. Das Zeitraffer-Video zeigt die Vorbereitungen für „Sentinel 2B“ auf dem ESA-Weltraumbahnhof in Französisch-Guiana.

Diese Aufnahmen von der Sonne hat Satellit GOES-16 in verschiedenen Bereichen des Ultraviolett-Spektrums aufgenommen und in verschiedene Farben übersetzt. So können "Weltraum-Meteorologen" auch in tiefere Schichten der Sonne hineinschauen und absehen, wenn sich ein Sonnensturm zusammenbraut. Abb.: NOAA, NASA

Sechs Sterne und doch nur einer

Satelliten überwachen auf verschiedenen Wellenlängen das “Wetter” auf der Sonne Sonnensystem, 5. März 2017. Sechs verschiedenfarbige Feuerbälle und doch der gleiche Stern: All diese sechs Bilder zeigen die Sonne im gleichen Moment, aber aufgenommen in verschiedenen Wellenlängen von Ultraviolett-Strahlung – und informieren uns letztlich über das „Weltraum-Wetter“.