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Ifo: Corona kostet bis zu 1,8 Millionen Jobs

Prof. Dr. Clemens Fuest beim Besuch in der ifo-Niederlassung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt
Prof. Dr. Clemens Fuest bei einem Besuch in der ifo-Niederlassung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Deutschland könnte über 20 Prozent seiner Wirtschaftskraft verlieren

München, 23. März 2020. Die Corona-Krise kann Deutschland bis zu ein Fünftel seiner Wirtschaftsleistung und bis zu 1,8 Millionen Arbeitsplätze kosten. Das hat Präsident Clemens Fuest vom Münchner Wirtschaftsforschungs-Institut Ifo mitgeteilt. „Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist“, schätzt er ein.

Erst vor wenigen Tagen hatten die Ifo-Forscher ihre Erwartungen für die deutsche Wirtschaft bereits deutlich herunterkorrigiert. Ähnlich hatten Ökonomen vom IfW aus Kiel und andere Volkswirte auf die ersten Einschränkungen im Zuge der Corona-Ausbreitung in der Bundesrepublik reagiert. Aber die jetzt absehbaren Folgen der Pandemie und der staatlichen Gegenmaßnahmen führen nun zu noch drastischeren Prognosen.

Die gläserne Manufaktur von Volkswagen in Dresden. Foto: Oliver Killig für Volkswagen
Die gläserne Manufaktur von Volkswagen in Dresden. Foto: Oliver Killig für Volkswagen

Pandemie stellt Finanzkrise und alle Naturkatastrophen in den Schatten

„Wenn die Wirtschaft zwei Monate lang teilweise stillsteht, entstehen Kosten je nach Szenario zwischen 255 und 495 Milliarden Euro. Die Wirtschaftsleistung schrumpft dann im Jahr um 7,2 bis 11,2 Prozentpunkte“, prognostizierte Fuest. „Bei drei Monaten Teilschließung erreichen die Kosten bereits 354 bis 729 Milliarden Euro, das sind 10,0 bis 20,6 Prozentpunkte Wachstumsverlust.“ Bereits jetzt haben Volkswagen und weitere Großunternehmen der Automobilindustrie ihre Produktion gestoppt. Weitere werden wohl folgen. Und das heißt: „Auch am Arbeitsmarkt kommt es durch die Krise zu massiven Verwerfungen. Diese stellen die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten.“

Info-Chef: Ressourcen auf Kampf gegen Corona konzentrieren

Daher sei es sinnvoll, ausreichend Ressourcen in dem Kampf gegen Corona zu stecken: „Es lohnt sich daher, quasi jeden denkbaren Betrag für gesundheitspolitische Maßnahmen einzusetzen. Ziel muss es sein, die Teilschließung der Wirtschaft zu verkürzen, ohne die Bekämpfung der Epidemie zu beeinträchtigen. Strategien sind erforderlich, die es erlauben, eine Wiederaufnahme der Produktion mit einer weiteren Eindämmung der Epidemie zu verbinden.“

Autor: hw

Quellen: Ifo, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger