Alle Artikel mit dem Schlagwort: China

Stavros Mitrakis ist ein Geschäftsführer von Joynext in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Einfühlsamer Auto-Assistent von Joynext Dresden erahnt Fahrerwünsche

Ehemalige Spezialisten von Technisat und Preh entwickeln heute in Dresden Autoelektronik, die den Nerv europäischer wie chinesische Nutzer treffen muss. Dresden, 8. Juni 2020. Es klingt so verlockend einfach: „Verkaufen wir unsere Autos doch auch in China!“ Doch ein SUV-Geländewagen, der für die Vorlieben deutscher Fahrer entwickelt wurde, kann im Reich der Mitte ein Flop sein. Was hier als Todsünde eines Autobauers gilt, kann dort das entscheidende Verkaufsargument sein. „Chinesische Autofahrer sind sehr technikaffin“, erzählt Stavros Mitrakis, einer der beiden Geschäftsführer des chinesisch-deutschen Automobilzulieferers „Joynext“. „Sie sind viel offener für Funktionsvielfalt im Auto, für viele Einstellungen. Sie sind Spracheingabe gewohnt, wollen ihre chinesischen Apps auf dem Display haben und erwarten, dass das Auto soviel wie möglich für sie automatisch erledigt.“ Der durchschnittliche deutsche Autofahrer hingegen halte das für Spielerei, sei viel minimalistischer gepolt.

Fuchteln nicht mit Samurai-Schwertern rum wie die alten Yakuza, sondern drücken ab: Die chinesischen Gangster und Gangsterinnen denken effizient, global und zielorientiert. Szenenfoto aus Takashi Miikes "First Love" / Eurovideo

„First Love“: Draufhacken, bis keiner mehr steht

Verwickelter Yakuza-Thriller im „Pulp Fiction“-Stil von Takashi Miike im Videostrom Im Thriller „First Love“ stimmt Japans Meisterregisseur Takashi Miike den Abgesang auf eine untergehende Spezies und sein altes Lieblingsthema an: die Yakuza. Die ehemals so gefürchteten japanischen Gangsterbanden mit ihrem ganz eigenen Moralkodex haben sich in der globalisierten Welt von heute überlebt, zerfleischen sich nur noch gegenseitig und weichen vor den neuen chinesischen Triaden vom Festland Schritt für Schritt zurück.

Alibaba-Campus in Hangzhou. Foto: Alibaba

Amazon immer noch viermal so groß wie Alibaba

Beim Gewinn nehmen sich der US-Online-Riese und das Pendant aus China aber nicht mehr viel London/Seattle/Hangzhou, 26. Mai 2020. Der US-Onlinehandelsriese Amazon aus Seattle und sein chinesisches Pendant Alibaba mit Hauptsitz in Hangzhou verfolgen inzwischen recht ähnliche Geschäftsmodelle und wachsen damit auch stark. Beim Gewinn liegen sie auch nicht weit auseinander. Doch gemessen am Umsatz liegt Alibaba noch weit hinter Amazon. Das geht aus einer Analyse des Finanznachrichten-Portals „Learbonds.com“ aus London hervor.

Die Schlangendämoninnen Xiao-Bai (links) und ihre Schwester sind oft sehr unterschiedlicher Meinung über den wert oder Unwert der Menschen. Ausschnitt aus "White Snake" (Eurovideo

„Whitesnake“: Chinesische Liebeslegende im Heimkino

Romanze zwischen Mensch und Dämon als Animationsfilm mit viel Sinn für Farbästhethik Mit „White Snake“ veröffentlicht Eurovideo nun für deutsche Heimkinofreunde einen faszinierenden Animationsfilm, der auf alten Legenden über Liebe und Dämonen basiert. Dabei zeigen die Chinesen wieder einmal, dass ihre Erzählmuster und ästhetischen Vorstellungen sich manchmal recht spürbar von europäischen Konventionen oder selbst japanischen Anime unterscheiden.

Die Auswahl lässt es schon erahnen: Deutschland ist für seine Produktionsketten weit stärker als viele andere Industrie- und Schwellenländer auf offene Grenzen angewiesen. Der Anteil von Wertschöpfungsketten, die ausschließlich innerhalb der eigenen Grenzen verlaufen (blaue Balken) ist in anderen Ländern weit höher. Grafik: Ifo München

Deutsche Produktion besonders stark international verflochten

Ifo und Uni München: Deutschland hängt zwar kaum von Einzelquellen ab, braucht aber offene Grenzen München, 14. Mai 2020. Deutschland ist bei den allermeisten Produkten weit weniger von Einzellieferanten abhängig als oft angenommen. Dennoch treffen Lieferausfälle wie während der Corona-Krise die deutsche Wirtschaft weit mehr als andere Länder, weil ihre Produktionsketten in besonders hohem Maße international verflochten sind. Das geht aus einer Analyse „Status quo und Zukunft globaler Lieferketten“ hervor, die Lisandra Flach von der Ludwig-Maximilians-Uni sowie Rahel Aichele und Martin Braml vom Ifo-Institut München nun vorgestellt haben.

