Alle Artikel mit dem Schlagwort: Rezension

Thor (Roland Møller) schwingt den Hammer - und fast alle fürchten sich. Szenenfoto (Koch-Film) aus: „Walhalla – Die Legende von Thor“

„Walhalla – Die Legende von Thor“ auf Bluray: Bauernmädchen im Ragnarök

Blasse dänische Fantasy-Adaption der Edda-Sagenwelt Seit Hollywood die alten Geschichten aus der Edda als Comics neu verwurstet hat, gelten Thor, Loki und Konsorten wieder als Stars. Auf diesen Zug zwischen Midgard und Asgard sind auch die Skandinavier aufgesprungen: Der dänisch-irakische Regisseur Fenar Ahmad hat ein paar der alten nordischen Sagen mit einer Geschwistergeschichte kombiniert und sie als „Walhalla – Die Legende von Thor“ verfilmt. Ende April 2020 erscheint der Fantasy-Streifen in Deutschland im Heimkino-Format.

Auch ein paar gierige Amateure sind auf den Geldkoffer aufmerksam geworden und versuchen, auch am großen Rad zu drehen. Repro: Absolut Medien

DVD „Have A Nice Day“: Wilde Hatz im Stile Tarantinos

Chinesischer Thriller-Comic fürs deutsche Heimkino veröffentlicht Einen wilden Thriller-Animationsfilm im Stil von Quentin Tarantino und Guy Ritchie kredenzt der chinesische Regisseur Liu Jian nun auch dem deutschen Heimkino-Publikum. In „Have A Nice Day“ jagen Profi- und Möchtegern-Gangster um – welch Überraschung – einen Koffer voller Geld.

Auch diese Kugelmonster, die wir schon aus dem ursprünglichen Doom kennen, kreuzen wieder auf. Bildschirmfoto: Bethesda, aus: Doom Eternal

„Doom Eternal“: Infernalische Brut verseucht die Erde

Rasantes und grafisch topmodernes Remake des Ballerspiel-Klassikers erschienen Und wieder bricht das Verhängnis über die Erde herein – wobei alle Analogien zur gerade grassierenden Corona-Seuche rein zufällig sind: Mit „Doom Eternal“ hat die texanische Spieleschmiede „ID Software“ nun gemeinsam mit Bethesda eine moderne Neuauflage des Ballerspielklassikers von 1993 veröffentlicht.

Gerhard Barkleit: EinBlick in zwei Welten. Einband: OEZ Berlin-Verlag

„Alt gegen Jung, Ost gegen West“

Gerhard Barkleit kritisiert in „EinBlick in zwei Welten“ die „Klimapopulisten“ und eine „irrationale“ Kanzlerin Als ein „zweifach zwiegespaltenes Land – Alt gegen Jung, Ost gegen West“, geführt von einer Kanzlerin der irrationalen Entscheidungen, hat der Dresdner Autor Gerhard Barkleit in seiner nun erweiterten Autobiografie „EinBlick in zwei Welten“ die heutige Bundesrepublik charakterisiert.

Das Luxus-Raumschiff "Aniara" startet von der Erde gen Mars. Szenenfoto: Magnolia Pict.

Science-Fiction-DVD „Aniara“: Reise ins Nichts

Schweden haben das dystopische Versepos ihre Nobelpreisträgers Martinson über ein völlig aus der Bahn geratenes Luxus-Raumschiff verfilmt Ein kleines Stück Weltraumschrott verändert das Leben Tausender Menschen: Aufgebrochen waren sie für einen kurzen Trip zum Mars, doch dann wird daraus eine Reise in die Unendlichkeit. Was macht die Gewissheit, die Familie daheim niemals wiederzusehen, nie wieder durch einen Wald zu gehen oder den Wind auf der Haut zu spüren, aus den Menschen? Verzweifeln oder wachsen sie? Der Schwede Harry Martinson schrieb darüber vor über 60 Jahren das Gedicht „Aniara“ – und bekam dafür den Literatur-Nobelpreis. Pella Kågerman und Hugo Lilja machten aus der epischen Geschichte einen anderthalbstündigen Science-Fiction-Film. Das dystopische Werk ist nun in Deutschland fürs Heimkino erschienen.

Es gibt nur eines, was der junge Nicola (Francesco di Napoli) noch mehr liebt, als seine Clique: Seinen Bruder Christian (Luca Nacarlo). Foto: Prokino

„Paranza – Der Clan der Kinder“: Mafiathriller um eine Jugendgang aus Neapel

Krimi von Saviano und Giovannesi fürs Heimkino erhältlich Sie sind wild auf Sneakers, teure Klamotten und Uhren, vor allem aber auf die bewundernden Blicke der Mädchen: eine Bande Jugendlicher in Neapel, die in ihrer Gier nach „mehr“ erst zu Erpressern, dann zu Mördern werden. Der italienische Autor Roberto Saviano hat darüber ein Buch geschrieben, das Regisseur Claudio Giovannesi schließlich verfilmt hat. Der Mafiathriller „Paranza – Der Clan der Kinder“ ist nun auch im deutschen Heimkino verfügbar.

