Alle Artikel mit dem Schlagwort: Mikroelektronik

Prof. Thomas Mikolajick. Foto: Heiko Weckbrodt

Sächsischer Nanoelektronik-Experte Mikolajick als „IEEE Fellow“ geehrt

Internationaler Ingenieursverband würdigt damit Speicherchip-Forschungen des Dresdner Halbleiter-Professors Dresden 24. November 2022. Die internationale Elektroingenieurs-Vereinigung „IEEE“ hat den Dresdner Nanoelektronik-Professor Thomas Mikolajick zu ihrem „Fellow“ ernannt, also als Vollmitglied geehrt. Das hat die TU Dresden mitgeteilt.

Die Montage zeigt die neue geplante Mega-Fab ganz rechts im Bild, links daneben die beiden bereits existierenden 200-mm-Fabrikmodule und ganz links die ebenfalls schon existierende 300-mm-Fab für Leistungshalbleiter. Montage/Foto: Infineon

Infineon investiert 5 Milliarden Euro in Dresden

Größte Investition in der Infineon-Geschichte / Vierte Fabrik soll Analog-, Hybrid- und Leistungselektronik herstellen Dresden, 14. November 2022. Infineon baut ein weiteres Chipwerk in Dresden und steckt rund fünf Milliarden Euro in dieses Vorhaben – die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens. Dabei sollen etwa 1000 neue Arbeitsplätze in der sächsischen Landeshaupsttadt entstehen. Das hat der bayrische Halbleiter-Konzern heute in Neubiberg bei München angekündigt. Die neue Megafab soll auf 300 Millimeter (mm) großen Siliziumscheiben („Wafer“) analoge und hybride Schaltkreise sowie Leistungselektronik in großen Maßstab herstellen. Infineon macht die Großinvestition allerdings von „angemessenen“ Subventionen abhängig.

Die Nachfrage nach dRAM-Speichern schwankt sehr stark. Diese Vlotilität hat schon manchem Unternehmen das Genick gebrochen. Foto: Heiko Weckbrodt

Überraschende Sommer-Delle im Chipmarkt

IC Insights: Eigentlich ist der Juni seit Dekaden ein umsatzstarker Monat für die Mikroelektronik Scottsdale, 11. August 2022. Trotz der anhaltend großen Chip-Nachfrage aus dem Automobilbau und anderen Sektoren hat der Halbleitermarkt im Juni plötzlich einen Durchhänger gezeigt – vor allem durch schrumpfende Speicherchip-Verkäufe. Das hat das US-Marktforschungsunternehmen „IC Insights“ aus Scottsdale berichtet.

Corenext-Projektleiter Michael Roitzsch und Ko-Geschäftsführer Tim Hentschel arbeiten im Barkhausen-Institut unter anderem an vertrauenswürdigen Prozessoren, Betriebssystemen und offenen Netzwerk-Architekturen für 6G und die europäische Telekommunikations-Industrie. Foto: Heiko Weckbrodt

Corenext will Europas Funkchip-Lücke schließen

Barkhausen-Institut Dresden schmiedet Konsortium, das europäische Lücken im Prozessordesign für 6G-Mobilfunk mindern soll Dresden, 4. August 2022. Damit Europa ein Stück kommunikations-technologischer Souveränität zurückgewinnt, startet das Barkhausen-Institut Dresden im Januar 2023 das mit 13 Millionen Euro dotierte EU-Projekt „Corenext“. Das zielt unter anderem auf den Entwurf europäischer Prozessorkerne („Cores“) der nächsten („Next“) Generation. Dafür hat der Dresdner Mobilfunk-Guru Prof. Gerhard Fettweis ein Konsortium aus 23 Partnern geschmiedet, darunter Nokia, Ericsson, Infineon und NXP. Binnen drei Jahren wollen die beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen binnen drei Jahren eigene Prozessoren, Antennen, verlässliche Architekturen und Betriebssysteme für den Mobilfunk der Zukunft entwerfen. Das haben der designierte Projektleiter Michael Roitzsch und Instituts-Ko-Geschäftsführer Tim Hentschel angekündigt.

Thomas_Richter. Foto: via Infineon Technologies Presse

Thomas Richter wird neuer Chef bei Infineon Dresden

Ingenieur folgt Morgenstern nach Dresden, 29. Juli 2022. Infineon Dresden bekommt eine neue Führung: Der Ingenieur Thomas Richter von Bosch Beutlingen wird am 1. Oktober 2022 neuer Geschäftsführer und leitet dann gemeinsam mit Raik Brettschneider die Halbleiterfabrik in der sächsischen Landeshauptstadt. Das geht aus einer Infineon-Mitteilung hervor. Richter folgt damit den studierten Chemiker Thomas Morgenstern nach, der zuvor bereits in die Konzernzentrale nach München gewechselt war, um von dort aus die Kernfertigung („Frontend“) in allen Infineon-Werken weltweit zu organisieren.

STM-Fabrik in Crolles. Foto: STM

Globalfoundries und STM bauen Chip-Megafab in Frankreich

Milliarden-Investitionen und Chipgesetz-Subventionen vorgesehen Crolles/Dresden, 11. Juli 2022. Globalfoundries (GF) und ST Microelectronics (STM) wollen gemeinsam im französischen Crolles eine neue Mega-Chipfabrik bauen. Das haben beide Unternehmen heute als Beitrag zum „Europäischen Chipgesetz“ angekündigt. Die genaue Investition bezifferten die Partner noch nicht. Aber es soll sich um mehrere Milliarden Euro handeln. Laut GF und STM hat der französische Staat dafür „erhebliche“ Subventionen versprochen.

Der niederländische Halbleiter-Experte Rutger Wijburg ist ab Juni 2018 einer der beiden Geschäftsführer von Infineon Dresden. Foto: Infineon Dresden

Wijburg wird Operativchef von Infineon

Branchenexperte war zuvor für Globalfoundries und Infineon in Dresden tätig München, 21. Februar 2022. Rutger Wijburg ist ab 1. April 2022 Operativchef (COO) bei Infineon. Das hat der bayrische Halbleiterkonzern in München mitgeteilt. Der niederländische Mikroelektronik-Experte wird damit Nachfolger von Jochen Hanebeck, der wiederum anstelle des ausscheidenden Reinhard Ploss nun Infineon-Chef wird.

Über 1000 Chips begleiten den modernen homo digitalis durch seinen Alltag - oft auch so um Hintergrund, dass das omnipräsente Wirken der Mikroelektronik nicht immer auffällt. Foto: Heiko Weckbrodt

Chip-Knappheit – mit 1000 Chips durch den Tag

Ein kleiner Überblick, wie viele Schaltkreise unseren Alltag mitbestimmen Der Entwurf für ein europäisches „Chip-Gesetz“, den EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgelegt hat, hat die Debatte um die besondere Rolle der Mikroelektronik für die gesamte Volkswirtschaft neu entfacht. Vielen Menschen ist aber womöglich gar nicht klar, wie omnipräsent Mikrochips eigentlich sind, wenn man hinter die Fassaden und Gehäuse unserer Alltagswelt schaut. Der Schaltkreisdesign-Experte und Oiger-Gastautor Stefan Schubert* von der „Productivity Engineering GmbH“ in Kesselsdorf bei Dresden hat mit geschultem Auge aufgeschrieben, wo überall Mikroelektronik „drinsteckt“:

Foto: NXP

Halbleiter-Multis wachsen um 26 %

Starke Chipnachfrage im Corona-Jahr II lässt die Branchengrößen noch größer werden – außer Ex-Primus Intel Scottsdale, 30. Dezember 2021. Die starke Nachfrage für Auto- und Unterhaltungselektronik, Sensoren und anderen mikroelektronischen Produkten hat der globalen Chipindustrie im Jahr 2021 neue Rekorde beschert. Vor allem die ganz großen Halbleiterkonzerne haben erheblich zugelegt, wie eine Analyse des US-amerikanischen Marktforschungs-Unternehmens „IC Insights“ aus Scottsdale ergeben hat. Demnach wuchsen die 17 umsatzstärksten Unternehmen weltweit um durchschnittlich 26 Prozent.

Klaus Hermann hat die deutsche Tochter von Indie Semiconductor in Dresden gegründet. Foto: Heiko Weckbrodt

Wächter über die Chipqualität

Statt in Rente zu gehen, gründet der ostdeutsche Mikroelektronik-„Blicker“ Klaus Hermann in Dresden noch eine Autoelektronik-Schmiede Dresden, 16. Dezember 2021. Während andere seines Alters in Rente gehen, baut Klaus Hermann eine neue Autoschip-Schmiede auf: Er hat 2020 in Dresden einen deutschen Ableger des US-Halbleiterunternehmens „Indie Semiconductor“ gegründet. „Mir gefiel die Herausforderung“, erklärt er zwischen zwei Videokonferenzen mit den Kollegen in Schottland und in Amerika. Bis 2023 möchte er seine Mannschaft auf etwa 60 Beschäftigte verdreifachen, in aufwendige neue Labortechnik investieren und dann in ein größeres, eigenes Domizil umziehen.

Silizium-Leistunstransistoren aus dem VEB Mikroelektronik "Karl Liebknecht" Stahnsdorf. Foto: Drahtlos, Wikipedia, CC4-Lizenz, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en

Stahnsdorf: Die vergessene Leistungselektronik-Schmiede der DDR

Noch vor dem AME Dresden entstand 1960 ein Halbleiter-Forschungsinstitut bei Berlin Stahnsdorf/Dresden, 28. November 2021. Kommt heute die Rede auf die Anfänge der ostdeutschen Mikroelektronik, dann wird meist vor allem an Professor Werner Hartmann erinnert, der 1961 in Dresden die „Arbeitsstelle für Molekularelektronik“ gründete, aus der später die Chipschmiede ZMD hervorging. Bevor die sächsischen Ingenieure die ersten „Integrierten Schaltkreise“ der DDR entwarfen, gab es allerdings auch schon andere Elektronikproduzenten im Land – nur dass die eben einzelne Bauelemente und noch keine kompletten Chips herstellen konnten. Einer dieser inzwischen fast vergessenen Betriebe war das Halbleiterwerk Stahnsdorf bei Berlin, das sich vor allem auf Leistungselektronik für die ostdeutsche Industrie spezialisierte.

Bernd Junghans. Foto: privat

Jablonski-Medaille für Dresdner Elektronikexperten Bernd Junghans

  Leibniz-Sozietät würdigt Verdienste des Megabitchip-Entwicklers um Mikroelektronik und Halbleiterphysik Dresden/Berlin, 24. November 2021. Für seine Verdienste um die ostdeutsche Mikroelektronik, seine wissenschaftlichen Beiträge zur Halbleiterphysik und seine Tätigkeit für das Leibniz-Instituts für Interdisziplinäre Studien in Berlin bekommt der Dresdner Unternehmer und Halbleiterexperte Prof. Bernd Junghans die Daniel-Ernst-Jablonski-Medaille. Das hat die Präsidentin Prof. Gerda Haßler von der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin mitgeteilt.

"Alix Labs" erzeugt mit dem APS-Verfahren Nanostrukturen. Foto: Alix Labs

Alixlabs sammelt 9 Millionen Kronen Risikokapital ein

Schwedische Mikroelektronik-Firma testet ihre APS-Halbleitertechnologie in Sachsen Lund/Dresden/Bannewitz, 28. September 2021. Um eine neuartige und vor allem preiswerte Herstellungsmethode für Highend-Chips weiterzuentwickeln, bekommt das junge schwedische Technologieunternehmen „Alixlabs“ aus Lund nun neun Millionen Schwedische Kronen (zirka 883.000 Euro) von Risikokapitalgebern. Beteiligt sind Almi Invest sowie private Investoren wie die Sport-Profis Michael, Alexander und William Nylander. Mit dem Geld wollen die Schweden ihre „Atomic Layer Etch Pitchsplitting“ (APS) genannte Fertigungstechnologie verbessern und in Bannewitz in Sachsen testen. Das hat Alixlabs-Chef Jonas Sundqvist mitgeteilt, der ähnlich wie viele seiner Mitstreiter eng mit dem Mikroelektronik-Standort Dresden vernetzt ist.

Reinraumbrücke bei Globalfoundries Dresden. Foto: Globalfoundries

Glofo-Konzernchef bekräftigt Aufrüstungspläne für Dresdner Chipwerk

Caulfield macht Fabrik-Anbau aber von Subventionen abhängig Dresden, 1. Juli 2021. Globalfoundries-Konzerchef Tom Caulfield hat heute Sachsen besucht und dabei seine milliardenschweren Ausbaupläne (Oiger.de berichtete exklusiv) für die Dresdner Chipfabrik des US-Unternehmens bekräftigt. „Wir treten hier in eine neue Wachstumsphase ein“, sagte er bei einem Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in der sächsischen Landeshauptstadt. Im Fokus stehen dabei Elektronikbausteine für automatisierte Autos, den Mobilfunk der 5. und 6. Generation (5G und 6G), für lokale künstliche Intelligenz (auch „Edge KI“ genannt) und ähnliche Zukunftstechnologien.

Die Visualisierung soll zeigen, wie sehr die neue Bosch-Chipfabrik in Dresden auf "Industrie 4.0"-Konzepte setzt. Foto/Visualisierung: Bosch

Wirtschaftsministerium schießt 140 Millionen Euro zur Boschfabrik Dresden zu

Staat kann bis zu 30 % der Fabrikkosten subventionieren Dresden/Berlin, 7. Juni 2021. Bosch hat für sein neues Halbleiterwerk in Dresden rund 140 Millionen Euro Subventionen vom Bundeswirtschaftsministerium bekommen. Das hat Minister Peter Altmaier (CDU) heute anlässlich der offiziellen Fabrikeröffnung mitgeteilt. Laut Bosch steigt diese Subvention später auf 200 Millionen Euro.