Alle Artikel mit dem Schlagwort: Beihilfe

Die Visualisierung soll zeigen, wie sehr die neue Bosch-Chipfabrik in Dresden auf "Industrie 4.0"-Konzepte setzt. Foto/Visualisierung: Bosch

Wirtschaftsministerium schießt 140 Millionen Euro zur Boschfabrik Dresden zu

Staat kann bis zu 30 % der Fabrikkosten subventionieren Dresden/Berlin, 7. Juni 2021. Bosch hat für sein neues Halbleiterwerk in Dresden rund 140 Millionen Euro Subventionen vom Bundeswirtschaftsministerium bekommen. Das hat Minister Peter Altmaier (CDU) heute anlässlich der offiziellen Fabrikeröffnung mitgeteilt. Laut Bosch steigt diese Subvention später auf 200 Millionen Euro.

Ein Intel-Ingenieur begutachtet eine Chip-Belichtungsmaske in der Fabrik in Santa Clara. Foto: Intel

Globalfoundries Dresden: Wir hätten kein Problem mit Intel-Fabs vor der Haustür

Sachsens Mikroelektronik-Industrie fürchtet allerdings Subventionssog durch Mega-Projekt Dresden, 19. Mai 2021. Falls Intel in Sachsen mehrere Großfabriken für die Chip-Auftragsfertigung bauen sollte, wie in jüngster Zeit diskutiert, wäre das für Globalfoundries keine problematische Konkurrenz, sondern eher ein Gewinn. Das hat der Dresdner Globalfoundries-Sprecher Jens Drews auf Oiger-Anfrage erklärt.

Impression aus der Chipproduktion im Intel-Werk Hillsboro. Foto: Intel

Intel bietet Bau von acht Mega-Chipfabriken in Deutschland an

Auch Sachsen kommt als Standort in Frage – US-Konzern will aber 40 % Subventionen Berlin/Dresden/Santa Clara, 1. Mai 2021. Intel-Chef Pat Gelsinger erwägt laut „Handelsblatt“-Bericht, mehrere Chipwerke der Mega-Fab-Klasse in Deutschland zu bauen. Auch Dresden steht laut „Handelsblatt“ als Standort zur Debatte. Allerdings fordere Gelsinger auch hohe Subventionen: Etwa 40 Prozent der Investitionskosten soll demnach die öffentliche Hand zuschießen, soll er am Rande einer Reise nach Berlin erklärt haben.

Ein Mitarbeiter des Mikroelektronik-Forschungszentrums Imec im belgischen Löwen schaut sich prüfend einen 300-Millimeter-Wafer an. Falls eine Euro-Foundry gebaut wird, steht auch dieser Standort zur Debatte. Foto: Imec

Denkfabrikant: Chip-Eurofoundry würde Steuermilliarden wohl nur verbrennen

„Vor uns liegt ein Marathon bis 2035, kein Sprint bis 2025“, meint auch Glofo Berlin/Dresden, 9. April 2021. Der neue EU-Plan, in dieser Dekade einen riesigen Chip-Auftragsfertiger (Codename: Eurofoundry) für Mikroelektronik der allerneuesten Generation in Europa zu etablieren, ist nach Einschätzung des Analysten Jan-Peter Kleinhans von der Denkfabrik „Stiftung neue Verantwortung“ aus Berlin ein Irrweg. „Leider ist die Jagd nach der 2-nm-Fabrik ein vergebliches Unterfangen mit dem sehr realen Risiko, Milliarden von Euro an öffentlichen und privaten Geldern zu verschwenden“, schreibt Kleinhans in seinem Kurzaufsatz „Der Mangel an Halbleiterfertigung in Europa“.

Robert Klose überprüft in der Skeleton-Fabrik in Großröhrsdorf, ob die Ultrakondensator-Zellbehälter korrekt laserverschweißt sind. Foto: Heiko Weckbrodt

Skeleton baut Ultrakondensator-Fabrik in Großröhrsdorf aus

Esten wollen in Sachsen neue Hybrid-Speicher aus Ultracaps und Lithium-Akkus entwickeln Großröhrsdorf/Tallinn, 10. März 2021. Ultraschnelle Energiespeicher aus Sachsen und Estland sollen bald dabei helfen, Elektroautos rascher aufzuladen, die Energiewende-Spitzen in den deutschen Stromnetzen zu glätten und Lkws beim Kaltstart helfen. „Skeleton Technologies“ baut deshalb nun seine Fabrik für Ultrakondensatoren (Ultracaps) in Großröhrsdorf aus und konzentriert dort die Entwicklung neuer Produkte. Dafür investiert das estnisch-sächsische Unternehmen rund 110 Millionen Euro. Bis zum Jahresende sollen rund 40 neue Jobs entstehen.

