Cyberangriff auf Sachsens Kunstsammlungen

Ministerium: Viele digitale Systeme sind lahmgelegt, Sicherheitssystem funktioniert aber weiter
Dresden, 22. Januar 2026. Ein Cyberangriff hat einen Großteil der digitalen Technik in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) lahmgelegt. Das Sicherheitssystem sei aber „nicht betroffen und uneingeschränkt funktionsfähig“, betont das sächsische Kulturministerium.
Die Internetseite und wohl auch das Telefonsystem sind aber lahmgelegt. Auch der Internetladen und Besucherservice der SKD sind nicht erreichbar.
Krisenstab einberufen, Generalstaatsanwalt übernimmt womöglich die Ermittlungen
Die Attacke habe am Freitag begonnen. Noch sei nicht absehbar, wann alle betroffenen Systeme wieder zur Verfügung stehen, informierte das Ministerium. Polizei, Landeskriminalamt und Generalstaatsanwaltschaft besprechen noch, wer letztlich die Federführung bei den Ermittlungen übernimmt. Ein interner Krisenstab versucht nun mit IT-Spezialisten und IT-Forensik-Dienstleistern, die blockierten Systeme zu bereinigen und neu zu starten.
Hinter vielen Cyber-Angriffen stecken Erpresser und illegale Datenhändler, teils aber auch Aktivisten
In den vergangenen Jahren haben sich Cyberangriffe auch auf Krankenhäuser, Stadtwerke, Museen und andere öffentliche Einrichtungen in Deutschland gehäuft, wobei sich die Zahlen zuletzt auf hohem Niveau etwas stabilisiert haben. Oft stecken Erpresser hinter den Attacken, gelegentlich auch klassische Hacker oder selbsternannte Aktivisten. Zudem gibt es Mutmaßungen, dass manchmal auch staatliche Stellen in China oder Russland dahinter stecken könnten. Teils legen die Angreifer nur die Internetseiten der anvisierten Unternehmen, Behörden und Organisationen durch Überlastungsangriffe („DDOS“) lahm, teils versuchen sie verkaufbare Daten zu erbeuten. „Ransom“-Banditen verschlüsseln auch gern sämtliche Computer eines Opfers, um Geld zu erpressen. Während es früher unter Hackern einen gewissen Ehrenkodex gab, gehen heutige Cyberkriminelle oft auch sehr skrupellos vor und legen beispielsweise Krankenhäuser samt Intensivstationen lahm.
Was sich die Täter konkret von ihrem Angriff auf die Kunstsammlungen in Sachsen erhofft haben, ist bisher nicht bekannt, zumindest nicht öffentlich. Gut in Erinnerung ist den Dresdnern aber noch der Juwelenraub des Berliner Remmo-Clans im Residenzschloss, der allerdings mit ganz klassischen Einbruchsmethoden verübt worden war.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: SMKT, BKA, BSI

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