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„Doom Eternal“: Infernalische Brut verseucht die Erde

Auch diese Kugelmonster, die wir schon aus dem ursprünglichen Doom kennen, kreuzen wieder auf. Bildschirmfoto: Bethesda, aus: Doom Eternal

Auch diese Kugelmonster, die wir schon aus dem ursprünglichen Doom kennen, kreuzen wieder auf. Bildschirmfoto: Bethesda, aus: Doom Eternal

Rasantes und grafisch topmodernes Remake des Ballerspiel-Klassikers erschienen

Und wieder bricht das Verhängnis über die Erde herein – wobei alle Analogien zur gerade grassierenden Corona-Seuche rein zufällig sind: Mit „Doom Eternal“ hat die texanische Spieleschmiede „ID Software“ nun gemeinsam mit Bethesda eine moderne Neuauflage des Ballerspielklassikers von 1993 veröffentlicht.

Wollen wir uns wirklich mit so einem Kerl anlegen? Bildschirmfoto: hw, aus: Doom Eternal

Wollen wir uns wirklich mit so einem Kerl anlegen? Bildschirmfoto: hw, aus: Doom Eternal

Raum-Infanterist metzelt sich durch die satanischen Horden

Dieses Remake ist grafiktechnisch top, punktet aber auch mit den Qualitäten, die seinerzeit das erste „Doom“-Spiel vor 27 Jahren so erfolgreich machten: Knallharte, geradlinige Action ohne große Selbstzweifel, was wir da eigentlich tun. Und so metzeln wir uns als Weltraum-Marineinfanterist durch Horden von Zombies, feuerballwerfenden Kobolden, cyborgischen Kampfspinnen und anderes Gesindel, das direkt der Hölle entstiegen und die Erde übernommen hat. Nur ansatzweise findet sich so etwas wie eine Story: Demnach gibt es eine Chance, den Planeten aus diesem Inferno zu befreien, wenn wir drei satanische Priester aus dem Weg räumen. Spielbar ist der neues ID-Spross alternativ auch gemeinsam mit anderen Spielern in einem Mehrspielermodus.

Werbevideo (Bethesda,
nicht für Minderjährige geeignet):

Wer die Kettensäge hat, braucht keine Taktik

Aber ob nun Single-Kampagne oder Koop-Spiel: Vor allem geht es auch diesmal um reaktionsschnelles Ballern mit Schrotflinten, Sturmgewehren und Plasmawerfern, bis die Höllenbrut ausgemerzt ist. Und ja: Wir finden auch die legendäre Kettensäge, mit der sich die Gegner filetieren lassen, wenn die Schrotflinte schon lange leer ist. Benzin für die Säge, Munition und Sanikästen für die Gesundheit kann der Space-Marine da und dort aufsammeln oder aus Monstern extrahieren, die er mit bloßer Hand oder der Säge abmurkst. Taktische Elemente oder „Offene-Welt“-Konzepte wie in vielen anderen 3D-Shootern heutzutage sucht man vergebens – aber darauf sind die eingefleischten „Doom“-Fans ohnehin nicht aus.

So stellen sich ID-Grafiker ihre Hölle vor. Konzeptbild: Bethesda, aus: Doom Eternal

So stellen sich ID-Grafiker ihre Hölle vor. Konzeptbild: Bethesda, aus: Doom Eternal

Anleihen bei Hieronymus Bosch

Dabei agiert der Spieler, umtost von hackender Rockmusik, in einer zerstörten Welt, deren optische Anmutung und Atmosphäre so infernalisch und beängstigend inszeniert sind, als ob sie von einem Hieronymus Bosch oder HR Giger entworfen seien: Die heutigen grafischen Möglichkeiten heben diese Anmutung auf eine ganz neue Ebene – wobei gerade die anspruchsvolle Grafik selbst viele moderne Spiele-PCs in die Knie zwingen kann.

Die cyborgische Spinne hat eine Art Maschinengewehr auf dem Kopf, das man aber wegschießen kann. Konzeptbild: Bethesda, aus: Doom Eternal

Die cyborgische Spinne hat eine Art Maschinengewehr auf dem Kopf, das man aber wegschießen kann. Konzeptbild: Bethesda, aus: Doom Eternal

Fazit: Knallige Action

Doom fetzt noch immer – obwohl oder gerade weil ihm die Komplexität anderer neuerer Shooter und Taktikspiele fehlt. Insofern ist diese rasante, reulose Achterbahnfahrt durch eine menschenerdachte Hölle auch eine – grafisch freilich topmoderne – Reminiszenz an eine frühere Spiele-Ära, als noch keiner über Ballerspiele groß herumschimpfte.

Kurzüberblick:

  • Titel: Doom Eternal
  • Genre: Ego-Shooter
  • Entwickler: ID Software
  • Verlag: Bethesda
  • Altersfreigabe: USK 18

Autor der Rezension: Heiko Weckbrodt