Alle Artikel mit dem Schlagwort: Biografie

"Der Denker" von Rodin existiert heute weltweit in mehreren Abgüssen. Abb.: Absolut Medien

DVD „Rodin“: Durchs Höllentor in die Moderne

Doku-Duo porträtiert den französischen Ausnahme-Bildhauer aus faszinierenden Perspektiven Der Franzose Auguste Rodin (1840 – 1917) war einer der bedeutendsten Bildhauer der Neuzeit. Ähnlich wie van Gogh für die Malerei schlug er in der plastischen Kunst die Brücke hin zum Expressionismus und zur Abstraktion. Rodins Schlüsselwerke wie „Der Denker“, „Das Höllentor“, „Der Kuss“ und „Balzac“ haben sich fest ins kulturelle Gedächtnis der Moderne eingeprägt. Der Filmverlag „Absolute Medien“ hat ihm nun eine DVD mit zwei Porträtfilmen gewidmet: „Rodin – Wegbereiter der Moderne“ verfolgt einen biografischen Ansatz, während sich „Divino # Inferno“ mit künstlerischer Wucht auf das „Höllentor“ fokussiert.

Elisabeth von Sachsen, gemalt von Lucas Cranach dem Jüngeren um 1564. Repro aus: H. Lilienfein: Lucas Cranach und seine Zeit, 1942, Wikipedia, gemeinfrei

Elisabeth von Sachsen: Giftmörderin oder Giftopfer?

Biografie zeichnet das Bild einer unglücklichen Kurfürstentochter, die jung in der Ferne starb Was passiert, wenn man eine eingefleischte Lutheranerin mit einem noch fanatischeren Calvinisten verheiratet? Das kann eine wunderbar inspirierende Verbindung sein – heute. Im 16. Jahrhundert hingegen mündete solch eine Ehe zwischen Elisabeth von Sachsen (1552-1590) und Pfalzgraf Johann Kasimir (1543 bis 1592) in einer Tragödie: Eines Giftmordkomplotts gegen ihren Gatten beschuldigt, starb sie im Alter von nur 37 Jahren fern der Heimat. Hans-Joachim Böttcher hat der unglücklichen Kurfürstentochter nun eine eigene, längst überfällige Biografie gewidmet.

Sven heute. Abb.: Absolut Medien / aus: Andreas Voigt: Alles andere zeigt die Zeit

DVD „Alles andere zeigt die Zeit“: 25 Jahre Leben und Sterben

Berührende Doku von Andreas Voigt auf DVD erschienen 1989 stromert Isabel als Gruftie-Mädchen mit ihrer Clique durch die Abbruchhäuser von Leipzig. Idealistisch und antikapitalistisch gestimmt, malt das junge Mädchen „Nazis Raus“ auf Kohleanhänger, lächelt schüchtern dabei. Und sie ärgert sich über die Skinheads, die ihr ständig die Robert-Smith-Frisur abzuschneiden versuchen. 25 Jahre später lebt Isabel allein mit einer Vogelspinne in einer abgeleckten Lifestyle-Wohnung. Das Gothic-Girl von einst fährt einem teuren Audi-Cabrio durch Schwaben und begleitet als Insolvenz-Anwältin Firmen und Menschen in den Untergang.

In den Fußstapfen von Dix: Ewald Schönberg: geb. 1882-1949) Der Säufer. Repro: Peter Weckbrodt

Dix: Da geh ich lieber in den Puff

Sonderausstellung “Dix im Sinn” zum 125-jährigen Jubiläum des Künstlers auf Schloss Burgk Freital, 6. September 2016. Wenn jemand sagt, es sei für ihn Liebe auf den ersten Blick gewesen, so spricht er vielleicht von der Begegnung mit den deutschen Romantikern oder den französischen Impressionisten. Für nicht Wenige unter uns fand die Erstbegegnung mit Otto Dix vor dessen Triptychon „Krieg“ statt und war prägend, weil als zu düster und absolut hoffnungslos empfunden. Tatsächlich erfordert es schon Anstrengung und guten Willen, sich mit dem künstlerischen Schaffen dieses deutschen Malers zu arrangieren. Die nun im Schloss Burgk der Städtischen Sammlungen Freital eröffnete Sonderausstellung „Dix im Sinn – Zum 125. Geburtstag von Otto Dix“ gibt hierzu Gelegenheit.

Franz Marcs Meisterwerk "Der Turm der Blauen Pferde", 1913, 2 mal 1,3 Meter (Original verschollen), Repro: York-Projekt, Lizenz: gemeinfrei

Franz Marc: Blaureitender Prophet der Moderne

Biografie setzt dem viel zu jung gestorbenen Expressionisten facettenreiches Denkmal Franz Marc (1880-1916) mag vielen Menschen nur als „der mit den Blauen Pferden“ in Erinnerung sein, durch die unzähligen Repro-Poster von Marcs Werken. Der Bayer prägte aber die moderne Malerei in Europa in viel größerem Maße mit, als wohl den meisten Deutschen bewusst ist. Der Bremer Kunsthistoriker Wilfried F. Schoeller hat dem Ausnahme-Künstler nun mit der gleichermaßen empathischen wie kritischen Biografie „Franz Marc“ ein facettenreiches Denkmal gesetzt.

