Monate: März 2020

Auch diese Kugelmonster, die wir schon aus dem ursprünglichen Doom kennen, kreuzen wieder auf. Bildschirmfoto: Bethesda, aus: Doom Eternal

„Doom Eternal“: Infernalische Brut verseucht die Erde

Rasantes und grafisch topmodernes Remake des Ballerspiel-Klassikers erschienen Und wieder bricht das Verhängnis über die Erde herein – wobei alle Analogien zur gerade grassierenden Corona-Seuche rein zufällig sind: Mit „Doom Eternal“ hat die texanische Spieleschmiede „ID Software“ nun gemeinsam mit Bethesda eine moderne Neuauflage des Ballerspielklassikers von 1993 veröffentlicht.

Ein additiv gefertigtes Ventil für Beatmungsgeräte aus dem 3D-Drucker der Medizinischen Fakultät "Carl Gustav Carus" der TU Dresden. Foto: Dresden-Concept

Institute aus Dresden bieten 15 3D-Drucker für Corona-Krise an

„Dresden-Concept“: Geräte könnten Teile für Beatmungsgeräte oder Masken herstellen Dresden, 23. März 2020. Dresdner Institute und Bibliotheken bieten für den Anti-Corona-Kampf 15 3D-Drucker an, die Komponenten für Beatmungsgeräte, Atemschutzmasken, Maskenhalter oder Gesichtsschutz aus transparenter Folie produzieren können. Das hat heute „Dresden Concept“ heute mitgeteilt. „Pro Gerät können, so zeigten es die Tests, täglich circa 15 Ventile für Beatmungsgeräte hergestellt werden“, informierte der Forscher-Verbund.

Bei den Schwarmerfindern geht es eher locker zu. Hier ein Team auf Zeit, das beim 3. Thingkathon des "Smart System Hub" Dresden neue digitale Konzepte für die Fernwartung von Pumpen in Wasserwerken und für andere kritische Infrastrukturen entwickelt. Foto: Smart Systems Hub Dresden

Schlauer Schwarm beerbt Da Vinci

Dresden profiliert sich als Standort für eine neue Evolutionsstufe des Erfindertums Dresden, 23. März 2020. Wenn wir von Erfindern sprechen, denken wir meist an große Denker wie Da Vinci, Galileo oder Newton, die wirklich noch im stillen Kämmerlein hölzerne Helikopter zeichneten, die Erde an die richtige Stelle im Universum rückten und fundamentale Physikgesetze entwarfen. Da aber leider die Universalgenies ausgestorben sind, entstehen Innovationen heute meist als Kollektivleistung eingespielter Teams. Inzwischen jedoch zeichnet sich schon die nächste Evolutionsstufe des Erfindertums ab: In Erfinderschwärmen vernetzen sich jeweils für kurze Zeit Programmierer, Hacker, Funktechniker, Lötkolben-Nerds und andere helle Köpfe, die sich im „normalen Leben“ womöglich nie begegnen würden. Sie entwickeln binnen Wochen oder auch nur Stunden technologische Innovationen oder raffinierte Geschäftskonzepte, auf die eingefahrene Entwicklungsabteilungen großer Konzerne vielleicht nie kommen würden – und gehen dann wieder auseinander, weiter zum nächsten Projekt. Dies geschieht teilweise übers Internet, teils aber auch in temporär eingerichteten Laboren.

ifo-Präsident Clemens Fuest. Foto: Heiko weckbrodt

Ifo: Corona kostet bis zu 1,8 Millionen Jobs

Deutschland könnte über 20 Prozent seiner Wirtschaftskraft verlieren München, 23. März 2020. Die Corona-Krise kann Deutschland bis zu ein Fünftel seiner Wirtschaftsleistung und bis zu 1,8 Millionen Arbeitsplätze kosten. Das hat Präsident Clemens Fuest vom Münchner Wirtschaftsforschungs-Institut Ifo mitgeteilt. „Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist“, schätzt er ein.

Der mikroelektronische Roboter der TU CHemnitz ist 800 Mikrometer lang und hat zwei Sauerstoff-Bläschen-Antriebe. Links ist er in einer Visualisierung, rechts als Mikroskopaufnahme zu sehen. Abb. (2): TU Chemnitz

Kleinster elektronische Roboter der Welt aus Sachsen

TU Chemnitz treibt Mikro-U-Boot durch zwei Sauerstoff-Triebwerke an Chemnitz, 22, März 2020. Forscher aus Sachsen und China haben den – laut eigenen Angaben – kleinesten elektronisch steuerbaren Roboter der Welt konstruiert. Das hat Oliver G. Schmidt von der TU Chemnitz mitgeteilt, der das Projekt geleitet hat. Solche Mikroroboter wären etwa für Reisen durch den menschlichen Körper und den gezielten Medikamenten-Transport zu bestimmten Organteilen einsetzbar – wobei das Team die Antriebstechnik dafür noch weiterentwickeln muss.

