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Ifo Dresden: Wie attraktiv ist Sachsen für Fachkräfte aus dem Ausland?

Prof. Joachim Ragnitz ist Stellvertretender Leiter der ifo-Niederlassung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Prof. Joachim Ragnitz ist Stellvertretender Leiter der ifo-Niederlassung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Der Freistaat wird schwerlich zu den schnellen Profiteuren des neuen Zuwanderungsgesetzes gehören, denken die Ökonomen.

Dresden, 27. Dezember 2019. Der Fachkräftemangel gehört in der nächsten Zukunft zu den drängendsten Problemen für die wirtschaftliche Entwicklung in Sachsen. Das hat Ökonom Prof. Joachim Ragnitz vom Wirtschaftsforschungs-Institut Ifo in Dresden eingeschätzt. Und es werde schwer sein, diese Lücke rasch durch ausländische Fachkräfte zu schließen.

Hälfte der neuen Jobs durch Einwanderer abgedeckt

Bereits jetzt werde jeder zweite neue Arbeitsplatz durch Zuwanderer besetzt, weil sich keine geeigneten deutschen Bewerber dafür finden. „Dabei handelt es sich vor allem um Arbeitskräfte aus Polen und Tschechien“, sagte Ragnitz. Dies allein werde aber wohl nicht reichen.

Vorerst keine spürbaren Effekte durch Fachkräftezuwanderungsgesetz

Eigentlich soll demnächst deutschlandweit das Fachkräftezuwanderungsgesetz diese Wachstumsbremse lösen. Es tritt voraussichtlich im März 2020 in Kraft und soll die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte nach Deutschland erleichtern. „Die sächsische Staatsregierung will aktiv solche Fachkräfte aus Vietnam und aus Südamerika anwerben“, sagte Ragnitz. „Aber ich bin skeptisch, dass dies schon im Jahr 2020 zu spürbaren Effekten führt. Man muss sich solche Fragen stellen wie: Wie attraktiv ist Sachsen derzeit für Zuwanderer? Wie hoch ist das Lohnniveau hier? Wie willkommen geheißen werden sich Fachkräfte aus dem Ausland hier fühlen?“ Indes sei es zweifellos notwendig, sich weiter aktiv um qualifizierte Zuwanderer zu bemühen, um den Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quelle: Ifo Dresden auf Anfrage