In "Achtung Aufnahme Band läuft" spannt die Autorin und Journalistin Brigitte Schubert-Oustry den autobiografischen Bogen zwischen dem Kriegsende und der Gegenwart. Abb. (bearb.): Hille-Verlag

Im Zug des Lebens

Journalistin Schubert-Oustry erinnert sich: „Achtung, Aufnahme, Band läuft“ Die Autorin und Journalistin Brigitte Schubert-Oustry ist in Dresden geboren, hat in Berlin studiert und in Paris mehrere Jahrzehnte als Auslandskorrespondentin gearbeitet. Nun ist sie zurückgekommen und stellt am Freitagabend im Lingnerschloss ihr neues Buch „Achtung Aufnahme – Band läuft. Eine Journalistin erinnert sich“ der Öffentlichkeit vor.

Nick Cave, der Poet, der Musiker, der große Selbstinszenator, an der Schreibmaschine. Foto: REM

„20.000 Days on Earth“: Ambitionierte Collage über Rockpoeten Nick Cave

Ein alter Analogwecker schellt, eine mechanische Schreibmaschine tackert, ein Anrufbeantworter spult seinen Spruch von einer ollen Tonbandkassette runter: Nick Cave gibt sich daheim herrlich analog-altmodisch, das muss man dem australischen Ausnahme-Musiker einfach lassen. Was könnte aber auch besser zu dieser melodiösen, expressiven, wunderbar artikulierenden Stimme passen, die zusammen mit Kylie Minogue über die wilde Rose schmachtete, die mit Blixa Bargeld (“Einstürzende Neubauten”) die bösen Saaten blühen ließ und die Ermordung des Jesse James besang? In der Dokumentation „20.000 Days on Earth“, die nun auf DVD erschienen ist, tauchen die Performance-Künstler Iain Forsyth und Jane Pollard auf ganz eigene Weise in das Leben dieses Rockpoeten ein.

Gustavo Montoya ist aus Südamerika ans Helmholtz-Zentrum in Dresden-Rossendorf gekommen, weil er die exzellenten Forschungsmöglichkeiten hier hoch schätzt. Foto: Heiko Weckbrodt

Ein Forscherpfad von Caracas nach Rossendorf

Warum der Chemiker Gustavo Montoya von Südamerika nach Sachsen kam Dresden/Caracas, 8. Mai 2014: „Mein Herz wird immer meiner Heimat gehören, aber hier in Dresden fühle ich mich sehr, sehr wohl.“ Der das sagt, heißt Gustavo Montoya, ist 28 Jahre jung und aus der über 8400 Kilometer entfernten venezolanischen Millionenmetropole Caracas nach Sachsen gekommen. Wenn der Chemieingenieur hier, am “Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf” (HZDR), gerade keine komplizierten Flussprozesse modelliert, trifft er sich mit Freunden, die er in Dresden rasch gefunden hat, wie er sagt, tingelt durch die Neustadt-Kneipen, büffelt weiter an der komplizierten deutschen Sprache mit all ihren Fällen, Beugungen und unregelmäßigen Verben – und schreibt in seiner Freizeit Bücher. Sein Erstling „Von Menschen und Göttern – eine Welt, die es nie gab“ soll zum Jahresende erscheinen, berichtet er stolz.

Steve-Jobs-Biografie katapultuiert sich an Spitze der Sachbuch-Charts

Baden-Baden, 2.11.2011: Die Biografie “Steve Jobs” von Walter Isaacson über den kürzlich gestorbenen Apple-Gründer hat es auf Anhieb an die Spitze der Sachbuch-Charts bei “media control” geschafft. In der autorisierten Biografie wird unter anderem das Geheimnis von Jobs’ schwarzem Dauer-Pulli gelüftet und über die Absicht des iPad-Königs berichtet, das Konkurrenz-Betriebsystem “Android” platt zu machen. hw

Vom Pionier zum Paria

Werner Hartmann begründete die Mikroelektronik in Dresden – und kam durch eine Stasi-Intrige zu Fall   „It’s all about people“, erklärte AMD-Chef Jerry Sanders 1998 auf die Frage, warum ein US-Konzern in Dresden eine Chipfabrik baue – der Knackpunkt sind die Menschen. Den Grundstein für dieses Dresdner Reservoir fähiger Mikroelektroniker legte Professor Werner Hartmann, als er vor 50 Jahren, am 1. August 1961, die „Arbeitsstelle für Molekularelektronik“ (AME) in Dresden gründete. Damit beschäftigte er sich als einer der ersten Anwendungsforscher in Europa systematisch mit Integrierten Schaltkreisen (ICs), einer Erfindung, die Jack Kilby eineinhalb Jahre zuvor in den USA gemacht hatte. Hartmann wurde in den Folgejahren mit Preisen und Ehrungen überhäuft. Bis zum Sommer 1974, als er plötzlich abberufen und zum Verfemten wurde. Wer war aber dieser Mann und was führte zum verordneten Vergessen?