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Sachsens Wirtschaft fahndet nach jungen Robotiktalenten

Die Roboter-Punklady Hellga Tarr. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Roboter-Punklady Hellga Tarr. Foto: Heiko Weckbrodt

1500 Besucher zur Premiere der „Dresdner Robotertage“ erwartet – begleitet vom deutschen „First Lego League“-Finale

Dresden, 29. November 2022. Um mehr junge Menschen für eine Karriere in der Robotik zu animieren, anderseits aber auch mehr Roboter im Handwerk und Mittelstand unterzubringen, gerät der Flughafen Dresden im Frühjahr 2023 zwei Tage lang fest in die Hand künstlicher Helfer aus Plaste und Stahl: Am 24. März 2023 starten dort unter dem Motto „Meet the Robots“ die ersten „Dresdner Robotertage“. Am Rande der Messe bestreiten rund 400 Kinder und Jugendliche das Deutschland-Finale im Roboterwettbewerb „First Lego League“. Insgesamt rechnen die Veranstalter vom „Landesverband Sächsischer Jugendbildungswerke“, vom Verein „Hands on Technology“ und aus dem „Robot Valley Saxony“ mit rund 1500 Besuchern. Das geht aus einer Mitteilung des sächsischen Robotiknetzwerks hervor.

Thomas Schulz von der Hightech Startbahn organisiert die "Hightech Venture Days" in Dresden. Der Zugang zu Risikokapital hat sich für junge Hochtechnologie-Unternehmen in Sachsen deutlich verbessert, sagt er. Foto: Heiko Weckbrodt

Thomas Schulz. Foto: Heiko Weckbrodt

„Robot Valley Saxony“: Wollen technologische Bildung schon sehr früh unterstützen

Die „Dresdner Robotertage“ sind nach dem „Robotics Festival“, das zuletzt in Leipzig stattfand, ein neues Veranstaltungskonzept der Automatisierungs-Akteure im Freistaat. Mit diesem neuen Format werde das Netzwerk die „Robotik-Community weiter vernetzen als auch diese mit den Talenten der nächsten Generation und auch Lehrern und Eltern zusammenbringen“, erklärte „Robot Valley Saxony“-Chef Thomas Schulz. „Es ist fundamental wichtig, die digitale und auch technologische Bildung schon sehr früh zu unterstützen und wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern die Schülerinnen begeistern und ihnen auch die echte Welt der Roboter- und Automatisierungstechnik zeigen.“

Netzwerk-Chef verspricht rosige Karriere-Chancen in der sächsischen Automatisierungsbranche

Gerade in diesem Sektor seien die Berufsaussichten „rosig“, meint Schulz. Denn angesichts steigender Löhne, Fachkräftemangel und neuer technologischer Möglichkeiten bemühen sich immer mehr Branchen in Deutschland bis hinunter zum Mini-Betrieb und zum „kleinen“ Handwerker, monotone und schwere Arbeitsabläufe nun doch nun noch zu automatisieren. Und auch der Ruf nach krisenfesteren Lieferketten, Digitalisierung, Dekarbonisierung und nach einer Rückverlagerung von mehr Gliedern der globalen mehr Wertschöpfungsketten zurück nach Europa setzt fast zwangsläufig einen massiven Robotereinsatz in Hochlohn-Ländern wie Deutschland voraus. Eine Folge all dieser Trends: Unternehmen wie auch Forschungslabore brauchen weit mehr Experten für Robotik und verwandte Disziplinen, als sie der deutsche Arbeitsmarkt auf absehbare Zeit hergibt. Und dies gilt generell für die meisten Berufe, in denen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technologie (Mint) dominieren. Diese Mint-Lücke ist inzwischen auf bundesweit 326.100 unbesetzte Mint-Stellen gewachsen, teilte das „Institut der deutschen Wirtschaft“ (IW) aus Köln in seinem Mint-Herbstbericht 2023 mit.

Messe soll Mittelständler, Handwerker und Forscher zusammenbringen

Diese Engpässe zumindest in Sachsen ein Stück weit zu mindern, ist nun eben ein Ziel der „Dresdner Robotertage“. So ist für den 24. März ein Messe- und Präsentationstag speziell für den Mittelstand geplant, „an dem sich Unternehmerinnen, Mitarbeiterinnen aus Wirtschaft, Mittelstand, Handwerk und auch Forschung ebenso wie interessierte Bürgerinnen über Technologien, Applikationen und Lösungen aus dem Robotik- und Automatisierungssektor informieren können“, kündigten die Organisatoren an.

Mit einer Lego-Fabrik testen die MMS-Techniker Software-Konzepte für die Industrie 4.0 schon heute aus. Foto: Heiko Weckbrodt

24 Teams aus Deutschland, Österreich und Schweiz pumpen ihre Lego-Roboter mit Superenergie voll

Derweil treten 9- bis 16-Jährige aus dem gesamten deutschsprachigen Raum im erwähnten Lego-Jugendwettbewerb an. Das sächsische und teils auch das ostdeutsche Zwischenfinale richtet im Freistaat schon seit Jahren der „Landesverband Sächsischer Jugendbildungswerke“ aus, manchmal im Jugendhaus „Insel“, mal an der HTW Dresden, mal an der TU Dresden.

Nun haben sich die Jugend-Robotiker mit den erwachsenen Robotik-Profis zusammengetan, richten nun erstmals gemeinsam die Dresdner Robotertage aus – und koppeln sie mit dem Lego-Roboterwettbewerb. „Wir erwarten über 400 hoch motivierte Schülerinnen, die sich in den Regionalwettbewerben qualifiziert haben“, erklärte Landesverbands-Chef Marcus Kotte. „Und wir wollen diese Talente mit der Industrie zusammenbringen.“ Konkret bauen und programmieren die jungen Nachwuchs-Ingenieure in spe im Zuge des Wettbewerbs einen eigenen Roboter. Die 24 Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz schicken dann diese selbstentworfenen Lego-Roboter aus, um die diesjährige Aufgaben zum Thema „Superpowered – Die Energie der Zukunft“ zu lösen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Robot Valley Saxony, IW, Oiger-Archiv, Hands on Technology e. V.