Monate: August 2019

Autos brauchen Augen: Bildsensor-Markt wächst weiter

IC Insights rechnet trotz Handelskrieg mit 15,5 Milliarden Dollar Rekordumsatz für die Bildsensor-Industrie Scottsdale, 30. August 2019. Bildsensoren bleiben ein Wachstumsmarkt: Trotz des Handeslkrieges zwischen den USA und China und der herandämmernden weltweiten Rezession werden die Umsätze mit diesen Sensoren in diesem Jahr um neun Prozent auf ein Allzeithoch von 15,5 Milliarden Dollar (14 Milliarden Euro) steigen, haben die Marktforscher von „IC Insights“ aus Scottsdale in den USA prognostiziert.

Hasst immer mehr seine neuen Hände: der einst so erfolgreiche Konzertpianist Paul Orlac (Conrad Veidt). Szenenfoto: Absolut Medien

Pianist bekommt nach Unfall Mörderhände

Restaurierter Stummfilm-Gruselklassiker „Orlacs Hände“ auf DVD erschienen Mit „Orlacs Hände“ hat „Absolute Medien“ einen österreichischen Stummfilmklassiker in restaurierter Fassung nun fürs Heimkino veröffentlicht. Das Werk aus dem Jahr 1924 von Robert Wiene ist eine Mischung aus Krimi und Horrorfilm – und thematisiert gleichermaßen Entfremdung und Täuschung.

Rekonstruierter Kopf eines Australopithecus anamensis. Abb.: Matt Crow, Cleveland Museum of Natural History

Urahn des Menschen bekommt ein Gesicht

Schädelfragmente vom „Australopithecus anamensis“ wurden in Äthiopien gefunden und nun zu einem Kopf modelliert Leipzig/Cleveland, 28. Juli 2019. Ausgräber haben in Äthiopien Schädelreste von einem unserer Ururahnen entdeckt. Dabei handelt es sich um einen „Australopithecus anamensis“ aus „Woranso-Mille“ in Äthiopien. Anthropologen aus Leipzig und Cleveland liefern nun das Gesicht dazu – dank einer Kopf-Rekonstruktion. Die Ergebnisse haben Yohannes Haile-Selassie vom „Cleveland Museum of Natural History“, Stephanie Melillo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (EVA) in Leipzig und ihre Kollegen nun in einer Fachpublikation beschrieben.

Blick in die "Plastic Logic"-Fabrik für elektronisches Papier in Dresden. Foto: PL

Fraunhofer-Zentrum zieht in stillgelegte „Plastic Logic“-Fabrik ein

Wo eigentlich massenhaft Digitalpapier entstehen sollte, forschen ab 2022 die CNT-Nanoelektroniker – und machen so auch Platz für Infineon Dresden Dresden, 28. August 2019. Für den Technologie-Standort Dresden kristallisiert sich eine gute und eine schlechte Nachricht heraus. Zuerst die schlechte: Das einst britische Unternehmen Plastic Logic (PL) beerdigt wohl endgültig die Vision, in seiner sächsischen Fabrik noch eine Massenproduktion von elektronischem Papier anzukurbeln. Die gute Nachricht: Statt dessen zieht dort bis 2022 das Fraunhofer-Centrum für nanoelektronische Technologien (CNT) ein, das bisher noch in den Infineon-Reinräumen in Dresden-Klotzsche residiert. Den Umzugsplan haben Direktor Hubert Lakner vom CNT-Mutterinstitut für Photonischen Mikrosysteme (IPMS) und Infineon-Standortsprecher Christoph Schumacher auf Oiger-Anfrage bestätigt. Von Plastic Logic gab es dazu bisher keine Stellungnahme.

Vor allem die modernen 300-mm-Fabriken von TSMC sind stark ausgelastet. Foto: TSMC

TSMC weist Klau-Vorwürfe von Gloablfoundries zurück

Taiwanesen halten Klagen für unbegründet Hsinchu/Dresden/Santa Clara, 27. August 2019. Der weltweit größte Chip-Auftragsproduzent „TSMC“ aus Taiwan hat die Patent-Vorwürfe des US-Konkurrenten Globalfoundries (GF) zurückgewiesen. Man sei zwar noch dabei, die gestern von GF in den USA und in Deutschland eingereichten Klagen zu prüfen, teilte TSMC mit. „Aber wir sind zuversichtlich, dass die Vorwürfe von Globalfoundries keine Grundlage haben“, betonte das Unternehmen.

Reinraumbrücke bei Globalfoundries Dresden. Foto: Globalfoundries

Foundry-Streit: Globalfoundries verklagt TSMC

US-Unternehmen und Dresdner Tochter wollen auch Kunden der Taiwanesen in Haftung nehmen Santa Clara/Dresden/Taipeh, 26. August 2019. Der US-Halbleiterkonzern Globalfoundries (GF) aus Santa Clara und dessen Dresdner Tochter verklagen TSMC, Apple, Asus, Nvidia und 16 weitere internationale Elektronikunternehmen wegen Patentverletzungen. Das hat GF heute mitgeteilt.

Die Visualisierung zeigt einen Nanoroboter inmitten von Blutzellen. Den Weg durch die Blutbahnen wollen die Forscher durch ein schonendes Licht-Ultraschall-Verfahren überwachen. Visualisierung: Science Picture Co / Alamy Stock Photo (Rechte: IFW Dresden)

Ortungstechnik für Mikro-U-Boote in der Blutbahn entwickelt

Dresdner Leibniz-Forscher setzen dabei auf einen alten Bell-Effekt Dresden, 26. August 2019. Um besonders gut versteckte Krebsgeschwüre, aber auch andere Krankheitsherde zu bekämpfen, arbeiten Ingenieure und Mediziner auch an Mini-U-Booten für den menschlichen Körper, wie man sich bisher nur aus Science-Fiction-Filmen wie „Die Reise ins Ich“ kennt: Winzig kleine Roboter könnten Medikamente in genau der richtigen Dosis zum schwächelnden Organ bringen oder Tumore sehr zielgenau zerstören, ohne dass der ganze Patient mit harten Strahlen oder Chemiekeulen überflutet wird, so eine Idee dabei. Dresdner Leibniz-Forscher haben nun ein Verfahren entwickelt, um derartige Mikrosendboten besser auf ihren Wegen durch den Organismus überwachen zu können.

Alarmtextilie mit einem Detektornetz aus leitfähigem Garn und Mikrocontroller. Abb.: Fraunhofer IZM

Textile Technologiezukunft im Fokus

Internationale Konferenz in Dresden geplant Dresden, 24. August 2019. Wie Sensor-Kleidung bei der Kommunikation zwischen Menschen und Robotern hilft, was Hightech-Weber noch von der Natur lernen können, was die Textilindustrie gegen die allgegenwärtige Mikroplaste tun kann und ähnliche Fragen wollen deutsche und internationale Experten auf der „Aachen-Dresden-Denkendorf International Textile Conference“ Ende November in Dresden diskutieren. Darauf hat Prof. Chokri Cherif, der Direktor des Instituts für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik der TU Dresden, hingewiesen. Die Konferenz sei mittlerweile der wichtigste Branchentreff „zum Austausch zwischen Geschäftsleitungen, Fachexperten & Nachwuchskräften aus Wirtschaft und Wissenschaft“ in der Textilbranche.

Globalfoundries Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Gewerkschaft dringt auf Tarifvertrag mit Globalfoundries Dresden

  Rund 400 Chipwerker demonstrierten mit „Tarif-Mittagspause“ vor dem Werktor Dresden, 23. August 2019. Rund 400 Chipwerker haben heute auf Einladung der „Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie“ (IG BCE) vor den Werktoren von Globalfoundries Dresden mit einer „Tarif-Mittagspause“ demonstriert. Die Gewerkschafter wollen erreichen, dass das Halbleiterunternehmens den BCE-Tarifverträgen beitritt, die Arbeitszeiten der Beschäftigten verkürzt und die Entlohnung im Hause transparenter wird.

Dr. Jonas Sundqvist, Gruppenleiter Dünnschichttechnologien, zeigt Protoypen textiler Solarzellen. Foto: Fraunhofer IKTS

Die Lasterplane als Kraftwerk

Fraunhofer Dresden entwickelt textile Solarzellen Dresden, 23. August 2019. Spezielle Lkw-Planen könnten künftig Strom aus Licht erzeugen und damit ihre Batterien nachladen oder Kühlsysteme antreiben. Möglich machen sollen dies textile Solarzellen, die Fraunhofer-Ingenieure vom „Institut für Keramische Technologien und Systeme“ (IKTS) in Dresden entwickeln haben.

Globalfoundries Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Globalfoundries Dresden appelliert an Belegschaft zu wählen

Dresden, 22. August 2019. Globalfoundries Dresden und andere Unternehmen in Sachsen haben ihre Mitarbeiter aufgefordert, am 1. September 2019 an der sächsischen Landtagswahl teilzunehmen. Darüber hinaus forderten die Manager ihre Leute auf, sich „bewusst für Kandidaten und Parteien“ zu entscheiden, „die unser Land mit Mut, Visionen und Werten in die Zukunft führen wollen“. Der Aufruf enthält keine direkte Wahlempfehlung. Es ist aber unschwer zu erkennen, dass er sich indirekt gegen die AfD und deren Politik richtet.

Das AMTC Dresden ist auf Chipmasken spezialisiert. Foto: AMTC

Mehr Chipmasken aus Sachsen

AMTC investiert 130 Millionen Euro in Dresden Dresden, 22. August 2019. Das Dresder Chipmasken-Werk Advanced Mask Technology Center (AMTC) tätigt die größte Erweiterungs-Investition seit seiner Gründung im Jahr 2002: Das Gemeinschaftsunternehmen von Globalfoundries und Toppan Photomasks hat seine Reinraumflächen um 900 auf 3300 Quadratmeter ausgebaut. Dort werden nun Produktionsanlagen aus dem Schwesterwerk BTVM in Burlington in den USA installiert. Insgesamt umfasst der Ausbau ein Investitionsvolumen von 130 Millionen Euro, teilte das AMTC mit. Zentrum will EUV-Pilotlinie einrichten Das Zentrum fertigt die gläsernen Belichtungsvorlagen, die in der Halbleiterproduktion gebraucht werden, um die wenige Nanometer (Millionstel Millimeter) kleinen Schaltungsstrukturen der Computerchips zu erzeugen. Das AMTC ist laut eigenen Angaben in Europa der führende Anbieter für solche Masken. Derzeit kann das Zentrum Belichtungsvorlagen bis hinab zur Stukturgeneration 12 Nanometer liefern. Ein Forschungsschwerpunkt sind auch Masken für neuartige Belichter, die „Extreme Ultraviolett“-Strahlen (EUV) für die Produktion besonders kleinstrukturierter Schaltkreise nutzen. Eine EUV-Pilotlinie ist geplant. Photomasken aus Dresdenin aller Welt „Photomasken aus Dresden werden in aller Welt für die Chipherstellung benutzt“, betonte AMTC-Chef Thomas Schmidt. Damit findet man das AMTC …

Da sind flinke Füße gefragt: Vivi (Gro Swantje Kohlhof) entfleucht auf einer Staumauer einer Zombie-Herde. Bildschirmfoto aus "Endzeit" von Anke Neugebauer, ZDF, Arte, Grown Up

„Endzeit“: Die Zombie-Apokalypse tobt in Weimar

Feminine Produktion skizziert Untergang als Öko-Strafparabel Die Zombie-Apokalypse rückt näher: In „Endzeit“ röcheln sich die Untoten durch Thüringen und schnabulieren alle, die nicht mit der Natur verwachsen sind. Regisseurin Carolina Hellsgård skizziert in ihrer Zombie-Ökoparabel die Seuche als gerechte Strafe für eine umweltzerstörerische Menschheit. Zu sehen ist das postapokalyptische Frauen-Roadmovie ab 22. August 2019 in den deutschen Kinos.

Mit dem Mobilfunk der 5. Generation (5G) verbinden vor allem Autohersteller und Automatisierungsindustrie große Hoffnungen. Foto: Heiko Weckbrodt

5G-Pilotprojekte sollen Landleben in Sachsen schöner machen

7 Millionen Euro für 5G-Labor Dresden, Testfelder starten im Freistaat Dresden/Köllitsch, 21. August 2019. Um die Landflucht der Jugend zu stoppen, das Leben auf dem Dorfe wieder attraktiver zu machen, aber auch neue Technologien und Gründer aufs Land zu locken, rückt Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) bis 2022 deutschlandweit rund 60 Millionen Euro für die Digitalisierung und Modernisierung in der Landwirtschaft heraus, davon rund zehn Millionen für Sachsen. Denn die ersten beiden der bundesweit 14 „digitalen Test- und Experimentierfelder“ starten am 1. September im Freistaat: Beim „Landnetz“ (7,6 Millionen Euro) hat die TU Dresden die Koordination übernommen. Für das Projekt „Express“ (2,8 Millionen Euro) ist die Uni Leipzig zuständig. Parallel dazu haben Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer CDU) dem 5G Lab Germany der TU Dresden sieben Millionen Euro für ein „5G Lab Germany Forschungsfeld Lausitz“ zugesagt. Die Bundes-Experimentalfelder und das Lausitz-Projekt werden verzahnt sein.

Der Untermarkt in Görlitz: Hier mietet sich das neues Casus-Institut in der Aufbauphase ein. Foto: Sabine Wenzel für das HZDR

Karliczek eröffnet neues Casus-Computerinstitut in Görlitz

KI und Big-Data-Technologien für einen tieferen Blick auf den Klimawandel und die Sternen-Genese Görlitz, 21. August 2019. Klimawandel, die Genese von Sternen, wie sich Zellen zu Organen zusammenfügen oder der Großstadt-Verkehr – all dies sind komplexe Systeme, die über einfache Ursache-Folge-Ketten weit hinausgehen. „Verändert man nur eine einzige Einflussgröße, kann das überraschende, schwer vorherzusehende Folgen für das Gesamtsystem haben“, schätzen Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) ein. Gemeinsam mit Kollegen aus Dresden. Leipzig und Breslau möchten sie in einem neuen „Center for Advanced Systems Understanding“ (Casus) in Görlitz diese komplexen Zusammenhänge mit Supercomputerhilfe und Künstlicher Intelligenz durchdringen. Am 27. August will Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) dieses neue Zentrum mit einer symbolischen Schlüssel-Übergabe eröffnen.