Prof. Joachim Ragnitz ist Stellvertretender Leiter der ifo-Niederlassung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Weniger Regionalförderung in Ostdeutschland absehbar

Ifo-Institut: Deutscher Dauer-Aufschwung und der Brexit verschieben Wirtschaftsbalance in der EU Dresden, 13. Dezember 2017. Die Wirtschaftsforscher von ifo Dresden rechnen damit, dass Ansiedlungszuschüsse für Unternehmen und andere Regionalförderung ab 2020 auch in Ostdeutschland kaum noch möglich sein wird. „Bei Fortbestand der geltenden Regeln wird Deutschland ab 2020 nur noch in geringem Maße Förderung betreiben können“, schätzte ifo-Dresden-Vizedirektor Joachim Ragnitz ein. Schuld seien vor allem der Brexit und der lange Wirtschaftsaufschwung in Deutschland.

Geschäftführer Rutger Wijburg zeigt einen Wafer mit 22FDX-Chips, die das Globalfoundries-Werk Dresden produziert hat. Foto: Heiko Weckbrodt

Sachsen gibt Globalfoundries 90 Millionen Euro

Geld für Technologie-Entwicklung im Chipwerk Dresden gedacht Dresden, 17. März 2017. Damit Globalfoundries (Glofo) seine Chiptechnologie „FDX“ in Dresden weiterentwickelt, will das sächsische Wirtschaftsministerium dem US-Elektronikkonzern 90 Millionen Euro geben. Das Landesgeld ist als indirekte Subvention für die milliardenschweren Erweiterungs-Investitionen im Dresdner Glofo-Chipwerk gedacht, gilt offiziell aber als Technologie-Förderung. Anzunehmen ist, dass weitere Millionen-Subventionen von Bund, Land und EU an Glofo noch fließen werden.

Sachsens Hightech-Gründer leiden unter Risikokapital-Lücken. Foto: Heiko Weckbrodt

IfW: Fast 160 Milliarden € Subventionen in Deutschland geflossen

Forscher sehen Umverteilung von Wirtschafts- zu „weichen“ Subventionen Kiel, 23. Juli 2015. In Deutschland sind im vergangenen Jahr rund 158,1 Milliarden Euro Subventionen durch Bund, Länder, Gemeinden, EU und andere staatsnahe Stellen geflossen. Das hat das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel errechnet. Damit verharre das staatliche Beihilfevolumen im Jahresvergleich auf hohem Niveau, betonten die Forscher.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Abb.: J. Jeibmann/Staatskanzlei

Sachsen hat knapp zehn Milliarden Euro Investitionszuschüsse gezahlt

Ministerpräsident Tillich zieht 25 Jahre nach Landes-Neugründung positive Wirtschaftsbilanz Dresden, 13. Januar 2015: Obwohl der wirtschaftliche Aufholprozess zum Westen in Sachsen stagniert, hat Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) 25 Jahre nach der Neugründung des Freistaates Sachsen eine positive ökonomische Bilanz gezogen. „Allen, die behaupten, die Zeit der Neuansiedlungen sei vorbei, sind auch 2014 widerlegt worden“, betonte er heute. So hätten sich im vergangenen Jahr rund 70 Unternehmen neu in Sachsen angesiedelt, auch habe es etwa 300 Erweiterungs-Investitionen gegeben.

„EE Times“: Globalfoundries-Chef kritisiert Industriepolitik der EU

San Francisco/Brüssel, 22. Dezember 2012: Globalfoundries-Chef Ajit Manocha hat laut einem Bericht des Technik-Nachrichtenportals „EE Times“ die Industriepolitik der EU als „fatalen Fehler“ kritisiert. Die Kommission fokussiere ihre Förderpolitik zu sehr auf Innovationen, unterstütze die Produktionsüberführung dieser Erfindungen aber, zitiert das Portal den Chef des US-Auftragsfertigers, der in Dresden auch einen großen Chipproduktions-Standort in Europa betreibt.

EU genehmigt Millionen-Beihilfen für Dresdner Chipwerk

Dresden/Brüssel, 13.7.11:  Die EU-Kommission in Brüssel hat die deutschen Subventionen für den Chipwerk-Ausbau von Globalfoundries (GF) in Dresden genehmigt. Der Bund kann das Vorhaben damit in einem Umfang von 219 Millionen Euro bezuschussen. Das entspricht etwa elf Prozent der rund zwei Milliarden Euro Gesamtinvestition, die GF derzeit in Dresden verbaut. In der Vergangenheit hatten Bund, Freistaat Sachsen und die EU die Chipwerk-Investitionen von AMD, Infineon & Co. in Dresden teils sogar mit bis zu 20 Prozent der Gesamtsumme bezuschusst. Inzwischen hat der Bund jedoch seine Hilfen zurückgefahren und die Kommission in Brüssel achtet immer strenger auf Beihilfe-Obergrenzen im EU-Raum.