Alle Artikel mit dem Schlagwort: Handwerk

Bedrückt und separiert: Andreas Brzezinski und Präsident Jörg Dittrich von der Handwerkskammer Dresden ziehen ein Zwischenresümee der Corona-Krise. Foto: Heiko Weckbrodt

Handwerker fordern mehr Corona-Hilfen

Kammer: Selbst nach Flut und Finanzkrise war die Lage nicht so ernst. Dresden, 5. Mai 2020. Die Corona-Krise setzt die Handwerker weiter unter Druck: Knapp zwei Drittel der ostsächsischen Meister haben dadurch Umsatzeinbußen erlitten. Das haben Blitzumfragen der Handwerkskammer Dresden ergeben. Sie fordert nun weitere Corona-Hilfen.

Sind Kopfnoten zulässig? Über die Frage erhitzen sich immer wieder die Gemüter. Grafik: Heiko Weckbrodt

Handwerker wünschen sich Kopfnoten

Umfrage der Handwerkskammer Dresden Dresden, 12. November 2019. Die meisten Handwerker-Meister in Ostsachsen wünschen sich, dass auf Schulzeugnissen weiter auch Kopfnoten vermerkt sind. Das haben Umfragen der Handwerkskammer Dresden ergeben. Demnach gaben 88 Prozent an, dass ihnen Kopfnoten sehr wichtig und wichtig sind, wenn sie Lehrlinge einstellen wollen.

Viele Handwerksbetriebe haben angesichts voller Auftragsbücher Probleme, neue Kapazitäten aufzubauen: Es fehlen Meister, Gesellen und andere Fachkräfte, während Ungelernte kaum noch gefragt sind. Foto: Heiko Weckbrodt

Handwerk in Ostsachsen floriert noch – doch Stimmung trübt sich ein

Kammer fordert nach Umfrage: Neue Koalition darf nicht die Leistungsträger vergessen Dresden, 7. November 2019. Den ostsächsischen Handwerkern geht es gut: Die Auftragsbücher sind voll, die meisten Betriebe über Monate hinweg voll ausgelastet. Das hat die Herbst-Konjunkturumfrage der Handwerkskammer unter ihren Mitgliedern ergeben. Allerdings schauen immer mehr Handwerker besorgt in die Zukunft, vor allem jene, die mit der Autobranche und der allgemeinen Industrie verflochten sind.

Scharfes ist wieder im Kommen: Ingo Mager schleift ein Messer solange, bis die Tomate beim bloßen Anblick zerfällt. Eine große Schleifwerkstatt hat er an der Großenhainer Straße, im Laden an der Alaunstraße in Dresden gibt er seine Kurse. Foto: Heiko Weckbrodt

Scharf, Bio und bunt: Handwerk auf Innovationskurs

Wenn Haarescheiden und Brötchenbacken allein nicht mehr reichen… drei Beispiele aus Dresden Dresden, 19. September 2019. Der digitale Wandel, veränderte Konsumentenwünsche, mehr staatliche Regulierung und neue, teils transnationale Mitspieler auf dem Markt stellen viele alteingesessene Handwerker vor existenzielle Probleme. Doch mehr und mehr Familien-Kleinbetriebe reagieren mit faszinierenden Produkten, technischen Innovationen und veränderten Geschäftsmodellen auf diesen Wandel. Und dabei agieren sie inzwischen oft sehr erfolgreich, schätzt der Dresdner Handwerkskammer-Präsident und Dachdecker Jörg Dittrich ein. „Steigende Umsätze, volle Auftragsbücher, exzellentes Geschäftsklima: Vielen Handwerksbetrieben geht es richtig gut“, meint er. „Doch dies kommt nicht von ungefähr sondern ist das Ergebnis von harter Arbeit und Innovationsfreude.“

"Wir machen Slow Food, nicht Fast Food", betont Heller. "Bei uns kann der Teig eine ganze nacht reifen." Foto: Heiko Weckbrodt

Radeberger Bäckerei Eisold ist pleite

Insolvenzverwalter sieht aber Sanierungs-Chancen für den Traditionsbetrieb Radeberg, 24. April 2019. Die traditionsreiche Radeberger Bäckerei „Eisold“ ist pleite. Das Amtsgericht Dresden hat daher nun einen vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt. Der hat sich inzwischen einen ersten Überblick verschafft und sieht Chancen, das Unternehmen zu retten: „Der Geschäftsbetrieb wird uneingeschränkt fortgeführt“, kündigte der Rechtsanwalt Christian Heintze von der Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff an. „Die Bäckerei und Konditorei Eisold ist ein Traditionsunternehmen mit exzellentem Ruf und treuer Kundschaft. Das ist eine gute Ausgangsbasis für eine erfolgreiche Sanierung.“ Die Löhne und Gehälter für die 174 Mitarbeiter seien für die nächsten drei Monate durch das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur gedeckt.

Ein 5-Achs-Roboter bearbeitet im Steinmetzbetrieb Schubert einen Marmorblock. Foto: André Wirsig für die Handwerkskammer Dresden

„Um die Digitalisierung kommt das Handwerk nicht herum“

Die Dresdner Steinmetz-Unternehmung von Sven Schubert hat sich in der Denkmalpflege deutschlandweit einen guten Ruf erarbeitet – auch durch die Verbindung von Handwerk und Hightech Dresden, 1. Oktober 2018. Im Norden von Dresden, nicht weit von den großen Chipfabriken, türmen sich am Rande der Radeburger Straße schwere Brocken. Wer über den Hof und durch die Werkstätten von Sven Schubert schlendert, sieht steingewordene Träume: Hier der Sandstein-Adler, der davon träumt, sich in die Lüfte zu erheben. Da ein Kopf mit Dreispitz, der in die Sonne blinzelt und sich vorzustellen versucht, wie es wäre, einen Körper zu besitzen. Und dann dieser Krieger: halb antiker Spartiat, halb futuristisch gerüsteter Soldat der Jetztzeit. Zur Maschine geworden sei er, sagt Steinmetz Schubert über den behelmten Kopf. Bar menschlicher Individualität hat er die Gesichtszüge in den Stein gehauen. „Das ist aus der Zeit, als ich einzig und allein Künstler sein wollte“, erzählt Schubert und lässt die Lachfalten um die Augen spielen. „Zum Glück hatte meine damalige Lebengefährtin einen Job, von dem wir beide irgendwie leben konnten.“

Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski und Bildungszentrums-Leiterin Karina Görner von der Handwerkskammer Dresden inspizieren die Baustelle für das neue Bildungszentrum, das nun rohbaufertig ist. Foto: Heiko Weckbrodt

Der Handwerker 4.0 hat Superkräfte dank Exoskelett

Neues Bildungszentrum der Handwerkskammer Dresden generiert ab 2019 die hochtechnologischen Meister von Morgen Dresden, 24. August 2018. Digitalisierung und Automatisierung verändern mehr und mehr das traditionelle Handwerk: Die Drohne ersetzt beim Dachdecker die Leiter, die autonom navigierende Karre transportiert für den Maurer die Steine, die ein Roboter-Kollege dann herüberreicht, der Metall-3D-Drucker erzeugt auf der Baustelle vergriffene Ersatzteile und das Kücheninterieur planen Tischler und Kunde zusammen mit der VR-Brille in virtuellen Welten. „Als nächstes kommen die Exoskelette, die dem Handwerker helfen, extrem schwere Lasten zu tragen“, meint Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski von der Handwerkskammer (HWK) Dresden. Die Kammer experimentiere bereits mit solchen mechanisch-elektronischen Muskelverstärkern, die wie ein zusätzliches äußeres Skelett die menschliche Kräfte vervielfachen können – ähnlich wie beim „6-Millionen-Dollar-Mann“ aus der 1990er Fernsehserie.

Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski (links) und Dresdner Präsident Jörg Dittrich von der Handwerkskammer Dresden präsentieren ihre Konjunkturanalyse fürs Frühjahr 2018 und ihre bildungspolitischen Forderungen an die sächsische Landesregierung. Foto: Heiko Weckbrodt

Ostsächsisches Handwerk im Aufschwung

Laut Konjunkturumfrage ist besonders Nachfrage im Baugewerbe hoch Dresden, 3. Mai 2018. Die Zeichen im ostsächsischen Handwerk stehen auf „Aufschwung“. Das geht aus der Frühjahrs-Konjunkturumfrage der Handwerkskammer (HWK) Dresden hervor. Demnach rechnen die meisten Handwerksbetriebe, vor allem im Baugewerbe, weiter mit vollen Auftragsbüchern und steigenden Umsätzen. Der Konjunktur-Klimaindex – der auf den subjektiven Einschätzungen der befragten Unternehmen beruht – erreichte ein neues Rekordniveau. Erstmals im Frühjahr schätzten fast zwei Drittel der befragten Betriebe ihre gegenwärtige Geschäftslage als gut ein. Nur sieben Prozent meldeten schlechte Geschäftslagen.

Meister Steffen Aurin hält ein noch unvergoldetes Zinkguss-Teil neben das erste fertiggestellte Geländersegment für den Kleinen Ballsaal im Residenzschloss Dresden. Er und seine Mitarbeiter hatten lange geknobelt, bis sie eine Technologie fanden, um die Auflagen von Denkmalschützern wie auch die heutigen DIN-Normen für geländer einzuhalten. Foto: Heiko Weckbrodt

Aurins Kunstschmiede bringen güldenen Glanz zurück ins Schloss Dresden

Interdisziplinäre Puzzle-Arbeit für Handwerker, Computerexperten und Restauratoren Dresden, 15. September 2017. In der Bombennacht im Februar 1945 brannte auch der Kleine Ballsaal im Dresdner Residenzschloss völlig aus. Von der beeindruckenden Pracht blieben nur monochrome Fotos. 70 Jahre später haben sich Restauratoren, Computerexperten, Baumeister und Kunsthandwerker daran gemacht, dieses Puzzle wieder zusammenzusetzen. Sie scannten alte Bildaufnahmen, entzerrten sie per PC und kombinierten sie zunächst zu einem virtuellen Abbild. Seitdem wurde viel gemalt, gehämmert, gegossen und gelötet. Nun lässt sich hinter den Gerüsten bereits die Opulenz des Ballsaals wieder erahnen.

In den oberen Geschosssen des Georgenbaus im Dresdner Residenzschloss hat das Münzkabinett seine nicht üppig große, dafür aber umso exquisite Bleibe. Foto: Peter Weckbrodt

Sachsens Handwerker sichern Kulturgut

Kammer: Meister sind unverzichtbar, um Altes ins Digitalzeitalter zu retten Dresden, 14. September 2017. Auch und gerade in Zeiten der Digitalisierung ist das moderne Handwerk unverzichtbar, um wichtige Kulturgüter zu erhalten und zu erneuern. Das haben Präsident Jörg Dittrich und Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski von der Handwerkskammer Dresden im Vorfeld des deutschen Handwerkertages am 16. September betont. „Wir erhalten zum Beispiel denkmalgeschützte Gebäude und passen sie an moderne Standards an – da bedarf es handwerklichen Geschicks“, schätzte Brzezinski ein. Er verwies auf Beispiele wie das Residenzschloss oder den Kulturpalast Dresden, bei deren Restaurierung eben dieser Spagat zwischen tradierten und neuen Technologien nötig war. Den sächsischen Handwerkern gelinge es immer wieder, „sich neu zu erfinden und den modernen Gegebenheiten anpassen, aber trotzdem auf altbewährtes Wissen und Techniken zurückzugreifen“, ergänzte Dittrich.

Feile und Säge waren gestern: Diesen stählernen Skorpion haben Handwerker mit einem Plasamschneider geformt. Jetzt kriecht er durch die Handwerkskammer Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Drohne statt Stehleiter

Dresdner Handwerk steht an der Schwelle zu einem Digitalisierungs-Schub Dresden, 12. Juni 2017. Das ostsächsische Handwerk steht vor einem dramatischen Modernisierungs-Schub. Der kann zunächst Jobs kosten, dürfte dafür aber höhere Produktivität und höhere Löhne ermöglichen – und eine Karriere im Handwerk für Schulabsolventen wieder attraktiver machen. Das haben Präsident Jörg Dittrich und Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski von der Handwerkskammer Dresden eingeschätzt.

So etwa soll das neue,, knapp 40 Millionen Euro teure Billdungszentrum der Handwerkskammer Dresden aussehen. Es soll im März 2019 fertig sein. Visualisierung: Arge CBH Architekten Ingenieure

Handwerkskammer baut in Dresden 40 Millionen Euro teures Bildungszentrum

Neubau soll Handwerker der Zukunft ausbilden Dresden, 12. Juni 2017. Die ostsächsischen Handwerker haben gestern den Grundstein für ihr neues, knapp 40 Millionen Euro teures Bildungszentrum in der Dresdner Albertstadt gelegt. „Nachwuchsgewinnung ist ein zentrales Thema für das Handwerk“, betonte Dachdecker-Meister Jörg Dittrich, der als Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dresden vorsteht. „Dafür brauchen wir auch eine hohe Qualität und Modernität der Ausbildung.“ Geplant sei „eine der modernsten Aus- und Weiterbildungsstätten in Sachsen“.