Der Dresdener "Smart Systems Hub – Enabling IoT" ist ein Zusammenschluss von Software-, Hardware- und Datenübertragungs-experten, die komplexe Lösungen für das Internet der Dinge entwickeln wollen. Grafik: Smart Systems Hub

Start der Denkfabrik bei Infineon Dresden verschoben

„Smart System Hub“: Neue Radar-Chiptechnik wird später weiterentwickelt Dresden, 21. März 2020. Auch wichtige gemeinsame Entwicklungsprojekte der Dresdner Hightech-Industrie fallen fürs Erste unter den Corona-Tisch: Der „Smart Systems Hub“ hat den Start der „Digital Product Factory“ (DPF) auf dem Infineon-Gelände auf unbestimmte Zeit verschoben. Das hat „Smart Systems Hub“-Chef Michael Kaiser auf Anfrage mitgeteilt.

Das Bio-Innovationszentrum BioZ am Tatzberg in Dresden-Johannstadt. Foto: Heiko Weckbrodt

Dewpoint expandiert in Dresden

Innovative Biotech-Firma wandern nach Großauftrag doch nicht in die USA ab Dresden, 20. März 2020. Statt in die USA abzuwandern, wie es laut Mitgründer Anthony Hyman zeitweise zur Debatte stand (Wir berichteten), hat „Dewpoint Therapeutics“ nun doch seine Kapazitäten in Dresden-Johannstadt erweitert, um für den Pharmariesen Bayer neue Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Probleme und Frauenleiden zu entwickeln. Um diesen 100 Millionen Dollar (93 Millionen Euro) umfassenden Großauftrag abzuarbeiten, hat die Biotech-Firma inzwischen neue Räume im Bioinnovationszentrum „Bioz“ angemietet und ausgebaut. Das hat Marc Hentz, der Geschäftsführer von Dewpoint Deutschland, mitgeteilt.

Gerhard Barkleit: EinBlick in zwei Welten. Einband: OEZ Berlin-Verlag

„Alt gegen Jung, Ost gegen West“

Gerhard Barkleit kritisiert in „EinBlick in zwei Welten“ die „Klimapopulisten“ und eine „irrationale“ Kanzlerin Als ein „zweifach zwiegespaltenes Land – Alt gegen Jung, Ost gegen West“, geführt von einer Kanzlerin der irrationalen Entscheidungen, hat der Dresdner Autor Gerhard Barkleit in seiner nun erweiterten Autobiografie „EinBlick in zwei Welten“ die heutige Bundesrepublik charakterisiert.

Bund und Länder haben wegen der Corona-Epidemie de facto für große Teile der Wirtschaft ein Not-Aus angeordnet. Die ökonomischen Folgen sind noch nicht bezifferbar, aber sie werden drastisch sein, meinen viele Ökonomen. Foto: Heiko Weckbrodt

Prognose: Corona schrumpft Wirtschaft um bis zu 9 %

Ein „Kollaps des Vertrauens“ droht, warnt Ifo-Chef Fuest München/Kiel, 19. März 2020. Die Corona-Pandemie und die deshalb erlassenen staatlichen Verbote werden die ohnehin schon etwas schwächelnde deutsche Wirtschaft in einen tiefen Abschwung stürzen. Das geht aus neuen Konjunkturprognosen des Ifo-Instituts in München und des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) aus Kiel hervor.

Photovoltaik-Modul-Produktion bei Solarwatt Dresden. Foto: Solarwatt

Naht eine Renaissance für die deutsche Solarindustrie?

Solarwatt-Chef Neuhaus: Deutschland kann den Anschluss jetzt wiedergewinnen Dresden, 19. März 2020. Fast eine Dekade nach der großen Solarkrise, die eine ganze Branche in der Bundesrepublik mit rund 100.000 Jobs dahinraffte, ist die Zeit reif für eine Renaissance der deutschen Photovoltaik-Industrie. Davon ist Detlef Neuhaus, Geschäftsführer von Solarwatt Dresden, überzeugt: „Wir haben jetzt ein Zeitfenster von vielleicht drei bis fünf Jahren, um den Anschluss wieder zu erlangen“, sagt er. „Dann schließt sich dieses Fenster.“

Auch das gehört nun zum Firmenprofil: "Coool Case-Chef Christian Michel mit einem für für die Firma Brita entwickelten Wasserspender. Foto: Heiko Weckbrodt

Medizintechnik aus Dresden für den Kampf gegen Corona

„Coool Case“ baut in der neuen Fabrik in Reick derzeit an der Auslastungsgrenze wichtige Spezialgehäuse für Intensivstationen Dresden, 18. März 2020. Kurz nach dem Umzug nach Dresden-Mickten nach Reick brummt die neue Fabrik des ehemaligen PC-Herstellers „Coool Case“ bereits in Überauslastung. „Andere fahren runter, wir fahren hoch“, sagt Geschäftsführer Christian Michel. Das habe aber keinen freudigen Anlass, sondern mit der Corona-Pandemie zu tun: Die Dresdner liefern die Spezialgehäuse für jene Medizintechnik, die jetzt dringend an den Beatmungsbetten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser gebraucht wird. „Wir können uns vor Aufträgen kaum retten.“