DigitalisierungKunst & KulturNewszAufi

Trickfilm von zehnjähriger Dresdnerin im MB21-Finale

Szenenbild aus dem Trickfilm "Die Forschungsreisende" von Océane Mirschél
Szenenbild aus dem Trickfilm „Die Forschungsreisende“ von Océane Mirschél

Jury hat 14 von 188 Einreichungen vorausgewählt – darunter „Die Forschungsreisende“ von Océane Mirschél

Dresden, 17. Oktober 2022. Ein verregneter Herbsttag. Eine braunrote Backsteinmauer versperrt den Blick aus dem Fenster. Die zehnjährige Océane Mirschél dreht gelangweilt ihren Globus. Doch wer Phantasie hat, ist an solchen Tagen klar im Vorteil: Mit einer Geste wischt das Mädchen den Regen weg und landet mit in einem Dschungel aus wuchernden Pflanzen, bunten Vögeln und Tieren… Mit ihrem viereinhalb-minütigen Trickfilm „Die Forschungsreisende“, der wie eine Mischung aus Papiercollage und Knetmasse-Stop-Motion wirkt, hat es die junge Dresdnerin in den Kreis der Nominierten für die Deutschen MB21-Multimediapreise geschafft.

Medienfestival nach Corona-Pause wieder im Technikmuseum Dresden

Diese Preise wird eine Fachjury am 12. November 2022 beim Medienfestival in den Technischen Sammlungen Dresden vergeben. Damit findet das Festival nach zweijähriger Corona-Pause wieder vor Ort und nicht nur online statt. Und gleichzeitig kehrt die Veranstaltung auch in ihre Heimatstadt zurück: Ursprünglich 1998 als eher regionaler Jugendwettbewerb am Rande des Dresdner Computerkunstfestivals „Cynetart“ und der Dresdner Technikmesse „Comtecart“ entstanden, ist MB21 heute ein bundesweiter Jugend-Kontest quer durch die modernen Medienformate.

Digitale Medien sollen Grenzen überwinden

Als Sonderthema haben die Veranstalter diesmal das Motto „Grenzenlos“ benannt. Dies soll die Kinder und Jugendlichen anregen, „sich mit den Chancen zu beschäftigen, die digitale Medien zur Überwindung von Grenzen und zur Förderung von Solidarität bieten“, erklärte Hannes Güntherodt vom Medienkulturzentrum Dresden, der den Wettbewerb gemeinsam mit Lara Müller vom „Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum“ (KJF) in Remscheid leitet. In Summe warten Preise im Gesamtwert von 11.000 Euro auf kreative Medienmacher und Medienmacherinnen im Alter bis 25 Jahren. In diesem Jahr hatte die Jury unter insgesamt 188 Einreichungen 14 Beiträge fürs Wettbewerbsfinale nominiert – darunter eben auch „Die Forschungsreisende“.

MB21-Wettbewerbsbeitrag
"Die Forschungsreisende"
von Océane Mirschél:

Schülerin hat alle Objekte im Film selbst gezeichnet und animiert – bis hin zur Klaviermusik

Ob Océane letztlich zu den Preisträgerinnen gehört, wird sich zeigen. Ihre Wettbewerbsbeitrag beeindruckt jedenfalls in Stil, Story und Könnerschaft. „Alle Objekte im Film hat Océane selbst gezeichnet, ausgeschnitten und als Legetrick-Animation zu einer Geschichte verwoben“, begründen die Juroren diese Nominierung. „Sogar die Klaviermusik hat sie selbst eingespielt. Begleitet wurde das Projekt der Schülerin von der Fantasia Trickfilmschule Dresden.“ Die kleine Entdeckerin jedenfalls erlebt in ihrem Dschungel allerlei Abenteuer mit einem Lemuren und Einhörnern – was kann man mehr von Tag erwarten, der so trübe begonnen hat.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Wettbewerbsvideo Océane Mirschél, KJF, Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger