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Imec baut Forschungs-Chipfabrik in Malaga statt Dresden

Vertreter von Imec, Andalusien und spanischer Zentralregierung vereinbaren eine Imec-Außenstelle in Malaga. Foto: Imec
Vertreter von Imec, Andalusien und spanischer Zentralregierung vereinbaren eine Imec-Außenstelle in Malaga. Foto: Imec

Belgier vereinbaren Absichtserklärung in Andalusien

Löwen/Malaga/Dresden, 16. März 2024. Das belgische Halbleiter-Forschungszentrum „Imec“ aus Leuven (Löwen) baut eine Außenstelle mit einer Pilot-Chipfabrik im andalusischen Malaga – und nicht in Dresden, wie zeitweise spekuliert wurde. Das sieht eine Absichtserklärung von Imec, spanischer Regierung und andalusischer Regionalregierung vor.

300-Millimeter-Prozesslinie geplant

„Die neue Anlage soll die bestehende 300-mm-Hochleistungs-CMOS-Prozesslinie von Imec in Leuven durch die Entwicklung neuer 300-mm-Prozesse und die Einführung neuer Materialien ergänzen“, hieß es von den Belgiern. „Ziel der Einrichtung ist es, die einzigartigen Vorteile modernster 300-mm-Halbleiterprozesstechnologie zu nutzen, um neue Anwendungen in den Bereichen Gesundheitswesen, Biowissenschaften, Photonik, erweiterte und virtuelle Realität, Präzisionssensorik und so weitervoranzutreiben.“

Sachsen hatten seit Jahren um das Imec geworben

Das Nachsehen haben die Sachsen: Die haben sich bereits seit Jahren um eine Imec-Außenstelle in Dresden bemüht, um ihren Mikroelektronik-Industriestandort zu stärken. Unseren Informationen zufolge scheiterte ein erster Anlauf vor mehreren Jahren zunächst unter anderem am Widerstand einer deutschen Forschungsgesellschaft. Kürzlich hatten sich dann aber die Spekulationen verdichtet, das Imec erwäge nun doch eine Außenstelle in Dresden– inzwischen haben wohl alle europäischen Chipforschungszentren eingesehen, dass sie nur gemeinsam international in der obersten Liga dauerhaft mitspielen können. Doch nun haben sich die Belgier für Südeuropa entschieden. Eine Rolle dürfte dabei spielen, dass sich sowohl die spanischen wie auch die portugiesischen Wirtschaftsförderer darum bemühen, eine eigene Mikroelektronik-Industrie auf- und auszubauen. Konkret im Falle Malagas haben die spanischen und die andalusischen Politiker bereits zugesagt, die Imec-Investion auch finanziell zu unterstützen. Genauere Informationen wie die Gesamt-Investitionssumme, die Subventionen und die geplanten Arbeitsplätze bei Imec Malaga verhandeln die Partner anscheinend noch.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Imec, Silicon Saxony, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger