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dm-Gründer Götz Werner gestorben

dm-Gründer Götz W. Werner. Foto: Alex Stiebritz für dm

dm-Gründer Götz W. Werner. Foto: Alex Stiebritz für dm

Unternehmer setzte sich zeitlebens für das bedingungslose Grundeinkommen ein

Karlsruhe, 8. Februar 2022. Götz W. Werner, der Gründer und langjährige Chef der dm-Drogeriemärkte, ist heute Vormittag im Alter von 78 Jahren gestorben. Das hat „dm“ heute in Karlsruhe mitgeteilt und sich dabei auf einen Bericht der Familie berufen.

Prominenter Verfechter des „bedingungslosen Grundeinkommens“

Werner war nicht nur als Unternehmen bekannt, sondern auch als Verfechter eines „bedingungslosen Grundeinkommens“. In diesem Konzept habe er einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag gesehen, „um auch in Zeiten zunehmender Globalisierung, Digitalisierung und Automatisierung den Menschen Freiraum für Eigeninitiative zu ermöglichen und die Teilnahme wie die Teilhabe am Leben der freien Bürgergesellschaft zu ermöglichen“, betonte dm-Sprecher Herbert Arthen. „Dass er die Vollendung dieser Idee nicht mehr erleben würde, war ihm stets bewusst.“

Sohn eines Drogisten entwickelte eigene Ideen

Laut Unternehmensangaben wurde Götz W. Werner 1944 als Sohn eines Drogisten in Heidelberg geboren. „Es war sein größter Wunsch, eines Tages selbst Drogist zu werden und für die Kunden da zu sein. Er absolvierte eine Drogistenlehre in Konstanz und trat nach abgeschlossener Ausbildung zunächst in die väterliche ,Drogerie Werner’ ein. Seine Ideen fanden jedoch keinen Anklang, also verließ er 1969 seine Heimatstadt Heidelberg und trat in das Karlsruher Unternehmen ,Drogerie Roth’ ein.“

1973 habe Werner dann mit den dm-Drogerien seine eigene Kette aufgebaut. Dort wollte er „seine Vision von Rahmenbedingungen, die Menschen in die Lage versetzen, sich ins Unternehmen einzubringen und ihren individuellen, selbstbestimmten Lebensweg zu finden“ verwirklichen. Seinem Unternehmen wird ein vergleichsweise gutes Betriebsklima nachgesagt. Auch solche Aspekte wie Kinderfreundlichkeit, breite Gänge für Kinderwagen und Rollstühle, Kundenbindung et cetera spielten für Werners Unternehmensverständnis beizeiten eine wichtige Rolle. Zudem gilt er als Verfechter eines Konzepts, das heute oft als „Verantwortungseigentum“ bezeichnet hatte: Statt Gewinne abzuziehen und das Unternehmen zu vererben, übergab Werner laut eigenem Bekunden seine Gesellschafteranteile an eine gemeinnützige Stiftung.

2008 zog sich Werner senior aus dem operativen Geschäft zurück und übergab die Geschäftsleitung des Unternehmens an seinen Sohn Christoph Werner.

Die DM-Kette beschäftigt heute über 66.000 Menschen und ist mit 12,3 Milliarden Euro Jahresumsatz laut eigenen Angaben in seiner Sparte Marktführer in Europa. In Sachsen beschäftigt dm 1111 Menschen in 70 Märkten. Zuletzt setze die Kette im Freistaat rund 268 Millionen Euro um.

Autor: hw

Quellen: dm, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt