Alle Artikel mit dem Schlagwort: Biografie

Einst war er hier Brikett-Stanzer, nun Museumserklärer: Frank Arnold in der Energiefabrik Knappenrode. Foto: David Brandt via LHD/TSD

Wie aus dem Brikett-Stanzer ein Museumsführer wurde

Sonderschau „Industriegeschichten“ über ein zweites Leben in abgewickelten DDR-Betrieben Dresden, 23. Mai 2024. Über zwei Jahrzehnte rackerte Frank Arnold in der Brikettfabrik Knappenrode, stand Tag und Nacht an der Brikettpresse, im Drei-Schicht-Betrieb. Die Arbeit war sein Leben. Dann, eines Tages nach der Wende, kam er zur Schicht – und da wurde ihm eröffnet: Du wirst nicht mehr gebraucht, die Anlage wird stillgelegt. „Da bin ich zusammengeklappt, geheult… Auf einen Schlag war Schluss.“ So wie Frank Arnold ging es Hunderttausenden in der ehemaligen DDR: Erst die Freude über die errungene Freiheit von den Kommunisten – und dann schlossen die Betriebe reihenweise. Was dieser Transformationsprozess im Zeitraffer für den einzelnen Menschen bedeutete, haben die Kulturwissenschaftlerin Cornelia Munzinger-Brandt und der Fotograf David Brandt in zwei Dutzend biografischen Foto-Filmen aufgenommen, komprimiert – und präsentieren das Ergebnis nun als Sonderausstellung „Industriegeschichten“ in den Technischen Sammlungen Dresden (TSD).

Wie lebte der Bronzezeit-Mensch vor der Erfindung der Schrift? Seine Erbgut-Spuren können womöglich jene Lücken schließen, die mangels schriftlicher Belege in der historischen Überlieferung klaffen. Visualisierung: Dall-E

Über 10 Millionen Euro für sächsische Spitzenforscher

Europäischer Forschungsrat vergibt Stipendien für Suche nach Twistronik-Chips, Wasser-Elektronik und prähistorische Biografien Dresden/Chemnitz/Leipzig, 23. November 2023. Twistronik-Chips, Wasser-Elektronik, Supraleiter, Magnetelektrik und Biografien vor der Erfindung der Schrift: Für ihre wegweisenden Projekte können sich fünf Spitzenforscher und -forscherinnen über insgesamt über zehn Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat „ERC“ freuen. Darauf haben das sächsische Wissenschaftsministerium und die beteiligten Institute in Dresden, Chemnitz und Leipzig hingewiesen.

Chip-Finnenschwede: Sachsen ist meine zweite Heimat geworden

Jonas Sundqvist will von Sachsen aus Europas Chipindustrie eine ätzenden Schub in die Nanowelt verpassen Dresden, 3. April 2023. Sachsen und Schweden haben eigentlich viel gemeinsam, ist Dr. Jonas Sundqvist überzeugt: Das Schulsystem zu DDR-Zeiten erinnert ihn an das schwedische, der Gedanke des gemeinsamen Lernens und dergleichen mehr. Nur richtig große Chipfabriken und große Reinräume, die hat Schweden eben nicht – und vor allem deshalb ist Dresden für den Halbleiterexperten Sundqvist eine zweite Heimat geworden: Über zwei Jahrzehnte lang hat er in den großen Chipbuden und Forschungsschmieden des „Silicon Saxony“ gearbeitet, hat ein Stück weit den Standort auch mitgeformt.

dm-Gründer Götz W. Werner. Foto: Alex Stiebritz für dm

dm-Gründer Götz Werner gestorben

Unternehmer setzte sich zeitlebens für das bedingungslose Grundeinkommen ein Karlsruhe, 8. Februar 2022. Götz W. Werner, der Gründer und langjährige Chef der dm-Drogeriemärkte, ist heute Vormittag im Alter von 78 Jahren gestorben. Das hat „dm“ heute in Karlsruhe mitgeteilt und sich dabei auf einen Bericht der Familie berufen.

Bernd Junghans (rechts) bei der Arbeit am Megabit-Projekt. Foto: privat

Der Ingenieur, der für die DDR den Megabit-Schaltkreis realisierte

Bernd Junghans zum 80.: Wissenschaftler, Macher, Visionär Dresden, 10. März 2021. Wenn heute vom Technologie-Dreieck Dresden-Freiberg-Chemnitz als dem „Silicon Saxony“ die Rede ist und Sachsen als einer der führenden Mikroelektronik-Standorte in Europa gilt, sollten nicht die Männer und Frauen vergessen werden, die das Fundament dafür gelegt haben. Zu diesen Wegbereitern der ostdeutschen Mikroelektronik gehört Prof. Bernd Junghans. Heute wird er 80 Jahre alt. Ein Anlass, sein ereignisreiches Leben zu würdigen.

Quentin Tarantino (links) und George Clooney als die Gecko-Brüder. Foto: Studiocanal

Für den Heimkino-Junkie: „Tarantino – The Bloody Genius“

Doku setzt dem Meister der Blutfontänen ein Denkmal Mit Gangster-, Schwertkampf und Genre-Collagen wie „Kill Bill“, Reservoir Dogs“ und „Pulp Fiction“ hat Videotheken-Junkie Quentin Tarantino vor allem in den 1990ern Filmgeschichte geschrieben und sich eine treue Fan-Gemeinde geschaffen. Inzwischen hat Tara Wood der US-amerikanischen Regie-Ikone mit „Tarantino – The Bloody Genius“ ein filmisches Denkmal gesetzt, das nun auch in Deutschland verfügbar ist – natürlich für Heimkinofreunde.

Pablo Picasso. Foto: Gjon Mili/, Time Life Pictures, Getty Images, Absolut Medien

DVD „Picasso“: Er tötete, was er liebte

Filmische Biografie über den Meister des Kubismus auf DVD erschienen Seine Friedenstaube kannte – zumindest im Ostblock – jedes Kind. Seine „Demoiselles d’Avignon“, die eigentlich Huren statt Jungfern waren, mögen vielleicht auch noch viele gesehen haben. Aber dass das Werk von Pablo Picasso (1881-1973) tatsächlich Tausende Skizzen, Gemälde, Skulpturen und Installationen vom Realismus bis zum Kubismus umfasste, ist wohl Wenigen bewusst. Wer jedoch war eigentlich der Mensch hinter dieser kreativen Flut? Dieser Spanier mit den intensiven Augen, der die meiste Zeit seines Lebens in Frankreich verbrachte? Der parallel zu George Braque den Kubismus begründete? Und der heute als einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts gilt? Im biografischen Dokumentarfilm „Picasso – Bestandsaufnahme eines Lebens“, der auf DVD erschienen ist, gehen Hugues Nancy und Olivier Widmaier Picasso diesen Fragen nach.

"Der Denker" von Rodin existiert heute weltweit in mehreren Abgüssen. Abb.: Absolut Medien

DVD „Rodin“: Durchs Höllentor in die Moderne

Doku-Duo porträtiert den französischen Ausnahme-Bildhauer aus faszinierenden Perspektiven Der Franzose Auguste Rodin (1840 – 1917) war einer der bedeutendsten Bildhauer der Neuzeit. Ähnlich wie van Gogh für die Malerei schlug er in der plastischen Kunst die Brücke hin zum Expressionismus und zur Abstraktion. Rodins Schlüsselwerke wie „Der Denker“, „Das Höllentor“, „Der Kuss“ und „Balzac“ haben sich fest ins kulturelle Gedächtnis der Moderne eingeprägt. Der Filmverlag „Absolute Medien“ hat ihm nun eine DVD mit zwei Porträtfilmen gewidmet: „Rodin – Wegbereiter der Moderne“ verfolgt einen biografischen Ansatz, während sich „Divino # Inferno“ mit künstlerischer Wucht auf das „Höllentor“ fokussiert.

Elisabeth von Sachsen, gemalt von Lucas Cranach dem Jüngeren um 1564. Repro aus: H. Lilienfein: Lucas Cranach und seine Zeit, 1942, Wikipedia, gemeinfrei

Elisabeth von Sachsen: Giftmörderin oder Giftopfer?

Biografie zeichnet das Bild einer unglücklichen Kurfürstentochter, die jung in der Ferne starb Was passiert, wenn man eine eingefleischte Lutheranerin mit einem noch fanatischeren Calvinisten verheiratet? Das kann eine wunderbar inspirierende Verbindung sein – heute. Im 16. Jahrhundert hingegen mündete solch eine Ehe zwischen Elisabeth von Sachsen (1552-1590) und Pfalzgraf Johann Kasimir (1543 bis 1592) in einer Tragödie: Eines Giftmordkomplotts gegen ihren Gatten beschuldigt, starb sie im Alter von nur 37 Jahren fern der Heimat. Hans-Joachim Böttcher hat der unglücklichen Kurfürstentochter nun eine eigene, längst überfällige Biografie gewidmet.

Sven heute. Abb.: Absolut Medien / aus: Andreas Voigt: Alles andere zeigt die Zeit

DVD „Alles andere zeigt die Zeit“: 25 Jahre Leben und Sterben

Berührende Doku von Andreas Voigt auf DVD erschienen 1989 stromert Isabel als Gruftie-Mädchen mit ihrer Clique durch die Abbruchhäuser von Leipzig. Idealistisch und antikapitalistisch gestimmt, malt das junge Mädchen „Nazis Raus“ auf Kohleanhänger, lächelt schüchtern dabei. Und sie ärgert sich über die Skinheads, die ihr ständig die Robert-Smith-Frisur abzuschneiden versuchen. 25 Jahre später lebt Isabel allein mit einer Vogelspinne in einer abgeleckten Lifestyle-Wohnung. Das Gothic-Girl von einst fährt einem teuren Audi-Cabrio durch Schwaben und begleitet als Insolvenz-Anwältin Firmen und Menschen in den Untergang.

In den Fußstapfen von Dix: Ewald Schönberg: geb. 1882-1949) Der Säufer. Repro: Peter Weckbrodt

Dix: Da geh ich lieber in den Puff

Sonderausstellung „Dix im Sinn“ zum 125-jährigen Jubiläum des Künstlers auf Schloss Burgk Freital, 6. September 2016. Wenn jemand sagt, es sei für ihn Liebe auf den ersten Blick gewesen, so spricht er vielleicht von der Begegnung mit den deutschen Romantikern oder den französischen Impressionisten. Für nicht Wenige unter uns fand die Erstbegegnung mit Otto Dix vor dessen Triptychon „Krieg“ statt und war prägend, weil als zu düster und absolut hoffnungslos empfunden. Tatsächlich erfordert es schon Anstrengung und guten Willen, sich mit dem künstlerischen Schaffen dieses deutschen Malers zu arrangieren. Die nun im Schloss Burgk der Städtischen Sammlungen Freital eröffnete Sonderausstellung „Dix im Sinn – Zum 125. Geburtstag von Otto Dix“ gibt hierzu Gelegenheit.

Franz Marcs Meisterwerk "Der Turm der Blauen Pferde", 1913, 2 mal 1,3 Meter (Original verschollen), Repro: York-Projekt, Lizenz: gemeinfrei

Franz Marc: Blaureitender Prophet der Moderne

Biografie setzt dem viel zu jung gestorbenen Expressionisten facettenreiches Denkmal Franz Marc (1880-1916) mag vielen Menschen nur als „der mit den Blauen Pferden“ in Erinnerung sein, durch die unzähligen Repro-Poster von Marcs Werken. Der Bayer prägte aber die moderne Malerei in Europa in viel größerem Maße mit, als wohl den meisten Deutschen bewusst ist. Der Bremer Kunsthistoriker Wilfried F. Schoeller hat dem Ausnahme-Künstler nun mit der gleichermaßen empathischen wie kritischen Biografie „Franz Marc“ ein facettenreiches Denkmal gesetzt.

In "Achtung Aufnahme Band läuft" spannt die Autorin und Journalistin Brigitte Schubert-Oustry den autobiografischen Bogen zwischen dem Kriegsende und der Gegenwart. Abb. (bearb.): Hille-Verlag

Im Zug des Lebens

Journalistin Schubert-Oustry erinnert sich: „Achtung, Aufnahme, Band läuft“ Die Autorin und Journalistin Brigitte Schubert-Oustry ist in Dresden geboren, hat in Berlin studiert und in Paris mehrere Jahrzehnte als Auslandskorrespondentin gearbeitet. Nun ist sie zurückgekommen und stellt am Freitagabend im Lingnerschloss ihr neues Buch „Achtung Aufnahme – Band läuft. Eine Journalistin erinnert sich“ der Öffentlichkeit vor.