Alle Artikel mit dem Schlagwort: Einwanderung

Daniel Kinderman ist Professor für Politologie an der University of Delaware in den USA. Foto: Heiko Weckbrodt

Studie: Deutsche Wirtschaft mobilisiert besonders gegen Rechtspopulismus

US-Politologe Kinderman sieht Mittelstand in Sachsen als Vorreiter Smith Hall Newark/Dresden, 28. September 2020. In keinem anderen Land haben sich Unternehmer, Manager und Wirtschaftsverbände so deutlich gegen Rechtspopulismus positioniert und ausgesprochen wie in Deutschland. Und besonders früh geschah dies in Sachsen. Zu dieser Einschätzung ist der US-amerikanische Politologe Prof. Daniel Kinderman von der University of Delaware nach Studien in Europa gekommen und hat sie nun im Aufsatz „German Business Mobilization against Right-Wing Populism“. Ähnliche Zwischenergebnisse hatte er zuvor schon bei einem Vortrag in Dresden verfochten.

Prof. Joachim Ragnitz ist Stellvertretender Leiter der ifo-Niederlassung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo Dresden: Wie attraktiv ist Sachsen für Fachkräfte aus dem Ausland?

Der Freistaat wird schwerlich zu den schnellen Profiteuren des neuen Zuwanderungsgesetzes gehören, denken die Ökonomen. Dresden, 27. Dezember 2019. Der Fachkräftemangel gehört in der nächsten Zukunft zu den drängendsten Problemen für die wirtschaftliche Entwicklung in Sachsen. Das hat Ökonom Prof. Joachim Ragnitz vom Wirtschaftsforschungs-Institut Ifo in Dresden eingeschätzt. Und es werde schwer sein, diese Lücke rasch durch ausländische Fachkräfte zu schließen.

Flüchtlinge, Migranten, Einwanderer, Familiennachzug

Einwanderung polarisiert Europäer

Im Durchschnitt wird Migration aber positiver gesehen Kiel, 19. Oktober 2018. Die Europäer sehen Einwanderung heute tendenziell positiver als noch vor 15 Jahren. Gleichzeitig aber polarisiert dieses Thema die jeweiligen Bürgergesellschaften stärker als zuvor. Das hat eine Analyse des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) Kiel ergeben. Die Forscher stützten sich dabei auf Umfragen im Zuge des „European Social Survey“ (ESS), der seit 2001 Einstellungen, Überzeugungen und Verhaltensmuster der verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Europa zu messen versucht.

Prof. Panu Poutvaara leitet im Ifo-Institut das Zentrum für Internationalen Institutionenvergleich und Migrationsforschung. Foto. Ifo

Ifo: Einwanderung nutzt meisten Industrieländern

München, 2. September 2018. Die meisten Industrieländer haben von den Einwanderungströmen der vergangenen Jahre eher profitiert. Zu dieser Einschätzung sind Panu Poutvaara und weitere Wirtschaftsforscher vom Ifo-Institut in München gekommen. Dabei stützen sie sich auf einen Vergleich der Einwanderungseffekte für 19 europäische Länder und die USA, wobei sie besonders Wirkungen auf den Arbeitsmarkt, Lohnniveau und Sozialleistungen berücksichtigt haben.

Prof. Werner Patzelt im Stadtmuseum Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Patzelt: Einwanderung nicht als Elitenprojekt der Bevölkerung aufzwingen

Dresdner Politologe stellt Amtseid-Treue der Kanzlerin in Frage Dresden, 4. November 2015. Der Dresdner Politologe Prof. Werner Patzelt hat mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingskrise vor einer Einwanderungspolitik gewarnt, die vom Wunsch der gesellschaftlichen Eliten nach einem multikulturellen, multi-ethnischen Deutschland dominiert werde, ohne das Volk nach dessen Wünschen zu fragen. „Ich halte es für fahrlässig, solch ein Elitenprojekt der Bevölkerung aufzuzwingen, ohne darüber mit dem Volk zu diskutieren“, sagte der TU-Professor gestern Abend während seines Vortrags „Was ist ein Volk?“ im überfüllten Festsaal des Stadtmuseums Dresden. Dies untergrabe letztlich die Demokratie. „Die Frage ist, ob die Kanzlerin mit ihrer derzeitigen Einwanderungspolitik ihren Amtseid strapaziert.“

Dr. Ghoerghe Cojoc ist ein Einwanderer - und wird als Forscher von seinen Kollegen sehr geschätzt. Foto: Christian Juppe

Kein Grund für deutsche Angst

Rumänischer Forscher Cojoc: Bundesrepublik profitiert von Einwanderung – und ist viel zu organisiert für Trickser Dresden, 2. Februar 2014: Geboren ist Dr. Ghoerghe Cojoc in Bacău im Nordosten Rumäniens. Seit über drei Jahren lebt und arbeitet er mit seiner Frau Monika in Dresden. Seitdem analysiert der Optoelektronik-Ingenieur am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in der Johannstadt die wunderbare Welt der Zellen – wie sie sich teilen, wie sie untereinander Informationen austauschen, um nicht zu degenerieren, welche kleinen Reproduktionsfehler verantwortlich dafür sind, dass Krebs zu wuchern beginnt, welche mechanischen Kräfte im Grundkraftwerk der Natur wirken. Darauf versteht sich der 32-Jährige gut. Was er nicht so recht versteht, ist die jüngst entflammte deutsche Angst, die Bundesrepublik könne von rumänischen und bulgarischen Armen überflutet werden. „Das deutsche Sozialsystem ist derart solide und durchorganisiert – da hätte kaum ein Einwanderer eine Chance, es auszutricksen“, ist Ghoerghe Cojoc überzeugt. „Kurze Zeit mag das gehen, aber nicht auf Dauer.“

Schulsystem und Einwanderung haben Preußens Aufstieg gefördert

Leibniz-Preise für Nachwuchsforscher aus München und Dresden Berlin/München/Dresden, 28. November 2013: „Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft“. Mit diesem Slogan werben Bildungspolitiker gern und oft – und bekommen auch oft den Vorwurf zu hören, Plattitüden zu verbreiten. Ähnlich gestritten wird über die Folgen von Einwanderung für einen Staat. Zumindest für das merkantilistische Preußen der frühen Neuzeit hat der Münchner Volkswirt Dr. Erik einen kausalen Zusammenhang nachweisen können und dafür nun in Berlin einen Nachwuchspreis der Leibniz-Gemeinschaft gewonnen. Ein weiterer Leibniz-Nachwuchspreis ging an die Dresdner Chemikerin Dr. Kristina Tschulik für ihre Forschung an magnetfeldgesteuerten elektrochemischen Beschichtungstechnologien.