Elaskon-Lagerleiter Lars Hinzer sortiert an einer Abfüllmaschine die K60-Dosen für die Auto-Unterbodenpflege. Inzwischen hat der Betrieb aus Dresden eine ganze Serie weiterer Pflegeprodukte für Endkunden entwickelt. Foto: Heiko Weckbrodt

Elaskon segelt mit Multischaum durch die Corona-Krise

Industrie lässt sich derzeit nur schwer schmieren: Familienbetrieb aus Dresden vertickt nun neue Pflegesprays für Haus und Garten Dresden, 13. Mai 2020. Jahrzehntelang schmierte Elaskon vor allem Autos, Seilbahnen und Windkraftwerke auf hoher See. Nun hat sich das Familienunternehmen aus Dresden-Reick auf ein neues Geschäftsfeld gestürzt: Unter der Marke „Kraft + Schutz“ verkauft Elaskon nun in Baumärkten sowie per Internet neuentwickelte Multischäume. Mit denen können Privatleute ihre Gartenbänke, Teppiche, Autopolster wie auch Grillroste säubern, versiegeln und gegen Graffiti-Schmierer schützen. „Wir haben die Corona-Krise bisher gut gemeistert. Und dabei haben uns – neben der Digitalisierung – unter anderem auch diese neuen Pflegeprodukte geholfen“, berichtete Elaskon-Chef Tobias Schwald.

Die Huawei-Tochter HiSilicon verfügt über keine eigenen Fabriken, sondern ist auf Chipdesign spezialisiert. Foto: HiSilicon

China stößt in Halbleiter-Top-10 vor

Huawei-Tochter „HiSilicon“ verdrängt Infineon Scottsdale, 10. Mai 2020. Mit der Huawei-Tochter „HiSilicon“ ist erstmals ein chinesisches Unternehmen die Liste der zehn umsatzstärksten Mikroelektronik-Konzerne aufgestiegen. Das geht aus einem Bericht des US-amerikanischen Marktforschungs-Unternehmens „IC Insights“ aus Scottsdale hervor. Aus der Top 10 verschwunden ist hingegen der deutsche Halbleiterkonzern „Infineon“.

An den Prüfständen im Keller unterziehen die Dresdner Preh-Ingenieure die neuentwickelten Auto-Radios und -Navis Langzeit-Betriebstests. Foto: Heiko Weckbrodt

Aus Preh wird Joynext: Chinesen sind offener für Neues

Dresdner Entwicklungsschmiede für Autoelektronik verliert ihren Hauptsitz-Status Dresden, 8. Mai 2020. Eine traditionsreiche Autoelektronik-Entwicklungsschmiede in Dresden-Merbitz bekommt erneut einen neuen Namen: Aus „Preh Car Connect“ (PPC) wird nun „Joynext“. Das teilte der Besitzer, die chinesische Autozuliefer-Gruppe „Joyson Electronics“, mit.

Batteriezell-Markt weiter fest in chinesischer Hand

IDTechEx warnt: Überangebot besteht teils aus Batterien, die für Elektroautos ungeeignet sind Cambridge, 13. April 2020: Auch wenn sich große Konzerne wie LG, CATL und Samsung seit Monaten mit immer neuen Ankündigungen neuer Batterie-Fabriken in Europa überbieten: Der Markt für Batteriezellen, die jeder Auto-Akku braucht, ist und bleibt auf absehbare Zeit fest in asiatischer Hand. Das geht aus der Analyse „Li-ion Batteries 2020-2030“ des englischen Marktforschungs-Unternehmens IDTechEx aus Cambridge hervor. „Trotz der Eile, Lithium-Ionen-Kapazitäten in Europa aufzubauen, befinden sich über 50 Prozent der Zellproduktion in China und wird von chinesischen Unternehmen kontrolliert, was die wichtige Rolle des Landes unterstreicht“, haben die Analysten ausgerechnet.

Auch ein paar gierige Amateure sind auf den Geldkoffer aufmerksam geworden und versuchen, auch am großen Rad zu drehen. Repro: Absolut Medien

DVD „Have A Nice Day“: Wilde Hatz im Stile Tarantinos

Chinesischer Thriller-Comic fürs deutsche Heimkino veröffentlicht Einen wilden Thriller-Animationsfilm im Stil von Quentin Tarantino und Guy Ritchie kredenzt der chinesische Regisseur Liu Jian nun auch dem deutschen Heimkino-Publikum. In „Have A Nice Day“ jagen Profi- und Möchtegern-Gangster um – welch Überraschung – einen Koffer voller Geld.

