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„Maurice der Kater“: Der Rattenfänger von Hameln ist ein tierischer Betrüger

Maurice hat sich mit seinen Rattenfreunden und dem Flötenspieler Keith eine raffinierte Abzocke einfallen lassen. Szenenbild: Eurovideo
Maurice hat sich mit seinen Rattenfreunden und dem Flötenspieler Keith eine raffinierte Abzocke einfallen lassen. Szenenbild: Eurovideo

Animationsfilm nach Terry Pratchett im Heimkino

Mit „Maurice der Kater“ veröffentlicht Eurovideo morgen ein charmantes Scheibenwelt-Märchen für Kinder ab sechs Jahre im Heimkino. Der 3D-Trickfilm über den ausgebufften tierischen Trickbetrüger und seine Freunde, die letztlich eine große Verschwörung zerschlagen, basiert auf einer Erzählung von Scheibenwelt-Autor Terry Pratchett steckt voller Anspielungen auf die Populärkultur und ist insofern auch für erwachsene Pratchett-Fans ein Hingucker.

Werbevideo für
"Maurice" (Eurovideo):

Die Story: Rattische Gaunerbande zieht von Stadt zu Stadt

Der schlitzohrige Maurice hat voll den Dreh raus: Um die naiven Menschen der Scheibenwelt abzuzocken, tut sich der Kater mit dem unbedarften Flötenspieler Keith und eine Horde Mäuse zusammen, die an den Abfällen der magischen Universität Ankh-Morpok genascht haben – und seither sprechen können. Im Stile routinierter Trickbetrüger ziehen sie nun von Stadt zu Stadt und gauckeln den braven Bürgern dort mit verteilten Rollen erst eine Rattenplage vor, die sie dann selbst – gegen ein angemessenes Entgelt, versteht sich – zu beseitigen anbieten. Das geht solange gut, bis ihnen in Bad Blintz die belesene Bürgermeister-Tochter Malicia auf die Schliche kommt – und die setzt Maurice auf eine echte Plage an: In der Kleinstadt treibt nämlich ein größenwahnsinniger Rattenkönig sein Unwesen. Und wer könnte solch einen Unterwelt-Boss besser bekämpfen als eine tierisch-menschliche Gaunerbande?!

Die Bürgermeister-.Tochter Malicia kommt den tierischen Trickbetrügern auf die Schliche. Szenenbild: Eurovideo
Die Bürgermeister-.Tochter Malicia kommt den tierischen Trickbetrügern auf die Schliche. Szenenbild: Eurovideo

Fazit: Nicht ganz so lustig wie die Pratchett-Bücher, aber mit eigenem Charme

Dass diese deutsch-amerikanische Koproduktion seine Geschichte stilistisch etwas anders erzählt als die großen Animationsfilmfabriken von Pixar und Dreamworks (und sich ihnen doch auch wieder verpflichtet fühlt) merkt man dem anderthalbstündigen Animationsstreifen rasch an. Die europäischen Wurzeln sind unverkennbar: Die Mischung aus Scheibenwelt und dem Grimmschen „Rattenfänger von Hameln“ mit einer ironisch gebrochenen Rahmenhandlung hat seine ganz eigene Note. Allerdings teilt „Maurice“ das Problem vieler Pratchett-Verfilmungen: Den geschriebenen Wortwitz und besonderen Humor des britischen Autors in ein visuelles Werk zu übersetzen, ist schwer – und so ist hat eben auch „Maurice“ seine spröden Seiten, funktioniert nicht ganz so fluffig wie die Pratchett-Romane. Dennoch hat der Film Pfiff und Charme, vermag zudem, sein Kern-Zielpublikum zu fesseln: Meine Tochter jedenfalls wollte den Kater gleich noch mal angucken, obwohl ihr gelegentlich etwas gruselte.

Die Boni:

Die DVD-Version enthält zusätzlich ein kleines und ein etwas größeres „Making Of“, rattische Ratespiele und Kurzinterviews mit den deutschen Synchronsprechern.

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Kurzüberblick

  • Titel: „Maurice der Kater“
  • Produktionsland und -jahr: USA/Deutschland 2022
  • Genre: Märchen, 3D-Animationsfilm
  • Altersfreigabe: FSK 6
  • Laufzeit: 93 Minuten
  • Regie: Toby Genkel
  • Deutsche Synchronsprecher: Bastian Pastewka, Jerry Hoffmann, Janin Ullmann u.a.
  • Produktion: Ulysses
  • Vertrieb: Eurovideo
  • Preis: Videostrom (u.a. Amazon): 14 Euro, DVD 13 Euro, Bluray 19 Euro

Autor der Rezension: Heiko Weckbrodt

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger