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Illustration des Phasen-Heteroübergangs Autor: Jörg Bandmann, Pixelwg für die TU Dresden

Mehr Ausbeute für Solarzellen durch Kristallweiche

Dresdner Elektronikforscherin Vaynzof kristallisiert Perowskite unterschiedlich aus und kommt dadurch ohne Fremdatombeschuss aus Dresden, 11. November 2022. Eine Dresdner Elektronikforscherin hat womöglich einen neuen Dreh gefunden, um die Energieausbeute von Solarzellen zu verbessern. Dafür hat die Gruppe um Prof. Dr. Yana Vaynzof von der TU Dresden gezielt unterschiedliche Kristallstrukturen in sogenannten Perowskit-Zellen erzeugt, die als besonders preiswert und energiesparsam in der Herstellung gelten. Dadurch entstanden innerhalb der Cäsium-Blei-Iod-Verbindung Kristallübergänge, an denen sich Elektronen besonders leicht lösen und einen Stromzufluss auslösen – ganz ohne „Dotierung“, also ohne Beschuss mit Fremdatomen. Dies geht aus einer gemeinsamen Mitteilung des „Centers for Advancing Electronics Dresden“ (Cfaed) und des „Integrated Center for Applied Physics and Photonic Materials“ (IAPP) hervor, an denen die Forschung vorangetrieben worden sind.

Sollen bald auch in Dresden und Leipzig die Pakete von dm-Online-Bestellungen umweltfreundlich ausfahren: Expressliefer-Lastenfahrräder. Foto: Simon Koy für dm

Dm plant in Sachsen in Lastenräder, Abholstationen und neue Märkte

Drogeriemarkt-Kette investiert fünf Millionen Euro im Freistaat Dresden, 11. November 2022. Um Digitalisierung und Umweltschutz voranzutreiben, kauft die Drogeriemarkt-Kette „dm“ in Sachsen unter anderem Lastenräder für Expressauslieferungen und installiert weitere automatische Abholstationen. Außerdem will das Unternehmen vier neue Märkte an den ehemaligen Parklichtspielen auf dem Weißen Hirsch in Dresden sowie in Plauen, Reichenbach und Lauter-Bernsbach eröffnen. Vier weitere Filialen werden umgebaut – auch mit Blick auf einen geringeren Energieverbrauch. Dm investiert durch diese und weitere Projekte im Geschäftsjahr 2022/23 insgesamt fünf Millionen Euro – rund ein Viertel mehr als im nun abgelaufenen Geschäftsjahr. Das hat der Gebietsverantwortliche Gert Moßler angekündigt.

Prof. Alexander Carôt vernetzt sich im Foyer des Heinz-Schönfeld-Hörsaals an der TU Dresden mit Musikern aus anderen Städten und Ländern zu einem virtuellen Echtzeit-Orchester. Möglich wird dies durch besondere Kompressionstechnologien und niedrige Latenzzeiten, die im "Fast"-Cluster entwickelt worden sind. Foto: Heiko Weckbrodt

Streichelsaurier im Metaversum und globale Orchester im Echtzeit-Strom

„Fast“-Finale an der TU Dresden: Forscher haben Datenfunk auf Trab gebracht Dresden, 10. November 2022. Draußen senkt sich die Dunkelheit über den Uni-Campus, drinnen strömt die Feuerlustigen aus dem Hörsaal im Dresdner Süden. Die jungen Frauen und Männer umringen gespannt den Gitarristen im Foyer, der da sein Instrument zurechtrückt. Umgeben von Lautsprechern, Verstärkern und einem Dutzend Bildschirmen wirkt der Informatik-Professor von der Hochschule Anhalt wie ein einsamer Solo-Bühnenstar. Er stimmt ein paar Akkorde ein. Plötzlich fällt eine Bassgitarre ein, dann beginnt eine Frau zu singen, dann noch eine. Das Besondere daran: Keiner aus der 22-stimmigen „Fast Music“-Band, mit der Prof. Alexander Carôt da aufspielt, ist auch nur in seiner Nähe: Sie stimmen über einen besonders performanten Videodatenstrom aus anderen Städten ein, manche haben sich von den USA aus zugeschaltet. Und sie alle musizieren und singen ohne hörbare Verzögerung zusammen, so dass die Künstler aufeinander reagieren oder improvisieren können.