Da kam es auf jede Speicherzelle an, die sich mit dem "Poke"-Befehl direkt beschreiben ließ: Der Heimcomputer "Z 9001" von Robotron musste in Kleincomputer KC85/1 umbenannt werden, da das Gerät recht rasch wieder aus dem Handel verschwand und nur noch an "gesellschaftliche Bedarfsträger" berkauft wurde. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

„Für mich war der Computer eine erstaunliche Zauberkiste“

Das Buch „Computer in der DDR“ von René Meyer liefert einen profunden Abriss über die ostdeutsche Rechentechnik und ihre Hypes. In den 1980er Jahren erfasste ein nahezu pandemischer Virus große Teile der ostdeutschen Jugend – ein eher gutartiger indes: Immer mehr Menschen in der DDR wollten auch wie die deutschen auf der anderen Seite der Grenze jene wundersamen Maschinen haben, die man Heimcomputer nannte. Und nachdem die ersten Westgeräte per Intershop und A&V-Laden in das Land einsickerten und schließlich auch Robotron Dresden und der VEB Mikroelektronik „Wilhelm Pieck“ Mühlhausen eigene „Kleinstcomputer“ entwickelt hatten, gab es kein Halten mehr: Große Teile des DDR-Volkes verwandelten sich in Computer-Nerds… Wie das kam und was dahinter steckte, hat der Leipziger Autor René Meyer in „Computer in der DDR“ zusammengetragen. Erhältlich ist dieses sehr informative und gut recherchiere Buch gegen eine Versandpauschale, aber ansonsten gratis bei der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.

Auszug aus: Oblomok imperii (VT: Der Mann, der das Gedächtnis verlor) von 1929. Szenenfoto: Absolut Medien

„Der neue Mensch“ in sowjetischen Filmen

Doppel-DVD zeigt die Ikonografie der Modernität in Spiel-, Dok- und Trickfilmen der frühen Stalin-Ära Ein Mann zieht aus einer Bruchbude in ein neues Hochhaus. Anfangs fühlt er sich darin gar nicht wohl: Er kann nicht einschlafen. Bis er erkennt, dass es ein Fehler war, den alten Krempel aus der alten Wohnung mitzunehmen – der hindert ihn daran, im neuen Heim auch innerlich anzukommen. „Man muss in einem neuen Haus zu leben wissen“, schreibt er am Schluss des Puppentrickfilms „Beherrscher des Alltags“. Dass dies als Metapher für die Metamorphose des Russen zum neuen Menschen, des Sowjetbürgers gemeint ist, wird spätestens klar, wenn man die Entstehungszeit kennt: Gedreht wurde dieser teils surrealistisch anmutende Trickfilm in der stalinistischen Sowjetunion des Jahres 1932. Zu finden ist er in der Edition „Der neue Mensch“. Die versammelt insgesamt acht Filme der frühen Sowjetunion zwischen 1924 1932 auf zwei DVDs, die inzwischen fürs Heimkino erschienen sind.

Seit sie 16 ist, arbeitet Elsbeth im VEB Obertrikotagenbetrieb und kümmert sich dort um die Qualitätskontrolle - bis die Wende kommt und der Betrieb untergeht. Szenenfoto aus: „Der Wittstock-Zyklus“

„Der Wittstock-Zyklus“: Was vom Mädchen-VEB übrig blieb

Langzeit-Dokumentation über Textilarbeiterinnen in der DDR auf DVD erschienen Wittstock im Jahr 1974: Eine neue Textilfabrik wächst aus dem brandenburgischen Boden und gibt über 3000 Menschen Arbeit. Viele von ihnen sind junge Frauen aus den Dörfern ringsum. Im funkelnagelneuen VEB Obertrikotagenbetrieb „Ernst Lück“ tragen sie mehr Verantwortung und haben besser bezahlte Arbeit als viele Männer aus der Gegend. Wittstock 23 Jahre später: Das Werk ist dicht, die Frauen hangeln sich von Umschulung zu Umschulung, leben von der Stütze oder Gelegenheitsjobs. Dieses Provinzkapitel ostdeutscher Alltagsgeschichte hat der ehemalige Maschinenschlosser aus Dresden und spätere Regisseur Volker Koepp in einer schwarz-weißen Langzeitdokumentation eingefangen. Sein „Wittstock-Zyklus 1975-1997“ ist inzwischen als Doppel-DVD fürs Heimkino erschienen.

Die Hülle von "Code 8" Abb.: Koch Film

„Code 8“: Indie-Film über verarme Superhelden

Macher sammelten Geld für ihre Science-Fiction-Parabel über Diskriminierung und Überwachung beim Internetschwarm ein Welche neuen Wege beispielsweise Internet-Finanzierungsmodelle für unabhängige Filmemacher eröffnen, haben bereits vor einiger Zeit die Finnen mit ihrer Mondnazi-Groteske „Iron Sky“ beweisen und jüngst auch Jeff Chan und die Cousins Stephen und Robbie Amell mit ihrem Science-Fiction-Projekt „Code 8“: Sie drehten 2016 zunächst einen Kurzfilm, um ihre Idee zu visualisieren. Und der schlug so gut ein, dass sie bald darauf insgesamt 2,3 Millionen Dollar über diverse Crowdfunding-Plattformen wie „Indiegogo“ vom Internetschwarm einsammeln konnten. Mit dem Geld drehten sie eine anderthalbstündige Landfassung ihrer Parabel um Superkräfte und Diskriminierung – und die ist nun auch in Deutschland fürs Heimkino erschienen.