Mitteldeutsche Industriebetriebe beschäftigen 1 Million Menschen im ländlichen Raum. Doch die Infrastruktur dort ist immer noch unterentwickelt, kritisiert der VDMA Ost. Foto: VDMA Ost

Konsequenzen aus Corona: Vielleicht doch nicht alles nach China auslagern?

IHK Dresden: Die Pandemie wird die vernetzte Weltwirtschaft nicht entglobalisieren – aber womöglich auch in Sachsens Industrie für ein Umdenken sorgen Dresden, 24. März 2020. Die Corona-Pandemie und die vorausgegangenen Handelskriege werden die Globalisierung nicht rückgängig machen. Aber ein „Weiter so wie früher“ wird es danach wohl auch nicht geben. Für die sächsische Wirtschaft stehe derzeit zwar die Krisenbewältigung im Vordergrund, meint Lars Fiehler, der Sprecher der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden. Doch langfristige Konsequenzen seien danach auch hier sinnvoll und nötig.

Photovoltaik-Modul-Produktion bei Solarwatt Dresden. Foto: Solarwatt

Naht eine Renaissance für die deutsche Solarindustrie?

Solarwatt-Chef Neuhaus: Deutschland kann den Anschluss jetzt wiedergewinnen Dresden, 19. März 2020. Fast eine Dekade nach der großen Solarkrise, die eine ganze Branche in der Bundesrepublik mit rund 100.000 Jobs dahinraffte, ist die Zeit reif für eine Renaissance der deutschen Photovoltaik-Industrie. Davon ist Detlef Neuhaus, Geschäftsführer von Solarwatt Dresden, überzeugt: „Wir haben jetzt ein Zeitfenster von vielleicht drei bis fünf Jahren, um den Anschluss wieder zu erlangen“, sagt er. „Dann schließt sich dieses Fenster.“

Neuer Oberbürgermeister in Dresden: Dirk Hilbert. Foto: hilbert-fuer-dresden.de

Sachsen wollen mehr Geschäfte mit China machen

Dresdner Wirtschaftsdelegation auf dem Weg nach Harbin und Shenzhen Dresden/Shenzhen, 2. Januar 2020. Um die Wirtschaftsbeziehungen und Forschungskooperationen mit dem Fernen Osten auszubauen und mehr chinesische Touristen nach Dresden zu locken, brechen Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und der kommunale Wirtschaftsförderungs-Chef Robert Franke gemeinsam mit einer Unternehmer-Delegation am Sonnabend ins Reich der Mitte auf. Das hat die Stadtverwaltung Dresden heute angekündigt.

Europa auf Schaukelkurs zwischen China und USA

Deutsche Ökonomen raten EU zu „wechselnden Allianzen“ München, 21. November 2019. Auf eine Schaukel- und Ausgleichspolitik zwischen China und den USA würden viele deutsche Ökonomen am liebsten Europa einschwören: Sie sehen im aktuellen Handelskrieg zwischen den zwei größten Volkswirtschaften der Welt keinen vorübergehenden Konflikt, sondern einen Auftakt für einen langfristigen Konflikt der beiden Dominanzmächte des 21. Jahrhunderts. Europa solle sich da nicht auf eine Seite stellen, sondern eher das Zünglein an der Waage spielen. Das geht aus einer Expertenumfrage des Wirtschaftsforschungs-Instituts Ifo aus München hervor.

Umschlag des Buches von Joschka Fischer: Der Abstieg des Westens. Abb.: Kiwi

Leben im chinesischen Jahrhundert

Im Buch „Der Abstieg des Westens“ plädiert Ex-Außenminister Joschka Fischer dafür, die EU-Staaten enger zusammenzuschmieden, um zwischen den Polen USA und China zu bestehen Zwischen den Mahlsteinen China und USA könnte Europa schon bald ganz und gar zur drittklassischen Kraft absinken – in politischer, wirtschaftlicher wie militärischer und gesellschaftlicher Hinsicht. Davor warnt jedenfalls der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer in seinem Buch „Der Abstieg des Westens“. Darin prophezeit der frühere grüne Spitzenpolitiker und „Realo“ Fischer nach den Jahrhunderten europäischer Dominanz und dem US-dominierten 20. Jahrhundert nun ein chinesisches 21. Jahrhundert: Gegen die scheinbar unaufhaltsam aufsteigende und zunehmend innovationsstarke Superkraft aus dem Osten werde die USA allenfalls noch als Gegenpol agieren.