Industrie Zahnrad Konjunktur. Abb.: Heiko Weckbrodt

Maschinenbauer Elexis hat Dresdner Mesacon Messelektronik übernommen

Sächsischer Kleinbetrieb ist auf Dickenmesstechnik für Stahlwerke, Alu-Verarbeiter und Autofabriken spezialisiert Dresden/Wenden, 10. November 2022. Der westdeutsche Maschinenbauer „Elexis“ aus Wenden hat über seine Tochter „EMG Automation“ die Dresdner Messtechnik-Firma „Mesacon Messelektronik“ übernommen. Das geht aus Mitteilungen von Elexis und der BDO-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die den Kauf betreut hatte, hervor. Der Verkauf wurde demnach bereits im Mai 2022 eingefädelt.

Deutsche Sturmgewehr auf einer fiktiven Waffenmesse. Foto: Heiko Weckbrodt

Polen militarisiert sich

Leibniz-Forscherin: Aus Angst vor Russland lernen die Bürger schießen – und denken dabei an die Heimatarmee Leipzig, 9. November 2022. Die russische Annexion der Krim 2014 und der Angriff auf die Ukraine 2022 führen dazu, dass sich im Nachbarland Polen auch die Zivilgesellschaft verstärkt militarisiert. Das hat Dr. Bettina Bruns vom Leibniz-Institut für Länderkunde (IFL) in Leipzig eingeschätzt. Träger dieser Entwicklung sind nach ihrer Ansicht unter anderem Schießverbände und andere paramilitärische Organisationen, aber auch Schulen. Diese Akteure berufen sich dabei unter anderem auf die polnische Heimatarmee, die im II. Weltkrieg gegen die deutschen Besatzer kämpfte. Die Volkswagen-Stiftung gibt Bruns nun rund 300.000 Euro, damit sie ihr Forschungsprojekt ‚Wir wollen vorbereitet sein‘ – Zur paramilitärischen Herstellung von Sicherheit in lokalen sozialen Kontexten in Polen“ bis 2024 weiter vorantreiben kann.

Elmos darf seine 200-mm-Chipfabrik in Dortmund nicht an die Chinesen verkaufen. Foto: Elmos

Bund verbietet Verkauf der Elmos-Chipfabrik an Chinesen

Wirtschaftsminister Habeck sieht öffentliche Ordnung und Sicherheit in Gefahr Berlin/Dortmund, 9. November 2022. Das Bundeskabinett und speziell Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) haben heute chinesischen Investoren verboten, die Chipfabrik von Elmos in Dortmund zu kaufen. Habeck sieht die „öffentliche Ordnung und Sicherheit Deutschlands“ in Gefahr, wenn die Chinesen zum Zuge kämen. Das geht aus einer Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums hervor.

Europa will ein eigenes Quanteninternet. Grafik: Dall-E

TU Dresden arbeitet mit an Europas Quanteninternet

Projektpartner wollen Vorsprung der Chinesen wettmachen Dresden, 9. November 2022. Die TU Dresden arbeitet am Aufbau eines europäischen Quanteninternets mit. Das hat die Uni heute mitgeteilt. Sie ist dafür der 2017 gegründeten Quantum Internet Alliance (QIA) beigetreten. Dieses Bündnis will über Hunderte Kilometer hinweg abhörsichere Datennetze, die auf dem quantenphysikalischen Prinzip der Verschränkung basieren. Europa will damit den Vorsprung der Chinesen mindern, die bereits an solch einem Quanteninternet arbeiten.

Forscher vom DFG-Graduiertenkolleg 2430 experimentieren sich mit sich verformenden Textilien. Foto: ITM der TUD

Mehr Geld für Forschung an Roboterhaut und Handprothesen

Nachwuchswissenschaftler arbeiten in Dresden an neuer Generation intelligenter Textilien Dresden, 8. November 2022. Wenn sich der Händedruck von Haushalts- und Gesellschafts-Robotern künftig menschlich statt unbarmherzig metallisch anfühlen soll, müssen die stählernen Gesellen noch einiges dazulernen. Zum Beispiel werden sie künstliche Haut und Muskeln brauchen, die ihre Form ähnlich elastisch ändern wie beim Menschen. Einen Schlüssel dafür könnte eine neuartige Klasse flexibler und intelligenter Textilien liefern, an denen Nachwuchswissenschaftler an der Technischen Universität Dresden (TUD) arbeiten. Unter der Regie von Professor Chokri Cherif forschen bis zu 22 Doktoranden im Zuge des Graduiertenkollegs 2430 an „Interaktiven Faser-Elastomer-Verbünden“, in denen Aktoren und Sensoren direkt ins Gewebe integriert sind, statt sie nur nachträglich einzusetzen, wie bisher oft versucht. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat nun für die nächsten viereinhalb Jahre rund sechs Millionen Euro Fördergeld dafür zugesagt. Weitere vier Millionen Euro kommen von weiteren Geldgebern.

Sachsens Hightech-Gründer leiden unter Risikokapital-Lücken. Foto: Heiko Weckbrodt

Hohe Energiepreise saugen Milliarden aus Deutschland heraus

Ifo: Energiepreise bleiben ohne russisches Gas auf Jahre hoch und die Bundesrepublik abhängig von anderen Energieimporten München, 8. November 2022. Die hohen Gas- und Ölpreise erzeugen milliardenschwere Einkommensverluste in Deutschland – und dies wird sich wohl auf Jahre so fortsetzen. Das hat das Wirtschaftsforschungs-Institut „Ifo“ aus München prognostiziert. Demnach werden die Energiekosten durch die Abkehr von russischen Erdgas wohl dauerhaft hoch bleiben und Deutschland auf absehbare Zeit von Energie-Importen abhängig bleiben.

Ein Mitarbeiter analysiert im Uniklinikum Dresden eine Knochenmark-Probe am Durchflusszytometer. Foto: Marc Eisele für das UKD

Dresdner Krebsforscher entwickeln Schnelltest für Rest-Leukämie

Durchflusszytometrie testet Knochenmark-Proben binnen 5  Minuten auf AML-Relikte – Ärzte können dann rascher über neue Therapien entscheiden Dresden, 8. November 2022. Mit einer neuen Analysemethode aus Sachsen lassen sich Rückfallrisiken nach einer Chemotherapie gegen „Akute myeloische Leukämie“ (AML) nun besser und rascher erkennen als bisher. Dabei setzen die Forscher auf die Durchflusszytometrie. Dahinter stecken Geräte, in denen Laser durchfließende Knochenmark-Zellen binnen fünf Minuten abtasten und auf 32 krankheitsrelevante Antigen-Kombinationen hin analysieren. Dadurch lassen sich selbst dann noch Reste von Blutkrebs erkennen, wenn Lichtmikroskope in den Patientenproben keinerlei Krebszellen mehr finden können. Das haben das Uniklinikum und das „Nationale Centrum für Tumorerkrankungen“ (NCT) in Dresden als Projektpartner mitgeteilt.

Ein Li-Fi-Gigadock-Transceiver, den Fraunhofer Dresden für die Datenübertragung mit Licht auf kurze Distanzen und hohen Datenraten. Foto: Fraunhofer-IPMS

Roboter-Lego im All mit Licht-Datennetz aus Dresden

Idee für mehr Umweltschutz im Kosmos: Statt als Weltraumschrott zu enden, lassen sich Satelliten künftig im Orbit modular umbauen Dresden/Aachen/Erdorbit, 7. November 2022. Um Weltraumschrott künftig zu vermeiden, wollen Astrotech-Konstrukteure ihre Satelliten künftig ähnlich wie mit einem Lego-Baukasten modular statt „aus einem Guss“ bauen. Die Idee dabei: Wenn ein Trabant im Erdorbit seine Aufgaben erledigt hat, demontieren Weltraum-Roboter die nicht mehr benötigten Sensoren, Elektronikbausteine oder dergleichen und stöpseln neue Technik-Module an. Dadurch kann der Satellit dann neue Missionen übernehmen, statt in einer orbitalen Müllhalde zu landen. Die Kommunikation zwischen den einzelnen Steckmodulen sollen dabei Lichtdatennetze erledigen, die das Dresdner Fraunhofer-Photonikinstitut IPMS entwickelt hat. Die Aachener Hochschulausgründung „iBoss“ hat nun eine Schnittstelle für solche modularen Satelliten gebaut, sie mit den „Li-Fi-Gigadock-Transceiver“ aus Sachsen ausgerüstet und zur „Internationalen Raumstation“ (ISS) ins All gebraucht. Das geht aus einer IPMS-Mitteilung hervor.

Celina Scheumann lötet Platinen für Messsonden im Lumiloop-Labor in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Lichtbälle gegen Militärbremsen

Dresdner Uni-Ausgründung Lumiloop baut lasergespeiste Sensorsysteme, mit denen Technologiekonzerne weltweit Störfelder ausmessen Dresden, 7. November 2022. Die Freude über die niegelnagelneue Marken-Waschmaschine mit den 47 Programmen währte für Rita* nicht lange: Schon am dritten Tag erstarrte die Trommel mitten in der Wäsche. Bei den folgenden Startversuchen drehte die Maschine vollkommen durch. Selbst ein Komplettaustausch änderte nichts daran: Auch die neue Maschine wusch manchmal anstandslos und verweigerte an anderen Tagen den Dienst. Es war wie verflixt. Bis sich ein paar echte Experten das Teil in Aktion vorknöpften und die Ursache herausfanden: Rita legte ihr Handy im Bad gern auf der Waschmaschine ab – und wenn sie das Telefon auf einer ganz bestimmten Stelle positionierte, brachten die elektromagnetischen Felder des Smartphones die Waschmaschinen-Elektronik unter der Kunststoffhaube durcheinander. Vertrackte Kettenreaktionen wie die in Ritas Waschmaschine sind für die Uni-Ausgründung „Lumiloop“ im Technologiezentrum Dresden das täglich Brot: Zwar schwärmt das 15-köpfige Team nicht in Haushalte aus, um solche Probleme vor Ort zu lösen. Aber die Ingenieure, Uhrmacher und anderen Spezialisten von Lumiloop stellen ganz spezielle Messtechnik her. Und die …

Ein niederfrequenter 500-GHz-Puls (rot) trifft auf das Metamaterial aus topologischem Isolator mit aufgebrachten Goldlamellen. An der Oberfläche der Probe werden neue Terahertz-Wellen mit dem Vielfachen der Eingangsfrequenz erzeugt (gelb). Grafik: Werkstatt X für das HZDR

Vervielfacher für Terahertz-Handys

Forscher aus Sachsen, Bayern und Katalonien setzen für superschnelle Datentransfers auf neues Quantenmaterial mit Goldeffekt Dresden, 6. November 2022. Damit sich Terahertz-Signale für den Mobilfunk der kommenden sechsten Generation (6G) leichter auf kleinstem Raum erzeugen lassen, haben Forscher aus Sachsen, Bayern und Katalonien nun einen Frequenz-Erhöher aus einem maßgeschneiderten Quantenmaterial entwickelt. Das geht aus einer Mitteilung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) hervor, dessen Wissenschaftler gemeinsam mit Teams der Uni Würzburg und des Katalanischen Instituts für Nanowissenschaften und Nanotechnologie an dem neuen Quantenmaterial gearbeitet haben.

Elena Hassinger hat die Professur für Tieftemperaturphysik komplexer Elektronensysteme am Würzburg-Dresdner Exzellenzcluster ct.qmat – Komplexität und Topologie in Quantenmaterialien übernommen. Die Professur wurde an der TU Dresden neu eingerichtet. Foto: Tobias Ritz für das ct.qmat

Neue Quantenprofessorin an der TU Dresden mag’s kälter als im All

Elena Hassinger spürt resistenten Supraleitern für bessere Magnetresonanz-Bilder im Krankenhaus nach Dresden, 4. November 2022. Das Exzellenzzentrum „CT.qmat“ an der TU Dresden hat eine neue Quantenprofessorin: Elena Hassinger spürt sogenannten „unkonventionellen Supraleitern“ nach, die bei extrem tiefen Temperaturen allen Strom ohne jeden Widerstand verlustfrei leiten – und dies auch bei starken Magnetfelder. Das ist einerseits wichtig, um künftig bessere Magnetresonanz-Tomographen (MRT) für Krankenhäuser zu bauen. Das geht aus Mitteilungen des „CT.qmat“ und der Technischen Universität Dresden (TUD) hervor. „Dadurch könnte eine sehr viel genauere Auflösung erreicht werden“, betont Hassinger.

Wasserstofftank am Lkw-Prototyp von MAN. Foto: Heiko Weckbrodt

Wasserstoff-Motor soll Weg zum abgasfreien Laster ebnen

MAN-Ingenieur: Damit schaffen wir mit bekannter und preiswerter Technologie sehr emissionsarme Lkws Dresden, 4. November 2022. Bis schwere Elektro- und Brennstoffzellen-Laster praxistauglich geworden sind, können Lkws mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor eine sinnvolle Brückenlösung hin zu einem abgasfreien Schwerlastverkehr sein. Das hat der Nürnberger MAN-Ingenieur Dr. Andreas Broda bei einem Vortrag über „CO2-freie Antriebslösungen für schwere Nutzfahrzeuge“ im Verkehrsmuseum Dresden eingeschätzt. Der bayrische Laster- und Bushersteller habe Prototypen bereits auf der Straße – und die gemessenen Abgase liegen laut Broda deutlich unter den heutigen Grenzwerten. „Wir erreichen damit niedrigste Emissionen mit einer konventionellen Technologie, die wir bereits beherrschen“, sagt der Ingenieur, der bei MAN in der Hauptabteilungsleitung für kraftstoffbasierte Antriebssysteme tätig ist.