Alle Artikel mit dem Schlagwort: USA

Europa auf Schaukelkurs zwischen China und USA

Deutsche Ökonomen raten EU zu „wechselnden Allianzen“ München, 21. November 2019. Auf eine Schaukel- und Ausgleichspolitik zwischen China und den USA würden viele deutsche Ökonomen am liebsten Europa einschwören: Sie sehen im aktuellen Handelskrieg zwischen den zwei größten Volkswirtschaften der Welt keinen vorübergehenden Konflikt, sondern einen Auftakt für einen langfristigen Konflikt der beiden Dominanzmächte des 21. Jahrhunderts. Europa solle sich da nicht auf eine Seite stellen, sondern eher das Zünglein an der Waage spielen. Das geht aus einer Expertenumfrage des Wirtschaftsforschungs-Instituts Ifo aus München hervor.

In einem Jahr wirft die Sau Emma gleich 17 Ferkel. Foto: Prokino, Szenenfoto aus: "Unsere große kleine Farm"

Doku „Unsere große kleine Farm“ über zwei Städter, die zu Ökobauern wurden

Natur-Kreislaufe dienen als Schwungrad für eine minimalinvasive Landwirtschaft Reichen etwas Risikokapital und viel Enthusiasmus für ein paar Stadtmenschen aus, um aus 80 Hektar verödetem Land eine blühende, naturnahe Farm zu machen? In der Dokumentation „Unsere große kleine Farm“ geht der US-Farmer John Chester dieser Frage nach. Erschienen ist das anderthalbstündige Plädoyer für eine umweltgerechte Landwirtschaft nun fürs Heimkino.

Umschlag des Buches von Joschka Fischer: Der Abstieg des Westens. Abb.: Kiwi

Leben im chinesischen Jahrhundert

Im Buch „Der Abstieg des Westens“ plädiert Ex-Außenminister Joschka Fischer dafür, die EU-Staaten enger zusammenzuschmieden, um zwischen den Polen USA und China zu bestehen Zwischen den Mahlsteinen China und USA könnte Europa schon bald ganz und gar zur drittklassischen Kraft absinken – in politischer, wirtschaftlicher wie militärischer und gesellschaftlicher Hinsicht. Davor warnt jedenfalls der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer in seinem Buch „Der Abstieg des Westens“. Darin prophezeit der frühere grüne Spitzenpolitiker und „Realo“ Fischer nach den Jahrhunderten europäischer Dominanz und dem US-dominierten 20. Jahrhundert nun ein chinesisches 21. Jahrhundert: Gegen die scheinbar unaufhaltsam aufsteigende und zunehmend innovationsstarke Superkraft aus dem Osten werde die USA allenfalls noch als Gegenpol agieren.

Oliver Uecke von Lipotype kümmert sich um die US-Expansion der Dresdner Biotech-Firma. Foto: German Accelerator

Buhlen um die Chance im Biotech-Mekka

Der lukrative US-Markt lockt junge Biotech-Firmen wie die Dresdner „Lipotype“ an. Damit solche Instituts-Ausgründungen im großen Teich nicht untergehen, helfen Lotsen vom „German Accelerator. Dresden/Boston, 13. November 2019. Ist von Digitalisierung und Globalisierung die Rede, denken viele erst mal an Jobverluste und andere negative Begleiter des weltweiten Wandels. Doch für kleine Unternehmen, die sich zum Beispiel gerade erst frisch aus einer Uni ausgegründet haben, ist die globale Vernetzung ein Riesenvorteil: Per Internet wird die ganze Welt zur erreichbaren Zielgruppe. Dadurch sind heute selbst Nischenprodukte rentabel, die früher keine Chance hatten, weil es für manch exotische Innovation einfach zu wenige potenzielle Käufer auf dem regionalen Markt der Gründer gab und gibt.

Michael Lüders: "Die den Sturm ernten". Cover: Verlag C. H. Beck /Geviert, Christian Otto

„Die den Sturm ernten“: Buch über Großmacht-Ränke im Syrienkrieg

Nahost-Korrespondent beleuchtet die komplexen Hintergründe eines Stellvertreter-Konflikts – und kritisiert vor allem die USA als Chaos-Säer Der Westen, vor allem aber die Briten und die US-Amerikaner haben eine lange Tradition darin, Regierungen im Nahen Osten zu stabilisieren und zu stürzen. Eben dies habe die USA im Falle Syriens auch zu tun versucht – mit verheerenden Folgen für die ganze Region und letztlich auch Europa, schreibt der Journalist und Autor Michael Lüders in seinem Buch „Die den Sturm ernten – Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“. Dadurch seinen letztlich Tausende Menschen umgekommen, Millionen obdachlos geworden und starke Flüchtlingsströme gen EU ausgelöst worden.

Globalfoundries Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Gewerkschaft dringt auf Tarifvertrag mit Globalfoundries Dresden

  Rund 400 Chipwerker demonstrierten mit „Tarif-Mittagspause“ vor dem Werktor Dresden, 23. August 2019. Rund 400 Chipwerker haben heute auf Einladung der „Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie“ (IG BCE) vor den Werktoren von Globalfoundries Dresden mit einer „Tarif-Mittagspause“ demonstriert. Die Gewerkschafter wollen erreichen, dass das Halbleiterunternehmens den BCE-Tarifverträgen beitritt, die Arbeitszeiten der Beschäftigten verkürzt und die Entlohnung im Hause transparenter wird.

Daniel Kinderman ist Professor für Politologie an der University of Delaware in den USA. Foto: Heiko Weckbrodt

US-Politologe: Unternehmer engagieren sich stärker gegen Populismus und für Freihandel

Kinderman: Vor allem kleine Exportfirmen engagieren sich zunehmend gegen Zerfall von EU, Trump, AfD & Co. Dresden, 14. August 2019. Der Wahlsieg von Donald Trump in den USA, das Erstarken der AfD in Deutschland und von Pegida in Dresden, der Brexit und andere EU- und globalisierungsfeindliche Trends haben mehr und mehr deutsche Unternehmen dazu gebracht, sich politisch für offene Grenzen und gegen Populismus öffentlich einzusetzen. Das meint der US-Politologe Prof. Daniel Kinderman von der „University of Delaware“ nach Unternehmer-Befragungen und Untersuchungen von Wirtschaftsorganisationen in Deutschland.

Die welt steht bei China viel tiefer in der kreide als bisher angenommen. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

IfW: Handelskrieg von USA und China für Deutschland gefährlich

Jüngste Eskalation belastet die ohnehin geschwächte deutsche Konjunktur, warnt ein Experte Kiel, 6. August 2019. Die jüngste Eskalation des US-chinesischen Handelskrieges in den vergangenen Tagen wird nicht nur die Weltwirtschaft belasten, sondern speziell auch „die ohnehin bereits geschwächte deutsche Konjunktur zusätzlich“ schwächen. Das hat Dr. Klaus-Jürgen Gern vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) Kiel heute eingeschätzt.

Die Weltmarktanteile der Regionen in der Mikroelektronik ingesamt (grüne Balken), alternativ gemessen nur mit fabriklosen Elektronikfirmen (rot) bzw. jenen Unternehmen wie Intel oder Samsung, die sowohl Chips entwickeln wie auch selbst herstellen (blau). Grafik: IC Insights

Nur 6 % Marktanteil für Europas Mikroelektronik

Selbstgestecktes 20-%-Ziel für EU weiter entfernt denn je Scottsdale, 22. Juni 2019. Wer die bessere Steuer- und Sensorelektronik in seine Autos, Werkzeugmaschinen und Flugzeuge einbaut, hat einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz. Dieser Zusammenhang gilt heute als weitgehend unbestritten. Und durch Trends wie das autonome Fahren, Künstliche Intelligenz und die Elektromobilität wird zum Beispiel in der Autoindustrie der Wertanteil der eingebauten Halbleiter-Technik in den kommenden Jahren weiter steigen. Mit diesen Wertschöpfungs-Zusammenhängen haben die Sachsen schon seit Jahren argumentiert, um für ihre Elektronikfabriken vor allem in Dresden mehr Förderung zu bekommen. Diese Positionen teilen eigentlich inzwischen auch Berlin und Brüssel. Doch vom 2013 durch EU-Kommissarin Neelie Kroes formulierten Ziel, den europäischen Weltmarktanteil in der Mikroelektronik bis 2020 von zehn auf 20 Prozent zu verdoppeln, ist der Kontinent weit entfernt: Derzeit liegt der europäische Anteil an der globalen Chipindustrie bei gerade mal sechs Prozent. Tendenz: stagnierend bis fallend. Das geht aus einer aktuellen Analyse des US-Marktforschungs-Unternehmens „IC Insights“ aus Scottsdale hervor.

Huawei. Foto: Heiko Weckbrodt

„Arm“ schließt sich Huawei-Boykott an

Britischer Prozessordesigner schließt sich Bann durch US-Regierung an Cambridge, 22. Mai 2019. Der kalte Handelskrieg zwischen den USA und China eskaliert weiter: Nach dem Boykott-Aufruf durch die US-Regierung beendet nun auch der britische Prozessor-Designer „Arm“ die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Technologiekonzern Huawei. Das berichtet die BBC auf ihrem Internet-Portal. Arm ist zwar keine US-Firma, ist aber stark mit den USA verflochten.

Die US-Mikroelektronik - hier ein Intel-Wafer - dominiert mit 55 % Anteil ganz klar den Halbleiter-Weltmarkt. Europas Antel wrd auf nur 6 % geschätzt. Foto: Intel

US-Chipindustrie sorgt sich um Führungsposition

Verband SIA fordert mehr wirtschaftspolitische Unterstützung für die Halbleiter-Branche Washington, 9. April 2019. Manager und Wirtschaftspolitiker in den USA sorgen sich, dass ihr Land seine internationale Spitzenposition in der Mikroelektronik verlieren könnte. Denn China holt in diesem Sektor rasch auf. Zudem bereitet der Fachkräftemangel der Industrie wachsende Probleme – nicht zuletzt verstärkt auch durch den restriktiven Einwanderungskurs von Präsident Donald Trump (Republikaner). Ähnlich wie in Deutschland und Europa wird daher auch in den USA der Ruf nach einer aktiveren Industriepolitik lauter.

Geld, Münzen. Foto: stevepb, Pixabay, Lizenz: CC0 Public Domain

Renesas erwägt IDT zu übernehmen

Japaner haben sich aber noch nicht entdschieden Koto/Dresden, 1. September 2018. Der japanische Halbleiterkonzern Renesas aus Koto erwägt laut einem Reuter-Bericht, das US-amerikanische Chip-Unternehmen IDT zu kaufen. Als mögliche Kaufsumme ist von rund sechs Milliarden Dollar die Rede. Beide Unternehmen beliefern unter anderem die Automobilindustrie. Die Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, heißt es in dem Agenturbericht.

Neue Technologie-Großmacht China kann Beispiel für Europa sein

Bei Elektrobussen ist das Land schon Spitze – und arbeitet sich in immer mehr Technologiesektoren vor Dresden/Peking, 30. August 2018. China hat die meisten westlichen Industrienationen längst überholt: In der Bevölkerungszahl sowieso, aber auch in der Wirtschaftskraft, der Exportfähigkeit und der militärischen Schlagkraft. Und während viele im Westen immer noch abfällig über die chinesischen „Copy Cats“ spotten, die angeblich nur von Ideenklau leben, hat es das Reich der Mitte längst auch auf einigen wichtigen Technologie-Gebieten bereits an die Weltspitze geschafft. Dazu gehört beispielsweise die Elektro-Mobilität – die chinesischen Elektrobusse werden inzwischen auch von Flixbus und weiteren internationalen Kunden gekauft.

Eigentlich wollte Gabriel (Eric Hunter) seinen Großvater abmurksen, weil sein Kanstkumpel ihm diesen Floh ins Ohr gesetzt hat. Doch bald merkt er: Großvater und Enkel, beide Veteranen verschiedener Kriege, haben mehr gemein, als ihm lieb ist. Foto: Bogumił Godfrejów für die Weydemann-Bros. GmbH

„In the Middle of the River“: Ein Ertrinkender auf Mörderhatz

Faszinierende Krimi über eine Spirale aus Gewalt, Ohnmacht und Rassismus am Rande eines Indianerreservats Mit „In the Middle of the River“ hat Regisseur Damian John Harper ein bedrückendes Krimi-Drama auf die Leinwand gebracht: Über einen Mikrokosmos rings um ein Indianerreservat in den USA. Er zeigt eine Welt voller Gewalt, Ohnmacht, Waffennarretei und Rassismus, an der der Einzelne verzweifelt – oder selbst zum Täter wird. Seit heute erleuchtet diese US-amerikanisch-deutsche Koproduktion die hiesigen Programmkinos.

Das BMW-Werk in Leipzig baut ab Juli 2016 diese "Protonic Red Edition" des Hybrid-Sportwagens i8. Foto: BMW

Trumpismus: Sachsens Exporte gen USA um 15 % gesunken

IHK besorgt über „handelspolitische Negativspirale“ zwischen USA und Europa Dresden, 20. Juni 2018. In der sächsischen Wirtschaft wächst mit Blick auf US-Präsident Donald Trump (Republikaner) die Sorge um den Außenhandel: „Unternehmen benötigen Verlässlichkeit. Verunsicherung lähmt“, betonte Präsident Andreas Sperl von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden. „Im US-Geschäft ist dies bereits spürbar. So sind die sächsischen Exporte in die USA im ersten Quartal 2018 um 15 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gesunken.“